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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Studie: unerwünschte Auswirkungen von Antidepressiva

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Stud_psych
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Studie: unerwünschte Auswirkungen von Antidepressiva

Beitrag von Stud_psych »

Murmeline hat geschrieben: 27.07.2018 06:52 Neue Studie
Adverse Effects of Antidepressants Reported by a Large International Cohort: Emotional Blunting, Suicidality, and Withdrawal Effects

Hier die kurze Zusammenfassung:
http://www.eurekaselect.com/162794

Da einige ja Probleme mit der englischen Sprache haben, habe ich es einmal schnell übersetzt:

Hintergrund: Bisherige Studien über die Nebenwirkungen von Antidepressiva konzentrieren sich auf biologische Symptome. Die Prävalenzraten von Suizidalität und Entzugserscheinungen sind derzeit umstritten.

Thema: Erfahrungen einer internationalen Stichprobe von Antidepressiva-Anwendern soll direkt ermittelt werden.

Methodik: In einer Online-Umfrage wurden erwachsene Antidepressiva-Anwender gefragt, ob und in welchem Ausmaß sie durch die Einnahme des Antidepressivums Nebenwirkungen erlitten haben. 20 Nebenwirkungen standen zur Auswahl. 1.431 Personen aus 38 Ländern haben geantwortet.

Ergebnisse: 61% der Befragten gaben mindestens zehn der 20 Nebenwirkungen an, am häufigsten: Emotionale Taubheit' (71%), Gefühl von in Watte gepackt zu sein (70%); Sich nicht wie sich selbst zu fühlen (66%), `Sexuelle Schwierigkeiten' (66%), `Müdigkeit' (63%) und `Reduzierung der positiven Gefühle' (60%). Die "Suizidalität" als Folge der Substanzen wurde zu 50% angegeben. Entzugserscheinungen wurden mit 59% und "Sucht" mit 40% angegeben. Die Rate der Nebenwirkungen war bei denjenigen, die mehrere Antidepressiva verschrieben hatten, und bei denen, die auch Antipsychotika einnahmen, höher. Ein geringes Alter und längerer Gebrauch von ADs standen in einem positiven Zusammenhang mit den gesamten Nebenwirkungen. Ein Drittel erinnerte sich nicht daran, vom Verschreiber über irgendwelche Nebenwirkungen informiert worden zu sein. Weniger als 5% wurden über Suizidalität, emotionale Betäubung, Entzugserscheinungen oder Sucht informiert.

Schlussfolgerungen: Die direkte Befragung von Menschen zeigt eine weitaus höhere Rate an unerwünschten Reaktionen auf Antidepressiva als bisher angenommen, vor allem im emotionalen, psychologischen und zwischenmenschlichen Bereich. Angesichts der jüngsten Erkenntnisse, dass Antidepressiva nur geringfügig wirksamer sind als Placebo, implizieren die Ergebnisse der aktuellen Studie eine Kosten-Nutzen-Analyse, die die extrem hohen Verschreibungsraten für diese Medikamente nicht rechtfertigen kann.
Zuletzt geändert von Murmeline am 27.07.2018 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
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