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Antidepressiva: Jahrelange Einnahme mit fraglichem Effekt

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Murmeline
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Antidepressiva: Jahrelange Einnahme mit fraglichem Effekt

Beitrag von Murmeline » Freitag, 02.11.18, 18:11

Antidepressiva: Jahrelange Einnahme mit fraglichem Effekt
Ulrich Voderholzer

Zitat
Großangelegte Studie in den Niederlanden

Eine holländische Arbeitsgruppe hat Daten einer großen Kohorte von 156.620 Patienten aus der Gegend um Amsterdam anhand der Verschreibungsdaten zwischen den Jahren 2005 bis 2015 mit einem vergleichbaren Zeitraum von 1995 bis 2005 verglichen. Der Prozentsatz der Menschen, die ein Antidepressivum länger als 15 Monate einnehmen, lag bei 43,7 Prozent, verglichen mit 30,3 Prozent im Vergleichszeitraum 10 Jahre vorher.

Die Gründe
Meist waren es Patienten mit Angststörungen und/oder Depressionen und am häufigsten handelte es sich selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder sog. duale Substanzen wie selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer.
Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass Absetzphänomene, bzw. Entzugssymptome einer der Gründe für die Langzeiteinnahme darstellen und vergleichen die Situation der Antidepressiva mit der von Benzodiazepinen, bei denen auch infolge von Absetzschwierigkeiten ein Risiko einer Langzeiteinnahme besteht.

Fazit für die Praxis

Es ist stark zu vermuten, dass immer mehr Menschen Antidepressiva nur deshalb über Jahre einnehmen, weil sie die Substanzen wegen einer Entzugssymptomatik nicht mehr absetzen können, ohne dass die Langzeiteinnahme nach Leitlinien sinnvollist.

Quelle:
https://www.psychosomatik-online.de/ant ... em-effekt/

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