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Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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LenaLena
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Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von LenaLena »

Vor drei Tagen wurde auf arznei-news.de ein Artikel über neue Erkenntnisse über das Absetzsyndrom bei Antidepressiva veröffentlicht, den ich bekanntmachen möchte.
Sie bitten auch um Erfahrungsberichte!!! (ganz unten) Bitte erhebt eure Stimme.


Absetzsyndrom bei Psychopharmaka
Veröffentlicht am 26/09/2020

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zum Absetzen von Psychopharmaka

Was bekannt ist über das Absetzsyndrom nach dem Absetzen von Psychopharmaka

Ein in Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlichter Forschungsbericht hat die verfügbaren Daten darüber analysiert, was nach dem Absetzen von Psychopharmaka geschehen kann.

Studien zu psychotropen Medikamenten haben gezeigt, dass Psychopharmaka wie Benzodiazepine, Z-Drugs, Ketamin, Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) und Gabapentin Absetzsymptome hervorrufen können, die nach abruptem Absetzen oder allmählichem Tapering (Ausschleichen) auftreten können.

Der Entzug

In der vorliegenden Übersicht wurde die aktuelle Literatur analysiert, um den Entzug nach Ausschleichen, Absetzen oder Wechsel psychotroper Medikamente auf der Grundlage der Medikamentenklasse (d.h. Benzodiazepine, Nicht-Benzodiazepin Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten, Antidepressiva, Ketamin, Antipsychotika (Neuroleptika), Lithium, Stimmungsstabilisatoren) nach den diagnostischen Kriterien von Chouinard und Chouinard [Psychother Psychosom. 2015;84(2):63–71] zu veranschaulichen, die neue Absetzsymptome, Rebound-Symptome und andauernde Absetz-Störungen nach dem Absetzen umfassen.

Absetzsyndrome und Rebound

Die Ergebnisse zeigen, dass alle diese Medikamente Absetzsyndrome und nach Absetzen der Medikamente einen Rebound auslösen können, selbst bei langsamem Ausschleichen. Allerdings waren nur selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und Antipsychotika durchweg auch mit persistierenden Absetzstörungen nach dem Entzug und potentiell schwerwiegenden Symptomen einschließlich Veränderungen des klinischen Verlaufs verbunden, während die mit dem Absetzen von Benzodiazepinen verbundene Belastung nur von kurzer Dauer zu sein scheint.

Benzodiazepine

Infolgedessen steht die weitverbreitete Meinung, dass Benzodiazepine durch Medikamente ersetzt werden sollten, die weniger Abhängigkeit verursachen, wie Antidepressiva und Antipsychotika, im Widerspruch zur verfügbaren Forschungsliteratur, schreiben die Studienautoren um Fiammetta Cosci von der Universität Florenz.

Ketamin

Ketamin und wahrscheinlich auch dessen Derivate können als stark abhängigkeits- und suchterzeugend eingestuft werden. Wegen der Verzögerungsphase, die zwischen der Markteinführung eines Medikaments und der Beschreibung von Absetzsymptomen auftritt, ist bei der Verwendung neuerer Antidepressiva und Antipsychotika Vorsicht geboten.

Innerhalb der Medikamentenklassen ist es wahrscheinlicher, dass Alprazolam, Lorazepam, Triazolam, Paroxetin, Venlafaxin, Fluphenazin, Perphenazin, Clozapin und Quetiapin einen Entzug herbeiführen.

Der Entzug nach dem Absetzen der Psychopharmaka stellt in Forschung und klinischer Praxis eine große Herausforderung dar, es gibt immer noch große Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von Krankheitssymptomen und den durch die Behandlung induzierten Symptomen, und die aus randomisierten kontrollierten Studien verfügbaren Informationen sind unsicher, dürftig und unzureichend.

Die Wahrscheinlichkeit von Entzugserscheinungen, die schwerwiegend und anhaltend sein können, sollte daher in der klinischen Praxis und auch bei Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden, schließen die Wissenschaftler.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Psychotherapy and Psychosomatics (2020). DOI: 10.1159/000506868.

https://arznei-news.de/absetzsyndrom-psychopharmaka/#a1
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Jara2302
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Jara2302 »

Hallo, sofort erledigt ☑️ Lg Jara
2012-2015 Fluoxetin 20mg (aufgr. Magersucht)
2015 kalter Entzug Fluoxetin -> bettlägerig -> eindosiert 20 mg
2015-2019 Fluoxetin 20mg (ohne NW)
Sep. 2019 10 mg Fluoxetin
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin
30.12.19 0 mg Fluoextin
-> erneut und relativ schnell absetzen müssen


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.
Seitdem Hölle!

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark, am zweiten Tag vermehrt Unruhe, Herzrasen)

Seitdem auf 0 mg !
Murmeline
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Murmeline »

Danke, Lena, fürs Einstellen. Hier noch der direkte Link zum originalen Artikel:

Acute and Persistent Withdrawal Syndromes Following Discontinuation of Psychotropic Medications

Cosci F.a,b · Chouinard G.c

https://www.karger.com/Article/FullText/506868

Bzw. Als PDF der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics

https://www.karger.com/Article/Pdf/506868
Zuletzt geändert von Murmeline am 30.09.2020 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ergänzt
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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fabsen

Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von fabsen »

Hallo

Ist diese Seite, karger. Com "offiziell" anerkannt, sprich man könnte so etwas einem arzt vorlegen? Eigentlich mag ich mit meinem Hausarzt nicht mehr diskutieren, aber wenns mal was offizielles gäbe was man einem arzt vorlegen könnte wovor er nicht mehr die augen verschliessen könnte...

Lg
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von RebelHeart75 »

Hallo zusammen,
Also mich hat der Bericht ganz schön getriggert. Gerade die Stelle mit "möglichen irreversiblen Symtomen"...
Verstehe ich es richtig, dass es damit nun bewiesen ist?
Gruss
MX
06/2018: Beginn der Depression
07/2018 - Anfang 10/2018: 20mg Escitalopram - leider schlug Escitalopram nicht an, dann 2wöchige Umstellung auf Paroxetin, d.h. im Wechsel einen Tag 20mg Escitalopram, dann nächster Tag 20mg Paroxetin etc
10/2018 - 15.07.2019: 20mg Paroxetin
Ab 16.07.2019 abgesetzt nach Rücksprache Hausarzt
3 Wochen 10mg, dann 3 Wochen lang jeden 2 Tag 10mg Paroxetin,Absetzdauer somit 7 Wochen
Letzte Einnahme: 30.08.19
Ende September 2019: Absetzsymptome wie Brainzaps (nur beim Einschlafen), Schwindel,seltsames Körperempfinden (vor allem im Nackenbereich), Probleme Sehen / Fokussieren, dadurch Gangunsicherheit, vermehrt Schwindel beim Herunterschauen z.B. auf den Boden sehen.
Keine Symptomverbesserung in den letzten Monaten, außer bei den Brainzaps, die sind verschwunden
Anfang 07/20: Für 2,5 Wochen kaum spürbare Symptome
Seit 26.07. Schwindel, Sehstörung wieder verstärkt da
Murmeline
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Murmeline »

Hallo Fabsen,

Du kannst das PDF ausdrucken.
https://www.karger.com/Article/Pdf/506868

Da sieht man als Quelle die Zeitschrift
Psychotherapy and Psychosomatics

Grüße, Murmline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von LenaLena »

RebelHeart75 hat geschrieben: 30.09.2020 12:24 Hallo zusammen,
Also mich hat der Bericht ganz schön getriggert. Gerade die Stelle mit "möglichen irreversiblen Symtomen"...
Verstehe ich es richtig, dass es damit nun bewiesen ist?
Gruss
MX
Hallo, das wird doch immer schnell gesagt bei Symptomen, die nicht innerhalb von wenigen Wochen weg sind ;-) Und bei AD sind es nun mal eben leider Jahre, was hier auch erstaunlicherweise nochmal dem Benzoentzug gegenübergestellt wurde, der als sehr viel kürzer beschrieben wird.

LG :)
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Zu rasches Reduzieren (nur 5 Monate) nach Langzeiteinnahme, seitdem PWS (PROTRAHIERTES ENTZUGSSYNDROM) seit August 2017

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Verankh
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Verankh »

Erledigt!
03.2013 PPD+ Zwangstörung - keine Medikation, da ich sicher war, es selber auf die Reihe zu kriegen. Hatte 1 Jahr Therapie mit dem Therapeuten, der keine Ahnung vom Zwang hatte,

Sommer 2015 Therapie abgebrochen, da es mir nur schlechter ging.

09.2015 - Geburt 3ttes Kindes und erneut PPD nur mit massive Zwangstörung, was ich wieder gehofft habe, alleine zu beweltigen.

05.2016 Aufenthalt in der Mutter-Kind Tagesklinik. Medikation 75 mg Sertralin + Therapie 1,5 Jahre.

Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

Zur Zeit nehme ich Pascoflair nach bedarf,
Omega 3+Vitamin D, Magnesium.

Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.
Gaebbi
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Gaebbi »

hab nen Roman geschrieben - aber irgendwie wird er nicht angezeigt?
Grüße

Edit: Die Kommentare werden erst überprüft! Mein Fehler
persönliche Vorgeschichte:
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Seit November 2019 Phasenweise Depressionen und durchgehend starke Anhedonie. Da Anhedonie nicht besser wird, Versuch eines

- Olanzapin Entzugs:
► Text zeigen
0mg Olanzapin seit dem 23.6.21!
Aktuell noch 10mg Fluoxetin
Oliver
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Oliver »

Hi Gaebbi,

wo hast Du nen Roman geschrieben?

lg
Oliver
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Gaebbi »

Hey Oliver,
unten auf der Seite steht
"Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte zu diesem Thema."

Da hab ich mich mal eingereit und wie ich sehe, ein paar andere auch.
Grüße!
persönliche Vorgeschichte:
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Seit November 2019 Phasenweise Depressionen und durchgehend starke Anhedonie. Da Anhedonie nicht besser wird, Versuch eines

- Olanzapin Entzugs:
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0mg Olanzapin seit dem 23.6.21!
Aktuell noch 10mg Fluoxetin
basic searcher
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von basic searcher »

Hallo ihr,

ich habe vorhin noch einen älteren Artikel gefunden den ich für lesenswert halte:

Die dunkle Seite der Stimmungsaufheller

LG basic-searcher
stubi
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von stubi »

https://gutepillen-schlechtepillen.de/w ... loskommen/

Hallo ihr lieben,

ich habe das Heft abonniert und ich kann das leider nicht hier einstellen, der Artikel kostet 1.50 € und ist meiner Meinung interessant.

Liebe Grüße
Renate
[spoil]seit 1990 Psychopharmaka, Fluoxetin, Lyrika, Trimiparmin, Bromazepan, Zopiclon, Lamotrigin, Sertralin. Seit März 2015 abgesetzt.[/spoil]
Dietrich
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Dietrich »

Hallo Mitleidende!
Auch auf die Gefahr hin dass ich mich unbeliebt mache....
Ich verstehe einfach nicht warum man den dauerhaften Schaden leugnet. Ich meine klar aus Selbstschutz... aber längst müsste es jedem klar sein, dass es sowas wie dauerhafte Schäden eindeutig gibt. Was sind Spätdyskinesen sonst anderes oder Pssd nach 14 Jahren auf 0?
Ich meine klar versucht man sich einzureden "bei mir nicht" oder "alles wird gut". Das beruhigt erst mal. Ich habe aber definitiv Leute gehört welche ein Jahrzehnt spaeter immer noch Symptome haben. Keine Ahnung. Jeder muss eben für sich weiter hoffen.
Grüße Dirk
09/2018 Psychiatrie
DIAGNOSE 1: Somatoforme Funktionsstörung
Quetiapin 100 mg
10/2018 zuhause Versuch Prozac 20 mg
2 Wochen
Beginn zusätzlicher Symptome PSSD
11/2018 Experimente mit NEM auch Joha, nochmal
kurz Quetiapin, dann medifrei

05/2019 Privatklinik für Somatoforme
Funktionsstörung
DIAGNOSE 2: Somatizierung mit Wahnanteilen und
Depression
2.5 mg Abilify 5 Monate wegen
Angst- und Panikattacken , heute weiß
ich; dies war immer noch Prozacentzug

10/2019 Absetzen von Abilify mit totalen Crash
Pssd, DP/DR, Anhedonie, Aphaty,
Herzprobleme, Schlaflosigkeit, Durchfall

12/2019- 03/2020
Uniklinik Mainz/Psychiatrie wegen
Suizidgedanken
Versuche mit Moclo 600 mg,
Lithium 1125 mg, Ketamin 8 Injektionen

DIAGNOSE 3: Schwere Depressionen mit
psychotischen Anteilen

Spätestens jetzt war klar, dass längst nicht mehr meine Grunderkrankung das Problem war; sondern die Medis

seit 04/2020 PP-frei
06/2020 Versuch mit B3 doof gelaufen
07/2020 Verzicht auf weitere NEM-Versuche. Heilung kommt hoffentlich auf natürlichem Weg. Zwischendurch immer mal wieder Fenster und Hoffnung. Seit 11/2020 pensioniert :(

12/2020 nachdem ich 4 Wochen nochmal geraucht hab kompletter Setback mit Symptomverschlimmerung
= absolute Hölle

04/2021 langsame Erholung vom Crash
Murmeline
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Re: Arznei-news.de: Artikel über Absetzsyndrom Antidepressiva

Beitrag von Murmeline »

Hallo Dirk,

genau, jeder muss für sich hoffen können. Viele kommen in einem sehr desolaten Zustand hier an. Da ist Hoffnung ganz wichtig, vor allem, weil sich die meisten in Zeitabschnitten befinden, wo man noch nicht davon ausgehen kann, dass die Symptome dauerhaft bleiben. Das zeigen ja auch Erfahrungsberichte, die nach individuell viel längerer Zeit erst Veränderung und Verbesserung erleben.

Wenn du für dich aktuell an dem Punkt bist zu sagen: bei mir sehe ich einen andauernden Schaden, dann kannst du das auch so berichten. Das ist in den Regel festgehalten und wird hier nicht geleugnet:
Alle, die über ihre Erfahrungen mit Psychopharmaka berichten und über deren Risiken informieren möchten, sind hier willkommen. Dazu gehören auch Menschen, die durch den Langzeitgebrauch von Psychopharmaka Schäden erlitten haben.
https://www.adfd.org/austausch/app.php/rules

Ich halte es aber nicht für sinnvoll, das zum Grundtenor des Austausches im Forum zu machen.

An anderer Stelle hatten wir das mal formuliert:
Jede/r ist eingeladen, seine eigenen Erfahrungen einzubringen. Antworten an andere Teillnehmer (TN) sollten allerdings ermutigend sein.
viewtopic.php?p=218073#p218073

Oder in den Regeln:
Wir wollen hier eine angenehme Atmosphäre schaffen, in der sich die Teilnehmenden wohl fühlen, um Hilfe, Kraft und Hoffnung teilen zu können.
Das ist eine für mich wichtige und sinnvolle Zielrichtung des Forums, das rein aus virtuellem Austausch mit all seinen Stärken aber auch Schwächen besteht und Menschen in zum Teil instabilen Situationen einen Austausch bietet.

Grüße, Murmeline
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