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Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

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PhilRS
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Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von PhilRS » Samstag, 03.07.10, 10:56

Wir haben hier häufig Fragen der Art "ich habe mein Antidepressivum (mit mehr oder weniger Problemen) erfolgreich abgesetzt, aber jetzt, nach einigen Monaten, geht es mir extrem schlecht. Kann das noch der Entzug sein?" Ärzte oder Psychiater antworten sehr wahrscheinlich "Unsinn, da kommt ihre Krankheit zurück". Auch einige ADFD-Mitglieder tendieren zu solchen Erklärungen - Entzugssymptome seien nun mal vorübergehend, und wenn man zwischendurch beschwerdefrei war, sollte ein Entzug nicht wiederkehren. So die Theorie. Betroffene aber sprechen hier aus Erfahrung, und die sehen das durchaus anders.

Jetzt gibt es jedoch eine bahnbrechende Studie, erschienen in der wichtigsten psychiatrischen Fachzeitschrift - dem American Journal of Psychiatry, Hauptautor ist niemand geringerer als RJ Baldessarini, führender (Industrie)Forscher zu affektiven Erkrankungen.
Die Wissenschaftler haben die Verläufe aller Patienten eines Behandlungszentrums über Jahrzehnte hinweg ausgewertet und eine extreme Beobachtung gemacht:
Auch wenn keine akuten Entzugssymptome auftreten nach schnellem (1-7 Tage) oder langsamem (>2 Wochen) Absetzen, so verkürzt sich doch durch das Absetzen die Zeit bis zur nächsten Verschlechterung dramatisch. Bei schnellem Absetzen verringert sich die Zeit bis zum "Rückfall" auf 1/4, d.h. auf etwa 3-4 Monate statt zuvor 1-1,5 Jahre. Auch nach dem Ausschleichen verkürzte sich die Zeit bis zum "Rückfall", nämlich um ca. 40-50% auf 8,5 Monate.

Als Erklärung ziehen die Autoren Anpassungsmechanismen an die Antidepressiva-Einnahme in Betracht, die sich allerdings vom bekannten Entzugssyndrom unterscheiden. Die "Rückfälle" sind also Spätfolgen des Absetzens.

Es handelt sich hier um die erste Studie, die einen echten Beleg für diesen "verzögerten Entzug" liefert - eine in Foren wie dem ADFD lange bekannte Beobachtung wird nach Jahren nun wissenschaftlich anerkannt.

FAZIT: Auch wenn das Absetzen vorerst gelingt, so geht es den Betroffenen im Schnitt schneller wieder schlecht als wenn sie kein Antidepressivum genommen hätten. Die beschleunigte Verschlechterung ist auf die Antidepressiva-Einnahme zurückzuführen. Mit langsamerem Ausschleichen lässt sich die Zeitspanne bis zur nächsten Verschlechterung ausdehnen.
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iHaveAdream

Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von iHaveAdream » Donnerstag, 17.11.11, 10:11

Hmmm..
Und was nun?
Langsam ausschleichen, schnell oder garnicht??!

Das-kleine-Runde

Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 17.11.11, 10:27

... :lol: :lol: :lol:

langsam auschleichen und sich von Statistik nicht verwirren lassen... :D

Alles Liebe
Rundi :hug:

diadora1477
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von diadora1477 » Samstag, 17.03.12, 15:59

iHaveAdream hat geschrieben:Hmmm..
Und was nun?
Langsam ausschleichen, schnell oder garnicht??!
Finde solche Forschungsergebnisse auch eher verwirrend als hilfreich. Vor allem ohne sinnvollen Rat einer Konsequenz... :?

Das-kleine-Runde

Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von Das-kleine-Runde » Samstag, 17.03.12, 16:14

Hallo Ihr Lieben :) ,

hilfreich ist es z.B. zu wissen, daß man unter Absetzbeschwerden leidet, anstatt sich einreden zu lassen, man leide wieder an der Grundproblematik.
Wenn man Verständnis seitens der Ärzteschaft erwartet, dann muß man sich auf wissenschaftlicher Ebene damit befassen und auch die Quelle lesen.

Diese Zusammenhänge sind dann eben nicht immer mundgerecht.

Praktischer Rat wird hier im Forum doch eigentlich genug gegeben.
Und letztendich können einen Daten auch dazu anregen, selber über Zusammenhänge nachzudenken und zu eigenen Schlüssen zu kommen.

Liebe Grüße
Rundi :group:

BamPapa

Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von BamPapa » Montag, 14.10.13, 7:55

Hallo zusammen,

da dieser Beitrag 3 Jahre alt ist und es kaum Reaktionen darauf gab, gehe ich einfach mal davon aus, dass ich zu den wenigen gehöre,
die diesen Beitrag nicht verstanden haben.
Vielleicht kann mich jemand aufklären.
Verwechsele ich da etwas? Symptome / Rückfall / Grunderkrankung sind doch Sachen die durch die Depression entstehen.
Absetzsymptome sind doch eher Symptome die durch die Medikamente entstehen, weil sie reduziert, oder weggelassen wurden!?

So wie ich den Text verstehe, geht es hier nur um die Rückfallgeschwindigkeit der Grunderkrankung.
Je schneller abgesetzt wird, desto schneller kommt die Grunderkrankung zurück!
Zudem entnehme ich folgende Aussage aus dem Text: Egal wie schnell abgesetzt wird, einen Rückfall gibt es spätestens nach 1 - 1,5 Jahren?

Vom widerauftreten der echten Absetzsymptome wird hier nicht gesprochen. (Oder doch? Irgendwas muss ich doch übersehen haben???)

Ist es nun ein echter Beleg, für verspätete Absetzsymptomatik? Oder ein Beleg für verfrühte Rückfälle der Grunderkrankung, durch schnelles Absetzen?
Wo liegt mein Denkfehler?

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten!

Grüße
Bampapa

sly

Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von sly » Montag, 14.10.13, 14:59

Ne - habe ich auch nicht verstanden.
Irgendwie steht da ja wohl - egal wie man ausschleicht - Absetzsymptome treffen einen früher oder später eh.
Halte ich für Quatsch.

Sly :wink:

edgar
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von edgar » Montag, 14.10.13, 21:04

Hallo BamPapa,hallo Sly,
PhilRS hat geschrieben:Als Erklärung ziehen die Autoren Anpassungsmechanismen an die Antidepressiva-Einnahme in Betracht, die sich allerdings vom bekannten Entzugssyndrom unterscheiden. Die "Rückfälle" sind also Spätfolgen des Absetzens.
Dieser Satz ist der entscheidende:

Mit den Anpassungsmechanismen sind die Rezeptoren im Gehirn gemeint, in dem Fall die Serotonin-Rezeptoren. Man geht davon aus, dass diese sich alle 3-4 Wochen verändern bzw. anpassen. Wenn man also ein Medikament wie ein Antidepressivum runterdosiert, müssen sich die Rezeptoren entsprechend an die geringere Menge anpassen. Dafür brauchen sie 3-4 Wochen. Dazu könnte man noch eine Stabilisierungsphase von 2 Wochen draufrechnen, in der neue Kraft für den nächsten Reduktionsschritt geschöpft werden kann, weil in den 3-4 Wochen, wo sich die Rezeptoren anpassen, die Zeit auch trotz kleiner Reduktionsschritte anstrengend sein kann,weshalb im Forum eine Reduktion nur alle 4-6 Wochen empfohlen wird. Und mit 10 %-Schritten hat man ganz gute Chancen zu heftige Absetz- bzw. Entzugssymptome zu vermeiden.

Absetzsymptome müssen einen nicht treffen, wenn man es langsam macht.
BamPapa hat geschrieben:Je schneller abgesetzt wird, desto schneller kommt die Grunderkrankung zurück!
Nicht die Grunderkrankung, sondern die vermeintliche Grunderkrankung, die in Wirklichkeit ein Entzugs- bzw. Absetzsymptom ist.

PhilRS hat geschrieben:nach schnellem (1-7 Tage) oder langsamem (>2 Wochen) Absetzen
Beide Reduktionsmethoden sind auffallend schnell, wenn man bedenkt, dass man ca.1 Jahr einplanen muss. Daher verwundert es nicht, dass es vielen Patienten in dieser Studie schlecht ging.

There is a remarkable study ahead of print at the American Journal of Psychiatry, called Illness Risk Following Rapid Versus Gradual Discontinuation of Antidepressants.

Bezeichnet wird es hier als Illness risk. Das heißt, dass den Betreibern der Studie nicht klar war, dass es sich bei den "Rückfällen" tatsächlich um Absetz- bzw. Entzugssymtome gehandelt hat. Diese können z.B. auch Schlafstörungen, Depression, flache Emotionen, leichtes Weinen und Verzweiflung sein, die eben schnell als Rückfall in die Grunderkrankung interpretiert werden. Leider wissen wir mittlerweile auch, dass über diese Symptome hinaus fast alles als Rückfall in die Grunderkrankung gedeutet werden kann.

Ich hoffe, ich konnte das Missverständnis ausräumen.

Noch eine Ergänzung: Bei längerfristiger AD-Einnahme geht man vom sogenannten Downregulation aus: Durch die mit Medikamenten künstlich herbeigeführte Überschwemmung des Gehirns mit Serotonin steuert der Körper damit entgegen, dass die Rezeptoren-Anzahl geringer wird, um wieder das ursprüngliche Gleichgewicht herzustellen. Wenn man dann irgendwann das Medikament absetzt/ausschleicht, müssen sich die Rezeptoren wieder nachbilden.


Liebe Grüße an alle !

edgar
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von sly » Montag, 14.10.13, 21:33

Hallo edgar!
Mit den Anpassungsmechanismen sind die Rezeptoren im Gehirn gemeint, in dem Fall die Serotonin-Rezeptoren. Man geht davon aus, dass diese sich alle 3-4 Wochen verändern bzw. anpassen. Wenn man also ein Medikament wie ein Antidepressivum runterdosiert, müssen sich die Rezeptoren entsprechend an die geringere Menge anpassen. Dafür brauchen sie 3-4 Wochen. Dazu könnte man noch eine Stabilisierungsphase von 2 Wochen draufrechnen, in der neue Kraft für den nächsten Reduktionsschritt geschöpft werden kann, weil in den 3-4 Wochen, wo sich die Rezeptoren anpassen, die Zeit auch trotz kleiner Reduktionsschritte anstrengend sein kann,weshalb im Forum eine Reduktion nur alle 4-6 Wochen empfohlen wird. Und mit 10 %-Schritten hat man ganz gute Chancen zu heftige Absetz- bzw. Entzugssymptome zu vermeiden.
Respekt - so gut hat mir das noch keiner erklärt!
Ja diese 3-4 Wochen kann ich nur unterstreichen. Das ist auch so mein Rhythmus - naja eher Richtung 3 Wochen. Bin aber auch mit 3 Mo. Kurzzeituser.
Noch eine Ergänzung: Bei längerfristiger AD-Einnahme geht man vom sogenannten Downregulation aus: Durch die mit Medikamenten künstlich herbeigeführte Überschwemmung des Gehirns mit Serotonin steuert der Körper damit entgegen, dass die Rezeptoren-Anzahl geringer wird, um wieder das ursprüngliche Gleichgewicht herzustellen. Wenn man dann irgendwann das Medikament absetzt/ausschleicht, müssen sich die Rezeptoren wieder nachbilden.
JA - davon habe ich auch gelesen. Das hieße ja aber auch, dass nach einer gewissen Zeit ADs nicht mehr gegen Depression wirken bzw. die Dosis erhöht werden muss. Das ist ja aber wohl häufig auch so.
Das Zeug ist auf Dauer echt Mist. Kurzfristig finde ich kann es Sinn machen.

Vielen Dank!

Sly :wink:

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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von perseverance » Dienstag, 12.11.13, 17:35

Hi

Hat der verzögerte Entzug mit dem langsamen Abbau von Ceramid zu tun?
Ich fand folgendes Forschungsergebnis vom Juli 2013 über eine nicht beachtete Wirkweise von Antidepressiva von Johannes Kornhuber von der Universität Erlangen-Nürnberg.

Im Forum fand ich nichts darüber, deshalb fasse ich hier kurz zusammen:
Nicht die Wiederaufnahmehemmung von Serotonin-Noradrenalin, sondern die Minderung des Gehalts von Ceramid in den Nervenzellen stelle die eigentlich Wirkung von Antidepressiva dar. Die Annahme Kornhubers ist, dass es bei Depressionen zu viel Ceramid gebe.
Die Ceramid-Minderung setzt anscheinend erst einige Wochen nach dem Einnahmebeginn eines AD ein, die SN-Hemmung setze aber sofort sein. Eine Verbesserung der Stimmung müsste Kornhubers Schlüssen nach also auch sofort und nicht erst nach Wochen einsetzen.
Nun meine Idee:
Sollte sich Ceramid auch langsam abbauen, ist es evtl. für den verzögerten Entzug verantwortlich.
Hier der Link: Durchbruch in der Depressionsbehandlung - Psychiatrie
http://www.psychiatrie.uk-erlangen.de › ... › Aktuell › Nachrichten › Archiv‎
18.06.2013 - Die Hemmung des Sphingomyelinase-Ceramid Systems vermittelt ... Die Depression ist eine Volkskrankheit, die mit Antidepressiva oft ...
http://www.psychiatrie.uk-erlangen.de/a ... x_ger.html
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Symptome, Diagnose: Hörsturz September 2012; "Burnout", seither einseitig taub mit Tinnitus, 5 - 6 Monate krankgeschrieben, Beginn Einnahme Venlafaxin 75mg;
Medikament:
Venlafaxin[/b] 75 mg
Absetzverlauf:
1. Absetzversuch:
5. Mai 2013 im 4- bis 6-Wochen-Abstand herunterdosiert von 75mg >> ; 37,5 mg erreicht am 7.4.14
Absetzerscheinungen: wechselnd, aber nach jedem Absetz-Schritt Muskelkater in den Beinen. Wechselnd begleitet von Blähungen und manchmal Durchfall; große Müdigkeit, psychische Labilität. Nach 1 Woche meist wieder stabil gewesen.
25.5.2014: Venlafaxin wieder hochgesetzt auf 75 mg nach Trennung vom Partner
2. Absetzversuch:
Absetzerscheinungen: wie beim ersten Absetzversuch.
30.08.2014 von 75 mg stufenweise abdosiert ...
30.3.15 45mg > 37,5 mg; 25.4.15 > 34 mg;
1.12.2015: bei 18 mg angekommen.
14.2.2016: auf 15 mg reduziert
28.3.2016: auf ca. 13,5 mg reduziert
1.5.2016: auf ca. 12,8 mg reduziert
5.6.2016: auf ca. 12 mg reduziert = 36 Kügelchen
18.7.2016 runter auf 33 Kügelchen
10.10.16 runter auf 26 Kügelchen = ca. 8mg
13.1.17 in Minischritten von 2 Kügelchen weiter runter auf 13 Kügelchen = ca. 4,2 mg
5.5.2017 immer weiter halbe Milligramm runter bis auf 8 Kügelchen = ca. 2 mg
Anfang Juni 2017: 0 mg erreicht! Der letzte Schritt war also von ca. 1,5 mg auf NULL.
5.7.2017 weiterhin auf NULL :)
1.1.2018 weiterhin auf Null, psychisch ok, 3-4 mal/Woche plötzliche Muskelschmerzen in den Beinen

easygoing
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von easygoing » Dienstag, 19.11.13, 0:57

Das hört sich ja wirklich interessant an mit den Ceramiden
nur aus dem Gedächtnis ;) Keine Gewähr auf Genauigkeit:

ca. 2005 Venlafaxin 75mg Diagnose Depression
seitdem genommen, und erster Versuch des Absetzens ca. 2008. Von 75mg auf 37,5mg
Nach 3-4 Tagen Absetzsymptome: Schwindel, depressive Verstimmung, sehr hohe Wetterfühligkeit. Wieder 75mg genommen und immer mal wieder versucht auf 37,5 zu reduziere. Immer wieder die gleichen Symptome beim Reduzieren.
Bis ca. Nov 2011 bei 75mg geblieben, weil ich dachte meine Depression wäre noch da. Dann stieß ich auf dieses Forum und setzte langsam ab.
- Bis juli 2012 langsam bis auf 12,5mg ohne Probleme reduziert.
- Dezember 2012 Blut im Urin. Verdacht auf Blasenentzündung. Gabe von Ofloxocin (Antibiotika). Dadurch starke Depressionen. Bis Ende Januar Schmerzen und mehrere KKH-Aufenthalte mit Diagnose Harnleitersteine. Ende Januar Entfernung der Steine
- Februar etwas Besserung auch durch Psychtherapie
- Mitte März Reduktion auf 6,5mg. Besserung
- Mitte April Reduktion auf 5mg. besserung ca. 6 Wochen stabil
- 3. Juni 10 Kügelchen ^= ca. 3,3mg Venlafaxin
- 2. Juli 7 Kügelchen ^= ca 2,3mg Venlafaxin
- 1. August 2013 4 Kügelchen ^= ca. 1,2mg Venlafaxin
Venlafaxin Winthrop 75mg)
- 05. September 2013 > 1 Kügelchen ^= ca. 0,3mg Venlafaxin
- 07. Oktober 2013 NULL

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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von easygoing » Dienstag, 19.11.13, 1:41

Nach weiteren Recherchen wirkt wohl Acetyl-L-Carnitin entgegen und mindert den ceramid-spiegel. Ist als Nahrungsergänzung zu haben und meiner Meinung nach einen Versuch wert.
nur aus dem Gedächtnis ;) Keine Gewähr auf Genauigkeit:

ca. 2005 Venlafaxin 75mg Diagnose Depression
seitdem genommen, und erster Versuch des Absetzens ca. 2008. Von 75mg auf 37,5mg
Nach 3-4 Tagen Absetzsymptome: Schwindel, depressive Verstimmung, sehr hohe Wetterfühligkeit. Wieder 75mg genommen und immer mal wieder versucht auf 37,5 zu reduziere. Immer wieder die gleichen Symptome beim Reduzieren.
Bis ca. Nov 2011 bei 75mg geblieben, weil ich dachte meine Depression wäre noch da. Dann stieß ich auf dieses Forum und setzte langsam ab.
- Bis juli 2012 langsam bis auf 12,5mg ohne Probleme reduziert.
- Dezember 2012 Blut im Urin. Verdacht auf Blasenentzündung. Gabe von Ofloxocin (Antibiotika). Dadurch starke Depressionen. Bis Ende Januar Schmerzen und mehrere KKH-Aufenthalte mit Diagnose Harnleitersteine. Ende Januar Entfernung der Steine
- Februar etwas Besserung auch durch Psychtherapie
- Mitte März Reduktion auf 6,5mg. Besserung
- Mitte April Reduktion auf 5mg. besserung ca. 6 Wochen stabil
- 3. Juni 10 Kügelchen ^= ca. 3,3mg Venlafaxin
- 2. Juli 7 Kügelchen ^= ca 2,3mg Venlafaxin
- 1. August 2013 4 Kügelchen ^= ca. 1,2mg Venlafaxin
Venlafaxin Winthrop 75mg)
- 05. September 2013 > 1 Kügelchen ^= ca. 0,3mg Venlafaxin
- 07. Oktober 2013 NULL

>Miriam<
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von >Miriam< » Freitag, 22.11.13, 19:23

Hallo,
sorry, ich vrsteh das nicht: was genau sollte das Acetyl-L-Carnitin bewirken? Dass Ceramid schneller abgebaut wird? Aber würden dann dadurch die Entzugssymptome nicht noch verschlimmert?
Depression, generalisierte Angststörung, bipolare Störung
Medikation: 2001 - 2003 Lithium und Trimipramin; Insidon war auch mal dabei
Paroxateinnahme seit 2001
Paroxat 2001 bis 2003 60 mg
2003 bis 2007 40 mg, keine Absetzsymptome
2007 bis 2011 20 mg, keine Absetzsymptome!
November 2011 bis Januar 2012 18 mg
Januar 2012 bis Februar 2012 17 mg
Februar bis April 2012 15 mg
April bis September 2012 13,5 mg
September 2012 bis Januar 2013 11,7 mg
Januar bis Februar 2013 10,8 mg
Februar bis März 10 mg Bis hierhin wenig Absetzsymptome
Im April intensiver Rückschlag mit allen Formen der Entzugserscheinungen. Daher Erhöhung im April für 2 Tage auf 15mg (zu viel erhöht, schlimme Nebenwirkungen) und dann wieder für 4 Tage auf 12,5 mg
16.04.13 13,4 mg
Seit 17.04.13 wieder 12,5 mg
02.05.13: Nach kurzer Verbesserung wieder Rückschlag (Welle)
Seit 02.05.13 11,7 mg Warten auf Stabilisierung
Seit 10.05.13 10,8 mg
10.06.13 - 10.07. Ein Auf und Ab...
Seit 10.07.13 wieder viel besser, 19.09.13: immernoch bei 10,8 mg.
21.11.13: 10 mg. Paar Tage schlimme Absetzsymptome - auch bei nur 0,8 mg! Hurra, ich bin auf 10 mg!!!
19. - 21.07.14: Umstieg auf Suspension 10 mg. Nicht vertragen.
Ab 22.07.14 wieder Tablette 10 mg. Mir gings ein paar Wochen schlecht nach dem gescheiterten Umstellungsversuch, dann bis Jan. 2015 zwei üble Wellen. Im Allgemeinen aber schon stabil mit den 10 mg.
Mai 2015: Hänge immernoch bei den 10 mg! :(
Weiss noch nicht, wie ich weiter absetzen soll, da die Tabletten nicht mehr teilbar sind und ich die Suspension nicht vertrage :(
Februar 2016: Immernoch 10 mg. Ich hänge da irgendwie fest
Januar 2018: Immernoch 10 mg.

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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von easygoing » Freitag, 22.11.13, 19:45

Hallo Miriam,

Das Carnitin hilft dem Gehirn neue Verknüpfungen herzustellen und auch Ceramid abzubauen, weil es den Fettstoffwechsel (und Proteinstoffwechsel) zum Positi en reguliert.
So habe ich das jetzt verstanden. Keine Gewähr.
nur aus dem Gedächtnis ;) Keine Gewähr auf Genauigkeit:

ca. 2005 Venlafaxin 75mg Diagnose Depression
seitdem genommen, und erster Versuch des Absetzens ca. 2008. Von 75mg auf 37,5mg
Nach 3-4 Tagen Absetzsymptome: Schwindel, depressive Verstimmung, sehr hohe Wetterfühligkeit. Wieder 75mg genommen und immer mal wieder versucht auf 37,5 zu reduziere. Immer wieder die gleichen Symptome beim Reduzieren.
Bis ca. Nov 2011 bei 75mg geblieben, weil ich dachte meine Depression wäre noch da. Dann stieß ich auf dieses Forum und setzte langsam ab.
- Bis juli 2012 langsam bis auf 12,5mg ohne Probleme reduziert.
- Dezember 2012 Blut im Urin. Verdacht auf Blasenentzündung. Gabe von Ofloxocin (Antibiotika). Dadurch starke Depressionen. Bis Ende Januar Schmerzen und mehrere KKH-Aufenthalte mit Diagnose Harnleitersteine. Ende Januar Entfernung der Steine
- Februar etwas Besserung auch durch Psychtherapie
- Mitte März Reduktion auf 6,5mg. Besserung
- Mitte April Reduktion auf 5mg. besserung ca. 6 Wochen stabil
- 3. Juni 10 Kügelchen ^= ca. 3,3mg Venlafaxin
- 2. Juli 7 Kügelchen ^= ca 2,3mg Venlafaxin
- 1. August 2013 4 Kügelchen ^= ca. 1,2mg Venlafaxin
Venlafaxin Winthrop 75mg)
- 05. September 2013 > 1 Kügelchen ^= ca. 0,3mg Venlafaxin
- 07. Oktober 2013 NULL

Leila
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von Leila » Freitag, 22.11.13, 20:05

Ich verstehe es zwar nicht, ich muss es mir bestimmt 30 mal durchlesen.

Schwere Depressionen einmal direkt heilen zu können wäre ein Meilenstein in die richtige Richtung.
-1989 Major Depression DDR-Zeit, AD = unbekannt, Näpchen bunte Smartis
-ab 01.12.2004 bis 01.03.2006 Zoloft, mittlere bis schwere Depression
-ab 02.03.2006 bis 01.07.2007 Zymbalta
-ab 02.07.2007 bis 31.08.2007 Elontril
-ab 01.09.2007 bis 31.12.2010 300 mg Trevilor
-ab 01.01.2011reduziert auf 75 mg Venlafaxin, Depression zu 95 % weg,
keine Absetzprobleme bei Reduzierung
130 Kügelchen absetzen :)
-13 Stück im September 2015

Linus2015
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Senkt Acetyl-L-Carnitin Ceramid-Spiegel und könnte damit gegen Depressionen wirken ? Gibt es Erfahrungen ?

Beitrag von Linus2015 » Samstag, 14.05.16, 17:49

>Miriam< hat geschrieben:Hallo,
sorry, ich vrsteh das nicht: was genau sollte das Acetyl-L-Carnitin bewirken? Dass Ceramid schneller abgebaut wird? Aber würden dann dadurch die Entzugssymptome nicht noch verschlimmert?
Hallo,
von Zeit zu Zeit surfe ich im Internet, um etwas über neuere Forschungsergebnisse
zum Thema Depression und Angstzustände herauszufinden. Durch Zufall bin ich auf einen etwas älteren Artikel
aus dem Jahr 2013 gestoßen und hängen ihn hier ein, weil die Stichworte passen.

2013 Depression: Neue Ursache entdeckt
.. Neue Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass nicht Neurotransmitter-Mangel, sondern die Neuronen im Gehirn das Hauptproblem
bei Depressionen sind. So scheinen depressive Patienten eine verminderte neuronale Plastizität zu haben. Das bedeutet, dass bei ihnen
die Neubildung von Neuronen im Gehirn reduziert ist.

Basis dieser Hypothese bildet ein von den Forschern [in Erlangen und Duisburg] neu entdeckter zellbiologischer Mechanismus. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Ceramide. Diese Lipide werden enzymatisch mittels der sauren Sphingomyelinase (ASM) aus dem Lipid Sphingomyelin freigesetzt. Je höher die Ceramid-Spiegel, desto stärker ist die Neubildung von Neuronen im Gehirn beeinträchtigt, so die Annahme der Wissenschaftler. Eine erhöhte Ceramid-Konzentration im Hippocampus ist für die Induktion von depressions-ähnlichem Verhalten sowie depressions-ähnlicher Neurobiologie hinreichend. ..

Substanzen, die die ASM-Aktivität hemmen oder die Ceramid-Konzentration auf andere Weise senken [sogenannte FIASMAs
Wikipedia FIASMA, wirken antidepressiv, lautet die Schlussfolgerung der Studienautoren.
Sie sehen den neuen Wirkmechanismus auch als Erklärung für die bislang ungeklärte Latenzzeit antidepressiver Arzneistoffe, da die neuronale Plastizität sich erst nach und nach erhole. Sollten sich diese Annahmen als richtig herausstellen, würde das zudem bedeuten, dass in Wirklichkeit die Hemmung der ASM die antidepressive Wirkung dieser Substanzen / Antidepressiva vermittelt. ..

Dieser Ansatz wird zur Zeit in einem weiteren Forschungsprojekt untersucht:
OptiMD - Neue Strategien zur optimierten Behandlung der Depression

Interessanterweise gibt es seit 2006 ein Patent für den Einsatz von
Acetyl-L-Carnitin zur Senkung des Ceramidspiegels
Verwendung von L-Carnitine zur Senkung des Ceramidspiegels

Gibt es jemanden/-in im Forum, bei dem / der der Ceramidspiegel als Marker der Depression bestimmt wurde ?
Hat jemand in diesem Zusammenhang Erfahrung mit Acetyl-L-Carnitin ?
Ist Acetyl-L-Carnitin eine kritische Substanz in der Entzugsphase ?

Schöne Grüße
Linus :schnecke:
Mein ADFD Thread

Meine Erfahrungen beim Absetzen von Mirtazapin
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Jamie
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Re: Verzögerter Entzug jetzt wissenschaftlich belegt

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 18.05.16, 10:33

Tut mir leid,

ich zumindest habe keine Erfahrungen damit.
Die Suchfunktion hat mir gezeigt, dass Leni (früherer Nickname ganz normal) mit L-Carnitin Erfahrungen hat, wenngleich eher in Verbindung mit einer komplexen Schilddrüsensache.

Magst du sie mal anschreiben / PN schicken?

Grüße
Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag:
Sunnyrose
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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