Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Die offizielle Meinung der KVN zu SSRIs

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Antworten
Oliver
Gründer
Beiträge: 9204
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Die offizielle Meinung der KVN zu SSRIs

Beitrag von Oliver » Freitag, 24.10.03, 6:32

Hallo.
Warnung: es folgt ein bisschen Polemik.

Das Folgende schrieb im Juni 2002 die Kassenärztliche Vereinigung NRW zum Thema SSRI (im Zusammenhang mit Einsparungspotential).
Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Nordhrein
[...] Nach großen Metaanalysen wirkten sie [SSRI] nicht besser, sondern eher schwächer antidepressiv als trizyklische Antidepressiva.
komisch, mein Arzt hat gesagt, die würden besser wirken als die "alten" ADs ...
SSRI seien nicht besser verträglich als Trizyklika, hätten aber ein anderes Spektrum von Störwirkungen [...]Insgesamt sei unter SSRI nicht seltener mit Störwirkungen zu rechnen als unter Trizyklika. Zusätzlich komme es bei SSRI häufig zu schweren Immunerkrankungen mit Myalgien, eosinophiler Pneumonitis, Vaskulitis, Serumkrankheit.
Was? Aber mein Arzt hat gesagt, die hätten viel weniger Nebenwirkungen ...
Die geringeren anticholinergen Effekte würden mit anderen unangenehmen Effekten wie Agitation, Erregungszustand, Aggressivität, Psychosen, Ängstlichkeit und Schlafstörungen erkauft. [...] Das Arzneitelegramm berichtet über den Verdacht auf Abhängigkeit mit Langzeitwirksamkeit und Entzugssymptomatik bei Antidepressiva besonders vom Typ der SSRI. Mehr als 1000 entsprechende Meldungen seien beim britischen Committee on Safety of Medicines eingegangen.
Wenn er mir das alles erzählt hätte, hätte ich lieber ein Trizyklikum genommen ...

Jetzt kommt die große Frage, warum er mir das denn nicht erzählt hat, obwohl er doch sicher Mitglied bei der KV ist, lesen kann, und verpflichtet ist, sich auf dem laufenden zu halten ... schauen wir uns doch mal eine Liste der DDD-Kosten an (DDD steht für "defined daily dose" - eine technische Einheit, um Arzneimittelkosten vergleichen zu können):

Code: Alles auswählen

Vergleich der DDD-Kosten
Cipramil         2,86 DM
Zoloft           2,71 DM
Seroxat          3,85 DM
Trevilor         4,55 DM
Sepram           2,90 DM
Amitriptylin     0,75 DM
Doxepin          1,50 DM
Imipramin        1,69 DM
[Achtung: signifikante Erhöhung der Polemikintensivität!] Hmmm ... die SSSRIs sind ja viel teurer als die Trizyklika ... vielleicht ist da ja ein bisschen Provision für die verschreibenden Ärzte dabei, damit sie "vergessen" den Patienten diese Sachen zu erzählen ;)

hmpf
Oliver

nettchen
Beiträge: 26
Registriert: Mittwoch, 15.10.03, 14:06
Wohnort: Rostock

Das ist ja wohl der Wahnsinn!

Beitrag von nettchen » Freitag, 24.10.03, 8:21

Hallo ich bin Netti und 27 Jahre alt. Verfolge schon seit einigen Tagen eure Unterhaltungen und kann viele von euch gut verstehen. Ich leide an Panikstörungen seit 2001.Habe auch Erfahrungen mit SSRI´s. Lest einfach unter Erfahrungsberichte (Annett) meinen Bericht.

Eigentlich wollte ich nur mal sagen, dass es wohl total verrückt ist, dass trotz der Wissenheit der Krankenkassen dieses Medikament weiterhin in solchen Größenordnungen verschrieben wird. :?: Bei so etwas fühle ich mich immer wie ein Versuchskaninchen. Mal testen, ob das Medikament das bringt, was es verspricht. Andere testen Medikamente für Geld und setzen dabei bewußt ihr Leben oder ihre Gesundheit aufs Spiel und unser einer wird nicht mal vorher gefragt. Wir sind also kostenlose Probanden. Das macht mich echt wütend. :twisted: Aber dadurch das wir wissen was wirklich bei den SSRI´s passieren kann, sind wir ja wenigstens jetzt vorgewarnt und wir können dafür sorgen, dass andere gar nicht erst mit diesen Medikamenten anfangen.

Antworten