Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Igor07

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Igor07 » Sonntag, 20.07.14, 9:24

Drücke dir alle daumen, Edgar! :group:

Je mehr die AufklärungsArbeit betrieben würde, desto mehr die Chancen für unsere Kinder, wenigstens.

LG.

Igor.

Kassiopeia
Beiträge: 334
Registriert: Freitag, 31.01.14, 21:59

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Kassiopeia » Sonntag, 20.07.14, 10:08

Lieber Edgar,

meine Hochachtung für deine engagierte Arbeit!

Wenn ich aus dem Gröbsten raus bin, werde ich ich mich auch wie du auf dem Gebiet nützlich machen, das habe ich mir fest vorgenommen.
Eigentlich sollten ÄrztInnen auch wenn sie Veröffentlichungen wie diese mittragen, und sei es nur ein "Informationsfolder",
ihre Interessenskonflikte offen darlegen, das heißt erklären warum sie von wem Geld und wofür erhalten.

Aber ja, mit der Transparenz hapert es auf diesem Gebiet ziemlich.

Mach weiter so, Edgar, und halte uns auf dem Laufenden!

Alles Liebe
Kassiopeia
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

Igor07

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Igor07 » Sonntag, 20.07.14, 10:54

ich habe einiges auf russisch über Peter Breggin gefunden. Und auch zwei Videos auf You-Tube auf englisch.

http://www.youtube.com/watch?v=Uch6I1Uy5t4

http://www.youtube.com/watch?v=rq1Fa61M740


Man kann viel mehr finden, wenn mit dem englich kein Problem es gibt.

LG.

Igor.


edgar
Beiträge: 1232
Registriert: Donnerstag, 16.08.12, 14:04

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von edgar » Montag, 21.07.14, 20:44

Liebe Leute,

tja, was soll ich sagen. Leider gab es, so wie ich es befüchtet hatte, von der einen Stelle, an die ich mich gewandt hatte und die nichts macht, was nicht auch politischen Einfluss hat, ein - sagen wir mal vorsichtig - Nicht-Ernst-Nehmen meiner Sorgen. Das war die Stelle, die ich namentlich nicht nennen wollte - also nicht campact. :frust:

Da kann ich nur sagen, schaut Euch mal Folgendes an und zieht Eure Schlussfolgerungen selbst:

http://www.verrueckt-na-und.de/


Dort stehen unten die Kooperationspartner, also auch Forum Gesundheitsziele Deutschland (gesundheitsziele.de).

Und jetzt schaut Euch mal an, wer alles so als Mitglieder in der Arbeitsgruppe 9 "Depression" sitzt.

http://gesundheitsziele.de//cms/medium/ ... 140514.pdf

Sicher werden durch diese Organisationen auch ein paar positive Impulse gesetzt werden.

Mir geht es aber darum zu zeigen, dass nun auch breitangelegt in die Schulen gegangen wird mit sehr fragwürdigen Krankheitsbildern und dermaßen niedrigen Schwellen um Diagnosen zu bekommen, die auch ich in meiner Pubertät bekommen hätte und bei diesen Organisationen das Thema Psychopharmaka überhaupt nicht problematisiert wird.

Ich könnte hier noch endlos schreiben, aber ihr kennt ja meine bisherigen Beiträge in diesem Thread.

Ich fürchte, wenn ich hier noch mehr schreibe, dann ergeht es mir wie Gustl Mollath. :shock:
LG
edgar
Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

Independencia
Beiträge: 211
Registriert: Samstag, 29.12.12, 19:23

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Independencia » Freitag, 01.08.14, 19:28

Erinnert mich an meine Teenagerzeit... So eine Kampagne lief bei mir zwar nicht, aber ich bekam Fluoxetin verschrieben - mit 13! Ein Glück, dass ich eine sehr pharmakritische Mutter und keine Tablette genommen habe. :wacko:

Ich finde den Titel der Kampagne schon mehr als verstörend. Als Teenager hätte man mir bestimmt 5 psychische Krankheiten anhängen können, wovon heute nichts mehr übrig ist. Man sollte die Kinder vielleicht einfach mal Kinder sein lassen, aufhören mit der ganzen Druckmacherei und nicht zu vergessen, der Wechsel in die Adoleszenz ist eine völlig neue Welt. Da muss man sich zuerst orientieren, was da überhaupt für Veränderungen statt finden.
Verlauf:

Ende 2005 Erstkontakt mit Benzodiazepinen
2007 Umstellung auf Clorazepat 40mg/Tag - 15mg Escitalopram abgesetzt nach kurzer Einnahme (viele NW)
2007 / 35mg
2008 / 30mg, 25mg und 20mg
2009 15mg + Trazodon 25mg, abgesetzt auch im 2009
11.12.12 / 10mg
17.01.13 Rückschritt auf 15mg (zu schnell)
Ab 31.01.13 schrittweise Clorazepat Reduktion von 1.25mg, 0.625mg und schlussendlich 0.3125mg
05.06.13 - 13.06. Diaz getestet, Abbruch wegen Unverträglichkeit
14.06.13 / 12.5mg Clorazepat
04.07.13 / 12.1875mg
18.07.13 / 11.875mg
15.08.13 / 11.5625mg
10.10.13 / 11.25mg
12.12.13 / 10.9375mg
30.01.14 / 10.625mg
30.07.14 / 10.3125mg
11.02.15 / 0.00mg (Truxal als Übergangsmedikation, max. 3 Wochen)

Heute: nüüüssscchht! Komplett clean

fruehling
Beiträge: 998
Registriert: Samstag, 08.03.14, 19:48

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von fruehling » Freitag, 03.10.14, 19:42

Sprachlos... Das klingt wie ein Aprilscherz.

http://www.zeitenschrift.com/news/bush- ... C77m2bB3MJ
Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 14691
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 15.03.15, 14:16

Und was ist das hier?
http://www.fideo.de/

Kurze Auszüge:

FIghting DEpression Online
Aktuell leiden 3-10 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren unter einer Depression - das sind etwa zwei Schüler pro Schulklasse (Balázs et al., 2013; Hoffmann et al., 2012; Preiß & Remschmidt, 2007).

FIDEO ist ein Online-Informationsangebot mit integriertem Diskussionsforum für junge Menschen ab 14 Jahren zum Thema Depression.

FIDEO informiert über die Erkrankung Depression bei jungen Menschen, klärt auf und baut Vorurteile ab.

FIDEO möchte in erster Linie eine Möglichkeit der Selbsthilfe für junge Betroffene sein, die sich im Diskussionsforum miteinander austauschen und sich gegenseitig bei der Bewältigung der Erkrankung unterstützen können. Die fachliche Moderation des Forums bietet Schutz und meldet sich, wenn nötig, zu Wort.

Bei FIDEO gibt es neben Informationen für Jugendliche auch einen Bereich, der sich speziell an die Angehörigen - also die Eltern, Geschwister, Großeltern, Cousins und Cousinen und natürlich Freunde - richtet. Außerdem finden Pädagogen Wichtiges zur Erkrankung und erfahren, wie sie depressive Jugendliche unterstützen können.

Wer machts?
Diskussionsforum Depression e.V., Vertretungsberechtigt Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl.
Der Diskussionsforum Depression e.V. finanziert sich aus Fördermitteln und Spenden.
Mit freundlicher Unetrstützung der Barmer Krankenkasse.
Dahinter steckt dann wieder: Das Bündnis gegen Depressionen.


Auszug:
Wenn Dich aber all die Dinge, die dir normalerweise Freude bereiten, nicht mehr packen können oder Du fast nur noch traurig und schwunglos bist, kann eine Depression dahinter stecken. Depression ist eine sehr häufige Erkrankung. Jeder 14. Jugendliche erkrankt an einer Depression. Das macht allein zwei Betroffene in einer Schulklasse. Durch eine Depression kann sich viel verändern.

Die gute Nachricht :sick:
Eine Depression kann in der Regel gut behandelt werden. Psychotherapie und auch Medikamente helfen, das Tief zu überwinden.

Und wie behandelt man Depressionen?
Die Behandlung einer Depression im Jugendalter erfolgt meist durch Psychotherapie. Dabei hat sich die Kognitive Verhaltenstherapie als wirksam erwiesen. Manchmal ist es zusätzlich erforderlich, Medikamente zu nehmen. Was bei einer Therapie passiert und wie Medikamente wirken, erklären wir hier.

Eine Depression hat unter anderem auch hirnorganische, genetische und biochemische Ursachen. Deshalb kann eine depressive Verstimmung auch mit Medikamenten, sogenannten Antidepressiva behandelt werden. Gerade bei jungen Menschen überlegen behandelnde Ärzte genau, bevor sie Medikamente verschreiben. Mit Dir gemeinsam und bei Bedarf mit Deinen Eltern, werden Vor- und Nachteile besprochen und Du wirst über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt.

In besonders schweren Fällen, bei Suizidgedanken oder wenn eine Psychotherapie allein nicht ausreicht, kann es sein, dass Dir ein Medikament empfohlen wird. Oftmals ist eben die Kombination von Therapie und Psychotherapie besonders hilfreich.

Bei einer Depression kommt es zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn. Antidepressiva helfen, wieder Gleichgewicht und Ordnung herzustellen. Das geschieht, indem die Medikamente dafür sorgen, dass z.B. mehr Serotonin ("Glückshormon") vorhanden ist. Antidepressiva machen nicht abhängig.

Wichtig!
Antidepressiva wirken nicht sofort. Bei jungen Menschen kann es schon mal etwa zwei Monate dauern, bis die gewünschte Wirkung - auch für Dich selbst spürbar - eintritt. Bis es soweit ist, ist eine gute Unterstützung von Ärzten und Therapeuten besonders wichtig.

Der Selbsttest?
http://www.fideo.de/fuer-mich/selbsttest/
Angelehnt an ICD-10/V (F); © Prof. Hegerl / Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Ich hab keinen Satz auf die Schnelle gefunden, dass man in der Pupertät auch heftiger und länger durchhängen darf.
Mir ist schlecht. :sick: :sick: :sick:
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Oliver
Gründer
Beiträge: 9079
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Oliver » Sonntag, 15.03.15, 14:43

Hi,

ja, das ist der Goliath zu unserem David Forum hier. Die bekamen/bekommen Millionenzuschüsse von Politik und Industrie und werben brav neue Kunden für die tollen Pillen an.

Das ist schon eine lange Geschichte mit denen. Siehe auch:

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 5161#p5161
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 5132#p5132

Beide Posts von 2004 - seitdem haben die sich keinen Zentimeter bewegt *seufz*

... und viele weiter Artikel, die sich über die Jahre hier angesammelt haben:

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 498#p11498
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 131#p22131
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 770#p20770
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 790#p20790

Alles Gute
Oliver
Bitte beachten: Bitte melde Beiträge, die gegen die Regeln verstoßen über einen Klick auf das Ausrufezeichen oben rechts im problematischen Beitrag und erkläre in der Meldung was das Problem ist. Das Team wird sich dann darum kümmern. Da das Team nur ehrenamtlich in der Freizeit aktiv ist, kann das allerdings auch mal dauern.
Forenregeln | Über das ADFD | Was dieses Forum ist und was es nicht ist

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 14691
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Heranwachsende in der Rasterfahndung der Pharmaindustrie

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 20.01.16, 15:08

Hier ein aktueller Erfahrungsbericht aus Amerika, wie das Thema Depressionen dort in die Schulen getragen wird - und von wem.

Middle School Invasion: When the Pharmaceutical Companies Come to Town

By Sera Davidow auf Mad in America, January 16, 2016

On January 7, 2016 my newly 13-year-old son (he helped me fashion the title for this blog!) brought home two permission slips from the middle school where he is currently (hopefully) making his way through the 7th grade. One of the slips was for a class trip to the Bronx Zoo. Okay, fine. However, the other asked me to give my okay for him to participate in a “Signs of Suicide” (SOS) curriculum and the perhaps-too-honestly-named ‘Brief Screening for Adolescent Depression’ (BSAD) that accompanies it. (Does no one else see the perverse humor in a depression screener that seems to actually be encouraging those screened to “be sad”?)

Yeah, not happening.

The attached letter from the principal explains the goals of the program as follows:
  • Help students understand that depression is treatable and assess whether or not they may have some symptoms of depression
  • To explain that suicide is a preventable tragedy that often occurs as a result of untreated depression
  • To train students in identifying serious depression and potential suicidality in themselves or friends
  • To impress upon teens they can help themselves or a friend by taking the simple step of talking to a responsible adult about their concerns
The letter concludes with the following statement: “Although we encourage you to permit your child to participate in this important and effective suicide prevention program, it is completely your decision.”

Yes, thanks for that acknowledgement of my parental decision making powers. But, what of all the other parents who simply won’t have enough information to give truly informed consent? How will they know to question the Principal’s assertion that this program is “important and effective”? And shouldn’t we be in a position to collectively demand higher ethical standards from the school itself?

Because, make no mistake, this is an ethical issue. SOS exists under the umbrella of Screening for Mental Health, Inc (SMH), a non-profit founded by Douglas Jacobs. So, let’s just start at the beginning and see what ethical issues arise along the way. (Any predictions?)

Douglas Jacobs (who remains as the organization’s Medical Director) has a long and well-established history with pharmaceutical companies. In the book ‘Our Daily Meds’ by Melody Petersen, his long-term consultation to pharmaceutical companies was noted, but that’s not the only source documenting such ties. In fact, it would appear that Jacobs has not only longstanding relationships to both McNeil and Pfizer, but to almost every other pharmaceutical company under the sun in one way or another.
Quelle und dort gehts weiter im Text: http://www.madinamerica.com/2016/01/mid ... e-to-town/
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Antworten