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Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
edgar
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Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Samstag, 14.06.14, 16:26

Liebe Forenmitglieder :) ,

aus aktuellem Anlass durch zwei andere Threads möchte ich hier Infos zum Thema Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft geben.

Hier ein Link mit pharmaunabhängigen Infos und qualitativ hochwertigen Studien (placebokontrollierte Doppelblindstudien).

http://www.arznei-telegramm.de/html/200 ... 32_02.html


In dem Text findet Ihr weiter unten 2 weitere Links mit Infos dazu.

Zusammenfassend wird dort folgendes gesagt:

"Die Einnahme von SSRI in der Schwangerschaft erscheint schon jetzt auch wegen anderer unerwünschter Effekte beim Neugeborenen wie Entzugssymptome mit Krampfanfällen und Atemstörungen (a-t 2004; 35: 97-8) sowie den unter Paroxetin beobachteten Fehlbildungen (a-t 2005; 36: 101-2) problematisch." (Arznei-Telegramm 03/2006).



Das heißt ja nicht, dass jedes Kind einer AD einnehmenden Schwangeren geschädigt wird, aber die Patienten müssen über die Gefahr informiert werden und dann selbst enscheiden. Wie gesagt: Es gibt auch nicht genug verlässlichen Studien dazu. Und die Studien, die verlässlich sind, habe ich hier reingestellt, und die halten die Antidepressiva-Einnahme in der Schwangerschaft für problematisch.

Der englische Psychiater und Psychopharmakologe Dr. David Healy sagt sogar, dass Frauen selbst nach dem Absetzen von SSRI- und SNRI-Antidepressiva (also den modernen Antidepressiva) 2 Jahre warten sollten, bis sie schwanger werden.

Diese ganzen Infos sprechen schon eine sehr deutliche Sprache, aber überall wird es als unproblematisch hingestellt.

Warum:

- Ärzte lesen fast immer keine unabhängigen Arneimittel-Infos.

- Und die Hersteller der Medikamente tun alles, um ihre Absatzmärkte zu sichern. Dabei wäre es ihnen ein Dorn im Auge, wenn breit angelegt publiziert werden würde, dass Antidepressiva-Einnahme in der Schwangerschaft ein Problem wäre.
Sicher würden viele sich nochmal überlegen, ob sie Antidepressiva einnehmen, wenn ein Kinderwunsch da ist. Und selbst wenn aktuell kein Kinderwunsch da ist, wäre die Antidepressiva-Einnahme ein Problem, da es - wie wir hier im Forum sehen- leicht ist, ein Antidepressivum einzunehmen, aber es ein Problem ist, wieder davon loszukommen.

Also ich würde mein Kind nicht diesem Risiko aussetzen !!!


LG
edgar
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Samstag, 14.06.14, 16:48

Noch ein Nachtrag bzw. ein Link zu einem Text von Dr. David Healy:

http://davidhealy.org/lullaby/

Es gab bereits 1972 Berichte über Geburtsdefekte durch die Einnahme von Antidepressiva.

In den letzten 5 Jahren gab es auch verlässliche Studien, die zeigten, dass ein erhöhtes Risiko für Entwicklungsverzögerungen des Kindes und Autismusspektrum-Störung besteht.

Ich frage mich wirklich, wie dann Ärzte noch behaupten können, so wie es hier kürzlich jemand berichtet hat, dass die Antidepressiva-Einnahme während der Schwangerschaft kein Problem darstellt. :twisted:

Liebe Grüße

edgar
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von >Miriam< » Samstag, 14.06.14, 19:37

Das verstört mich gerade total. Bin 33 und wollte noch Kinder. Das heißt ich muss schnellstens mein Medikament loswerden und dann noch zwei Jahre warten. Und dann bin ich wieder risikoschwanger wegen des Alters. Super! Ich hasse mein Leben.
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2007 bis 2011 20 mg, keine Absetzsymptome!
November 2011 bis Januar 2012 18 mg
Januar 2012 bis Februar 2012 17 mg
Februar bis April 2012 15 mg
April bis September 2012 13,5 mg
September 2012 bis Januar 2013 11,7 mg
Januar bis Februar 2013 10,8 mg
Februar bis März 10 mg Bis hierhin wenig Absetzsymptome
Im April intensiver Rückschlag mit allen Formen der Entzugserscheinungen. Daher Erhöhung im April für 2 Tage auf 15mg (zu viel erhöht, schlimme Nebenwirkungen) und dann wieder für 4 Tage auf 12,5 mg
16.04.13 13,4 mg
Seit 17.04.13 wieder 12,5 mg
02.05.13: Nach kurzer Verbesserung wieder Rückschlag (Welle)
Seit 02.05.13 11,7 mg Warten auf Stabilisierung
Seit 10.05.13 10,8 mg
10.06.13 - 10.07. Ein Auf und Ab...
Seit 10.07.13 wieder viel besser, 19.09.13: immernoch bei 10,8 mg.
21.11.13: 10 mg. Paar Tage schlimme Absetzsymptome - auch bei nur 0,8 mg! Hurra, ich bin auf 10 mg!!!
19. - 21.07.14: Umstieg auf Suspension 10 mg. Nicht vertragen.
Ab 22.07.14 wieder Tablette 10 mg. Mir gings ein paar Wochen schlecht nach dem gescheiterten Umstellungsversuch, dann bis Jan. 2015 zwei üble Wellen. Im Allgemeinen aber schon stabil mit den 10 mg.
Mai 2015: Hänge immernoch bei den 10 mg! :(
Weiss noch nicht, wie ich weiter absetzen soll, da die Tabletten nicht mehr teilbar sind und ich die Suspension nicht vertrage :(
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 15.06.14, 13:24

Dass man keine Medikamente in der Schwangerschaft nehmen sollte, hat ja spätestens die Contergankatastrophe gezeigt. Das Mittel wurde Schwangeren gegen Übelkeit in der Schwangerschaft verschrieben und galt auch als ungefährlich.

Die Katastrophe kam erst zu Tage, als die Kinder dann geboren wurden. Und dann war es für viele schon zu spät. Ich denke, dass so eine Entscheidung auch keinem Arzt zusteht und jede Empfehlung doppelt und dreifach geprüft werden muss. Zumal die neuen AD´s und Neuroleptika noch gar nicht ausreichend geprüft werden konnten. Und das dann wirklich ein Spiel wie ein russisches Roulette ist, wenn Schwangeren da eine Emfehlung ausgesprochen wird.

Da wäre ich extrem vorsichtig, auch nur ein Asper*n zu nehmen.

Lg Lisamarie
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Sonntag, 15.06.14, 17:07

Hallo Miriam,
>Miriam< hat geschrieben:Das heißt ich muss schnellstens mein Medikament loswerden und dann noch zwei Jahre warten.
Du kennst sicher unsere Reduktionsempfehlugen , alle 4-6 Wochen nur 10 % der Dosis zu reduzieren.

Ich verstehe Deine Antwort natürlich, aber ich kann Dir nur raten, Dich da nicht so unter Druck zu setzen.

Das Problem ist, dass Ärzte nicht ausreichend mit allen Konsequenzen informieren und Menschen wie Du dann völlig vor den Kopf gestoßen werden, wenn sie die entsprechenden Infos haben. Es wird eben breitangelegt vieles immer verharmlost. :evil:

LG
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von miju » Sonntag, 15.06.14, 21:15

Hallo!

Ich möchte hierzu gerne auf das Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie in Berlin hinweisen.
www.embryotox.de
Die Datenbank berücksichtigt wissenschaftliche Forschungsergebnisse aber auch die Rückmeldung von Schwangeren bzg. Medikamente, auch Psychopharmaka.

Das Zentrum hängt mit der Charite zusammen und sieht sich unabhängig von Pharmafirmen.
Ich kann den Wahrheitsgehalt dazu natürlich von außen nicht beurteilen.
Aber ich finde es ganz gut, dass es eine Insitution gibt, die Erfahrungen sammelt und dabei hoffentlich nicht nur sieht, wenn alles gut läuft.

Grüße Miju
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Jamie » Sonntag, 15.06.14, 23:35

Hallo miju,

embryotox ist klasse.

Wir haben schon mehrere User dorthin verwiesen.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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-----------------------------

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Dia_HB » Montag, 16.06.14, 12:01

Hallo ihr lieben,

ich muss sagen das es echt super ist dieses Thema hier einzubringen, da ich meine Kinder unter Einnahme von Diazepam bekommen habe und immer angegeben habe dieses Medikament zu nehmen , mir aber nie gesagt wurde das es zu schweren Schäden kommen kann.
Mein letzter Sohn der nun 14 ist musste in der 34 Woche geholt werden, es war der reinste Horror, er atmete nicht und wurde gleich beatmet .
Ich habe 48 Stunden voller Angst bei ihm gesessen auf der Intensivstation, was mich sehr wunderte war , ich durfte ihn nicht anfassen.
Jedesmal wenn ich fragte kam ein nein von der Schwester, dann kam auf einmal ein Arzt der mich zum Gespräch holte und ich ging mit, als wir in seinem Zimmer ankommen sind saß da noch eine Ärztin, ich dachte nur noch jetzt kommt das schlimmste.
Die Ärztin stellte sich vor in einem Ton der nicht toll war, sie sagte man hätte Diazepam im Urin von meinem Sohn gefunden und ich wäre schuld das mein sohn nun ein Entzug durchmachen muss, ich konnte kein Wort sagen nur sie waren am reden.
Ich redete immer wieder das es in meinem Mutterpass steht und ich bei der Entbindung auf einmal total weg war und die Hebamme meinen Mann fragte ob ich schlafe, was ich aber mitbekommen habe, die guckten mich an und fragten mich warum ich das Mittel nehme, ich erklärte es und sagte es wären 10mg, beide schauten mich an , die Ärztin sagte wo ist ihr Mutterpass, ich sagte der muss doch hier sein.
Da das Krankenhaus keine intensiv für Babys hatte wo mein Sohn zur Welt kam war der Pass noch nicht da, sie sagten der muss schnell her und ich machte mich auf den Weg, als ich mit dem Pass kam, sie sich ihn anschauten war alles erklärt.
Sie dachten ich würde Missbrauch betreiben was ja nicht stimmte, aber der Hammer war das man mir Diazepam während der Entbindung gespitzt hat, was man nicht darf, zum Glück stand es auf dem Aufkleber im Pass.
Alles war geklärt und ich durfte sofort zu meinem sohn und entschuldigt haben sie sich auch, mein Sohn ist zum Glück gesund, aber man sieht was Ärzte fur einen sche... machen.
Ich wusste nicht das ich abhängig bin zu der Zeit.


Liebe Grüße Heike
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Schmerzpatientin , behandelt mit Diazepam seit 1992 mit anfangs 60 mg Krankenhaus, über Jahre unbewusst bei 10 mg gelandet ,2013 Toleranz entwickelt, Juni 2013 über 10 Monate ausgeschichen mit Doxepin, Januar 2014 Krankenhaus schwere krämpfe Doxepin aprut abgesetzt 37,5mg, 21 Januar durch falsche Diagnose wieder Diazepam Einnahme 25mg Symptome keine Verbesserung, Mai Doxepin dazu 12,5mg und persönliche Veränderung, Euphorie, Vergesslichkeit selber nicht gemerkt.
19 Mai 2014 erneutes ausschleichen Diazepam, Dezember 2014 bei 10,5 mg Diazepam und doxepin 35 mg, Januar 2015 Erhöhung Doxepin 45 mg plus 9,5 mg Diazepam begleitet mit schmerzen Muskeln, Kopf zucken, Verwirrtheit, Koordination weg , Februar ging nichts mehr, zurück auf 37,5mg Doxepin und 7,5 mg Diazepam keine Besserung, versucht durchzuhalten mit 9 mg Diazepam, Arzt besucht Vermutung Krampfschwelle durch Doxepin runter gesetzt, Doxepin auf 0 mg Anweisung vom Arzt, nicht aushaltbar, eindosiert 12,5mg bis hoch auf 30 mg ,erste Krampfanfälle Kopf ,dann richige epileptische Anfälle.
Krankenhaus Diagnose Krampfschwelle unten durch Doxepin.
9 Mai, Doxepin runter, Diazepam hoch ,keine anfälle mehr. Dritter Anlauf des ausschleichens ohne zweites Medikament in kürze.
Nach 14 Monaten wieder stabil ,seit 7 Wochen Dia am ausschleichen. 16.03.2016

carriecat
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von carriecat » Montag, 16.06.14, 15:17

Lisamarie hat geschrieben: Da wäre ich extrem vorsichtig, auch nur ein Asper*n zu nehmen.

Lg Lisamarie
Ich hab Aspirin nehmen müssen wegen der Durchblutung der Plazenta...mein Sohn hat jetzt Asperger Autismus. Tja, man weiß natürlich hinterher nicht, ist es jetzt vom Medikament oder einfach so oder erblich.
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 17.06.14, 10:29

liebe Anja, ich hab eigendlich gemeint das man nicht einfach mal eben so Tabletten in der Schwangerschaft nehmen sollte, es allerdings auch immer Indikatoren gibt die dies erfordern, wie bei dir mit der Durchblutungsstörung der Plazenta. Ja was wäre wenn du dies nicht genommen hättest, vielleicht würde dein Sohn dann gar nicht erst leben.

Eine Arbeitskollegin von mir hat auch einen Sohn der den Asperer Autismus hat, da wurde gesagt das das genetisch bedingt wäre, sie hat in der Schwangerschaft keinerlei Medikamente genommen.

Und sicher hast du das Medikament nicht einfach mal eben so genommen, weil du etwas Kopfschmerzen hattest oder eine aushaltbare Kleinigkeit , sondern weil das Leben deines Kindes in Gefahr war.
lg Lisamarie
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von carriecat » Dienstag, 17.06.14, 20:45

:hug: Ja, so war es auch. Aber insgeheim fragt man sich doch immer, was wäre gewesen wenn.....müßig. Aber das frage ich mich bei den AD ja auch immer...wenn ich langsamer abgesetzt hätte. Oder wenn ich sie gar nicht erst genommen hätte. Tja...
Liebe Grüße,
Anja
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Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Mittwoch, 18.06.14, 21:03

Hallo zusammen,

ich habe mir gerade embryotox mal genauer angesehen und kann nur davor warnen :evil:

Die stellen sogar Paroxetin insgesamt als unproblematisch in der Schwangerschaft dar im Gegensatz zu den Berichten im Arznei-Telegramm.

Die ganze Seite ist entgegen aller Behauptungen der Betreiber sehr weit entfernt von Unabhängigkeit und steht ganz offensichtlich den Pharmakonzernen sehr nahe.

Ich kann daher wirklich nur auf das bewährte Arznei-Telegramm verweisen oder auf Arbeiten von Dr. David Healy zu dem Thema Antidepressiva und Schwangerschaft.
Von beiden habe ich ja was gepostet.

Ich werde demnächst alle unabhängigen Infos zu Antidepressiva und Schwangerschaft, die ich finde, zusammentragen.

Viele Grüße
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Donnerstag, 19.06.14, 12:50

Hallo zusammen,

ein Zitat aus embryotox:

"Klinik: Bei weit über 50 Mutter-Kind-Paaren wurden keine klinischen Auffälligkeiten bei den gestillten Kindern beobachtet.

Empfehlung: Paroxetin gehört in der Stillzeit zu den SSRI der Wahl."

Allein die Forumulierung "bei weit über 50 Mütter-Kind-Paaren" ist schon unseriös und klingt nach "Aufbauschen der Zahlen". Wieviele waren es denn tatsächlich ? Und wieso schreibt man es dort nicht ?

Und vor allem: Was ist, wenn man z.B. das 64 Paar ist ?

Die Zahl 50 ist doch statistisch überhaupt nicht relevant.

Also ich würde mich nicht als Mediziner trauen, Paroxetin in der Stillzeit zum Mittel der Wahl zu erheben, bei solch eklatant mangelnder Datenlage.

Viele Grüße
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Soufo » Freitag, 20.06.14, 22:39

Hallo zusammen,

2011 wurde ich mit 33 ungeplant schwanger. Ich hatte gerade eine Bewilligung zur Reha erhalten zwecks Gewichtabnahme und wollte zudem mit dem Absetzen von Venlafaxin beginnen. Doch mein Sohn macht mir einen Strich durch die Rechnung ;-)
Ich nahm währen der kompletten SW Venlafaxin und ein blutdrucksenkendes Medikament. Die SW war die Hölle, mir ging es nicht gut. Zusätzlich die Angst wegen der möglichen Folgeschäden durch das AD.
Doch ich muss sagen, ich wurde durch mehrere Stellen gut beraten und betreut.
Auch wurde mir vom Stillen abgeraten, was sehr schlimm für mich war. Mir aber jedoch logisch erschien. Weil ich einfach nur froh war, ein gesundes Kind auf die Welt gebracht zu haben. Da wollte ich mir den Streß während der Stillzeit nicht geben. Ich hätte zweimal wochentlich mit ihm zur Blutentnahme gemusst wenn ich mich dafür entschieden hätte. Das wollte ich mir und meinem Sohn nicht antun.

Jetzt bin ich sehr glücklich darüber, einen gesunden und aufgeweckten kleinen Mann zu haben.

Letztes Jahr habe ich dann angefangen das Venla abszusetzen. Eigentl. war es andersrum geplant.

Trotz meiner, zum Glück positiven Erfahrung(Geburt, gesundes Kind)würde ich nie empfehlen gewollt mit AD schwanger zu werden.

schöne Grüße
Simone
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Samstag, 28.06.14, 21:38

Hallo zusammen,

eine aktuelle Studie von April 2014 hat gezeigt, dass es bei Kindern, deren Mütter SSRI vor der Schwangerschaft genommen haben, vermehrt zu Entwicklungsverzögerungen oder einer Autismusspektrum-Störung kommt im Vergleich zu Müttern, die keine SSRI genommen haben.

Hier die Studie dazu:

http://davidhealy.org/wp-content/upload ... ington.pdf

"Eine andere Studie aus 2011 ergab eine doppelte Erhöhungsrate von Autismus beim Nachwuchs von Müttern, die während der Schwangerschaft SSRI ausgesetzt waren."
(Breggin 2013)

Breggin, Peter MD: Psychiatric Drug Withdrawal - A guide for prescribers, Therapists, Parents and their families, New York, Springer Publishing Company

Viele Grüße
edgar
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Soufo
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Soufo » Sonntag, 29.06.14, 11:02

Na, zum Glück trifft das bei uns in keinster Weise zu.
Es reicht schon, wenn ich durch das Medikament gesundheitliche Probleme habe.
Erschreckend, dass Ärzte sich überhaupt nicht damit auseinander setzen!

edgar
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Sonntag, 29.06.14, 13:28

Hallo zusammen,

habe gerade noch gefunden, dass es leider nicht nur die SSRI-Antidepressiva betrifft, sondern auch trizyklische Antidepressiva, also die älteren AD.

"Forscher der Universität Bristol kamen zu folgendem Ergebnis. Dheeraj Rai und Mitarbeiter haben für 4.429 schwedische Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung die Einnahme von Antidepressiva recherchiert und mit 43.277 Kindern ohne Autismus-Spektrum-Störung verglichen (was in Schweden aufgrund der Register-übergreifend verwendeten zentralen Identifikationsnummer aller Einwohner leicht möglich ist)."

"Ergebnis: Bei Kindern von Frauen mit einer Depression, die während der Schwangerschaft Antidepressiva (SSRI oder auch ältere Trizyklika) eingenommen hatten, wurde später mehr als dreifach häufiger eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert. Das Risiko war auf Erkrankungen ohne Minderung der Intelligenz beschränkt, für die Rai ein fast fünffach erhöhtes Risiko ermittelte."

"Die weiten Konfidenzintervalle deuten bereits an, dass die Berechnungen auf wenigen Fällen beruhen. Dies liegt zum einen daran, dass in Schweden deutlich weniger Schwangere Antidepressiva erhalten als in den USA. Zum anderen werden Autismus-Spektrum-Störungen auch deutlich seltener bei den Kindern diagnostiziert. Aufgrund der guten Quellen können Rai und Mitarbeiter eine Reihe von anderen möglichen Erklärungen wie andere psychiatrische Erkrankungen, Alter, Einkommen, Ausbildung, Beschäftigung und Migrationsstatus sowie die Zahl früherer Schwangerschaften ausschließen."

"Vor zwei Jahren hatte Lisa Croen vom Versicherer Kaiser Permanente in Oakland mit einer Fall-Kontroll-Studie für Aufsehen gesorgt. Die Forscherin fand heraus, dass intrauterin mit SSRI exponierte Kinder später doppelt so häufig an Autismus-Spektrum-Störungen erkrankten wie nicht exponierte Kinder (Odds Ratio OR 2,2). Bei einer Exposition im ersten Trimester war das Risiko fast vierfach erhöht (OR 3,8; 1,8-7,8)."

Ich wiederhole mal: im ersten Trimester war das Risiko fast vierfach erhöht

Die Quelle ist bei allen Zitaten die gleiche und hat mich besonders erstaunt:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... assoziiert

Grüße an alle und einen schönen Sonntag
edgar
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Kassiopeia
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von Kassiopeia » Sonntag, 29.06.14, 22:06

Lieber Edgar!
Danke für die fundierten Infos, auch wenn es nicht gerade tolle Nachrichten sind.
Das heißt, dass ich vor 37 gar nicht an Kinder denken brauche.
Meine Analytikerin (die auch Ärtzin ist) meinte, das ist Blödsinn. Sie meint wohl auch, dass ein Kind meine Depressionen verschwinden lassen würde. Zum Glück bin ich da vernünftiger.
Wie egoistisch wäre das denn, und dann auch noch in AD's baden.
Da verzichte ich lieber.

Liebe Grüße
Kassiopeia
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von >Miriam< » Mittwoch, 02.07.14, 18:53

Hallo zusammen,
auch ich werde auf eine Schwangerschaft verzichten und zwar aus beiden Gründen:
- Risiko viel zu hoch für das Kind
- Angst vor dem eigenen Ergehen in der Schwangerschaft.
Weder dem Kind noch mir will ich das antun.
Dabei hätte ich wirklich gerne Kinder gehabt. Aber meine 10 mg bekomm ich nicht so schnell los.
Mein Psychodoc hat übrigens gemeint, dass eine Schwangerschaft keine große Gefahr für das Kind wäre. Die Aerzte sollten für so viel Ignoranz bestraft werden!
Grüße
Miriam
Depression, generalisierte Angststörung, bipolare Störung
Medikation: 2001 - 2003 Lithium und Trimipramin; Insidon war auch mal dabei
Paroxateinnahme seit 2001
Paroxat 2001 bis 2003 60 mg
2003 bis 2007 40 mg, keine Absetzsymptome
2007 bis 2011 20 mg, keine Absetzsymptome!
November 2011 bis Januar 2012 18 mg
Januar 2012 bis Februar 2012 17 mg
Februar bis April 2012 15 mg
April bis September 2012 13,5 mg
September 2012 bis Januar 2013 11,7 mg
Januar bis Februar 2013 10,8 mg
Februar bis März 10 mg Bis hierhin wenig Absetzsymptome
Im April intensiver Rückschlag mit allen Formen der Entzugserscheinungen. Daher Erhöhung im April für 2 Tage auf 15mg (zu viel erhöht, schlimme Nebenwirkungen) und dann wieder für 4 Tage auf 12,5 mg
16.04.13 13,4 mg
Seit 17.04.13 wieder 12,5 mg
02.05.13: Nach kurzer Verbesserung wieder Rückschlag (Welle)
Seit 02.05.13 11,7 mg Warten auf Stabilisierung
Seit 10.05.13 10,8 mg
10.06.13 - 10.07. Ein Auf und Ab...
Seit 10.07.13 wieder viel besser, 19.09.13: immernoch bei 10,8 mg.
21.11.13: 10 mg. Paar Tage schlimme Absetzsymptome - auch bei nur 0,8 mg! Hurra, ich bin auf 10 mg!!!
19. - 21.07.14: Umstieg auf Suspension 10 mg. Nicht vertragen.
Ab 22.07.14 wieder Tablette 10 mg. Mir gings ein paar Wochen schlecht nach dem gescheiterten Umstellungsversuch, dann bis Jan. 2015 zwei üble Wellen. Im Allgemeinen aber schon stabil mit den 10 mg.
Mai 2015: Hänge immernoch bei den 10 mg! :(
Weiss noch nicht, wie ich weiter absetzen soll, da die Tabletten nicht mehr teilbar sind und ich die Suspension nicht vertrage :(
Februar 2016: Immernoch 10 mg. Ich hänge da irgendwie fest
Januar 2018: Immernoch 10 mg.

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitrag von edgar » Donnerstag, 03.07.14, 15:49

Hallo Miriam,
>Miriam< hat geschrieben:Hallo zusammen,
auch ich werde auf eine Schwangerschaft verzichten und zwar aus beiden Gründen:
du musst es doch jetzt nicht unbedingt schon entscheiden. Warte doch erst mal ab, wie es mit dem Reduzieren klappt.

Ich habe Arbeitskolleginnen, die noch mit Ende 30 und eine sogar mit 40 noch schwanger geworden sind und die Geburt trotz altersbedingter Risikoschwangerschaft problemlos verlaufen ist, auch wenn man nie Gewissheit hat.

Die 2 Jahre Wartezeit nach Absetzen von Antidepressiva, die Dr. David Healy empfiehlt, muss man auch nicht zwangsläufig einhalten. Die vorgeschlagene Wartezeit hängt unter anderem mit der Erfahrung zusammen, dass selbst nach kompletten Absetzen der Medikamente Patienten berichten, dass sie noch sehr auf sich aufpassen müssen, was die Stressbelastung angeht, weil u.a. das Absetzprozedere sehr kräftezehrend über lange Zeit war Das kann aber von Fall zu Fall verschieden sein.

Wie gesagt, lass Dir doch noch Zeit mit der endgültigen Entscheidung bis dahin, wenn Du Dein Medikament abgesetzt hast. Dann weißt Du auch wie das Ausschleichen des Medikaments geklappt hat. Vielleicht hast Du ja nicht so große Probleme wie andere mit dem Reduzieren. Das ist auch von FAll zu Fall verschieden.

LG
edgar
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