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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Oliver
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Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Oliver »

Ich habe mich auf die Bemerkung eines Forumsmitgliedes hin, dass Prof. Ulrich Hegerl so eine Art SSRI-Absetzexperte sei, mal ein wenig im Netz und auf den Seiten des Kompetenznetzes Depression umgeschaut. Und ich kann nicht behaupten, dass mir gefällt, was ich gefunden habe. Ganz im Gegenteil: Ich ärgere mich mehr und mehr über die Vorgehensweise des Kompetenznetzes und dessen Sprecher Ulrich Hegerl. Ich habe nicht das Gefühl, dass die fünf Millionen Euro Förderungsgelder vom Bund dort gut angelegt sind. Die SSRI-Problematik wird kategorisch geleugnet und es wird nach wie vor stark auf deren Verschreibung gedrängt. Es gibt sogar Programme, die Hausärzte dazu anleiten öfter Depressionen zu diagnostizieren und dann SSRI (zumindest wird dazu geraten) zu verschreiben - ich halte das für verantwortungslos, es werden definitiv schon jetzt zu vielen und den falschen Menschen SSRI verschrieben. Wer weiß, auf was für wackeligen Beinen die gesamte biologische Sichtweise der Depressionen steht, kann derartiges Vorgehen nicht gutheißen, da unterm Strich mehr Schaden als Gutes angerichtet werden könnte.

Als Beispiel mal Folgendes:

Es gibt ein Screening-Subprojekt, welches folgendermaßen zusammengefasst wird:
Ein Subprojekt des Kompetenznetzes „Depression“ hat gezeigt, dass einfache Screening-Fragebögen es den Hausärzten ermöglichen, schneller und gezielter Depressionen zu erkennen. Die Fragebögen können z.B. vom Patient bereits im Wartezimmer ausgefüllt werden und umfassen oft nicht mehr als fünf einfache Fragen. Die Antworten des Patienten lassen gezielte Rückschlüsse auf mögliche psychiatrische Erkrankungen zu.
Schneller und gezielter Depressionen erkennen mit fünf Fragen :shock: ich denke eher, dass solche Aktionen dazu führen, dass noch mehr Leute als depressiv diagnostiziert werden, welche einfach nur unglücklich sind (dazu gibt es in unserer Gesellschaft ja auch genug Gründe) oder in einer ernsten Krise stecken. Diesen werden dann SSRI verschrieben, welche ihnen eventuell mehr Probleme bereiten als das sie helfen. Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass das ja sicher alles viel ausgefeilter und komplexer ist - ist es aber leider nicht.
Hier ist der Komplette Text von "Screening im Wartezimmer" nachzulesen: http://www.mmw.de/pdf/mmw/103414.pdf

Hegerls Meinung nach, werden nur 10% der Depressionen erkannt und er findet, dass die Hausärzte einfach mal jeden mit diesem Fragebogen im Wartezimmer konfrontieren sollten:

Bild

Wer da weniger als 13 Punkte hat, der wird, schwupps durch folgendes Schema gemangelt:

Bild

Wenn die Depression dann erstmal diagnostiziert ist, soll der Arzt informieren - da sind einige ganz nette Sachen dabei, aber hier wurde ich stutzig:
Im ärztlichen Gespräch sollte daher der Patient über die eingeleiteten Schritte informiert werden. (Warum Antidepressiva? Was werden die nächsten Schritte sein?)
Warum Antidepressiva ... es sollen also auf jeden Fall Antidepressiva verschrieben werden :shock: Auf welcher Grundlage?

Es gibt auch noch ein Video vom Kompetenznetz (für 40 EURO), welches folgendermaßen angepriesen wird:
In diesem Video werden die biologischen Grundlagen der Depression erläutert und Informationen zur Pharmakotherapie vermittelt
1. Die biologischen Grundlagen der Depression sind bis heute nicht nachweisbar, sondern nur sehr wackelige Konstrukte aus den 1950ern (siehe auch Mythos: Depressionen als Stoffwechselstörung im Gehirn oder Darf man LSD und SSRI vergleichen? (Abschnitt "LSD und eine klitzekleine Geschichte der Psychopharmaka") oder Literaturtips ). Die einzigen, die immer noch ernsthaft mit den biologischen Ursachen der Depression wedeln (wo sie noch dürfen ;) ), sind die Hersteller von ADs und Ärzte die es nicht besser wissen (wollen).

2. Sehr interessant auch wieder, dass in dem Video nur Informationen zur Pharmakotherapie vermittelt werden, obwohl sich die kognitive Verhaltenstherapie als mindestens genauso effektiv, ohne gefährliche Nebenwirkungen und Abhängigkeitspotential mit nachhaltigerer Wirkung herausgestellt hat.

Das mittlerweile bekannte Abhängigkeitspotential von SSRI erwähnt Herr Hegerl nirgends. Auch die mittlerweile bis nach Deutschland geschwappten Zweifel am günstigen Risiko/Nutzen-Verhältnis von SSRI werden nirgends erwähnt. Mir kommt das Kompetenznetz Depression eher vor wie ein weiteres Marketingorgan der Pharmas - da passt es ganz gut, dass das angegliederte Diskussionsforum für Patienten von Pfizer (Zoloft - ein SSRI) gesponsort wird. In diesem Forum werden Informationen wie sie hier zur Verfügung stehen gezielt zensiert oder als radikales Geschwafel abgetan. Jede weiterführende kritische Diskussion über Antidepressiva wird von Forumsmitgliedern und den Moderatoren abgewürgt.

Oliver
Zuletzt geändert von Oliver am 02.07.2005 11:46, insgesamt 14-mal geändert.
Oliver
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Absetzprobleme gibt es laut Hegerl nicht

Beitrag von Oliver »

Hier ein paar Beispiele, wie kategorisch Ulrich Hegerl - der Sprecher des Kompetenznetzes Depression - jegliche mögliche Problematik bei SSRI (er spricht einfach ganz allgemein von Antidepressiva :shock:) verleugnet (Mehr Infos zu Herrn Hegerl).

Herr Hegerl meint zur Abhängigkeit von ADs hier mal ganz pauschal:
Prof. Dr. Ulrich Hegerl hat geschrieben: Viele Menschen haben Angst vor Medikamenten und fürchten, abhängig zu werden. Diese Sorge ist aber unbegründet, erklärt Prof. Dr. Hegerl, der Sprecher des bundesweiten Forschungsprojektes Kompetenznetz Depression ist. Antidepressiva - das sind Medikamente, die speziell gegen die Depression wirken - machen im Gegensatz zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln nicht abhängig.
Oder hier
Prof. Dr. Ulrich Hegerl hat geschrieben: Im Gegensatz zu anderen Psychopharmaka wie chemischen Schlaf- und Beruhigungsmitteln machen Antidepressiva weder abhängig noch verändern sie die Persönlichkeit.
oder hier
"Bei mittelschweren und schweren Depressionen ist die Behandlung mit Antidepressiva dringend geboten", sagt Prof. Ulrich Hegerl von der Psychiatrischen Poliklinik der Universität München. Moderne Präparate seien keine "chemische Keule", machten nicht abhängig und wirkten gezielt gegen die Depression.
Schon alleine die Tatsache, dass er in seinen "Aufklärungstexten" alle Antidepressiva völlig undifferenziert in einen Topf wirft ist meiner Meinung nach eine unverzeihliche Simplifikation der Thematik.

Aber jetzt kommt der Hammer! SSRI sind für Herrn Hegerl 'ne dufte Sache. Bei Johanniskraut muss man seiner Meinung nach aber vorsichtig sein :shock: (Quelle)
Ulrich Hegerl warnt:"Die Präparate mit hohen Mengen des Wirkstoffes gibt es nur in der Apotheke und sollten nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Es gibt nämlich einige Nebenwirkungen, zum Beispiel Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten." Bei tiefen Depressionen kann das Naturheilmittel allerdings nichts ausrichten. Hier ist der Einsatz anderer, speziell gegen Depressionen wirkender Arzneien angezeigt. "Viele Menschen haben Angst vor Medikamenten und fürchten süchtig zu werden. Diese Sorge ist aber unbegründet. Im Gegensatz zu Schlaf- oder Beruhigungsmitteln machen Antidepressiva nicht abhängig", erklärt der Experte.
Da warnt er also ... bei Johanniskraut! Bei SSRI muss man wohl nicht warnen (obwohl im Beipackzettel noch nicht mal die Hälfte von dem drinsteht was wirklich auf Dich zukommen kann, wenn Du es einnimmst).

Was ich auch lustig finde ist die mantraartige Wiederholung des Statements "... machen nicht abhängig ..." das erzählt er überall. Immer wieder. Ungefragt.

Auch in der Presseinformation des Kompetenznetzes Depression muss er es noch mal betonen:
Prof. Dr. Ulrich Hegerl hat geschrieben: Diese Medikamente haben einen schlechten Ruf. Zu Unrecht: Im Gegensatz zu den Befürchtungen vieler Menschen kann klar festgestellt werden, dass Antidepressiva nicht abhängig machen und die Persönlichkeit nicht verändern.
Also: Wer der Meinung ist, dass der Herr Hegerl da was nicht ganz mitbekommen hat, kann ihm ja gerne eine Mail schreiben.

Oliver
Zuletzt geändert von Oliver am 19.11.2006 00:19, insgesamt 3-mal geändert.
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Suizid

Beitrag von Oliver »

SSRI können Selbstmordgedanken auslösen. Das Beweisen die Analysen der Rohdaten der klinischen Studien z.B. von GSK. Sogar gesunde Freiwillige wurden unter dem Einfluss von Paroxetin oder erst kürzlich Duloxetin in Studien suizidal. Trotzdem hält Herr Hegerl es sogar für nötig eine Stellungnahme zu veröffentlichen, welche diese Möglichkeit weit von sich weist. Wir haben Peter Ankarberg einen schwedischen Experten mit seiner Argumentation konfrontiert und er hat uns die Schwachstellen der Studien aufgezeigt, welche Hegerl nennt, um seine Postion zu untermauern.

Siehe: Suiziddebatte - kommentiertes Statement von Prof. Hegerl

Oliver
Zuletzt geändert von Oliver am 25.06.2005 22:28, insgesamt 2-mal geändert.
Murmeline
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Murmeline »

Ulrich Hegerl hat seine Ansichten bis heute nicht geändert:
In der Behandlung einer mittelschweren oder schweren Depression befürwortet Hegerl den Einsatz von Medikamenten: "Antidepressiva sind momentan die beste Behandlung, die wir haben." So führt er weiter aus, dass aufgrund des Versorgungsengpasses, der in Deutschland herrscht, mehr Menschen auf diese Weise geholfen werden könne. Da ein Psychotherapeut im Jahr nur etwa 50 bis 60 Patienten versorgen könne, Fachärzte mit Medikamenten jedoch 800 bis 1000 Menschen erreichen würden. Obwohl er auch die Psychotherapie als wichtige Behandlungsmethode anerkennt, macht er deutlich, Antidepressiva würden entgegen der häufig geäußerten Kritik nicht abhängig machen und seien auch nicht persönlichkeitsverändernd.

Stattdessen würden sie lediglich Ungleichgewichte von Botenstoffen im Gehirn wieder ins Gleichgewicht bringen.
http://mephisto976.de/news/medikamente- ... -ruf-51716
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Murmeline »

Ach, so:

Mitgliedschaft in Beratungsgremien:
Mitglied in Advisory Boards (Lilly Deutschland GmbH, Lundbeck Deutschland, Takeda Pharmaceuticals, Otsuka Pharma GmbH)
http://www.bundesaerztekammer.de/filead ... Hegerl.pdf

Ob so etwas eine differenzierte Stellungsnahme verhindert?

Lilly Deutschland:
Cymbalta: Duloxetin (Antidepressivum)
Fluctin: Fluoxetin (Antidepressivum)
Parkotil: Pergolid (Parkinson-Krankheit)
Strattera: Atomoxetin (Behandlung der ADHS)
Zyprexa: Olanzapin (Atypisches Neuroleptikum)
https://de.wikipedia.org/wiki/Eli_Lilly_and_Company

Lundbeck Deutschland
Brintellix®
Cipralex®
Cipramil®
Escitalopram Lundbeck
Nortrilen®
Parkinsan®
Selincro®
Serdolect®
Sycrest®
Taxilan®
http://www.lundbeck.com/de/praeparate/praeparate

Takeda Pharmaceuticals
BRINTELLIX (U.S.)
http://www.takeda.com/products/list-02.html

Otsuka Pharma GmbH
Abilify
https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%8Ctsuka_Seiyaku
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Murmeline »

Hier immerhin betont er die "zwei Seiten":
Die Depression wird sowohl von der körperlichen, genauer der neurobiologischen Seite her als auch von der psychischen und psychosozialen Seite her erklärt und auch behandelt. Wie bei den zwei Seiten einer Medaille ergänzen sich auch hier die beiden Betrachtungsweisen. (...) Und dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass die Psychotherapie bei der Behandlung von Depressionen auch sehr wichtig ist. Es gibt kognitive Verhaltenstherapien, die den Betroffenen im Hier und Jetzt helfen, die das Rollenverhalten verändern können, in den Menschen das Nein-Sagen lernen, in denen man sich prüfen und feststellen kann, ob man sich im Leben immer wieder in Situationen manövriert, in denen man überfordert ist.

Aber, natürlich:
Man kann Depressionen gut mit Medikamenten behandeln. Aber wir Deutschen sind Schlusslicht in Europa was die Bereitschaft angeht, Anti-Depressiva zu nehmen. Bei uns denken die meisten Menschen, Anti-Depressiva hätten schwere Nebenwirkungen oder würden in die Abhängigkeit führen. Das entspricht nicht den Tatsachen.
http://www.forschung-fuer-unsere-gesund ... ennen.html
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von LinLina »

Danke für die Beiträge!!! Oje, dieser Fragebogen von der WHO, damit wird ja fast jeder Kranke zum Depressiven. Das ist unheimlich. Und die Äußerungen von Prof. Hegerl. Ohne Worte.
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Alex61 »

Antidepressiva werden absolut verharmlost, und ich wünschte ich hätte mehr darüber gewußt.
Aber es hätte mir nix genutzt, da der neu aufgesuchte Hausarzt einfach mit Infusionen arbeitete, und damit das Unheil seinen Lauf nahm.....

Viele Grüße
Alex
Oliver
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Oliver »

Moin,

bin ich grad drüber gestolpert: ein podcast mit Herrn Hegerl, wo er immer noch sein altes Liedchen singt: https://www.youtube.com/watch?v=SVR-6vP_QLY

Hier ist der Twitterthread dazu, falls jemand dort dazu kommentieren möchte:

Es wird immer von einer mysteriösen Gegenseite gesprochen und Depression heute wird erwähnt. Für Hegerl sind das alles immer sehr persönliche Erfahrungsberichte, die leider leider den Leuten unnötige Angst vor den tollen, sicheren, gut wirksamen ADs einjagen wollen ...

Er verwendet weiterhin die Insulinanalogie und nennt Depressionen eine "Gehirnkrankheit".

Es gilt für Herrn Hegerl immer noch der Grundsatz: wenn es hilft, war es das Medikament, wenn es schadet, war das ein ganz doller Einzelfall und wahrscheinlich war der Patient schuld.

lg
Oliver
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Oliver »

Moin,

Hier ist ein interessanter Bericht vom ARD mit der Frage: "Ist die Deutsche Depressionshilfe unabhängig von der Pharmabranche?"

https://youtu.be/2lQs2TQCfx0

lg
Oliver
Dietrich
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Dietrich »

Hi!
"Prof. Dr. Ulrich Hegerl hat geschrieben:
Im Gegensatz zu anderen Psychopharmaka wie chemischen Schlaf- und Beruhigungsmitteln machen Antidepressiva weder abhängig noch verändern sie die Persönlichkeit."

Vielleicht sollte Herr hegerl mal einfach eine schöne depotspritze Zyprexa bekommen um zu sehen wie bekömmlich das Zeug ist.
Sorry aber das is zum k......
Grüße dirk
09/2018 Psychiatrie
DIAGNOSE 1: Somatoforme Funktionsstörung
Quetiapin 100 mg
10/2018 zuhause Versuch Prozac 20 mg
2 Wochen
Beginn zusätzlicher Symptome PSSD
11/2018 experimente mit NEM auch Joha nochmal
kurz Quetiapin, dann medifrei
05/2019 2.5 mg Abilify 5 Monate wegen
Ängsten, heute weiß ich waren immer noch
Prozacentzug
DIAGNOSE 2: Somatizierung mit Wahnanteilen und
Depression
10/2019 Absetzen von Abilify mit totalen Crash
Pssd, DP/DR, Anhedonie, Aphaty,
Herzprobleme, Schlaflosigkeit, Durchfall
12/2019
- 03/2020 Uniklinik Mainz/Psychiatrie wegen
Suizidgedanken
Versuche mit Moclo 600 mg,
Lithium 1125 mg, Ketamin 8 Injektionen

DIAGNOSE 3: Schwere Depressionen mit
psychotischen Anteilen
seit 04/2020 PP-frei
06/2020 Versuch mit B3 doof gelaufen
07/2020 Verzicht auf weitere NEM-Versuche. Heilung kommt hoffentlich auf natürlichem Weg. Zwischendurch immer mal wieder Fenster und Hoffnung. Seit 11/2020 pensioniert :(
Clarissa
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Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Dirk.

Das habe ich damals all meinen ungläubigen Psychiatern vorgeschlagen, die mich von immer neuen "harmlosen" PP überzeugen wollten und mir die NW nicht abnahmen: Nehmen Sie das mal eine Woche selbst.Totales Unverständnis: wieso, WIR brauchen sowas doch nicht!

Seit ich die PP los bin, hat mich kein Psychiater mehr zu Gesicht bekommen.

VG von Clarissa
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Dietrich
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Danksagung erhalten: 46 Mal

Re: Kompetenznetz Depression verharmlost Probleme mit SSRI

Beitrag von Dietrich »

Hi Clarissa!
Ja die Herrschaften sind zu erhaben bzw. wissen genau wie gut das Zeug ist.
Als ich im letzten Winter in der Psychiatrie der uniklinik mainz war hatte ich öfters so Gespräche mit dem Oberarzt oder zum Teil sogar mit dem chefarzt. Geil waren als die Antworten auf Fragen wie:"erklären Sie mir dann bitte vorher die wirkweise von Lithium!???"... "das weiß man nicht soooo genau...., ABER es wirkt!" das erinnerte mich dann immer an loriot oder monty python. Total die Witzfiguren. Oder auch krandios als sie mir EKT vorgeschlagen haben.... Antwort auf Fragen echt immer die gleiche sch.... "man sieht ja nicht genau was es sooo macht, aber es is voll gut!" pfff ich hab regelmäßig ekt leute gesehen die aussahen als hätten sie ein Kampf mit einem preisboxer gehabt. Teilweise nach 20 Sitzungen immer noch nix merkten an positiver Wirkung. Ich glaub diesen Affen nix mehr (sorry für die Wortwahl).
Grüße dirk
09/2018 Psychiatrie
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10/2018 zuhause Versuch Prozac 20 mg
2 Wochen
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11/2018 experimente mit NEM auch Joha nochmal
kurz Quetiapin, dann medifrei
05/2019 2.5 mg Abilify 5 Monate wegen
Ängsten, heute weiß ich waren immer noch
Prozacentzug
DIAGNOSE 2: Somatizierung mit Wahnanteilen und
Depression
10/2019 Absetzen von Abilify mit totalen Crash
Pssd, DP/DR, Anhedonie, Aphaty,
Herzprobleme, Schlaflosigkeit, Durchfall
12/2019
- 03/2020 Uniklinik Mainz/Psychiatrie wegen
Suizidgedanken
Versuche mit Moclo 600 mg,
Lithium 1125 mg, Ketamin 8 Injektionen

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psychotischen Anteilen
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