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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Murmeline
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von Murmeline »

Depression und kribbelnde Füße
Ein 22-Jähriger ist müde und antriebslos, seine Ärzte diagnostizieren eine Depression. Doch als sie das Gehirn und das Herz des Mannes untersuchen, erkennen sie: Seine Gemütslage muss eine körperliche Ursache haben.

"Wir beschreiben hier einen ungewöhnlichen Fall", schreiben die Ärzte um Regis Rosa vom Hospital Municipla Getúlio Vargas, im "Journal of Medical Case Reports". "Es ist eigentlich untypisch, dass sich ein Hypoparathyreoidismus primär als Depression zeigt."

Untypisch ist auch die Ursache des Mangels an Parathormon: Die Ärzte sind sich sicher, dass der langjährige Gebrauch des Säurehemmers Omeprazol Schuld daran ist, den der Patient gegen seine chronischen Magenschmerzen nimmt. Bereits seit Jahren mehren sich die Berichte über schwere Fälle von Magnesiummangel im Zusammenhang mit der Arznei.

Therapeutisch verordnen die Ärzte dem Patienten unter anderem Kalzium, Magnesium und ein Antidepressivum. In den folgenden 41 Tagen im Krankenhaus nehmen seine depressiven Beschwerden deutlich ab - ob durch die Antidepressiva oder durch den verbesserten Elektrolyt-Spiegel, können die Mediziner nicht sagen. Sie schreiben aber in ihrer Diskussion, dass in der Literatur immer wieder berichtet werde, dass Antidepressiva in ähnlichen beschriebenen Fällen nicht geholfen hätten.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 00207.html
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Halmackenreuther
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von Halmackenreuther »

Hallo @TeaTime,
TeaTime hat geschrieben: Genau das ist eben das "Problem". Die Halbwertzeit ist eben das eine, die Wirkung selber setzt ja erst nach 1-2 (3) Tagen ein. Deshalb wirkt eine Dosis etwa 24 Stunden. Und deshalb eben auch nachts. Schlafstörungen kommen vor, und wenn Du vorher keine hattest, wird es wohl daran liegen.
Das Blocken der "Säurezellen" setzt schon nach einer Stunde ein.

Dann ist ein Großteil der "Säurezellen" irreversibel geblockt. Damit ist die Hauptwirkung trotz der gerngen HWZ von 1h gesichert.

Aber bei den Nebenwirkungen sollte man annehmen, dass die eben nicht dauerhaft da sind, sondern nur so lange der Serumspiegel noch einigermassen hoch ist. (Sieht man mal von den indirekten Nebenwirkungen durch die fehlende Magensäure ab).

Wüsste ich den konkreten Grund für die Schlafstörung durch Omeprazol wäre unter Umständen auch ein Gegensteuern möglich.

Gruß Helmut
1993-2006 diverse Benzos
2002 und 2006 Tavorentzug von 1,0
Seit 2006 Benzofrei
1995-2009 Fluvoxamin in unterschiedlichen Dosierungen; ohne Probleme abgesetzt
2006-2010 Doxepin in unterschiedlichen Dosierungen; ohne Probleme abgesetzt
seit 8/2015 30 mg Mirtazapin (eine Woche auf 45 mg)
11/2015 Dosisänderung von 30 auf 15 mg; nach zwei Tagen heftige Absetzsymptome; ohne größere Probleme zurück auf 30 mg
18.-21.12.2015 Dosisänderung von 30 auf 26,25 mg; nach vier Tagen heftige Absetzsymptome
seit 22.12.2015 wieder 30 mg; große Probleme trotz Dosiserhöhung; nach ca. 10 Tagen wieder ok.
28.01.16 27 mg; 05.03.16 24 mg; 19.04.16 22 mg; 15.07.16 20 mg; 22.10.2016 17 mg; 09.12.2016 15 mg; 12.01.2017 14 mg; 12.03.2017 13 mg; 01.05.2017 22,5 mg
TeaTime
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo Helmut,

Die Wirkung eines PPI tritt leider nicht nach einer Stunde ein. Der Wirkstoff wird erst im Darm aufgenommen und DANN beginnt die Wirkung. Du wirst niemals ein akutes Sodbrennen mit einem PPI behandeln können.

KOPIE
**************
PPI mit Langzeitwirkung

Noch effektiver wirken Protonenpumpenblocker (PPI); ihre Wirkung hält zwischen ein und drei Tagen an. Dafür ist kein Soforteffekt zu erwarten. Zwei Vertreter dieser Substanzklasse, Omeprazol (Antra®) und Pantoprazol (Pantozol®), in einer Dosierung von 20 Milligramm, drängen seit rund eineinhalb Jahren auf den Selbstmedikationsmarkt. PPI wirken direkt am Ursprung der Säureproduktion in den Belegzellen der Magenschleimhaut und puffern nicht nur überschüssige Säure ab wie Antacida. Sie hemmen die dortige Protonenpumpe selektiv und irreversibel. Nach der Hemmung muss die Pumpe erst wieder nachgebildet werden, bevor sie erneut Säure in den Magen transportieren kann. Dieser Wirkmechanismus erklärt, warum PPI nicht sofort wirken können, dafür aber bei einmaliger Einnahme bis zu 24 Stunden lang.*******

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... p?id=36500

Aber vielleicht meinst Du was anderes ??? Die Wirkung hält eben, wie da auch steht, 24 Std an, und genauso lange wie die Wirkung, dürften dann auch die Nebenwirkungen andauern (können). Bei Dir eben die Schlafstörungen.
Ob ein anderes PPI bei Dir vielleicht keine Schlafstörungen verursacht, kann ich nicht beurteilen.

Ich selber kann eh nicht schlafen, aber das schon weit vor Beginn der PPI Einnahme. :D
Bin ja nun dabei zu reduzieren und merke davon nichts, weder positiv noch negativ.

Lieben Gruß,

TeaTime
Bild
[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
Bild

:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


Guten alten Zeiten nachzutrauern, bringen sie nicht zurück. Du musst Dir neue gute Zeiten schaffen ![/spoil]

"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)
Jamie
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von Jamie »

Hallo :),

ein vergleichsweise guter Artikel in der FAZ.
Wermutstropfen: Keine Hinweise, wie man denn absetzen kann. Nur, dass man absetzen sollte / muss. Und gerade das ist ja tricky; der berühmte Rebound - der wird hier auch sehr vernachlässigt.

Grüße
Jamie

http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 51080.html
Und diese Tabletten sollen gesund machen? Ein Knochenspezialist kann sich über den guten Ruf der Säureblocker nur wundern. Zumindest beim Blick auf sein Fachgebiet: Der Knochen dünner und weicher, die skelettabbauenden Zellen hyperaktiv – schon 2006 hatten amerikanische Wissenschaftler gerätselt, warum sich gerade Patienten nach der Einnahme dieser Magenschutztabletten besonders häufig die Hüfte brachen. Drei Jahre später fand ein Team um Michael Amling, den Direktor des Instituts für Osteologie und Biomechanik der Hamburger Universität, heraus, warum: Nur wenn die Magensäure das lebenswichtige Kalzium aus der Nahrung freisetzt, kann das Mineral die Darmwand passieren.

Durch einen Protonenpumpeninhibitor, kurz PPI, wird gerade das verhindert. „Schlucken Sie heute einen Säureblocker“, erklärt der Osteologe, „können Sie schon morgen kein Kalzium aus der Nahrung mehr ungestört aufnehmen.“ Der Körper greift stattdessen auf sein Reservoir zurück und baut Knochen ab. Der Gesunde steckt das einige Monate gut weg. Aber bei jemandem, der schon eine Osteoporose hat oder der das Mittel jahrelang nimmt, kann der Knochen brüchig werden. „Acht Millionen Deutsche futtern täglich einen Säureblocker“, warnt Amling, „das sollte einem Sorgen bereiten.“

Seltene Nebenwirkungen addieren sich zu einem großen Problem
Nicht nur Knochenexperten geben diese Zahlen zu denken. „Protonenpumpeninhibitoren sind gute und sinnvolle Medikamente, die nur in seltenen Fällen relevante Nebenwirkungen haben“, sagt der Internist Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken. Nur würden diese Mittel in Deutschland mittlerweile wie Süßigkeiten konsumiert und häufig gedankenlos verschrieben. Dadurch addieren sich die seltenen Nebenwirkungen zu einem großen Problem.

Als die Medikamente in den 1990er Jahren auf den Markt kamen, waren sie hochwillkommen. Schon die alten Ägypter hatten im Kampf gegen Magengeschwüre und Sodbrennen versucht, die Säure im Magen mit Natriumcarbonat zu neutralisieren. Auch in den folgenden viertausend Jahren fiel der Menschheit wenig anderes ein, als alkalische Salze zu schlucken. PPIs wie Panto- oder Omeprazol bekämpfen dagegen das Problem näher an der Wurzel. Dank der Blockade eines Enzyms in den Magenzellen verhindern sie die Produktion der ätzenden Magenflüssigkeit. Wo keine Säure ist, kann auch keine in die Speiseröhre aufsteigen. Der Reflux, wie der Fachmann das Sodbrennen nennt, und die durch ihn verursachten Geschwüre in der Speiseröhrenwand lassen sich auf diese Weise gut verhindern. Als hilfreich erwiesen sich die Säureblocker auch bei Magengeschwüren, besonders wenn diese selbst Nebenwirkung von Medikamenten waren.

Bald verschrieben die Ärzte ihre Wundermittel aber auch bei weniger gravierenden Problemen. Zum Beispiel gegen Reizmagen-Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen „und damit für Indikationen, bei denen der Nutzen entweder nicht nachgewiesen oder sogar fraglich ist“, sagt Joachim Mössner, Direktor der Klinik für Gastroenterologie der Universitätsklinik Leipzig.

Knochenbrüche, Herzinfarkte, Nierenprobleme
Dank des folgenden Masseneinsatzes der Mittel hat die Medizin in den vergangenen zwanzig Jahren auch die dunklen Seiten der PPIs kennengelernt. So scheinen Patienten unter dieser Medikation nicht nur ein größeres Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche, sondern auch für Herzinfarkte zu entwickeln. Auch Nierenprobleme treten häufiger als bei anderen Personen auf.

Dazu gesellen sich wahrscheinlich Nebenwirkungen wie eine vermehrte Neigung zu Durchfällen. Dank der natürlich vorhandenen Säure überleben viele Bakterien in der Nahrung die Magenpassage normalerweise nicht. Wird jedoch der pH-Wert durch Säureblocker angehoben, können Erreger wie das Bakterium Clostridium difficile bis in den oberen Dünndarm vordringen und Infektionen und Diarrhöen auslösen. Bei Tumorpatienten oder nach einer Herzkatheterbehandlung kann die Einnahme von Omeprazol und seinen Verwandten wiederum zu Problemen führen, weil diese Mittel die Aufnahme oder den Abbau von Medikamenten wie Gerinnungshemmern oder Krebsmitteln verändern.

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt zudem vor bedenklich niedrigen Magnesiumspiegeln unter einer PPI-Therapie. Ähnliches gilt für Vitamin B12. Den jüngsten Schrecken jagte den Medizinern eine Untersuchung der Daten von rund 74.000 AOK-Versicherten ein. Demnach heben PPIs auch das Demenzrisiko um bis zu sechzig Prozent. Für fast alle diese Probleme gilt: Sie treten erst auf, wenn die Mittel regelmäßig und längerfristig eingenommen werden. Das allerdings ist leider eher die Regel als die Ausnahme. Denn einmal ausprobiert, wollen die meisten von ihren Magenpillen gar nicht mehr lassen.

Medikamente, die sich ihre Indikation selbst schaffen
Vor sieben Jahren verabreichte die Gastroenterologin Christina Reimer in Kopenhagen gesunden Studenten und Klinikangestellten zwei Monate lang PPIs. Als die Mittel abgesetzt wurden, klagte ein Großteil der jungen Leute in den nächsten vier Wochen über Sodbrennen und Magenbeschwerden. „Die Protonenpumpeninhibitoren gehören zu den wenigen Medikamenten, die sich ihre Indikation selbst schaffen“, sagt Daniel Grandt. Der Körper reagiert auf den Säuremangel und versucht, die Produktion hochzuregulieren. Nach dem Absetzen wird der Magensaft deshalb zu sauer. So greifen die Betroffenen schnell wieder zu den gewohnten Pillen.

Vor rund zwanzig Jahren gingen viele Klinikärzte dazu über, einen Großteil ihrer Patienten schon prophylaktisch mit Magensäureblockern zu versorgen. Man hatte beobachtet, dass etliche von ihnen, gestresst durch die Behandlung anderer Symptome, in der Folgezeit Magengeschwüre entwickelten. In modernen Krankenhäusern existiere diese Bedrohung aber nur noch in Ausnahmefällen, sagt Shoshana Herzig, die an der amerikanischen Harvard University über diese Problematik forscht. Trotzdem würden die Medikamente häufig aus Gewohnheit weiter verschrieben. Und diese Anordnung wird vom Hausarzt häufig übernommen. „Auch wenn die PPIs zunächst aus gutem Grund verordnet wurden“, sagt Grandt, „wird später häufig nicht überprüft, ob die Verschreibung immer noch sinnvoll ist.“ Einschlägigen Studien zufolge nimmt jeder zweite bis dritte Patient einen Säureblocker ein, ohne dass dies noch medizinisch begründbar wäre.

Gefährliche Kombination
Vor kurzem hat Grandt eine Patientin behandelt, deren Leber als Folge der PPI-Gabe bereits die Arbeit eingestellt hatte. Das ist eine lebensgefährliche, aber zum Glück auch sehr seltene Nebenwirkung. Ursprünglich hatte man ihr das Mittel zusätzlich zu den Schmerztabletten gegeben, die sie ebenfalls schluckte. Diese Kombination ist sehr beliebt. Denn Aspirin, Diclofenac und andere Nichtopiate greifen die Magenwand an und verursachen dadurch manchmal Geschwüre und Blutungen. Empfohlen ist die Kombination allerdings nur für Risikopatienten wie Rentner oder Menschen, die im Laufe ihres Lebens schon einmal unter einem Magengeschwür gelitten haben. Irgendwann, erzählt Grandt, sei das Schmerzmittel zwar weg gewesen, das PPI stand aber weiter auf dem Medikamentenzettel. Bis zu dem Tag, an dem die Leber endgültig versagte.

Seit 2009 ist noch nicht einmal ein Arzt nötig, um in die Abhängigkeitsspirale zu geraten. Seitdem werden die Säureblocker auch ohne Rezept in Apotheken frei verkauft. Rund 4,5 Millionen, etwa ein Zehntel aller in den Apotheken verkauften Packungen, werden nach Angaben des Gesundheitsdienstleisters IMS Health auf diesem Weg abgegeben.

Natürlich existierten manchmal auch gute Gründe, einen Magensäureblocker längerfristig einzunehmen, sagt der Leipziger Gastroenterologe Mössner. Das kann zum Beispiel eine chronische Refluxerkrankung mit Schleimhautschäden sein. Aber selbst ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür sei in der Regel irgendwann geheilt. Und dann und in allen anderen Fällen lautet die wichtigste Grundregel bei der Säureblocker-Therapie: Wenn man das Medikament nicht mehr unbedingt braucht – absetzen.
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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jojo71
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von jojo71 »

Hallo,
an die PPI Experten hier, ich habe Omeprazol vor ca. 5 Tagen abgesetzt und gestern/jetzt habe ich folgende Symptome, die ich einer Unterzuckerung zuschreiben würde:

- kalte weiße Finger
- innere Kälte/frieren/leichtes zittern
- Hals leicht zugeschnürt
- Kribbeln Zunge und um den Mund herum
- Unruhe
- mittlere Panik / fühlt sich sehr bedrohlich an
- Schwindel

Wenn ich dann schnell was esse, wird es gaaaaaanz langsam besser!

Könnte es einen Zusammenhang mit dem Absetzten von Omep geben oder ist das unwahrscheinlich?

Danke + Gruß
jojo
Mein persönlicher Alptraum begann mit einer Fehldiagnose und der Einnahme von SSRI!

Meine Story!

Seroxat ab ca. 2000
Wechsel zu Paroxat ca. 2006
Paroxat bis November 2014 (kalter Entzug)
Omeprazol sporadisch ab ca. 2010
Omeprazol dauerhaft seit ca. Anfang 2014
Omeprazol von 20mg auf 0 seit 26.09.2016
Omeprazol 20-40mg wieder seit ca. 16.11.2017

Meine Symptome, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben:
- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
- diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Fast ständig Druck im Oberbauch
- im Liegen steigender Druck Magen/Darmtrakt bis hin zu dem Gefühl das der Bereich von Hals bis Unterbauch abgestorben ist, sehr flache Atmung, Besserung nur im Sitzen wenn die Beine tiefer gelagert sind (Kutscherstellung)
- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
- Attacken (extremer Druck Oberbauch, weiß wie die Wand, höherer Ruhepuls, zittern, Polyurie usw. Dauer ca. 2-3 Stunden)
- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
- kein erholsamer Schlaf mehr möglich (An guten Tagen fühle ich mich morgens wie ein 80 Jähriger!)
- heftige Kopfschmerzen
- Extreme Stimmungsschwankungen
- absolut keine Stressverträglichkeit

Diagnosen bisher:
- Laktoseintoleranz (Fehldiagnose, liegt wohl an der DDF)
- Dünndarmfehlbesiedlung
- Herzrhythmusstörungen/hoher Ruhepuls
- Magenschleimhautentzündung/Hiatushernie
- Ständig Intercostalneuralgie
- Immer wieder Blockaden HWS (Atlas)/BWS und Beckenschiefstand
- Allergien: Gräser-, Roggen-, Birken-, Haselnusspollenallergie, Weizenmehl, Roggenmehl, Sellerie usw.
- Mangel an diversen Vitaminen
TeaTime
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo Jamie,

habe Deinen Beitrag eben erst gesehen, vielen Dank dafür. Das sind wirklich interessante Informationen.

Lieben Gruß

TeaTime
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[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
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:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo jojo,

also das Absetzen des PPIs alleine, halte ich nicht für den Auslöser Deiner Probleme. Also als reine Nebenwirkung.

Was letztendlich beim abrupten Absetzen eines PPI passiert, wie eben die sofortige und vor allem erhöhte Produktion von Magensäure, wird individuell sein. Da spielt auch eine Rolle wie hoch die Dosierung war und wie lange man es genommen hat.

Und dann kann natürlich auf die Nahrungsverwertung ganz anders sein als vorher. Ob Unterzuckerung dazu gehört weiß ich nicht, aber für möglich würde ich es halten.

Wenn es zu arg wird, und Du willst wahrscheinlich das Omep auch weiterhin weg haben, dann besorg Dir vorübergehend, Ranitidin, das wirkt zwar anders, aber ähnlich. Das ist aber auch nur eine Notfall-Lösung. Man kann das auch länger nehmen, aber man kann es eben vor allem bei akuten Problemen nehmen weil es ca. in 30 Min wirkt. Ist aber auch nicht zur Dauermedikation gedacht, weil es eben auch die Produktion der Magensäure blockt.
Dann könntest Du auch noch auf Gaviscon Gel zurückgreifen, bei akuten Schmerzen hilft es auch schnell, und wirkt länger als z.B. Rennie, neutralisiert aber die Magensäure nur.

Aber all das würde ich eben auch nicht als Dauermedikation nehmen. Nur jetzt, wo es Dir so schlecht geht.

Lieben Gruß,

TeaTime

P.S. Trotzdem würde ich mal den Blutzucker bestimmen lassen, in so einem Fall aber NICHTS an Magenmedis nehmen.

Hier noch Tipps zur Reduzieren von PPIs, sowie Nebenwirkungen (steht auch schon im Bericht von Jamie), etc.

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/s ... er-ia.html
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[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
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:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von jojo71 »

Hallo,
keine Ahnung ob jemand diesen Text schon verlinkt hatte...

Quelle: Zentrum der Gesundheit

PPI – Der Teufelskreis der Säureblocker
Autor: Zentrum der Gesundheit,Letzte Änderung: 03.08.2016
(Zentrum der Gesundheit) – PPI steht für Protonenpumpeninhibitor, zu Deutsch: Protonenpumpenhemmer. Es handelt sich um Säureblocker, die im Magen die Produktion der Magensäure hemmen. Säureblocker werden bei Sodbrennen und Reflux verordnet oder auch als Magenschutz, wenn magenreizende Medikamente genommen werden müssen. Schnell gewöhnt man sich an PPI, denn sie machen in gewisser Weise abhängig – von ihren teilweise bedenklichen Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Wie kommt man von PPI los? Und wie heissen die Alternativen?

Säureblocker – Arzneimittel für den Magen
Nehmen Sie ein Medikament für den Magen? Vielleicht ist es ein Säureblocker, auch Protonenpumpenhemmer (PPI) genannt. Wenn ja, dann haben wir diesen Artikel für SIE geschrieben!
Vermutlich leiden Sie an Sodbrennen (Reflux-Ösophagitis), einer Gastritis infolge einer Helicobacter-pylori-Infektion oder gar an einem Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwür. In all diesen Fällen (und einigen mehr) könnte es sein, dass Ihr Arzt Ihnen Säureblocker verschreibt.
Mit all diesen Beschwerden sind Sie nicht allein! Denn 7 bis 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet an Sodbrennen, so dass PPI zu den am meisten verordneten Medikamenten weltweit gehören. Protonenpumpenhemmer sind daher eine wirklich lohnende Einnahmequelle für die Pharmabranche. Jährlich werden allein mit diesem Arzneimittel milliardenschwere Gewinne eingefahren.
Warum aber heissen Protonenpumpenhemmer Protonenpumpenhemmer?

Wie wirken Säureblocker?
Protonenpumpenhemmer hemmen – wer hätte es gedacht – die Protonenpumpe. Dabei handelt es sich um ein Enzym in den Belegzellen der Magenschleimhaut. In den Belegzellen findet die Produktion der Magensäure statt, und die Protonenpumpe transportiert die Säure aus den Belegzellen hinaus in den Magen.
Wird die Protonenpumpe jetzt gehemmt, dann kann sie natürlich keine Säure mehr (oder nur noch wenig) in den Magen transportieren. Protonenpumpenhemmer wirken also anders als Antazida (z. B. Rennie). Die Letztgenannten neutralisieren die Magensäure direkt im Magen und zwar sofort nach dem Schlucken.
Protonenpumpenhemmer hingegen werden erst im Darm resorbiert und gelangen dann mit dem Blutstrom in die Magenschleimhaut und dort in die Belegzellen. Hier können die Säureblocker dann aktiv werden und die Säure blocken.

Omeprazol & Co.
Die Wirkstoffe der Säureblocker heissen Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Rabeprazol und Lansoprazol. Falls Sie also ein Mittel für den Magen einnehmen und nicht genau wissen, ob es ein PPI ist, so können Sie auf dem Beipackzettel nachsehen, ob einer dieser Begriffe mit der Endung –prazol auftaucht.
Der Produktname des Arzneimittels kann jedoch ganz anders lauten, z. B. Nexium, Antra MUPS, Rifun, Lanzor etc. Und wenn Sie den Beipackzettel schon in der Hand haben, dann lesen Sie auch rasch einmal die Nebenwirkungen der Säureblocker.

Säureblocker – Die Nebenwirkungen
Als erstes wird Ihnen auffallen, dass dies auf keinen Fall RASCH möglich ist. Denn die Liste ist lang. Und wenn Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, dass es sich um einen „Magenschutz“ handelt, dann werden Sie gleich doppelt überrascht sein. Denn Säureblocker tun nahezu alles – nur eines nicht: Den Magen schützen, zumindest nicht dauerhaft.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 1: Magen-Darm-Beschwerden
Zu den am meisten verbreiteten Nebenwirkungen der Säureblocker, die bekanntlich Magenbeschwerden lindern sollen, gehören Magenbeschwerden. Im Beipackzettel steht dann z. B. gastrointestinale Störungen. Das Sodbrennen ist also durch Säureblocker weg. Stattdessen wird man nun von Magendrücken, Blähungen, Geschmacksstörungen sowie Übelkeit und häufig auch Durchfall begleitet.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass so mancher Patient vom Hausarzt schon dann kurzerhand PPI empfohlen bekommt, wenn er nur über gelegentliche Übelkeit klagt. Aber vielleicht hat sich die Schulmedizin ja inzwischen die Homöopathie zum grossen Vorbild genommen und möchte Gleiches mit Gleichem heilen… - was jedoch in diesem Fall nicht immer zu klappen zu scheint.
Mit ein wenig Pech kommt zur Übelkeit ausserdem noch eine Nahrungsmittelallergie hinzu:

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 2: Nahrungsmittelallergien
Wird die Magensäureproduktion gehemmt, wird es im Magen automatisch weniger sauer. Der pH-Wert steigt dort also. Eine Erhöhung des pH-Wertes im Magen jedoch stört die ordnungsgemässe Verdauung, besonders die der Proteine. Diese können nur in einem sauren Magen verdaut werden.
Also besteht jetzt die Gefahr, dass unvollständig verdaute Eiweisspartikel durch die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen können. Da sie dort aber nicht hingehören, hält der Körper sie für Fremdkörper, behandelt sie wie Allergene und bildet gegen sie Antikörper: Die Allergie ist da! Ist man bereits Allergiker, können Säureblocker das Risiko eines anaphylaktischen Schocks erhöhen.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 3: Vitamin-B12-Mangel
Säureblocker hemmen bekanntlich die Aktivitäten der Belegzellen. Diese aber produzieren nicht nur Säure, sondern auch den sog. Intrinsic-Factor, der für die Resorption des Vitamin B12 unerlässlich ist. Fehlt der Intrinsic-Factor, kommt es unweigerlich zu einem Vitamin-B12-Mangel. B12-Mangel aber hat äusserst unangenehme Folgen.
Er kann neurologische Probleme verursachen – von Schlafstörungen über Nervosität bis hin zu Vergesslichkeit und Koordinationsstörungen. Aber auch massive Herz-Kreislauf-Schäden können Vitamin-B12-Mangel-bedingt sein. Denn Vitamin B12 ist gemeinsam mit Vitamin B6 und der Folsäure am Abbau des toxischen Homocysteins beteiligt – ein Stoff, der bei der Verstoffwechslung von Proteinen entsteht und im gesunden Körper problemlos abgebaut wird.
Bei Vitamin-B12-Mangel kann das Homocystein nicht mehr ordnungsgemäss abgebaut werden. Der Homocysteinspiegel im Blut steigt und mit ihm die Gefahr der Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefässe). Die Verkalkung kann jedoch auch im Gehirn stattfinden (Demenz ist die Folge) oder in der Netzhaut, was Sehstörungen mit sich bringt. Vitamin B12 ist leider nicht der einzige Vitalstoff, der fehlt, wenn man Säureblocker einnimmt. Auch ein Mineralien- und Spurenelemente-Mangel ist die Folge einer langfristigen Säureblockereinnahme.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 4: Mineralstoffmangel
Der hohe pH-Wert im Magen führt dazu, dass Mineralstoffe (z. B. Calcium und Magnesium) sowie Spurenelemente (z. B. Eisen und Zink) nicht mehr umfassend resorbiert werden können. Säureblocker können somit zu sämtlichen Symptomen führen, die mit einem Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen einhergehen.
So werden immer wieder schwere Magnesiummangelzustände unter PPI-Einnahme beobachtet. Über die unzähligen Symptome eines Magnesiummangels haben wir bereits hier berichtet: Magnesiummangel. Dazu gehören Erschöpfung, Muskelzuckungen, Krämpfe, Verwirrtheit, Schwindel und vieles mehr.
Zinkmangel ist ebenfalls nicht empfehlenswert und bringt viele unangenehme Symptome mit sich. Näheres dazu hier undhier. In Sachen Calcium ist sogar längst bekannt, dass die Säureblocker derart gravierende Calciummängel verursachen können, dass PPI-Patienten mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko leben müssen.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 5: Erhöhtes Knochenbruchrisiko
Wer bereits an Osteoporose erkrankt ist oder schon mit höherem Frakturrisiko lebt (z. B. durch eine Cortisontherapie), sollte PPI besser nicht einnehmen. Denn infolge der mangelhaften Calciumresorption kann es zu einer schwindenden Knochendichte und somit zu einem erhöhten Risiko für Hüft-, Handgelenks- und Wirbelsäulenfrakturen kommen.
Bei langfristiger PPI-Einnahme wäre es daher angebracht, nicht nur Calcium in gut resorbierbarer Form einzunehmen, sondern auch den Vitamin-D-Spiegel im Auge zu behalten. Denn auch Vitamin D ist – genau wie viele andere Vitalstoffe mehr– für die Knochengesundheit unerlässlich.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 6: Verschlechterung der Leberwerte
Säureblocker wirken sich auch auf die Lebergesundheit negativ aus, so dass man nach mehrwöchiger PPI-Einnahme am besten die Leberwerte kontrollieren lässt und gegebenenfalls Massnahmen zur Leberregeneration einleitet.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 7: Kranke Nieren
Die Verordnung von Säureblockern wurde ausserdem in einer im Jahr 2016 veröffentlichten Studie mit chronischen Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht. Morgan Grams von der Johns Hopkins University in Baltimore wertete in seiner Studie zwei Datenquellen aus. In beiden zeigte sich, dass die Gefahr für chronische Nierenerkrankungen signifikant steigt, wenn dauerhaft Säureblocker eingenommen werden – wobei das Risiko für kranke Nieren noch einmal steigt, wenn man das Mittel zweimal täglich und nicht nur einmal täglich nimmt.

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 8: Infektionsgefahr steigt
Da die Magensäure auch Bakterien und Krankheitserreger abtöten kann, die mit der Nahrung, mit Wasser oder Luft in den Verdauungstrakt gelangen, fällt diese Barriere natürlich weg, wenn PPI die Magensäureproduktion lahmlegen. Folglich ist es kein Wunder, wenn bei PPI-Einnahme die körpereigene Abwehr nicht mehr so gut funktioniert.
Gerade lebensbedrohliche bakterielle Darminfektionen (z. B. durch Salmonellen oder Clostridium difficile) sind wahrscheinlicher bei Menschen, die Säureblocker einnehmen. Sogar die Gefahr, eine Lungenentzündung zu bekommen, ist bei PPI-Patienten grösser als bei Menschen, die keine derartigen Medikamente einnehmen.
Besonders spannend aber ist, dass auch Helicobacter-pylori-Infektionen bei jenen Menschen häufiger auftreten, die zuvor mit Säureblockern behandelt wurden. Und gerade gegen Helicobacter-pylori-Infektionen werden – gemeinsam mit Antibiotika – Säureblocker eingesetzt…

Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 9: PPI begünstigen Beschwerden durch Helicobacter pylori
Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das im Magen lebt und für Magenschleimhautentzündungen, aber auch für Magengeschwüre verantwortlich gemacht wird. Allerdings soll annähernd die Hälfte der Menschheit Wirt des Helicobacter pyloris sein, ohne dass alle diese Menschen Magenprobleme hätten.
Offenbar kommt es auf die Bedingungen im Magen an, ob sich Helicobacter pylori nun unauffällig verhält oder sich über Gebühr vermehrt und Probleme bereitet. Helicobacter pylori kann als einziges Bakterium im sauren Milieu des Magens überleben, aber auch nur deshalb, weil sich das Bakterium selbst ein basisches Umfeld über die Produktion von Ammoniak schafft. Ein zu saures Milieu – wie es im gesunden Magen der Fall wäre – ist also auch ihm nicht genehm.
PPI verringern nun bekanntlich die Magensäureproduktion, der Magen wird weniger sauer und Helicobacter pylori beginnt sich immer wohler zu fühlen. Allerdings führt die starke Vermehrung des Bakteriums wiederum zu einer verstärkten Magensäureproduktion, so dass sich hier der Teufelskreis wieder schliesst. Denn je stärker nun wieder die Magensäureproduktion, umso höhere PPI-Dosen nimmt der Mensch ein und umso besser kann sich wiederum das Bakterium vermehren.
Wenn man jetzt bedenkt, wie viele Menschen bei Sodbrennen, das ja durchaus von Helicobacter-Ansiedlungen verursacht werden kann, Säureblocker verordnet bekommen, wodurch sich das Helicobacter-Bakterium erst so richtig wohl fühlt, so wundert es nicht mehr, wenn Magenbeschwerden immer häufiger chronisch werden und schliesslich auch ernsthafte Formen wie Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Geschwüre annehmen.
Nimmt man PPI bei einer helicobacterbedingten Gastritis, so soll diese dadurch übrigens noch schlimmer werden – wie schon 1996 im New England Journal of Medicine berichtet wurde. Warum aber werden PPI überhaupt so häufig verordnet, wenn doch all die genannten Nebenwirkungen bekannt sind?

Warum werden Säureblocker – trotz Nebenwirkungen – so oft verschrieben?
Immerhin nehmen inzwischen 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern Säureblocker, also PPI ein. Warum, wenn sie so schädlich sind?
Ganz einfach:
• Kaum jemand – weder Arzt noch Patient – nimmt die äusserst bedenklichen Nebenwirkungen ernst. Vielleicht weil sie sehr subtil auftreten und nicht mit der PPI-Einnahme in Verbindung gebracht werden, wie z. B. die Folgen von Vitalstoff- und Mineralstoffmängeln.
• Säureblocker sind preiswert und die Pharmaindustrie hat in dieser Preisklasse keine Alternativen parat.
• Viele nationale und internationale Leitlinien zur Behandlung von Magenstörungen empfehlen den Einsatz von Säureblockern – nicht zuletzt um die NNT zu erreichen (Number Needed to Treat), die bei PPI zwischen 3 und 10 liegt. Das heisst, nur bei jedem 3. bis 10. Patienten führt die PPI-Therapie zu einer Besserung des Beschwerdebildes. Also will man so viele Patienten wie möglich mit Säureblockern behandeln, um eine höhere Erfolgsquote zu erzielen.
Der letzte Punkt führt unweigerlich auch dazu, dass die Mehrheit der PPI-Patienten entweder gar keine eindeutige Diagnose erhalten hat oder nicht einmal das typische Beschwerdebild zeigt, das überhaupt erst eine PPI-Therapie rechtfertigen würde.
Natürlich sollten Patienten mit eindeutigen Diagnosen Säureblocker erhalten, z. B. wenn endoskopisch (per Magenspiegelung) eine Refluxösophagitis mit Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut festgestellt wurde – aber auch hier nur vorübergehend und begleitend zu einer Therapie, die der Ursache auf den Grund geht. Leider werden Säureblocker bei den meisten Patienten ohne vorherige Magenspiegelung, also ohne vorherige zuverlässige Diagnose verschrieben.
Was jedoch völlig kontraindiziert ist, das ist eine vorbeugende PPI-Einnahme. Denn beim Gesunden führen PPI genau zu jenen Symptomen, gegen die PPI im Allgemeinen verschrieben werden.

Säureblocker lösen das Problem aus, gegen das sie verschrieben werden
Schon im Jahr 1996 berichteten Forscher rund um Dr. Waldum von der norwegischen University of Science and Technology, dass PPI jene Beschwerden verschlimmern bzw. überhaupt erst verursachen, gegen die sie eigentlich verordnet werden: Die übermässige Bildung von Magensäure
Völlig gesunde Patienten, die für eine Studie drei Monate lang täglich 40 mg Omeprazol genommen hatten und das Mittel dann absetzten, litten noch nach 14 Tagen unter einer um 50 Prozent gesteigerten Magensäureproduktion – und das, obwohl sie zuvor nie ein Magenproblem gehabt hatten.
13 Jahre später veröffentlichten dänische Forscher der Kopenhagener Universität (Reimer et al.) eine weitere Studie zu diesem Thema, derzufolge dieser Effekt schon nach einer nur achtwöchigen PPI-Einnahme auftrat. 44 Prozent der 120 zuvor völlig symptomfreien Teilnehmer, die noch nie Sodbrennen gehabt hatten, litten nach dem Absetzen der Säureblocker plötzlich an Sodbrennen, Reflux oder Verdauungsstörungen.
Warum?

Säureblocker machen abhängig
Die Belegzellen der Magenschleimhaut, die für die Magensäureproduktion zuständig sind, werden von den PPI massiv in ihrer natürlichen Aktivität blockiert. Setzt man die Säureblocker nun wieder ab, dann kommt es zum sog. Rebound- oder Absetz-Effekt. Das heisst: Die Belegzellen produzieren jetzt mehr Magensäure denn je zuvor.
Offenbar setzen PPI die körpereigenen Regulationsfähigkeiten vollends ausser Gefecht – und zwar auf zwei Ebenen: Einerseits werden jene körpereigenen Mechanismen gehemmt, die eine übermässige Säureproduktion verhindern würden, andererseits werden Mechanismen behindert, die das Speiseröhrengewebe gegen Säureangriffe schützen würden.
Nun könnten Sie denken: Wer nimmt schon Säureblocker ein, wenn er gesund ist? PPI wurden beispielsweise in den USA vom PPI-Hersteller (Procter & Gamble) mit dem Slogan „Block the burn before it hits you“ (Stoppe das Brennen, bevor es dich trifft) beworben und somit als vorbeugende Massnahme empfohlen.
Wer als Gesunder der Empfehlung folgte, konnte nach wenigen Wochen nicht mehr ohne das Mittel auskommen. Und Menschen, die zuvor Sodbrennen hatten, erleben nach dem Absetzen der Säureblocker ein noch schlimmeres Sodbrennen als das, unter dem sie zuvor gelitten hatten. Die Situation des Patienten kann sich also durch die PPI-Einnahme deutlich verschlechtern – was Fachleuten längst bekannt ist.
Dr. Reimer (siehe weiter oben, Kopenhagener Universität) schreibt daher, dass die PPI-Behandlung bei nur mildem Sodbrennen höchstwahrscheinlich die zugrundeliegende Krankheit verschlimmert und letztendlich dazu führt, dass der Patient eine langfristige Therapie benötigt, die ohne Säureblocker gar nicht erst erforderlich gewesen wäre.
Der oben genannte Rebound-Effekt nach Absetzen der Säureblocker soll zudem mindestens zwei Monate lang anhalten – eine Zeit, die kaum jemand durchsteht, ohne nicht erneut zu den fragwürdigen Medikamenten zu greifen. Also nimmt man PPI immer wieder und wieder und wieder – und gerät dann natürlich umso mehr in Gefahr, Opfer der oben genannten Nebenwirkungen zu werden.
Wenn man nun in der PPI-Abhängigkeit festsitzt, wie kommt man davon wieder los?

Wie kommt man von den Säureblockern los?
Säureblocker sollten keinesfalls von heute auf morgen abgesetzt werden, da man andernfalls in den vollen Genuss des Rebound-Effektes kommt. Der "Entzug" kann mehrere Monate lang dauern. Denn wenn zuvor Magenbeschwerden da waren, dann gilt es ja nicht nur, den Rebound-Effekt so gering wie möglich zu halten, sondern auch das ursächliche Problem aus der Welt zu schaffen – und das erfordert nicht nur Geduld, sondern auch die Bereitschaft, die eigene Lebens- und Ernährungsweise zu überdenken.
Säureblocker dagegen verführen dazu, weiterhin alles essen und trinken zu können – Hauptsache, es schmeckt. Dass aber oft genau diese Ernährungsweise überhaupt erst zur PPI-Einnahme führte, will nicht jeder wahrhaben. Und so mancher nimmt lieber die Säureblocker-Nebenwirkungen in Kauf, anstatt sich von heissgeliebten Ernährungsgewohnheiten oder dem Trinkgelage am Wochenende zu verabschieden.
Wer sich jedoch endlich wieder gesund und leistungsfähig fühlen will und wer wirklich von den Medikamenten weg kommen möchte, der muss einen echten Break einleiten – und wird es nicht bereuen!

Die 10 wichtigsten Schritte weg von Säureblockern
1. Zunächst einmal meiden Sie alles, was vor der PPI-Einnahme nicht vertragen wurde, wie z. B. Schokolade, Geräuchertes, Pizza, Alkohol etc.
2. Wählen Sie leichte Kost aus gedünstetem Gemüse, fein geriebener Möhren-Rohkost (langsam essen!) und als Beilage Hirseoder Kartoffeln. Essen Sie Brot nur getoastet oder altbacken (es ist in dieser Form viel verträglicher als frisch vom Bäcker).
3. Als Getränke wählt man kohlensäurefreies Wasser, Kräutertees oder verdünnte Gemüsesäfte. Von der Getränkeliste gestrichen werden: Soft Drinks, alkoholische Drinks, kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte, Kaffee und Schwarztee
4. Probieren Sie aus, welcher Kräutertee Ihnen besonders gut tut, z. B. Kamillentee und ab und zu einen Ingwertee.
5. Essen Sie über den Tag viele kleine Mahlzeiten statt wenigen grossen Mahlzeiten. Nehmen Sie mindesten drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen die letzte Mahlzeit ein.
6. Lesen Sie hier alle weiteren Tipps gegen Sodbrennen und setzen Sie diese um!
7. Wenn Sodbrennen auftritt, testen Sie, was Ihnen kurzfristig am besten hilft. In Frage kommen z. B.
• Heilerde oder Bentonit
• eingeweichte Leinsamen oder Flohsamen
• Kartoffelsaft
• ein paar Mandeln zu Brei kauen und ganz langsam in kleinen Portionen schlucken
• ein Basenkolloid oder auch die Sango Meeres Koralle in Wasser gerührt
8. Gehen Sie täglich mindestens eine Stunde lang spazieren, was nachweislich Sodbrennen bzw. Reflux verbessert und natürlich noch viele weitere gesundheitliche Vorteile hat.
9. Auch das Kauen von ungesüsstem Kaugummi hilft bei Reflux. Allerdings wird hier nicht die Säure reduziert oder die Ursache des Sodbrennens bekämpft. Doch führt Kaugummi kauen zu einer verstärkten Speichelproduktion, was wiederum die Speiseröhre vor Säureschäden bewahrt.
Eine Stunde Kauen schützt offenbar drei Stunden lang, wie in einer Studie herausgefunden wurde.
10. Zusätzlich sollte man sich natürlich auch auf die Suche nach den tatsächlichen Ursachen der einstigen Problematik machen und sodann diese mit ganzheitlichen Massnahmen beheben. Denn ein Sodbrennen wird selten vererbt!

Ursachenforschung statt Säureblocker-Einnahme
Auch Dr. Reimer schreibt in ihrer Arbeit, dass die Refluxösophagitis, also das Sodbrennen nie über eine medikamentöse Hemmung der Magensäureproduktion therapiert werden sollte, da dies nicht die zugrunde liegende Ursache sei. Die Magensäureproduktion sei zudem bei den meisten Menschen mit Reflux ganz normal, also nicht einmal übermässig hoch.
Man empfindet die Säure eben als unangenehm, weil sie nicht dort bleibt, wo sie hin gehört, sondern stattdessen die Speiseröhre nach oben wandert. Das aber hat nichts mit der MagensäureMENGE zu tun, sondern mit einer anderen Problematik.
Dazu können eine gestörte Speiseröhrenperistaltik gehören, eine Störung im Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, ein Zwerchfellbruch oder auch das übermässige Vorhandensein des Magenbakteriums Helicobacter pylori.
Keines dieser Probleme kann mit Hilfe von Säureblockern behoben werden. Es nützt also nichts, PPI zu nehmen, die lediglich die Symptome unterdrücken, gleichzeitig aber durch ihre Nebenwirkungen neue Probleme schaffen.
Manche PPI-Patienten leiden gar aufgrund eines Magensäuremangels an Sodbrennen, ein Problem, das sich durch PPI dann natürlich erst recht gravierend verschlimmern wird.
Besonders häufig ist ein Zwerchfellbruch, von dem viele Menschen gar nichts wissen, die Ursache von Sodbrennen. Doch auch ein Zwerchfellbruch hat eine Ursache. Welche das ist und wie diese behoben werden kann, lesen Sie hier: Sodbrennen – ganzheitliche Massnahmen
Wie man das Magenbakterium Helicobacter pylori auf natürliche Weise wieder in seine Schranke weisen kann, lesen Sie hier:Magenbeschwerden ganzheitlich heilen und hier: Probiotika gegen Helicobacter
Selbst wenn Sie das Helicobacter pylori mit Hilfe einer schulmedizinischen Therapie bekämpfen möchten, sollten Sie den letzten Link lesen, da Probiotika auch die Verträglichkeit der herkömmlichen Helicobacter-Medikamente deutlich erhöhen bzw. deren Nebenwirkungen abmildern können.

Schulmedizinische Säureblocker-Alternativen?
Wenn Sie nun auf der Suche nach einer konkreten PPI-Alternative sind und für natürliche Mittel nicht viel übrig haben, dann greifen Sie in der Not lieber zu Antazida (z. B. Rennie) oder zu Mitteln auf Alginat-Basis (z. B. Gaviscon) – wobei auch diese auf Dauer zu Mineralstoffmängeln führen können.
Die sog. H2-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Ranitidin) kommen als Alternative jedoch nicht in Frage, da sie – zwar in schwächerer Ausführung als bei PPI – ebenfalls zum Rebound-Effekt führen können.
Bevor Sie jedoch verschiedene Medikamente ausprobieren, sollten Sie an einen Melatoninmangel denken! Ein solcher kann nämlich ebenfalls die Ursache von Sodbrennen sein. Und wenn jetzt Säureblocker eingenommen werden, anstatt den vorliegenden Mangel zu beheben, dann ist das natürlich keine gute Idee.

Melatonin statt Säureblocker?
Melatonin ist ein Hormon der Zirbeldrüse, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig ist und häufig bei Schlafstörungen, gegen Jetlag und sogar als Anti-Aging-Präparat im Einsatz ist.
Im Jahr 2010 erklärten brasilianische Forscher im Fachmagazin World Journal of Gastrointestinal Pharmacology and Therapeutics, wie Melatoninmangel zu Sodbrennen führen kann und wie daher eine Einnahme von Melatonin das Sodbrennen wieder beheben kann:
Die enterochromaffinen Zellen des Magen-Darm-Trakts produzieren 400 Mal mehr Melatonin als die Zirbeldrüse. Schon allein diese Tatsache zeigt die aussergewöhnliche Wichtigkeit des Melatonins für die Magen-Darm-Funktionen.
Melatonin hat nämlich eine hemmende Wirkung auf die Magensäureproduktion, kontrolliert überdies die Funktion des Schliessmuskels zwischen Magen und Speiseröhre und scheint die Speiseröhre vor säurebedingten Schäden zu schützen.
Insbesondere wenn gleichzeitig zum Sodbrennen Schlafstörungen vorliegen, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass ein Melatoninmangel die Ursache ist – und zwar von beiden Problemen.
Wird der Melatoninspiegel mit Hilfe von Melatoninpräparaten wieder auf ein gesundes Niveau gehoben, wird sowohl die übermässige Säureproduktion als auch der Schlaf reguliert.
Das Thema wurde bereits 2008 vom Fachmagazin Alternative Therapies in Health and Medicine aufgegriffen. Melatonin zeigte sich in der dort beschriebenen Fallstudie in Kombination mit anderen natürlichen Mitteln als wirksamer in der Behandlung von Sodbrennen als Omeprazol.
Der Fallbericht handelte von einer 64jährigen Frau, die aufgrund einer Osteoporose keine Säureblocker mehr nehmen wollte. Der Ausstieg aus dem PPI-Teufelskreis gelang der Frau erst, als sie Melatonin in ihr Programm mit aufnahm. Sie nahm täglich 6 mg Melatonin zusammen mit weiteren Nahrungsergänzungsmitteln (die Sie der Studie entnehmen können), wie z. B. 5-Hydroxytryptophan, Methionin, Betain, B-Vitamine und andere mehr. Nach 40 Tagen konnte die Patientin die Säureblocker vollständig absetzen – ohne dass ein Rebound-Effekt oder sonstige Symptome aufgetreten wären.
Sie sehen also: Es gibt Mittel und Wege, Magenbeschwerden wie das Sodbrennen in den Griff zu bekommen und sich gleichzeitig von der Abhängigkeit von lästigen Magenmedikamenten wie PPI zu befreien.
Wenn auch Sie den Säureblocker-Ausstieg wirklich wollen, dann schaffen Sie ihn auch!

Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit


Gruß
jojo
Mein persönlicher Alptraum begann mit einer Fehldiagnose und der Einnahme von SSRI!

Meine Story!

Seroxat ab ca. 2000
Wechsel zu Paroxat ca. 2006
Paroxat bis November 2014 (kalter Entzug)
Omeprazol sporadisch ab ca. 2010
Omeprazol dauerhaft seit ca. Anfang 2014
Omeprazol von 20mg auf 0 seit 26.09.2016
Omeprazol 20-40mg wieder seit ca. 16.11.2017

Meine Symptome, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben:
- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
- diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Fast ständig Druck im Oberbauch
- im Liegen steigender Druck Magen/Darmtrakt bis hin zu dem Gefühl das der Bereich von Hals bis Unterbauch abgestorben ist, sehr flache Atmung, Besserung nur im Sitzen wenn die Beine tiefer gelagert sind (Kutscherstellung)
- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
- Attacken (extremer Druck Oberbauch, weiß wie die Wand, höherer Ruhepuls, zittern, Polyurie usw. Dauer ca. 2-3 Stunden)
- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
- kein erholsamer Schlaf mehr möglich (An guten Tagen fühle ich mich morgens wie ein 80 Jähriger!)
- heftige Kopfschmerzen
- Extreme Stimmungsschwankungen
- absolut keine Stressverträglichkeit

Diagnosen bisher:
- Laktoseintoleranz (Fehldiagnose, liegt wohl an der DDF)
- Dünndarmfehlbesiedlung
- Herzrhythmusstörungen/hoher Ruhepuls
- Magenschleimhautentzündung/Hiatushernie
- Ständig Intercostalneuralgie
- Immer wieder Blockaden HWS (Atlas)/BWS und Beckenschiefstand
- Allergien: Gräser-, Roggen-, Birken-, Haselnusspollenallergie, Weizenmehl, Roggenmehl, Sellerie usw.
- Mangel an diversen Vitaminen
TeaTime
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo jojo,

ja, das war der LINK in meiner Antwort an Dich :D

Lieben Gruß

TeaTime
Bild
[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
Bild

:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


Guten alten Zeiten nachzutrauern, bringen sie nicht zurück. Du musst Dir neue gute Zeiten schaffen ![/spoil]

"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)
jojo71
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von jojo71 »

Hallo TeaTime,
ok... es war mitten in der Nacht und ich war nicht ganz wach :roll:

Doppelt hält ja bekanntlich besser :wink:

Gruß
jojo
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Omeprazol 20-40mg wieder seit ca. 16.11.2017

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- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
- diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten
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- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
- Attacken (extremer Druck Oberbauch, weiß wie die Wand, höherer Ruhepuls, zittern, Polyurie usw. Dauer ca. 2-3 Stunden)
- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo jojo,

eben, und so kann man lesen, ohne den LINK anzuklicken.

Wie geht es Dir denn zwischenzeitlich ?

Lieben Gruß,

TeaTime
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[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
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Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
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:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von jojo71 »

Hallo TeaTime,
danke der Nachfrage, so langsam geht es mir besser, war auch wieder kaum aushaltbar! So wie es aussieht, war es das gepufferte Vitamin C, welches ich zum ersten mal genommen habe und nicht das Weglassen von Omep. Fast 14 Jahre SSRI und paar Jahre Omep hinterlassen ihre Spuren und ich muss mich wohl noch auf einen langen Weg einstellen...

Aber ich bin ja nicht alleine hier mit diesen Problemen und das hilft sehr :wink:

Gibt es hier auch ein paar, die es geschafft haben wieder komplett gesund zu sein?

Gruß
jojo
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Omeprazol von 20mg auf 0 seit 26.09.2016
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Meine Symptome, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben:
- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
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- Fast ständig Druck im Oberbauch
- im Liegen steigender Druck Magen/Darmtrakt bis hin zu dem Gefühl das der Bereich von Hals bis Unterbauch abgestorben ist, sehr flache Atmung, Besserung nur im Sitzen wenn die Beine tiefer gelagert sind (Kutscherstellung)
- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
- Attacken (extremer Druck Oberbauch, weiß wie die Wand, höherer Ruhepuls, zittern, Polyurie usw. Dauer ca. 2-3 Stunden)
- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
- kein erholsamer Schlaf mehr möglich (An guten Tagen fühle ich mich morgens wie ein 80 Jähriger!)
- heftige Kopfschmerzen
- Extreme Stimmungsschwankungen
- absolut keine Stressverträglichkeit

Diagnosen bisher:
- Laktoseintoleranz (Fehldiagnose, liegt wohl an der DDF)
- Dünndarmfehlbesiedlung
- Herzrhythmusstörungen/hoher Ruhepuls
- Magenschleimhautentzündung/Hiatushernie
- Ständig Intercostalneuralgie
- Immer wieder Blockaden HWS (Atlas)/BWS und Beckenschiefstand
- Allergien: Gräser-, Roggen-, Birken-, Haselnusspollenallergie, Weizenmehl, Roggenmehl, Sellerie usw.
- Mangel an diversen Vitaminen
TeaTime
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo jojo,

meinst Du das nun auf die PPis bezogen oder im Gesamten ?

Vermute mal beides. Also in diesem Forum berichten einige, dass sie komplett Medikamenten- und auch Nebenwirkunsfrei sind.

Man braucht sicher eine Menge Geduld, je nachdem was, und wie lange man es genommen hat.

Habe ja selber mehrere Jahre MIrta, Zopiclon und Zolpidem genommen und irgendwann wollte ich die nicht mehr, also habe ich sie langsam, bis auf das Mirta, reduziert. Zu schnell für die Vorgehensweise in diesem Forum, aber das liegt auch daran, dass sich ja hier vor allem die melden, die Probleme haben, wenn sie ihre Medis los werden wollen.
Das Mirta habe ich letztendlich einfach grob geteilt, und das recht schnell, und dann weggelassen. Aber ich hatte eben das Glück, zu denen zu gehören, deren Körper das mitgemacht hat.

Aber man kann fast immer komplett gesund werden, wobei ich damit natürlich nun von psychischen Erkrankungen rede, bei körperlichen Problemen sieht das natürlich anders aus.

Und mit manchen Dingen muss man sich arrangieren. Ich zB leide schon seit über 10 Jahren an massivsten Schlafstörungen und einem beidseitigen, mehrtönigen, SEHR lauten Tinnitus.

Alles durch einen BurnOut angefangen, oder vielleicht war das der Höhepunkt. Trotzdem würde ich mich, was das betrifft, als gesund bezeichnen. Denn mein Leben ist für mich lebenswert und normal.
Fühle mich weder eingeschränkt noch belastet. Natürlich ist es nicht so toll, wenn man mal aus anderen Gründen belastet ist, dann ist es schon etwas schwieriger.

Du hast ja unter einer Menge von Symptomen zu leiden, psychisch und physisch.Trotzdem findest Du Kraft Dich hier einzubringen und klingst auch positiv. Schlimm finde ich, wenn man durch eine Fehldiagnose und Medikamente krank gemacht wird und dem ausgeliefert ist. Aber aufgeben sollte man nie, und nie den Glauben aufgeben, dass es besser wird.

Auch wenn es mal einen Schritt zurück geht, dann geht es trotzdem auch wieder weiter.

Geduld und Zeit muss man aufbringen, und auch einiges hinnehmen, aber es lohnt sich.

Lieben Gruß,

TeaTime
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[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
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:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


Guten alten Zeiten nachzutrauern, bringen sie nicht zurück. Du musst Dir neue gute Zeiten schaffen ![/spoil]

"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)
jojo71
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von jojo71 »

Hallo TeaTime,
ich meinte natürlich beides, hast du richtig erkannt :wink: Danke für die aufmunternden Worte, ich hoffe das gerade meine körperlichen Symptome besser werden. Wobei meine Psyche im Laufe der Jahre auch gelitten hat. Es stimmt natürlich das sich gerade Menschen mit Beschwerden hier aufhalten und Hilfe suchen, deshalb bin ich ja auch hier. Freut mich zu lesen, das es einige geschafft haben und endlich wieder beschwerdefrei ihr Leben genießen können. Ich bin jetzt bald 2 Jahre im protrahierten Entzug (habe ich hier gelernt das man es so nennt) und ich hoffe auf baldige/deutliche Verbesserung!

Schön das es dir gut geht und den Menschen hier mit deiner Erfahrung hilfst, danke!

Gruß
jojo
Mein persönlicher Alptraum begann mit einer Fehldiagnose und der Einnahme von SSRI!

Meine Story!

Seroxat ab ca. 2000
Wechsel zu Paroxat ca. 2006
Paroxat bis November 2014 (kalter Entzug)
Omeprazol sporadisch ab ca. 2010
Omeprazol dauerhaft seit ca. Anfang 2014
Omeprazol von 20mg auf 0 seit 26.09.2016
Omeprazol 20-40mg wieder seit ca. 16.11.2017

Meine Symptome, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben:
- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
- diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Fast ständig Druck im Oberbauch
- im Liegen steigender Druck Magen/Darmtrakt bis hin zu dem Gefühl das der Bereich von Hals bis Unterbauch abgestorben ist, sehr flache Atmung, Besserung nur im Sitzen wenn die Beine tiefer gelagert sind (Kutscherstellung)
- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
- Attacken (extremer Druck Oberbauch, weiß wie die Wand, höherer Ruhepuls, zittern, Polyurie usw. Dauer ca. 2-3 Stunden)
- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
- kein erholsamer Schlaf mehr möglich (An guten Tagen fühle ich mich morgens wie ein 80 Jähriger!)
- heftige Kopfschmerzen
- Extreme Stimmungsschwankungen
- absolut keine Stressverträglichkeit

Diagnosen bisher:
- Laktoseintoleranz (Fehldiagnose, liegt wohl an der DDF)
- Dünndarmfehlbesiedlung
- Herzrhythmusstörungen/hoher Ruhepuls
- Magenschleimhautentzündung/Hiatushernie
- Ständig Intercostalneuralgie
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo jojo,

danke für Deine netten Worte !

Deine Symptome und Diagnosen sind schon "der Hammer". Dass Du Dich damit auch so differenziert auseinandersetzt ist gut und wichtig !! Nur so kann man es schaffen, und Du wirst das auch schaffen.

Schön ist all das nicht, und einfach schon mal gar nicht, aber ich denke, dieses Forum gibt viel Kraft, weil man merkt, dass man nicht alleine ist. Leider fehlt vielen Menschen dass Verständis für diese Probleme, aber sie sind damit einfach überfordert.

Man kann eben nicht alles rational erklären. Wem z.B. will man begreiflich machen, wie eine Depression ist und was sie mit einem macht, der selber nie darunter gelitten hat. Man kann es nicht. Genauso wenig kann man begreiflich machen, was Medikamente mit einem machen, egal ob man sie nimmt, oder sie absetzt. Deshalb sind solche Anlaufstellen, wie dieses Forum enorm wichtig !

Wenn man Deine Symptome liest, wird einem schon bewusst, wie sehr manche Menschen kämpfen müssen. Und dass Du es tust, finde ich wirklich klasse !!

Lieben Gruß

TeaTime
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[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
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:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


Guten alten Zeiten nachzutrauern, bringen sie nicht zurück. Du musst Dir neue gute Zeiten schaffen ![/spoil]

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(Heinrich Heine)
henning
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von henning »

Hi,
kurz aus einem Vitamin D Thread um es hier fortzuführen:

Jamie hat geschrieben:Hallo henning :),
PS: DIe meisten Menschen benötigen nach Mg supplementierung keine PPI mehr. Darf ich fragen, warum du noch welche benötigst?
Das ist ja interessant.
Höre ich heute in der Form zum ersten Mal.
Wir haben einen eigenen, ellenlangen Thread über PPI mit mindestens 10 oder mehr akut Betroffenen, die versuchen vonh ihren PPI wegzukommen.
Ich gehöre auch zu diesem "Kreis der Auserwählten" :whistle: :party: ....

Du musst den Thread nicht durchlesen, er ist seeehr lang, aber magst du uns etwas über PPI und Magnesium schreiben? Das finden andere bestimmt auch interessant. :)

Ich weiß nicht, ob ich die PPI noch benötige. Ich denke nein, daher schleiche ich schon ins dritte Jahr gehend aus, weil ich davon nicht loskomme.
Gastroskopie war unauffällig; es besteht Verdacht auf Verletzung des Nervus Vagus bei Herz OP mit Motilitätsstörung bei mir.
Und eins weiß ich: nehme das Zeug seit 15 Jahren, und es wurde auf die Zeit gesehen eher schlimmer als besser. Also muss das Zeug raus :roll: .

Grüße, hier ist der PPI Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=57&t=9393


Jamie

Ich habe selbst 8 Jahre lang die Dinger nehmen müssen und auch bei mir wurde es schlimmer (da PPI zu Kalzium, Kalium und Magnesiummangel führen).
Die Magensäure lässt sich durch Magnesium+Kalzium senken (PPI machen nichts anderes als Magnesium in deinen Magen freizusetzen, allerdings sehr radikal indem es aus dem Vorratsspeicher deiner Zellen gerissen wird).

http://www.acu-cell.com/acn.html

Evtl. hast du noch nicht genug Kalzium. Ich lese in deiner SIgnatur, dass du eine Benzo-Vergangenheit hast, vielleicht hiflt dir das weiter:

"Depression can be related to high and low levels of calcium and/or magnesium, with low levels being often-
times associated with anxieties as well. After comparing the background of patients who required very high
doses (4,000+mg) of calcium a day - just to reach near normal levels, it turned out that many had a history
of benzodiazepine (tranquilizers / sedatives) use.
These drugs either affected their body's ability to properly utilize calcium and/or magnesium, or the mineral
levels in these patients had already been very deficient before taking any medications - resulting in insomnia,
anxieties, or similar symptoms, and resulting in drugs (benzodiazepines) being prescribed instead of having
the real cause (calcium and/or magnesium deficiencies) corrected. Unfortunately, this type of symptomatic
drug therapy continues to be a trademark of modern medicine."

Übersetzt:
"Depressionen können mit niedrigen oder hohen kalzium- und magnesiumspiegel zusammenhängen. Wobei niedrige Spiegel oftmals mit Angststörungen in Verbindung gebracht werden. Nach der Anamnese von Patienten die sehr hohe Kalziumdosierungen gebraucht haben (4 gramm reines Kalzium am Tag!!!!) hat sich herausgestellt, dass alle eine Benzodiazepinvergangenheit hatten. Die Medikamente haben entweder den kalzium- und oder magnesiumstoffwechsel gestört, oder die Elektrolyte waren bereits auf einem niedrigen Level bevor Medikamente genommen wurden, weshalb betroffene an Schlaflosgkeit, Angststörungen und ähnliche Symptome litten gegen die Benzodiazepine verschrieben werden anstatt deren Ursache mit Kalzium und Magnesium zu beheben.

Allgemein wurden bei Menschen mit Gastritis folgende Werte analysiert: zu viel Eisen, zu viel Vitamin C, zu viel Vitamin B3, zu viel PABA, zu viel Zink, zu viel Chlorit, zu wenig Magnesium, zu wenig Kalzium, Schwermetallvergiftungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Alkoholvergiftung, Medikamente.

http://www.acu-cell.com/dis.html
henning
Beiträge: 85
Registriert: 03.10.2016 10:37

Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von henning »

Hallo Jamie,
ich habe mir ein paar deiner Posts hier nochmal genauer angeguckt und du hast defintiv nicht zu viel Magensäure, sondern zu wenig!!!!!!
Du solltest dir überlegen, Betain HCL für eine besser Magensäureproduktion zu nehmen.

Wenn der Magen zu wenig Magensäure hat, muss die Speise länger im Magen bleiben, bis sie mit genug Magensäure beigemengt wurde. Dieser längere Aufenthalt versucht Reizungen an der Magenschleimhaut und Übelkeit.
Du könntest hier mal reinlesen http://www.acu-cell.com/dis-hpy.html

Ich hatte auch den Fehler gemacht die ganze Zeit zu wenig Magensäure gehabt zu haben. Fehldiagnostiziert durch den Arzt, der hat gedacht weil die Magenschleimhaut entzündet ist MUSS es zu viel Magensäure sein. Dabei gibt es heute eine klarere Faustregel: Wenn PPI das Magen Problem nicht lösen, kann die Diagnose nicht zu viel Magensäure sein.

Bei dir sprechen ganz klar dafür erhöhte Säurekonsum. Dazu Magensäurebildende Lebensmittel wie Schockolade und Kaffe (Koffein hilft gegen die Müdigkeit, wenn man vom überschüssigem Magnesium von den PPIs müde wird, als Mensch mit zu wenig Magensäure -> Eisenmangel).
Auch ich hatte die selben Probleme. Dadurch, dass keine Magensäure mehr vorhanden ist, findet auch nur noch eine :censored: Verdauung statt, sodass ich, um nicht zu verhungern, sehr von einfach Zuckern abhängig war!!!

Edit1: Ich bin noch nicht mit allem Durch, aber das sieht auch sehr nach Nahrungsmittelunverträglichkeit aus und zwar die typische Antidepressiva + PPI Kombination, die bei mir z.B. zur vollkommenen Histaminintoleranz geführt hat (Antidepressiva haben Vitamin B6 speicher leergesaugt und PPI haben die aufnahme von Zink verhindert -> histaminintoleranz (aber da steckt noch mehr dahinter, das ist jetzt mal nur etwas vereinfacht ausgedrückt).
Evtl. solltest du auch gleich die Magensäure mit Eisen und Mangan zusätzlich anregen.
Ich hatte auch irgendwann Blut im Stuhl (schwarze stellen) was höchstwahrscheinlich Zöliakie ist. Durch den Blutverlust hat mein Körper vermehrt Kupfer verloren, das hat sich auch in der Sucht nach Kupferhaltigen Lebensmittel geäußert. (Cola, Kaffee, Schockolade, Kakao und all die anderen stark Kupferhaltigen Lebensmittel)
Mangan ist auch bei Glutenunverträglichkeit sehr hilfreich, bzw. durch einen Manganmangel kann man eine Glutenunverträglichkeit entwickeln ohne Zöliakie zu haben.

Edit2: Ok, habs gefunden da schreibst du ja Histaminintoleranz

Edit3: Ok, ich bin jetzt mal über diesen Thread geflogen, hatte jetzt aber keine Zeit jeden Beitrag allzu genau zu lesen.
In deinem Fall Jamie, erzähle ich dir ja nichts neues mit der geringen Magensäure und der evtl. Unverträglichkeiten.
Was noch auffallend ist, ist dass sich dein Magen nur sehr schlecht entleert. Hast du für diesen Fall mal MCP-Tropfen genommen?
Ansonsten hilft Kalium dabei, dass sich der Magen in den Dünnddarm entleert.
Ohne Kalium bleibt das Essen ewig im Magen und wenn wirklich kein Kalium da ist, kommts auch irgendwann wieder hoch.
Kaliummangel tritt besonders häufig durch zu hohen Salzkonsum, Magnesium und/oder Kalzium und/oder Vitamin B12 supplementierung ohne Kalium auf.
Um den Kaliumspeicher wieder soweit zu füllen, dass die Entleerung wieder funktioniert würde ich Kaliumgluconat substituieren.
Da Kalium eine sehr kurze Halbwertszeit hat sollte man alle 1-2 Stunden 0,5-1g Kaliumgluconat nehmen. Die Bewegung in Magen/Darm merkt man recht flott.
Hier sind die ein paar Symptome die typisch für einen so schweren Kaliummangel sind, vielleicht erkennst du dich da ja wieder?

Reizdarmsyndrom, Verstopfung, Erwachen mit erhöhtem Blutdruck und anschließendem Übergeben, Übelkeit, Erbrechen, gelähmter Ileum, harte Knoten auf den Muskeln, plötzliche Muskelkrämpfe beim entstpannen, plötzliche Muskelkrämpfe beim strecken, plötzliche Muskelkrämpfe beim knien, Muskelanspannung, Krämpfe und qualvolle Schmerzen im Nackenmuskel, Aufwachen und schreien vor Schmerz in Wadenkrämpfen, Muskelschwäche, Herz Dysrhythmien, erhöhter Puls, erhöhter Blutdruck, emotionale veränderung oder instabilität, Hautjucken oder "unter der Haut" jucken, und im aller schlimmsten Fall Lähmung + Herzstillstand


Desweiteren wurde hier empfohlen sich einfach so mal eine Vitamin B12 Spritze zu verabreichen.
Das sollte man in jedem Fall sein lassen!!! Wenn man Pech hat gehört man zu den Menschen denen das Enzym fehlt, Cyanocobalamin (b12) in aktiviertes Methylcobalamin und Adenosylcobalamin (aktiviertes B12) umzuwandeln.Wenn ihr bereits so geschwächt seid, dass ihr PPI ausschleichen müsst, werden eure ohnehin schon niedrigen B12-Speicher noch schneller ausgesaugt als es ein PPI jemals könnte. Ohne Kenntnisse im Vitamin B12 Stoffwechsel ist man dem ganzen hilflos ausgesetzt (denn die 0815-Ärzte kennen sich damit nicht aus)
Zuletzt geändert von henning am 03.10.2016 22:56, insgesamt 2-mal geändert.
jojo71
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von jojo71 »

Hallo,
puh das ist ja super jemanden mit dem Wissen hier im Forum zu haben :wink:

@Henning
Könntest du anhand meiner Geschichte in der Signatur Vermutungen anstellen, was mir an Stoffen fehlen könnte? Vitamin D sollte passen, Vitamin C fehlt mir definitiv laut Test.. den Rest kann ich nur ratenbzw. teure Tests machen lassen... wäre sehr nett von dir :D Ich will ja nichts unversucht lassen, um meinem Körper bei der Regenation zu helfen!

Gruß
jojo
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Meine Story!

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Wechsel zu Paroxat ca. 2006
Paroxat bis November 2014 (kalter Entzug)
Omeprazol sporadisch ab ca. 2010
Omeprazol dauerhaft seit ca. Anfang 2014
Omeprazol von 20mg auf 0 seit 26.09.2016
Omeprazol 20-40mg wieder seit ca. 16.11.2017

Meine Symptome, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben:
- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
- diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Fast ständig Druck im Oberbauch
- im Liegen steigender Druck Magen/Darmtrakt bis hin zu dem Gefühl das der Bereich von Hals bis Unterbauch abgestorben ist, sehr flache Atmung, Besserung nur im Sitzen wenn die Beine tiefer gelagert sind (Kutscherstellung)
- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
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- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
- kein erholsamer Schlaf mehr möglich (An guten Tagen fühle ich mich morgens wie ein 80 Jähriger!)
- heftige Kopfschmerzen
- Extreme Stimmungsschwankungen
- absolut keine Stressverträglichkeit

Diagnosen bisher:
- Laktoseintoleranz (Fehldiagnose, liegt wohl an der DDF)
- Dünndarmfehlbesiedlung
- Herzrhythmusstörungen/hoher Ruhepuls
- Magenschleimhautentzündung/Hiatushernie
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- Mangel an diversen Vitaminen
TeaTime
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von TeaTime »

Hallo Henning,

viele interessante Erkenntnisse, die sicher auch einigen weiterhelfen kann, vielen Dank dafür.

Vitamin B12 per Injektion mal eben so zu verabreichen, hat hier sicher keiner empfohlen. Es geht da um einen wirklichen Mangal an Vitamin B12, den man ausgleichen muss, weil eben der Speicher leer ist und die Schäden nicht reversibel sind.
Trotzdem ist der Hinweis, dass manche Menschen das nicht vertragen sehr interessant.

Ein Bekannter von mir hatte nach Magenkrebs eine OP und lebt nun ohne Magen. Also hat er keine Magensäure und ist auf Vitamin B12 Injektionen angewiesen, das ist zwar nun ein extremes Beispiel, aber letztenlich haben die PPI Nutzer ja ein ähnliches Problem. Bei mir ist, trotz 8 jähriger Einnahme, kein Vitamin B12 Mangel festgestellt worden.

Habe so ziemlich alles testen lassen und das einzige was mir fehlt ist Eisen, und der Ferritin Spiegel ist dann immer im absoluten Kellermodus.
Dafür nehme ich dann immer Eisenpräperate, weil ich keine Infusionen möchte, und dann geht das alles wieder in den Normalbereich. Das Ganze liegt aber bei mir daran, dass ich kein Fleisch esse und auch keinen Ersatz an bestimmten Lebensmitteln dafür zu mir nehme.

Den PPI will ich nur deshalb reduzieren, nach Möglichkeit absetzen, weil ich zum einen wissen möchte, ob ich ohne klar komme, zum anderen auch Nebenwirkungen und Spätfolgen fürchte.

Magnesium habe ich keinen Mangel, finde aber Deinen Hinwei dazu super interessant, vielleicht schreibst Du mal, was Du da an Magnesium und Kalzium genommen hast oder empfehlen würdest, man könnte das ja begleitend zur Reduktion dann nehmen.
Also bitte auch die Dosierung angeben, das wäre sehr nett.

Vielen Dank für all diese Hinweise und Ausführungen, denke hier ist jeder Ratschlag, jede Erfahrung enorm wichtig.

Lieben Gruß

TeaTime
Zuletzt geändert von TeaTime am 03.10.2016 18:11, insgesamt 2-mal geändert.
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[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
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Re: PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch

Beitrag von Jamie »

Hallo henning,

also wow! Wir kennen uns zwar nicht, aber ich glaube, ich habe seltener ein umfassendes Bild meiner Störungen gelesen so wie du es zusammengestellt hast. Plus, noch besser: umfangreiche Erklärung. Bild
Ich danke dir wirklich sehr sehr herzlich :hug: . Du musst das nicht für mich machen, aber ggf. darf ich bei Bedarf noch mal etwas nachfragen?

Normalerweise bin ja ich diejenige hier, die berät, aber es ist außerordentlich wohltuend, auch mal Sachen erklärt zu bekommen und bei dem, was du auf dem Kasten hast, kann ich nur den Hut ziehen. Da komme ich mit meiner pharmazeutische Ausbildung und meiner Zeit in der Apotheke und was ich mir privat angelesen habe, nicht nach.

Ich werde wohl einen Haufen Sachen substituieren müssen; dass ich zu wenig Magensäure habe, vermute ich schon lange. Und als du geschrieben hast, dass ich deswegen auch auf Schoki und Kaffee abfahre (säurebeildend), da fiel mir das wie Schuppen von den Augen.
Ich weiß, dass mir im PPI Thread die sehr gesunde Ernährung immer ans Herz gelegt wird und ich probiere es auch, aber es ist wirklich so, dass ich einen Haufen Nahrungsmittel nicht verdauen kann und Schokolade kann ich z.B. besser vertragen als Brot und daher auch der Konsum. Der Zucker hält mich am Leben, etwas platt gesagt.

Eisen kann ich leider nicht zu mir nehmen (Magen), obwohl ich einen üblen Mangel in viel zu niedrigem Ferritin habe. Bei meiner Schwester (auch PPI abhängig und Vit B12 grenzwertig niedrig) ist es noch schlimmer, bei ihr sind neben Ferritin auch Hb und freies Eisen im Keller. Hast du da einen Tipp, welche Fe-Verbindung nicht so auf den Magen schlägt? Wir haben es nach FerroSanol duodenal mit Eisen verla probiert, aber da gehen auch nur niedrige Dosen. Hast du eine eigene Meinung zu Eisentransfusionen? Die werden ja immer schwer diskutiert.

Und zum Kalium noch ein Satz. Wie du weißt, ist das ein heikles Mineral. Ich habe mich in der Apotheke geweigert Kalium einfach so abzugeben (zB Kalinor Brausetabletten), da die Einnahme ungünstigenfalls Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Könnte eine Einnahme sehr niedriger Mengen, dafür über langen Zeitraum, das auch kompensieren?

Grüße, lass dir Zeit mit antworten - ich würde mich zwar freuen, aber wegen mir muss sich niemand hetzen geschweige denn genötigt fühle zu reagieren :).

Jamie
...........SIGNATUR...............


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