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Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Medikamentensteckbriefe

padma
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Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma »

hallo,

hier findet ihr Kurzbeschreibungen zu den Psychopharmaka, mit denen wir im Forum am häufigsten zu tun haben. Nach und nach werden weitere Steckbriefe hinzu kommen.

Die Psychopharmaka sind nach ihrem Wirkstoffnamen aufgeführt. Wenn du nicht weisst, welchen Wirkstoff dein Medikament enthält, schau im Beipackzettel oder z.B. auf Psychopharmakaliste psylex.de nach.

Diese Steckbriefe sind nur dafür gedacht, sich einen kurzen Überblick zu verschaffen. Sie sind kein Ersatz für das sorgfältige Lesen der Gebrauchs- oder Fachinformation.

Die Informationen der Steckbriefe wurden sorgfältig recherchiert. Eine Gewähr auf die Richtigkeit können wir natürlich nicht geben.

Die "Hinweise zum Absetzen" beruhen ausschliesslich auf Erfahrungswerten.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei Ululu und LinLina, die viel Arbeit in dieses Lexikon gesteckt hat.

liebe Grüsse,
das ADFD Team



Übersicht:

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma »

A




Wirkstoffname

Agomelatin

Handelsnamen
Valdoxan

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
gehört zu keiner Unterkategorie. Agomelantin ist ein Analogon des Hormons Melatonin.

pharmakologische Wirkung
Agomelatin wirkt als melatonerger (MT1- und MT2-Rezeptoren) Agonist und 5-HT2C-Antagonist. Agomelatin erhöht außerdem speziell im frontalen Cortex die Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin und hat keinen Einfluss auf den extrazellulären Serotoninspiegel.

Halbwertszeit
ca. 1,5 h

Darreichungsformen
Filmtabletten 25 mg

Übliche Dosierung
25 mg, Höchstdosis 50 mg (es ist nicht nachgewiesen, dass 50 mg besser wirken)

Enzymatischer Abbau
hauptsächlich CYP1A2, geringer über CYP2C9 und CYP2C19

Bioverfügbarkeit
3-4 %, sehr variabel

Wichtige Wechselwirkungen
Agomelantin darf nicht zusammen mit Fluvoxamin und Ciprofloxacin eingenommen werden.
Mögliche Erhöhung der Agomelatin-Blutkonzentration durch gleichzeitige Gabe von weiblichen Geschlechtshormonen (östrogenen), Betablocker Propranolol, Grepafloxacin, Enoxacin.

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Schwindel, Somnolenz (Schläfrigkeit), Insomnia (Schlaflosigkeit), Migräne, Nausea (Übelkeit), Diarrhö (Durchfall), Obstipation (Verstopfung), Bauchschmerzen, Erbrechen, Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen), Rückenschmerzen, Fatigue (Erschöpfung), erhöhte Leberenzyme und Angst.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage
Erhöhung der Leberwerte kann schnelles Absetzen notwendig machen

Weitere Anmerkungen
Risiko potenziell irreversible Leberschäden, daher sollen vor und während der Einnahme von Agomelantin engmaschig die Leberwerte überprüft werden und auf Symptome einer möglichen Leberschädigung geachtet werden
Die Bioverfügbarkeit wird durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva erhöht und durch Rauchen verringert.

Kontraindikation: eingeschränkte Leberfunktion
nicht geeignet unter 18 Jahren, für Menschen mit Demenz,
bei älteren Menschen konnte kein Nutzen nachgewiesen werden, ab 75 Jahren kontraindiziert
Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen

Die Nutzen-Schaden-Bilanz ist laut Arzneimitteltelegramm negativ: Dem unzureichend belegten Nutzen, der zudem laut EMEA von marginaler klinischer Relevanz ist, stehen potenziell irreversible Leberschäden gegenüber.


Erfahrungsberichte



Links
*Agomelantin - Gelbe Liste
*Agomelantin - psylex.de
*Valdoxan Fachinformation
*Agomelantin - Arzneimittel Telegramm




Wirkstoffname

Alprazolam

Handelsnamen
Cassadan, Tafil, Xanax, Xanor

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

pharmakologische Wirkung
wirkt an den Rezeptoren für Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) im Gehirn

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
6 - 12 Stunden, bei älteren männlichen Patienten auch länger

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg,

Übliche Dosierung
Anfangsdosis 3x täglich 0,25 - 0,5 mg, Erhaltungsdosis 0,5 - 3 mg täglich, für gebrechliche oder geschwächte Patienten und bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen höchstens 0,75 mg täglich

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Muskelrelaxantien, Imipramin, Desipramin, Cimetidin, orale Kontrazeptiva, HIV Proteasehemmer

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Verwirrung, Depressionen, Appetitmangel, Koordinationsstörungen, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, schleppende Sprache, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verschwommen sehen, Schwäche, Euphorie


Hinweise zum Absetzen

schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam) und nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Diazepam Äquivalenz lt Ashton: 0,5 mg zu 10 mg Diazepam, die Erfahrung hier im Forum zeigt, dass 0,5 - 1 mg realistisch ist.
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann A. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwölf Tage) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe, Schwere Ateminsuffizienz. Myasthenia gravis, Schwere Leberfunktionsstörungen, Akute Intoxikationen durch Alkohol oder andere ZNS-aktive Substanzen.
Die Sicherheit für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist nicht belegt

Links
*Alprazolam - Gelbe Liste
*Alprazolam - psylex.de
*Alprazolam Fachinformation PDF
*Ashton Manual



Wirkstoffname

Amisulprid

Handelsnamen
Deniban, Solian

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Amisulprid wirkt durch Bindung an Dopaminrezeptoren, vor allem an D2- und D3-Rezeptoren vor und hinter den Synapsen. Geringe Dosierungen aktivieren die Dopaminausschüttung und haben eine stimmungsaufhellende und belebende Wirkung (präsynaptisch). In hoher Dosierung blockiert Amisulprid die Dopaminrezeptoren im Gefühl- und Triebzentrums des Gehirns (limbisches System), was zu dem positiven Effekt auf Wahnvorstellungen führt (postsynaptisch).

Halbwertszeit
ca. 12 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 50 mg, 100 mg, 200 mg, 400 mg, Lösung 1 ml = 100 mg

Übliche Dosierung
bei Schizophrenie und Positivsymptomatik 400 mg - 800 mg, bis zu 1.200 mg, bei Negativsymptomatik 50 mg - 300 mg

Enzymatischer Abbau
wird überwiegend über die Niere abgebaut, nur 4% werden metabolisiert

Bioverfügbarkeit
48 %

Wichtige Wechselwirkungen
Levodopa, Piribedil, Wirkstoffe, die potentiell die QT Zeit verlängern können.

Häufige Nebenwirkungen
Extrapyramide Störungen, wie Tremor, Rigidität, Hypokinese, vermehrter Speichelfluss, Akathisie, akute Dyskinesie, Schiefhals, Augenmuskelkrämpfe, Kieferkrämpfe, Schläfrigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Angst, Agitiertheit, Orgasmusstörungen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Erhöhung des Prolaktinspiegels, Milchfluss, Zyklusstörungen, Gynäktomastie, Brustschmerzen, Brustvergrößerung, Prolaktinome, Impotenz, Blutdrucksenkung, Gewichtszunahme.
Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Extrapyramide Störungen). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.
Eine Verlängerung der QT Zeit kann auftreten und ist ein zwingender Absetzgrund

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung
Häufigste Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gehirnnebel, Depression, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Unruhe, Herzschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, Neuroemotionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwindel
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Derivat des Sulpirids
Die Unbedenklichkeit in der Schwangerschaft wurde nicht belegt. Abstillen.

Links
* Amisulprid - Gelbe Liste
*Amisulprid - psylex.de
*Amisulprid Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika



Wirkstoffname

Amitriptylin

(Metabolit Nortriptylin)

Handelsnamen
Saroten, Tryptizol, (Nortrilen)

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
trizyklisches Antidepressivum

pharmakologische Wirkung
Amitriptylin hemmt die neuronale Aufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin und beeinflusst den Acetylcholin-Kreislauf im Gehirn

Halbwertszeit
8 - 51 Stunden (30 Stunden)

Darreichungsformen
Tabletten und Filmtabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, Retardtabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, Lösung 40 mg/ ml
(Dragees 10 mg, 25 mg )

Übliche Dosierung
Schmerzen: 5 - 25 mg, Depressionen 100 - 150 mg
(50 - 150 mg, in besonders schweren Fällen bis zu 225 mg)

Enzymatischer Abbau
CYP2C19, CYP2C9, CYP1A2

Bioverfügbarkeit
48 % (46 - 59 %)

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, Apraclonidin, Brimondin, Budipin, Linezolid, Lumefantrin, Moclobemid Rasagilin, Selegilin, Thioridazin, QT Zeit verändernde Medikamente

Häufige Nebenwirkungen
Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Verstopfung, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Schwitzen, Akkomodationsstörungen, verschnupfte Nase, Kopfschmerzen,, Sprachstörungen, Hypotonie, orthostatische Dysregulation, Tachykardie, Herzrhythmustörungen, Aggression, Tremor, innere Unruhe, sexuelle Funktionsstörungen, Hautausschläge, Störungen der Blasenentleerung, Ataxie, Störungen im Geschmacksvermögen, Konzentrationsstörungen, Mydriasis

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung
bei Einnahme der Retardtabletten ist nach und nach eine Umstellung nötig

häufige Absetzerscheinungen: Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,

Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Aggressivität, Angst, Depressionen,

Weitere Anmerkungen
- QT Zeit Verlängerung kann schnelles Absetzen notwendig machen
- Unterdrückt den REM Schlaf und kann deshalb Lernprozesse stören und Gedächtnisstörungen bewirken
(gilt wahrscheinlich auch für andere trizyklisches AD)
"altes AD", deshalb recht gut erforscht

- Amitriptylin sollte während der Schwangerschaft nicht angewandt werden. Beim Neugeborenen wurden nach Gabe höherer Dosierungen von Antidepressiva vor der Geburt Entzugserscheinungen in Form von Störungen der Herz- und Atem- funktion, Harn- und Stuhlentleerung sowie Unruhe beobachtet.
- Amitriptylin geht in die Muttermilch über, bei zwingender Indikation sollte abgestillt werden.

- Amitriptylin sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind


Links

*Amitriptylin - Gelbe Liste
*Amitriptylin - psylex.de
*Amitriptylin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Aripiprazol

Handelsnamen
Abilify, Abilify Maintena

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Als partieller Dopamin-D2-Agonist blockiert Aripiprazol die postsynaptischen Dopamin-D2-Rezeptoren, während es gleichzeitig die präsynaptischen Autorezeptoren stimuliert. Aripiprazol wirkt also agonistisch, wenn der natürliche Botenstoff Dopamin fehlt und antagonistisch, sobald dessen Aktivität erhöht ist.
Weiterhin weist Aripiprazol auch eine partialagonistische Wirkung an Serotonin 5-HT1A-Rezeptoren und eine antagonistische Wirkung an 5-HT2A-Rezeptoren auf.

Halbwertszeit
Mittlere Halbwertszeit 75 Stunden, annähernd 146 Stunden bei„schlechten“ (= „poor“) Metabolisierern über CYP2D6
Der Steady State ist nach ca 14 Tagen erreicht.

Darreichungsformen
Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg, 30 mg; Schmelztabletten zu 10 mg, 15 mg, 30 mg; Lösung 1 mg/ml; Injektionslösung 7,5 mg; Depot-Injektion zu 300 mg, 400 mg,

Übliche Dosierung
- nach Herstellerangaben: Schizophrenie: Anfangsdosis 10 oder 15 mg pro Tag, Erhaltungsdosis 15 mg, Höchstdosis 30 mg
Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: Anfangsdosis 15 mg pro Tag, Höchstdosis 30 mg
- Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 3.4 mg tgl. ansonsten 6.8 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP3A4 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
die absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 87 Prozent

Wichtige Wechselwirkungen
- Wirkstoffe, die eine QT-Verlängerung oder Elektrolythaushaltsstörungen verursachen können;
- CYP2D6-Hemmern, wie Paroxetin, Chinidin, Fluoxetin, sowie CYP3A4-Hemmern (Ketokonazol);
- Schwache Inhibitoren von CYP3A4 (Diltiazem oder Escitalopram) oder CYP2D6 können mäßigen
Anstieg der Aripiprazol-Konzentration verursachen.
- serotonerge Arzneimittel wie SSRI/SNRI ► es wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet

Häufige Nebenwirkungen
Benommenheit, Schläfrigkeit, Akathisie, Tremor, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen gastrointestinale Symptome, Schlafstörungen

QT Zeit Verlängerung, Suizidalität, Dyskinesien, extrapyramidale Symptome, Malignes neuroleptisches Syndrom, Krampfanfälle, können auftreten.
Der Serum-Prolaktinspiegel sowohl erhöhte als auch vermindert werden.
Aripiprazol kann Somnolenz, lageabhängige Hypotonie und motorische und sensorische Instabilität verursachen, was zu Stürzen führen kann.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- Schwangerschaft: Nicht anwenden. Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschließlich Aripiprazol) exponiert waren, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen gefährdet,
- Stillen: geht in die Muttermilch über

- Kinder und Jugendliche: zugelassenfür eine bis zu 12 Wochen dauernde Behandlung von mäßigen bis schweren manischen Episoden der Bipolar-I-Störung ab 13 Jahren; Schizophrenie ab 15 Jahren
- bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose besteht ein erhöhtes Sterberisiko
- ab 65 Jahren erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (metabolisches Syndrom, Nierenversagen)

- es kann zu zwanghaftem oder unkontrollierbarem Verlust der Impulskontrolle kommen
- für Raucher ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Erfahrungsberichte
Erfahrungsbericht von Lukas
Erfahrungsbericht von Crazy
Erfahrungsbericht von Lea Gie

Links
*Aripiprazol - Gelbe Liste
*Aripiprazol - psylex.de
*Aripiprazol Fachinformation
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma »

B


Wirkstoffname

Bromazepam

Handelsnamen
Bromazanil, Gityl, Lexostad, Lexotanil, Normoc

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Bromazepam ist ein Benzodiazepin-Derivat, wirkt spannungs-, erregungs- und angstdämpfend, senkt den Muskeltonus, antikonvulsive Eigenschaften

Halbwertszeit
10 - 20 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 6 mg

Übliche Dosierung
3 - 6 mg abends

Enzymatischer Abbau
CYP450

Bioverfügbarkeit
84 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure, Clozapin

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Niedergeschlagenheit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Überhang

Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit, dann nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 5 - 6 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann B. schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme physisch und psychisch abhängig machen (Sucht,Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bromazepam unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.
Bromazepam darf während der gesamten Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen bei zwingender Indikation angewendet werden. Vom Stillen ist abzuraten

Links
*Bromazepam - Gelbe Liste
*Bromazepam - psylex.de
*Fachinformaion Bromazepam
*Ashton Manul



Wirkstoffname

Bupropion

Handelsnamen
Elontril, Wellbutrin,Zyban

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Noradrenalin- und Dopamin- Wiederaufnahmehemmer, Phenylethylamin (mit Amphetamin verwandt)

pharmakologische Wirkung
Bupropion hemmt die Wiederaufnahme Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen im ZNS, hemmt geringfügig die Wiederaufnahme von Serotonin

Halbwertszeit
ca 20 h; Steady State nach ca 5 - 8 Tagen

Darreichungsformen
Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (retardiert) 150 mg und 300 mg

Übliche Dosierung
150 - 300 mg (bei älteren Menschen Höchstdosis 150 mg)

Enzymatischer Abbau
Cytochrom P450-2B6, Substrat und Inhibitor von CYP2D6

Bioverfügbarkeit
über 87 %

Wichtige Wechselwirkungen
führt zu Anstieg des Blutspiegels aller Trizyklika außer Doxepin (sehr stark: Desipramin, Nortriptylin, stark: Clomipramin) und vieler SSRI, des Schmerzmittels Tramadol, von Antipsychotika wie Risperidon und Thioridazin, Betablockern wie Metoprolol, Klasse-1C-Antiarrhythmika wie Propafenon und Flecainid.

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, gastrointestinale Störungen mit Übelkeit und Erbrechen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria, Appetitlosigkeit, Agitiertheit,Angst,Zittern, Schwindel, Geschmacksstörungen, Sehstörungen, Tinnitus, Hypertonie, Gesichtsröte, Obstipation, Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen, Fieber, Brustschmerzen, Asthenie.

Krampfanfälle, feindseliges Verhalten, Halluzinationen, Parkinsonismus, Suizidalität, Psychosen können auftreten

Hinweise zum Absetzen
Bupropion soll laut Herstellerangabe schrittweise abgesetzt werden. Die kleinste Dosiseinheit beträgt jedoch 150 mg, es darf nicht geteilt werden.

Es gibt keine wirklich gute Lösung zum Ausschleichen von Bupropion.
Manche Betroffene können die 150 mg direkt weglassen.
Es gibt Betroffene, die die Retardtablette trotz Risiko teilen (bitte Rücksprache mit dem Arzt halten). Wichtig ist dann, die Dosis auf mehrere Einnahmen zu verteilen ( 3 x alle 8 Stunden) um so einem zu starken Wirkstoffanstieg entgegen zu wirken.
Zum Teilen bitte benutze ggfs. einer Feinwaage (möglichst grosse Stücke und nicht zermösern). Bitte nicht die Wasserlösemethode benutzen.

Andere haben es damit geschafft, Bupropion zwei Tage nehmen, einen nicht. Wir raten bei im allgemeinen von dieser Methode ab, bei Bupropion kann man evtl. darauf zurückgreifen.
Relativ neu sind die Taperingstrips, da brauchst du allerdings einen Arzt, der kooperiert

Weitere Anmerkungen
- Die Tabletten dürfen aufgrund der Gefahr eines Krampfanfalls nicht zerteilt oder zerkaut werden!
- Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Bupropion nicht eingenommen werden
- wegen unkontollierbarer Risiken nicht unter 18 Jahren anwenden
- Suchtverhalten ist möglich
- wird auch zur Unterstützung der Rauchentwöhnung eingesetzt
- negative Bewertung durch das Arzneimittel-Telegramm (wirkschwache und nebenwirkungsreiche Scheininnovation)

Erfahrungsberichte


Links
*Bupropion - Gelbe Liste
*Bupropipn - psylex.de
*Bupropion-Fachinformation
*Bupropion-Arzneimittel-Telegramm
*Tapering strips

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma »

C


Wirkstoffname

Citalopram

Handelsnamen
Cipramil, Seropram, Pram, Cipram, Celexa

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

Pharmakologische Wirkung
hemmt durch die Belegung der Serotonintransporter die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse

Halbwertszeit
36 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 10mg, 20mg, 30 mg, 40 mg Lösung: 20mg/ml

Übliche Dosierung
bei Depressionen 20 mg bis 40 mg, bei Angsterkrankung 10mg bis 40 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan , Wirkstoffe, die die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen, Betablocker, Domperidon

Eine gleichzeitige Einnahme mit Omeprazol kann die Plasmaspiegel von Citalopram erhöhen und so zu verstärkten Nebenwirkungen führen.

Häufige Nebenwirkungen
Benommenheit, Schläfrigkeit, Insomie, Agitiertheit, Nervosität, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Tremor, Palpilationen, Schwitzen, Akkomodationsstörungen, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Amnesie, Angst, Apathie, Suizidversuche, Verwirrtheit, Migräne, Parästhesien, Tachykardie, Hypotonie, Hypertonie, Verdauungsstörungen, erhöhter Speichelfluss, Miktionsstörungen, Polyurie, Gewichtsverlust und - zunahme, Rhinitis, Sinusitis, Libidoabnahme, Impotenz, Geschmackstörungen, Juckreiz, Ausschlag, Sehstörungen, Müdigkeit und Gähnen

Hinweise zum Absetzen

Wasserlösmethode, Feinwaage oder Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schwindel, Empfindungsstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit, Sehstörungen.
Tinnitus und Kopfrauschen treten sowohl als NW als auch beim Absetzen auf.

Weitere Anmerkungen
bei Patienten 60+ liegt die Höchstdosis bei 20 mg
Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten

Citalopram sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Geht in die Muttermilch über, beim Stillen ist Vorsicht geboten

Links
*Citalopram - Gelbe Liste
*Citalopram - psylex.de
*Citalopram Fachinformation PDF
*Sicherheitsinformation Citalopram
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Clonazepam

Handelsnamen
Rivotril, Antelepsin, Klonopin

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Clonazepam verstärkt die natürliche Wirkung des hemmenden Neurotransmitters GABA (Gammaaminobuttersäure) im Gehirn, indem es an die GABA Rezeptoren bindet

Halbwertszeit
30 - 40 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,5 mg, 2 mg, Tropfen 2,5 mg / ml

Übliche Dosierung
Die Dosis wird individuell angepasst.
Erhaltungstherapie bei Epilepsie: Säuglinge 0,5 - 1 mg, Kleinkinder 1,5 - 3 mg, Schulkinder 3 - 6 mg, Erwachsene 4 - 8 mg

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
71 - 76 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Benommenheit, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Gang - und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit


Hinweise zum Absetzen
nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 0,5 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
wird hauptsächlich als Antikonvulsivum eingesetzt
Wie alle Benzodiazepine kann C. physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, eher seltenToleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe

während der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit, nicht stillen

Links
*Clonazepam - Gelbe Liste
*Clonazepam - psylex.de
*Fachinformation Clonazepam PDF
*Ashton Manual

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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma »

D


Wirkstoffname

Diazepam

Handelsnamen
Faustan, Gewacalm, Paceum, Psychopax, Relanium, Stesolid, Valiquid, Valium

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Diazepam bindet agonistisch an GABA-A-Rezeptoren und vermindert so die neuronale Erregung. Dadurch wirkt es angstlösend, muskelentspannend, krampflösend und beruhigend.

Halbwertszeit
24 - 48 Stunden,
"aktive Metaboliten" bis zu 100 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 2 mg, 5 mg, 10 mg, Tropfen, Zäpfchen 10 mg

Übliche Dosierung
5 mg - 10 mg täglich

Enzymatischer Abbau
CYP2C19

Bioverfügbarkeit
nahezu 100 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Muskelrelaxantien, Blutdrucksenker, Lachgas, Opioide Analgetika
Grapefruitsaft hemmt den Abbau von D.

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Benommenheit, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Gang - und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit


Hinweise zum Absetzen
nach Ashton ausschleichen (s.Link)

Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle


Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann D. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.

Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Nicht anwenden bei Säuglingen und Kleinkindern unter 6 Monaten
In der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation anwenden, nicht stillen
Sturzgefahr bei älteren Patienten
Durch die lange Halbwertzeit spiegelt D. sich auf, sodass die volle Wirkung erst nach einigen Tagen erreicht wird.

Links
*Diazepam - Gelbe Liste
*Diazepam - psylex.de
*Diazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual




Wirkstoffname

Doxepin

Handelsnamen
Aponal, Sinquan

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
trizyklisches Antidepressivum

pharmakologische Wirkung
Doxepin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptischen Speicher der Nervenzellen im ZNS; wirkt antihistaminerg am H1 und H2 Rezeptor; peripher anticholinerge Wirkung

Halbwertszeit
17 Stunden, Metabolit Desmethyldoxepin 51 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 kg, 100 mg, Lösung 40 mg/ ml

Übliche Dosierung
50 mg, kann bis auf 150 mg gesteigert werden, Einnahme abends

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP2C19

Bioverfügbarkeit
30 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate auch die Vorstufe L- Tryptophan,, andere zentral dämpfende Arzneimittel, morphinhaltige Arzneimittel, H1 Antihistaminika

Häufige Nebenwirkungen
Mundtrockenheit, trockene Nase, Kopfschmerzen, Sehstörung, Schwitzen, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, niedriger Blutdruck, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Tremor, Verstopfung, Anstieg der Leberwerte, Gewichtszunahme, Juckreiz, Durst, Blasenentleerungsstörungen, innere Unruhe, Verwirrtheitszustände, Verlust der Libido, Impotenz

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

häufige Absetzerscheinungen: Muskelzuckungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Verdauungsstörungen, innere Unruhe, Angst, Gliederschmerzen, Erschöpfung, Weinen, Frieren, Schwitzen

Weitere Anmerkungen
- wirkt zumeist stark dämpfend
- wird im Alkoholentzug eingesetzt, wird als Schlafmittel eingesetzt, als Migräneprophylaxe und bei Schmerzerkrankungen,
- kann die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich steigern, auf Sonnenschutz achten !
- QT-Zeit Verlängerung macht schnelles Absetzen notwendig
- Alkohol meiden
- bei Menschen mit langsamem oder intermediärem CYP2D6-Metabolismus ist eine lebensbedrohliche Doxepin-Vergiftung schon bei Regeldosen möglich.

- Kinder und Jugendliche: Doxepin darf nicht unter 12 Jahren angewandt werden; zwischen 12 und 18 Jahren soll es nicht angewandt werden, aufgrund der Risiken und des fehlenden therapeutischen Nutzen
- Schwangerschaft und Stillzeit: Doxepin darf aufgrund der Risiken während der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit angewandt werden, keine Anwendung während der Stillzeit
- Ältere Menschen: erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen

Links
*Doxepin - Gelbe Liste
*Doxepin - psylex.de
*Doxepin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva


Wirkstoffname

Duloxetin

Handelsnamen
Riclaim, Cymbalta, Yentreve, Duloxalta

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSNRI

pharmakologische Wirkung
Duloxetin hemmt die Wiederaufnahme Serotonin (5-HT) und Noradrenalin in die präsynaptischen Speicher der Nervenzellen im ZNS, sowie in geringem Ausmaß die Wiederaufnahme von Dopamin

Halbwertszeit
12 Stunden

Darreichungsformen
Kapseln zu 30 und 60 mg

Übliche Dosierung
60 mg, kann bis auf 120 mg gesteigert werden

Enzymatischer Abbau
CYP2D6 , CYP1A2

Bioverfügbarkeit
32 - 80 % Raucher haben eine um nahezu 50% reduzierte Plasmakonzentration, muss bei Rauchstopp bedacht werden

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan, Ciprofloxacin, Alkohol, Erhöhung der Blutungsneigung bei Blutverdünnern, Tabakrauch s.o.

Häufige Nebenwirkungen
Schlafprobleme, Übelkeit, merkbar trockener Mund, Verstopfung, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, verminderter Appetit, Durst, Ängstlichkeit, Libidoverminderung, Anorgasmie, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern, unscharfes Sehen, Nervosität, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Schwitzen, Lethargie, Juckreiz, Schwäche, Erektion Dysfunktion, verzögerte Ejakulation

Hinweise zum Absetzen
Kügelchenmethode, Feinwaage
Folgende Präparate haben Kügelchen: Duloxetin Zentiva, Cymbalta Lilly

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: hoher Blutdruck, Unruhe, Albträume, Schwindel, Depersonalisation, Derealisation, Brainzaps, Wahrnehmungsstörungen, Ohrgeräusche, Gereiztheit, Aggressivität, Suizidgedanken, Angst, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit

Absetzerscheinungen treten häufig auf.

Weitere Anmerkungen
Schwangerschaft: potentielles Risiko für den Fötus und das Neugeborene
Stillzeit: Anwendung nicht empfohlen
D. wird auch bei Schmerzerkrankungen und Harninkontinenz eingesetzt.

Links
*Duloxetin - Gelbe Liste
*Duloxetin psylex.de
*Duloxetin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva

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E


Wirkstoffname

Escitalopram

Handelsnamen
Cipralex, Seroplex, Lexapro

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

pharmakologische Wirkung
Escitalopram belegt die Serotonintransporter und hemmt so die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse

Halbwertszeit
36 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 5mg, 10mg, 15mg, 20 mg Lösung: 20mg/ml

Übliche Dosierung
bei Depressionen 10 mg bis 20 mg, bei Angsterkrankung 5mg bis 20 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan, Wirkstoffe, die die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen, Betablocker, Domperidon

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme, Insomnie, Somnolenz, Schwindel, Parästhesien, Tremor, Sinusitis, Gähnen, Diarrhoe, Obstipation, Erbrechen, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Arthalgie, Myalgie, verminderter Appetit, verstärkter Appetit, Erschöpfung, Fieber, Ejakulationsstörungen, Impotenz, Libidoverlust, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit, anormale Träume, Anorgasmie

Hinweise zum Absetzen

Wasserlösmethode, Feinwaage oder Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schwindel, Empfindungsstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit, Sehstörungen.
Tinnitus und Kopfrauschen treten sowohl als NW als auch beim Absetzen auf.

Weitere Anmerkungen
bei Patienten 60+ liegt die Höchstdosis bei 10 mg
Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten


Erfahrungsberichte
*Bittchen: Escitalopram abgesetzt
*Hypeastrum Escitalopram absetzen

Links
*Escitalopram - Gelbe Liste
*Escitalopram - psylex.de
*Escitalopram Fachinformation
*QT Verlängerung Escitalopram - Pharmazeutische Zeitung
*Infoartikel Antidepressiva

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F


Wirkstoffname

Flunitrazepam

Handelsnamen
Fluninoc, Rohypnol

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Flunitrazepam ist ein Benzodiazepinderivat und bindet als spezifischer GABA-Agonist mit hoher Affinität an Benzodiazepin-Rezeptoren (BZ1 und BZ2) im ZNS.

Halbwertszeit
35 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten zu 1mg

Übliche Dosierung
1mg direkt vor dem Schlafen, nicht anzuwenden bei älteren Patienten (Sturzgefahr)

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
80 - 90 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure, Clozapin, Lithium, Narkotika

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen,Schwindel, Benommenheit, Niedergeschlagenheit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Gedächtnislücken, Konzentrationsstörungen, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Überhang, Muskelschwäche, Ataxie

Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit, dann nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 1 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann B. schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme physisch und psychisch abhängig machen (Sucht,Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe
Darf bei Kindern nicht angewendet werden
Anwendung in der Schwangerschaft nur bei zwingenden Gründen; abstillen

Bei gleichzeitigem Alkoholgenuss und in höherer Dosierung können schwere Erinnerungslücken auftreten. Das Medikament erlangte deshalb als "Vergewaltigungsdroge" oder "K.O. Tropfen" traurige Berühmtheit.
Die sedierende Wirkung ist sehr stark.
F wird besonders häufig missbräuchlich verwendet. Es darf laut Warnhinweis unter keinen Umständen Drogenabhängigen oder Patienten mit Abhängigkeitsanamnese verschrieben werden.

Links
*Flunitrazepam - Gelbe Liste
*Flunitrazepam - psylex.de
*Flunitrazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual



Wirkstoffname

Fluoxetin

Handelsnamen
Flecium, Fluctine, Fluxet, Mutan, Positivum, Prozac

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

pharmakologische Wirkung
Fluoxetin hemmt den Serotonintransporter und somit die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt. Bei höheren Konzentrationen hemmt es außerdem 5HT2C-Rezeptoren.

Halbwertszeit
4 - 16 Tage ( aktiver Metabolit Nurofluoxetin)

Darreichungsformen
Kapseln, Hartkapseln, Tabletten zu 10 mg, 20 mg und 40 mg

Übliche Dosierung
Depression: 20 mg, schrittweise Erhöhung auf 60 mg ist möglich
Bulimie: 60 mg
Zwangserkrankungen: 20 mg, schrittweise Erhöhung auf 60 mg ist möglich

Enzymatischer Abbau
CYP2C9/19 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
72 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan , Metoprolol, Arzneimittel, die die QT Zeit verlängern, orale Antikoagulantien, incl.ASS und NSAR,
andere durch CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel, Arzneimittel, die die Krampfschwelle herabsetzen

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, verminderter Appetit, Angst, Nervosität, Ruhelosigkeit, Angespanntheit, verminderte Libido, Schlafstörungen, abnormale Träume, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Geschmacksstörung, Lethargie, Somnolenz, Tremor, verschwommenen Sehen, Palpitation, Flüge, Gähnen, Erbrechen, Dyspepsie, Mundtrockenheit, Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Hyperhidrose

Hinweise zum Absetzen
Tabletten mit Wasserlösmethode, Feinwaage (Lösung ist in Deutschland nicht mehr erhältlich)

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Parästhesien, Schlafstörungen, Asthenie, Erregtheit, Angst, Übelkeit, Erbrechen

Weitere Anmerkungen

Schwangerschaft: Risiko für kardiovaskuläre Fehlbildungen des Kindes erhöht ist, Entzugssyndrom beim Neugeborenen möglich
Kinder und Jugendliche: unter 8 Jahren nicht erlaubt; darf zwischen 8 bis 18 Jahren nur zur Behandlung von mittelgradigen bis schweren Episoden einer Major Depression in Kombination mit psychologischen Therapiemaßnahmen angewandt werden. Unbedenklichkeit einer Langzeitanwendung ist in dieser Altersgruppe bezüglich Wachstum, Pubertät, geistiger und emotionaler Entwicklung und Verhaltensentwicklung ncht gewährleistet

Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten
gesteigerte Aggressivität und Feindseligkeit kann als Nebenwirkung auftreten; das Medikament wird mit einigen Amokläufen, vor allem in den USA, in Verbindung gebracht.
Fluoxetin kann Knochenverlust und langfristig Osteoporose verursachen,
Aufgrund der langen HWZ stellen Ärzte gelegentlich auf Fluoxetin um, "um den Entzug zu erleichtern"

Links
*Fluoxetin - Gelbe Liste
*Fluoxetin - psylex.de
*Fluoxetin Fachinformation
*Infoartikel Antidepressiva





Wirkstoffname

Fluvoxamin

Handelsnamen
Fevarin, Flox-Ex, Floxyfral, Lucky

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSRI

pharmakologische Wirkung
besetzt die Serotonintransporter und hemmt so die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse

Halbwertszeit
15 Stunden

Darreichungsformen
Filmtablette zu 50 mg, 100 mg

Übliche Dosierung
100 mg, kann bis auf 300 mg erhöht werden, sollte ab 150 mg in zwei oder drei Tagesdosen aufgeteilt werden

Enzymatischer Abbau
CYP1A2, CYP2C, CYP3A4

Bioverfügbarkeit
53 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate (SSRI, Triptane, Buspiron, Trizyklische Antidepressiva) auch die Vorstufe L- Tryptophan,

Häufige Nebenwirkungen
Erregung, Angst, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Tremor, Somnolenz, Nervosität, Herzklopfen, Tachykardie, QT Zeit Verlängerung, Abdominal er Schmerz, Anorexie, Verstopfung Diarrhö, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Schwitzen, Asthenie, Kopfschmerzen, Unwohlsein

Hinweise zum Absetzen
Feinwaage

häufige Absetzerscheinungen sind Parästhesien, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst


Weitere Anmerkungen

wird hauptsächlich zur Behandlung von Zwangserkrankungen eingesetzt
hat nur geringe anticholinerge und antihistaminische Eigenschaften
wird auch bei Reizdarm eingesetzt
hemmt den Abbau von Koffein, daher Koffeinkonsum einschränken

Links
*Fluvoxamin - psylex.de
*Fluvoxamin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva

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Re: Medikamentensteckbriefe

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Wirkstoffname

Lorazepam

Handelsnamen
Tavor, Tavor Expidet, Tolid, Ativan, Merlit, Temesta, Temesta Expidet

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Lorazepam bindet es an eine spezifische modulatorische Stelle des GABA - Rezeptors im ZNS und verstärkt so die hemmende Wirkung des Neurotransmitters GABA

Halbwertszeit
11 - 18 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,5 mg (Tavor), 1 mg, 2,5 mg, Täfelchen zur sublingualen Anwendung. (Tavor Expidet) 1 mg, 2,5 mg, Tabs (Tavor) 2,0 mg

Übliche Dosierung
0,5 mg - 2,5 mg, verteilt auf zwei bis drei Einzeldosen täglich bei Bedarf, bei älteren oder geschwächten Patienten und bei Patienten mit hirnorganischen Veränderung sollte die Tagesdosis um 50 % reduziert werden
Höchstdosis 7,5 mg

Enzymatischer Abbau
Konjugation mit Glucuronsäure

Bioverfügbarkeit
ca. 94 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Antidepressiva ( insbes. Lithiumpräparate), Neuroleptika, Antiepileptika, PPI, Clozapin, Valporinsäure, Muskelrelaxantien, Erythromycin, orale Kontrazeptiva, Antikoagulation, Blutdrucksenker

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Verwirrung, Benommenheit,Depression,eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, Euphorie


Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam) und nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenz lt Ashton: 1 mg zu 10 mg Diazepam, erfahrungsgemäß kann oft etwas weniger Diazepam angesetzt werden.
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann L. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Wird oft zur Vorbereitung von operativen Eingriffen genutzt


Erfahrungsberichte
*Danielle: Das Rezept, das mein Leben veränderte (Lorazepam)

Links
*Lorazepam - psylex.de
*Lorazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual

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M


Wirkstoffname

Milnacipran

Handelsname
Ixel, Savella, Milna-neurax

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSNRI

pharmakologische Wirkung
Milnacipran ist ein dualer Wiederaufnahmehemmer von Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt. Es belegt die Transporter und hemmt so die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die Präsynapse etwa gleich stark.

Halbwertszeit
etwa 8 Stunden

Darreichungsformen
Hartkapseln zu 25 mg und 50 mg

Übliche Dosierung
2 Mal am Tag 50 mg
Einzunehmen mit den Mahlzeiten

Enzymatischer Abbau
wird hauptsächlich über die Niere abgebaut

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, Digitalis, Sumatriptan

Häufige Nebenwirkungen
Übelkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Bluthochdruck, beschleunigter Puls, Essstörungen, Schlafstörungen, Deression, Ängstlichkeit, Suizidalität, Migräne, Schwindel, Empfindungsstörungen, Schläfrigkeit, Muskelzittern, Palpitationen, Hitzewallungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit, Schmerzen der Skelettmuskulatur, Juckreiz Ausschlag, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Harndrang, Erektionsstörungen, Hodenschmerzen

Hinweise zum Absetzen



Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Panikattacken, extreme Müdigkeit, Unruhe, Gliederschmerzen, Aussichtslosigkeiz, Weinkrämpfe und Suizidgedanken

Weitere Anmerkungen
relativ neu zugelassen (2016)
darf nicht bei Niereninsuffizienz und vergrößerter Prostata angewendet werden
Wirkt sich stark auf Noradrenalin aus.
Wird oft bei Schmerzerkrankungen eingesetzt.
Keine QT Zeit Verlängerung

Links
*Milnacipran - Gelbe Liste
*Milnacipran - psylex.de
*Milnacipran Fachinformation
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Mirtazapin

Handelsnamen
Mirtazapin, Remeron, Remergil, Mirtel

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Tetrazyklische Antidepressiva, spezifisch noradrenergen serotonergen Antidepressiva (NaSSA)

pharmakologische Wirkung
Mirtazapin blockiert direkt Alpha 2 Rezeptoren (Noradrenalinrezeptoren) sowie 5-HT2- und 5-HT3-Rezeptoren (Serotoninrezeptoren) und verstärkt so die serotonerge und noradrenerge Reizweiterleitung im ZNS.
Zudem hemmt Mirtazapin den Histamin- H1 Rezeptor

Halbwertszeit
20-40 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten, Schmelztabletten: 15 mg/30 mg

Übliche Dosierung
7.5 mg, 15 mg, 30 mg, 45 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP1A2 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 50 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen, Sedativa, Alkohol und Warfarin

Häufige Nebenwirkungen
Schläfrigkeit, Dämpfung, Mundtrockenheit, gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Schwindel und Erschöpfung, Restless-Leg-Syndrom

Hinweise zum Absetzen

Die Absetzerscheinungen von Mirtazapin sind, wenn sie auftreten, teilweise recht schwerwiegend. Manchmal treten die Symptome erst 1-2 Wochen nach der Dosisreduktion auf, oder verstärken sich in diesem Zeitraum.

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schlaflosigkeit, Alpträume, Übelkeit, Erschöpfung, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, Herzrasen, Innere Unruhe. Besonders im unteren Dosisbereich (unter ca. 10 mg) sollte mit besonderer Vorsicht und in kleinen Schritten reduziert werden.

Aufgrund der stark histaminergen Wirkung kann es beim Absetzen recht häufig zu einer (meist vorübergehenden) Histaminintoleranz kommen.

Nach dem völligen Absetzen können sich die Symptome nach 1-3 Monaten nochmal verstärken und klingen dann meist langsam ab. Ob ein besonders langsames Absetzen bei den letzten mg diese nachträgliche Symptomwelle verhindert, ist noch unklar.

Gute Techniken für die Dosisreduktion sind das Auflösen der Tabletten, die Verwendung einer Feinwaage.


Weitere Anmerkungen

- Die Einnahme von Mirtazapin kann zu einer sehr starken Sedierung führen, daher wird es teilweise auch als schlafanstoßendes Mittel eingesetzt. Der beruhigende Effekt nimmt meist oberhalb von ca. 15 mg ab und kann bei einer Dosierung von 30 mg oder 45 mg zu erhöhter innerer Unruhe führen.

- In manchen Fällen kann die Einnahme von Mirtazapin eine Verschlechterung der Stimmung verursachen bis hin zu Suizidgedanken.

- Kinder und Jugendliche: nicht unter 18 Jahren anwenden
- Bei Anwendung in der Scchwangerschaft ist Vorsicht geboten. Das Neugeborene sollte aufgrund möglicher Risiken nach der Geburt überwacht werden
- Stillen: Mirtazapin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Daher nur nach Nutzen/Risiko Abwägung stillen

Links
*Mirtazapin - Gelbe Liste
*Mirtazapin - psylex.de
*Fachinformation: Remergil Schmelztabletten
*Fachinformation: Mirtazapin Actavis Filmtabletten
*Infoartikel Antidepressiva

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Re: Medikamentensteckbriefe

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Wirkstoffname

Olanzapin

Handelsnamen
Zyprexa

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Olanzapin blockiert postsynaptische Dopamin-D2-Rezeptoren, zudem wird der Anspruch erhoben, dass es postsynaptische Serotonin2A-Rezeptoren blockiert. Ausserdem wirkt es bevorzugt an muskarinergen M2-Rezeptoren und nicht an M1-Rezeptoren, was die geringere Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten bedingen könnte.

Halbwertszeit
ca 35 h (20 - 70 h), Steady State: 7 - 10 Tage

Darreichungsformen
Tabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Filmtabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Schmelztabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Tropfen 5mg/ml;
Injektionslösung (Pulver) 10 mg; Depot-Injektion-Suspension 210 mg, 300 mg, 405 mg,

Übliche Dosierung
nach Herstellerangaben 5 - 20 mg ( Patienten >60 Jahre wird daher eine Anfangsdosis von 2,5-5 mg)
Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 2,5 mg tgl. ansonsten 5,1 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP1A2

Bioverfügbarkeit
ca 57 %

Wichtige Wechselwirkungen
Carbamazepin, Fluvoxamin, Direkte und indirekte Dopamin-Agonisten, Insulin, Medikamente, die die QT Zeit verlängern, Aktivkohle

Häufige Nebenwirkungen
Gewichtszunahme(zwischen 7 und 25% des Ausgangskörpergewichtes), Schläfrigkeit, erhöhter Plasmaprolaktinspiegel, bei Patienten mit Alzheimer Krankheit abnormer Gang.
Eosinophilie, Appetitzunahme, erhöhter Glucosespiegel, erhöhter Triglyceridspiegel, Schwindelgefühl, Akathisie, Parkinsonismus, Dyskinesie, orthostatische Hypotonie, leichte, vorübergehende anticholinerge Effekte einschließlich Verstopfung und Mundtrockenheit, vorübergehend asymptomatische Erhöhung von Lebertransaminasen (ALT/AST), Schwäche, Ödeme.

QT Zeit Verlängerung, Suizidalität, Malignes neuroleptisches Syndrom, Krampfanfälle, können auftreten.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösemethode, Feinwaage, Tropfen
häufige Absetzsymptome: Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen

Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
- Schwangerschaft: potentielles Risiko für Fötus und Neugeborenes; nicht stillen
- bei älteren Menschen Dosisanpassung erforderlich
- nicht geeignet bei Demenz-assoziierten Psychosen und/oder Verhaltensstörungen (erhöhte Sterblichkeit, erhöhtes Risiko für Schlaganfälle)
- ab 65 Jahren erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (metabolisches Syndrom, Nierenversagen)
- kontraindiziert bei Patienten mit erhöhtem Risiko für ein Engwinkelglaukom
- Rauchen kann den Spiegel senken

Erfahrungsberichte
Links zu Erfahrungsberichten zum Absetzen der Substanz

Links
*Olanzapin - Gelbe Liste
*Olanzapin - psylex.de
*Olanzapin - Arzneimittet Telegramm
*Olanzapin Fachinformation PDF





Wirkstoffname

Opipramol

Handelsnamen
Insidon, Opipram

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
strukturell: Trizyklika; Nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer
nimmt eine Mittelstellung zwischen Antidepressiva und Neuroleptika ein

pharmakologische Wirkung
Opipramol aktiviert den Sigma 1 Rezeptor und in schwächerem Maße den Sigma 2 Rezeptor. Es blockiert mit geringer Affinität den Serotonin-Rezeptor 5-HT2A sowie den Dopamin-Rezeptor D2. Ausserdem blockiert es mit geringer Affinität Histamin-H1-Rezeptoren. Zudem hat es eine sehr gering ausgeprägte anticholinerge Wirkung

Halbwertszeit
Mittlere Halbwertszeit: ca 11 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 50 mg, 100 mg, 150 mg; Tropfen (Insidon)

Übliche Dosierung
200 - 300 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP2D6-Isoenzym

Bioverfügbarkeit

Wichtige Wechselwirkungen
Neuroleptika, Hypnotika, Tranquillizer, Anästhetika, Starke Anticholinerga, MAO-Hemmer, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Betablocker, IC-Antiarrhythmika, trizyklische Antidepressiva, Monooxygenasen, Cimetidin,

Wirkstoffe, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern, zu einer Hypokaliämie führen oder den hepatischen Abbau von Opipramol bremsen, sind zu vermeiden oder nur unter regelmäßiger EKG-Kontrolle zusammen mit Opipramol einzunehmen.

Häufige Nebenwirkungen
Müdigkeit, Mundtrockenheit, verstopfte Nase.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösemethode, Feinwaage, Tropfen
Häufigste Absetzsymptome: Unruhe, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Übelkeit, Erbrechen

Weitere Anmerkungen
wirkt dämpfend, angstlösend und schwach stimmungsaufhellend
durchschnittliche Behandlungsdauer: 1 - 2 Monate
Schwangerschaft: möglichst nicht einnehmen; abstillen
für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet
ältere Menschen haben unter Opipramol ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche
Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opipramol kam es zu Suizidversuchen
In hoher Dosierung können eventuell die NW von Neuroleptika eintreten (extrapyramidale Störungen)
Schwarzer Tee führt zu einem Wirkstoffverlust von 30 %
Alkohol sollte gemieden werden

Erfahrungsberichte

Links
*Opipramol - Gelbe Liste
*Opipramol - psylex.de
*Opipramol Fachinformation PDF




Wirkstoffname

Oxazepam

Handelsnamen
Adumbran, Anxiolit, Durazepam, Praxiten, Seresta

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin, Metabolit des Diazepams

pharmakologische Wirkung
Oxazepam bindet im ZNS an spezifische Benzodiazepinrezeptoren des GABA-ergen Transmittersystems und verstärkt damit deren dämpfende Wirkung. Neben seinen angst-, spannungs- und erregungsdämpfenden Eigenschaften sowie den sedierenden und hypnotischen Effekten zeigt Oxazepam in hohen Dosen auch eine dämpfende Wirkung auf den Muskeltonus und antikonvulsive Wirkungen.

Halbwertszeit
5 - 15 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 10 mg, 50 mg,

Übliche Dosierung
20 mg - 30 mg, verteilt auf 10 mg morgens und 10 - 20 mg abends, Höchstdosis 60 mg täglich, ältere PatientInnen 10 mg - 30 mg

Enzymatischer Abbau
Konjugation mit Glucuronsäure

Bioverfügbarkeit
95,5 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Antidepressiva ( insbes. Lithiumpräparate), Muskelrelaxantien, Antikoagulation, Blutdrucksenker Beta Blocker, Neuroleptika, Valporinsäure

Häufige Nebenwirkungen

Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Verwirrung, Benommenheit, Impotenz, Kopfschmerzen, Gangstörung, Übelkeit, Schwindel, Schwäche


Hinweise zum Absetzen
evtl.schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam)nach Ashton ausschleichen (s.Link)
oder direkt mit der Wasserlösmethode absetzen
Äquivalenz lt Ashton: 20 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Muskelzucken, Zittern, Schlafstörungen, Angst, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit
zerebrale Krampfanfälle möglich

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann O.. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Wirkung setzt langsam ein
Kinder unter 7 Jahren sollten nicht mit Oxazepam behandelt werden

Links
*Oxazepam - Gelbe Liste
*Oxazepam - psylex.de
*Oxazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

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P


Wirkstoffname

Paroxetin

Handelsnamen
Deroxat, ParoLich, Paroxat, Seroxat, Tagonis

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSRI

pharmakologische Wirkung
Paroxetin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT) in die Gehirnneuronen. Der Wirkstoff besitzt nur eine geringe Affinität zu muskarinartigen cholinergen, zu alpha1/alpha2- und beta-Adreno-Rezeptoren sowie zu Dopamin- und Histamin-Rezeptoren.

Halbwertszeit
24 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten und Filmtabletten zu 10 mg, 20 mg, 30 mg, 40 mg, Tropfen 33,1 mg/ml (Hormosan), Suspension 2mg/ml

Übliche Dosierung
20 mg, kann allmählich bis 50 mg gesteigert werden

Enzymatischer Abbau
CYP2D6

Bioverfügbarkeit
40%- 70%

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate (SSRI) auch die Vorstufe L- Tryptophan, Triptane, Buspiron, Trizyklische Antidepressiva), Tamoxifen, Pimozid, Thioridazin

Häufige Nebenwirkungen
verminderter Appetit, Erhöhung der Cholesterinwerte, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Agitiertheit, Unruhe, ungewöhnliche Träume, Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, verschwommenen Sehen, Gähnen, Übelkeit, Obstipation, Diarrhö, Erbrechen, Mundtrockenheit, Schwitzen, sexuelle Dysfunktion, Schwäche, Gewichtszunahme

Hinweise zum Absetzen
nicht wasserlöslich, Feinwaage oder Tropfen

häufige Absetzerscheinungen sind Brainzaps, Schwindel, Übelkeit, Erschöpfung, Tinnitus, Muskelkrämpfe, Suizidgedanken, Zuckungen

Weitere Anmerkungen
Kinder und Jugendliche: sollte nicht angewandt werden
ältere Menschen: niedrigere Anfangsdosis, Höchstdosis 40 mg
Schwangerschaft: erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, sollte nur bei zwingender Indikation angewandt werden
Stillzeit: geringe Mengen gehen in die Muttermilch über

Absetzerscheinungen treten sehr häufig auf
wird auch zur Behandlung der Fibromyalgie eingesetzt, in den USA auch gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren,
signifikant erhöhte Suizidalität,
PSSD und Priapismus können als Nebenwirkung auftreten

Erfahrungsberichte
*Aissela: Zurück ins Leben - Paroxetin abgesetzt

Links
*Paroxetin - Gelbe Liste
*Paroxetin - psylex.de
*Paroxetin - Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva






Wirkstoffname

Promethazin

Handelsnamen
Atosil, Closin, Proneurin, Prothazin, Rhinathiol.

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika, Sedativum, H1-Antihistaminikum

Unterkategorie
niederpotene Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Promethazin wirkt antagonistisch an α-adrenergen, serotonergen, histaminischen (H1) und muskarinischen Rezeptoren im gesamten Körper. Wirkt zudem antidopaminerg und auch auf andere Amine wie GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) und Peptide wie Substanz P oder Endorphine.

Halbwertszeit
10 - 12 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 mg, 100 mg; Atosil Tropfen, Promethazin-neuraxpharm® forte, Lösung; Inj.-Lsg. 50mg/2ml Ampulle

Übliche Dosierung
Unruhe- und Erregungszuständen: 20 - 30 mg, bis maximal maximal fünf mal 20 mg pro Tag, kurzzeitig bis 3 - 5 mal 40 mg pro Tag möglich.
Schlafstörungen: 20 mg bis 50 mg, Höchstdosis maximal 1 mg pro Kg Körpergewicht.
Übelkeit: 20 bis 30 mg ; Bei längerer Behandlung zweimal täglich 10 mg bis 20 mg

Kinder und Jugendliche: maximale Tagesgesamtdosis 0,5 mg Wirkstoff pro Kg Körpergewicht.
Ältere Menschen: Die Hälfte der angegebenen Dosierung

Enzymatischer Abbau
Die Elimination von Promethazin erfolgt über die Leber.

Bioverfügbarkeit
ausgeprägten First-Pass-Effekt und deshalb eine geringe Bioverfügbarkeit (ca. 25 %).

Wichtige Wechselwirkungen
Arzneimittel mit zentral dämpfender Wirkung, Psychopharmaka, Antiepileptika, anticholinerge Arzneimittel, blutdrucksenkende Medikamente, Mittel, die das QT-Intervall im EKG verlängern können,
Antibiotika wie Erythromycin, Malariamittel, Kaliumspiegel-absenkende Mittel,den Abbau in der Leber hemmende Medikamente, Epinephrin/Adrenalin

Häufige Nebenwirkungen
Müdigkeit bis hin zu Sedierung, Mundtrockenheit, Eindickung von Schleim mit Störungen der Speichelsekretion, orthostatische Kreislaufprobleme, paradoxer Blutdruckabfall.

Möglich sind ferner u.a. : sexuelle Dysfunktionen, Verlängerung des QT-Intervalls, Erregungsleitungsstörungen am Herzen, Verschlechterung bei bestehenden Atemstörungen, Lichtempfindlichkeit der Haut bis hin zu schweren Hautreaktionen, Verwirrtheitszustände, Unruhe, Krampfanfälle, Früh- und Spätdyskinesien, Arzneimittel-induziertes Parkinson-Syndrom, paradoxe Erregungszustände mit Zittern, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Verstimmungen,

sehr selten: Herzrhythmusstörungen => Torsades de Pointes, malignes Neuroleptika-Syndrom, venösen Thromboembolien

Hinweise zum Absetzen
Absetzsymptome können auftreten
Wasserlösemethode, Feinwaage, Flüssigpräparat

Weitere Anmerkungen

wird als Bedarfsmedikament eingesetzt
Aufgrund seiner geringen therapeutischen Breite und des hohen Risikos für Nebenwirkungen ist es als Hypnotikum nur noch Mittel zweiter Wahl.
Kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen

Schwangerschaft:
nur bei zwingender Indikation
bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons Neuroleptika ausgesetzt sind, können u.a.Atemdepression, extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen auftreten.
Stillzeit: nur nach Rücksprache mit dem Arzt

Kinder und Jugendliche: nicht unter 2 Jahren, zwischen 2 und 18 Jahren nur bei zwingender Indikation.
ältere Menschen: Erhöhte Sterblichkeit bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen

Erfahrungsberichte


Links
* Promethazin - Gelbe Liste
* Promethazin - psylex.de
* Promethazin Fachinformation
* Entzugssymptome bei niederpotenten Neuroleptika

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma »

Q


Wirkstoffname

Quetiapin

Handelsnamen
Seroquel, Sequase, Seroquel prolong, Seroquel XR

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Quetiapin und sein aktiver Metabolit N-Desalkylquetiapin interagieren mit einem breiten Spektrum von Neurotransmitterrezeptoren. Hierunter zerebrale serotonerge (5HT2)- und dopaminerge D1- und D2-Rezeptoren.
Zudem erfolgt eine Inhibition des Norepinephrin-Transporters und eine partielle agonistische Wirkung an den 5HT1A- Rezeptoren durch N-Desalkylquetiapin.

Halbwertszeit
ca. 7 Stunden, Metabolit 12 Stunden
retardiert 24 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg (Einnahme mehrmals täglich)
Retardtabletten zu 50 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg, 400 mg

Übliche Dosierung
- nach Herstellerangabe: je nach Erkrankung 150 mg - 800 mg
- Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 76 mg ansonsten 152 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
100 %

Wichtige Wechselwirkungen
CYP3A4 Inhibitoren, Deferipon, Amprenavir, Atazanavir, Clarithromycin, Erythromycin, Indinavir, Proteasehemmer,

Häufige Nebenwirkungen
Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, ungewöhnliche Muskelbewegungen, Zittern, Cholesterinerhöhung, erhöhter Herzschlag, Herzklopfen, Herzschmerzen, Herzstolpern, Verstopfung, Magenbeschwerden, Schwächegefühl, Anschwellen von Armen und Beinen, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Ohnmacht, erhöhte Blutzuckerwerte, verschwommenen Sehen, ungewöhnliche Träume, Alpträume, vermehrtes Hungergefühl, Gereiztheit, Schwierigkeiten beim Sprechen und mit der Sprache, Suizidgedanken, Depression, Kurzatmigkeit, Erbrechen, Fieber, Veränderung der Schilddrüsenhormone im Blut, Verminderung bestimmter Blutzellen, Anstieg der Leberwerte, Prolaktinanstieg mit Milchfluss, Zyklusstörungen

Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Extrapyramide Störungen). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.


Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, bei einem retardierten Präparat zunächst schrittweise Umstellung auf ein nicht-retardiertes.
Häufigste Entzugserscheinungen: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Gereiztheit, Akathisie, Angst, Panikattacken, DP, DR, Erschöpfung, Reizoffenheit, Neuroemotionen
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Ursprünglich als Antipsychotika entwickelt, werden NL mehr und mehr auch bei anderen Erkrankungen verordnet. Im Falle des Q. sind das depressive Erkrankungen, bipolare Störungen, Wirkverstärkung von AD, offlabel auch als Schlafmittel

- Schwangerschaft: Bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons der Antipsychotika (einschließlich Quetiapin) ausgesetzt sind, besteht das Risiko für Nebenwirkungen, einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen,
- bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird Q. nicht empfohlen, da keine Daten vorhanden sind.
- ab 65 Jahren erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (metabolisches Syndrom, Nierenversagen)
- Wirksamkeit und Sicherheit bei älteren Patienten mit depressiven Episoden im Rahmen von bipolaren Störungen sind nicht untersucht.

Reardtablette nicht zu einer Mahlzeit einnehmen (Mindestabstand eine Stunde)
Seroquel® und Seroquel® Prolong haben sich in Studien als äquivalent in Wirkung und Dosierung erwiesen.


Erfahrungsberichte
*Arianrhod: Absetzen von Quetiapin
*Erfahrungen und Infos zur Umstellung von retardiertem auf unretardiertes Quetiapin

Links
*Quetiapin - Gelbe Liste
*Quetiapin - psylex.de
*Quetiapin Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

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R



Wirkstoffname

Risperidon

Handelsnamen
Risperdal, Belivon

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Risperidon bindet an serotonerge 5-HT2- und dopaminerge D2-Rezeptoren, Zusätzlich besteht eine leichte Affinität zu alpha-1- und alpha-2-adrenergen Rezeptoren sowie H1-histaminergen Rezeptoren.

Halbwertszeit
3 Stunden, Metabolit Paliperidon 24 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 4 mg, 6 mg, 8 mg; Schmelztabletten 0,5 mg, 1 mg, 2 mg; Lösung 1 mg/ml; Pulver für DepotInjektionssuspension 25 mg, 37,5 mg, 50 mg, Tr. Susp 25 mg, 37,5 mg, 50 mg

Übliche Dosierung
nach Herstellerangaben:
Schizophrenie: initial 2 mg, Erhaltungsdosis 4 mg, Höchstdosis 16 mg pro Tag
Manie: initial 2 mg, Höchstdosis 6 mg pro Tag
anhaltende Aggression bei Alzheimerdemenz: 0,5 mg 2x tgl, bis zu 1mg 2 x tgl, maximal für 6 Wochen
Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen ab 5 Jahren und ab Gewicht von 50 kg: durchschnittlich 0,5 bis 1,5 mg pro Tag; Gewicht unter 50 kg durchschnittlich 0,25 mg pro Tag

Dosen über 10 mg Risperidon täglich haben sich gegenüber niedrigeren Dosen in ihrer Wirksamkeit nicht überlegen gezeigt, können aber eine erhöhte Inzidenz an extrapyramidalen Symptomen verursachen.

Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung 0.7 mg, ansonsten 1.4 mg

Enzymatischer Abbau
Cytochrom-P450-Enzym CYP2D6

Bioverfügbarkeit
ca. 70%

Wichtige Wechselwirkungen
Medikamente, die die QT Zeit verlängern (u.a. Antiarrhythmika , trizyklische AD, Mirtazapin, einige Neurolpeptika, einige Antihistaminika, einige Antibiotika, Antipsychotika, Malaria-Mittel)
Fluoxetin, Paroxetin erhöhen den Plasmaspiegel von Risperidon
Carbamazepin, Rifampicin, Phenytoin und Phenobarbital senken den Plasmaspiegel von Risperidon
Magensäureblocker (Ranitidin, Cimetidin) verstärkte Nebenwirkungen
einige Blutdruckmittel: verstärkte Blutdrucksenkung
Alkohol, Opiate, Antihistaminika und Benzodiazepine verstärken die Sedierung

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Sedierung, Parkinsonismus,Kopfschmerzen,
Sturz, Ödem, Fieber, Thoraxschmerzen, Kraftlosigkeit, Erschöpfung,Harninkontinenz,
Gelenkschmerzen,Rückenschmerzen, muskuloskelettale Schmerzen, Muskelspasmen, Hautausschlag, Erythem,
Bauchschmerzen, abdominale Beschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfungen, Durchfall, Dyspepsie, Mundtrockenheit, Zahnschmerzen, pharyngolaryngealer Schmerz, Atemnot (Dyspnoe), Husten, Nasenbluten,verstopfte Nase,
Hypertonie, Tachykardie, verschwommenes Sehen, Bindehautentzündung, Tremor, Dyskinesie,Schwindel, Dystonie, Akathisie, Schlafstörungen, Agitiertheit, Depression, Angst
Gewichtszunahme, gesteigerter oder verminderter Appetit, Hyperprolaktinämie,
Grippe (Influenza) ,Ohrinfektion, Harnwegsinfektion,Nasennebenhöhleninfektion (Sinusitis), Infekte der oberen Atemwege, Bronchitis, Lungenentzündung.

QT Zeit Verlängerung, Thromboembolien, Malignes neuroleptisches Syndrom, Krampfanfälle, können auftreten.

Hinweise zum Absetzen
häufige Absetzsymptome: Übelkeit, Er-brechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit; Akathisie, Dystonie und Dyskinesie können auftreten
Risperidon sollte langsam ausgeschlichen werden
geeignet sind: Wasserlösemethode, Feinwaage, Flüssigpräparat

Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- Schwangerschaft: sollte nicht angewandt werden, nur bei zwingender Indikation,
- Neugeborene, die während des dritten Trimenons R. ausgesetzt sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet,
- Stillen: geht in geringen Mengen in die Muttermilch über

- Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Schizophrenie oder Manie nicht geeignet
- ab 65 Jahren erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (metabolisches Syndrom, Nierenversagen)
- erhöhte Sterblichkeit bei älteren Menschen mit Demenz

- Risperidon Lösung darf nicht zusammen mit schwarzem oder grünen Tee eingenommen werden
- Injektion von Risperidon bringt keine Vorteile bzgl. der Symptomlinderung im Vergleich zu der oralen Gabe, hat aber mehr Nebenwirkungen
- kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen

Erfahrungsberichte

Links
* Risperidon - Gelbe Liste
* Risperidon - psylex.de
* Risperidon - Fachinformation PDF
* verstärkte Nebenwirkungen bei älteren Menschen

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

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S


Wirkstoffname

Sertralin

Handelsnamen
Gladem, Tresleen, Zoloft

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

pharmakologische Wirkung
Sertralin hemmt durch die Belegung der Serotonintransporter die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse und erhöht so die Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt

Halbwertszeit
22 - 26 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten zu 50 mg und 100 mg, Zoloft Lösung 20 mg/ml ( Nutzer berichten von hoher Zuzahlung)

Übliche Dosierung
50 mg, kann auf 100 mg erhöht werden, Höchstdosis 200 mg
Bei älteren Patienten ist eine möglichst niedrige Dosis zu empfehlen.

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP3A4, CYP2C19

Bioverfügbarkeit
44 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen ,auch die Vorstufe L- Tryptophan, andere durch CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel, Propafenon, Flecainid

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Ejakulationsversagen, Erregung, Nervosität, Appetitstörungen, Tremor, Schwitzen, Sehstörungen, Hautausschlag, Erbrechen, Dyspepsie, sexuelle Funktionsstörungen, Hitzewallungen, Miktionsstörungen, Herzklopfen, Schmerzen in der Brust

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Kreislaufprobleme, Konzentrationsprobleme, Selbstmordgedanken, Niedergeschlagenheit, Verdauungsprobleme, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Brainzaps, Zittern

Weitere Anmerkungen
während der Einnahme darf kein Grapefruitsaft getrunken werden, wird häufig bei Alkoholikern im Entzug und bei älteren Menschen eingesetzt, wirkt stark antriebssteigernd, Manie und Halluzinationen können als Nebenwirkung auftreten

Links
*Sertralin psylex.de
*Sertralin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Sulpirid

Handelsnamen
Arminol, Dogmatil, Meresa, Meresasul, Neogama, Sulpivert, Vertigo-Meresa, Vertige-Neogama

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

Halbwertszeit
6-8 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten und Kapseln zu 50 mg,100 mg, 200 mg, Saft 1ml = 5 mg

Übliche Dosierung
bei Schizophrenie 400 mg - 800 mg, bis zu 1.600 mg, ältere PatientInnen erhalten die Hälfte
bei Depressionen 150 mg - 300 mg
bei Schwindel 50 mg - 150 mg

Enzymatischer Abbau
wird überwiegend über die Niere abgebaut

Bioverfügbarkeit
20 - 30 %

Wichtige Wechselwirkungen
Amantadin, Amiodaron, Amisulpirid, Amitriptylin, Artemether, Artenimol, Budipin, Chlorprothixen, Citalopram, Diphenhydramin, Domperidon, Dronedaron, Droperidol, Erythromycin, Escitalopram, Levodopa, Moxifloxacin, Pripedil, Thioridazin, Tramadol, Zotepin

Häufige Nebenwirkungen
Mundtrockenheit, übermäßige Speichelsekretion, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, herabgesetzte körperliche Aktivität, Beruhigung, Benommenheit, Herzjagen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtszunahme
Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Spätdyskinesien). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.
S. kann den Prolaktinspiegel ansteigen lassen, was bei Frauen zu Milcheinschuss führen kann.Langfristig ist das ein schwerwiegender Absetzgrund.
Eine Verlängerung der QT Zeit kann auftreten und ist ein zwingender Absetzgrund

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Saft
Häufigste Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gehirnnebel, Depression, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Unruhe, Herzschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, Neuroemotionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwindel
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Ursprünglich als Antipsychotika entwickelt, werden NL mehr und mehr auch bei anderen Erkrankungen verordnet. Im Falle des S. sind das vornehmlich depressive Erkrankungen und Schwindelsymptome.

- in der Schwangerschaft kontraindiziert. Neugeborene, die während des dritten Trimenons der gegenüberAntipsychotika (einschließlich Sulpirid) ex-poniert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptomeund/oder Entzugserscheinungen gefährdet
- Stillzeit: kontraindiziert
- für Kinder und Jugendliche zur Behandlung von Schizophrenien ab 6 Jahren zugelassen
- bei älteren Menschen mit dementiellen Erkrankungen ist die Sterblichkeit erhöht

Links
*Sulpirid - psylex.de
*Sulpirid Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika

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