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Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Sprosse83
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von Sprosse83 »

Hallo ihr Lieben,

bei medpex gibt es wieder einige Sorten, die lieferbar sind 👍

LG Sprosse83
Symptome: niedergeschlagen, keine Freude mehr empfunden, das Leben ist ein Kampf
Diagnose: nach Klinikaufenthalt 2013 schwere depressive Episoden seit der Jugend
Medikation: erstmals 2007 Citalopram ca 1 Jahr, dann lange Zeit stabil
Ca 2010 wieder depressiv, 75mg Venlafaxin bekommen
Irgendwann wieder stabil, Venlafaxin wieder abgesetzt, kann mich leider nicht mehr genau erinnern
April 2013 wieder depressiv, wieder 75mg Venlafaxin, dann Klinikaufenthalt, wo ich 150mg Venlafaxin empfohlen bekommen habe
Nach 6 Wochen wurde ich stabil entlassen, Dosis wieder auf 75mg Venlafaxin
2015 versucht auszuschleichen,ging in die Hose
Wieder 75mg
Mitte Ende 2016 reduziert auf 50mg
1 Tag 50mg
Nächsten Tag 75mg immer im Wechsel
Ca Mai/Juni bei 25mg angelangt und es ging mir gut
Ende September 2017 sehr gereizt, ziemlich genervt von der Arbeit
Mitte Oktober 2017 kleiner Zusammenbruch, Konzentration im Keller, keine Freude mehr empfunden
Auf 100mg erhöht, dann Tagesform abhängig mal 75mg,mal 100mg
Seit ca 23.10.17 jeden Tag 75mg
Am 30.10.17 Absturz, starke Kopfschmerzen, keine Konzentration, von der Arbeit nach Hause, Heulkrämpfe, nicht mehr aus dem Bett gekommen
1,5 Wochen arbeitsunfähig
31.10 es geht wieder etwas besser
Weiterhin 75mg und es geht bergauf
26.11.17 Reduzierung 7,5mg = 67,5mg Venlafaxin
28.12.17 Reduzierung 7.5mg = 60,0mg Venlafaxin
09.02.18 Reduzierung 7,5mg = 52,5mg Venlafaxin
25.03.18 Reduzierung 5,0mg = 47,5mg Venlafaxin
31.03.18 Mir geht es gut, bin stabil, hoffe es bleibt auch so
19.05.18 = 42,5mg
05.07.18 = 37,5mg
27.09.18 = 32,5mg
22.11.18 = 30mg
28.11.18 sehr gereizt, innerliche Unruhe, bin schnell gestresst, daher wieder 32,5mg :x
Symptome werden nicht besser, dazu noch depressiv, weinerlich, überfordert daher
27.12.18 = 34mg :schnecke:
Anfang 2019 für 1 Woche krank geschrieben
04.03.19 = 32mg
25.03.19 = 33mg
3 Wochen krank geschrieben
31.03.19 = 33.75mg
04.04.19 = 35mg
08.04.19 = 35,64mg
10.04.19 = 36mg
Hab mich endlich wieder stabilisiert
05.08.19 = 35,25mg
im September für 2 Wochen in Amerika, es war sehr schön und ich konnte die Zeit sehr genießen
26.09.19 = 34,5mg
Bin immer weniger belastbar, müde und brennende Augen, schnell gereizt, Psyche macht nicht mehr mit, Symptom wie bei einer Depression, daher
16.10.19 = 35,25mg
20. und 21.10 nicht zur Arbeit, Angst vor dem Tag und es nicht zu schaffen
bis 27.10 krank geschrieben
1 Woche gearbeitet, nicht richtig stabil, aber Symptome aushaltbar, viel Grübeln, zum Glück nicht diese mega Angst
Am 2.11 ganz schlimmer Tag auf der Arbeit (am Woende ist auch immer mehr los und ich hatte auch noch die Schichtführung) Tag irgendwie geschafft, war aber gar nicht richtig anwesend
3.11 wieder krank gemeldet, was mich sehr belastet, da mein Chef einspringen musste, da sonst keine Schichtleitung da gewesen wäre
bis 11.11 wieder krank geschrieben
4.11 nur im Bett gelegen
5.11 aushaltbar, konnte auch einkaufen gehen
9.11.19 erhöht auf 37,5mg, da die Wellen sehr stark waren, Symptome von jetzt auf gleich fast wie weg geblasen, ist das möglich?
Vorigen Schritt auf 36mg nicht notiert, es war aber nicht aushaltbar, da nicht alltagstauglich, deswegen erhöht auf 37,5mg
1.12.19 auf 39,75mg da keine Stabilisierung
23.12.19 45mg schnelle Besserung

Annanas
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von Annanas »

Liebe Lena :) ,
LenaLena hat geschrieben:
19.12.2019 21:45
Aber das heißt, dass man denen raten soll, jetzt einfach bei ihrem neuen Medikament zu bleiben?
Ganz schwierige Frage, aber solange der Lieferengpaß nicht aufgehoben, kein kontinuierlicher Nachschub gewährleistet ist, steht man ja immer wieder vor dem gleichen Problem - je höher die derzeitige Einnahmedosis, umso schlimmer.
Da man dann ja kaum überzählige Kügelchen sammeln könnte, um sich so noch über Wasser zu halten.

Es kommt auch hier mit auf den behandelnden Arzt an, wenn der bereit ist, auch die Dosierungen zu verschreiben, die gerade mal zu ergattern sind u evtl auch zeitgleich mehrere Rezepte ausstellen würde (verschiedene Dosierungen, da man dann eben das verwenden könnte, wovon gerade mal ein paar Packungen wieder irgendwo vorrätig sind) u zudem in der Lage ist, sich ständig mit dem Recherchieren (Internet usw) zu beschäftigen, um den Nachschub zu sichern, dann könnte man wohl zurückwechseln.

Steht aber eben u.U. später wieder vor dem gleichen Problem, wenn absolut keine Präparate mehr aufzufinden sind.

Beim Zurückwechseln würde es auch darauf ankommen, wie lange der Betroffene schon auf dem neuen Medikament ist, je länger, umso schwieriger kann sich auch das gestalten.

Du merkst schon, ich kann einfach keine verbindliche u zufriedenstellende Antwort geben - es hängt in erster Linie davon ab, wann dieser Lieferengpaß entgültig behoben ist u das weiß momentan keiner.

Schlimme Situation, liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

BinIchNormal
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von BinIchNormal »

Hallo ihr lieben!

Ich bin nun total verunsichert..meine online Apotheke kann auch schon wieder mein Rezept nicht einlösen..

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... maerz-2020

Ganz lieben Gruß
BIN
Habe mehrere Jahre Amitryptilin und Sertralin genommen, aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen dann irgendwann gar nichts.
4 Jahre ohne Psychopharmaka
2016
Nach einer Pankreatitis ohne organische Ursachen wieder mit AD begonnen.
Venlafaxin 225mg /150mg
Mirtazapin 45mg zur Nacht
Metoprolol 23,75mg /-/ 47,5mg
Februar 2019 absetzen der „Pille“
29.10.19 Kaltentzug vom Venlafaxin 375mg auf 0 statt dessen Milnaneurax 50mg/50mg
1.11.19 venlafaxin 150mg /150mg

dogma
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von dogma »

Hallo Mitleidende,

der Lieferengpass macht auch mir zu schaffen. Nachdem ich nun Anfang November zwangsweise von neuraxpharm (Kügelchen) auf Heumann (Pellets) umgestellt und mich damit ganz gut eingegrooved habe, müsste ich nun schon wieder den Hersteller wechseln.

Heumann nicht verfügbar und nun ist mein Rezept abgelaufen und wird von der Apotheke vernichtet. Alternativ hätte ich 37.5 mg von Hennig und 75 mg von TAD bekommen können. Hab ich aber erstmal abgelehnt, ich Esel :frust: Nun ist das Rezept abgelaufen und ich muss mir ein neues holen ... Termin bei der Psychiaterin am 10.01.2020 ... mit meinen Restbeständen komme ich noch bis 20.01.2020. Hoffe, dass ich dann Venla bekomme, sonst hab ich ein echtes Problem :(

Ich wollte um jeden Preis den ständigen Herstellerwechsel vermeiden, aber in diesen schlimmen Zeiten ist das wohl zu vermessen. Was meint ihr? Ist ein Herstellerwechsel letztlich das kleinere Übel statt auf ein anderes Medi wie Duloxetin zu wechseln? Und wie wird es wohl sein, wenn man beispielsweise zwei verschiedene Hersteller kombiniert, weil von einem die 37.5 mg kommen und von dem anderen 75 mg. Hat da jemand Erfahrungen?

Ich wünsche allen weiterhin maximales Durchhaltevermögen. Nie die Hoffnung aufgeben, auch wenn es schwer fällt! :hug:

Lg,
dogma
Ausgangssymptome 2006:
[spoil]Starker Schwindel
enorme Angstzustände
Angst, umzufallen
Überzeugung, eine schlimme Krankheit zu haben trotz diverser Untersuchungen ohne Befund
Überdurchschnittliche Beobachtung meines Körpers auf Suche nach Symptomen
Freudlosigkeit
Benommenheit
Erschöpfung
Neigung zum Grübeln und Katastrophisieren[/spoil]

Therapieverlauf
[spoil]2007 Trennung vom Ex
hat mich zig Mal betrogen

2008 Ambulante Psychotherapie
Gruppentherapie, weil Versuch Einzeltherapie nicht zielführend, da ich nicht reden konnte
Hoffnung auf Dynamik der Gruppe
Therapie blieb m.E. erfolglos (war noch nicht bereit)

2011 Ambulante Psychotherapie (Verhaltenstherapie, Einzeltherapie)
Chemie zwischen Therapeutin und mir sehr gut, gut zusammen gearbeitet – reichte zu diesem Zeitpunkt aber trotzdem nicht mehr aus
Gemeinsame Entscheidung für stationäre Therapie

01 – 03/2012 Stationäre Psychotherapie
auf eigenen Wunsch Start Einnahme Antidepressivum Duloxetin während Klinikaufenthalt (um Depression und körperliche Symptome gleichermaßen zu behandeln)
30 mg – 60 mg – 90 mg (jeweils im 2 Wochen-Rhythmus hochdosiert)
Therapie verlief anfangs zäh, aber insgesamt doch mit Erfolg - fühlte mich besser[/spoil]

Diagnosen:
[spoil]somatoforme Störung, psychosomatische Störung, Angststörung, Depression, Borderline-Tendenzen (war neu, stand im Entlassungsbericht der Klinik)[/spoil]

Medikation:
[spoil]Duloxetin 90 mg 02.02.2012 bis Ende 2012: Einschleichen mit zahlreichen Symptomen verbunden wie Schwindel, extremes Schwitzen, Angst, Brennen in den Adern, Konzentrationsschwierigkeiten - wurde mit der Zeit besser
Venlafaxin 112,5 mg 02.2013 bis heute: Einschleichen weniger problematisch als bei Duloxetin, Schlaflosigkeit trotz starker Müdigkeit, Schwitzen, Schwindel
Mirtazapin 7,5 mg 03.2013 (in Einschleichphase des Venlafaxins wg. Einschlafproblemen): nur 2x genommen, 2 Horrornächte mit Todesangst, Herzrasen, Schweißausbrüchen und Hangover am nächsten Tag – nie wieder genommen[/spoil]

Weitere Erkrankungen/Beschwerden/Medikamente/Nahrungsergänzungsmittel:
[spoil]Niedriger Blutdruck (Ø 90/50 mmHg) – verstärkt immer wieder mal Angststörung / keine medikamentöse Behandlung
Nahrungsergänzungsmittel – gelegentlich Zinktabletten (Erkältungszeit)[/spoil]

Frühere Absetzversuche:
keine

Aktueller Absetzverlauf: Venlafaxin 112,5 mg
13.05.19: Venlafaxin 106,9 mg (-5%)
14.07.19: Venlafaxin 101,6 mg (-5%)
05.11.19: Venlafaxin 100 mg (Wechsel von Neuraxpharm auf Heumann wg. Lieferengpass)

Straycat
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von Straycat »

Hallo dogma,
dogma hat geschrieben:
28.12.2019 12:04
Was meint ihr? Ist ein Herstellerwechsel letztlich das kleinere Übel statt auf ein anderes Medi wie Duloxetin zu wechseln?
Ich würde auf jeden Fall den Wechsel des Herstellers vorziehen statt den Wechsel auf ein anderes Medikament.
Auch wenn die Zusatz- und Füllstoffe von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein können und bei Pellets die Dosierung schwieriger ist, denke ich, dass es das geringere Übel ist, als der Umstieg auf ein komplett anderes Medikament. Es ist immerhin noch der gleiche Wirkstoff und kein komplett anderer.
Ich denke da würde ich notgedrungen lieber eine längere Zeit auf einer Dosierung bleiben (wenn ich die Dosierung aufgrund der Pellets oder dergleichen nicht weiter reduzieren könnte), bis der Lieferengpass sich bessert, statt auf Duloxetin umzusteigen (das wäre meiner Meinung nach wirklich die allerletzte Option).

Dieser Lieferengpass ist wirklich eine schlimme Misere! Ich hoffe so sehr, dass sich das bald löst und die Präparate wieder erhältlich sind.

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Jodie13
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von Jodie13 »

Hallo dogma,

Kannst du vielleicht schon „vorarbeiten“ und Apotheken abklappern und dir so ne Woche vor dem Psychiatertermin was zurücklegen lassen? Dann weißt du gleich welches Rezept du brauchst und wo es was gibt und musst nicht ganz so lange zittern, zumal dein Vorrat nicht so groß ist. Und schau unbedingt auch bei online Apotheken, das hat bei mir das letzte Mal gut geklappt.

Ich würde wirklich alles versuchen um einen Medikamentenwechsel zu vermeiden, meiner Meinung nach hat man mit Duloxetin nur ein neues nutzloses Medikament an der Backe plus Venlafaxin Kaltentzug. Dann auf jeden Fall lieber Herstellerwechsel, notfalls auch auf unretadierte Tabletten.

Drücke dir die Daumen.

Lg Jodie
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von BinIchNormal »

Hallo zusammen,
Ich würde auch lieber einen Hersteller Wechsel in Kauf nehmen als das Medikament zu wechseln. Klar andere Zusammensetzungen etc. aber dennoch ja irgendwie venla..dass ist wie Abhängige die ihr zeuch nicht bekommen schlimm...macht einen sprachlos. Ich würde an deiner Stelle die Firmen wenn es geht nicht kombinieren, ich mache dieses gerade auch und bin nicht so sicher ob es so richtig ist!
Ganz liebe Grüße BIN
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Februar 2019 absetzen der „Pille“
29.10.19 Kaltentzug vom Venlafaxin 375mg auf 0 statt dessen Milnaneurax 50mg/50mg
1.11.19 venlafaxin 150mg /150mg

dogma
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Oktober 2019)

Beitrag von dogma »

Ahoi Cat, Jodie, BIN und liebes Forum,

lieben Dank für die Feedbacks! Bisher kam meine Psychiaterin zum Glück noch nicht auf die Idee eines Medi-Wechsels, aber sie ist auch der Meinung, der Venla-Lieferengpass sei behoben :P Von daher weiß man nie, auf was für komische Ideen sie evtl. noch kommt. Und ich wollte gerüstet sein. Außerdem ziehe ich gerade in ein anderes Bundesland und muss mir dann bald einen neuen Psychiater suchen ... und da weiß ich auch noch nicht, an wen ich geraten werde.
Jodie13 hat geschrieben:
28.12.2019 17:49
Kannst du vielleicht schon „vorarbeiten“ und Apotheken abklappern und dir so ne Woche vor dem Psychiatertermin was zurücklegen lassen? Dann weißt du gleich welches Rezept du brauchst und wo es was gibt und musst nicht ganz so lange zittern, zumal dein Vorrat nicht so groß ist. Und schau unbedingt auch bei online Apotheken, das hat bei mir das letzte Mal gut geklappt.
Das werde ich versuchen. Wollte eh noch mal bei meiner Apotheke anrufen, ob sie mir die Ration, die ich im ersten Moment ausgeschlagen hatte, zurücklegen können.
BinIchNormal hat geschrieben:
29.12.2019 16:42
Ich würde an deiner Stelle die Firmen wenn es geht nicht kombinieren, ich mache dieses gerade auch und bin nicht so sicher ob es so richtig ist!
Ich glaube auch nicht, dass das so optimal ist. Sollte ich wirklich zwei verschiedene Hersteller bekommen, bastele ich eben erst mit dem einen meine Dosis und wenn die alle sind anschließend mit dem anderen. Geht ja nicht anders.

Auf dass es im neuen Jahr endlich ein Ende hat mit dem Lieferengpass!

LG,
dogma
Ausgangssymptome 2006:
[spoil]Starker Schwindel
enorme Angstzustände
Angst, umzufallen
Überzeugung, eine schlimme Krankheit zu haben trotz diverser Untersuchungen ohne Befund
Überdurchschnittliche Beobachtung meines Körpers auf Suche nach Symptomen
Freudlosigkeit
Benommenheit
Erschöpfung
Neigung zum Grübeln und Katastrophisieren[/spoil]

Therapieverlauf
[spoil]2007 Trennung vom Ex
hat mich zig Mal betrogen

2008 Ambulante Psychotherapie
Gruppentherapie, weil Versuch Einzeltherapie nicht zielführend, da ich nicht reden konnte
Hoffnung auf Dynamik der Gruppe
Therapie blieb m.E. erfolglos (war noch nicht bereit)

2011 Ambulante Psychotherapie (Verhaltenstherapie, Einzeltherapie)
Chemie zwischen Therapeutin und mir sehr gut, gut zusammen gearbeitet – reichte zu diesem Zeitpunkt aber trotzdem nicht mehr aus
Gemeinsame Entscheidung für stationäre Therapie

01 – 03/2012 Stationäre Psychotherapie
auf eigenen Wunsch Start Einnahme Antidepressivum Duloxetin während Klinikaufenthalt (um Depression und körperliche Symptome gleichermaßen zu behandeln)
30 mg – 60 mg – 90 mg (jeweils im 2 Wochen-Rhythmus hochdosiert)
Therapie verlief anfangs zäh, aber insgesamt doch mit Erfolg - fühlte mich besser[/spoil]

Diagnosen:
[spoil]somatoforme Störung, psychosomatische Störung, Angststörung, Depression, Borderline-Tendenzen (war neu, stand im Entlassungsbericht der Klinik)[/spoil]

Medikation:
[spoil]Duloxetin 90 mg 02.02.2012 bis Ende 2012: Einschleichen mit zahlreichen Symptomen verbunden wie Schwindel, extremes Schwitzen, Angst, Brennen in den Adern, Konzentrationsschwierigkeiten - wurde mit der Zeit besser
Venlafaxin 112,5 mg 02.2013 bis heute: Einschleichen weniger problematisch als bei Duloxetin, Schlaflosigkeit trotz starker Müdigkeit, Schwitzen, Schwindel
Mirtazapin 7,5 mg 03.2013 (in Einschleichphase des Venlafaxins wg. Einschlafproblemen): nur 2x genommen, 2 Horrornächte mit Todesangst, Herzrasen, Schweißausbrüchen und Hangover am nächsten Tag – nie wieder genommen[/spoil]

Weitere Erkrankungen/Beschwerden/Medikamente/Nahrungsergänzungsmittel:
[spoil]Niedriger Blutdruck (Ø 90/50 mmHg) – verstärkt immer wieder mal Angststörung / keine medikamentöse Behandlung
Nahrungsergänzungsmittel – gelegentlich Zinktabletten (Erkältungszeit)[/spoil]

Frühere Absetzversuche:
keine

Aktueller Absetzverlauf: Venlafaxin 112,5 mg
13.05.19: Venlafaxin 106,9 mg (-5%)
14.07.19: Venlafaxin 101,6 mg (-5%)
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arleva
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BfArM: Lieferknappheit Venlafaxin nicht versorgungsrelevant

Beitrag von arleva »

Hallo,

Die Lieferknappheit von Venlafaxin wird vom BfArM als "nicht versorgungsrelevant" eingestuft.

Ich weiß nicht, ob das eventuell schon gepostet wurde / es der richtige Bereich ist / es für euch interessant ist:
https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /chapter:1

(Artikel besteht aus 2 Seiten)

Viele Grüße,
arleva
Diagnose: seit später Kindheit Agoraphobie, Panikattacken, generalisierte Angststörung, Zwangsgedanken
Therapie: 4x stationär; mehrfach ambulant (verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch)

Medikamente:
vor 2006 kurze Versuche von Paroxetin, Opipramol
2006-2010 20mg Escitalopram
2010 Umstellung auf Citalopram mit Verschlechterung der Symptome + Einweisung ins KH; Ursache: Umstellung??
2013-2018 30mg Duloxetin + 100mg Pregabalin
Okt 2018 Reduktion Duloxetin auf 20mg; starke Absetzsymptome seit Mitte Dez 2018, also sehr zeitverzögert
Ende Jan 2019 deutliche Besserung der Symptome; Reduktionspause
Mitte Feb 2019 Verschlechterung des Gesundheitszustandes: Unruhe, Angst, Suizidgedanken, Aggressivität, Wut, Zwangsgedanken
März 2019 Absetzsymptome unverändert und stark lebensbeeinträchtigend
Mitte März 2019 weniger Wut, Aggressivität, Stimmungsschwankungen; allerdings weiterhin vermehrt Angst und Zwangsgedanken, wie vor AD-Einnahme
April 2019 Absetzsymptome verbessern sich; zwischendurch kam aber ein sehr heftiger Einbruch
Mai 2019 keine Absetzsymptome mehr; momentan stabil wie vor Reduktion
Ende Mai 2019 absolutes Stimmungstief, ev. aufgrund Kohlenhydratreduzierung (Übergewicht durch AD)
Okt 2019 seit Juli halbwegs stabil, trotzdem oft depri - ev. immer noch wegen fehlendem Zucker, Gewicht hat sich reduziert (ca. eine Hosengröße; habe keine Waage)
Okt 2019 an einem Tag versehentlich die 20mg Duloxetin vergessen; ca. 24h später Höllentrip: starker Schwankschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Zittern; nach Einnahme wieder besser, aber 2 Tage Durchhänger
Dez 2019 Achtung! Koffein verhindert Abbau von Duloxetin-> Plasma-Spiegel Dulox steigt an, was verstärkte Nebenwirkungen dessen zur Folge hat (Schwindel, Angst, Unruhe, Zwangsgedanken), die einer vorübergehenden "Erhöhung" und damit einer "Erstverschlimmerung" entsprechen
nach starker Koffein-Reduktion über Wochen nun Absetzsymptome der niedrigeren Dosis von Dulox, da Plasma-Spiegel wieder gesunken

dauerhafte NW durch Duloxetin: Gewichtszunahme von ca. 30kg, starke Akkomodationsstörungen + zahlreiche "mouches volantes", trockene Augen, Libidoverlust, schwitzen, vermehrte Gesichtsbehaarung v.a. am Kinn, Zyklusstörungen

Sabs
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Lieferengpass - wie kann sowas sein?!

Beitrag von Sabs »

Um mich ein wenig von meinen Entzugsqualen abzulenken, möchte ich mich mal über ein Thema auslassen: Lieferengpass Medikamente.

Die Engpässe beschränken sich nicht nur auf Psychopharmaka, sondern finden sich bei allen Medikamenten (von Blutdrucksenker, über Antibabypille, bis hin zu den Psychopharmaka).

Ich habe mich darüber mit einem Apotheker unterhalten und bin an eine- für mich- wirklich unglaubliche Information gekommen, das Problem sei nicht, dass es keine Medikamente gäbe, Produktionsprobleme herrschen o.Ä., sondern dass Deutschland nicht genügend Geld für die Medis ausgeben möchte und sie deshalb an andere Länder verkauft werden.
WAS?! WIRKLICH?! Diese Information sollte sich rasend verbreiten, um eine breite Öffentlichkeit damit zu konfrontieren.

Ich spreche nun mal von mir, ich hatte noch höher dosierte ADs Zuhause und konnte mir damit irgendwie behelfen (mal von den ständigen Firmenwechsel abgesehen, wegen irgendwelchen ominösen Rabattverträgen, ich habe die Umstellung von einer Firma zur Anderen IMMER gemerkt, mittlerweile gibt mein Neurologe mögliche Unverträglichkeiten von Generika sogar zu und verteilt fröhlich Aut idem-Kreuze, die allerdings nichts bringen, wenn das Medikament nicht lieferbar ist).
Aber was ist mit anderen Menschen, die keinen Vorrat mehr Zuhause haben- kalter Entzug- Pech gehabt?! :zombie: obwohl doch überall vehement davon abgeraten wird?!
Was ist mit Menschen die ihre Blutdrucksenker dringend brauchen, um nicht in Lebensgefahr zu geraten???

Ich bin geschockt! Und möchte allen Betroffenen mein Mitgefühl aussprechen.
Wie kann sowas in einem reichen Industrieland passieren?

Eure Insider Informationen zu dem Thema würden mich sehr interessieren.
[spoil]Venlafaxin retard seit 11 Jahren wegen rez. Depression, früher zusätzlich Seroquel (keine Probleme beim Ausschleichen).
Venlafaxin ließ sich innerhalb der letzten Jahre problemlos reduzieren von insgesamt 225mg bis auf 37,5mg.
Von 37,5mg auf 0: Zuerst nur ständige Weinattacken bei den kleinsten Auslösern (auch gute Musik und ein fliegender Vogel), nach ca. zwei Wochen wurde ich wieder richtig depressiv :alptraum:
Also dosierte ich wieder ziemlich hoch (bis 150mg), ging in eine psychosomatische Reha und kümmerte mich um bessere Lebensumstände.
Dez19: Reha beendet, neuer Beruf in Aussicht, Langzeit-Psychotherapie geplant (Alles verlief in gewünschte Bahnen), da sehe ich mich plötzlich mit dem Lieferengpass konfrontiert :marionette:
Okay, sage ich mir, daß passt ja ganz gut #ScheißPharmaindustrie dann setze ich eben nochmal ab (von 150mg auf 0mg ca innerhalb von 8 Wochen), bin ohnehin lange Zeit krankgeschrieben, also habe ich Zeit zur Genesung...
Mitte Dezember 2019 auf 0 und ab in die Hölle:
Meine Entzugsymptome waren:
Weinanfälle und starke Emotionalität (damit komm ich klar)
Innere Unruhe (hält an),
Brainzaps und Zaps im ganzen Körper und
grippeähnliche Symptome (nach 2 Wochen abgeklungen),
Krampf- und Zitterattacken (weitestgehend abgeklungen),
Rückenschmerzen (hält an),
Schockierend realistische Albträume (hält an),
das noch allzu bekannte schreckliche Morgentief und diffuse Angstattacken (hält an), aber am meisten gebeutelt hat mich mein Magendarmtrackt; Übelkeit,, Durchfall, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen (20kg abgenommen).

Internistisch Alles abgeklärt und einwandfrei.

10.01.2020: Wiedereindosierung mit 2mg (nach 5-wöchigem Entzug auf 0).
11.01. - 13.01.2020: Die beschriebenen Symptome halten an.
14.01.2020: auf 12,5mg hochdosiert
15.01.2020: auf 37,5mg hochdosiert
16.01.2020: auf 12,5mg runter - extreme Unverträglichkeitsreaktion (Zaps, Würgereiz, kann nicht still sitzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Missempfindungen)
17.01.2020: auf 4mg runter
Nach einer schlaflosen Nacht, ca. 5h gewandert, 5l Tee und einigen Baldriparan 3000 ENDLICH eine deutliche Besserung der heftigen Symptome.
19.01.2020: Bleibe nun erstmal bei 2mg.
Bin nun wieder bei meinen bekannten Symptomen +neue Symptome: SV-Zwangsgedanken, Suizidgedanken, Missempfindungen in Armen und Brust, Angstschübe
24.01.20: hochdosiert auf 3mg, da keine Besserung der Symptome eingetreten ist
14.02.20: 2mg runterdosiert, Mirtazapin 7,5mg eindosiert: direkt am nächsten Tag kein Durchfall oder sonstige Magenprobleme mehr und kein Früherwachen mehr
22.02: Mirtazapin auf 15mg hochdosiert: Stimmung wird besser, hartnäckig halten sich Missempfindungen in den Armen und Zwangsgedanken
10.03:Mirtazapin (7,5-0-15), 1mg Venlafaxin
13.03: 2mg Venla+15mg Mirta
15.03.-18.03: 4mg Venla - Unruhe verstärkt sich mit jeder Erhöhung
19.03: 2mg Venla+15mg Mirta
12.04: 2mg Venla + (7,5-0-7,5) Mirta
Seit 14.05: Ashwaganda 3x600mg+Omega3
17.05: 1,5mg Venla+15mg Mirta
18.05: 1,75mg Venla+15mg Mirta
07.06: Duloxetin 30mg (aus Verzweiflung und Hoffnung), 1,75mg Venla, 15mg Mirta
12.06: kein Duloxetin mehr, wegen Symptomverstärkung-schade, hätt' ja klappen können[/spoil]

FineFinchen
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von FineFinchen »

Hallo und zur Info,

aktuelle Meldung aus der heutigen Gelben Liste:

Neuer Lieferengpass Venlafaxin Stada, 150 mg retardiert
Ende Lieferengpass: März 2020

https://www.gelbe-liste.de/lieferengpae ... artkapseln

Ob das angegebene Ende stimmt, wage ich mal zu bezweifeln, drücke aber alle Daumen, dass das Venlafaxin wirklich im März wieder zur Verfügung steht.

Grüße
Finchen
[spoil]PPs: Lyrica, Trimipramin, Mirtazapin / Benzodiazepin: Alprazolam. Seit 2016 medikamentenfrei und alltagskompatibel :-) [/spoil]

Jodie13
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von Jodie13 »

Hallo,

ich versuche immer die online Apotheken im Blick zu behalten und habe den Eindruck dass es da schlechter aussieht als noch im Dezember :cry:
Ich vermute dass einfach immer mehr Leute darauf zurückgreifen und es kommt halt kein Nachschub. Sogar das Original Trevilor wird oft als nicht verfügbar angezeigt. Zu bekommen sind oft noch kleine Packungsgrößen und sehr hohe Dosierungen (Tabletten mit 225mg! :o )

Ich wünschte, man könnte irgendwas tun ausser warten und hoffen.

LG Jodie
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arleva
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Re: Lieferengpass - wie kann sowas sein?!

Beitrag von arleva »

Hallo,

ich arbeite seit vielen Jahren in Apotheken (öffentliche und auch KH-Apos) und teilweise stimmt diese Behauptung tatsächlich:
Sabs hat geschrieben:
10.01.2020 19:16
Ich habe mich darüber mit einem Apotheker unterhalten und bin an eine- für mich- wirklich unglaubliche Information gekommen, das Problem sei nicht, dass es keine Medikamente gäbe, Produktionsprobleme herrschen o.Ä., sondern dass Deutschland nicht genügend Geld für die Medis ausgeben möchte und sie deshalb an andere Länder verkauft werden.
WAS?! WIRKLICH?! Diese Information sollte sich rasend verbreiten, um eine breite Öffentlichkeit damit zu konfrontieren.
hier noch eine kleine Info dazu: https://www.daserste.de/information/wis ... g-100.html

LG
Diagnose: seit später Kindheit Agoraphobie, Panikattacken, generalisierte Angststörung, Zwangsgedanken
Therapie: 4x stationär; mehrfach ambulant (verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch)

Medikamente:
vor 2006 kurze Versuche von Paroxetin, Opipramol
2006-2010 20mg Escitalopram
2010 Umstellung auf Citalopram mit Verschlechterung der Symptome + Einweisung ins KH; Ursache: Umstellung??
2013-2018 30mg Duloxetin + 100mg Pregabalin
Okt 2018 Reduktion Duloxetin auf 20mg; starke Absetzsymptome seit Mitte Dez 2018, also sehr zeitverzögert
Ende Jan 2019 deutliche Besserung der Symptome; Reduktionspause
Mitte Feb 2019 Verschlechterung des Gesundheitszustandes: Unruhe, Angst, Suizidgedanken, Aggressivität, Wut, Zwangsgedanken
März 2019 Absetzsymptome unverändert und stark lebensbeeinträchtigend
Mitte März 2019 weniger Wut, Aggressivität, Stimmungsschwankungen; allerdings weiterhin vermehrt Angst und Zwangsgedanken, wie vor AD-Einnahme
April 2019 Absetzsymptome verbessern sich; zwischendurch kam aber ein sehr heftiger Einbruch
Mai 2019 keine Absetzsymptome mehr; momentan stabil wie vor Reduktion
Ende Mai 2019 absolutes Stimmungstief, ev. aufgrund Kohlenhydratreduzierung (Übergewicht durch AD)
Okt 2019 seit Juli halbwegs stabil, trotzdem oft depri - ev. immer noch wegen fehlendem Zucker, Gewicht hat sich reduziert (ca. eine Hosengröße; habe keine Waage)
Okt 2019 an einem Tag versehentlich die 20mg Duloxetin vergessen; ca. 24h später Höllentrip: starker Schwankschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Zittern; nach Einnahme wieder besser, aber 2 Tage Durchhänger
Dez 2019 Achtung! Koffein verhindert Abbau von Duloxetin-> Plasma-Spiegel Dulox steigt an, was verstärkte Nebenwirkungen dessen zur Folge hat (Schwindel, Angst, Unruhe, Zwangsgedanken), die einer vorübergehenden "Erhöhung" und damit einer "Erstverschlimmerung" entsprechen
nach starker Koffein-Reduktion über Wochen nun Absetzsymptome der niedrigeren Dosis von Dulox, da Plasma-Spiegel wieder gesunken

dauerhafte NW durch Duloxetin: Gewichtszunahme von ca. 30kg, starke Akkomodationsstörungen + zahlreiche "mouches volantes", trockene Augen, Libidoverlust, schwitzen, vermehrte Gesichtsbehaarung v.a. am Kinn, Zyklusstörungen

Bierdose
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von Bierdose »

Hallo,

weiß zufällig jemand ob in den Retardkapseln 37,5mg von AL Kügelchen oder Pellets drin sind?

MfG
29.09.2013, ca. 18:00 - "Irgendetwas passierte gerade in meinem Kopf"
05.12.2013 - ich halte es nicht mehr aus -> psychiatrische Klinik bis April 2014
Diagnose: Schwere Depression, Angststörung, Panikstörung
seit April 2014 -> 150 mg Venlafaxin
Irgendwann problemfrei auf 75 mg reduziert (zu Beginn 150/75 mg im Wechsel).
Irgendwann problemfrei auf 37,5 mg reduziert (zu Beginn 75/37,5 mg im Wechsel).
Februar 2017, da komplett Problemfrei, Absetzversuch auf 0 mg (Empfehlung von Arzt).
Absetzerscheinungen viel zu stark, nach drei Tagen wieder auf 37,5 mg. :frust:

33,75 mg = 13.06.2017
30,00 mg = 17.07.2017
26,25 mg = 14.08.2017
22,50 mg = 13.09.2017
18,75 mg = 09.10.2017
15,00 mg = 06.11.2017
11,25 mg = 03.12.2017
7,5 mg = 28.05.2018
3,75mg = 15.12.2018
1,875mg = 17.12.2019 (trotz viel Stress nebenher, Situation unterschätzt)
3,75 mg = 12.01.2020 (Angstzustände zurück, erstmal wieder hoch bis Umstände wieder stabil)

Naali
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von Naali »

Bierdose hat geschrieben:
14.01.2020 18:24
Hallo,

weiß zufällig jemand ob in den Retardkapseln 37,5mg von AL Kügelchen oder Pellets drin sind?

MfG
Ich glaube zu wissen das da Kügelchen drin sind. Hatte auch schon mal ne weile Aluid.

LG Naali
Diagnose: Depression, Soziale Phobie, Panikstörung mit Agoraphobie

[spoil]
05.2006 Trevilor 75mg
11.2006 Trevilor 150mg
29.10.2009 Trevilor 300mg
02.11.2009 Trevilor 150mg
2010 Trevilor ausgeschlichen
Jahre lang Absetzsymtome : z.B.Halluzinationen, leichtes Muskelzucken
Durch großen Schicksalsschlag in ein tiefes Loch gefallen
Noteinweisung in Tagesklinik
Diagnose: erhöhte Suizid Gefahr, Anpassungsstörung,Starke Depression, Trauma
2012 Kytta Sedativum +Laif900
Hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht
10.2013 abgesetzt und stattdessen Venlafaxin 75mg
05.2016 Venlafaxin 75mg ausgeschlichen
08.2016 leichte Panikattacken, Schlafstörungen
Bachblüten Notfall Pastillen
03.2017 Nervenzusammenbruch, starke Panikanfälle wo ich dachte ich sterbe gleich, Taumlig, derealisation
05.2017 kurzzeitig und unregelmäßig Mirtazapin 7.5mg
Habe mir keinen anderen Ausweg mehr gesehen als Venlafaxin wieder einzuschleichen
06.2017 Einschleichen Venlafaxin 37,5 mg
Krampfanfall
Opipramol 12,5 mg
07.2017 Venlafaxin 75 mg
Opipramol 12,5 mg
Opipramol abgesetzt
MIRTAZAPIN 7,5 mg
08.2017 Mirtazapin abgesetzt
08.2017 Anfang einer Psychotherapie
07.2018 Glaukomanfall [/spoil]

Absetzverlauf

26.09.2018 -5% weniger 71,25mg [ Übelkeit,Muskelzucken, Kopfschmerzen]
13.10.2018 -5 % weniger 67,69 mg [ Kopfschmerzen, niedrigen Blutdruck,Hitzewallung , Halluzinationen,leichte Panik, nächtliches schwitzen, grippaler Infekt, Herzrasen]
15.11.2018 zusätzlich 1 Brausetablette Magnesium 4g
25.12.2018 Wechsel von 1A Pharma zu Aluid
07.01.2019 Omega 3 320mg EPA , 200 mg DHA ,Vitamin E 24mg
08.01.2019 -10% weniger Venla 60,61mg
[ niedriger Blutdruck, Stimmungsschwankungen, Lichtblitze, Halluzinationen,nächliches schwitzen,wortfindungs Störung, realistische , wirre Träume, wieder Schnupfen, Panikattacke, Depressive Episode]
13.04.2019 -10% weniger Venla 54,83 mg
06.06.2019 -10 % weniger Venla 49,34 mg

14.08.2019 -23,8% weniger Venla 37,50 mg
( total verrechnet :frust: Ich und Zahlen: Wir werden wohl keine Freunde mehr! :rotfl: )
(leichte Brain Zaps in der Nacht, Migräneanfälle, Unterbauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen)

Naali
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Re: Lieferengpass - wie kann sowas sein?!

Beitrag von Naali »

arleva hat geschrieben:
14.01.2020 17:52
Hallo,

ich arbeite seit vielen Jahren in Apotheken (öffentliche und auch KH-Apos) und teilweise stimmt diese Behauptung tatsächlich:
Sabs hat geschrieben:
10.01.2020 19:16
Ich habe mich darüber mit einem Apotheker unterhalten und bin an eine- für mich- wirklich unglaubliche Information gekommen, das Problem sei nicht, dass es keine Medikamente gäbe, Produktionsprobleme herrschen o.Ä., sondern dass Deutschland nicht genügend Geld für die Medis ausgeben möchte und sie deshalb an andere Länder verkauft werden.
WAS?! WIRKLICH?! Diese Information sollte sich rasend verbreiten, um eine breite Öffentlichkeit damit zu konfrontieren.
hier noch eine kleine Info dazu: https://www.daserste.de/information/wis ... g-100.html

LG
Hallo

aber müsste es dann nicht in anderen Ländern das Venlafaxin geben was wir brauchen? Dann müsste man es ja nur noch importieren? 🧐

LG Naali
Diagnose: Depression, Soziale Phobie, Panikstörung mit Agoraphobie

[spoil]
05.2006 Trevilor 75mg
11.2006 Trevilor 150mg
29.10.2009 Trevilor 300mg
02.11.2009 Trevilor 150mg
2010 Trevilor ausgeschlichen
Jahre lang Absetzsymtome : z.B.Halluzinationen, leichtes Muskelzucken
Durch großen Schicksalsschlag in ein tiefes Loch gefallen
Noteinweisung in Tagesklinik
Diagnose: erhöhte Suizid Gefahr, Anpassungsstörung,Starke Depression, Trauma
2012 Kytta Sedativum +Laif900
Hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht
10.2013 abgesetzt und stattdessen Venlafaxin 75mg
05.2016 Venlafaxin 75mg ausgeschlichen
08.2016 leichte Panikattacken, Schlafstörungen
Bachblüten Notfall Pastillen
03.2017 Nervenzusammenbruch, starke Panikanfälle wo ich dachte ich sterbe gleich, Taumlig, derealisation
05.2017 kurzzeitig und unregelmäßig Mirtazapin 7.5mg
Habe mir keinen anderen Ausweg mehr gesehen als Venlafaxin wieder einzuschleichen
06.2017 Einschleichen Venlafaxin 37,5 mg
Krampfanfall
Opipramol 12,5 mg
07.2017 Venlafaxin 75 mg
Opipramol 12,5 mg
Opipramol abgesetzt
MIRTAZAPIN 7,5 mg
08.2017 Mirtazapin abgesetzt
08.2017 Anfang einer Psychotherapie
07.2018 Glaukomanfall [/spoil]

Absetzverlauf

26.09.2018 -5% weniger 71,25mg [ Übelkeit,Muskelzucken, Kopfschmerzen]
13.10.2018 -5 % weniger 67,69 mg [ Kopfschmerzen, niedrigen Blutdruck,Hitzewallung , Halluzinationen,leichte Panik, nächtliches schwitzen, grippaler Infekt, Herzrasen]
15.11.2018 zusätzlich 1 Brausetablette Magnesium 4g
25.12.2018 Wechsel von 1A Pharma zu Aluid
07.01.2019 Omega 3 320mg EPA , 200 mg DHA ,Vitamin E 24mg
08.01.2019 -10% weniger Venla 60,61mg
[ niedriger Blutdruck, Stimmungsschwankungen, Lichtblitze, Halluzinationen,nächliches schwitzen,wortfindungs Störung, realistische , wirre Träume, wieder Schnupfen, Panikattacke, Depressive Episode]
13.04.2019 -10% weniger Venla 54,83 mg
06.06.2019 -10 % weniger Venla 49,34 mg

14.08.2019 -23,8% weniger Venla 37,50 mg
( total verrechnet :frust: Ich und Zahlen: Wir werden wohl keine Freunde mehr! :rotfl: )
(leichte Brain Zaps in der Nacht, Migräneanfälle, Unterbauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen)

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Re: Lieferengpass - wie kann sowas sein?!

Beitrag von arleva »

aber müsste es dann nicht in anderen Ländern das Venlafaxin geben was wir brauchen? Dann müsste man es ja nur noch importieren? 🧐
LG Naali
Hallo Naali,

ich bin jetzt schon länger nicht mehr in der öffentlichen Apo, aber Importe über Großhandel oder Direktlieferanten zu erhalten ist keine einfache Sache. Es hat zwar jede Apo die Pflicht, eine gewisse Importquote zu erfüllen (weil die idR günstiger sind und die KKs sparen wollen), aber meistens sind Importe nicht ausreichend lieferbar -zumindest offiziell. Die Apothekerschaft plädiert deshalb schon länger dafür, die Importquote abzuschaffen. Die KKs sehen das allerdings anders und retaxieren gern bereits belieferte Rezepte, weil ja angeblich ein billiger Import eines bestimmen AM verfügbar war.......... . Und wer bekommt dann kein Geld für die erbrachte Leistung? Genau: die Apotheke. So sparen KKs ^^

LG
Diagnose: seit später Kindheit Agoraphobie, Panikattacken, generalisierte Angststörung, Zwangsgedanken
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Medikamente:
vor 2006 kurze Versuche von Paroxetin, Opipramol
2006-2010 20mg Escitalopram
2010 Umstellung auf Citalopram mit Verschlechterung der Symptome + Einweisung ins KH; Ursache: Umstellung??
2013-2018 30mg Duloxetin + 100mg Pregabalin
Okt 2018 Reduktion Duloxetin auf 20mg; starke Absetzsymptome seit Mitte Dez 2018, also sehr zeitverzögert
Ende Jan 2019 deutliche Besserung der Symptome; Reduktionspause
Mitte Feb 2019 Verschlechterung des Gesundheitszustandes: Unruhe, Angst, Suizidgedanken, Aggressivität, Wut, Zwangsgedanken
März 2019 Absetzsymptome unverändert und stark lebensbeeinträchtigend
Mitte März 2019 weniger Wut, Aggressivität, Stimmungsschwankungen; allerdings weiterhin vermehrt Angst und Zwangsgedanken, wie vor AD-Einnahme
April 2019 Absetzsymptome verbessern sich; zwischendurch kam aber ein sehr heftiger Einbruch
Mai 2019 keine Absetzsymptome mehr; momentan stabil wie vor Reduktion
Ende Mai 2019 absolutes Stimmungstief, ev. aufgrund Kohlenhydratreduzierung (Übergewicht durch AD)
Okt 2019 seit Juli halbwegs stabil, trotzdem oft depri - ev. immer noch wegen fehlendem Zucker, Gewicht hat sich reduziert (ca. eine Hosengröße; habe keine Waage)
Okt 2019 an einem Tag versehentlich die 20mg Duloxetin vergessen; ca. 24h später Höllentrip: starker Schwankschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Zittern; nach Einnahme wieder besser, aber 2 Tage Durchhänger
Dez 2019 Achtung! Koffein verhindert Abbau von Duloxetin-> Plasma-Spiegel Dulox steigt an, was verstärkte Nebenwirkungen dessen zur Folge hat (Schwindel, Angst, Unruhe, Zwangsgedanken), die einer vorübergehenden "Erhöhung" und damit einer "Erstverschlimmerung" entsprechen
nach starker Koffein-Reduktion über Wochen nun Absetzsymptome der niedrigeren Dosis von Dulox, da Plasma-Spiegel wieder gesunken

dauerhafte NW durch Duloxetin: Gewichtszunahme von ca. 30kg, starke Akkomodationsstörungen + zahlreiche "mouches volantes", trockene Augen, Libidoverlust, schwitzen, vermehrte Gesichtsbehaarung v.a. am Kinn, Zyklusstörungen

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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von Bierdose »

Habe mich gefreut, von Ratiopharm eine 100er Packung (37,5) zu bekommen. Inhalt sind keine Kügelchen, sondern nur ein Pellet!! Verflucht, jemand eine Idee?! :cry:
29.09.2013, ca. 18:00 - "Irgendetwas passierte gerade in meinem Kopf"
05.12.2013 - ich halte es nicht mehr aus -> psychiatrische Klinik bis April 2014
Diagnose: Schwere Depression, Angststörung, Panikstörung
seit April 2014 -> 150 mg Venlafaxin
Irgendwann problemfrei auf 75 mg reduziert (zu Beginn 150/75 mg im Wechsel).
Irgendwann problemfrei auf 37,5 mg reduziert (zu Beginn 75/37,5 mg im Wechsel).
Februar 2017, da komplett Problemfrei, Absetzversuch auf 0 mg (Empfehlung von Arzt).
Absetzerscheinungen viel zu stark, nach drei Tagen wieder auf 37,5 mg. :frust:

33,75 mg = 13.06.2017
30,00 mg = 17.07.2017
26,25 mg = 14.08.2017
22,50 mg = 13.09.2017
18,75 mg = 09.10.2017
15,00 mg = 06.11.2017
11,25 mg = 03.12.2017
7,5 mg = 28.05.2018
3,75mg = 15.12.2018
1,875mg = 17.12.2019 (trotz viel Stress nebenher, Situation unterschätzt)
3,75 mg = 12.01.2020 (Angstzustände zurück, erstmal wieder hoch bis Umstände wieder stabil)

lunetta
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von lunetta »

Hallo!

Nein, das ist aber wirklich blöd...:(

Kannst du eventuell mal in der Apo nachfragen ob sie unretardierte Tabletten haben, denn bei deiner doch schon recht niedrigen Dosis könnte ich mir vorstellen, dass du damit mit einer 2x täglichen Einnahme mit der Wasserlösemethode auskommen könntest.

Die Lieferschwierigkeiten scheinen sich in naher Zukunft ja nicht zu verbessern.

Ich habe mein Venla auch mit diesen unretard. Tabletten so ausgeschlichen, sogar nur mit 1x täglicher Einnahme.

Ich finde dzt. alles besser als irgendwelche Kaltentzüge oder irrsinnige Hochdosierungen, nur weil die entsprechenden Dosierungen nicht verfügbar sind...

Mein Venla hat sich Venlafab genannt und war mit 50 mg - die habe ich mit der Wasserlösemethode gelöst und so komplett abgesetzt, und es hat funktioniert.

Wenn da nur 1 Pellet drin ist, dann ist das retardiert und kann somit weder geteilt noch aufgelöst werden....

Sorry, dass ich dir nicht mehr dazu helfen kann!

GLG
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Luisa52
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Re: Lieferengpässe: Venlafaxin versch Hersteller (Stand: Januar 2020))

Beitrag von Luisa52 »

Wen es interessiert.
Ich war heute bei meinem Psychiater und er bestätigte mir die immensen Probleme, die seine Patienten durch die Lieferengpässe haben. Er bestätigte mir, dass es schwierig ist, Patienten umzustellen und er stellt bei Venlafaxin auf ein anderes SSRI um, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Dosisstärken. Leider kann er, was erforderlich wäre, die Patienten dabei nicht engmaschig begleiten, weil seine Praxis übervoll ist.
Er hat mir die drei Gründe des Lieferengpasses genannt, die ihm aus sicherer Quelle genannt wurden:
1. die Wirkstoffhersteller in Asien oder sonst wo ( meist sitzen Wirkstoffhersteller in China oder Indien) produzieren nicht, entweder weil Inspektionen Qualitätsmängel festgestellt haben, das ist aber relativ schnell behebbar oder weil die Verträge mit den Pharmafirmen schlecht sind und dann wird einfach nicht produziert, wenn versucht wird den Preis zu drücken.
2. bedingt durch die Rabatverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen wollen die Generikafirmen billig produzieren. Das betrifft die Wirkstoffhersteller und die Arzneimittelhersteller und da machen natürlich die Zulieferer nicht mit.
3. weil in DE nichts zu verdienen ist, verkaufen die Generikahersteller ihre Chargen an Venlafaxin z.Zt. in Skandinavien.

Also wer nach Skandinavien kommt, probiere dort sein Glück, um an Venlafaxin zu kommen.

Mein Psychiater hat sich heute quasi bei mir entschuldigt, dass er mir so ein Zeug zugemutet hat und es tut ihm leid, dass ich unter Entzug leide, wenngleich nicht alle seine Patienten so reagieren würden wie ich. Aber man weiß halt nicht, wie wer reagiert und er erwägt, wenn erforderlich, eher alt erprobte zu verschreiben.
Er klärt Patienten über Entzug auf und weist Patienten auch auf das Forum hin, um sich hier Unterstützung zu holen. Er kennt das Forum durch mich.

Also nicht alle Ärzte sind uninformiert, er gehört zu jenen, die lernfähig sind.

Es grüßt Luisa
Vorgeschichte:

2015 Ängste Depression hervorgerufen durch die Einnahme von kurzfristig Tavor (1x /d für 5 Tage) wegen Flugangst und Herzbeschwerden. Amitriptilin kurzfristig 25 mg, dann rasch in 4 Monaten vorsichtig problemlos abgesetzt
01/2016 burn-out erneute Einnahme kurzfristig Amitriptilin, ohne Erfolg
02/16 Doxepin Trp. Zügig abgesetzt da Nebenwirkungen
03/16 Zusammenbruch Aufnahme in Psychiatrie für 5 Wochen Escitalopram 10 mg für 3 Wochen heftigste Nebenwirkungen täglich Suizidgedanken wenn Wirkspiegel offenbar max. hatte. Dann auf meinen Wunsch hin abgesetzt
04/16 Venlafaxin 37.5 mg Retard Suizidalität gebessert
05/16 - 07/16 ambulant bis 3x 37.5 mg aufdosiert, schnell wieder auf 2x 37.5 mg da Nebenwirkungen wie Unruhe, Rastlosigkeit, Gedankenkreisen, Schlaflosigkeit, Gefühl unter Drogen, kam einfach nicht runter.
07-12/16 von 2x auf 1x 37.5 mg reduziert, in langsamen Schritten Kügelchen rausgenommen.
Reduktion zeigte immer Absetzsymptome, aber von 3x37.5 mg auf 1x37.5 mg aber geschafft.

[spoil]Aktueller Absetzverlauf
2017
Zunächst 10% dann aber 5% Reduktion ausgehend von der Dosis 37.5 mg ca. alle 4 oder 6 Wochen, erst heftige Absetzsymptome dann bei 5% Reduktion besser aushaltbar. Langanhaltende Wellen. Im Dez. 2017 bei 35% der Dosis angelangt

2018
01/18 je nach Packung Einnahme von 49-43 Kügelchen
02/18 im Durchschnitt Einnahme 42-37 Kü
03/18 i.D. Einnahme 36 Kü
04/18 i.D.Einnahme 32 Kü
05/18 i.D.Einnahme 30 Kü
06/18 i.D. Einnahme 24 Kü
07/18 konstante Einnahme 21 Kü
10/18 18 Kü
12/18 16 Kü
Wellen haben nicht so lange angehalten wie in 2017 aber je niedriger ich komme, desto besser ist es längere Intervalle einzuplanen und konstante Mengen einzunehmen.

2019
01/19 konstante Einnahme 15 Kü
03/19 14 Kü
04/19 13 Kü
06/19 12 Kü
07/19 11 Kü
08/19 10 Kü, da heftige Welle längere Reduktionspause bis zur Stabilisierung, (10 Wochen Pause)
10/19 9 Kü
12/19 8 Kü

2020
02/20 7 Kü (nach Pause von 9 Wochen, wegen reduktionsbedingter Depression)
04/20 6 Kü
05/20 5 Kü (nach 5 Wochen)
06/20 4 Kü :schnecke: bald am Ziel
07/20. 3 Kü :schnecke: :schnecke:


Absetzverlauf
Psychische Symptome im Absetzprozess unterscheiden sich kaum von Nebenwirkungen Venlafaxin
Treten nach 2-3 Wo auf, bleiben 2 Wo, ebben dann ab, Absetzintervall alle 4-6 Wochen oder auch langsamer.
Zwangsgedanken, Aggressivität, Derealisation, Depersonalisation, neben sich stehen, Gedankenkreisen, nicht klar denken können, Verwirrung, Grübelei, nur im Kopf sein, Hoffnungslosigkeit, Mutlosigkeit, Selbstzweifel, Gefühl unter Drogen zu sein und vieles mehr.

Trigger:
Jeglicher Art von Stresserleben, auch positiver Stress, fremde Umgebung, Lärm, Schlafdefizit, Hunger, Konflikte, Sport, Hitze, Wetteränderung, Sauna, Pantoprazol, Kortison.

Hilfe:
Verständnisvoller Ehemann, positive Ablenkungen, täglich viel Musizieren, gutes Essen, Schlaf, in diverse Freizeitgruppen gehen, in Krisenphase Psychotherapeutin aufsuchen, Gartenarbeit, Handarbeiten, nichts tun.

Meine Quintessenz: absolute AKZEPTANZ, anhaltende GEDULD, viel ZEIT
- Super Schnecken-Absetzplan verhindert nicht Absetzsymptome, aber ich habe gelernt damit umzugehen.
- Wellen kommen und gehen, sie sind nicht immer gewaltig, überwältigend.
- Wellen können in der Endphase bei niedriger Dosis sehr heftig sein, aber Fenster werden auch besser
- Wellen mit großer Akzeptanz und viel Geduld begegnen, nicht gegen ankämpfen.
- Fenster ob klein oder groß voll genießen.

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