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Haltbarkeit von Tropfen (z.B. Escitalopram)

Verfasst: 03.02.2020 15:38
von Friducha
Hallo Ihr Lieben!

Ich nehme derzeit ausschließlich die Tropfen von Escitalopram.
Auf der Packung steht ca. nur 8 Wochen gebrauchen nach Öffnung.
Das ist aber üüüüberhaupt nicht möglich. Ich kann ja nicht alle 8 Wochen neue Tropfen verschrieben bekommen!
Da ich mit der Wasser-Methode absetze und schon bei 4,5 mg tgl. angekommen bin, bräuchte ich die Tropfen über einen viel längeren Zeitraum.
Die Apothekerin meinte, es ist wahrsch. schon länger haltbar...aber natürlich kann sie dafür auch nicht ihre Hand ins Feuer legen.
Ich hab natürlich bin bisschen Bedenken... den es wäre sau blöd, wenn sie auf einmal ihre Wirksamkeit verlieren und ich unwissend in einem kalten Entzug stecke. :o
Was habt ihr da für Erfahrungen? Vielen Dank!!

Johanna

Re: Haltbarkeit Escitalopram-Tropfen

Verfasst: 03.02.2020 15:57
von Amanda
Hallo Friducha,

ich nehme auch Escitalopramtropfen. Ob sie länger als 8 Wochen haltbar sind, weiß ich leider nicht.

Die ersten 2-3 Tropfen verwerfe ich immer, nachdem ein Abwiegen der Tropfen auf einer Apothekewaage ergeben hat, dass diese meistens ungleich groß sind. Ich möchte mein gereiztes Nervensystem durch ungleich große Dosen nicht zusätzlich belasten. Somit hält bei mir eine Flasche ohnehin nicht allzu lange.

Und ich lasse mir auf ein Rezept immer gleich zwei Flaschen aufschreiben, damit ich nicht ständig zum Arzt laufen muss.

Lieben Gruß
Amanda

Re: Haltbarkeit Escitalopram-Tropfen

Verfasst: 06.05.2020 19:23
von padma
hallo zusammen, :)

hier ein informativer Beitrag von Schuetze dazu:

Mal als Anregung zu den Cipralex Tropfen - vielleicht kennt jemand diese Problematik:
(ist vielleicht etwas schwierig zu verstehen, ich bin mit solchen Studien beruflich beschäftigt.)

Die Cipralex Tropfen sind nach dem Öffnen 8 Wochen haltbar und haben eine gesamte Haltbarkeit der ungeöffneten Flasche von 2 oder 3 Jahren.
Haltbarkeit bedeutet dabei im pharmazeutischen Sinne, dass während der Mindesthaltbarkeit der Wirkstoffabbau (durch oxidative Effekte) eine bestimmte Grenze nicht unterschreiten darf.
In der Regel ist es so, dass der Wirkstoffgehalt in der Laufzeit des Medikaments sich innerhalb von plus/minus 10% des deklarierten Wirkstoffgehalts bewegen darf. Dies wird als Gesamtlaufzeit der ungeöffneten Flasche bezeichnet, bzw. entspricht dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung.

Unterschreitet der Gehalt während der sogenannten Anbruchsstabilitässtudie, d. h. nach dem erstmaligen Öffnen der Flasche, die 10 % Grenze, d. h. am Start der Studie war er 100 % und nach 8 Wochen liegen nur noch weniger als 10 % Wirkstoffgehalt vor, wird die Studie beendet und daraus die Mindesthaltbarkeit nach Erstöffnung abgeleitet, was eben dann diese 8 Wochen sind.

Dass heisst, jemand, der z. Bsp. wie ich, aktuell 2 mg einnimmt, nimmt diese nach den Öffnen der Flasche ein. Während 8 Wochen Einnahme sinkt der Gehalt durch oxidativen Wirkstoffabbau aber kontinuierlich um 10 % ab, d. h. nach 8 Wochen nimmt man nur noch 1.8 mg Wirkstoff zu sich.

Jetzt ist es aber so, dass der Anfangswirkstoffgehalt ebenfalls eine Bandbreite haben darf. In der Regel sind das in der Pharmawelt plus/minus 5 %. Dies bedeutet, dass auch eine Charge des Medikaments, die nur 95 % des Wirkstoffs enthält auf den Markt kommen darf.
Bauen sich diese 95 % innerhalb von acht Wochen ab, so sind wir bereits bei einem Wirkstoffgehalt von nur noch 85 %!

Jemand, der in der Absetzphase ist, wird das vor allem bei kleinen Dosierungen zu spüren zu bekommen. Ich merke, dass es mir schlechter geht nachdem ich eine Flasche ca. 4-6 Wochen in Gebrauch habe. Benutze ich dann eine neue Flasche verschwinden meine Symptome oft innerhalb von wenigen Tagen wieder vollständig, da auf Grund der oben beschriebenen Eigenschaften dem Körper wieder mehr Wirkstoff zugeführt wird und dies unabhängig von der eigentlichen, persönlichen Dosierung geschieht.
https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 61#p362161

LG padma

Re: Haltbarkeit von Tropfen (z.B. Escitalopram)

Verfasst: 22.02.2021 13:46
von padma
hallo zusammen, :)

es mehren sich die Berichte, dass nach Anbruch einer neuen Tropfenflasche, nach einer zu langen Lagerung der alten, es auch zu einer Symptomverstärkung kommt.

Wenn der Wirkstoffgehalt in der alten Flasche bereits abgenommen hatte, stellt eine neue Flasche quasi eine Aufdosierung dar. Wie wir wissen, können auch Hochdosierungen zu Symptomverstärkung führen.

liebe Grüsse,
padma