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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)- NEU

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Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)- NEU

Beitrag von padma »

hallo,

dieser Steckbriefthread wurde neu überarbeitet und ergänzt. Die Steckbriefe sind jetzt einzeln verlinkbar.

Ihr findet hier Kurzbeschreibungen zu den Psychopharmaka, mit denen wir im Forum am häufigsten zu tun haben. Nach und nach werden weitere Steckbriefe hinzu kommen.

Die Psychopharmaka sind nach ihrem Wirkstoffnamen aufgeführt. Wenn du nicht weisst, welchen Wirkstoff dein Medikament enthält, schau im Beipackzettel oder z.B. auf Psychopharmakaliste psylex.de nach.

Diese Steckbriefe sind nur dafür gedacht, sich einen kurzen Überblick zu verschaffen. Sie sind kein Ersatz für das sorgfältige Lesen der Gebrauchs- oder Fachinformation.
Viele der Fachbegriffe sind in unserem Lexikon erklärt.

Die Informationen der Steckbriefe wurden sorgfältig recherchiert. Eine Gewähr auf die Richtigkeit können wir natürlich nicht geben. Bitte beachtet, dass manche Dareichungsformen zeitweise nicht lieferbar sein können, außer Vertrieb, oder komplett vom Markt genommen sein können.

Die "Hinweise zum Absetzen" beruhen ausschliesslich auf Erfahrungswerten.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei Ululu und LinLina, die viel Arbeit in diese Steckbriefe gesteckt hat.

liebe Grüsse,
das ADFD Team

Übersicht:

A Agomelatin, Alprazolam, Amisulprid, Amitriptylin, Aripiprazol, Asenapin
B Bromazepam, Bupropion
C Citalopram, Clonazepam,
D Deanxit, Diazepam, Doxepin, Duloxetin
E Escitalopram
F Flunitrazepam, Fluoxetin, Fluvoxamin
G
H Haloperidol
I
J Johanniskraut
K
L Lorazepam
M Milnacipran, Mirtazapin
N
O Olanzapin, Opipramol, Oxazepam
P Paroxetin, Pregabalin, Promethazin
Q Quetiapin
R Risperidon
S Sertralin, Sulpirid
T/U Trazodon, Triazolam, Trimipramin
V/W Venlafaxin
X/Y
Z Ziprasidon, Zolpidem, Zopiclon
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

Beitrag von padma »

Wirkstoffname

Agomelatin

Handelsnamen
Valdoxan

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
gehört zu keiner Unterkategorie. Agomelantin ist ein Analogon des Hormons Melatonin.

pharmakologische Wirkung
Agomelatin wirkt als melatonerger (MT1- und MT2-Rezeptoren) Agonist und 5-HT2C-Antagonist. Agomelatin erhöht außerdem speziell im frontalen Cortex die Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin und hat keinen Einfluss auf den extrazellulären Serotoninspiegel.

Halbwertszeit
ca. 1,5 h

Darreichungsformen
Filmtabletten 25 mg

Übliche Dosierung
25 mg, Höchstdosis 50 mg (es ist nicht nachgewiesen, dass 50 mg besser wirken)

Enzymatischer Abbau
hauptsächlich CYP1A2, geringer über CYP2C9 und CYP2C19

Bioverfügbarkeit
3-4 %, sehr variabel

Wichtige Wechselwirkungen
Agomelantin darf nicht zusammen mit Fluvoxamin und Ciprofloxacin eingenommen werden.
Mögliche Erhöhung der Agomelatin-Blutkonzentration durch gleichzeitige Gabe von weiblichen Geschlechtshormonen (östrogenen), Betablocker Propranolol, Grepafloxacin, Enoxacin.

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Schwindel, Somnolenz (Schläfrigkeit), Insomnia (Schlaflosigkeit), Migräne, Nausea (Übelkeit), Diarrhö (Durchfall), Obstipation (Verstopfung), Bauchschmerzen, Erbrechen, Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen), Rückenschmerzen, Fatigue (Erschöpfung), erhöhte Leberenzyme und Angst.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage
Erhöhung der Leberwerte kann schnelles Absetzen notwendig machen

Weitere Anmerkungen
Risiko potenziell irreversible Leberschäden, daher sollen vor und während der Einnahme von Agomelantin engmaschig die Leberwerte überprüft werden und auf Symptome einer möglichen Leberschädigung geachtet werden
Die Bioverfügbarkeit wird durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva erhöht und durch Rauchen verringert.

Kontraindikation: eingeschränkte Leberfunktion
nicht geeignet unter 18 Jahren, für Menschen mit Demenz,
bei älteren Menschen konnte kein Nutzen nachgewiesen werden, ab 75 Jahren kontraindiziert
Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen

Die Nutzen-Schaden-Bilanz ist laut Arzneimitteltelegramm negativ: Dem unzureichend belegten Nutzen, der zudem laut EMEA von marginaler klinischer Relevanz ist, stehen potenziell irreversible Leberschäden gegenüber.

Erfahrungsberichte



Links
*Agomelantin - Gelbe Liste
*Agomelantin - psylex.de
*Valdoxan Fachinformation
*Agomelantin - Arzneimittel Telegramm
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

Beitrag von padma »

Wirkstoffname

Alprazolam

Handelsnamen
Cassadan, Tafil, Xanax, Xanor

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

pharmakologische Wirkung
wirkt an den Rezeptoren für Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) im Gehirn

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
6 - 12 Stunden, bei älteren männlichen Patienten auch länger

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg,

Übliche Dosierung
Anfangsdosis 3x täglich 0,25 - 0,5 mg, Erhaltungsdosis 0,5 - 3 mg täglich, für gebrechliche oder geschwächte Patienten und bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen höchstens 0,75 mg täglich

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Muskelrelaxantien, Imipramin, Desipramin, Cimetidin, orale Kontrazeptiva, HIV Proteasehemmer

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Verwirrung, Depressionen, Appetitmangel, Koordinationsstörungen, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, schleppende Sprache, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verschwommen sehen, Schwäche, Euphorie


Hinweise zum Absetzen

schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam) und nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Diazepam Äquivalenz lt Ashton: 0,5 mg zu 10 mg Diazepam, die Erfahrung hier im Forum zeigt, dass 0,5 - 1 mg realistisch ist.
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann A. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwölf Tage) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe, Schwere Ateminsuffizienz. Myasthenia gravis, Schwere Leberfunktionsstörungen, Akute Intoxikationen durch Alkohol oder andere ZNS-aktive Substanzen.
Die Sicherheit für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist nicht belegt

Links
*Alprazolam - Gelbe Liste
*Alprazolam - psylex.de
*Alprazolam Fachinformation (Abz)
*Ashton Manual
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

Beitrag von padma »

Wirkstoffname

Amisulprid

Handelsnamen
Deniban, Solian

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Amisulprid wirkt durch Bindung an Dopaminrezeptoren, vor allem an D2- und D3-Rezeptoren vor und hinter den Synapsen. Geringe Dosierungen aktivieren die Dopaminausschüttung und haben eine stimmungsaufhellende und belebende Wirkung (präsynaptisch). In hoher Dosierung blockiert Amisulprid die Dopaminrezeptoren im Gefühl- und Triebzentrums des Gehirns (limbisches System), was zu dem positiven Effekt auf Wahnvorstellungen führt (postsynaptisch).

Halbwertszeit
ca. 12 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 50 mg, 100 mg, 200 mg, 400 mg, Lösung 1 ml = 100 mg

Übliche Dosierung
bei Schizophrenie und Positivsymptomatik 400 mg - 800 mg, bis zu 1.200 mg, bei Negativsymptomatik 50 mg - 300 mg
Tagesdosen über 400 mg sollten auf mehrere Einnahmen verteilt werden

Enzymatischer Abbau
wird überwiegend über die Niere abgebaut, nur 4% werden metabolisiert

Bioverfügbarkeit
48 %

Wichtige Wechselwirkungen
Levodopa, Piribedil, Wirkstoffe, die potentiell die QT Zeit verlängern können.

Häufige Nebenwirkungen
Extrapyramide Störungen, wie Tremor, Rigidität, Hypokinese, vermehrter Speichelfluss, Akathisie, akute Dyskinesie, Schiefhals, Augenmuskelkrämpfe, Kieferkrämpfe, Schläfrigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Angst, Agitiertheit, Orgasmusstörungen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Erhöhung des Prolaktinspiegels, Milchfluss, Zyklusstörungen, Gynäktomastie, Brustschmerzen, Brustvergrößerung, Prolaktinome, Impotenz, Blutdrucksenkung, Gewichtszunahme.
Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Extrapyramide Störungen). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.
Eine Verlängerung der QT Zeit kann auftreten und ist ein zwingender Absetzgrund

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung
Häufigste Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gehirnnebel, Depression, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Unruhe, Herzschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, Neuroemotionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwindel
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Derivat des Sulpirids
Die Unbedenklichkeit in der Schwangerschaft wurde nicht belegt. Abstillen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu einer Verminderung der grauen Hirnsubstanz führt.

Links
* Amisulprid - Gelbe Liste
*Amisulprid - psylex.de
*Amisulprid Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Amitriptylin

(Metabolit Nortriptylin)

Handelsnamen
Saroten, Tryptizol, (Nortrilen)

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
trizyklisches Antidepressivum

pharmakologische Wirkung
Amitriptylin hemmt die neuronale Aufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin und beeinflusst den Acetylcholin-Kreislauf im Gehirn

Halbwertszeit
8 - 51 Stunden (30 Stunden)

Darreichungsformen
Tabletten und Filmtabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, Retardtabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, Lösung 40 mg/ ml
(Dragees 10 mg, 25 mg )

Übliche Dosierung
Schmerzen: 5 - 25 mg, Depressionen 100 - 150 mg
(50 - 150 mg, in besonders schweren Fällen bis zu 225 mg)

Enzymatischer Abbau
CYP2C19, CYP2C9, CYP1A2

Bioverfügbarkeit
48 % (46 - 59 %)

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, Apraclonidin, Brimondin, Budipin, Linezolid, Lumefantrin, Moclobemid Rasagilin, Selegilin, Thioridazin, QT Zeit verändernde Medikamente

Häufige Nebenwirkungen
Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Verstopfung, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Schwitzen, Akkomodationsstörungen, verschnupfte Nase, Kopfschmerzen,, Sprachstörungen, Hypotonie, orthostatische Dysregulation, Tachykardie, Herzrhythmustörungen, Aggression, Tremor, innere Unruhe, sexuelle Funktionsstörungen, Hautausschläge, Störungen der Blasenentleerung, Ataxie, Störungen im Geschmacksvermögen, Konzentrationsstörungen, Mydriasis (Weitstellung der Pupille)

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung
Micro Labs Filmtabletten sind nicht auflösbar, auf ein anderes Präparat umstellen
bei Einnahme der Retardtabletten ist eine schrittweise eine Umstellung auf ein nicht-retardiertes Präparat nötig

häufige Absetzerscheinungen: Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,

Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Aggressivität, Angst, Depressionen,

Weitere Anmerkungen
- QT Zeit Verlängerung kann schnelles Absetzen notwendig machen
- Unterdrückt den REM Schlaf und kann deshalb Lernprozesse stören und Gedächtnisstörungen bewirken
(gilt wahrscheinlich auch für andere trizyklisches AD)
"altes AD", deshalb recht gut erforscht

- Amitriptylin sollte während der Schwangerschaft nicht angewandt werden. Beim Neugeborenen wurden nach Gabe höherer Dosierungen von Antidepressiva vor der Geburt Entzugserscheinungen in Form von Störungen der Herz- und Atemfunktion, Harn- und Stuhlentleerung sowie Unruhe beobachtet.
- Amitriptylin geht in die Muttermilch über, bei zwingender Indikation sollte abgestillt werden.
- Amitriptylin sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind


Links

*Amitriptylin - Gelbe Liste
*Amitriptylin - psylex.de
*Amitriptylin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Aripiprazol

Handelsnamen
Abilify, Abilify Maintena

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Als partieller Dopamin-D2-Agonist blockiert Aripiprazol die postsynaptischen Dopamin-D2-Rezeptoren, während es gleichzeitig die präsynaptischen Autorezeptoren stimuliert. Aripiprazol wirkt also agonistisch, wenn der natürliche Botenstoff Dopamin fehlt und antagonistisch, sobald dessen Aktivität erhöht ist.
Weiterhin weist Aripiprazol auch eine partialagonistische Wirkung an Serotonin 5-HT1A-Rezeptoren und eine antagonistische Wirkung an 5-HT2A-Rezeptoren auf.

Halbwertszeit
Mittlere Halbwertszeit 75 Stunden, annähernd 146 Stunden bei„schlechten“ (= „poor“) Metabolisierern über CYP2D6
Der Steady State ist nach ca 14 Tagen erreicht.

Darreichungsformen
Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg, 30 mg; Schmelztabletten zu 10 mg, 15 mg, 30 mg; Lösung 1 mg/ml; Injektionslösung 7,5 mg; Depot-Injektion zu 300 mg, 400 mg,

Übliche Dosierung
- nach Herstellerangaben: Schizophrenie: Anfangsdosis 10 oder 15 mg pro Tag, Erhaltungsdosis 15 mg, Höchstdosis 30 mg
Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: Anfangsdosis 15 mg pro Tag, Höchstdosis 30 mg
- Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 3.4 mg tgl. ansonsten 6.8 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP3A4 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
die absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 87 Prozent

Wichtige Wechselwirkungen
- Wirkstoffe, die eine QT-Verlängerung oder Elektrolythaushaltsstörungen verursachen können;
- CYP2D6-Hemmern, wie Paroxetin, Chinidin, Fluoxetin, sowie CYP3A4-Hemmern (Ketokonazol);
- Schwache Inhibitoren von CYP3A4 (Diltiazem oder Escitalopram) oder CYP2D6 können mäßigen
Anstieg der Aripiprazol-Konzentration verursachen.
- serotonerge Arzneimittel wie SSRI/SNRI ► es wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet

Häufige Nebenwirkungen
Benommenheit, Schläfrigkeit, Akathisie, Tremor, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen gastrointestinale Symptome, Schlafstörungen

QT Zeit Verlängerung, Suizidalität, Dyskinesien, extrapyramidale Symptome, Malignes neuroleptisches Syndrom, Krampfanfälle, können auftreten.
Der Serum-Prolaktinspiegel sowohl erhöhte als auch vermindert werden.
Aripiprazol kann Somnolenz, lageabhängige Hypotonie und motorische und sensorische Instabilität verursachen, was zu Stürzen führen kann.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- Schwangerschaft: Nicht anwenden. Neugeborene, die während des dritten Trimenons Antipsychotika (einschließlich Aripiprazol) ausgesetzt waren, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen gefährdet,
- Stillen: geht in die Muttermilch über

- Kinder und Jugendliche: zugelassen ab 13 Jahren für eine bis zu 12 Wochen dauernde Behandlung von mäßigen bis schweren manischen Episoden der Bipolar-I-Störung; ab 15 Jahren bei Schizophrenie
- bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose besteht ein erhöhtes Sterberisiko
- ab 65 Jahren erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (metabolisches Syndrom, Nierenversagen)

- es kann zu zwanghaftem oder unkontrollierbarem Verlust der Impulskontrolle kommen
- für Raucher ist keine Dosisanpassung erforderlich.
- Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu einer Verminderung der grauen Hirnsubstanz führen kann.

Erfahrungsberichte
Erfahrungsbericht von Lukas
Erfahrungsbericht von Crazy
Erfahrungsbericht von Lea Gie

Links
*Aripiprazol - Gelbe Liste
*Aripiprazol - psylex.de
*Aripiprazol Fachinformation (Abilify)
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Asenapin

Handelsnamen
Sycrest (EU), Saphris (USA)

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Vermutlich antagonistische Aktivität an Dopaminrezeptoren (D2) und Serotoninrezeptoren (5-HT2A), Wirkmechanismus nicht vollständig geklärt.
Weitere Rezeptorsysteme sind möglicherweise an den Effekten beteiligt.

Halbwertszeit

ca. 24 Stunden
Steady State bei zweimaliger täglicher Einnahme innerhalb von 3 Tagen

Darreichungsformen
Sublingualtabletten 5 mg, 10 mg

Übliche Dosierung
nach Herstellerangaben:
Anfangsdosis: zweimal täglich 5 mg (Tagesdosis 10 mg)
Steigerung möglich auf: zweimal täglich 10 mg (Tagesdosis 20 mg)

Enzymatischer Abbau
UGT1A4 und CYP1A2, schwacher Hemmer von CYP2D6

Bioverfügbarkeit
nach sublingualer Einnahme 35%

Wichtige Wechselwirkungen

- schwerwiegende Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die die QT-Zeit verlängern, z.B. manche Antiarrhythmika , AD, Antibiotka, Neuroleptika, u.a;
- Wechselwirkungen mit Cannabidiol
- Wechselwirkungen mit Stoffen, die die Krampfschwelle herabsetzen können, z.B. Bupropion
- kann die Wirkungen bestimmter Antihypertonika verstärken
- Wechselwirkungen mit Antidepressiva (insbesondere Fluvoxamin, Paroxetin oder Fluoxetin)

Häufige Nebenwirkungen

Angst, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Appetitsteigerung, Langsame oder anhaltende Muskelkontraktionen, Ruhelosigkeit, Unwillkürliche Muskelkontraktionen, Langsame Bewegungen, Zittern, Sedierung, Schwindel, Übelkeit, Geschmacksveränderung, Taubheitsgefühl der Zunge oder im Mund, Vermehrter Speichelfluss, Muskelspannung, Ermüdung, Anstieg der Leberproteinspiegel

Hinweise zum Absetzen
Feinwaage
Eine Auflösung in Wasser ist nicht möglich, da die Einnahme von Wasser bis zu 10 Minuten nach der Einnahme von Asonapin die Wirksamkeit herabsetzt.
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen

- 10 Minuten nach der Einnahme nichts trinken oder essen
- Alkohol meiden

- Schwangerschaft: nicht anwenden (evtl. fruchtschädigend, erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie extrapyramidale Symptome und/oder Entzugssymptome für Neugeborene)
- Stillzeit: kann in die Muttermilch über,gehen nicht stillen
- Kinder und Jugendliche: nicht zugelassen unter 18 Jahen
- ältere Menschen: Vorsicht. Daten zur Wirksamkeit bei Patienten ab 65 Jahren sind nur in begrenztem Umfang verfügbar.

- kann schwerwiegende allergische Reaktion auslösen
- Einnahme bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung nicht empfohlen
- nicht für die Behandlung von Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose zugelassen oder empfohlen
- abzusetzen bei Hinweis auf ein Malignes Neuroleptisches Syndrom oder bei Symptomen einer Spätdyskinesie
- Vorsicht bei Patienten mit epileptischen Erkrankungen und Diabetikern

- Vorsicht bei älteren Patienten und bei Patienten mit bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung (z. B. Herzinsuffizienz, Herzinfarkt oder Herzischämie, Erregungsleitungsstörungen), zerebrovaskulärer Erkrankung oder mit Störungen, die den Patienten für eine Hypotonie prädisponieren (z.B. Dehydratation und Hypovolämie)
- Vorsicht bei Patienten, die Situationen erleben, die zu einer Erhöhung der Körperkerntemperatur beitragen können, z.B. körperlich anstrengendes Training, Exposition gegenüber extremer Hitze, gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung oder Neigung zu Dehydratation

Erfahrungsberichte
--

Links

Asenapin - Gelbe Liste
Asenapin - psylex.de
Sycrest - EMA Information
Sycrest - Fachinformation
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Bromazepam

Handelsnamen
Bromazanil, Gityl, Lexostad, Lexotanil, Normoc

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Bromazepam ist ein Benzodiazepin-Derivat (Abkömmling), wirkt spannungs-, erregungs- und angstdämpfend, senkt den Muskeltonus, antikonvulsive Eigenschaften

Halbwertszeit
10 - 20 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 6 mg

Übliche Dosierung
3 - 6 mg abends

Enzymatischer Abbau
CYP450

Bioverfügbarkeit
84 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure, Clozapin

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Niedergeschlagenheit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Überhang

Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit, dann nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 5 - 6 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann B. schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme physisch und psychisch abhängig machen (Sucht,Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bromazepam unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.
Bromazepam darf während der gesamten Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen bei zwingender Indikation angewendet werden. Vom Stillen ist abzuraten

Links
*Bromazepam - Gelbe Liste
*Bromazepam - psylex.de
*Fachinformaion Bromazepam (ratiopharm)
*Ashton Manul
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Bupropion

Handelsnamen
Elontril, Wellbutrin, Zyban

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Noradrenalin- und Dopamin- Wiederaufnahmehemmer, Phenylethylamin (mit Amphetamin verwandt)

pharmakologische Wirkung
Bupropion hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen im ZNS, hemmt geringfügig die Wiederaufnahme von Serotonin

Halbwertszeit
ca 20 h; Steady State nach ca 5 - 8 Tagen

Darreichungsformen
Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (retardiert) 150 mg und 300 mg

Übliche Dosierung
150 - 300 mg (bei älteren Menschen Höchstdosis 150 mg)

Enzymatischer Abbau
Cytochrom P450-2B6, Substrat und Inhibitor von CYP2D6

Bioverfügbarkeit
über 87 %

Wichtige Wechselwirkungen
führt zu Anstieg des Blutspiegels aller Trizyklika außer Doxepin (sehr stark: Desipramin, Nortriptylin, stark: Clomipramin) und vieler SSRI, des Schmerzmittels Tramadol, von Antipsychotika wie Risperidon und Thioridazin, Betablockern wie Metoprolol, Klasse-1C-Antiarrhythmika wie Propafenon und Flecainid.

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, gastrointestinale Störungen mit Übelkeit und Erbrechen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria, Appetitlosigkeit, Agitiertheit,Angst,Zittern, Schwindel, Geschmacksstörungen, Sehstörungen, Tinnitus, Hypertonie, Gesichtsröte, Obstipation, Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen, Fieber, Brustschmerzen, Asthenie.

Krampfanfälle, feindseliges Verhalten, Halluzinationen, Parkinsonismus, Suizidalität, Psychosen können auftreten

Hinweise zum Absetzen
Bupropion soll laut Herstellerangabe schrittweise abgesetzt werden. Die kleinste Dosiseinheit beträgt jedoch 150 mg, es darf nicht geteilt werden.

Es gibt keine wirklich gute Lösung zum Ausschleichen von Bupropion.
Manche Betroffene können die 150 mg direkt weglassen.
Es gibt Betroffene, die die Retardtablette trotz Risiko teilen (bitte Rücksprache mit dem Arzt halten). Wichtig ist dann, die Dosis auf mehrere Einnahmen zu verteilen ( 3 x alle 8 Stunden) um so einem zu starken Wirkstoffanstieg entgegen zu wirken.
Zum Teilen benutze ggfs. einer Feinwaage (möglichst grosse Stücke und nicht zermösern). Bitte nicht die Wasserlösemethode benutzen.

Andere Betroffe haben es damit geschafft, Bupropion zwei Tage zu nehmen, dann einen nicht. Wir raten im allgemeinen von dieser Methode ab, bei Bupropion kann man evtl. darauf zurückgreifen.
Relativ neu sind die Taperingstrips, da brauchst du allerdings einen Arzt, der kooperiert

Weitere Anmerkungen
- Die Tabletten dürfen aufgrund der Gefahr eines Krampfanfalls nicht zerteilt oder zerkaut werden!
- Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Bupropion nicht eingenommen werden
- wegen unkontollierbarer Risiken nicht unter 18 Jahren anwenden
- Suchtverhalten ist möglich
- wird auch zur Unterstützung der Rauchentwöhnung eingesetzt
- negative Bewertung durch das Arznei-Telegramm (wirkschwache und nebenwirkungsreiche Scheininnovation)

Erfahrungsberichte


Links
*Bupropion - Gelbe Liste
*Bupropipn - psylex.de
*Bupropion-Fachinformation (deprimed)
*Bupropion-Arznei-Telegramm
*Tapering strips
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Citalopram

Handelsnamen
Cipramil, Seropram, Pram, Cipram, Celexa

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

Pharmakologische Wirkung
hemmt durch die Belegung der Serotonintransporter die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse

Halbwertszeit
36 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 10mg, 20mg, 30 mg, 40 mg Lösung: 20mg/ml

Übliche Dosierung
bei Depressionen 20 mg bis 40 mg, bei Angsterkrankung 10mg bis 40 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan , Wirkstoffe, die die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen, Betablocker, Domperidon

Eine gleichzeitige Einnahme mit Omeprazol kann die Plasmaspiegel von Citalopram erhöhen und so zu verstärkten Nebenwirkungen führen.

Häufige Nebenwirkungen
Benommenheit, Schläfrigkeit, Insomie, Agitiertheit, Nervosität, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Tremor, Palpilationen, Schwitzen, Akkomodationsstörungen, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Amnesie, Angst, Apathie, Suizidversuche, Verwirrtheit, Migräne, Parästhesien, Tachykardie, Hypotonie, Hypertonie, Verdauungsstörungen, erhöhter Speichelfluss, Miktionsstörungen, Polyurie, Gewichtsverlust und - zunahme, Rhinitis, Sinusitis, Libidoabnahme, Impotenz, Geschmackstörungen, Juckreiz, Ausschlag, Sehstörungen, Müdigkeit und Gähnen

Hinweise zum Absetzen

Wasserlösmethode, Feinwaage oder Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schwindel, Empfindungsstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit, Sehstörungen.
Tinnitus und Kopfrauschen treten sowohl als NW als auch beim Absetzen auf.

Weitere Anmerkungen
bei Patienten 60+ liegt die Höchstdosis bei 20 mg
Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten

Citalopram sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Geht in die Muttermilch über, beim Stillen ist Vorsicht geboten

Links
*Citalopram - Gelbe Liste
*Citalopram - psylex.de
*Citalopram Fachinformation PDF
*Sicherheitsinformation Citalopram
*Infoartikel Antidepressiva
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Clonazepam

Handelsnamen
Rivotril, Antelepsin, Klonopin

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Clonazepam verstärkt die natürliche Wirkung des hemmenden Neurotransmitters GABA (Gammaaminobuttersäure) im Gehirn, indem es an die GABA Rezeptoren bindet

Halbwertszeit
30 - 40 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,5 mg, 2 mg, Tropfen 2,5 mg / ml

Übliche Dosierung
Die Dosis wird individuell angepasst.
Erhaltungstherapie bei Epilepsie: Säuglinge 0,5 - 1 mg, Kleinkinder 1,5 - 3 mg, Schulkinder 3 - 6 mg, Erwachsene 4 - 8 mg

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
71 - 76 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Benommenheit, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Gang - und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit


Hinweise zum Absetzen
nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 0,5 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
wird hauptsächlich als Antikonvulsivum eingesetzt
Wie alle Benzodiazepine kann C. physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, eher selten Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe

während der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit, nicht stillen

Links
*Clonazepam - Gelbe Liste
*Clonazepam - psylex.de
*Fachinformation Clonazepam PDF
*Ashton Manual
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Handelsname

Deanxit

Wirkstoffname
fixes Kombinationspräparat aus Melitracen und Flupentixol

Wirkstoffkategorie
Melitracen: Antidepressiva; Flupentixol: Neuroleptika

Unterkategorie
Trizyklika; typisches Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
Melitracen hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, weist grosse Ähnlichkeit mit Amitriptylin auf.
Flupentixol blockiert die Dopaminrezeptoren (D1 und D2) und hemmt die Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren, geringfügiger auch die α1-Adrenozeptoren und die Histamin-H1-Rezeptoren.
Das Verhältnis der Wirkstoffe beträgt 10mg Melitracen zu 0.5mg Flupentixol.

Halbwertszeit
ca. 62 Stunden bei Melitracen, ca. 61 Stunden bei Flupentixol

Darreichungsformen
Filmtablette mit 10 mg Melitracen als Melitracenhydrochlorid und 0.5 mg Flupentixol

Übliche Dosierung
langsam einschleichen, Zieldosis: 20mg/1mg bis höchstens 40mg/2mg (pro Tag); Einnahme 2x tgl. (Morgens und Mittags)

Enzymatischer Abbau
----

Bioverfügbarkeit
bei Melitracen nicht bekannt, bei Flupentixol 24-71%

Wichtige Wechselwirkungen
Antidepressiva, Adrenergika, Blutdrucksenkende Arzneimittel, Antiarrhythmika (Behandlung von Herzrhythmusstörungen), Lithium, Neuroleptika, Benzodiazepine und Z-Drugs, Barbituriate, Levodopa und ähnliche Arzneimittel zur Behandlung von Parkinson, Arzneimittel, welche das Wasser- oder Salz-Gleichgewicht beeinflussen, Antihistaminika, einige Antibiotika

Häufige Nebenwirkungen
Schlafstörungen, Unruhe, Erregtheit, Schwindel, Zittern (Tremor), Schläfrigkeit, Müdigkeit, verringertes Scharfsehen, Mundtrockenheit, Verstopfungen, verlängertes QT im EKG.

Möglich sind u.a. Veränderte Blutwerte (Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose), Suizidgedanken, Bewegungsstörungen, Parkinson ähnliche Symptome, Früh- und Spätdyskinesien, malignes neuroleptisches Syndrom (MNS), Gelbsucht, Hepatitis,

Hinweise zum Absetzen
Entzugssymptome sind möglich, daher schrittweise absetzen
Wasserlösemethode (das Lösen ist laut Hersteller erlaubt).
Tablettenteiler und Feinwaage: Tablette lässt sich maximal vierteln, die Tablette hat einen ausgewiesenen Kern mit dem Wirkstoff und einen Mantel darum herum. Es muss daher durch den Kern geteilt werden, abfeilen etc. ist daher ungünstig.
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- Deanxit ist in Österreich und in der Schweiz zugelassen
- Schwangerschaft: soll nicht angewandt werden
- Stillzeit: abstillen oder der Säugling sollte medizinisch eng überwacht werden.
- Kinder und Jugendliche: nicht zugelassen

- erhöhtes Risiko von suizidalem Verhalten bei jungen Erwachsenen
- bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose besteht ein erhöhtes Sterberisiko

Erfahrungsberichte
----

Links
Deanxit - psylex.de
Deanxit - Fachinformation (deprimed)
Deanxit - Gebrauchsinformation
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Diazepam

Handelsnamen
Faustan, Gewacalm, Paceum, Psychopax, Relanium, Stesolid, Valiquid, Valium

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Diazepam bindet agonistisch an GABA-A-Rezeptoren und vermindert so die neuronale Erregung. Dadurch wirkt es angstlösend, muskelentspannend, krampflösend und beruhigend.

Halbwertszeit
24 - 48 Stunden,
"aktive Metaboliten" bis zu 100 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 2 mg, 5 mg, 10 mg, Tropfen, Zäpfchen 10 mg

Übliche Dosierung
5 mg - 10 mg täglich

Enzymatischer Abbau
CYP2C19

Bioverfügbarkeit
nahezu 100 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Muskelrelaxantien, Blutdrucksenker, Lachgas, Opioide, Analgetika
Grapefruitsaft hemmt den Abbau von D.

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Benommenheit, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Gang - und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit


Hinweise zum Absetzen
nach Ashton ausschleichen (s.Link)

Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle


Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann D. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.

Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Nicht anwenden bei Säuglingen und Kleinkindern unter 6 Monaten
In der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation anwenden, nicht stillen
Sturzgefahr bei älteren Patienten
Durch die lange Halbwertzeit spiegelt D. sich auf, sodass die volle Wirkung erst nach einigen Tagen erreicht wird.

Links
*Diazepam - Gelbe Liste
*Diazepam - psylex.de
*Diazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Doxepin

Handelsnamen
Aponal, Sinquan

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
trizyklisches Antidepressivum

pharmakologische Wirkung
Doxepin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptischen Speicher der Nervenzellen im ZNS; wirkt antihistaminerg am H1 und H2 Rezeptor; peripher anticholinerge Wirkung

Halbwertszeit
17 Stunden, Metabolit Desmethyldoxepin 51 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 kg, 100 mg, Lösung 40 mg/ ml

Übliche Dosierung
50 mg, kann bis auf 150 mg gesteigert werden, Einnahme abends

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP2C19

Bioverfügbarkeit
30 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate auch die Vorstufe L- Tryptophan,, andere zentral dämpfende Arzneimittel, morphinhaltige Arzneimittel, H1 Antihistaminika

Häufige Nebenwirkungen
Mundtrockenheit, trockene Nase, Kopfschmerzen, Sehstörung, Schwitzen, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, niedriger Blutdruck, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Tremor, Verstopfung, Anstieg der Leberwerte, Gewichtszunahme, Juckreiz, Durst, Blasenentleerungsstörungen, innere Unruhe, Verwirrtheitszustände, Verlust der Libido, Impotenz

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

häufige Absetzerscheinungen: Muskelzuckungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Verdauungsstörungen, innere Unruhe, Angst, Gliederschmerzen, Erschöpfung, Weinen, Frieren, Schwitzen

Weitere Anmerkungen
- wirkt zumeist stark dämpfend
- wird im Alkoholentzug eingesetzt, wird als Schlafmittel eingesetzt, als Migräneprophylaxe und bei Schmerzerkrankungen,
- kann die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich steigern, auf Sonnenschutz achten !
- QT-Zeit Verlängerung macht schnelles Absetzen notwendig
- Alkohol meiden
- bei Menschen mit langsamem oder intermediärem CYP2D6-Metabolismus ist eine lebensbedrohliche Doxepin-Vergiftung schon bei Regeldosen möglich.

- Kinder und Jugendliche: Doxepin darf nicht unter 12 Jahren angewandt werden; zwischen 12 und 18 Jahren soll es nicht angewandt werden, aufgrund der Risiken und des fehlenden therapeutischen Nutzen
- Schwangerschaft und Stillzeit: Doxepin darf aufgrund der Risiken während der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit angewandt werden, keine Anwendung während der Stillzeit
- Ältere Menschen: erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen

Links
*Doxepin - Gelbe Liste
*Doxepin - psylex.de
*Doxepin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva
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Wirkstoffname

Duloxetin

Handelsnamen
Riclaim, Cymbalta, Yentreve, Duloxalta

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSNRI

pharmakologische Wirkung
Duloxetin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin (5-HT) und Noradrenalin in die präsynaptischen Speicher der Nervenzellen im ZNS, sowie in geringem Ausmaß die Wiederaufnahme von Dopamin

Halbwertszeit
12 Stunden

Darreichungsformen
Kapseln zu 30 und 60 mg

Übliche Dosierung
60 mg, kann bis auf 120 mg gesteigert werden

Enzymatischer Abbau
CYP2D6 , CYP1A2

Bioverfügbarkeit
32 - 80 % Raucher haben eine um nahezu 50% reduzierte Plasmakonzentration, muss bei Rauchstopp bedacht werden

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan, Ciprofloxacin, Alkohol, Erhöhung der Blutungsneigung bei Blutverdünnern, Tabakrauch s.o.

Häufige Nebenwirkungen
Schlafprobleme, Übelkeit, merkbar trockener Mund, Verstopfung, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, verminderter Appetit, Durst, Ängstlichkeit, Libidoverminderung, Anorgasmie, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern, unscharfes Sehen, Nervosität, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Schwitzen, Lethargie, Juckreiz, Schwäche, Erektion Dysfunktion, verzögerte Ejakulation

Hinweise zum Absetzen
Kügelchenmethode, Feinwaage
Folgende Präparate haben Kügelchen: Duloxetin Zentiva, Cymbalta Lilly

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: hoher Blutdruck, Unruhe, Albträume, Schwindel, Depersonalisation, Derealisation, Brainzaps, Wahrnehmungsstörungen, Ohrgeräusche, Gereiztheit, Aggressivität, Suizidgedanken, Angst, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit

Absetzerscheinungen treten häufig auf.

Weitere Anmerkungen
Schwangerschaft: potentielles Risiko für den Fötus und das Neugeborene
Stillzeit: Anwendung nicht empfohlen
D. wird auch bei Schmerzerkrankungen und Harninkontinenz eingesetzt.

Links
*Duloxetin - Gelbe Liste
*Duloxetin psylex.de
*Duloxetin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva
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Wirkstoffname

Escitalopram

Handelsnamen
Cipralex, Seroplex, Lexapro

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

pharmakologische Wirkung
Escitalopram belegt die Serotonintransporter und hemmt so die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse

Halbwertszeit
36 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 5mg, 10mg, 15mg, 20 mg Lösung: 20mg/ml

Übliche Dosierung
bei Depressionen 10 mg bis 20 mg, bei Angsterkrankung 5mg bis 20 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan, Wirkstoffe, die die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen, Betablocker, Domperidon

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme, Insomnie, Somnolenz, Schwindel, Parästhesien, Tremor, Sinusitis, Gähnen, Diarrhoe, Obstipation, Erbrechen, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Arthalgie, Myalgie, verminderter Appetit, verstärkter Appetit, Erschöpfung, Fieber, Ejakulationsstörungen, Impotenz, Libidoverlust, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit, anormale Träume, Anorgasmie

Hinweise zum Absetzen

Wasserlösmethode, Feinwaage oder Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schwindel, Empfindungsstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit, Sehstörungen.
Tinnitus und Kopfrauschen treten sowohl als NW als auch beim Absetzen auf.

Weitere Anmerkungen
bei Patienten 60+ liegt die Höchstdosis bei 10 mg
Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten


Erfahrungsberichte
*Bittchen: Escitalopram abgesetzt
*Hypeastrum Escitalopram absetzen

Links
*Escitalopram - Gelbe Liste
*Escitalopram - psylex.de
*Escitalopram Fachinformation (Ratiopharm) PDF
*QT Verlängerung Escitalopram - Pharmazeutische Zeitung
*Infoartikel Antidepressiva
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Re: Medikamentensteckbriefe (Psychopharmaka)

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Wirkstoffname

Flunitrazepam

Handelsnamen
Fluninoc, Rohypnol

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

pharmakologische Wirkung
Flunitrazepam ist ein Benzodiazepinderivat (Abkömmling) und bindet als spezifischer GABA-Agonist mit hoher Affinität an Benzodiazepin-Rezeptoren (BZ1 und BZ2) im ZNS.

Halbwertszeit
35 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten zu 1mg

Übliche Dosierung
1mg direkt vor dem Schlafen, nicht anzuwenden bei älteren Patienten (Sturzgefahr)

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
80 - 90 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure, Clozapin, Lithium, Narkotika

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen,Schwindel, Benommenheit, Niedergeschlagenheit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Gedächtnislücken, Konzentrationsstörungen, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Überhang, Muskelschwäche, Ataxie

Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit, dann nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 1 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann B. schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme physisch und psychisch abhängig machen (Sucht,Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe
Darf bei Kindern nicht angewendet werden
Anwendung in der Schwangerschaft nur bei zwingenden Gründen; abstillen

Bei gleichzeitigem Alkoholgenuss und in höherer Dosierung können schwere Erinnerungslücken auftreten. Das Medikament erlangte deshalb als "Vergewaltigungsdroge" oder "K.O. Tropfen" traurige Berühmtheit.
Die sedierende Wirkung ist sehr stark.
F wird besonders häufig missbräuchlich verwendet. Es darf laut Warnhinweis unter keinen Umständen Drogenabhängigen oder Patienten mit Abhängigkeitsanamnese verschrieben werden.

Links
*Flunitrazepam - Gelbe Liste
*Flunitrazepam - psylex.de
*Flunitrazepam Fachinformation PDF
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Wirkstoffname

Fluoxetin

Handelsnamen
Flecium, Fluctine, Fluxet, Mutan, Positivum, Prozac

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

pharmakologische Wirkung
Fluoxetin besetzt die Serotonintransporter und hemmt somit die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt. Bei höheren Konzentrationen hemmt es außerdem 5HT2C-Rezeptoren.

Halbwertszeit
4 - 16 Tage ( aktiver Metabolit Nurofluoxetin)

Darreichungsformen
Kapseln, Hartkapseln, Tabletten zu 10 mg, 20 mg und 40 mg

Übliche Dosierung
Depression: 20 mg, schrittweise Erhöhung auf 60 mg ist möglich
Bulimie: 60 mg
Zwangserkrankungen: 20 mg, schrittweise Erhöhung auf 60 mg ist möglich

Enzymatischer Abbau
CYP2C9/19 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
72 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan , Metoprolol, Arzneimittel, die die QT Zeit verlängern, orale Antikoagulantien, incl.ASS und NSAR,
andere durch CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel, Arzneimittel, die die Krampfschwelle herabsetzen

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, verminderter Appetit, Angst, Nervosität, Ruhelosigkeit, Angespanntheit, verminderte Libido, Schlafstörungen, abnormale Träume, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Geschmacksstörung, Lethargie, Somnolenz, Tremor, verschwommenen Sehen, Palpitation (Herzstolpern), Flüge, Gähnen, Erbrechen, Dyspepsie (Oberbauchbeschwerden), Mundtrockenheit, Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen)

Hinweise zum Absetzen
Tabletten mit Wasserlösmethode, Feinwaage (Lösung ist in Deutschland nicht mehr erhältlich)

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Parästhesien, Schlafstörungen, Asthenie, Erregtheit, Angst, Übelkeit, Erbrechen

Weitere Anmerkungen

Schwangerschaft: Risiko für kardiovaskuläre Fehlbildungen des Kindes erhöht ist, Entzugssyndrom beim Neugeborenen möglich
Kinder und Jugendliche: unter 8 Jahren nicht erlaubt; darf zwischen 8 bis 18 Jahren nur zur Behandlung von mittelgradigen bis schweren Episoden einer Major Depression in Kombination mit psychologischen Therapiemaßnahmen angewandt werden. Unbedenklichkeit einer Langzeitanwendung ist in dieser Altersgruppe bezüglich Wachstum, Pubertät, geistiger und emotionaler Entwicklung und Verhaltensentwicklung nicht gewährleistet

Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten
gesteigerte Aggressivität und Feindseligkeit kann als Nebenwirkung auftreten; das Medikament wird mit einigen Amokläufen, vor allem in den USA, in Verbindung gebracht.
Fluoxetin kann Knochenverlust und langfristig Osteoporose verursachen,
Aufgrund der langen HWZ stellen Ärzte gelegentlich auf Fluoxetin um, "um den Entzug zu erleichtern"
(Prozac bridge)

Links
*Fluoxetin - Gelbe Liste
*Fluoxetin - psylex.de
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Fluvoxamin

Handelsnamen
Fevarin, Flox-Ex, Floxyfral, Lucky

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSRI

pharmakologische Wirkung
besetzt die Serotonintransporter und hemmt so die Wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse

Halbwertszeit
15 Stunden

Darreichungsformen
Filmtablette zu 50 mg, 100 mg

Übliche Dosierung
100 mg, kann bis auf 300 mg erhöht werden, sollte ab 150 mg in zwei oder drei Tagesdosen aufgeteilt werden

Enzymatischer Abbau
CYP1A2, CYP2C, CYP3A4

Bioverfügbarkeit
53 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate (SSRI, Triptane, Buspiron, Trizyklische Antidepressiva) auch die Vorstufe L- Tryptophan,

Häufige Nebenwirkungen
Erregung, Angst, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Tremor, Somnolenz, Nervosität, Herzklopfen, Tachykardie, QT Zeit Verlängerung, Abdominaler Schmerz, Anorexie, Verstopfung, Diarrhö, Mundtrockenheit, Dyspepsie (Oberbauchbeschwerden), Schwitzen, Asthenie (Schwäche), Kopfschmerzen, Unwohlsein

Hinweise zum Absetzen
Feinwaage

häufige Absetzerscheinungen sind Parästhesien, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst


Weitere Anmerkungen

wird hauptsächlich zur Behandlung von Zwangserkrankungen eingesetzt
hat nur geringe anticholinerge und antihistaminische Eigenschaften
wird auch bei Reizdarm eingesetzt
hemmt den Abbau von Koffein, daher Koffeinkonsum einschränken

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Wirkstoffname

Haloperidol

Handelsnamen
Haldol, Haloper, Sigaperidol

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
typische / hochpotente Neuroleptika

pharmakologische Wirkung
besetzt Rezeptoren für den Neurotransmitter Dopamin (D1-4) und blockiert so dessen Wirkung.

Halbwertszeit
nach oraler Einnahme (Tabletten, Lösung): 24 Stunden; nach intramuskulärer Injektion 21 Stunden;
nach intramuskulärer Injektion von Haloperidol-Decanoat (Depot) durchschnittlich 3 Wochen

Steady State: ist bei oraler Einnahme innerhalb einer Woche, bei intramuskuläre Depotinjektion nach 2 - 4 Monaten erreicht

Darreichungsformen
Tabletten 1 mg, 2 mg, 4 mg, 5 mg, 10 mg 12 mg, 20 mg; Lösung 2 mg/ml;
Injektionslösung 1 ml, 3 ml, 5 ml;
Decanoat Depot 50 mg/ml Injektionslösung 1 ml, 3 ml; Decanoat 50 mg/ml Ampulle, 100 mg/ml Ampulle, 500 mg/10 ml Durchstechflasche

Übliche Dosierung
nach Herstellerangaben:
- oral je nach Indikation: Erwachsene: 2 - 10 mg/ Tag, Tageshöchstdosis 10 - 20 mg (Dosierungen über 10 mg haben keine bessere Wirkung);
Tageshöchstdosis je nach Indikation Kinder 3 - 5 mg, ältere Menschen 5 mg
- Depotinjektionslösung: monatliche Dosis, die dem 10- bis 15-fachen der oralen Haloperidol-Tagesdosis entspricht, übliche Dosis alle 4 Wochen: zwischen 50 und 200 mg; Höchstdosis 300 mg; bei älteren Menschen 75 mg
- Die niedrigste notwendige Erhaltungsdosis ist anzustreben. Über die Notwendigkeit einer Fortdauer der Behandlung ist laufend kritisch zu entscheiden.

Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung 1 - 2 mg/Tag, ansonsten 2 - 6 mg/Tag

Enzymatischer Abbau
CYP3A4 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
nach oraler Einnahme 60 - 70 %,

Wichtige Wechselwirkungen
- Kontraindikation in Kombination mit Arzneimitteln, die die QT-Zeit verlängern, z.B. manche Antiarrhythmika , AD, Antibiotka, Neuroleptika, u.a;
- Arzneimittel, die zu einem Anstieg der Haloperidol-Plasmakonzentration führen können, wie CYP3A4-Hemmer und CYP2D6-Hemmer (u.a. Alprazolam, Fluvoxamin, Bupropion, Chlorpromazin, Duloxetin, Paroxetin, Promethazin, Sertralin, Venlafaxin, Fluoxetin, Ritonavir)
- Arzneimittel, die zu einem Abfall der Haloperidol-Plasmakonzentration führen können, wie CYP3A4-Induktoren (u.a. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut)
- Haloperidol kann die Wirkung von ZNS-dämpfenden Arzneimitteln (einschließlich Hypnotika, Sedativa, starke Analgetika) verstärken.

Häufige Nebenwirkungen
Frühdyskinesien, Spätdyskinesien Parkinson-Syndrom, Akathisie, Unruhegefühle, Erregung, Müdigkeit, Benommenheit, depressive Stimmungslage, Lethargie, psychotische Störung, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Tremor, Verstopfung, Erbrechen, Übelkeit, anomaler Leberfunktionstest, Hautausschlag, erektile Dysfunktion, Harnverhalt, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme

Gelegentlich zerebrale Krampfanfanfälle; potentiell lebensbedrohliches malignes Neuroleptika-Syndrom, QT Zeit Verlängerung, delirante Syndrome sind möglich

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

Abrupte starke Dosisänderungen erhöhen das Nebenwirkungsrisiko. Nach einer längerfristigen Therapie muss der Abbau der Dosis in sehr kleinen Schritten über einen großen Zeitraum hinweg erfolgen.
Häufigste Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gehirnnebel, Depression, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Unruhe, Herzschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, Neuroemotionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwindel
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- die EMA (europäische Arzneimittelbehörde) hat mit einem Roten Hand Brief die Indikationen für Haloperidol eingeschränkt und die Tageshöchstdosen reduziert.
- Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu einer Verminderung der grauen Hirnsubstanz führt.

- Schwangerschaft: nicht anwenden (evtl. fruchtschädigend, erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie extrapyramidale Symptome und/oder Entzugssymptome für Neugeborene)
- Stillzeit: geht in die Muttermilch über, nicht stillen

- Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit ist nicht erwiesen, Hinweise auf ein Risiko für extrapyramidale Symptome, einschließlich tardive Dyskinesien, und Sedierung.
Nicht zugelassen ist die orale Gabe unter 3 Jahren, die Injektionslösung und Depot-Injektionslösung nicht unter 18 Jahren.
- bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose besteht ein erhöhtes Sterberisiko

- Alkohol meiden; Tee, Kaffee kann die Wirkung abschwächen; Nikotin kann die Wirkung beeinflussen
- Vorsicht bei Menschen mit Lebererkrankungen

Erfahrungsberichte
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Links
Haloperidol - Gelbe Liste
Haloperidol - psylex.de
Haloperidol - Fachinformation
Haldol - Rote Hand Brief - PZ
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