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Umgang mit den Wellen

Jamie
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Jamie »

Hallo mercedes,

ich will dich ja nicht entmutigen, aber ich weiß nicht, ob deine HP dir da wirklich helfen kann (?)
Also etwas Linderung ist sicher möglich, aber ich will dich eigentlich davor bewahren am Ende maßlos enttäuscht zu sein.
Nicht falsch verstehen - seit 2000 konsultiere ich meine HP bei allen wichtigen Belangen, zur Ergänzung, Unterstützung und zum Austesten, aber mir ist mittlerweile klar, dass sie keine Wunder bewirken kann.
Das größte Heilmittel ist die Zeit, und da voran das Vermeiden von Fehlern beim Absetzen.
Ich will dich auch darauf hinweisen, dass manchmal homöopathische Behandlungen Symptome triggern können; was macht die HP denn mit dir?
Hochpotenzen können Absetzbeschwerden auch verschlimmern!

Und noch einen Impuls. Es gibt leider auch immer wieder schwarze Schafe unter HP, die dir viel versprechen und nichts halten und nur auf dein Geld aus sind. Falls du da so ein Gefühl hast, dann sei vorsichtig!
Ansonsten glaube ich prinzipiell an das Gute im Menschen und gehe deswegen auch davon aus, dass deine HP wirklich bemüht ist dir zu helfen und dich nicht finanziell ausnehmen will.

Schau wirklich genau hin, ob die Therapie dir etwas bringt und wenn nein, dann habe auch den Mut das zu sagen.
Falls sie mit milden Therapien wie z.B. Bachblüten oder Schüsslersalzen arbeitet, dann wäre das evtl. eine Aöternative zur Unterstützung?

Grüße und alles Gute. Ich hoffe, die Welle geht bald vorbei. :group:
Jamie
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Laika
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Laika »

Hallo an Alle,

ich bin seit gestern neu hier und hätte ein paar Fragen, die ihr mir vielleicht beantworten könnt.?
Wenn Euch so eine Welle trifft, welche Symtome habt ihr dann? Wie lange halten sie an, Tage?
Ich hatte vorhin noch viel mehr fragen, aber die sind jetzt, wo ich schreibe, irgendwie wie weggeblasen.
Entschuldigt bitte, wenn ich einfach zwischendurch was reinfrage
Wäre schön von euch zu hören.
Liebe Grüße
Laika
padma
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von padma »

hallo zusammen,

ich kopiere hier einen Textauszug von MaggieSmalls rein:
Mitlerweile spüre ich aber eine wesentlich deutlichere Abgrenzung zu den Symptomen. Ich mache das alles nicht mehr mit mir selbst aus sondern lasse es kommen und gehen. Ich weiß, und ich glaube das weiß jeder von uns, dass diese Symptome noch nie Teil unseres Medikamentenfreien Lebens waren. Dafür habe ich ein wenig gebraucht und ich hoffe, dass bleibt auch so bis es dann letzendlich in ein großes Fenster übergeht. Seit 2 Tagen habe ich wieder ein Fenster und mir geht es psychisch gesehen relativ gut, habe Lust auf neue Aufgaben denen ich nachgehen kann und möchte was mit Freunden unternehmen.
Eigentlich das genaue Gegenteil von den Wellen...ich versuche mir Bewusst zu werden, dass diese Schwankungen ein Zeichen davon sind, dass unser Gehirn sich heilt. Der Gedanken motiviert mich sehr und übt mich auch in Achtsamkeit...ich probiere die Wellen und Fenster zu beobachten und nicht an mich zu lassen...zumindest die Wellen. Was mir auch aufgefallen ist, dass ich in den letzten Monaten in eine total negative Denkensweise gerutscht bin...das ist auch irgendwo verständlich aber es hilft einem überhaupt nicht weiter...im Gegenteil. Es bringt nichts sich zu beschweren denn das macht alles noch schlimmer. Ich versuche mich auf das positive zu konzentrieren wie z.B.: Ich darf jetzt joggen gehen anstatt ich muss damit es mir besser geht...usw. Das hilft mir nach ner Zeit. Mir geht es jetzt schlecht aber irgendwann wird es vorbei sein...
Ich kann leider noch nicht sagen wo das Enden wird aber ich werde zu 100% nie wieder auch nur ein krümel Paroxetin oder ein anderes SSRI nehmen...egal was kommt ich habe schon so schreckliche Symptome und Wellen durchgestanden und jedes mal wurde es irgendwann besser. Daran versuche ich in schlechten Momenten zu denken...Aber dieses Zeug ist einfach nur grausam und damit möchte ich mein Gehirn nie wieder belasten.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 05#p188305
MaggieSmalls
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von MaggieSmalls »

Hallo,
die Padma hat mich mal in das Forum geschickt um mich hier vielleicht besser austauschen zu können.
Sehe auch gerade, dass ein Teil meines Threads sogar hier schon gelandet ist. Interessant zu lesen was man alles in der Zeit schreibt...da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern.

Zum Thema Wellen:
Der Januar war eigentlich bis auf kurze "Wellenmomente" ein Fenster und es hat mich nicht wirklich gejuckt, dass ich jetzt schon 1 Jahr lang im prohabierten Entzug bin mit immernoch teils starken Symptomen.
Letzte Woche hat sich dann eine Welle angebahnt und diese ist dann auch gekommen. Mir geht es die letzten Tage nicht gut und ich finde man merkt in einer Welle gar nicht wie man wieder völlig unbemerkt in alte Verhaltensmuster reinrutscht. Plötzlich ist alles wieder ganz schlimm und ich habe jetzt Langzeitschäden weil ich nach einem Jahr immer noch nicht wieder gesund bin und und und...Genau das was ich eigentlich vermeiden will ist wieder eingetreten und mein Gehirn reagiert mega panisch wiedereinmal. Ich habe keine Panik oder so aber meine Angst vor bleibenden Schäden sind gerade wieder enorm. Meine Erfahrungen mit Wellen sind, dass keine wie die andere ist.
Manchmal erlebe ich Wellen die nur einen Tag andauern und man denkt sich, super die werden ja immer kürzer. Dann kommt aber eine Welle die sich langsam über eine Woche anbahnt, dann einen Höhepunkt von 2-3 Tagen hält bis sie wieder langsam abklingt und man gar nicht versteht was da grade in einem passiert ist. Alles ist wie in einem Rausch der so an einem Vorbeizieht.

Dann ist man sich wieder total sicher, dass Heilung stattfindet und es schon wesentlich besser geworden ist. In eine Welle existiert das nicht...zumindest in den starken Wellen. Da ist alles gleich geblieben und man wird nie gesund werden bis zum nächsten Fenster.

Die Angst dass 1 Jahr Paroxetin mit völlig verkorksten Absetzverhalten mein Leben ruiniert haben sollen macht mir schon ganz schön zu schaffen die letzten Tage. Sich immer wieder vor sich selbst und anderen erklären zu müssen ist nicht ohne.

Aktuelle Gefühlslage meiner Welle:
Starrer Blick, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Kopfdruck, Benommenheit, Watte Gefühl, Kopfsausen / Ohrenbrummen. Dafür ist meine Laune paradoxer weise ganz gut.

Vg
Maggie
September 2015 starker Schwindel - erstmaliger Besuch beim psychologen + Aufarbeitung der traumatisierenden Erlebnisse.
November 2015 - Nach anfänglicher psychischer Besserung plötzlich Talfahrt mit Beginn von Panik.
05.11.2015 1. Einnahme von Cipralex - Stimmung wurde besser allerdings nicht die Panik.Januar 2016 - völliger psychischer Zusammenbruch - kein Schlaf & nur Panik + Heulattacken, Aussichtslosigkeit, tiefe depressive Emotionen

2016
Januar 2016 Diagnose schwere reaktive Depression / Burn Out

Seit Mitte Januar 2016 dann 40mg Paroxetin (Ohne einschleichen, direkt 40mg)
Ich hatte die ersten Nächte heftige Symptome. Meine Haut hat an allen Gliedmaßen gebrannt wie Feuer. Ich habe mein gesamtes Bettlaken vollgeschwitzt und hatte hier bereits das nächtliche aufschrecken und die Orientierungslosigkeit.

Anfang der Reduktion auf eigenes Handeln:
Anfang Juli 30mg
Ich habe viel zu schnell abgesetzt. Weder mein Arzt noch mein Psychiater haben mich davor gewarnt - ganz im Gegenteil.
Ich habe dieses Forum leider zu spät entdeckt und habe selbst dann nicht auf einige von Euch gehört "es langsamer anzugehen". Ich wollte das Zeug so schnell wie möglich los werden. Das war ein großer Fehler und hat mir das Jahr 2017 zur Hölle gemacht.

Seit dem Absetzen fing bei mir von Beginn an das typische "Wellen / Fenster Muster" an. Alle meine Symptome die unten zu lesen stellten sich spätestens mit der 1. Reduktion von Paroxetin ein. Deswegen steht nicht hinter jedem Absetzschritt ein Symptom, kann aber alles in meinem Thread nachgelesen werden.
Vieles kam auch bereits mit dem Beginn von Paroxetin - Allerdings dachte ich, das wäre Teil meines Burn Outs.

Ende Juli - 25 mg
August - 20 mg (Anfang von Depersonalisierungsgefühl - Hatte das Gefühl ich sehe mich selbst beim reden)
September - 15 mg
Oktober - 10mg
8. November 2016 - 5mg
Schwerster Schritt bislang mit den meißten Symptomen. Körperlichen Symptome haben sich weitesgehend gebessert. Psychischen Symptome kommen und gehen. Jedoch leichter Aufwärtstrend.

08.01.2017 - 3,75mg
Nach 2 Wochen leichte bis wenig Absetzsymptome. Kein Vergleich zur Reduktion im Schritt davor.

22.01.2017 - 2,5mg
Mäßige Absetzsymptome - Teilweise starke Benommenheit / Schwindel. Psyche teilweise realtiv gut dann wieder relativ schlecht. Wechselt ziemlich schnell. Leichte Sinnestäuschungen gehabt aber alles noch im Rahmen des Erträglichen. Weiterhin bleibt der Schritt von 10mg auf 5mg der schlimmste.

05.02.2017 - 0mg

Stand 2018


Symptome die immer noch anhalten:

Dauerhaftes Derealisationsgefühl
Rauschen im Kopf / auf den Ohren
Geringe Belastbarkeit / Kann Stresssituationen schlecht einordnen
Kann nicht zu lange am PC sitzen (verschlimmert Symptome)
Nächtliches schwitzen
Starke Benommenheit
Probleme beim Fokussieren
Neuro Emotionen (leicht)
Angst nicht mehr gesund zu werden


Symptome die verschwunden sind:

Brainzaps (nur noch sehr selten und sehr schwach - wenn dann nur morgens direkt nach dem aufstehen)
Lebhafte Alpträume + plötzlich wach werden und nicht wissen wo man ist
Grippe Gefühl
"Needles and Pins"
Heiß / Kalt Gefühl
Hitze triggert Symptome
Teilweise Orientierungs / Koordinationsprobleme
Muskelkrämpfe
Kopfschmerzen
Fatigue
Extrem Depressive Phasen
Kein Hunger
Depersonalisierungsgefühl
Halluzinationen (ganz selten noch Nachts)
Neuro Emotionen (stark)
Muskelkrämpfe
Heulattacken
Suizidgedanken
padma
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von padma »

von LenaLena:
Hallihallo,

ich erzähle mal wieder von meinem Verlauf. Befinde mich nun im 7. Entzugsmonat.

Nachdem ich im Jänner ein 10-tägiges Fenster hatte, kam eine riesige Welle. Die längste und stärkste, die ich je hatte. Über die schlimmen Spitzen hatte ich ja berichtet.
Leider wartete und wartete ich auf zumindest leichte Besserung. Die Welle dauerte über 4 Wochen (bei mir waren es bisher immer plus minus 12 Tage). Erst vor drei Tagen merkte ich, dass ein paar Symptome endlich verschwanden, so dass mein Allgemeinzustand etwas besser wurde. Aber es ist immer noch kein Fenster - jedenfalls keins, wie ich es mir wünsche :D
Ich war die ganzen Wochen zu 98% bettlägrig, halbtot, war froh, wenn ich es bis zum WC schaffte, und konnte eine ganze Zeit vor Schwäche nicht mal duschen. Das ist echt der Abgrund! Auch jetzt liege ich noch meistens, denn nachdem ich 30 Minuten auf den Beinen war, schaff ich schon wieder nichts mehr. Aber diese richtig fiese Energielosigkeit (ich nenne sie "tödliche Schwäche") ist zumindest meist weg.

Da ich ja eher immer gehört habe, die Wellen werden sich bessern und kürzer werden, war ich sehr verunsichert, dass es mir immer schlechter geht. Ich habe viel recherchiert und nachgefragt, auch im englischsprachigen Umfeld, und herausgefunden, dass diese Verschlimmerung nach ein paar Monaten sehr viele erleben. Die kann auch eine Weile anhalten. Aber immerhin wird es danach meist besser :)
Nach Meinung einiger hängt das damit zusammen, dass laut Packungsbeilage der AD das Wirkmaximum nach 3 Monaten erreicht ist und somit im Umkehrschluss auch nach einigen Monaten (Geschwindigkeit je nach Körper verschieden) nach Absetzen noch einmal ein Tief für den Körper kommt, wo er sich neu sortieren muss.

Ich versuche inzwischen, meinen Körper zu verstehen und es mit den "Reparaturen" im ZNS in Verbindung zu bringen. Wenn ich vor Schwäche kaum überleben kann und mich grippig-heiß fühle, denke ich, dass der Körper gerade so viel arbeitet und heilt, dass er "heiß läuft". Und da bei mir auch phasenweise immer andere Dinge betroffen sind - mal ein paar Tage Panik, dann ein paar Tage Atemnot, dann Schwäche, dann starkes Zittern, dann vertrage ich kein Essen mehr (ja, kein!! nicht mal bloßen Reis), dann klappt das Schlafen nicht oder schlecht... stelle ich mir vor, dass gerade diese Areale sich neu formieren und heilen.

Nach so einer extremen starken Welle fällt es mir aber schwerer, positiv zu denken. Immer wieder falle ich in die Hoffnungslosigkeit. In die Angst vor der Zukunft.
Das ist echt schwer... Ich lenke mich viel ab, wenn möglich. Schaue Serien oder, wenn mir auch diese Reize zu stark sind, lese viel.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 93#p231093
StefanKremer377
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Wechsel der Tagesformen

Beitrag von StefanKremer377 »

Hallo, an das beste Forum worldwide :)

Wollte mal kurz berichten, dass ich nach 16 Wochen auch endlich mal in den Genuss des Wohlbefindens gekommen bin ("so wie früher")

Gestern ging es mir so schlecht mit Schwindel, Gangunsicherheit, DP-DR etc, dass ich in die Institutsambulanz fuhr und einen Termin bei Arzt brauchte. Dieser drehte mir natürlich gleich wieder ein Rezept mit Sertralin an :frust: Zur Nacht könnte ich auch gleich noch bissi Mirtazapin nehmen. Das Rezept liegt immer noch daheim. Werde es nicht nehmen.

Heute hatte ich den Vormittag seid langem. Nahm fast schon manische Züge an.

Man liest hier immer so viel das es besser wird. Nach 4 Monaten wollte mir wohl mein ZNS auch mal was gutes tun und mich... Ich bin begeistert

Naja mal sehen wie es morgen wird. Lernte ja hier, dass man sich nicht gleich als geheilt fühlen soll. Dann ist die nächste Packung net ganz so doll😊

Zumal ich wohl nicht in den Genuß gekommen wäre, wenn ich das Horrorzeug genommen hätte

Allen anderen hier wünsche ich viel Kraft und Durchhaltevermögen

LG Stefan
2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Dan :whistle: ach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von LinLina »

Hallo Stefan :-)

was du beschreibst ist eigentlich das typische Wellen- und Fenster Prinzip im Entzug: bessere, Symptomarme Zeiten wechseln sich ab mit schwierigeren Zeiten, das können Tage, Wochen oder auch nur Stunden sein.

Ich habe daher deinen Beitrag an den Thread Umgang mit den Wellen angehängt, es ist besser wenn nicht so viele verschiedene Threads zum gleichen Thema eröffnet werden :-)

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von StefanKremer377 »

Nachdem ich gestern so einen tollen Tag hatte, war natürlich vorherzusehen, dass der Heutige wieder mies wird.
Meine wichtige Frage an euch. Habt ihr die Erfahrung gemacht, ob Wellen sich mit dem Schlaf stärker äußern. Meine Nacht war heute wieder kurz und unruhig. Schon ist der Tag im Eimer🤔

Zumal ich es irgendwie ungerecht finde, dass ich 16 Wochen auf einen einzigen Tag hinarbeiten muss.....

Lg
2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Dan :whistle: ach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik
StefanKremer377
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von StefanKremer377 »

LenaLena,
möchte dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen schicken. Du hast mir schon so oft so viel geholfen mit deinen netten, aufbauenden Worten, daß ich dir ganz fest die Daumen drücken.
Finde es auch beneidenswert, dass du deine Wellen an Tagen festmachen kannst... 12 Tage... Ich habe komplett den Überblick verloren, was jetzt was ist, da ich eigentlich ständig in Wellen lebe. Bis auf gestern. Da war ja der Schlaf supi.
Wir schaffen das. Chaka
2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Dan :whistle: ach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von LenaLena »

StefanKremer377 hat geschrieben: 21.02.2018 11:12 LenaLena,
möchte dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen schicken. Du hast mir schon so oft so viel geholfen mit deinen netten, aufbauenden Worten, daß ich dir ganz fest die Daumen drücken.
Finde es auch beneidenswert, dass du deine Wellen an Tagen festmachen kannst... 12 Tage... Ich habe komplett den Überblick verloren, was jetzt was ist, da ich eigentlich ständig in Wellen lebe. Bis auf gestern. Da war ja der Schlaf supi.
Wir schaffen das. Chaka
Hi Stefan,
Hab grad ganz zufällig hier deinen Beitrag gesehen - danke :)
ich kann das auch nicht immer so festmachen, bzw. nach meinem enorm Negativ-Höhepunkt jetzt im Jänner/Februar, wo es mir 5 Wochen mies ging, wechselt es viel schneller und stärker als vorher. Und die guten Stunden sind auch seltener als die schlechten.
Aber ich habe häufig gelesen, dass es bei manchen längere Phasen sind und bei anderen scheint es sehr stark symptomreich zu sein und dann nur mal selten und kurz gut... aber sieh es so, je mehr dein Körper kämpft und heilt (denn das bedeuten die Symptome), desto besser ist das für dich :)

Ich kanns übrigens nicht am Schlaf festmachen... zwar gehts mir tendenziell schlechter, wenn ich ne schlechte Nacht hatte, aber nicht immer gehts mir gut nach einer guten Nacht.

Einen Schritt nach dem anderen, einen Tag nach dem anderen, aushalten in Geduld, "Wellenreiten", ... und die Zeit heilt.
LG Lena
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Zu rasches Reduzieren (nur 5 Monate) nach Langzeiteinnahme, seitdem PWS (PROTRAHIERTES ENTZUGSSYNDROM) seit August 2017

Mein Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=14041
StefanKremer377
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von StefanKremer377 »

Lena,
wenn ich ganz ehrlich bin suche ich bei dir immer mal etwas was mit meiner Symptomatik etc nicht übereinstimmt. Fehlanzeige 😁 Du triffst es mit jedem deiner Sätze immer genau auf den Punkt.

Tut mir leid das du 5 Wochen lang die volle Breitseite erfahren musstest. Ich habe jetzt auch schon 2 harte Wochen hinter mir. Extreme Benommenheit, Schwindel.
Abartig. Hast aber recht. Je heftiger, desto mehr Heilung. Versuche ich mir jedenfalls einzureden😆

Der Schlaf war vorgestern auch recht gut. Trotzdem ging es mir gestern net gut. Daher hast du wohl auch da Recht, daß es nicht unbedingt am Schlaf liegt.

Lese auch viel das einige irgendwann den Mut verlieren. Im 4. Monat bin ich auch langsam so weit. Versuche aber die 6 Monate durchzuhalten in der Hoffnung, daß es dann wirklich besser wird.
Kann ich dich als persönliche Therapeutin engagieren 😀
Schön das es dich gibt. Und die vielen anderen hier. Ohne euch wäre ich schon dreimal wieder stationär

LG Stefan
2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Dan :whistle: ach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von LenaLena »

Hallo Stefan,
StefanKremer377 hat geschrieben: 23.02.2018 09:02 Lena,
wenn ich ganz ehrlich bin suche ich bei dir immer mal etwas was mit meiner Symptomatik etc nicht übereinstimmt. Fehlanzeige 😁 Du triffst es mit jedem deiner Sätze immer genau auf den Punkt.
:D Hihi lustig. Aber gänzlich wirst du nie mit jemandem übereinstimmen, denn jeder Körper, jeder Stoffwechsel und nicht zuletzt jeder Lebensstil ist verschieden. Aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass man mit einigen mehr übereinstimmt als mit anderen - und zwar unabhängig vom AD-Präparat, das man eingenommen hat!
StefanKremer377 hat geschrieben: 23.02.2018 09:02 Lese auch viel das einige irgendwann den Mut verlieren. Im 4. Monat bin ich auch langsam so weit. Versuche aber die 6 Monate durchzuhalten in der Hoffnung, daß es dann wirklich besser wird.
Kann ich dich als persönliche Therapeutin engagieren 😀
Schön das es dich gibt. Und die vielen anderen hier. Ohne euch wäre ich schon dreimal wieder stationär
Ja, leider ist das so. Ich setze mir ja immer so Zeitmarken, und als ich jetzt an das Ende des 6. Monats kam (auch schon wieder 2 Wochen her), auf das ich so viel Hoffnung im Sinne von einer leichten Besserung gesetzt hatte, ging mir ne Zeit lang echt die Hoffnung flöten... :( :roll: Das ist das Tückische an Zeitmarken. Ich werde mir keine so definitiven Marken mehr setzen. Mehr so: Mal sehen, wie da dann und dann ist.
Der Körper und das Gehirn brauchen halt nun mal so lang, wie sie brauchen. Gerade nach Langzeiteinnahme muss man etwas Geduld mit dem ZNS aufbringen :wink:
Aber ich hab nach diesen schlimmen 5 Wochen festgestellt, dass sich einiges sehr verändert hat. Das mit den täglichen Wellen/Fenster schrieb ich ja schon, auch einige Symptome sind sehr anders als vorher, ich vertrage plötzlich kein Histamin mehr (und es geht mir bedeutend besser, wenn ichs meide)... all das zeigt mir schon einen Fortschritt an!

Denk immer dran, stationär zu gehen würde dir nicht helfen, sondern dich zurück in den Sumpf katapultieren. Leider ist das so.
Denk dran, wir alle kämpfen gemeinsam, wir können dran denken, dass es auch anderen so geht und es alle durchstehen.

Carlotta hat etwas Tolles über Wellen geschrieben, ev ist das schon in diesem Thread drin, weiß ich jetzt nicht, aber ich kopiere es noch mal rein:
carlotta hat geschrieben: 17.10.2017 12:53 Dass die Symptome im Entzug grundsätzlich wechseln, ist "normal". Es gibt Betroffene, bei denen die Intensität über weite Strecken permanent ist und es gibt welche, bei denen das Wellen-und-Fenster-Muster (symptomärmere und schlimmere Phasen wechseln) ausgeprägter ist. Es gibt auch sog. "Leitsymptome", die einen mehr oder weniger ständig begleiten, mal stärker, mal schwächer, während andere stetig wechseln. Die Erfahrung ist häufig, dass man auch in Fenster-Zeiten nie ganz symptomfrei ist, aber es ist aushaltbarer. Zumindest eine erhöhte Sensitivität (bspw. gegenüber Stress, Substanzen etc.) ist meist durchgängig gegeben.
Quelle: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 92#p212252

Das kann ich voll unterschreiben.

Und hier noch ein schöner Erfahrungsbericht, der sehr viel Mut macht und zeigt, dass man einfach eine Zeitlang "aushalten" muss:
http://kopfzirkus.at/home/2017/1/1/317r ... tfw7rg2028

LG Lena
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Gaebbi
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Gaebbi »

Hey an alle!
Hier wurde zwar lange nichts geschrieben, aber ich wollte mal meine Erfahrungen preisgeben. Könnte denke ich interessant sein, weil ich früher bereits Benzos entzogen habe und jetzt aktuell im SSRI-Alptraum bin, und das beides recht gut vergleichen kann.
Was beiden Entzügen gemeinsam ist, war das plötzliche Auftreten der Symptome innerhalb von Sekunden. Ich versuche auch, Trigger zu finden, und ich glaube, dass bei mir häufig Schwindel ein Vorbotensymptom ist, sicher bin ich mir aber nicht.

Die Wellen selber waren beim Benzoentzug meist sehr ähnlich. Hier war vor allem Derealisation und Depersonalisation im Vordergrund, so wie Angst und Panik. Außerdem Kreislaufprobleme, Gereiztheit und im protrahierten Entzug auch Depressionen.
Beim SSRI Entzug hingegen ist keine Welle wie die letzte. Ich habe täglich, bzw sogar teilweise stündlich andere Symptome, welche sich während den Wellen auch schon verändern. Dr/Dp ist meist nur sehr kurz, während das beim Benzo entzug über Tage ging und deutlich stärker war. Bei den SSRIs stehen vor allem emotionale Symptome wie Depression, Verzweiflung, Gereiztheit, Angst im Vordergrund. Es fühlt sich alles irgendwie künstlicher, chemischer an. Nicht wie echte Emotionen und Gefühle, sondern wie durch Drogen verursachte.
Insgesamt würde ich die SSRI-Wellen als deutlich weniger aushaltbar beschreiben. Irgendwann in der Zukunft muss ich noch ein Neuroleptikum ausschleichen, mal schauen, wie das im Vergleich dazu wird!
Viele Grüße!
persönliche Vorgeschichte:
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Seit November 2019 Phasenweise Depressionen und durchgehend starke Anhedonie. Da Anhedonie nicht besser wird, Versuch eines

- Olanzapin Entzugs:
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0mg Olanzapin seit dem 23.6.21!
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Josh
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Josh »

Guten Morgen,
auch wenn es schon Dezember 2019 ist will ich etwas antworten!
Ich hoffe das jetzt 2 Jahre nach dem letzten Post bei dir alles wieder wie früher ist?!?!
Bei mir, seit 170 Tagen auf null!
Sobald ich mich sportlich betätige kann ich drauf warten das es mich umhaut , schlechte Laune, Unruhe, alles stört,
nichts mehr geht,( neuerdings Panikattacken ) nur noch Bett! Dann muss ich 7 Tage Ruhe machen ( klappt natürlich im Leben mit kind und Frau nicht) aber dann geht es !
Ich gehe spazieren wieder usw, und bekomme das Gefühl
Wow es geht und ich habe den Drang Sport zumachen!
Dann beginnt das Spiel von vorn!
Wollte es nur mal als Info mitteilen
Schöne Weihnachten

Josh
Dezember 2014 Operation Leistenbruch!
Bis dahin 3 x Woche Sport über 30 Jahre!
Schwimmen 40 Bahnen a 25 m Graulen ohne Probleme und anschließend ganz normal weiter gelebt, Einkaufen oder Freunde getroffen!

Nach OP Depression, Ängste, Panikattacken , idiotische gedanken!
keiner geholfen nur antidepresiva im oktober
2015 angefangen ( escitalopram 1 -20 tropfen)
früher immer mal down , job verlust , stress , umzug und
soweiter ! mit johannneskraut und homöopathie behandelt! hat im allgemeinen 20 jahre geklappt!
dann Op und ab da kein Menschen mehr wie früher!
nehme
MG
OPC ca 200 reines
Vitamin C 1000 mg
Omega3 2g
D3 mit K2
Multivitaminpräparat mit Mineralstoffen
B Komplex
Selen
Astaxanthin

Da OP Unmengen an B12 und anderen B Vitaminen verbraucht
außerdem Magnesium und Glutamin

Angefangen Oktober 2015 ( 1-20 Tropfen)
Abgesetzt ab
Januar 2017
Und hier die letzten Schritte
2,3 mg am 11 .Februar 2019
2 mg am 20. Februar 2019
1 mg am 20. März 2019
0.5 mg am 30.April 2019
0,25 mg 3.Juni 2019
0 28. Juni 2019
seit dem immer wieder mit Absetzsynthome
Sehprobleme bei Stress oder Anstrengung
Muskeln zucken nur noch ganz leicht
Erschöpftung
Denken ist Stress
Antriebslosigkeit ab und an
Tinnitus
Früh geht gar nix
Hände schälen sich bei Stress

Seit 28.06.2021 2 Jahre auf Null :party2:
Schaebchen
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Schaebchen »

Hallo
Ich bin froh, dass ich hier mal wieder lesen konnte und Hoffnung finden konnte. Ich habe die letzten Tage wieder total an mir gezweifelt. Sicher getriggert durch emotional en Stress schwappte mit einem Mal alles über. Übelkeit, Durchfall und Zittern. Panik. Körper völlig geschwächt. Unfähig. In der Nacht schon den Entschluss gefasst, mich einweisen zu lassen.
Irgendwann schießt mir ein, du bist nicht wieder krank. Dich hat eine große Welle erwischt. Das hat mich jetzt auch irgendwie beruhigt, weil ich weiß, es wird vorübergehend sein. Ich muss stark bleiben. Danke für eure Berichte. Das hilft ungemein. LG
Alter 51, weiblich
Medikamente ab 2016; Quetiaptin (meine Höchstdosis war 150 mg), Paroxetin wegen Angststörungen, Panikattacken

März 2019: Quetiapin erfolgreich ausgeschlichen ohne Nebenwirkungen (50 mg auf 0)
Paroxetin: Einnahme Anfangs kurzzeitig bis 60 mg dosiert, dann eingependelt auf 40 mg,
Ausgeschlichen ab April/Mai 2019: 40 mg-->30 mg-->20 mg-->10 mg in ca. 2-3 Wochenschritten

Seit Anfang August auf Null. Aber ja wohl eher aus Unwissenheit diese Absetz-Schritte gewählt.

Anfang August 2019: Absetzerscheinungen in mehr oder wenigen heftigen Schüben:
Übelkeit, Schwindel,Schwitzen,Blitze in den Augen, Sehstörungen,Kreislaufprobleme, Weinerlichkeit,Durchfall,-->Rangfolge absteigend nach Empfinden
25.10.2019: Weinen immer noch aus geringsten Anlässen
latente Aggessivität immer vorhanden
Schwitzen, aber weniger
Schlafen ist schwierig, kein Durchschlafen möglich, manchmal gar nicht müde
17.12.2019: alles ist etwas besser geworden, aber Ängste gibt es immer noch
gegen Weinen nehme ich Johanniskraut Dragees
ansonsten Ayurveda- Shatavari und Ashwagandha, beides Kräuter, die heilende Wirkungen haben
18.02.2020: seit einigen Wochen nehme ich Johanniskraut 425 mg
stecke gerade wieder in einer Welle- nehme ich zumindest an; Ängste, vermehrte Schweißausbrüche,
traurig, weinen
Chris76
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Chris76 »

Schaebchen hat geschrieben: 22.02.2020 17:51 Hallo
Ich bin froh, dass ich hier mal wieder lesen konnte und Hoffnung finden konnte. Ich habe die letzten Tage wieder total an mir gezweifelt. Sicher getriggert durch emotional en Stress schwappte mit einem Mal alles über. Übelkeit, Durchfall und Zittern. Panik. Körper völlig geschwächt. Unfähig. In der Nacht schon den Entschluss gefasst, mich einweisen zu lassen.
Irgendwann schießt mir ein, du bist nicht wieder krank. Dich hat eine große Welle erwischt. Das hat mich jetzt auch irgendwie beruhigt, weil ich weiß, es wird vorübergehend sein. Ich muss stark bleiben. Danke für eure Berichte. Das hilft ungemein. LG
Hallo Schaebchen,

ich habe mich in der letzten Woche auch im meinem Gedankengulasch erwischt und bin froh zu wissen, dass es der Entzug ist. Kopf hoch, es wird wieder besser. Dazu kommt im Moment auch die dunkle Jahreszeit die nicht gerade für Freude sorgt.


LG
Chris
Meine Vorgeschichte
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02.10.20 von 6,5mg auf 6,45mg -> mal schauen was passiert

Mein Thread: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 64#p145047
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Schaebchen »

Hallo Chris,
danke für die Antwort. Mitgefühl tut echt gut. Zumal es keiner wirklich versteht, was mit uns passiert. Du bekommst immer die gleichen Antworten, gerade von Ärzten. Das Zeug is schon lange raus, die Halbwertszeit war gering.....bla bla. Dass mit den Wellen und Fenstern zu erklären und, dass das Gehirn diese Phasen des Umbaus anscheinend benötigt, kapieren die meisten nicht.
Bist du ein Chris oder eine Chris??? Ich bin eine Chris68 :)
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März 2019: Quetiapin erfolgreich ausgeschlichen ohne Nebenwirkungen (50 mg auf 0)
Paroxetin: Einnahme Anfangs kurzzeitig bis 60 mg dosiert, dann eingependelt auf 40 mg,
Ausgeschlichen ab April/Mai 2019: 40 mg-->30 mg-->20 mg-->10 mg in ca. 2-3 Wochenschritten

Seit Anfang August auf Null. Aber ja wohl eher aus Unwissenheit diese Absetz-Schritte gewählt.

Anfang August 2019: Absetzerscheinungen in mehr oder wenigen heftigen Schüben:
Übelkeit, Schwindel,Schwitzen,Blitze in den Augen, Sehstörungen,Kreislaufprobleme, Weinerlichkeit,Durchfall,-->Rangfolge absteigend nach Empfinden
25.10.2019: Weinen immer noch aus geringsten Anlässen
latente Aggessivität immer vorhanden
Schwitzen, aber weniger
Schlafen ist schwierig, kein Durchschlafen möglich, manchmal gar nicht müde
17.12.2019: alles ist etwas besser geworden, aber Ängste gibt es immer noch
gegen Weinen nehme ich Johanniskraut Dragees
ansonsten Ayurveda- Shatavari und Ashwagandha, beides Kräuter, die heilende Wirkungen haben
18.02.2020: seit einigen Wochen nehme ich Johanniskraut 425 mg
stecke gerade wieder in einer Welle- nehme ich zumindest an; Ängste, vermehrte Schweißausbrüche,
traurig, weinen
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Chris76 »

Hallo Chris68,

ja das kann ich genau so bestätigen. Meine Mutter versteht es auch nicht und fragt immer wie es mir geht. Ich will sie mit meinen Wellen auch nicht wirklich belasten denn sie schon 73. Meine Hausarzt und auch der Psychologe der mir das Medi verschreibt waren der Meinung man könne das einfach weglassen. :-) Insgesamt haben wir da jetzt ein großes Paket zu tragen um wieder "normal" zu werden. Manchmal weiß ich gar nicht mehr wer ich bin, vor allem wenn ich in der Welle hänge.

Ich bin ein Chris und 76 geboren :-))



LG und einen schönen Abend gewünscht!
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Danci82 »

Hallo liebe Forumsmitglieder,

als ich einige Beiträge hier gelesen habe, merkte ich das ich mit jedem einzelnen
gemeinsame Symptome teile! Das schlimmste ist als mein Psychiater anfing in
meinem Nervensystem rumzupfuschen, hat er nicht einmal daran gedacht das ich
vielleicht eine Toleranz gegen Paroxetin entwickelt habe, und der Entzug damit schon seit bald einem Jahr
im Gange ist. Erst jetzt weiss ich dank diesem Forum das ich nicht Bipolar bin sondern diese Welen habe!
Das traurige daran ist das kaum ein Arzt die Thematik ernst nimmt, es heißt immer die Krankheit ist zurück!
Aber zum Glück gibt es solche Hilfe wie dieses Forum und ein paar Fachärzte und Therapeuten wie z.B. Dr. Ansari
und andere die das hier wirklich ernst nehmen. Ich wünsche euch allen ganz viel AUSDAUER und Geduld .

Liebe Grüße

Edit von padma: Dr.Peter Ansari ist Doktor der Humanbiologie und hat zu AD geforscht. Er ist weder Arzt noch Therapeut.
Zuletzt geändert von padma am 05.07.2020 19:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit hinzugefügt
Diagnosen: Rezidivierende Depression, Angststörung, Chronische PTBS
1999 - 2005 Fluoxetin 20mg
2005 - 2006 Paroxetin 20mg
2007 - 2012 Paroxetin 40mg
2013 - 02. September 2019 Paroxetin 30mg
05.09.19 - 18.10.19 Venlafaxin 225mg
Okt/2019 - Mai/2020 Pregabalin
Valproat nicht vertragen
Lamotrigin nicht vertragen
Seit 21.10.19 Sertralin
Seit 13.01.2020 Quilonum (Lithium)

Verlauf:
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padma
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von padma »

hallo zusammen,

von Goodluck:


Es sieht tatsächlich so aus, als ob du ähnliches erlebst, wie ich. Sich zwischenzeitlich wieder fühlen wie "ich" hört sich vermutlich nur für Menschen merkwürdig an, welche noch keine Erfahrungen mit Psychopharmaka und deren Folgen gemacht haben....! Meinerseits ist mir mehr als klar, was du damit meinst. Ich lebe zur Zeit effektiv wie in zwei Welten. Während den "Fenstern" fühle ich mich oft wieder richtig gut, mutig, entschlossen und klar (eben wie "ich") und während den Tagen der "Wellen" einfach nur trostlos, hoffnungslos, traurig, unentschlossen, ängstlich und manchmal auch wütig. Ich kenne mich in diesen unruhigen Zeiten selbst nicht mehr richtig und empfinde dabei oft das Gefühl, das Ganze nicht überstehen zu können. Dies kann sich jedoch beim öffnen des "Fensters" innerhalb von Stunden komplett verändern.

Auch bei mir ist es während den Wellen praktisch immer so, dass ich morgens mit äusserst merkwürdigen, unruhigen und ängstlichen Gefühlen aufwache und der Brustdruck und die Atemnot mir sehr zu schaffen machen. Ich verspüre dabei jeweils auch starke Vibrationen und Nervosität im Bauch, Magen und der Brust. Heute darf ich bisher wieder einen Tag geniessen, an welchem sich die Symptome nur noch moderat gezeigt haben. Welch eine Erholung!!! Ich verspüre seit frühmorgens einzig ein wenig Angst vor der Angst, kann mir aber wieder nicht erklären weshalb denn eigentlich. Es ist jedoch zum Aushalten. Es scheint so, als ob sich die deftige Welle der vergangenen drei Wochen langsam verabschiedet.

Wie hoch ist denn ungefähr der Anteil der Fenstertage gegenüber deiner Wellentage in Prozenten? Bei mir dauern die heftigen Wellen leider oft immer noch sehr lange an, das heisst jeweils 2-4 Wochen. Ich bin mir jedoch bewusst, dass einzelne der Forumsmitglieder noch bedeutend längere Symptomzeiten durchmachen müssen. Ich kann bestens nachfühlen, wie kraftzehrend und bedrückend dies für jeden einzelnen von ihnen sein muss. Meine Gedanken sind stets auch mit ihnen.
viewtopic.php?p=370943#p370943
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

Nach Quasi - Kaltentzug Wiedereindosierung und im :schnecke: Tempo ausgeschlichen; seit 1.1.2020 psychopharmakafrei
Absetzverlauf:
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Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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