Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver
Wer eine Schwemme an mails und Danksagungen bekommen hat: bitte hier (und nachfolgende Beiträge) schauen: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 29#p432229

Alles hat ein Ende - auch das ADFD.

Bis zum vollständigen Schließen des Forums werden keine Neuanmeldungen mehr akzeptiert.


Momentan befindet sich das Forum in einer Übergangsphase, um den derzeit Aktiven Gelegenheit zu geben, Alternativen zu organisieren. Wenn solche Alternativen geschaffen worden sind, werden wir hier zu dem oder den neuen Orten, verweisen.

Für registrierte Teilnehmer, gibt es hier mehr Informationen: 18 Jahre ADFD und Vorbereitung auf die nächsten 18 Jahre


Wie langsam ist langsames Absetzen?

Antworten
LinLina
Moderatorenteam
Beiträge: 6844
Registriert: 14.09.2015 16:20
Hat sich bedankt: 877 Mal
Danksagung erhalten: 673 Mal

Wie langsam ist langsames Absetzen?

Beitrag von LinLina »

Wie langsam ist langsames Absetzen?


Übersetzung von "The Slowness of Slow Tapers" - von Rhi Griffith -

https://beyondmeds.com/2012/06/06/slowtaper/

"Ich poste Beiträge hier bei Surving Antidepressants und (manchmal, nicht ganz so oft) bei BenzoBuddies. Ich habe jedenfalls in den letzten Jahren sehr viel mehr Zeit in anderen Benzo-Foren verbracht als in diesem. Eine Sache, die mir dort sehr oft auffällt, sind Betroffene die sich sehr beeilen ihre Medikamente so schnell wie möglich loszuwerden. Noch gefährlicher (meiner Meinung nach) sind Betroffene, die andere dazu drängen so schnell wie möglich auf Null zu kommen.

Einerseits verstehe ich den Wunsch, schnell von den Medikamenten wegzukommen, andererseits denke ich es wird nicht genügend über die möglichen Vorteile eines extrem LANGSAMEN Absetzens gesprochen.

Letzte Woche hat in einem anderen Forum jemand über einen Betroffenen gesprochen der, nach vielen Versuchen und großen Einschränkungen, 25 mg Valium extrem langsam absetzt. Er geht davon aus, dass der Absetzprozess 12 Jahre dauern wird. Ich war so erleichtert das zu lesen. Ich wünschte, ich könnte mit ihm Kontakt aufnehmen. Manchmal fühle ich mich so sehr als "einsame Stimme" wenn ich über dieses Thema spreche (besonders in den Benzo-Gemeinschaften, weniger hier).

Nach 20 Jahren auf mehreren verschiedenen, wechselnden Medikamenten arbeite ich mich nun langsam von 5 Substanzen herunter. Ich gehe davon aus dass es 8 Jahre dauern wird um alle abzusetzen. Ich ahne, dass ich möglicherweise eine kleine Dosis eines Medikaments sogar noch länger nehmen muss (Lamictal), hoffe aber sehr, dass es nicht so kommen wird. Ich erzähle keinen Unsinn oder übertreibe. Ich setze nun schon seit 28 Monaten ab. Ich weiß wie mein Körper reagiert. Meine Einschätzung basiert auf nachvollziehbaren Informationen.

Ich habe gesehen, dass wie sehr diese Medikamente Betroffene beeinträchtigen, und wie schwer es ist, sie wieder abzusetzen, extrem unterschiedlich sein kann. Meine Therapeutin kennt viele Menschen die Antidepressiva abgesetzt haben und sagt, die Erfahrungen decken das ganze Spektrum ab (von mühelos bis hin zur Absetzhölle) sogar bei identischer Medikamentenvorgeschichte. (Der größte Nachteil von Absetzberatung im Internet ist, dass die meisten Menschen bei ihren Ratschlägen von ihrer eigenen Erfahrung ausgehen. Da die persönliche Erfahrung so unterschiedlich ist, kann der Rat eines einzelnen, basierend auf was bei ihm funktioniert hat, für dich möglicherweise der schlechteste Rat überhaupt sein.)

Ich glaube es ist wichtig, Betroffene die Absetzen wollen mit der Möglichkeit eines über viele Jahre gehenden Prozesses vertraut zu machen. Besonders wenn sie bereits misslungene Versuche hinter sich haben oder bereits Probleme mit Reduktionen oder Medikamentenwechseln hatten. Das hört man nicht gerne, aber es ist es wert sich mit dem Gedanken anzufreunden. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich schon gehört habe "Jahrelang abzusetzen ist für mich nicht akzeptabel" oder ähnliches. Also ist es besser, den Rest des Lebens Medikamente zu schlucken, als einige Jahre lang abzusetzen?

Und wie oft hören wir von Betroffenen, die immer und immer wieder versuchen von den Medikamenten los zu kommen, und immer wieder eindosieren mussten, aber niemals ein extrem langsames Absetzen mit langen Abständen zwischen den Reduktionen versucht haben? Auf lange Sicht verbringen diese Leute Jahre während sie versuchen die Medikamente abzusetzen, leiden, sind oft sehr durch die Symptome beeinträchtigt, landen in der Klinik, und so weiter - und haben letztendlich überhaupt keine Zeit gewonnen.

Ich fühle mich nicht besonders großartig während dieses langen Absetzprozesses, ich muss meine Aktivitäten und mein Leben mehr einschränken als es mir lieb ist. Aber zumindest kann ich meine Arbeitsstelle erhalten, ich habe gute Zeiten (nach langen Absetzpausen) und ich habe ein Minimum an sozialem Leben. Ich hasse es, dass mein Leben für Jahre auf diese Weise eingeschränkt sein wird, aber ich weiß dass die einzige Alternative großes Leid und Arbeitsunfähigkeit bzw. Lebensunfähigkeit bedeuten würde.

Und ich möchte, dass auch die Ärzte davon erfahren. Bei allem was ich bisher gelesen habe, habe ich nur von einer handvoll Ärzte gehört die jemandem gesagt haben, dass es Jahre dauern könnte von einem Medikament runter zu kommen. Sogar Dr. Breggins empfiehlt eine Geschwindigkeit die mich in die Klinik bringen würde, und er ist noch ziemlich vorsichtig mit seinen Empfehlungen für einen Arzt (Ich glaube er sagt, was?, 10% alle 2 Wochen? Ja, wenn ich so schnell reduzieren würde könntet ihr mich gleich in die Notaufnahme bringen).

Ich sage nicht, dass jeder so lange braucht. Ich denke, so wie Altostrata es an anderer Stelle geschrieben hat, es ist eine Glockenkurven-Verteilung, und ich befinde mich im langsamen Bereich. Aber ich finde, Betroffene sollten wissen dass dieser langsame Bereich existiert und wenn ihr Körper ihnen sagt dass sie dort dazugehören, dann sollten sie wissen, dass das auch in Ordnung ist und man damit umgehen kann. Sie sollten sich nicht so fühlen als würde etwas mit ihnen nicht stimmen weil sie so langsam voran gehen wie sie es brauchen.

Und wenn sie vorher große Schwierigkeiten hatten und bisher noch niemals wirklich ein extrem langsames Absetzen über Jahre in Betracht gezogen haben, ist es vielleicht etwas was sie ernsthaft in Erwägung ziehen sollten.

Also los geht's ;-)"


Eine weitere Übersetzung eines schönen Beitrags von Rhi über den individuellen Absetzprozess findet ihr hier

Fang klein an und höre auf deinen Körper!
lunetta

Re: Wie langsam ist langsames Absetzen?

Beitrag von lunetta »

Hallo!

Danke für diesen Beitrag!

Genau meine Worte;)

LG
Lisamarie
Beiträge: 9526
Registriert: 14.03.2014 19:16
Hat sich bedankt: 174 Mal
Danksagung erhalten: 231 Mal

Re: Wie langsam ist langsames Absetzen?

Beitrag von Lisamarie »

Hallo Hartmann

Hab dir einen eigenen Thread aufgemacht, den findest du hier.

http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=11457
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:

[spoil]Dosis vor dem 13.03.14 6,5 Tabletten a 15 mg 97,5 Ozapepam ca. 49 Diazepam
Seit dem 13.03 . Auf 6 runterdosiert 90 Ozapepam entspricht ca. 44 Diazepam dann bis zum 4.7 linar ohne große Probleme bis auf 60 Oxazepam (ca. 30 Diazepam )abgesetzt alle 4 Wochen 10%
04.07 auf 4. reduziert. 60. Oxazepam entspricht ca. 30. Diazepam
30.07 auf 3.75 reduziert 56,25. Oxazepam entspricht ca. 28.13 Diazepam
10.09 zu Mikrotapering entschlossen , ein Krümmelchen abgesetzt.
Bis zum 22.10. Krümmelweise abgesetzt ungefähr jetzt bei 28 mg Diazepam
01.11 einen weiteren Krümmel abgesetzt...

1.12einen weiteren Krümmel abgesetzt ca.26 mg Diazepam (umgerechnet) bis zum 30.12. auf ungefähr 22 .5 mg.
24.01 einen Krümmel weniger
14.02 weiterer Krümmel Abgesetzt ungefähr bei 22 mg Diazepam
20.04 10% abgesetzt
08.06. weiteren Krümmel
15.06 weiteren Krümmel
06.07. weiterer Krümmel
22.07. 1 ml abgesetzt 0,25 Wirkstoff ungefähr auf 18 mg Diazepam
Drei erneute Absetzversuche gescheitert. 1 mg erhöht.
25.09 1ml abgesetzt 0,25 mg
13.10 1 ml abgesetzt unglaubliche 0,25 mg :schnecke:
13.11 1ml 0,25 mg = 18,5 mg
25.11 2,5 mg = 16 mg Diazepam
11.12 1 mg abgesetzt jetzt auf ungef. 15 mg :o
13.01. bis 21.06.16 in 0,25 mg Schritten runter auf 12,5 mg

29.08.16 1 ml weniger 0,25 mg 12,25 mg Diazepam
20.09.16 1 ml weniger 0,25 mg. 12 mg Diazepam
10.10.16 - 0,25 mg. 11,75 mg Diazepam
20.10.16. -0,25 mg. 11,5. mg Diazepam
10.11.16. -0,25 mg. 11,25. mg Diazepam
22.11.16. -0,25 mg 11 mg Diazepam
12.12.16. -0,25 mg. 10,75. mg Diazepam
31.12.16 -0,25 mg 10,5 mg Diazepam das erste mal keine Entzugsymthome
13.1. 17 -0,5 mg 10 mg Diazepam yippy 40 mg Abgesetzt
8.3.17 -0,25 mg 9.75 mg Diazepam
14.4.17. -0,25 mg. 9,5 mg
3.5. 17 -0,25 mg 9,25 mg
16.7.17. -0,25 mg 9 mg
12.8.17. -0,25 mg 8,75
12.9.17. 8,5 mg
25.10.17 - 0,25 mg 8.25 mg
31.11. 8. mg
26.01.18. – 0,5 mg. 7,5 mg
02.03.18 5 mg
28.8. 18. 4;75 mg
27.11.18 Schrittweise abdosieren bis. 4 mg
16.01.19. 3.5 mg
27.02.19. 3 mg
29.03. 2,5 mg
25.6. 1,5 mg
Seit Mitte November auf 0.
Pulsatilla
Beiträge: 359
Registriert: 18.11.2016 07:17
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 14 Mal

Re: Wie langsam ist langsames Absetzen?

Beitrag von Pulsatilla »

Liebe LinLina,

Danke für diesem sehr wichtigen und wahren beitrag!

Etwas, das ich auch nicht gerne höre, aber wahrscheinlich auch auf mich zutreffen könnte. Da meine hirnchemie wg restless-leg-syndrom ohnehin nicht richtig funktioniert und nun auch noch borrelien in ZNS und wahrscheinlich auch gehirn habe.. .
Sie sollten sich nicht so fühlen als würde etwas mit ihnen nicht stimmen weil sie so langsam voran gehen wie sie es brauchen.
Ja das ist sehr wichtig.. . für alle.. . .. . beratende wie betroffene.. .

Lieb gruss Pulsatilla
"Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch 7 Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe!" (Eckart von Hirschhausen)

[spoil]Einnahme + Reduktion Pregabalin

15.08.-16.08.16: je 25 mg morgens und abends = 50 mg tgl / starke NW

16.08.-06.10.16: je 100 mg tgl abends / starke NW.

06.10.-cirka 29.10.16: je 50 mg morgens + 100 mg abends = 150 mg tgl
= massiv drängen reha arzt, zuckungen in beinen + armen/ starke elektrische schläge in wirbelsäule / nur im schlaf

cirka 29.10.-18.12.16: je 100 mg tgl abends
kein unterschied/ ab 16.11.16 cirka 4 wochen kein körpergefühl! / fing 3 tage nach Einnahme Pfefferminzöl an u. hörte 3 tage nach Einnahme auf

18.12.-29.01.17: je 75 mg tgl abends
5 tage mässig durchfall / 3 wochen nase läuft / tlw herzrythmusstörung / 2-3 wochen SEHR sehr dünnhäutig / tlw sehr verschwommenes sehen

13.01.-16.01.17: je 50 mg tgl abends
gescheitert / zb 4 tage fast nicht geschlafen /

29.01.17-heute: je 62,5 mg abends
1 woche SEHR starker durchfall / nasenlaufen 3-4 wochen / psyche 2 wochen dünnhäutiger / starke übelkeit 4 wochen / arbeiten beinmuskeln + stromschläge in wirbelsäule mitte februar WEG :)

ende februar gluten gegessen + 3 x wg psych stress ausversehen zu hohe dosis pregabalin / daher stocken reduktion


Gesichert Diagnostizierte Krankheiten:

- als Baby fast gestorben wg Unverträglichkeiten
- Migräne + Tinnitus seit Kindheit
- Diverse Allergien 1985
- Neurodermitis 1989
- Hashimoto 1994
- Restless-Legs-Syndrom 1996
- Zoliakie + Lactose Intoleranz 1998
- Asperger Autismus 2011
- Neuro-Borreliose August 2016


Medikation Neuro-Borreliose / gesicherte Diagnose 12.08.16:

Ceftriaxon 3 wochen intravenös 1 x tgl / 12.08.-02.09.16 / sehr gut vertragen / keine spürbaren NW / keine schlafstörungen

Doxycyclin 100 mg je 1 tgl / 1 Woche lang ab 03.09.16 / absolut nicht vertragen / wasser durchfall / starker dreh- und schwankschwindel / mehrmals minni onmacht und stürze

Pregabalin 100 mg tgl zur verhinderung ausbildung schmerzgedächtnis / statt je morgens u abends je 1x 50mg / 1x 100 mg abends / keine wirkung, aber starke NW

Pregabalin 150 mg tgl / 50mg morgens u. 100 mg abends / auf massives drängen reha arzt / keine wirkung, aber starke NW

Medikation aktive Herpes Zoster im Liquor / gesicherte Diagnose 12.08.16

Aciclovir 800 mg / 5 x tgl / 14 Tage lang / (oder doch "nur" 400mg??)

Medikation Lungenentzündung ab dem 31.10.16

Tavanic 500 mg 1 x täglich / 7 tage
Levofloxacin 250 mg 1x tgl 2 st / 3 tage / subjektiv gut vertragen / letzten 4 tage leichte innere Unruhe und 18-24 st wach. (Vertrage die meisten AB gar nicht!)

Dauer-Medikation Restless-Leg-Syndrom / gesichterte Diagnose Schlaflabor cirka 1998:

100 mg Mst / je 1 morgens und 1 abends / gut vertragen / seit 2007

150 mikro gr Clonidin / je 2 morgens und 2 abends / gut vertragen / seit etwa 2010/11

Bedarfs Medikation Migräne mit Aura (seit kindheit):

Ass 500 / 2 stück

"Medis" in Eigenregie:

Vit B komplex / Vit D / Vit E / Folsäure / Biotin / Kieselerde / Zink / Magnesium / bei Bedarf / seit cirka 2 J. durchgehend

Als eigentlich Homöopathie und Heilkräuter Tante / Hexe :) diverse Mittel bei Bedarf: zb Rhus tox gegen Übelkeit / Pulsatilla wg Borreliose / Rhus Tox u Drosera gg Husten / Pfefferminzöl Husten / Lavendel-Öl Schmerzen o Überreizung usw usw usw .. .[/spoil]
Antworten