Gedankenkontrolle (Byron Katie)
Verfasst: 07.08.2017 13:52
Einen guten Tag Euch allen!
Angeregt durch den Faden von Jakob:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 97#p163897
sowie durch den dort gefundenen - von Katharina geschrieben - Beitrag zur Gedankenkontrolle möchte ich hier auch einiges dazu aufschreiben. Mit dem Thema beschäftige ich mich schon lange - auch wenn es mir bisher bei meiner Benzo-Abhängigkeit noch nicht so gar viel genutzt hat, so hilft es mir doch auf dem Weg - und mir scheint, es geht dabei mit um das Wichtigste für uns Abhängige überhaupt.
Zusammengefasst geht es darum: "Sich nicht von den eigenen Gedanken ins Boxhorn jagen lassen". Ganz ausschlaggebend wichtig kann sein: Wo bzw. wann erzeugen weniger die Ereignisse selbst, als die Gedanken dazu, die belastenden und angstvollen Emotionen, die uns nach Beruhigung rufen lassen?
Beispiel: Als mein Mann vor einiger Zeit mit Blaulicht in die Klinik kam und es Spitz auf Knopf zu stehen schien, war ich unterwegs im Krankenfahrzeug und in den Stunden, die ich im Krankenhaus verbrachte, fast wie betäubt, aber zuhause tobten natürlich die Gedanken los:
Was wird mit ihm? Wird er es überleben?!!! Und so habe ich die Benzos in den Tagen darauf und nachts wie "Bonbons" eingeworfen. (Nein, das ist jetzt übertrieben, aber es waren mehrere Tabletten à 6 mg, die normalweise einen Ochsen umgehauen hätten.) Hätten meine Gedanken nicht noch meine Angst geschürt, wäre es sicherlich auch mit höchstens der Hälfte gegangen, nur um eine "Hausnummer" zu nennen. Oder sogar - was ich mir heute sogar schon wenigstens andeutungsweise vorstellen kann: ganz "ohne".
Ich erlerne also, weil ich dieses gedankliche Abdriften in eine vorweggenommene Zukunft als einer meiner größten Schwäche erkenne, gezielt Gedanken-Kontrolle. Ich versuche es mit entsprechenden CDs, mit Meditation, z. B. beim schnellen Gehen, und mit einigen sehr klugen und hilfreichen Büchern, auch Hörbüchern, welche ích inzwischen regelrecht studiert habe. Ich könnte einige nennen, aber ich beschränke mich jetzt hier zunächst auf die Erwähnung eines der (für mich) hilfreichsten.
Kernnt jemand hier Byron Katie? Es gibt eine sog. Methode, nach ihr benannt: "The Work"; die ist nicht neu und auch nicht von ihr erfunden, sondern wurde im Grunde schon durch einen klugen Menschen vor vielen Jahrhunderten entdeckt, sie ist nur von der Amerikanerin B. Katie wiederentdeckt, weiterentwickelt und durch vier simple Fragen, die man sich, am besten schriftlich, in verzwickten oder anscheinend ausweglosen Lagen selbst stellen und beantworten kann, perfektioniert worden.
Die Methode gibt sie schon seit den 90ern. Katie selbst ging es damals total schlecht, sie war schwer depressiv und suizidgefährdet und konnte buchstäblich nur noch kriechen, war in einer absurden Klinik gelandet und hatte dort plötzlich, ganz unerwartet, eine Art geistiges Erlebnis, das später dann eine ganze Bewegung darum (es ist leider ein ziemlicher Hype entstanden) ins Leben rief. Sie brauchte danach kein AD und keine Pillen mehr, und alles bei ihr veränderte sich komplett zum Guten hin.
Das sprach sich herum, sie begann darüber vor Gruppen zu sprechen, und vielen wurde dadurch gleichermaßen geholfen, dies nun seit rund 30 Jahren. (Es handelt sich dabei um keine Religion und es geht auch nicht um Esoterik, obwohl ihr das gelegentlich angehängt wurde, aber das kam dann von einer Seite, die es wohl nicht verstanden hat.) Wer näher interessiert ist, kann sich darüber auch ohne ein Buch zu kaufen, erst einmal gründlch einlesen, es gibt etliche Informationen im Web.
Fazit: Es sind vor allem
- die gedanklichen Urteile über andere und uns selbst,
- die reuevollen Gedanken über die Vergangenheit und
- die angstvollen in die Zukunft gerichteten, die uns zu schaffen und uns regelrecht verrückt machen können.
Die gegenwärtige Situation ist fast immer zu meistern, wenn wir uns nur darauf konzentrieren und, wenn möglich, keine Wertungen hineinmischen. Der einzige Nachteil ist: Meiner Erfahrung nach erfordert es eine Menge an Übung, bis das Umdenken gelingt - weil es uns so ganz und gar ungewohnt vorkommt, diese Art von "Work" nachzuvollziehen.
Ich wollte Euch an dem Prozess, in dem ich mich mitten drin befinde, und von dem ich ahne, nein weiß, dass er mir ganz entscheidend beim Benzoenzug und hoffentlich mal freiem Leben wird helfen können, gern teilnehmen lassen, deshalb habe ich es hier aufgeschrieben. Vielleicht beschäftigt sich ja die eine oder andere auch selbst mit diesen Dingen ... würde mich freuen.
Liebe Grüße,
Pons
Angeregt durch den Faden von Jakob:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 97#p163897
sowie durch den dort gefundenen - von Katharina geschrieben - Beitrag zur Gedankenkontrolle möchte ich hier auch einiges dazu aufschreiben. Mit dem Thema beschäftige ich mich schon lange - auch wenn es mir bisher bei meiner Benzo-Abhängigkeit noch nicht so gar viel genutzt hat, so hilft es mir doch auf dem Weg - und mir scheint, es geht dabei mit um das Wichtigste für uns Abhängige überhaupt.
Zusammengefasst geht es darum: "Sich nicht von den eigenen Gedanken ins Boxhorn jagen lassen". Ganz ausschlaggebend wichtig kann sein: Wo bzw. wann erzeugen weniger die Ereignisse selbst, als die Gedanken dazu, die belastenden und angstvollen Emotionen, die uns nach Beruhigung rufen lassen?
Beispiel: Als mein Mann vor einiger Zeit mit Blaulicht in die Klinik kam und es Spitz auf Knopf zu stehen schien, war ich unterwegs im Krankenfahrzeug und in den Stunden, die ich im Krankenhaus verbrachte, fast wie betäubt, aber zuhause tobten natürlich die Gedanken los:
Was wird mit ihm? Wird er es überleben?!!! Und so habe ich die Benzos in den Tagen darauf und nachts wie "Bonbons" eingeworfen. (Nein, das ist jetzt übertrieben, aber es waren mehrere Tabletten à 6 mg, die normalweise einen Ochsen umgehauen hätten.) Hätten meine Gedanken nicht noch meine Angst geschürt, wäre es sicherlich auch mit höchstens der Hälfte gegangen, nur um eine "Hausnummer" zu nennen. Oder sogar - was ich mir heute sogar schon wenigstens andeutungsweise vorstellen kann: ganz "ohne".
Ich erlerne also, weil ich dieses gedankliche Abdriften in eine vorweggenommene Zukunft als einer meiner größten Schwäche erkenne, gezielt Gedanken-Kontrolle. Ich versuche es mit entsprechenden CDs, mit Meditation, z. B. beim schnellen Gehen, und mit einigen sehr klugen und hilfreichen Büchern, auch Hörbüchern, welche ích inzwischen regelrecht studiert habe. Ich könnte einige nennen, aber ich beschränke mich jetzt hier zunächst auf die Erwähnung eines der (für mich) hilfreichsten.
Kernnt jemand hier Byron Katie? Es gibt eine sog. Methode, nach ihr benannt: "The Work"; die ist nicht neu und auch nicht von ihr erfunden, sondern wurde im Grunde schon durch einen klugen Menschen vor vielen Jahrhunderten entdeckt, sie ist nur von der Amerikanerin B. Katie wiederentdeckt, weiterentwickelt und durch vier simple Fragen, die man sich, am besten schriftlich, in verzwickten oder anscheinend ausweglosen Lagen selbst stellen und beantworten kann, perfektioniert worden.
Die Methode gibt sie schon seit den 90ern. Katie selbst ging es damals total schlecht, sie war schwer depressiv und suizidgefährdet und konnte buchstäblich nur noch kriechen, war in einer absurden Klinik gelandet und hatte dort plötzlich, ganz unerwartet, eine Art geistiges Erlebnis, das später dann eine ganze Bewegung darum (es ist leider ein ziemlicher Hype entstanden) ins Leben rief. Sie brauchte danach kein AD und keine Pillen mehr, und alles bei ihr veränderte sich komplett zum Guten hin.
Das sprach sich herum, sie begann darüber vor Gruppen zu sprechen, und vielen wurde dadurch gleichermaßen geholfen, dies nun seit rund 30 Jahren. (Es handelt sich dabei um keine Religion und es geht auch nicht um Esoterik, obwohl ihr das gelegentlich angehängt wurde, aber das kam dann von einer Seite, die es wohl nicht verstanden hat.) Wer näher interessiert ist, kann sich darüber auch ohne ein Buch zu kaufen, erst einmal gründlch einlesen, es gibt etliche Informationen im Web.
Fazit: Es sind vor allem
- die gedanklichen Urteile über andere und uns selbst,
- die reuevollen Gedanken über die Vergangenheit und
- die angstvollen in die Zukunft gerichteten, die uns zu schaffen und uns regelrecht verrückt machen können.
Die gegenwärtige Situation ist fast immer zu meistern, wenn wir uns nur darauf konzentrieren und, wenn möglich, keine Wertungen hineinmischen. Der einzige Nachteil ist: Meiner Erfahrung nach erfordert es eine Menge an Übung, bis das Umdenken gelingt - weil es uns so ganz und gar ungewohnt vorkommt, diese Art von "Work" nachzuvollziehen.
Ich wollte Euch an dem Prozess, in dem ich mich mitten drin befinde, und von dem ich ahne, nein weiß, dass er mir ganz entscheidend beim Benzoenzug und hoffentlich mal freiem Leben wird helfen können, gern teilnehmen lassen, deshalb habe ich es hier aufgeschrieben. Vielleicht beschäftigt sich ja die eine oder andere auch selbst mit diesen Dingen ... würde mich freuen.
Liebe Grüße,
Pons