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 ! Nachricht von: Oliver
Wer eine Schwemme an mails und Danksagungen bekommen hat: bitte hier (und nachfolgende Beiträge) schauen: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 29#p432229

Alles hat ein Ende - auch das ADFD.

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Momentan befindet sich das Forum in einer Übergangsphase, um den derzeit Aktiven Gelegenheit zu geben, Alternativen zu organisieren. Wenn solche Alternativen geschaffen worden sind, werden wir hier zu dem oder den neuen Orten, verweisen.

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vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

padma
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vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

hallo zusammen, :)

da ein Ungleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus bei der Entzugssymptomatik eine wichtige Rolle zu spielen scheint, fange ich hierzu einen thread an und kopiere 2 Beiträge rei
Gelblack :) schrieb:

Um mit Unsicherheit und Verzweiflung besser umgehen zu können, hatte mir geholfen zu verstehen warum es mir schlecht ging. Welche Prozesse laufen in meinem Körper ab, was kam da ausser Takt.

Es ist das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) das massive Probleme hat. Wenn der Körper im Einklang ist, ist das dem vegetativen Nervensystem zu verdanken. Alle vegetativen Körperprozesse laufen dann im Hintergrund und dir geht es blendend. Im Entzug ist das vegetative Nervensystem aufgerieben. Sympathikusfunktionen sind so stark gestört, dass der Gegenspieler Parasympathikus keine Chance mehr hat entsprechend gegen zu regeln, damit der Körper frei von Symptomen läuft. Das sind dann die Entzugssymptome, die zum Großteil echt abstrus sind. Gerade das Gedankengut solltest du skeptisch betrachten. Ich bin kein Mediziner, aber so hatte ich das verstanden, als ich im Buch von Claire Weekes, Hope and Help for your Nerves, quergelesen hatte.

Wie sind deine Englischkenntnisse? ... Falls du gute Grundkenntnisse haben solltest, kann ich dir dieses Buch empfehlen. Ich habe es auf Kindle und kann somit das hinterlegte Englischwörterbuch nutzen, wenn ich mal ein Wort nicht verstehen sollte.

Die Umstände zu akzeptieren und den Glauben an eine Heilung nicht zu verlieren ist schwer, aber der einzige Weg der bleibt. Bei SA in der Rubrik Success Stories hat DizzyGirl den Kaltentzug von Paxil überstanden. Sie berichtet sehr anschaulich über die Zeit des Entzugs und wie sie sich immer wieder Ziele setzte um diese grausame Zeit zu überstehen. Sie hat es geschafft. Als Deutsche ist ihr Englisch einfach und gut verständlich. Auch die Reaktion von vielen Betroffenen in ihrem Thread finde ich sehr informativ.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 67#p227067
Monalinde :) schrieb

ich klinge mich jetzt einmal hier ein, weil ich einen Bezug herstellen möchte, zu dem was Gelblack über das vegetative Nervensystem im Entzug schreibt.
In einem Psychiatrie- und Psychologieforum, das von einem Experten betreut wird, habe ich viele meiner Symptome geschildert, z.B. dieses panikartige Aufwachen am frühen Morgen, Unruhezustände, die bis zu zwei Stunden und länger dauern können, Angstgedanken, Reizüberflutung durch Musik, wechselnde Emotionen, Besserung oftmals gegen Abend, manchmal auch das Gegenteil, wechselnden Tinnitus und vieles andere.
Ich habe dann die Frage gestellt, ob es evtl. doch eine Unregelmäßigkeit im vegetativen Nervensystem sein könnte, nachdem ich triftige psychische Gründe dafür nicht mehr hahaerkennen könne.

Viele Betroffene haben auf die Psyche verwiesen. Um so verwunderter war ich als der Experte, ein Psychiater mir folgendes dazu mitgeteilt hat.
"Ihre Beschreibung erinnert tatsächlich an eine sog. zirkardiane Rhythmusstörung, d.h die Umschaltung vom parasympathischen Nachttonus auf den sympathischen Tagtonus klappt nicht immer- wie auch umgekehrt."
Dann die Frage: Können Sie tageszeitliche Häufungen oder Abhängigkeiten im Tagesrhythmus feststellen. Wie effektiv ist Ihr Schlaf?

Ich kann genau das alles feststellen und noch vieles mehr, seit ich die Antidepressiva genommen, wie auch abgesetzt habe und bin mir sehr sicher, dass es nur der Entzug sein kann, leider auch noch nach so vielen Jahren. Denn bei einer früheren Depression, bei der ich keine Antidepressiva eingenommen hatte, war das alles ganz anders. Weder Schlafstörungen danach, noch diese vielen körperlichen Symptome, wie Albträume und dgl.

Ich glaube zwar nicht, dass mir der Psychiater meine Symptome als Absetzerscheinungen durchgehen lassen wird, aber immerhin wird das bestätigt, was Gelblack beschrieben hat und auch ich immer so gefühlt habe. Ich werde weiter berichten.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, auch wenn ich manchmal am Verzweifeln bin, so wie viele hier auch. Ich habe auch heute noch neue Symptome wie jetzt z.B. Muskelkrämpfe und kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, dass das alles auch einmal ein Ende haben kann.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 57#p227157
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus)

Beitrag von Murmeline »

Ich ergänze ;)

Übersetzung eines Beitrages von http://www.beyoundmeds.com von Murmeline
Quelle: http://beyondmeds.com/2015/04/15/oliver-sacks/

Der Ehemann von Monica, Paul Woodward, schreibt Monica Cassini (Langzeitentzug nach jahrelanger Polymedikation)

Oliver Sacks schrieb über einer aktuellen Phase seiner Krebsbehandlung im Endstadium und was er schreibt gibt etwas Aufschluss über das, womit Du (Monica) jeden Tag zu kämpfen hast.

Sacks: "Das vegitative Nervensystem (VNS), welches ohne jemals zu schlafen jedes Organ und Gewebe im Körper überwacht, teilt einem mit, wer man ist."

Das VNS ist somit das körpereigene System der Selbstwahrnehmung. Als solches kann es als Sitz des Bewusstseins gesehen werden, weil die Erfahrung, wie es uns geht, ist eng mit Gefühl, wer wir sind, verbunden.

Sacks:
Kurioserweise hast das Gehirn selbst keine Sinnesorgane, deshalb kann man schlimme Störungen hier haben, und fühlt dennoch kein Unwohlsein. Daher würde Ralph Waldo Emerson, der in seinen Sechzigern Alzheimer bekommen hat, sagen: "Ich habe meine geistigen Fähigkeiten verloren, aber mir geht sehr gut."

Im frühen zwanzigsten Jahrhunderts wurden zwei allgemeine Bereiche des vegitativen Nervensystems erkannt: der "sympathischen" Teil, der durch die Erhöhung der Herzleistung, das Schärfen der Sinne und das Anspannen der Muskeln ein Tier auf Handlung vorbereitet (in Extremsituationen beispielsweise lebensrettender Kampf oder Flucht); und das entsprechenden Gegenstück, der "parasympathischen" Teil, der die Aktivität in den „hauswirtschaftlichen“ Teilen des Körpers (Darm, Nieren, Leber, etc.) erhöht, das Herz verlangsamt und Entspannung und Schlaf fördert. Diese beiden Teile der VNS arbeiten in der Regel in einer glücklichen Gegenseitigkeit; daher ist die angenehme Müdigkeit, die einer schweren Mahlzeit folgt, eben nicht die Zeit, um ein Rennen zu laufen oder sich in einen Kampf zu stürzen. Wenn die beiden Teile der VNS harmonisch zusammenarbeiten, dann man fühlt sich "gut" oder "normal".

Niemand hat darüber eloquenter geschrieben als Antonio Damasio in seinem Buch „The Feeling of what happens“ und in vielen nachfolgendem Büchern und Artikeln. Er spricht von einer "Kernbewusstsein", einem Grundgefühl, wie man ist, was schließlich zu einem vagen, impliziten Gefühl des Bewusstseins führt.

Vor allem dann, wenn die Dinge im Körper schief gehen, wenn eine Homöostase (Selbstregulierung eines Gleichgewichtszustandes) nicht eingehalten werden kann; wenn die autonomen Balance eine starke Schlagseite zu einer Seite oder der anderen hat, dann bekommt dieses Kernbewusstsein, das Gefühl, wie man ist, eine aufdringliche, unangenehme Qualität, und nun wird man sagen: "Ich fühle mich schlecht, etwas stimmt nicht." In solchen Zeiten sieht auch niemand mehr gut aus.

Da Wohlfühlen eine homöostatische Grundlinie ist, ist es natürlich eine Art unterschwelliges Bewusstsein - etwas, dass nur durch seine Abwesenheit auffällt. (mehr unter: http://www.nybooks.com/articles/archive ... -disorder/)
Unwohlsein, auf der anderen Seite, ist von Natur aufdringlich. Man könnte lernen, wie man damit umgeht, aber wir Menschen sind nicht dafür geschaffen, uns daran zu gewöhnen. Der Zweck der VNS ist es, der es unmöglich macht, Unwohlsein zu normalisieren (EDIT: ich verstehe das so: denn Ungleichgewicht ist Unwohnwohlsein und der Körper versucht immer und immer wieder, dieses auszugleichen und ins Gleichgewicht zu bringen).

Eine Verletzung der VNS ist einfach die schlimmste Art von Verletzungen, weil es die Fähigkeit betrifft, Verletzungen zu spüren. Man kann alle Arten von Verletzungen und Krankheiten haben, bei denen das Gefühl des Unwohlseins zeitweise auftritt, aber es definitiv sehr quälend wenn etwas die Fähigkeit, Wohlsein zu spüren, so stark betrifft.

Es scheint mir allerdings, was Dich rettet und auf dem Weg zu Deiner Heilung voranbringt, ist Deine Bereitschaft Dein Unwohlsein zu fühlen. Wie Du sagst, man kann nichts heilen, was man nicht fühlt. (As you say, you can’t heal what you don’t feel)

Ich denke, für "normale" Menschen ist es nicht nur schwierig, sich vorzustellen, sich ständig unwohl zu fühlen, es ist definitiv auch nicht etwas, was man sich vorzustellen wünscht.

Ich weiß, Du sagst oft, Du fühlst Dich gebrochen, aber paradoxerweise zeigt Dein Gefühl des Unwohlseins an, dass Dein VNS funktioniert, wie es sollte. Doch während andere Formen der Heilung im Hintergrund stattfinden können, ist die Heilung der VNS zwangsläufig ein Vordergrundprozess, der alle Deine Aufmerksamkeit fordert.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=9703
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus)

Beitrag von padma »

von Veilchenwien :) :


Hallo, ihr Lieben! Ich war heute bei einer Endokrinologin. Und das war super. Sie hat mir ganz viele hormonelle Zusammenhänge erklärt und drei Bereiche zur Reduktion meiner Unruhe herausgearbeitet. Ich kann es hier gar nicht mehr so genau erklären, sage euch aber die Überschriften.
1) Zu viel Sympathikus, zu viel Stress und zu wenig Parasympathikus. Also Stress abbauen und mit neuem Stress besser umgehen lernen und Sport und Selbstfürsorge vermehren -bin ich eh stark dran. Bin sehr Stressanfällig.
2) An den Gefühlen arbeiten, die sich auch wieder in körperlichen Symptomen und Adrenalinausschüttung und Cortisolanstieg äußern (können) (Bin ich auch dran, weil ich wieder regelmäßig Psychotherapie mache)
3) mehr essen. Stress macht oft, dass wir zu wenig essen. Ich hatte dieses Problem NIE. Konnte immer essen. Habe aber selbst schon bemerkt, dass ich in letzter Zeit wirklich wenig gegessen habe. Hunger, bzw zu wenig Nahrung und ein niederer Grundumsatz und dann aber Belastungen und Sport sind wieder Stress für den Körper und machen wieder Adrenalin und Cortisolausschüttung und setzen auch Orexin frei, das Hungerhormon. Sie hat es recht anschaulich erklärt: Wenn wir in der Steinzeit in der Höhle sitzen, draußen 4 Meter Schnee und unsere Vorräte sind weg, dann sorgt Orexin dafür, dass wir uns noch aufraffen können raus zu gehen und zu jagen. Nimmt auch das Hungergefühl und Schmerzen weg. Da ich ja nicht jagen muss, habe ich wieder zu viel Unruhe in mir.
Sie hat mir geraten, nach dem Abendessen noch einmal eine Kohlehydratmahlzeit einzuführen.ZB ein Butterbrot. Eine Banane ist zu wenig, hat sie gemeint. Das soll auch bei manchen Schlafstörungen helfen, weil ja der Hungerstress in der Nacht wieder zu viel Cortisol ausschütten lässt und wir aufwachen/ nicht schlafen können. Ich hab in der Nacht keinen Hunger, ich hab überhaupt nicht so oft Hunger, aber der Mechanismus ist dennoch so.
Ich hoffe, ich hab das halbwegs richtig weiter gegeben. Ist halt sehr laienhaft, hat mir aber sehr viel Sinn gemacht. Ich hoffe, es ist auch für euch nachvollziehbar.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 50#p234650
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

von Jamie :) :
Ich litt und leide unter massiven Schlafstörungen.
Wenn ich früher irgendwann nach Stunden endlich eingedöst war, bin ich oft nach ein paar Minuten mit einem massiven Adrenalinschub wieder aufgewacht, innerhalb von Sekunden war dann die Panik da, das Herz raste, Verzweiflung usw.
Das ist meines Erachtens eine klassische absetzbedingte (oder AD-bedingte) Stressreaktion und deutet auf eine Störung im System Sympathikus-Parasympathikus hin, das aus dem Tritt kommt.
Normalerweise gleitet man im Schlaf ja zwischen verschiedenen Zuständen hin und her (Leichtschlaf, Träumen, Tiefschlaf etc.) - wenn man da so rausgerissen wird, dann ist der ganze Organismus durcheinander.

Hilfreich ist es da sich zu sagen, dass das alles sehr unschön ist, bedrohlich wirkt und dass man wirklich auch alles Recht hat sich zu fürchten, aber dass diese Entgleisungen nicht tödlich sind.
Ich leide Gott sei Dank nicht mehr so oft darunter und wenn es noch mal vorkommt, dann mache ich es wie du, stehe sofort auf, versuche mich abzulenken und die Gedanken von dieser bedrohlichen Situation wegzulenken, weil ich sonst nur meine eigene Angst füttere.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 77#p239977
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

von Carlotta :)
Da im Entzug gerade das Zusammenspiel von Parasympathikus und Sympathikus nicht richtig funktioniert, steht der Körper viel stärker unter Strom als im Normalfall. Die sog. Fight-or-Flight-Reaktion, also die körperliche Reaktion auf drohende Gefahr mit Ausschüttung von Stresshormonen etc. ist völlig enthemmt. Das äußert sich leider gerne ganz besonders deutlich, wenn man zur Ruhe kommen will, z. B. nachts. Dann interpretiert der Körper das so: "Oh, hier lässt gerade die Aufmerksamkeit nach, das geht aber nicht, da könnte ja gleich der Säbelzahntiger kommen!" Und schwupps, beschleunigen sich Herzschlag und Puls, Blutdruck geht hoch, Körpertemperatur auch und tausend andere Prozesse kommen in Gang, die in Ruhephasen eigentlich so nicht ablaufen sollten. Das ist eine häufige Fehlinterpretation des ZNS, denn die Gefahr ist ja nicht real. Deshalb haben auch so viele im Entzug Schlafprobleme oder wachen mit Panik auf. Gerade wenn die Aufmerksamkeit zu stark nachlässt, schießt das ZNS verstärkt dagegen. In Wellen umso mehr.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 83#p242383


Dazu passt von Altostrata:
Sogar bei Menschen, die unter den schlimmsten Antidepressiva-Absetzsyndromen leiden, werden die Serotoninrezeptoren wahrscheinlich lange vor dem Abklingen der Symptome regeneriert. Während der Reparaturphase des Serotoninsystems gerät jedoch das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Das „Flucht oder Kampf“-Zentrum im Locus caeruleus wird enthemmt und das Glutamat-System wird aktiver als im Normalzustand. Dies nennt man Enthemmung des körpereigenen Alarmsystems und es ruft Symptome wie Panik, Angstzustände, Schlaflosigkeit und furchtbare Vorstellungen hervor.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 44#p115044
padma
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

ein Beitrag von Ananas zu Krämpfen im Solarplexus mit Mundtrockenheit:
Sie sind so massiv körperlich !
Ich weiß, wie bescheuert das klingt - eigentlich kaum vorstellbar.
Klingt nicht bescheuert, dieses Absetzen bringt die absonderlichsten Symptome hervor - ich kann diese teilweise nicht
mal Jemandem beschreiben. :( Wenn das dann irgendwie gelingt, kann trotzdem eine Person, die es nicht selbst durchgemacht hat, kaum etwas damit anfangen. Was Anderes ist es, wenn man z.B. sagt, man hat Migräne, das kennen die meisten (leider)!
es sind regelrechte Krämpfe - ich vermute im Solarplexus....

Und mir ist aufgefallen, daß ich immer dann auch einen sehr trockenen Mund habe ! Schlimmer als sonst.
Das muß es einen Zusammenhang geben.
Es könnte sein, daß es Nervenschmerzen sind, dieser Bereich (Sonnengeflecht) enthält ja viele Nervenstränge oder es sind fehlgeleitete Nervenimpulse (durch das heilende ZNS), die Muskelkontraktionen in diesem Bereich verursachen.

Es gibt einen Zusammenhang - durch Stress/Anspannung, die wir durch den Entzug erfahren, wird der Symphatikus phasenweise stark aktiviert, es kommt vermehrt zur Cortisol-/Adrenalinausschüttung, die einen trockenen Mund verursachen.
Das kann man auch bemerken, wenn man z.B. einen Vortrag vor vielen Menschen halten muß - da wird auch der Mund trocken -
es sind die gleichen Regularien.

Das sind die uralten Mechanismen (Kampf-/oder Fluchthaltung) im Körper des Menschen, die hierbei zum Tragen kommen -
Spucke wird beim Kampf oder Jagen nicht gebraucht - erst wieder, wenn der Körper zur Ruhe kommt (Parasymphatikus) u. das erlegte Tier verspeist wurde - spätestens bei der Nahrungszerkleinerung ist Speichel dann wieder notwendig.
Ob sich das eines Tages auch wieder abschwächt ? Es hat sich ja erst im Laufe des letzten Jahres erst so massiv
entwickelt !
Ich glaube fest daran, daß es sich mit zunehmender Heilung des ZNS wieder verliert - es ist eben nur schlimm, daß man nicht mal ansatzweise etwas zur Dauer der Symptomatik sagen kann.
viewtopic.php?p=286881#p286881
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Mole25 »

Hallo Katherina und Padma,

zur Zeit mache ich auch eine schlimme Zeit durch. Meine ZNS überregiert. Ich erlebe eine starke Panik/Angst gegen 11:00 Uhr ein Rausch im Kopf - egal, wo ich bin. Egal, ob ich nette Nachbarn siehe, ob ich einkaufe, oder ich male - und plötzlich kann ich nicht nach links gucken. Ich denke, ich sterbe. Ständig neuralgische Bewegungen im Kopf - brain movement.
Dann nach 14:00 Uhr das schlimmste Gefühl ist weg! Wohl leichtes Brain movement. Mein "Charly" ist wenigstens vorhersehbar. Grundsätzlich mache ich kein Nickerchen tagsüber - sonst ist "er" wieder da beim Aufwachen.
Zum Glück kann ich gut schlafen, wache mit leichter Panik auf - aber kein Erbrechen mehr. Dann kommt die Angst.
Es ist keine Lebensqualität, wenn ich ständig Angst habe, raus zu geben usw. Ich fühle mich "down"
Ich denke, es ist in der Winterzeit schlimmer geworden, da ich keine Gartenarbeit mache. Jacobsons Progressiv-Muskelentspannung auf dem Balkon in der Sonne mit einer Decke hilft.
Na ja, bald kommt Frühling.

LG Mole
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

ein Beitrag von Jamie:
Nachts mit Schweißausbrüchen aufzuwachen ist ein typisches Zeichen, dass die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus durcheinander gekommen ist. Vermutlich fluten dann auch Stresshormone (Cortisol, Adrenalin) deinen Körper und verursachen die Symptome; dafür sprechen Schwitzen und Kälteschauer.

Ich habe auch immer wieder nachts Bauchschmerzen, das hängt mit dem Parasympathikus zusammen, dieser ist nachts aktiver und soll für Schlaf und Entspannung sorgen, sorgt aber auch für die Verdauung und Drüsentätigkeit (unter anderem) und wenn das ZNS hypersensibilisiert ist, dann spürt man leider Magen und Darm viel stärker und nachts sowieso, wo der Körper normalerweise ruhiger ist.
viewtopic.php?p=292493#p292493
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

Entzündete Brustwarzen als mögliches Absetzsymptom durch überaktiven Sympatikus

Razia schrieb
die Brustwarzen sind nicht mehr entzündet. Ich vermute, die hatten sich wundgescheuert, weil sie irgendwie dauer aufgestellt sind. Keine Ahnung woher das kommt, das hab ich sonst noch nie gehabt. Gyn meinte, das könnte nicht von der Hormonumstellung kommen, was ich sehr merkwürdig fand. Naja, evtl. ist es ein Absetzsymptom.
Antwort von Annanas
Es könnte tatsächlich ein Absetzsymptom sein, so komisch das klingt.

Ich hatte mal vor einer Weile nach Sympathikus/Parasympathikus - Aufgaben geschaut, finde jetzt allerdings die spezielle Seite nicht mehr, wo zu den Brustwarzen etwas stand.

Vllt bekomme ich das sinngemäß hin:
Ein Teil des ZNS ist das vegetative Nervensystem, dieses wiederum gliedert sich in Sympathikus, Parasympathikus und Eingeweidenervensystem.

Stress, den wir durch das Absetzen automatisch haben, läßt den Sympathikus übermäßig aktiv werden - das kann
sich in Unruhe (erhöhter Puls), Muskelanspannung usw äußern, es wird mehr Energie bereitgestellt.

Eine Rolle spielt dabei das Noradrenalin, das sorgt dafür,
daß sich die winzigen Haarbalgmuskeln zusammenziehen/kontrahieren (Gänsehaut, Haare stehen zu Berge) und das kann auch nur punktuell passieren, was dann zu Verhärtungen führt u in diesem Fall die Brustwarzen betrifft.

Was normal auch ein gewünschter Effekt ist (Säugling zB).
Ursächlich sind es wohl auch in deinem Fall, wie bei den Absetzsymptomen überhaupt, fehlgeleitete Nervenimpulse, bedingt durch den absetzbedingten Stress im ZNS :cry:

Mittlerweile glaube ich wirklich, daß aber auch jede Stelle des Körpers von Absetzsymptomen heimgesucht werden kann, was eine Abklärung nicht gerade vereinfacht.
viewtopic.php?p=293884#p293884
padma
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

Lesser1981 hat geschrieben: ↑

Morgens ist die Angst überwältigend, dauert dann immer
So bis zum Mittag hin. Dann ist alles ok ausser die Gedanken sind dann anstrengend (immer Angst davor ich könnte mir was antun) das feuert wieder die Angst an
Und fühle mich dadurch angeschlagen.
Dann ist ein Fenster, und dann plötzlich total Schwäche
Und Müdigkeit die hält dann ne Std an.
Dann kommen gleich wieder Angst und Anspannung
Und Gedanken 🤢🤢🤢
Carlotta antwortet:
Das ist ein ganz typisches Muster. Die Angst und Zwangsgedanken morgens sprechen für einen erhöhten Stresshormonspiegel, allen voran Cortisol. Dessen Spiegel liegt in der ersten Tageshälfte ohnehin höher, im Entzug wird es dann aber durch die gestörte ZNS-Regulation mehr als gewöhnlich und kann auch im späteren Tagesverlauf über Normalmaß ansteigen. Dieses Übermaß an Stresshormonen leitet den sog. Flucht-oder-Kampf-Modus ein, der sich bei Dir in Ängsten äußert. Im weiteren Tagesverlauf fällt der Spiegel wieder ab, Du wirst ruhiger. Da aber in den frühen Stunden zu viel Stresshormone ausgeschüttet wurden und die Nebennieren deshalb auf Hochtouren liefen, kommt die Erschöpfung mitsamt Müdigkeit. Und dann folgt die nächste Runde - vermutlich weil der Körper Entspannung als bedrohlich empfindet, da man nicht aufmerksam genug auf "Gefahren" reagieren kann. Eine gestörte ZNS-Regulation, wie gesagt bzw. eine gestörte Interaktion von Sympathikus und dem (größernteils lahmgelegten) Parasympathikus. So erklärt es bspw. Altostrata vom US-Forum survivingantidepressants.org

Ich kenne dasselbe Muster mit abwechselnder Übererregbarkeit und Erschöpfung, bei mir dauern die Intervalle nur länger (mehrere Tage); auch äußert sich bei mir ein Stresshormonschub weniger in Angst als in Schlafproblemen und Unruhezuständen sowie Entzündungen. Letztendlich sind das alles Formen von Akathisie mit individuellen Ausprägungen.

Ich weiß, das Wissen darum verhindert nicht die Symptomatik, aber vielleicht beruhigt es dennoch ein wenig, wenn man es einordnen kann.
viewtopic.php?p=298427#p298427
fabsen

Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von fabsen »

Hallo zusammen

Ich erlaube mir hier mal eine Frage zu stellen:

Ich weiss das im Entzug das vegetative Nervensystem völlig durchdreht, ich komme dies zu spüren. Mein Problem beim ganzen:den ganzen sch :censored: hatte ich vorher schon, bin nicht sicher ob dies vom sertralin kommt/kam, mich macht das fertig, auch schon vorher, nur bin ich nie darauf gekommen da ich immer dachte in meinem bauch sei etwas kaputt, es fühlt sich an als hätte ich ein maschinengewehr im Bauch. Gibt es irgendetwas das hilft? Ich war gestern im Kino, ablenkung und so, aber selbst da hört es nicht auf. Ich wäre froh um jeden Ratschlag, das ist echt quälend.

Bei mir hat sich bereits vor dem Absetzen z. B folgendes Symptom ergeben:

Wenn ich bemerke dass ich aufs wc muss(stuhlgang) hab ich wie einen enetgieschub, nach dem stuhlgang geht dann so richtig die post ab mit panik, herzrasen, schwitzen etc. Ich halte das nicht mehr aus :(

Lg
Zuletzt geändert von Straycat am 01.03.2020 21:02, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Schimpfwort editiert
Josh
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Josh »

Oh mein Gott, wenn ich das so lese wird mir vieles klar !
Unglaublich! Was ich gerade gelesen habe kann ich nur bestätigen!
9 Monate auf 0 und gerade in einer Monster Welle !
Komplette Erschöpftung! Ob Einkauf oder Leuten beim reden zuzuhören ist Zuviel! Dazu immer wiederkehrenden Dumme Gedanken und Geruchsprobleme !
Will am Liebsten alleine sein und nix tun!

Liebe Grüsse
Josh
Dezember 2014 Operation Leistenbruch!
Bis dahin 3 x Woche Sport über 30 Jahre!
Schwimmen 40 Bahnen a 25 m Graulen ohne Probleme und anschließend ganz normal weiter gelebt, Einkaufen oder Freunde getroffen!

Nach OP Depression, Ängste, Panikattacken , idiotische gedanken!
keiner geholfen nur antidepresiva im oktober
2015 angefangen ( escitalopram 1 -20 tropfen)
früher immer mal down , job verlust , stress , umzug und
soweiter ! mit johannneskraut und homöopathie behandelt! hat im allgemeinen 20 jahre geklappt!
dann Op und ab da kein Menschen mehr wie früher!
nehme
MG
OPC ca 200 reines
Vitamin C 1000 mg
Omega3 2g
D3 mit K2
Multivitaminpräparat mit Mineralstoffen
B Komplex
Selen
Astaxanthin

Da OP Unmengen an B12 und anderen B Vitaminen verbraucht
außerdem Magnesium und Glutamin

Angefangen Oktober 2015 ( 1-20 Tropfen)
Abgesetzt ab
Januar 2017
Und hier die letzten Schritte
2,3 mg am 11 .Februar 2019
2 mg am 20. Februar 2019
1 mg am 20. März 2019
0.5 mg am 30.April 2019
0,25 mg 3.Juni 2019
0 28. Juni 2019
seit dem immer wieder mit Absetzsynthome
Sehprobleme bei Stress oder Anstrengung
Muskeln zucken nur noch ganz leicht
Erschöpftung
Denken ist Stress
Antriebslosigkeit ab und an
Tinnitus
Früh geht gar nix
Hände schälen sich bei Stress

Seit 28.06.2021 2 Jahre auf Null :party2:
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

hallo,

ich kopiere eine Frage plus Antwort hier rein:

Frage von Goodluck:
2. Mit was hängt es zusammen, dass ich selbst nach moderatem Sport, Arbeiten im Garten, Massagen, heissen Bädern etc. nach wie vor mit heftigen Symptomwellen rechnen muss, welche wochenlang anhalten und sich wie eine Vergiftung anfühlen?! Sind dies Adrenalin- oder Histaminschübe? Ich habe diesbezüglich zwischenzeitlich richtig Angst davor, körperliche Tätigkeiten auszuüben, welche mich etwas anstrengen...! Wird sich dieser Zusammenhang "körperliche Betätigung = Vergiftungserscheinungen" mit der Zeit wieder bessern?
Antwort von Jamie:
Sehr wahrscheinlich sind das Adrenalin und Cortisolschübe.
Durch die körperliche Betätigung wird der Kreislauf angeregt und der Körper geht in die Sympathikus-Aktivität (Energie bereitstellen, Leistung bringen). Hierdurch werden den Körper aktivierende Systeme angeworfen.
Bei vielen PP-Entziehenden funktioniert der Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus (das ist der hemmende, entspannende Teil) nicht gut; das heißt bei vielen ist der Sympathikus, auch nach kurzer oder niedriger Stimulation, übermäßig aktiv und lässt einen dann nicht mehr zur Ruhe kommen.
Ich leide noch heute, Jahre nach meinen Entzügen, unter diesem Problem - genau wie du!
Sport ist für mich tabu, seit Jahren. Es pusht mich derart, dass ich Tage lang noch weniger schlafen kann als sonst. Das Höchste der Gefühle sind Spaziergänge und sanftes, langsames Yoga bei mir.
LG padma
Jofab
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Jofab »

Danke, liebe padma !

Ich finde es gut, hier alles gebündelt zu lesen,
was diese - im wahrsten Sinne des Wortes - unbeschreiblichen Körpergefühle verursacht,
unter denen so viele leiden.

Liebe Grüße :hug:
Ilse
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fabsen

Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von fabsen »

Macht ja nicht gerade hoffnung zumal mir im moment genau dies zu schaffen macht, kurz zum einkaufen und herzrasen olé, ich halte das nicht mehr aus.
Josh
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Josh »

Das kenne ich auch sehr gut !
Bin auf dem Weg zum 11 Monat nach 0!
Und die Erschöpftung nach kleinsten Sachen ( Einkauf usw) kann ich nachvollziehen!
Bin seit 45 Jahren Sportler und seit dem absetzen bei ca 5 mg fing es an und ist bis heute mein Begleiter!
Ich versuche es ab und an mal mit leichtem Sport ( Liegestütze oder mit 2 Wasserflaschen) und jedesmal liege ich 1 Woche flach !
Habe das schon oft gepostet und viele Informationen dazu bekommen!
Sport triggert triggert bei mir !
So auch am Sonntag geschehen , war super drauf 75 % und habe nur mit 2 Wasserflaschen etwas Sport gemacht!
1 Nacht immer munter
2. Nacht bis 3:40
3. Nacht bis 4:30 geschlafen!
Es stört alles früh , TV , Familie! Nur Ruhe!
Muskeln zucken, Unruhe , Schlechte Laune!
Tinnitus Tinnitus Tinnitus!
Es sind Absetzsynthome welche dadurch entstehen das ich eben
Sport mache!
Sobald ich nur Ruhe mache und wenige Dinge klappt es
eigentlich einigermaßen!
Man kann dann etwas am Leben teilhaben!
Ich will hier nicht meckern sondern zeigen das selbst nach fast
11 Monaten es immer noch zu Symptome kommen kann!
Habe heute meiner Familie versprochen 6 Monate auf jeglichen Sportliche Aktivität zu verzichten, weil die darunter leiden müssen!
Ich hatte wirklich gedacht das 11 Monate auf null mich viele
Sachen einfacher machen lassen! Nix !
Also es liegt nur an dem Absetzen!!!!
Liebe Grüsse
Josh
Dezember 2014 Operation Leistenbruch!
Bis dahin 3 x Woche Sport über 30 Jahre!
Schwimmen 40 Bahnen a 25 m Graulen ohne Probleme und anschließend ganz normal weiter gelebt, Einkaufen oder Freunde getroffen!

Nach OP Depression, Ängste, Panikattacken , idiotische gedanken!
keiner geholfen nur antidepresiva im oktober
2015 angefangen ( escitalopram 1 -20 tropfen)
früher immer mal down , job verlust , stress , umzug und
soweiter ! mit johannneskraut und homöopathie behandelt! hat im allgemeinen 20 jahre geklappt!
dann Op und ab da kein Menschen mehr wie früher!
nehme
MG
OPC ca 200 reines
Vitamin C 1000 mg
Omega3 2g
D3 mit K2
Multivitaminpräparat mit Mineralstoffen
B Komplex
Selen
Astaxanthin

Da OP Unmengen an B12 und anderen B Vitaminen verbraucht
außerdem Magnesium und Glutamin

Angefangen Oktober 2015 ( 1-20 Tropfen)
Abgesetzt ab
Januar 2017
Und hier die letzten Schritte
2,3 mg am 11 .Februar 2019
2 mg am 20. Februar 2019
1 mg am 20. März 2019
0.5 mg am 30.April 2019
0,25 mg 3.Juni 2019
0 28. Juni 2019
seit dem immer wieder mit Absetzsynthome
Sehprobleme bei Stress oder Anstrengung
Muskeln zucken nur noch ganz leicht
Erschöpftung
Denken ist Stress
Antriebslosigkeit ab und an
Tinnitus
Früh geht gar nix
Hände schälen sich bei Stress

Seit 28.06.2021 2 Jahre auf Null :party2:
Mole25
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Mole25 »

Hi Josh,

Sept 2017: Auf Null
Und immer noch Symptome.
ABER: Sie sind milder, mein Cortison-Stress (mein Charly) hört gegen 13:00 Uhr auf (ich stehe relativ früh auf). Genau wie in dem Buch The Devils Candy beschrieben. Der Nachmittag mit Windows wird immer länge.
Morgens, viel ruhiger, keine Überkeit mehr, kein Durchfall mehr.

Was mir geholfen hat:
Sport, Gartenarbeit, ja, aber nicht so lang. Sonst habe ich am nächsten Tag richtig Schmerzen im Kopf (Brain movement)
Einfach akzeptieren, dass man nicht immer gut schlafen kann. OK, mit Atemübungen klappt es meistens.
Keine aufregenden Sachen/Spiele (Computer games) bevor man ins Bett geht
Während des Tages nicht zu schlafen
Stretching
Omega 3 (hochwertiger)
Sonnenschein, Wanderungen
Vitamin D3 mit Vitamin K2
Yoga Kundalini mit detox/destress Übungen
Den Tag zu plannen, (mit deinen Kindern)
Hobbies
Fahrradfahren (mit deinen Kindern?)
Das Buch: I win
Mein Glaube
Mole
:whistle: :whistle: Nov/ Dez 2016 Panikattacken
11.2016 - 12.2017 15,00 mg Citalopram
Starke Nebenwirkungen: Halluzination, Durchfall, mehr Unruhe
Langsames Absetzen Citalopram.
Psychologin will mich nicht weiter behandeln
Feb 2017: 10,00 mg Citalopram
Anfang März 2017: 9,00 mg Citalopram
Ende März 2017: 8,00 mg Citalopram / Starke Entzugssymptome, aber 4 Tage ohne Beschwerden
01.04.2017: 7,50 mg Citalopram / weiterhin starke Entzugssymptome
30.04.2017: 7,00 mg Citalopram / weiterhin teilweise starke Entzugssysmptome
inkl. Nackenschmerzen / Herzstechen
20.06.17: 3,50 mg Citalopram
01.07.17 3,00 mg Citalopram
05.07.17 2,50 mg Citalopram
14.07.17 2,00 mg Citalopram
03.09.17 0 Citalopram / diverse Entzugssymptome manchmal sehr stark
Seit 01.06.18 Omega Öl 6000 mg + Vitamin Bs
Seit ungefähr Jan 18 CBD Öl - beruhigt
Seit 12.02.18 Black Seed Oil / Cumin - beruhigt
Seit 20.02.18 Chlorella - Dr. Klinghardt
Seit 24.02.18 ausgeprägtes Brain movement, Schmerzen - kann mich kaum
konzentrieren. Autofahrten verursachen noch mehr Schmerzen
26.02.18 Brain Zaps und Schmerzen nicht zu ertragen
Seit 26.02.18 kein Chlorella mehr - Verdacht auf verschlimmerte Symptome
Seit 06.18 Omega Öl mit Mega DHA - positive Erfahrung
Seit 07.18 Rhodiola Rosea - effektiv bei der Reduzierung von Cortisol
Seit einer Woche zum ersten Mal:
Kein Cortisol-Unruhe beim Aufwachen, Keine Übelkeit morgens, und ab und zu mal kurze
:roll: Windows
Brilla
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Brilla »

Hallo miteinander!
Ich bin jetzt zufällig auf dieses Thema gestoßen und möchte auch etwas dazu berichten:
Als es mir so richtig böse schlecht ging und noch bevor ich in die Klinik ging und wieder Psychopharmaka genommen habe/nehmen musste,
war ich bei einemm TCM-Arzt zur Akupunktur.Eigentlich wegen Fersensporn aber auch -und immer dringlicher-wegen meiner Erschöpfung und den Angstzuständen.
Der Arzt erzählte mir tatsächlich auch damals etwas über Sympatikus und Parasympatikus und dass der Körper sein Gleichgewicht und Harmonie wieder herstellen muß.
Als ich zu meiner zweiten Behandlung bei ihm fuhr,war ich so unsäglich müde,dass ich unter dem Auto fahren fast eingeschlafn bin :? ausserdem hatte ich einen dermaßen trockenen Mund,dass ich kaum sprechen konnte und hab mich total kraft-un energielos gefühlt.
Der Arzt setzte dann die Nadeln und verließ den Raum.......
Nach zehn Minuten merkte ich plötzlich,wie mir die Spucke wieder im Mund zusammenlief und die Trockenheit sich verabschiedete! :o Nach der Behandlung (ca 30minuten) war mir erst noch etwas schwummrig,aber dann war ich blendend gelaunt,hatte Appetit wie seit Wochen nicht mehr und konnte mit viel Freude meine große Runde mit meinem Hund laufen!
Dieser Zustand entstand während des Behandlungszklus ca 4-5 mal und hielt immer so für zwei-drei Tage an.
Leider hat mir selbst der TCM-Doc nicht geglaubt,dass ich dermassen positiv und extrem auf seine Künste reagiere :cry: aber sowas kann man sich doch nicht einbilden,wenn man selbst nicht mal damit rechnet!?!
Jedenfalls führe ich diese körperliche und geistige Reaktion auf die aktivierende Unterstützung des Parasympatikus zurück.

Das ist das,was mir jetzt zu dem Thema gleich wieder eingefallen ist.
Vielleicht hilft es dem einem oder anderen,der an einen guten Akupunkteur rankommt :)

Haltet die Ohren steif!
Brilla
ab ca 1997 Citalopram wegen Panikattacken->ziemlich wirkungslos,aber auch keine Nebenwirkungen
1999 Diagnose Hashimoto-> je besser die Einstellung mit SD-Hormonen,desto besser Befinden
Citalopram von heute auf morgen abgesetzt ohne Probleme
ab 2014 wieder stärkere Probleme(heute führe ich das auf starken Mißbrauch von SD-Hormonen zurück)-> wieder Citalopram 20mg und ab und zu Imap-Spritze
2016 Citalopram ausgeschlichen,unter anderem wegen restless legs unter Einnahme
Juni 2017 wegen starker Depressionen erneut Versuch mit Citalopram-> mich haut sogar die Einschleichdosis von 10mg um und macht furchtbare Symptome!!
Oktober 2017 ein verzweifelter Versuch mit Paroxetin->grausam mit heftigen Selbstmordgedanken!Nicht weiter genommen!
Dezember 2017 Psychiatrie mit Diagnose mittelschwere bis schwere Depression mit Angststörung
Versuch mit Escitalopram 10mg traumatisch mit heftigen Selbstmorgedanken
Wieder Klinik mit Opipramol bis zu 200mg ohne große Wirkung
Dann ab März 2018 Venlafaxin ,langsam bis 150mg-> heftige Nebenwirkungen wie extreme Müdigkeit,Appetitverlust,Sehstörungen,restless legs,Schlaflosigkeit,etc
Herbst 2018 endlich annähernd annehmbares Befinden
März 2019 langsam von 150mg auf 75mg gesenkt
ab Frühjahr 2020 werde ich versuchen,langsam erstmal auf 37,5mg zu senken
Seit 15.03.20 habe ich wegen restless legs und der bescheuerten Lieferschwierigkeiten
Mit meinen Venlas von Heumann um 1 Minitablette aus der Kapsel gesenkt.
Geht prima :o
ab 03.05.20 nochmal eine Minitab weniger....
ab 24.08.2020 bei 37,5mg :sports:
seit 05.03.2021 wieder 12,5mg weniger
padma
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma »

hallo Brilla, :)

interessant, dass Akupunktur bei dir so gut geholfen hat :D . Danke fürs Mitteilen.
Ich möchte nur sicherheitshalber erwähnen, dass Akupunktur auch ein möglicher Symptomtrigger ist. Also wenn man von sich weiss, dass man sehr sensibel reagiert, vorsichtig damit sein.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

Nach Quasi - Kaltentzug Wiedereindosierung und im :schnecke: Tempo ausgeschlichen; seit 1.1.2020 psychopharmakafrei
Absetzverlauf:
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Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Brilla
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Brilla »

Hallo liebe Padma!
Sorry,hab gar nicht mitbekommen,dass du was dzu geschrieben hast.
Du hast vollkommen recht,sowas kann auch triggern!
Da ich weiß,dass ich auf jeden Pups irgendwie übertrieben reagieren kann,hatte ich auch lange überlegt,ob ich zu diesem TCM-Arzt gehe.
Aber irgendwann brauchte ich einfach Hilfe....letzter Versuch vor der Psychiatrie :cry:

Tatsächlich war es auch einmal so,dass mich sein koreanischer "Lehrling" genadelt hat und ich abends fast ausflippte und regelrechte Panikattacken bekam,weil viel zu viel Energie da war,die ich nicht in die richtigen Bahnen leiten konnte. :shock:
.....hat mir der Doc dann natürlich auch nicht geglaubt :?
Man sollte also wirklich aufpassen,wenn das ZN so dermaßen gereizt ist und man etwas sensibel ist.
Ich wollte damit auch nur sagen,dass das mit dem Sympatikus und Parasympatikus beim ZNS anscheinend wirklich eine große Rolle spielt!

Gute Nacht ihr Lieben! :bettzeit:
ab ca 1997 Citalopram wegen Panikattacken->ziemlich wirkungslos,aber auch keine Nebenwirkungen
1999 Diagnose Hashimoto-> je besser die Einstellung mit SD-Hormonen,desto besser Befinden
Citalopram von heute auf morgen abgesetzt ohne Probleme
ab 2014 wieder stärkere Probleme(heute führe ich das auf starken Mißbrauch von SD-Hormonen zurück)-> wieder Citalopram 20mg und ab und zu Imap-Spritze
2016 Citalopram ausgeschlichen,unter anderem wegen restless legs unter Einnahme
Juni 2017 wegen starker Depressionen erneut Versuch mit Citalopram-> mich haut sogar die Einschleichdosis von 10mg um und macht furchtbare Symptome!!
Oktober 2017 ein verzweifelter Versuch mit Paroxetin->grausam mit heftigen Selbstmordgedanken!Nicht weiter genommen!
Dezember 2017 Psychiatrie mit Diagnose mittelschwere bis schwere Depression mit Angststörung
Versuch mit Escitalopram 10mg traumatisch mit heftigen Selbstmorgedanken
Wieder Klinik mit Opipramol bis zu 200mg ohne große Wirkung
Dann ab März 2018 Venlafaxin ,langsam bis 150mg-> heftige Nebenwirkungen wie extreme Müdigkeit,Appetitverlust,Sehstörungen,restless legs,Schlaflosigkeit,etc
Herbst 2018 endlich annähernd annehmbares Befinden
März 2019 langsam von 150mg auf 75mg gesenkt
ab Frühjahr 2020 werde ich versuchen,langsam erstmal auf 37,5mg zu senken
Seit 15.03.20 habe ich wegen restless legs und der bescheuerten Lieferschwierigkeiten
Mit meinen Venlas von Heumann um 1 Minitablette aus der Kapsel gesenkt.
Geht prima :o
ab 03.05.20 nochmal eine Minitab weniger....
ab 24.08.2020 bei 37,5mg :sports:
seit 05.03.2021 wieder 12,5mg weniger
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