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: Brassmonkey"Entzug - Normal" (Übersetzung)

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padma
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: Brassmonkey"Entzug - Normal" (Übersetzung)

Beitrag von padma »

von MaggieSmalls:
Hallo,
also wie gewünscht habe ich euch versucht den Text "WD NORMAL" zu übersetzen. Es ist nicht leicht das Englische 1zu1 ins Deutsche zu übersetzen aber ich denke die "Message" sollte für jeden klar sein. :-)
Im Prinzip wird "WD Normal" als das Normale für einen vom Entzugssyndrom betroffenen Menschen angesehen. Vergleichbar mit einem Allergiker der im Sommer viele Probleme hat aber mindestens immer die Nase versopft. Also wäre Nase verstopft für diese Person "Allergie Normal".




Im Original geschrieben von einem der Moderatoren der Seite www.survivingantidepressents.org
Sein Nickname ist "Brassmonkey", er hat selbst 20 Jahre u.A. Paroxetin genommen und einen schweren Entzugsverlauf hinter sich.
Link zum Original findet Ihr hier:
https://www.survivingantidepressants.or ... 4119[quote]
"Entzug - Normal" ist der allgemeine Gemütszustand in dem du dich während des Entzugs befindest. Quasi das Befinden, was für einen vom Absetssyndrom betroffenden Menschen normal ist.
Du fühlst dich nicht sonderlich gut, aber auch nicht wirklich schlecht.
Eine Art schwankender Zustand der letzten Monate zwischen Fenster und Welle. Diesen zu beobachten ist ein guter Indikator, das :group: s sich die Dinge verbessern.
Mit der Zeit wirst du sehen, dass sich der Zustand von "Entzug - Normal" stetig verbessert.
"Entzug - Normal" heute fühlt sich besser an als 6 Monate zuvor. Auch wenn sich alles sehr langsam verändert, ist dieser Zustand ein guter Indikator.

Viele Menschen denken, dass Stabilität gleichbedeutend ist mit sich wieder gut zu fühlen, wobei es vielmehr Tag ein Tag aus der selbe Gemütszustand ohne große Sprünge ist.
Wenn jemand eine Reduktion der Dosis vornimmt, resultiert das in einer Zunahme der Entzugs-Symptome in den darauffolgenden Tagen.
Diese Symptome lösen sich in den folgenden Wochen von selbst wieder auf und man gelangt zurück in den Zustand, wo sich alles irgendwie nicht gut anfühlt, aber auch nicht total schlecht. "Entzug - Normal"

Die Zeitspanne und Intensivität hängen von einer Vielzahl an Faktoren ab und sind bei jeder Person sehr individuell.
Jedoch ist ist das Muster immer das gleiche, weshalb es sehr wichtig ist, den Zustand "Entzug - Normal" zu beobachten.
Nach jeder Reduktion und wenn sich die Symptome wieder zurück zu "Entzug - Normal" entwickelt haben,
sollte man noch ein paar Wochen in diesem Zustand verbleiben, bis sich alles wieder ein wenig beruhigt hat und man zur nächsten Reduktion gehen kann.

Während dieser Wartezeit denken die Leute, dass sie nichts aktiv gegen den Entzug unternehmen würden und wollen lieber direkt mit der nächsten Reduktion fortschreiten.
Doch tatsächlich wird mit dem Warten an sich sehr viel Aktives getan.
Es sind diese kleinen Dinge, die man nicht wirklich fühlt und die erst repariert werden müssen, bevor der nächste Schritt unternommen werden kann.
Stell es euch vor als müsste der Kleber erst aushärten, die Farbe trocknen und der Zement verdichten. Der Weg muss erst sicher sein um ihn zu gehen.
Wenn diese Details ignoriert werden, beginnen sich Probleme anzuhäufen und sich zu verfestigen. Dann rutscht das Fundament unter uns heraus und das Ganze bricht zusammen.

Wie ihr seht ist dies ein sehr langsamer Prozess, wobei vor allem zu Beginn nur kleine Fortschritte zu bemerken sind.
Am Anfang einer jeden Reduktion befindet sich der Körper oft in einem solchen Chaos, dass für viele Monate keine erkennbaren Verbesserungen zu spüren sind.
Einige Personen haben das Glück solche Verbesserungen nach wenigen Wochen bereits zu spüren.
Es ist jedoch üblicher, dass der erste wirkliche Anstieg des "Entzug Normal" zwischen neun Monaten und einem Jahr zu beobachten ist.
Je nach "Startbedingungen", dem allgemeinen Befinden zu Beginn des Prozesses kann es sogar noch länger dauern.
Als ich beispielsweise anfing zu reduzieren befand ich mich in einem sehr schlechten Zustand und es dauerte ungefähr zweieinhalb Jahre, bis ich bemerkenswerte Verbesserungen spürte.

Mit der Zeit und während der Körper heilt, werden diese Veränderungen öfter und immer mehr spürbar. Jedoch kann dieser ganze Prozess frustrierend langsam ablaufen.
Zu Beginn ist "Entzug Normal" genau der allgemeine Gemütszustand, in dem du dich gerade befindest. Quasi der Status Quo mit all den Symptomen wie akute Angstzustände, extreme Stimmungsschwankungen,
das Fehlen von Emotionen, Energie und Mitgefühl und und und.
Von diesem Zustand ausgehend, werden sich die akuten Entzugssymptome zuerst stabilisieren und wie ich bereits erwähnt habe, kann dies mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Sobald sich die Person jedoch stabilisiert, verberssert sich auch der Zustand des "Entzug Normal". Dieses auf und ab zieht sich durch den kompletten Entzugsprozess.
Personen die "kalt entzogen" oder sehr schnell abgesetzt haben werden auch positive Entwicklungen beobachten können,
jedoch wird es für sie weithaus turbulenter ablaufen und positive Effekte schwerer / später zu erkennen sein.
Vielen Dank an Maggie für die Übersetzung. :D
Wichtig:Jeder Entzugsverlauf ist individuell, dein eigener Verlauf kann ganz anders sein. Insbesonders der zeitliche Verlauf ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.
liebe Grüsse,
padma
Zuletzt geändert von padma am 01.10.2021 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kommentar eingefügt
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Re: "Entzug - Normal"

Beitrag von padma »

hallo zusammen, :)

ich kopiere hier einen Textabschnitt von Straycat :) rein, da er zum Thema passt und es vertieft:
Es ist immer schwer zu beurteilen, ob man schon stabil genug ist, um den nächsten Absetzschritt zu machen. Die 4-6 Wochen zwischen den Reduktionsschritten werden deshalb empfohlen, weil das ZNS etwas Zeit benötigt, um sich auf die neue Dosis einzustellen. Manchmal kommen ja auch Absetzsymptome nicht unmittelbar nach der Reduktion, sondern etwas zeitversetzt.
Um beurteilen zu können, ob man bereits weiter absetzen kann, ist es wichtig, sein eigenes "Entzugs-Normal" herauszufinden.
Ich habe beispielsweise Absetzsymptome, die fast immer bei einer Reduktion auftreten und dann langsam abnehmen und wieder verschwinden. Z.B. Frieren, Zittern, Schwindel zählen bei mir zu diesen Symptomen. Ich habe aber auch noch Nervenschmerzen (seit meinem viel zu schnellen Absetzen von Escitalopram vor 3,5 Jahren) - diese sind eigentlich immer da und gehen auch nicht zurück. Sie gehören bei mir quasi schon zum "Entzugs-Normal" und deswegen mache ich von diesen Schmerzen meine Reduktionen nicht abhängig.

Wenn Entzugssymptome noch akut vorhanden sind, ist es meistens keine gute Idee erneut zu reduzieren. Da ist das ZNS noch mit der letzten Reduktion beschäftigt und man würde es mit einer neuerlichen Reduktion möglicherweise überfordern.
viewtopic.php?p=359625#p359625

liebe Grüsse,
padma
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