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Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 30.05.2015 11:36
von Murmeline
Hallo,

auf dem Blog (http://my-free-mind.at) der Psychologin Monika Szelag bin ich über einen Artikel zu zwei Phasen im Langzeitentzug gestolpert. Diese zwei Phasen hat sie im Gespräch mit einer Langzeitbetroffenen (mittlerweile hat diese Person den leider langjährigen heftigen Enzug soweit überstanden und führt ein beschwerdefreies Leben) erarbeitet und definiert.

Kurzer Einblick:
Die erste Phase würde aus dem reinen Aushalten bestehen. Die körperlichen Symptome seien überwältigend gewesen, viele Personen seien bettlägerig und würden einfach irgendwie durchhalten – Tag für Tag. Die Symptome würden in sogenannten „Wellen“ auftreten und viele Personen würden zwischendurch auch „Fenster“ erleben (damit sind kurze beschwerdefreie Zeiträume gemeint).

Es sei entscheiden, die Hoffnung auf eine positive und gesunde Zukunft nicht aufzugeben (auch wenn die Phase lange andauert), von Angehörigen/Freunden unterstützt und ermutigt zu werden (auch mehrmals am Tag), sich zu schonen und nicht zu viel von sich zu verlangen, die Situation (soweit wie möglich) zu akzeptieren und nicht dagegen anzukämpfen
Danach würde die zweite, ebenso schwierige Phase folgen – die des Wiederaufbauens. In der zweiten Phase hat man die Chance zu wachsen, sich weiter zu entwickeln und sich viele Kompetenzen und Coping- Strategien anzueignen, denn es geht um den Wiederaufbau des eigenen Selbstbewusstseins, der sozialen Kontakte (bzw. den Aufbau neuer Kontakte), der Arbeit (im Sinne einer Berufstätigkeit, Hausarbeit oder sonstiger “sinnvoller Tätigkeiten”) und des Vertrauens in den eigenen Körper.
http://my-free-mind.at/protrahiertes-absetzsyndrom/

Ich finde das interessant und würde mich über Eure Meinungen freuen.

Grüße Murmeline

Re: Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 30.05.2015 20:20
von Lisamarie
Hallo Murmeline, genauso ist es bei mir gewesen bei meinem Kaltentzug von drei Medikamenten.
Die 1 Phase hat ein halbes Jahr gedauert, hätte ich da meinen Mann und meinen besten Freund nicht gehabt wäre ich nicht mehr , ich war zu 99% bettlägerig, schwerste depressive Phase , schwere Panikattacken außerhalb des Bettes und schwer suzidal. Da war einzig durchhalten möglich.

Nach einem halben Jahr wurde es im Schneckentempo besser, ich konnte erst für fünf Minuten das Bett verlassen dann die Abstände vergrößern , es hat ein weiteres Jahr gedauert bis ich mein altes Leben wieder hatte, es war ein schwerer Kampf. Aber heute lebe ich wieder normal, mit Arbeit, Familie und Freunden. Ne schwere Sozialphobie , die vorher schon latenter da war , ist zurück geblieben . Ich lebe noch zurück gezogener als vor dem allem. Aber ich bin glücklich damit und lebe im Einklang mit meinen sechs Tieren.
Lg Petra

Re: Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 12.10.2015 22:53
von fruehling
Ich denke das macht Hoffnung :fly:
Wenn es woanders besser passt, könnt ihr es auch verschieben.
Hier findet man auch positive Affirmationen und andere tolle Links.

http://my-free-mind.at/protrahiertes-en ... nwellness/

Re: Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 13.10.2015 06:08
von Clarissa
Hallo,

mir sind regelrecht die Tränen gekommen beim Lesen des Links von fruehling. Genauso ist es!
Vielen Dank dafür.

sleepless.

Re: Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 13.10.2015 06:16
von Murmeline
Hallo!
Ich werde Moni schreiben, dass euch ihre übersetzungsarbeit bewegt hat. Noch besser ist es, ihr schreibt einen kleinen Kommentar bei ihr. Moni ist sehr dran, zum Thema zu recherchieren, und es ist wichtig, dass sie weiß, dass es Betroffenen weiterhilft.

Grüße, murmeline

Re: Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 13.10.2015 06:30
von Clarissa
Hab ich gleich gemacht und ich hoffe, es kam an.

VG von sleepless.

Re: Zwei Phasen im Langzeitentzug - Artikelverweis

Verfasst: 24.11.2015 13:47
von tulpe
Hallo,

das ist als wenn ich in einen Spiegel gucke!
Gott sei Dank gibt es doch noch Fachleute, die diese dinge anerkennen!

tulpe