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Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

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Polarfuchs
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Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Dienstag, 26.07.16, 18:24

Habe mich nun auch endlich hier registriert. Ich nehme seit ca. 4 Jahren Mirtazapin. Ursprünglich habe ich es bekommen, weil ich immer dünner wurde.
Vorher habe ich Fluoxetin genommen. Dann Fluoxetin in Kombi mit Mirta. Später nur noch Mirtazapin.
Wenn es mir sehr schlecht geht nehme ich auch mal eine 1/2 Bromazanil
Nun, das Mirtazin hat mir immer gut geholfen, einziger Nachteil ist die Gewichtszunahme, die sich jetzt auch durch meinen Rauchstopp verschlimmert hat- kaum zu glauben das ich darauf achten muss was ich esse. Vor 20 Jahren hätte ich mir das niemals vorstellen können.

Nun bricht allerdings gerade die Welt über mir zusammen.
Zum einen habe ich gerade einen sehr depressiven Schub, ich vermute ausgelöst durch eine Vollnarkose letzte Woche. Ich sitze hier und gerade ist nichts, wie es vorher war.

Dann haben sich meine Leberwerte verschlechtert. Vor 5 Wochen lag der GPT Wert war im Juni bei 84 ( normal weniger als 35) und jetzt liegt er bei 93 und ausserdem ist das GOT auch angestiegen.
Hausärztin meint, es liegt nicht am Mirtazapin, das erhöht die Leberwerte nicht. Der Chef meiner Freundin sagt aber das Gegenteil, natürlich erhöht Mirtazapin den Wert.

Nun habe ich u.a. wegen meiner Krise am Freitag einen Termin bei meinem Psychiater und ich weiß gar nicht, wie ich jetzt weiter verfahre.
Ich möchte mir meine Leber nicht zerschießen, ich fühle mich aber auch nicht stabil genug, auf Antidepressiva zu verzichten.

Wer kann mir Möglichkeiten aufzeigen? Vielen Dank euch.

padma
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Re: Möchte mich auch vorstellen

Beitrag von padma » Dienstag, 26.07.16, 18:46

hallo Polarfuchs, :)

willkommen im ADFD.

Leberwerterhöhung wird bei Mirtazapin als seltene NW aufgeführt. Wenn es ansonsten keine Ursache dafür gibt, kannst du davon ausgehen, dass es am Mirtazapin liegt.
Zum einen habe ich gerade einen sehr depressiven Schub, ich vermute ausgelöst durch eine Vollnarkose letzte Woche. Ich sitze hier und gerade ist nichts, wie es vorher war.
Wenn der depressive Schub durch die Vollnarkose gekommen ist, würde ich davon ausgehen, dass er von alleine bald wieder abklingt. Oder war der Grund für die OP etwas, was dich sehr belastet?
ich fühle mich aber auch nicht stabil genug, auf Antidepressiva zu verzichten.
Das ADFD ist ein psychopharmakakritisches Forum, wir raten nicht zur Einnahme von Psychopharmaka und empfehlen auch keine.
Ich nehme seit ca. 4 Jahren Mirtazapin. Ursprünglich habe ich es bekommen, weil ich immer dünner wurde.
Vorher habe ich Fluoxetin genommen. Dann Fluoxetin in Kombi mit Mirta. Später nur noch Mirtazapin.
Warum hast du denn Fluoxetin bekommen? Möglicherweise hat Fluoxetin zur Gewichtsabnahme geführt.
Mirtazapin hat häufig eine heftige Gewichtszunahme als NW, aber das ist eigentlich kein Einnahmegrund.
Nun habe ich u.a. wegen meiner Krise am Freitag einen Termin bei meinem Psychiater und ich weiß gar nicht, wie ich jetzt weiter verfahre.
Vermutlich wird er dich auf ein anderes Antidepressivum umstellen wollen. Überlege dir gut, ob du das möchtest. AD haben viele NW und sind zur Dauereinnahme absolut nicht geeignet.

Bei Depressionen ist es wichtig an der Ursache zu arbeiten.

Wenn du Mirtazapin absetzen möchtest, unterstützen wir dich gerne dabei.

Ich werde deinen Titel aussagekräftiger benennen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Polarfuchs
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Re: Möchte mich auch vorstellen

Beitrag von Polarfuchs » Dienstag, 26.07.16, 19:10

padma hat geschrieben:hallo Polarfuchs, :)

willkommen im ADFD.
vielen Dank

Wenn der depressive Schub durch die Vollnarkose gekommen ist, würde ich davon ausgehen, dass er von alleine bald wieder abklingt. Oder war der Grund für die OP etwas, was dich sehr belastet?
Es ist ein depressiver Schub, egal ob er bald abklingt oder nicht....vermutlich hat das Narkosemittel irgendwas getriggert auch wenn in der Fachliteratur darüber nichts zu finden ist.

Das ADFD ist ein psychopharmakakritisches Forum, wir raten nicht zur Einnahme von Psychopharmaka und empfehlen auch keine.
Dann habe ich etwas missverstanden und bin hier vermutlich gar nicht richtig. Kritisch zu sein ist immer gut. Aber AD´s haben auch die Wirkung, dass die Steine auf dem Weg weniger spitz sind. Es ist erfreulich, wenn man irgendwann soweit ist, auf Hilfsmittel zu verzichten. Ich bin es noch nicht.
Ich habe gute Phasen und vor der Narkose hatte ich eine gute Phase und ich habe schlechte Phasen und die AD´s haben mir geholfen, weniger tief zu fallen.
Und das sollte jedem bewusst sein, der die Medikamente absetzt.

Warum hast du denn Fluoxetin bekommen? Möglicherweise hat Fluoxetin zur Gewichtsabnahme geführt.
Mirtazapin hat häufig eine heftige Gewichtszunahme als NW, aber das ist eigentlich kein Einnahmegrund.
Ich habe Fluoxetin aufgrund meiner Depression und Angststörung genommen. Da ich aufgrund meiner Esstörung immer dünner wurde, hat mir mein Psychiater Mirta verschrieben und es hatte ja anfänglich auch den Effekt den es sollte, nämlich eine Gewichtszunahme. Zusätzlich habe ich gemerkt, wie gut mir Mirtazapin tut und meine Stimmung aufhellt.
Für mich ist es also nicht das Teufelskraut wie viele meinen.
Nun kommt aber u.a.wegen dem Rauchstopp eine weitere Gewichtzunahme dazu und das Mirtazapin es einem doch schwerer macht,wieder ein bisschen abzunehmen und zum zweiten und wichtigen Grund die erhöhten Leberwerte.
In der roten Liste steht übrigens als erstes, dass erhöhte Leberwerte eine Nebenwirkung sind und nicht nur in seltenen Fällen.
Bei Depressionen ist es wichtig an der Ursache zu arbeiten.
Sei mir nicht böse, aber ich habe 3 Jahre Therapie hinter mir. Ich kenne die Ursachen
Wenn du Mirtazapin absetzen möchtest, unterstützen wir dich gerne dabei.
Vielen Dank. Ich denke schon, dass ich es absetzen werde, aber ich denke nicht, das ich komplett ohne AD´s auskommen werde.
Ich werde deinen Titel aussagekräftiger benennen.
liebe Grüsse,
padma
liebe Grüße zurück
Heike
Zuletzt geändert von LinLina am Dienstag, 26.07.16, 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert
erstamalig Depressionen und Angsstörung 1998
Saroten, abgesetzt ca. 1999 ohne Probleme

wiederauftreten der Erkrankung 2008
Fluoxetin

seit 2013 Fluoxetin 20 mg und Mirtazapin
Bromazpam als Notfallmedikament

Juni 16 runterdosieren von Mirtazapin auf 7,5 mg
bis Ende Juli Mirtazapin auf ca. 3,25 mg
Fluoxetin auf 10 mg runter dosiert
27. Juli 2016 Absetzen von Mirtazapin und Fluoxetin 10 mg

Murmeline
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 26.07.16, 19:17

Hallo Heike,

Damit keine Missverständnisse auftreten, lies bitte unsere Forenregeln http://www.adfd.org/austausch/app.php/rules und die Infos, was das Forum ist und was nicht: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=12&t=1811

Wir haben aufgrund der Erfahrung der Mitglieder eine "spezielle" Ausrichtung, das sollte einem bewusst sein.

Ich hoffe, bzgl. der Leberwerte findet sich ein sinnvolles Vorgehen.

Grüße, murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Polarfuchs
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Dienstag, 26.07.16, 19:56

Murmeline hat geschrieben:Hallo Heike,

Damit keine Missverständnisse auftreten, lies bitte unsere Forenregeln http://www.adfd.org/austausch/app.php/rules und die Infos, was das Forum ist und was nicht: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=12&t=1811

Wir haben aufgrund der Erfahrung der Mitglieder eine "spezielle" Ausrichtung, das sollte einem bewusst sein.

Ich hoffe, bzgl. der Leberwerte findet sich ein sinnvolles Vorgehen.

Grüße, murmeline
ja, dann tut es mir wirklich leid.
erstamalig Depressionen und Angsstörung 1998
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padma
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von padma » Dienstag, 26.07.16, 22:17

hallo Heike, :)
ja, dann tut es mir wirklich leid.
kein Problem.

Wenn du erstmal weiter AD nehmen möchtest, gibt es andere Foren in denen du Unterstützung bekommen kannst.
Das ADFD ist dann zur Zeit tatsächlich nicht so geeignet für dich. Solltest du irgendwann soweit sein, dir ein Leben ohne Psychopharmaka vorstellen zu können, unterstützen wir dich gerne.

Ich wünsche dir alles Gute,
padma
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Jamie
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 27.07.16, 9:50

Hallo Polarfuchs :),

eigentlich wollen wir hier jedem "helfen", aber dazu muss natürlich die Bereitschaft bestehen, sich überhaupt kritisch mit Antidepressiva und Co auseinandersetzen zu wollen.
Wenn du dich noch nicht bereit fühlst deine Medikamente abzusetzen, dann geht das für uns völlig okay. Manchmal werden sie als Krücke benötigt, um die schwersten Phasen zu überstehen; eine mehrjährige Anwendung allerdings sehen wir kritisch, da AD viele NW auslösen können und niemals heilen, sondern nur deckeln.

Mir ist aufgefallen, dass du ziemlich "schnippisch" auf padmas Frage nach Therapie reagiert hast - wir wollten dir damit nicht zu Nahe treten, aber natürlich kann ein Hauptansatz eines medikamentenkritischen Forums wie unserem nur sein, das Augenmerk auf die Ursache der Erkrankung zu legen und welche unguten Seelenzustände dazu geführt haben, denn schließlich fällt keine Depression, Angsterkrankung, Phobie, Neurose oder Essstörung einfach so vom Himmel.
Übrigens - ich habe 7 Jahre Therapie am Stück hinter mir, begonnen mit tiefenpsychologischer Psychotherapie, dann nahtloser Wechsel auf die Psychoanalyse und dann noch Traumatherapie drauf gesattelt - ich gebe zu, für meine schweren Schlafstörungen, die durch ein Trauma ausgelöst wurden, war das leider nur bedingt hilfreich, aber in all der Zeit bemerkte ich dann irgendwann, dass meine konsumierten Psychopharmaka eigentlich alles nur schlimmer machten (statt besser) und mittlerweile bin ich so gut wie substanzfrei und es geht mir gesundheitlich sehr viel besser als zu den Zeiten der AD-Einnahme - aber das ist nur meine persönliche Erfahrung und kann nicht verallgemeinert werden.

Zu deinen Leberwerten - da kann natürlich das Mirtazepin eine Rolle spielen; das Problem ist, dass eigentlich alle AD Leberwerterhöhungen auslösen können; insofern ist es fraglich, auf welches du da wechseln kannst.
Foren, die gerne über "was kann ich noch an Medikamenten nehmen" debattieren, ist zum Beispiel das Forum Depressionen, das wäre vielleicht geeigneter für dich.

Ich möchte dir gerne noch wichtige Infos über Psychopharmaka dalassen und hoffe, du schaust wenigstens mal rein :roll:

Grüße
Jamie
Autor: Prof. Peter Christian Gøtzsche, Internist und dänischer Medizinforscher und Direktor des Nordic Cochrane Centers am Rigshospitalet in Kopenhagen, Dänemark.

10 Mythen über Depression und Psychopharmakologie

Mythos 1: Die Erkrankung wird durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn hervorgerufen.
Mythos 2: Es ist kein Problem, eine Antidepressiva-Behandlung zu beenden.
Mythos 3: Psychopharmaka sind zur Behandlung psychischer Störungen so notwendig wie Insulin bei Diabetes
Mythos 4: Psychopharmaka reduzieren die Anzahl chronisch kranker Menschen.
Mythos 5: Antidepressiva lösen keinen Suizid in Jugendlichen und Erwachsenen aus
Mythos 6: Antidepressiva haben keine Nebenwirkungen
Mythos 7: Antidepressiva machen nicht abhängig.
Mythos 8: Die Verbreitung von Depressionen ist angestiegen
Mythos 9: Das Hauptproblem ist nicht die Überbehandlung, sondern die zu geringe Behandlung
Mythos 10: Neuroleptika verhindern Gehirnschaden

Es gibt zu jedem Mythos noch eine ausführliche Erklärung, das sollte nach und nach übersetzt werden.

Quelle: http://davidhealy.org/psychiatry-gone-astray/

Einleitung:
Am Nordic Cochrane Zentrum haben wir Antidepressiva mehrere Jahre erforscht und ich habe mich schon lange gefragt, warum führende Professoren der Psychiatrie ihre Arbeitspraxis auf eine Reihe von fehlerhaften Mythen aufbauen. Diese Mythen sind schädlich für die Patienten. Viele Psychiater sind sich bewusst, dass die Mythen nicht mehr gehalten werden können und haben mir das auch so gesagt, aber sie trauen sich nicht von den offiziellen Positionen abzuweichen, um ihre Karriere nicht zu gefährden.

Als Spezialist für Innere Medizin riskiere ich es nicht, meine Karriere zu ruinieren, indem ich den Zorn der Professoren auf mich ziehe und ich werde hier versuchen, zur Rettung der vielen gewissenhaften, aber unterdrückten Psychiatern und Patienten beizutragen, indem ich die schlimmsten Mythen aufliste und erkläre, warum Antidepressiva schädlich sind.


Mythos 1: Die Erkrankung wird durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn hervorgerufen.
Den meisten Patienten wird das erzählt, aber es ist völlig falsch. Wir haben keine Ahnung vom Zusammenspiel psychosozialer Bedingungen, biochemischer Prozesse, Rezeptoren und Nervenbahnen, die zu psychischen Störungen führen und die Theorien, dass Patienten mit Depressionen Serotonin fehlt und dass Patienten mit Schizophrenie zu viel Dopamin hätten sind längst widerlegt. Die Wahrheit ist genau das Gegenteil. Es gibt kein chemisches Ungleichgewicht zu Beginn, aber bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen mit Medikamenten erschafft man ein chemisches Ungleichgewicht, einen künstlichen Zustand, dem das Gehirn versucht, entgegenzuwirken.

Das bedeutet, es geht einem noch schlechter, wenn man versucht, das Medikament nicht mehr zu nehmen. Ein Alkoholiker geht es auch noch schlimmer, wenn er keinen Alkohol mehr trinkt, aber das bedeutet nicht, dass seinem Gehirn Alkohol gefehlt hat, als er begann zu trinken.

Die überwiegende Mehrheit der Ärzte schadet ihren Patienten weiter, indem sie ihnen sagen, dass die Entzugssymptome ein Zeichen wären, dass sie immer noch krank sind und weiter Medikamente benötigen. Auf diese Weise verwandeln die Ärzte die Menschen in chronischen Patienten, darunter diejenigen, für die gar keine pharmakologische Behandlung notwendig gewesen wäre. Dies ist einer der Hauptgründe, dass die Zahl der Patienten mit psychischen Erkrankungen steigt, und dass die Zahl der Patienten, die nicht wieder in den Arbeitsmarkt kommen, zunimmt. Dies ist weitestgehend den Medikamenten geschuldet und nicht der Krankheit.

Mythos 2: Es ist kein Problem, eine Antidepressiva-Behandlung zu beenden.
Ein dänischer Professor für Psychiatrie sagte dies kürzlich bei einem Treffen von Psychiatern, kurz nachdem ich erklärt habe wie schwer es für Menschen sein kann, Antidepressiva abzusetzen. Glücklicherweise haben ihm zwei weitere, ausländische Professoren auf dem Meeting widersprochen. Einer hat eine Untersuchung mit Menschen mit Panikstörung und Platzangst durchgeführt und die Hälfte fand es schwer, die Medikamente abzusetzen, obwohl sie schon langsam ausgeschlichen haben. Es ist nicht möglich, dass bei diesen Menschen das Absetzen so schwer ist, weil die Depression zurück kommt, denn sie waren vorher nicht depressiv. Die Symptome kommen vom Entzug der Antidepressiva und nicht von der Erkrankung.

Mythos 3: Psychopharmaka sind zur Behandlung psychischer Störungen so notwendig wie Insulin bei Diabetes
Die meisten Patienten mit Depression oder Schizophrenie haben diese Lüge gehört, immer und immer wieder, fast wie ein Mantra, in TV, Radio und Zeitungen. Wenn man Insulin an einen Patienten mit Diabetes gibt, dann gibt man ihm etwas, das dem Patienten fehlt, nämlich Insulin. Da wir noch nie in der Lage gewesen sind, zu zeigen, dass einem Patient mit einer psychischen Störung etwas fehlt etwas, das Menschen, die nicht krank sind nicht fehlt, ist es völlig falsch, diese Analogie zu verwenden.

Patienten mit Depressionen mangelt es nicht an Serotonin, und es gibt sogar Medikamente, die bei Depressionen helfen, obwohl sie Serotonin senken. Darüber hinaus, im Gegensatz zu Insulin, das etwas ersetzt, was der Mensch nicht hat und sonst nichts anderes tut, haben psychotrope Medikamente ein sehr breites Wirkungsspektrum im ganzen Körper, von denen viele Wirkungen schädlich sind. Also auch aus diesem Grund ist die Insulin-Analogie sehr irreführend.

Mythos 4: Psychopharmaka reduzieren die Anzahl chronisch kranker Menschen.
Dies ist wahrscheinlich der schlechteste Mythos von allen. US-Wissenschaftsjournalist Robert Whitaker demonstriert überzeugend in seinem Buch "Anatomy of an Epidemic", dass die zunehmende Verwendung von Psychopharmaka nicht nur Patienten in die Krankenrolle steckt, sondern auch viele Probleme chronifiziert, die ansonsten nur eine flüchtige Erscheinung gewesen wären.

Hätte es eine Wahrheit im Insulin-Mythos gegeben, hätten wir erwartet, weniger Patienten, die nicht für sich selbst sorgen können, zu sehen. Allerdings ist nun das Gegenteil der Fall. Der deutlichste Beweis dafür ist auch der tragischste, nämlich das Schicksal unserer Kinder, nachdem wir begonnen haben, diese mit Psychopharmaka zu behandeln. In den Vereinigten Staaten erhalten Psychiater mehr Geld von Pharmaunternehmen, als die Ärzte in einem anderen Fachgebiet und diejenigen, die am meisten Geld nehmen, neigen dazu, Antipsychotika an Kinder am häufigsten zu verschreiben. Dies wirft eine Korruptionsverdacht über das akademischen Urteil auf.

Die Folgen sind vernichtend. Im Jahr 1987, kurz bevor die neueren Antidepressiva (SSRI oder Glückspillen) auf den Markt kamen, waren sehr wenige Kinder in den Vereinigten Staaten psychisch krank. Zwanzig Jahre später war es mehr als 500.000, was eine 35-fache Steigerung darstellt. Die Zahl der psychisch Kranken ist in allen westlichen Ländern explodierte. Eine der schlimmsten Folgen ist, dass die Behandlung mit ADHS Medikamente und Antidepressiva eine völlig neue Krankheit in etwa 10% der Behandelten hervorruft - und zwar bipolaren Störung - was wir früher als manisch-depressive Erkrankung kannten.

Führende Psychiater haben behauptet, dass es "sehr selten" ist, dass Patienten, die Antidepressiva nehmen, bipolar werden. Das stimmt nicht. Die Anzahl der Kinder mit bipolaren Störungen ist um das 35-fache in den Vereinigten Staaten gestiegen seit Neuroleptika verschrieben werden, dies ist eine ernsthafte Entwicklung. Neuroleptika sind sehr gefährlich und einer der Hauptgründe, warum Patienten mit Schizophrenie 20 Jahre kürzer als andere leben. Ich habe in meinem Buch "Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität" geschätzt, dass nur eines der vielen Präparate (Zyprexa - Olanzapin) weltweit 200.000 Patienten getötet hat.

Mythos 5: Antidepressiva lösen keinen Suizid in Jugendlichen und Erwachsenen aus
Einige Professoren sind bereit zuzugeben, dass Antidepressiva die Häufigkeit von Suizidverhalten erhöhen, während sie gleichzeitig leugnen, dass dies zwangsläufig zu mehr Selbstmorde führt, obwohl es gut dokumentiert ist, dass die beiden Aspekte eng miteinander verbunden sind. Ulf Wiinberg, CEO Lundbeck, ging sogar noch weiter in einem Radio-Programm im Jahr 2011, als er behauptete, dass Antidepressiva die Selbstmordrate bei Kindern und Jugendlichen reduziere. Als der fassungslose Reporter ihn fragte, warum es eine Warnung vor diesem suizidalen Verhalten auf der Packungsbeilagen gäbe, antwortete er, dass er erwarte, dass diese Informationen von den Behörden in naher Zukunft geändert werden würden!

Selbstmorde bei gesunden Menschen, von Antidepressiva ausgelöst, wurden ebenfalls berichtet. Die Unternehmen und die Psychiater haben immer wieder die Krankheit beschuldigt, wenn Patienten Selbstmord begehen. Es ist wahr, dass die Depression das Risiko von Selbstmord erhöht, aber Antidepressiva erhöhen es noch mehr, zumindest bis zu einem Alter von ca. 40 Jahren, entsprechend einer Meta-Analyse von 100.000 Patienten in randomisierten Studien, durchgeführt von der US Food and Drug Administration.

Mythos 6: Antidepressiva haben keine Nebenwirkungen
Auf einer internationalen Psychiatrie-Tagung im Jahr 2008 kritisierte ich Psychiater dafür, viele gesunde Menschen auf Depressionen überprüfen zu wollen. Die empfohlenen Screening-Tests sind so mangelhaft, dass einer von drei gesunden Menschen fälschlicherweise als depressiv diagnostiziert werden wird . Ein Professor antwortete, das spiele keine Rolle, dass auch gesunde Menschen wurden behandelt, denn Antidepressiva hätten keine Nebenwirkungen!

Antidepressiva haben viele Nebenwirkungen. Sie beseitigen Emotionen, was sich nach Aussagen einiger Patienten anfühlt wie das Leben unter einer Käseglocke. Patienten kümmern sich weniger über die Folgen ihres Handelns, sie verlieren Empathie gegenüber anderen und sie können sehr aggressiv werden. In Schießereien in Schulen in den Vereinigten Staaten und anderswo sind auffallend viele Menschen auf Antidepressiva gewesen.

Die Unternehmen sagen uns, dass nur 5% der sexuellen Probleme mit Antidepressiva zusammenhängen, aber das ist nicht wahr. In einer Studie, die dieses Problem genau untersuchte, zeigten sich sexuelle Störungen bei 59% von 1.022 Patienten, und sie alle hatten ein normales Sexualleben, bevor sie ein Antidepressivum genommen haben. Zu den Symptomen gehören verminderte Libido, verzögerter oder kein Orgasmus sowie Ejakulation- und Erektionsstörungen, alles in allem eine hohe Rate und mit einer geringen Toleranz (unter 40% der Patienten). Antidepressiva sollten daher nicht für Depressionen vermarktet werden, wo ihr Effekt sowieso eher klein ist, sondern als Pillen, die das Sexualleben zerstören.

Mythos 7: Antidepressiva machen nicht abhängig.
Natürlich machen sie abhängig und das verwundert nicht, denn sie sind chemisch verwandt mit Amphetaminen und verhalten sich auch so. Antidepressiva sind wie Rauschmittel auf Rezept. Das schlechteste Argument, dass ich in Bezug auf den Mythos, dass Antidepressiva nicht abhängig machen würden, gehört habe, ist, dass Patienten keine höhere Dosis benötigen würden. Sollen wir daher auch glauben, dass Zigaretten nicht abhängig machen? Die Mehrzahl der Raucher konsumiert die gleiche Zigarettenanzahl über Jahre.

Mythos 8: Die Verbreitung von Depressionen ist angestiegen
Ein Professor argumentiert in einer TV-Debatte, dass die hohen Verschreibungszahlen von Antidepressiva nicht problematisch seien, da Depressionen in den letzten 50 Jahren häufiger auftreten würden. Ich habe ihm geantwortet, man könne so etwas nicht behaupten ohne Bezug auf die Diagnosekriterien zu nehmen, die in dieser zeit immer weiter heruntergesetzt wurden. Wenn man alle Elefanten in Afrika zählen möchte, dann verändert man nicht die Kriterien für das, was einen Elefanten ausmacht, und zählt schlussendlich auch alle Gnus zu Elefanten.

Mythos 9: Das Hauptproblem ist nicht die Überbehandlung, sondern die zu geringe Behandlung
Wieder einmal haben führende Psychiater den Bezug zur Realität verloren. In einer Studie aus 2007 sagten 51% von 108 Psychiatern aus, sie würden zu viel Psychopharmaka verschreiben und nur 4 % sagten, sie würden zuwenig verschrieben. Zwischen 2001 und 2003 haben 20% der US-Amerikaner zwischen 18 und 54 medikamentöse Behandlungen wegen emotionalen Problemen erhalten, und die Verschreibungszahlen von Antidepressiva in Dänemark sind so hoch, dass wir alle 6 Jahre lang damit behandelt werden könnten. Das ist doch irgendwie krank.

Mythos 10: Neuroleptika verhindern Gehirnschaden
Einige Professoren sagen, dass Schizophrenie Hirnschäden verursacht und dass es daher wichtig sei, Antipsychotika zu verwenden. Jedoch führen Antipsychotika zu einer Schrumpfung des Gehirns, und dieser Effekt ist direkt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung verbunden. Es gibt andere gute Hinweise darauf, dass man Antipsychotika so wenig wie möglich verwenden sollte, da es den Patienten dann besser ergeht langfristig. In der Tat sollte man Antipsychotika bei den meisten Patienten mit Schizophrenie ganz vermeiden, da dies die Chancen, dass die Patienten wieder gesund werden, erhöht und es würde auch die Lebenserwartung erhöhen, denn Neuroleptika töten viele Patienten durch Langzeitschäden.

Wie sollten Psychopharmaka eingesetzt werden?
Ich bin nicht gegen den Einsatz dieser Medikamente, solange sichergestellt ist, dass man weiß, was man tut und diese nur in Situationen einsetzt, in denen sie mehr Nutzen als Schaden bringen. Psychopharmaka können manchmal für einige Patienten nützlich sein, besonders als Kurzzeittherapie und in Akutsituationen. Aber meine Studien in diesem Bereich bringen mich zu einer ungemütlichen Schlussfolgerung:

Unsere Mitbürger wären besser dran, wenn wir alle Psychopharmaka vom Markt nehmen, da die Ärzte unfähig sind, mit ihnen richtig umzugehen. Es ist unausweichlich, dass ihre Verfügbarkeit mehr Schaden als Nutzen mit sich bringt. Psychiater sollten daher alles versuchen, um Menschen so wenig wie möglich, so kurz wie nötig oder am Besten gar nicht mit Psychopharmaka zu behandeln.
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Polarfuchs
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Mittwoch, 27.07.16, 10:27

Habe mich heute nacht entschieden das Mirtazapin abzusetzen.
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wiederauftreten der Erkrankung 2008
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 27.07.16, 10:36

Guten Morgen Polarfuchs :),

bitte lass dich hier im Forum zum korrekten Absetzen beraten; man kann die viele Fehler machen und nichts geht über eine gute Planung beim Absetzen, damit man erst gar nicht die Fehler begeht, die so viele hier aus Unwissenheit und schlechter Beratung durch die Ärzte gemacht haben.

Auf einem anderen Blatt steht geschrieben, was du aktiv für dich tun kannst, damit auch die Psyche das bekommt, was sie braucht.
Wir haben viele Rubriken, wie man mit seelischem Unwohlsein umgehen kann bzw. seine eigene Zufriedenheit fördern kann, wobei natürlich kein Allheilmittel dabei ist.

Grüße
Jamie
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Mittwoch, 27.07.16, 10:52

Jamie hat geschrieben:Guten Morgen Polarfuchs :),

bitte lass dich hier im Forum zum korrekten Absetzen beraten; man kann die viele Fehler machen und nichts geht über eine gute Planung beim Absetzen, damit man erst gar nicht die Fehler begeht, die so viele hier aus Unwissenheit und schlechter Beratung durch die Ärzte gemacht haben.

Auf einem anderen Blatt steht geschrieben, was du aktiv für dich tun kannst, damit auch die Psyche das bekommt, was sie braucht.
Wir haben viele Rubriken, wie man mit seelischem Unwohlsein umgehen kann bzw. seine eigene Zufriedenheit fördern kann, wobei natürlich kein Allheilmittel dabei ist.

Grüße
Jamie
Ich habe schon viel über die Absetzmethode hier im Forum gelesen. Das Problem ist, dass ich schon einige Zeit dabei war Mirtazapin auszuschleichen, die Lebewerte aber trotzdem steigen.
erstamalig Depressionen und Angsstörung 1998
Saroten, abgesetzt ca. 1999 ohne Probleme

wiederauftreten der Erkrankung 2008
Fluoxetin

seit 2013 Fluoxetin 20 mg und Mirtazapin
Bromazpam als Notfallmedikament

Juni 16 runterdosieren von Mirtazapin auf 7,5 mg
bis Ende Juli Mirtazapin auf ca. 3,25 mg
Fluoxetin auf 10 mg runter dosiert
27. Juli 2016 Absetzen von Mirtazapin und Fluoxetin 10 mg

Sunnyrose
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Sunnyrose » Mittwoch, 27.07.16, 10:59

Hallo Polarfuchs

Und herzlich willkommen :)
Polarfuchs hat geschrieben:Habe mich heute nacht entschieden das Mirtazapin abzusetzen.
Ich gratuliere!

Lies dich schonmal ein. Information ist die beste Starthilfe. Wenn du dann soweit bist zu beginnen, helfen und unterstützen wir dich gerne :group:

Hintergrundinfos:
http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=6

Suchfunktion Mirtazapin
http://www.adfd.org/austausch/search.ph ... bmit=Suche

Und noch vieles mehr.

Eine wichtige Regel ist:
+/- 10% alle 4-6 Wochen abzusetzen, damit das Gehirn nachkommt sich auf weniger Substanz einzustellen. Und Stabilisation zwischen den Absetzschritten.

Liebe Grüsse
Deria
Abgesetzt:
Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

Sunnyrose
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Sunnyrose » Mittwoch, 27.07.16, 11:16

Nachtrag:
Wichtig ist auch eine Signatur, damit du und wir den Überblick behalten. Danke :)

Persönlicher Bereich
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Lg Deria
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Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

padma
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von padma » Mittwoch, 27.07.16, 11:45

hallo Heike, :)

mit deiner Entscheidung, Mirtazapin abzusetzen, tust du auf jeden Fall deiner Gesundheit etwas Gutes. :D
Ich habe schon viel über die Absetzmethode hier im Forum gelesen. Das Problem ist, dass ich schon einige Zeit dabei war Mirtazapin auszuschleichen, die Lebewerte aber trotzdem steigen.
Kannst du uns bitte noch schreiben, wie genau du vorgegangen bist? Und ob du Absetzsymptome hattest?

Wenn trotz der Dosisverringerung die Leberwerte weiter angestiegen sind, heisst das, dass auch die reduzierte Dosis für deine Leber noch zuviel war.

Daher ist es bei dir wahrscheinlich erforderlich, dass du zunächst schneller reduzierst, als wir im allgemeinen empfehlen. Bei erhöhten Leberwerten hat man da leider manchmal keine andere Wahl.

Noch eine Bitte zur Netiquette: Könntest du deine Beiträge mit einem "hallo" beginnen und einem Gruss beenden? Das liest sich viel freundlicher.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Polarfuchs
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Mittwoch, 27.07.16, 18:21

padma hat geschrieben:hallo Heike, :)
Hallo Padma,
Kannst du uns bitte noch schreiben, wie genau du vorgegangen bist? Und ob du Absetzsymptome hattest?
Ich hatte vor ein paar Monaten mal kalt abgesetzt und Absetzprobleme in Form von Schlafproblemen und nächtliches schwitzen bekommen. Dann fing ich an hier zu lesen und habe wieder angefangen. Allerdings nur mit 7,5 mg Mirtazapin.
Durch Mirtazapin habe ich ja zugenommen, aber durch den Rauchstopp habe ich eine Gewichtsklasse erreicht, die ich nicht tolerieren kann. Also habe ich von der halben Mirta ( also 7,5 mg nur noch die Hälfte genommen) Von einer 15 mg Tbl. also nur noch ein viertel. Damit kam ich auch gut klar.
Nun muss ich ja am Freitag erst mal zu meinem Psychiater und das weitere Vorgehen besprechen. Kommt die Erhöhung der Leberwerte und der Anstieg in 5 Wochen tatsächlich von den Tabletten? Vornweg: Ich trinke überhaupt keinen Alkohl.

Liebe Grüße
Heike
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Polarfuchs
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Samstag, 06.08.16, 13:28

Ich möchte gerne noch mal einen kurzen Zwischenbericht abgeben.

Ich nehme ja seit dem 27.07. keinerlei Antidepressiva mehr und mir geht es relativ gut. Ich kämpfe mit Übelkeit und bin mir nicht sicher ob es vom Mirtazapin kommt oder von dem Antibiotikum, dass ich bis Dienstag nehmen musste.
In Absprache mit meinem Arzt nehme ich eine Minimenge Bromazepam.

Ich habe zum Glück schon einiges an Bauchumfang abgenommen und muss sagen, dass ich morgens wesentlich ausgeruhter aufstehe, als zu Zeiten mit Mirtazapin.

Aber ich merke auch, dass meine Angstsymptomatik wieder etwas präsenter ist.

P.S. Gegen die Übelkeit hilft übrigens ein Butterbrot mit Salz. :D
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padma
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von padma » Samstag, 06.08.16, 13:45

hallo Heike, :)

hattest du jetzt abrupt von 7,5 mg (?) aus abgesetzt?
Könntest du bitte noch eine Signatur erstellen? http://www.adfd.org/austausch/app.php/rules

Ein abruptes Weglassen ist sehr riskant, Absetzsymptome können zeitverzögert auftreten. Ich hätte es besser gefunden, wenn du wenigstens zunächst eine kleine Dosis beibehalten hättest.
In Absprache mit meinem Arzt nehme ich eine Minimenge Bromazepam.
Hmm, wieviel nimmst du? Du weiist schon, dass das sehr schnell abhängig macht, du darfst es keinesfalls länger als 4 Wochen nehmen, auch nicht in einer "Minimenge".
Soll das die Absetzsymptome abfangen oder was ist der Einnahmegrund?

liebe Grüsse,
padma
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Polarfuchs
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Samstag, 06.08.16, 14:36

padma hat geschrieben:hallo Heike, :)
Hallo Padma,
hattest du jetzt abrupt von 7,5 mg (?) aus abgesetzt?
ich hatte vorher ja schon für ca. 14 Tage nur noch 1/4 von 15 mg genommen.
Ich hatte ja vorher schon geschrieben, dass meine Leberwerte trotzdem am steigen waren. Ich denke, dass meine Leber den Wirkstoff von Mirtazapin einfach nicht mag, egal wie viel oder wenig ich davon nehme. Und ein langsames Ausschleichen in 10 % Schritten war mir einfach zu langsam- im Hinblick auf die Gesundheit meiner Leber.
Könntest du bitte noch eine Signatur erstellen? http://www.adfd.org/austausch/app.php/rules
Ich kann es oberflächlich versuchen, weil ich die genauen Medikamente, die ich in den letzten Jahren genommen und wieder abgesetzt habe, gar nicht mehr weiß. Es tut mir leid.
Ein abruptes Weglassen ist sehr riskant, Absetzsymptome können zeitverzögert auftreten. Ich hätte es besser gefunden, wenn du wenigstens zunächst eine kleine Dosis beibehalten hättest.
Vielleicht gehöre ich zu den wenigen, die ein abruptes Absetzen gut wegstecken können?

Hmm, wieviel nimmst du? Du weiist schon, dass das sehr schnell abhängig macht, du darfst es keinesfalls länger als 4 Wochen nehmen, auch nicht in einer "Minimenge".
Soll das die Absetzsymptome abfangen oder was ist der Einnahmegrund?
Ich weiß. Bromazanil ist seit Jahren mein Notfallmedikament. Ich nehme im Jahr vielleicht 20 Stück- mehr nicht.
Der Grund gerade ist, um Absetzsymptome abzufangen, zum anderen um meine Ursprungserkrankung ( Angst und Depressionen) im Griff zu halten. Sorry, mir fehlt gerade die richtige Wortwahl.
Der Arzt empfahl mir 10 tage lang zweimal eine viertel, aber ich bin jetzt schon so drauf, dass ich von einer viertel die halbe nehme. Also 1,5 mg des Wirkstoffes und das auch nur jeden zweiten Abend.

Liebe Grüße

Heike
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von padma » Samstag, 06.08.16, 18:52

hallo Heike, :)

danke für die Signatur, das hilft zur Orientierung. :D

Könntest du bitte noch ergänzen,was deine letzte Fluoxetindosis war vor dem Absetzen?
Der Arzt empfahl mir 10 tage lang zweimal eine viertel, aber ich bin jetzt schon so drauf, dass ich von einer viertel die halbe nehme. Also 1,5 mg des Wirkstoffes und das auch nur jeden zweiten Abend.
Für 10 Tage müsste das gehen.
Vielleicht gehöre ich zu den wenigen, die ein abruptes Absetzen gut wegstecken können?
Ich drücke dir ganz fest die Daumen. :hug:

liebe Grüsse,
padma
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Polarfuchs
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Polarfuchs » Montag, 05.09.16, 9:25

Ich wollte auch gerne noch mal einen Zwischenbericht abgeben, wie es mir nun geht.

Ich nehme nun ja seit Juli gar nichts mehr und merke, dass ich mich ausgeruhter und konzentrierter fühle. Aber natürlich ist meine Grunderkrankung noch da und jetzt auch mit ganzer Macht. Ich habe wieder vermehrt Panikattaken und eine oft gedrückte Stimmung.

Das schlimmste im Moment sind aber die " Brainzaps" die ich habe. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand hier sagen könnte, wie ich damit umgehen soll.
Heute morgen bin ich z.b. extrem übermüdet aufgestanden ( erster Schultag nach den Ferien) und es zapte in meinem Hirn wie doof.

In ca. 2 Wochen werde ich meine Leberwerte noch mal überprüfen lassen und hoffe natürlich, dass sich diese wieder einigermaßen normalisiert haben.

Liebe Grüße

Heike
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Annanas
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Re: Leberwerterhöhung durch Mirtazapin - Was tun?

Beitrag von Annanas » Montag, 05.09.16, 10:04

Hallo Polarfuchs :) ,
Polarfuchs hat geschrieben:Ich nehme nun ja seit Juli gar nichts mehr und merke, dass ich mich ausgeruhter und konzentrierter fühle. Aber natürlich ist meine Grunderkrankung noch da und jetzt auch mit ganzer Macht. Ich habe wieder vermehrt Panikattaken und eine oft gedrückte Stimmung.
Diese sogenannte Grunderkrankung hat Ursachen - wurden die denn schon mittels Therapie mal angegangen?
Ich würde das als ganz wichtig erachten - oft ist es so, wenn man die Gründe kennt/erkennt, löst sich eine Depression auf u.
gegen die Angststörung ist es gut, gemeinsam mit einem Therapeuten, Strategien dagegen zu entwickeln.

Ein Leben lang Medikamente zu nehmen, ist meiner Meinung nach, keine gute Alternative.
Psychopharmaka deckeln im besten Fall die Symptome, heilen aber nie u. bringen selbst gesundheitliche
Störungen mit sich.
Wie du ja gerade selbst an der Leberwerterhöhung feststellen konntest.
Polarfuchs hat geschrieben:Das schlimmste im Moment sind aber die " Brainzaps" die ich habe.
Die Brainzaps sind ein Absetzsymptom u. zeigen an, daß du viel zu schnell abdosiert hast, dazu noch bei gleich
2 Medikamenten.
Beim Fluoxetin kommt es ja fast einem Kaltentzug gleich. Ich will jetzt keine Angst verbreiten, aber Fluoxetin hat
eine sehr lange Halbwertszeit von ca. 4 - 16 Tagen, in sofern ist es eigentlich kein Wunder, daß es dir momentan
nicht gut geht.

Es ist jetzt wirklich schwierig, dir etwas zu raten - normalerweise würde ich sagen, eine Minimenge wieder
eindosieren, nur hast du jetzt eben zu schnell zwei Medikamente abgesetzt.
Da kann man schlecht auseinanderhalten, ob beide PP oder vorrangig nur eines davon, diese Problematik verursacht.

Ich würde da eher noch auf das Fluoxetin tippen, weil du die 10 mg ja gleich weggelassen hattest.

Was gibt es jetzt für Möglichkeiten?
Es kommt auch darauf an, wie deine Leberwerte jetzt aussehen - schade, daß es bis zum Termin noch 2 Wochen
dauert.

Entweder du hältst die Symptome jetzt aus, wobei es auch sein kann, daß diese sich evtl verstärken oder länger
anhalten (protrahierter Entzug), weil du zu schnell abgesetzt hast.

Oder du dosierst wirklich eine kleine Menge (vllt 2 mg) vom Fluoxetin wieder ein u. schleichst dann langsam
aus, in der Hoffnung, daß die Symptomatik daherrührt u. nicht vom Mirtazapin.

Vllt kommen dazu auch noch andere Vorschäge,
das wärs fürs Erste von mir,
liebe Grüße Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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