Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe ADFDler,

Ein verspätetes frohes neues Jahr wünschen wir euch allen und eine Neuigkeit haben wir auch:

Im Laufe der Zeit haben sich einige Mitglieder gefunden, die Interesse haben, eine lokale Selbsthilfegruppe aufzubauen. Gleichzeitig wird immer häufiger nachgefragt, ob solche Angebote bereits existieren. In unserer neuen Rubrik "Selbsthilfegruppen" wollen wir Angebot und Nachfrage zusammenführen und unser virtuelles Anliegen in Form von persönlichen Treffen und Austausch auf "lebendige Füße" stellen.


Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Das kann eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Mockingjay: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
padma
Team
Beiträge: 16106
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 40205 Mal
Danksagung erhalten: 21301 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Donnerstag, 17.11.16, 18:33

liebe Mockingjay, :)

bitte bleibe jetzt erstmal konstant auf den 18 mg.
Ps Hier wird übrigens auch klar erwähnt dass Fluoxetin nich hilft bei Borderline.
Wie sollte es auch helfen?

Für Borderline gibt es ja spezielle Therapieansätze, wie DBPT. Vielleicht wäre das was für dich?
Soweit ich weiss, ist Borderline gut therapiebar, es braucht natürlich Arbeit und Geduld.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 2):
LinLinaMurmeline
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28
Hat sich bedankt: 255 Mal
Danksagung erhalten: 271 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Sonntag, 20.11.16, 18:53

Mir geht es eindeutig wieder besser. :D

Ein gutes hatte ja das ganze. NUN WEISS ICH MIT SICHERHEIT, DASS ES DAS MEDIKAMENT IST UND NICHT ICH!!!!!. Die Unsicherheit, die Zweifel, sie sind weg! Ich gehe jetzt meinen Weg.

PS: Am Dienstag habe ich bereits einen Termin bei einer Therapeutin in meiner Nähe, die auch offen für mein Anliegen ist.
@Padma, DBT kenne ich, habe ich hinter mir. (von 2005-2015, wobei es die ersten Jahre darum ging, von den Drogen wegzukommen und zu "überleben").

LG
MJ
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Mockingjay für den Beitrag:
padma
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28
Hat sich bedankt: 255 Mal
Danksagung erhalten: 271 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 25.11.16, 11:32

Hallo Zusammen

Ich bin jetzt wieder in Therapie (Schematherapie nach Young), hatte schon den ersten Termin, die Therapeutin (keine Ärztin) war mir auf Anhieb sympathisch, auch wie sie zu der ganzen Sache stand. Leider war es sehr schwer einen Termin bei einem Therapeuten spezialisiert auf Persönlichkeitesstörungen, der gleichzeitig Arzt ist, zu bekommen. Da gibts eben nicht viele und die nehmen alle keine Patienten mehr auf. Daher muss ich betr. Medikation terminlich separat zum Arzt dieser Praxis.

Entegegen meinem Plan und Euren Ratschlag habe ich (Sturkopf) nun schon wieder einen Reduktinosschrittchen gemacht, weil ich mich stabil fühlte.

Ich habe diese Woche bisher gut durchgestanden - einmal hatte ich Ängste, konnte diese aber zum ersten Mal überhaupt von weiter hinten im Kopf betrachten, in etwa so:die Angstgedanken waren draussen (schwierig zu beschreiben), und ich selber war in mir drin und beobachtete das ganze.

Dies dank den Schilderungen/Tagebüchern von Deria, die waren sehr hilfreich!

Im Moment ist Achtsamkeit (nach innnen) eher kontraproduktiv, wenn dann höre ich geführte Meditationen mit schöner Musik, wo ich nichts "machen" muss, sondern einfach entspannen kann. Habe meine Wohnung etwas vorweihnachtlich geschmückt (mit Bäumchen :-) ), telefoniere mit Freunden, tue mir gutes.

Heute, also etwa 5 Tage nach Reduktion von 1mg, habe ich extreme körperliche Symptome: Mit Kopfschmerzen aufgewacht, Schwindel, starke Übelkeit, Tinitus und ich kann mich kaum konzentrieren und ein paarmal dachte ich schon, das ist es jetzt, jetzt gehts ab nach Hause, in die Klinik, und so weiter. Aber ich will durchhalten, da ich noch auf Wohungunssuche bin und den Job brauche. Alleine dieses Ziel lässts mich den heutigen Zustand aushalten. Es geht bestimmt irgendwann wieder vorbei.

PS: Ich glaube, 1mg Schritte sind für mich gut. Mit langen Reduktionsabständen.

PPS: Nehme es so wies kommt so gut es geht. Auch bei der Arbeit machen mir die vielen Fehler nicht mehr so viel aus, ich verurteile mich nicht mehr dafür, ich akzeptiere denn Zustand. Lasse mich nicht mehr auf hitzige Diskussionen ein, um etwas zu erzwingen. Ich habe aufghört zu "kämpfen". Das tut echt gut. Hoffe aber dennoch, dass mir die Reduktion des Pensum doch zugesprochen wird.

Herzliche Grüsse
Mockingjay


25.11.2016: Kopfschmerzen, Schwindel, starke Übelkeit, Tinnitus, gegen Abend verschwinden die Symptome.
26.11.2016: Tinnitus, Kribbeln/Brennen im Kopf, Schwindel.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Mockingjay für den Beitrag (Insgesamt 3):
LinLinapadmaMurmeline
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

padma
Team
Beiträge: 16106
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 40205 Mal
Danksagung erhalten: 21301 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Samstag, 26.11.16, 23:07

liebe Mockingjay, :)

da hat sich ja einiges getan bei dir. :D , du hörst dich gut an.

Dass deine Therapeutin nicht auch die verschreibende Ärztin ist, muss kein Nachteil sein. Oft ist es eher von Vorteil diese 2 Bereiche getrennt zu halten.
PS: Ich glaube, 1mg Schritte sind für mich gut. Mit langen Reduktionsabständen.
Da bei dir gerade soviel in Bewegung ist und dein ZNS bereits sehr sensibilisiert ist, denke ich auch, dass so kleine Schritte gut sind. Wichtig sind lange Abstände dazwischen, aufgrund der langen HWZ von Fluoxetin. Mindestens 6 - 8 Wochen würde ich sagen.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag:
Mockingjay
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28
Hat sich bedankt: 255 Mal
Danksagung erhalten: 271 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Sonntag, 27.11.16, 11:55

Hallo Padma

Ja, irgendwie ist da ein Groschen bei mir gefallen ;-)

Hier eine Zusammenfassung, was mir persönlich wirklich hilft:
  • Videokurs "Ängste überwinden" von AnchuKoegl.com (war eine Gratisaktion) (Aha-Effekt betr. mentaler Bewertung einer Situation)

    Antidepressiva-absetzen.de (Begleiter, Mutmacher, viele Tipps) (gut,um einen Überblick zu verschaffen) (Aha-Effekt Selbst-Mitgefühl)

    passionflow.de <3 <3 (die Liebe von Anna ist so ansteckend) (hier gelernt, nicht mehr gegen alles anzukämpfen)

    panikattacken-loswerden.de/kostenloses-hoerbuch :sports: (die Zusammenhänge endlich greifbar und logisch erklärt, es lohnt sich, auch die weiteren Folgen anzusehen!!) -> Buch unterwegs, da ich von dieser Methode 100% überzeugt bin

    Ängste überwinden - mein Übungsbuch für mehr Gelassenheit (praktische Übungen, vor allem Achtsamkeitsübungen)

    Absetztagebuch von Deria: viewtopic.php?f=18&t=11433&p=151719#p151719
Ich weiss nicht, wie es nächstes Jahr weitergeht. Ich tue einfach das was mir möglich ist.

27.11.2016:
Heute aufgewacht (nach Albtraum) mit Muskelzuckungen, Tinnitus. Lange ausgeschlafen, ausgedehntes Yoga gemacht, gefrühstückt -> nur noch leichter Tinnitus. Leicht verschwommenes Sehen rechtes Auge. Am Abend Panikattacke im Bus, souverän gemeistert :-).
Jetzt zieh ich mir wieder mal The Tribute of Panem rein :-) .

28.11.2016:
Komische optische Hallus im Kopf kurz vor dem Aufwachen, ein GEsicht das immer wieder verzerrt auf mich zukam??, mit Panik aufgewacht da ich Angst hatte, verrückt zu werden. Yoga gemacht und kurze Atemmeditation. DAnn wieder ok. Leichter Tinnitus. Schwindel anhaltend.

Morgen Arzttermin - endlich.



LG
MJ
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Mockingjay für den Beitrag (Insgesamt 3):
padmaMurmelineAnnanas
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

padma
Team
Beiträge: 16106
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Montag, 28.11.16, 13:53

liebe Mockingjay, :)

danke dir für deine Liste :D . Vielleicht magst du dazu auch noch in "Umgang mit Angst und Panik" was schreiben?
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 50&t=11591
Schön, dass du was gefunden hast, was dir hilft. :D

sind diese optischen Hallus neu? Es können sowohl NW als auch Absetzsymptome sein. Was meinst du, was es ist?
Morgen Arzttermin - endlich.
Überlege dir vorher gut, was du erwähnst und was du möchtest. Nicht, dass dir noch was angederht wird.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 29.11.16, 9:20

Hallo Padma

Komme grad vom Doc. Und oh Wunder - er weiss nicht nur über die Absetzprobleme bzw. Abhänigkeit von Langzeit-Usern Bescheid, er hat sogar solche Patienten kennengelernt in seiner Praxis- und Kliniktätigkei. Jemand der sich auskennt damit - und mir so adäquat helfen kann. Leider sei das ganze wissenschaftlich noch nicht gut erforscht. Er hat aber Erfahrung mit protrahierten Entzügen, und er riet mir exakt das, was Ihr hier im Forum schreibt. In meinem konkreten Fall also 1mg Schritte alle 6-8 Wochen, also genau das, was Du mir vorschlugst.

Nun ist es aber aufgrund der angespannten Situation wegen der beantragten Pensumreduktion derzeit ungünstig, weiter zu reduzieren. Er plädiert für einen Arbeitsplatzerhalt, und sagt, ich solle in 1mg Schritten erst mal wieder aufdosieren.

Weiterhin schlägt er einen WEchsel auf Cipralex vor - ich kenne das Medikament nicht. Ist das ein milderes Medi als Fluctine?? Aber auch das wäre dann irgendwann mal ein Langzeit-Projekt aufgrund des angschlagenen ZNS. Immerhin, von Benzos und Neuroleptika etc hat er schon gar nicht geredet, das ist schon mal gut, sowas würde ich auch in keinem FAll nehmen.

Des weiteren werden wir nun eine IV-Anmeldung in Angriff nehmen, auch aufgrund der weiteren gesundheitlichen Einschränkungen, denn ich kann mich einfach nicht mehr erholen in der Freizeit und nicht mehr Vollzeit arbeiten. Kann kaum meinen Haushalt mehr machen (letzte Woche verschimmelten Essensreste in der Küche). Langsam ists mir auch egal, wenn die dann Bescheid wissen bei der Arbeit. Dann hat diese Maskerade endlich mal ein Ende. Auch wenn ich mich in Grund und Boden schämen werde, den Schritt muss ich jetzt machen *seufz*.

Tja, jetzt kommt alles auf den Entscheid des Vorgesetzten drauf an. Wenn dieser abgelehnt wird, sieht die Lage dann etwas dramatischer aus. Denn so wies jetzt ist kann ich nicht mehr weiterarbeiten. DAs gute ist, dass ich sehr gute Sozialleistungen habe, da ich für Vater Staat arbeite und so im Krankheits bis zu 3 Jahre finanziell abgesichert bin (1 Jahr 100%, 2 Jahre 75% Lohn, aufgrund meiner Dienstjahre). Das habe ich grad kürzlich erst herausgefunden. :-)

Gruss
Mockingjay
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

Jamie
Team
Beiträge: 16283
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37
Hat sich bedankt: 20680 Mal
Danksagung erhalten: 27096 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 29.11.16, 9:36

Hallo Mockingjay :),

prima, dass du auf einen verständigen Arzt getroffen bist.
Das ist enorm wichtig, vor allem wenn man Kooperation wegen der Arbeit / Behörden / Krankenkassen etc. braucht.
Das ist Gold wert!
Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe nur mit großem Engagement meinerseits und aber auch meiner Ärzte meine Rente und Schwerbehinderug durchbekommen. :)

Allerdings ist die Idee auf Escitalopram zu wechseln nicht gut.
Es gibt keine "milden" AD - der einzige "Vorteil" wäre, dass du Cipralex in Tropfenform bekommst, aber soweit ich weiß kann man Fluoxetin sehr gut auflösen respektive es gibt es vermutlich auch als Tropfen, zB Fluoxetin Tropfen ratiopharm (nur kurz gegoogelt. Man müsste gucken, ob die noch auf dem Markt sind).
Ein Entzug kann unserer Erfahrung nach nur mit dem abgepuffert werden, was den Entzug auslöste - sprich Fluoxetin.
Betroffene, die während des Entzugs auf andere AD gewechselt sind, sei es weil angeblich besser verträglich und aus was für Gründen auch immer, bereuen unserer Erfahrung nach ihre Entscheidung zumeist.
Du kannst mal bei Horni reinschauen, der kam zB vom Regen in die Traufe damit; oder auch carlotta u.v.m.
Es ist ja auch naheliegend, dass der Körper von der Substanz entwöhnt werden möchte, von der sie abhängig wurde - und eben von nichts Anderem.

Ich würde dir davon wirklich abraten, aber es ist natürlich deine Entscheidung.
Und über das Aufdosieren musst du auch noch einmal nachdenken. Was sagt denn dein Bauchgefühl dazu?

Viele Grüße und alles Gute, auch für die berufliche "Baustelle" - drücke die Daumen :group:
Jamie

PS. Was ist eine "IV-Meldung"?
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag:
padma
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 29.11.16, 12:55

Hallo Jamie

Danke für Deinen Input. Der Doc meinte halt, dass er schon Patienten erlebt hätte, die nach 10 Jahren das eine SSRI ausschleichten, und dann als sie es wieder einmal benötigten, es nicht mehr wirkte und sie dann auf ein anderes wieder angesprochen hätten. Mein Bauchgefühl sagt ganz klar nein zu einem weiteren/anderen Medikament, egal von welcher Kategorie. Brauche nicht noch mehr Probleme.

Aber ich im Moment merke ich auch, dass es noch nicht der Zeitpunkt ist, ganz entziehen zu können, was mich sehr wurmt. Nunja, ich werde mir bald ein EKG machen lassen, um mal zu sehen, ob die QT-Wellen noch normal sind. Es ist halt so, dass ich auch keine Lust auf weitere körperliche Diganosen habe und wer weiss was so ein Medikament über Jahrzehnte anstellt...

Da mir der Psycho-Doc sehr sympathisch ist, werde ich ihm mal zu einem gewissens Grad vertrauen und seinen Rat befolgen und wieder langsam aufdosieren, seufz. Ich sehe ein, dass der Zeitpunkt einfach ungünstig ist aufgrund der aktuellen Arbeitssituation. Aber die Option, wenns nich tmehr geht, mich krankschreiben zu lasse, halte ich mir natürlich offen.

Der zweite Arzttermin verlief heute weniger gut, bzw. bin ich auf der Suche nach einem neuen Hausarzt, da mein jetziger schwer krank ist, schon seit Jahren, und die Praxis immer wieder geschlossen hat, was sehr mühsam ist. Daher hatte ich heute auch wegen einem benötigen Rezept ein Termin beim "neuen" Hausarzt. Ich glaubs nicht, der hat sich Sorgen darum gemacht, ob er seine Arbeit verrechnen kann, da ich erwähnt habe, dass ich aus Kostengründne nun ins Hausarztmodell wechseln müsse. Hat sicher 10 Minuten davon geredet. Dann hat er noch über seine Computerprobleme gefaselt, daass sein System all meine Diagnosen nicht gut zusammenfassen könne und er daher noch nicht ganz im Bilde ist. Dann hat er wieder von Rechnungen geschwafelt und dass mich erst dann in so und sovielen Monaten nochmals melden solle, dann könne er eine Überweisung zu meinem neuen Psychiater/Therapeut machen. Am Schluss habe ich nur noch Bahnhof verstanden, wir haben total aneineander vorbeigeredet. Durch das "Hausartzmodell" bekommt man in der Schweiz Rabatt, da die monatliche Prämie mittlerweile 10% vom Lohn ausmacht. Aber eben, da muss dann der "Hausart" immer alle Untersuchungen genehmigen und ist gezwungen von der Krankenkasse, Kosten zu sparen und muss mehr Bericht schreiben. Muss mir jetzt überlegen, ob ich doch wieder freie Arztwahl lasse was mich aber monatlich über 70 Euro mehr kostet, oder ich bleib beim alten Hausarzt, den ich sehr kompetent fand, der jedoch swcher krank ist (und weiss wie lange noch lebt/arbeitet). Oder noch einen anderen aufsuchen zum testen. Beim Thema Schilddrüse meinte ernur lapidar: das TSH müsse nur 1x pro Jahr kontrollier werden. dabei weiss man doch, dass bei Hasthimoto die Relation von T4 und T3 auch sehr wichtig sind und so weiter. Na gut, er ist kein Endokrinologe. Und genau an so einem Punkt würde ich jetzt lieber direkt zum Spezialisten gehen und keinen Hausarzt anbetteln müssen, dass er mich zum Spezialisten überweist.

IV = Invalidenversicherung

Liebe Grüsse vom Spotttölpel
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

carlotta
Beiträge: 3083
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10
Hat sich bedankt: 6919 Mal
Danksagung erhalten: 6950 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von carlotta » Dienstag, 29.11.16, 13:21

Hallo MJ,
Mockingjay hat geschrieben:Der Doc meinte halt, dass er schon Patienten erlebt hätte, die nach 10 Jahren das eine SSRI ausschleichten, und dann als sie es wieder einmal benötigten, es nicht mehr wirkte und sie dann auf ein anderes wieder angesprochen hätten.
Ja, das passiert häufig, aber meist dann, wenn man schon längere Zeit auf null war, bevor man wiedereinsteigt. War das überhaupt bei Dir jemals so? :?:
Zum Hintergrund: "Wirken" bedeutet bei Behandlern oft, dass sie von einer antidepressiven Wirkung ausgehen, die bei SSRI ohnehin kaum nachgewiesen werden konnte - wenn überhaupt, stumpfen sie gefühlsmäßig ab und meist nur innerhalb der ersten ein, zwei Jahre der Einnahme. Was bei einer erneuten Einnahme nach längerer Pause dann eben auch nicht mehr "funktioniert", es können sich im Gegenteil dann paradoxe Reaktionen zeigen.

Ich würde nicht wechseln, die Erfahrung von unzähligen Betroffenen zeigt, dass damit das ZNS oft noch mehr gebeutelt wird und sich durchaus extreme Probleme ergeben können. Zudem wird gerade Fluoxetin - wegen der langen HWZ - gerne zum Ausschleichen angeraten, wenn eine Reduktion mit anderen AD gar nicht funktioniert, die sog. "Prozac-Bridge". Aber die ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen (und nur im absoluten Ausnahmefall ratsam), da Wechsel an sich häufig sehr problembehaftet sind und die Verträglichkeit eines neuen Mittels bei bereits angeschlagenem ZNS oft nicht gegeben.
Mockingjay hat geschrieben:Aber ich im Moment merke ich auch, dass es noch nicht der Zeitpunkt ist, ganz entziehen zu können, was mich sehr wurmt.
Das mag sein, das kannst nur Du beurteilen. In Stresssituationen wird ein PP-Entzug ohnehin nicht angeraten.
Mockingjay hat geschrieben:Es ist halt so, dass ich auch keine Lust auf weitere körperliche Diganosen habe und wer weiss was so ein Medikament über Jahrzehnte anstellt...
Du willst es ja nicht ewig weiternehmen. Es ist eben auch so, dass ein rascher Entzug zu potenziell jahrelangen gesundheitlichen (heftigen) Beeinträchtigungen führen kann, daher führt im Grunde am vorsichtigen Ausschleichen kein Weg vorbei, wenn man präventiv vorgehen will. :schnecke:
Mockingjay hat geschrieben:Da mir der Psycho-Doc sehr sympathisch ist, werde ich ihm mal zu einem gewissens Grad vertrauen und seinen Rat befolgen und wieder langsam aufdosieren, seufz.
Sympathie und Fachkenntnis sind zweierlei Paar Schuhe! :o Auch wenn er ansatzweise über AD-Entzug Bescheid weiß, heißt das nicht, dass er sich schon intensiv damit beschäftigt hat. Aufdosieren bedeutet genauso Stress fürs ZNS wie Abdosieren und kann deutliche Symptome hervorrufen. Es sei denn, Du sagst, seit der letzten Reduktion geht es Dir viel schlechter und wird gar nicht besser, dann würde ich im Höchstfall den allerletzten Schritt rückgängig machen und die Dosis dann länger halten. Alles andere halte ich für kontraproduktiv, aber Du musst entscheiden, es geht um Deine Gesundheit.

Dass es bei Behandlern häufig um Kosten(-erstattung) geht, ist traurig, aber wohl auch systemimmanent. :( Aber dem so viel Raum in der Behandlung zu geben, geht natürlich gar nicht.

Liebe Grüße :group:
Carlotta

P.S.: Die Tribute mag ich auch - und Spottölpel ist ein Kämpfer-Symbol :sports: also nicht unterkriegen lassen!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor carlotta für den Beitrag:
padma
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 29.11.16, 13:30

Liebe Carolotta

Wenn ich auf Fluctine bin, geht mir halt schon das meiste am A..... vorbei, was natürlch geholfen hat, mein Selbstwertgefühl zu verbessern (naja es eher zu überlisten) und einfacher zu leben bzw. nicht mit jedem "im Krieg" zu sein und somit konzentrierter zu arbeiten. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass je länger ich das nehme, je schlechter die Chancen werden, davon loszukommen, bzw. diese grüblenden und bis hin zu paranoiden Gedanken so verdrängt werden, dann so überwältigend kommen würden, dass ich kaum noch lebensfähig wäre. Und ich habe keine Lust, mein Leben zukkünftig in der geschlossenen Psychiatrie oder sonstwo zu verbringen, dann springe ich lieber irgendwo vom DAch.

Ich schreibe heute wohl besser nichts mehr.. sehe alles ein wenig schwarz gerade. War heute alles ein bisschen viel ;-) :o

LG
MJ
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 29.11.16, 14:46

Noch zur Lage: sie war eigentlich schon vor Reduktionsbeginng im Juni schon nicht so gut, ich weiss noch wie ich mich bis zu Anfang Juni damals durchgeschleppt habe bis zu den Ferien. Auslöser war wohl eine Trennung gewesen (nach 3 Monaten, weil er sehr kalt war und mich nie umarmte oder ähnliches) Anfang Jahr plus ein neuer sehr anspruchsvoller Aufgabenbereich. Plus die die Abklärungen und schlussendlich Diagnosen betreffend der Intoleranzen, was meine Ernährung noch weiter eingeschränkt hatte. Ich hatte ein bisschen Pech dieses Jahr, auch ein Zahnproblem kam hinzu plus die Sache mit der Erbschaftsregelegung (mein Vater will mich enterben).

Ich würde also sagen, dass meine Verschlechterung höchstens zu 10-20% mit der Reduktion zu tun hat.
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 29.11.16, 16:16

carlotta hat geschrieben: P.S.: Die Tribute mag ich auch - und Spottölpel ist ein Kämpfer-Symbol :sports: also nicht unterkriegen lassen!
In der Tat, wie kämpferisch ich bin, sieht man daran, dass ich trotz all meinen Diagnosen, (ehemaligen) Drogenproblemen und diversen Ereignissen immer gearbeitet habe und nie stationär in einer Klinik war und mich ebenso gegen Medis gewehrt habe. *sehr stolz bin* :-) (wobei das mit der Klinik wäre vielleicht nicht schlecht gewesen).

Ein Arzt wollte mir einmal 3 verschiedene Pillen u.a. Stabilizer und Neuroleptika verschreiben nebst den AD. Das war ungefähr 2004. Der hat mich dann nicht mehr wiedergesehenk, hehe.
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

padma
Team
Beiträge: 16106
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 40205 Mal
Danksagung erhalten: 21301 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Dienstag, 29.11.16, 18:08

liebe Mockingjay, :)
Ich würde also sagen, dass meine Verschlechterung höchstens zu 10-20% mit der Reduktion zu tun hat.
Dann würde ich jetzt nichts an der Dosis ändern. Zumal es dir mit der höheren Dosis ja ziemlich schlecht ging. Die Verschlechterung kann auch noch mit den Dosisveränderungen zu tun haben. Ich würde jetzt auf der aktuellen Dosis bleiben, bis du dich stabilisiert hast. Dann kann man weitersehen.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass je länger ich das nehme, je schlechter die Chancen werden, davon loszukommen, bzw. diese grüblenden und bis hin zu paranoiden Gedanken so verdrängt werden, dann so überwältigend kommen würden, dass ich kaum noch lebensfähig wäre
Langzeiteinnahmen sind immer problematisch. Ich würde schon sobald du es dir dann zutraust, ganz langsam ausschleichen. Möglicherweise musst du dann in extrem kleinen Schritten vorgehen, aber auch eine :schnecke: kommt ans Ziel

Falls du es finanziell irgendwie verkraften kannst, würde ich nicht in das Hausarztmodell gehen. Gerade wenn man mehrere und komplexe Probleme hat, ist eine solche Abhängigkeit vom HA sehr problematisch.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 3):
carlottaLisamarieMockingjay
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Mittwoch, 30.11.16, 8:05

HallO Padma

Danke für deinen hilfreichen Beitrag (wieder einmal mehr :-) )

Ich habe nun eine Nacht überschlafen und bin noch zu keinem Ergebnis gekommen, was der weitere Verlauf angeht. Ich glaube, ich muss zuerst entscheiden, in welche Richtung es weitergeht. Arbeitsplatzerhalt oder nicht. Wobei das schon sehr gut wäre, da ich noch eine ruhige Wohngegend suche. Und ich möchte m it meinem Doc kooperieren. Aber ich gebe mir ein Ultimatum bzw. ein festen Zeitpunkt wo ich weiter reduziere.

Das mit dem 80% sieht gut aus, meinte gestern die Chefin, sie muss es aber noch mit dem HR besprechen. Wenn dann die IV-Anmeldung erfolgt, wird es eh Gespräche geben mit diversen Parteien :shock: aber ich konnte gestern meinen Bruder ausfragen, der ist gerade in der fast gleichen Situation wie ich, hat das schon hinter sich, jedoch nicht wegen psychischer Krankheit sondern wegen Multipler Sklerose (mit 25 bekam er die Diagnose, jetzt mit Mitte 30 mit am Rollatur, bald im Rollstuhl :cry: )

Das mit dem Hausarztmodell hat mich auch geplagt die letzten Tage, gerade in der jetzigen Situation ist das nicht optimal. Ich muss halt die 70 Euro mehr in Kauf nehmen.

GLG
Spottölpel
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

padma
Team
Beiträge: 16106
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Mittwoch, 30.11.16, 12:27

hallo Spottölpel, :)

gerne :D
Ich glaube, ich muss zuerst entscheiden, in welche Richtung es weitergeht. Arbeitsplatzerhalt oder nicht.
Die Frage ist halt unter welchem Preis. Wenn Arbeitsplatzerhalt nur mithilfe von Psychopharmaka ginge, sehe ich das als sehr problematisch.

Mit den 80% wäre erstmal einen Versuch wert, ob das ausreichend Entlastung bringt. Das wäre natürlich klasse.
Wenn dann die IV-Anmeldung erfolgt, wird es eh Gespräche geben mit diversen Parteien :shock:
Meinst du damit Harz IV ?

Es tut mir leid mit deinem Bruder, das hört sich ja nach einem sehr schnellen Abbau an. :(

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Mittwoch, 30.11.16, 13:38

padma hat geschrieben:hallo Spottölpel, :)

gerne :D
Ich glaube, ich muss zuerst entscheiden, in welche Richtung es weitergeht. Arbeitsplatzerhalt oder nicht.
Die Frage ist halt unter welchem Preis. Wenn Arbeitsplatzerhalt nur mithilfe von Psychopharmaka ginge, sehe ich das als sehr problematisch.

Mit den 80% wäre erstmal einen Versuch wert, ob das ausreichend Entlastung bringt. Das wäre natürlich klasse.
Wenn dann die IV-Anmeldung erfolgt, wird es eh Gespräche geben mit diversen Parteien :shock:
Meinst du damit Harz IV ?

padma
IV ist in der Schweiz die Abkürzung Invalidenversicherung, die schaut sowieso zuerst wie man am Arbeitsort bleiben kann mit Anpassung, Reduzierung etc, Rente erhält man nur wenn gar nix mehr geht nach erfolgloser Reintegration.

Ist wohl bei mir so dass ich nur unter Psychopharmaka arbeitsfähig bin, aber ich glaube die Symptome (die ja Entzugsystompe sind und nicht wie früher angenommen Rückfall) würden innerhalb einer gewissen Zeit wieder gehen, daher ist es ein Dilemma. Ich müsste Zeit (1-2 Jahre) für mich haben, wo ich nicht arbeiten müsste. Aber das kann ich mir nicht leisten. Und muss deshalb weiterhin AD nehmen ...siehst Du den Teufelskreis?

Mal sehen, ob das mit den 80% klappt. Vlt. kann ich dann sehr langsam ausschleichen. Ansonsten Plan B.

LG und Danke, MJ
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Mittwoch, 30.11.16, 14:54

der Tinnitus treibt mich heute noch in den Wahnsinn!!!!!!!!!! :frust: :frust: :frust: :frust: :frust: :!:

Der ist so laut, dass es richtig weh tut (wörtlich gemeint) ! Seufz, was kann man dagegen tun?

(PS: hab gestern wieder 18mg genommen, das kann doch nicht sein von einer Einnahme??)
Zuletzt geändert von Mockingjay am Mittwoch, 30.11.16, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

carlotta
Beiträge: 3083
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10
Hat sich bedankt: 6919 Mal
Danksagung erhalten: 6950 Mal

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 30.11.16, 16:02

Hallo MJ,
Mockingjay hat geschrieben:Ist wohl bei mir so dass ich nur unter Psychopharmaka arbeitsfähig bin, aber ich glaube die Symptome (die ja Entzugsystompe sind und nicht wie früher angenommen Rückfall) würden innerhalb einer gewissen Zeit wieder gehen, daher ist es ein Dilemma. Ich müsste Zeit (1-2 Jahre) für mich haben, wo ich nicht arbeiten müsste. Aber das kann ich mir nicht leisten. Und muss deshalb weiterhin AD nehmen ...siehst Du den Teufelskreis?
Ja, kenne ich äußerst gut, stecke in einem jahrelangen protrahierten Entzugssyndrom von einem SNRI fest mit fragwürdiger Entzugsdeckelung durch TZA plus vielen NW und Ausschleichen des TZA mit jeweils wieder neuen Entzugssymptomen. (Fazit: also weder mit noch ohne AD im Grunde richtig arbeitsfähig.) :( Macht keinen Spaß, das Ganze. :cry: Und ich gehe parallel Vollzeit arbeiten, das ist eine echte Gratwanderung. - Das Problem mit dem Aussetzen, auch über 1 od. 2 Jahre, ist, dass man gar nicht vorhersehen kann, ob man in dieser Zeit auf null kommt, denn ein Entzug ist eine Wundertüte, wie Betroffene wissen. :o Also bleibt mir nur, ganz ganz langsam und vorsichtig zu reduzieren, sodass sich die Symptome insoweit in Grenzen halten, dass ich größtenteils arbeitsfähig bin. Gelingt mir mal besser, mal schlechter, aber ich komme voran, wenn auch im :schnecke:-Tempo.

Stunden reduzieren ist sicher eine gute Sache, dann hat man etwas mehr Auszeiten für sich. Das wäre auch meine Notfall-Variante. :)
Mockingjay hat geschrieben:(PS: hab gestern wieder 18mg genommen, das kann doch nicht sein von einer Einnahme??)
Solche Reaktionen erleben wir hier (und in anderen Foren) immer wieder, auch bei minimal scheinenden Dosisveränderungen. Wenn das ZNS wegen vorheriger Dosis-Hin-und-her am Anschlag ist, quittiert es auch gerne mal deutlich kleinste Unwägbarkeiten. Daher immer wieder die Warnung: Vorsicht mit Dosisveränderungen, egal ob hoch oder runter, v. a. wenn man durch den Entzug schon angeschlagen ist. :!:

Liebe Grüße :group:
Carlotta
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor carlotta für den Beitrag (Insgesamt 2):
Mockingjaypadma
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

Mockingjay
Beiträge: 289
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Samstag, 03.12.16, 17:57

Seit 3 Tagen nehme ich nun 20mg, uns diesesmal schlägt es wieder positiv an. Und wie! Komme mir vor wie auf Drogen: gesteigerte Empathie, extrem erhöhte Libido (jetzt weiss ich wie sich ein Mann so fühlt :pillowtalk: :o :o ) .. hatte aber auch paarmal Suizidgedanken im Sinne von es ist mir alles egal.....

gestern hatte ich Mühe mit Einschlafen wegen Geilheit/Sehnsucht (tat fast weh unten) und musste ein Temesta nehmen, aber das tue ich nur im Nofall, denn das Aufwachen von Temesta ist voll psycho! Benzos sind gar nicht mein Ding.

Also mein nächster Versuch ist dann, wenn ich meine Lebensumstände geändert habe. Schätze so im Frühsommer.

Liebe Grüsse
Mockingja
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.
Ab ca. Anfang Juni wieder auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres.

Antworten