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inandout: Amisulprid, Diazepam und das Leben: Die Odyssee geht weiter.

Beitrag von inandout » Mittwoch, 26.04.17, 21:33

Hallo,

dann mal meine super kurz Vorstellung. Ich bin 35 Jahre, männlich, und nehme Neuroleptika seit 200 9 (Amisulprid).

Gerade befinde ich mich mitten in einem gescheiterten Reduzierungsversuch. Seit letztem Jahr April hatte ich in Absprache mit dem Doc von 50 auf 75 mg erhöht. Am 8. März diesen Jahres habe ich wieder auf 50 mg runterdosiert, ohne Absprache mit dem Arzt (obwohl der eh der Meinung ist, ich könne das in so einer Dosierung "einfach weglassen").

Ich ärgere mich über mich selbst, denn ich habe das wider besseres Wissen so schnell in diesem großen Schritt reduziert.

Kurz: es kam, wie es kommen musste, Symptome, ich konnte und kann fühlen, wie mein Hirn von Dopamin geflutet wird. Ich bin zurück auf 75 mg, aber der Zustand ist trotzdem nicht wieder der alte, ich hatte Anflüge von Halluzinationen, Schlafen ist schwierig, ich spüre meine Nerven geradezu, was früher nicht der Fall war.

Meine Frage: Wie kriege ich das wieder hin, ohne einfach mehr NLs zu nehmen? Ich hatte auch wirklichkeitsferne Gedanken, gegen die ich mich stellen möchte. Das Paradoxe: Nach Einnahme meiner NL-Dosis von 75 mg jetzt bin ich geistig weniger beweglich, um mich gegen unerwünschte Gedanken zu stellen. Gibts Ideen, Dopamin abzubauen, ohne diese Sch***mittel zu erhöhen?

Danke, inandout
Zuletzt geändert von Gwen am Mittwoch, 27.06.18, 22:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 26.04.17, 21:44

Hallo inandout :-)

willkommen im Forum :-)

es ist gerade sehr viel los, bitte lies dich daher schonmal selbst ein: Neuroleptika absetzen

Bitte erstelle auch gleich eine Signatur, wo du möglichst genau deine Medikamentengeschichte einträgst (Datum und Dosisänderung jeweils). (gehe oben rechts auf der Seite auf deinen Nutzernamen -> persönlicher Bereich -> Profil -> Signatur ändern)

Seit wann genau nimmst du schon wieder 75 mg?

Der trick beim Reduzieren ist es, es so langsam zu machen dass man zurecht kommt. Schnelle, große Dosissprünge, auch nach oben, sind meist nicht gut verträglich. Andere Mittel, die ein zu schnelles reduzieren ermöglichen/ausgleichen können gibt es nicht.

Ich denke du solltest dich jetzt einige wochen auf einer Dosis stabilisieren, und dann nochmal ganz langsam das Absetzen beginnen.

Aber bitte lies dir die verlinkte Info gut durch.

Liebe Grüße
Lina
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von Lisamarie » Donnerstag, 27.04.17, 11:15

Hallo inandout,

willkommen im ADFD.
Ich bin zurück auf 75 mg, aber der Zustand ist trotzdem nicht wieder der alte, ich hatte Anflüge von Halluzinationen, Schlafen ist schwierig, ich spüre meine Nerven geradezu, was früher nicht der Fall war.
meine Frage wäre da wann bist du auf die 75 mg zurück und wie lange vorher hast du die 50 mg genommen ? Der Schritt von 75 mg auf 50 mg war wirklich zu gross, wir hier im Forum setzen alle vier bis sechs Wochen höchstens 10% ab, wären also im ersten Schritt 7,5 mg weniger gewesen. Les dir mal die Infos durch die Lina dir mitgeschickt hat. Es kann auch sein das du jetzt mit den 75 mg überdosiert bist wenn du längere Zeit auf den 50 mg warst. Dazu brauchten wir nähere Angaben.
lg Petra
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Donnerstag, 27.04.17, 12:57

LinLina hat geschrieben:Hallo inandout :-)


Seit wann genau nimmst du schon wieder 75 mg?
Hallo Lina,

danke für deine schnelle Antwort!

Seit ungefähr 4 Tagen (es tut mir leid, aber die letzten Wochen waren so wild, dass ich das nur rekonstruieren kann). Vorher hatte ich etwas hin und her, ab dem 16. April war ich auf 50 mg (angefangen mit dem Versuch hatte ich am 8. März: von 75 mg auf 50 mg, dann später wieder zurück auf 75 mg).

Vielleicht habe ich mir mit diesem hin- und her ja jetzt alles kaputt gemacht.

Die 75 mg jetzt haben glaube ich tatsächlich schon einen paradoxen Effekt, indem sie mich unfähiger machen, gegen meinen wirklichkeitsfernen Gedanken anzugehen. :cry: :frust:

Das Chaos ist jetzt hoffentlich einigermaßen an meiner Signatur erkennbar.
Zuletzt geändert von inandout am Donnerstag, 27.04.17, 13:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Donnerstag, 27.04.17, 13:06

Hallo Petra,

danke für die Antwort.
Lisamarie hat geschrieben:

meine Frage wäre da wann bist du auf die 75 mg zurück und wie lange vorher hast du die 50 mg genommen ?

Es kann auch sein das du jetzt mit den 75 mg überdosiert bist wenn du längere Zeit auf den 50 mg warst. Dazu brauchten wir nähere Angaben.
Die 50 mg nehme ich seit dem 8. März, aber ich habe zwischendurch noch einmal auf 62,5 mg erhöht und bin dann wieder runtergegangen auf die 50 am 16. April, hoch auf 75 mg seit ca. 4 Tagen.

"I messed up completely" würde man auf Englisch sagen. Einen paradoxen Effekt merke ich schon.

Ich weiß gerade echt nicht, auf welcher Dosis ich mich jetzt vernünftig stabilisieren kann und soll.

LG,

inandout
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 27.04.17, 13:11

Hallo inandout,

bitte pack mal alle Anagben zu Dosisänderungen noch in Deine Signatur rein, danke! Und denke daran, die immer gleich aktuell zu halten.
Es kann etwas dauern, bis Du auf einer Dosis wieder etwas stabilieren wirst, ggf. halten sich auch einzelne Symptome länger, aber "kaputt" oder "unmöglich" ist sicher nichts :hug:

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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 27.04.17, 13:11

Hallo inandout :-)

danke für das Erstellen der Signatur :-)

Bitte nimm diese Informationen unbedingt noch in deiner Signatur auf:
Die 50 mg nehme ich seit dem 8. März, aber ich habe zwischendurch noch einmal auf 62,5 mg erhöht und bin dann wieder runtergegangen auf die 50 am 16. April, hoch auf 75 mg seit ca. 4 Tagen..
Aber möglichst mit Datum (wenn du es nicht mehr genau weißt, schreib einfach "ca. am ... auf 62,5 mg erhöht"), bitte keine relativen Angaben wie "seit 4 Tagen" - danke dir :hug:

Warum genau bist du nach der Erhöhung auf 62,5 mg wieder runter auf 50 mg gegangen, weißt du das noch?

was du beschreibst ist wahrscheinlich kein paradoxer effekt, sondern eher eine Nebenwirkung die du durch die Aufdosierung wieder verstärkt spürst. Ein paradoxer Effekt wäre eher wenn dich ein beruhigendes Mittel total aufputscht oder umgekehrt.

Da du erst seit 4 Tagen die höhere Dosis nimmst wäre mein Vorschlag, auf 70 mg zu gehen damit du etwas weniger Nebenwirkung hast aber dennoch den Entzug weitestgehend abfangen kannst.

Es ist wichtig dass du versuchst dann wirklich erstmal einige Wochen auf einer Dosis zu bleiben, damit sich dein Körper darauf einstellen kann. Überleg mal was sich für dich stimmiger anfühlt, auf 75 mg zu bleiben oder ein wenig runter auf 70 mg und dort auf Stabilisierung warten.

Individuelle Dosierungen können mit der Feinwaage oder der Wasserlösemethode hergestellt werden, Informationen dazu findest du in dem Thread den ich dir im ersten Beitrag verlinkt habe.

Liebe Grüße
Lina
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Donnerstag, 27.04.17, 14:01

LinLina hat geschrieben:Hallo inandout :-)

danke für das Erstellen der Signatur :-)

Bitte nimm diese Informationen unbedingt noch in deiner Signatur auf:
Die 50 mg nehme ich seit dem 8. März, aber ich habe zwischendurch noch einmal auf 62,5 mg erhöht und bin dann wieder runtergegangen auf die 50 am 16. April, hoch auf 75 mg seit ca. 4 Tagen..
Aber möglichst mit Datum (wenn du es nicht mehr genau weißt, schreib einfach "ca. am ... auf 62,5 mg erhöht"), bitte keine relativen Angaben wie "seit 4 Tagen" - danke dir :hug:

Warum genau bist du nach der Erhöhung auf 62,5 mg wieder runter auf 50 mg gegangen, weißt du das noch?

was du beschreibst ist wahrscheinlich kein paradoxer effekt, sondern eher eine Nebenwirkung die du durch die Aufdosierung wieder verstärkt spürst. Ein paradoxer Effekt wäre eher wenn dich ein beruhigendes Mittel total aufputscht oder umgekehrt.

Da du erst seit 4 Tagen die höhere Dosis nimmst wäre mein Vorschlag, auf 70 mg zu gehen damit du etwas weniger Nebenwirkung hast aber dennoch den Entzug weitestgehend abfangen kannst.

Es ist wichtig dass du versuchst dann wirklich erstmal einige Wochen auf einer Dosis zu bleiben, damit sich dein Körper darauf einstellen kann. Überleg mal was sich für dich stimmiger anfühlt, auf 75 mg zu bleiben oder ein wenig runter auf 70 mg und dort auf Stabilisierung warten.
Ich war von 62,5 mg auf 50 mg runter, weil ich unmotivierte heftigste Wut verspürt habe und Angst hatte auszurasten, dazu Gedanken, die ich als fremd erlebt habe.

70 mg fühlt sich stimmiger an als 75, das probiere ich mal mit der Wasserlösmethode, danke dafür!

Aber ein paradoxer Effekt wäre doch auch, wenn sich ein psychotischer Gedanke unter höherer Dosis verstärkt, oder?

LG,

inandout
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 27.04.17, 14:06

Hallo inandout,
inandout hat geschrieben:
Ich war von 62,5 mg auf 50 mg runter, weil ich unmotivierte heftigste Wut verspürt habe und Angst hatte auszurasten, dazu Gedanken, die ich als fremd erlebt habe.
ja, wenn du so heftige Wut hattest und diese Gedanken dadurch ausgelöst wurden könnte man das als paradoxe Reaktion bezeichnen. Ich hatte dich so verstanden, dass vor allem deine Fähigkeit, mit den Gedanken umzugehen, beeinträchtigt ist.

Was noch wichtig wäre - hat sich denn diese Problematik gebessert, als du dann von 62,5 mg wieder auf 50 mg gegangen bist?

Liebe Grüße
Lina

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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Donnerstag, 27.04.17, 14:38

LinLina hat geschrieben:Hallo inandout,
inandout hat geschrieben:
Ich war von 62,5 mg auf 50 mg runter, weil ich unmotivierte heftigste Wut verspürt habe und Angst hatte auszurasten, dazu Gedanken, die ich als fremd erlebt habe.
ja, wenn du so heftige Wut hattest und diese Gedanken dadurch ausgelöst wurden könnte man das als paradoxe Reaktion bezeichnen. Ich hatte dich so verstanden, dass vor allem deine Fähigkeit, mit den Gedanken umzugehen, beeinträchtigt ist.

Was noch wichtig wäre - hat sich denn diese Problematik gebessert, als du dann von 62,5 mg wieder auf 50 mg gegangen bist?
Meine Fähigkeit, mit einem aktuelleren Gedanken umzugehen, der zwar nicht aggressiv, aber doch sehr wirklichkeitsfremd war, hatte sich subjektiv unter 75 mg verschlechtert.

Die Problematik mit Wut und aggressiven Gedanken, die keinen wirklichen Bezug hatten, hatte sich nach Reduktion von 62,5 mg auf 50 gebessert, dafür war ich dann erst recht nicht in der Lage zu schlafen, hatte sozusagen einen "Gedankensee" im Kopf, mein Geistesleben schien völlig aufgelöst.

LG, inandout
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 27.04.17, 15:36

Hallo inandout,

es ist eine komplizierte Situation wenn sowohl runter als auch hochdosieren gravierende Symptome macht. Ich denke, du musst einen Kompromiss finden, eine wirklich gute Lösung gibt es da erstmal nicht.

Ich schätze, das wichtigste ist erstmal Stabilität mit der Dosis, damit dein System zur Ruhe kommen kann. Optimalerweise lassen dann nach einer Weile sowohl Nebenwirkungen als auch Entzug etwas nach.

Ich würde auf 70 mg runter gehen und versuchen das allermindestens 2 Wochen zu halten. Danach könnten wir nochmal weiter überlegen, gut wäre es wenn du mindestens 4-6 Wochen auf der Dosis bleiben könntest.

Liebe Grüße
Lina
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Donnerstag, 27.04.17, 18:01

Danke Lina,

das klingt logisch. Ich probiere die 70 mg zu halten.

LG,

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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Samstag, 29.04.17, 20:37

Hallo,

heute Abend erlebe ich das "Fluten" oder "Schwimmen" im Kopf (vielleicht das, was manche als "schwimmendes Gehirn" bezeichen, ich erlebe das als schwimmende Gedanken, so dass der ganze Geist verschwommen ist, weich, aber gleichzeitig sehr wach), was ich jetzt bei meinem aktuellen Reduktionsversuch schon öfter erlebt hatte. Das zumindest war weg, als ich auf 75 mg gegangen war. Meine aktuellen 70 mg sind leider nicht genau, weil die Feinwaage so fein nicht ist (habe getestet -- zeigt bei gleicher dosis drei unterschiedliche ergebnisse an) - ergo ich befürchte real weniger als 70 mg Wirkstoff zu nehmen.

Sollte ich da lieber noch etwas nachnehmen, im Sinne von ein Dip vom Pulver? Oder durchhalten bis nach den Feiertagen und versuchen, eine genauere Feinwaage zu finden?

LG
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von padma » Sonntag, 30.04.17, 15:40

hallo Inandout, :)

ich würde jetzt erstmal noch auf den 70 mg bleiben. Es kann etwas dauern bis sich dein ZNS von dem rauf- und runter erholt. Die verstärkten Symptome können davon kommen.
Es lässt sich jetzt noch nicht wirklich sagen, ob deine aktuelle Dosis zu niedrig ist.

Hier gibts es Hinweise zu "Wiegeproblemen" http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 46#p113246
Eine genauere Feinwaage wäre gut, weil Schwankungen wirklich ungünstig sind.

Zu deiner Frage per PN:
Wir sehen es, wenn du in deinem thread etwas Neues postet. Dein thread wird dann rot markiert. Es kann nur manchmal etwas dauern bis jemand dazu kommt zu antworten, wir haben sehr viele Anfragen und den Aktiven hier geht es oft selbst nicht gut. Aber keine Sorge, vergessen wirst du nicht. (Und falls uns doch mal was durchgeht und du keine Antwort bekommst, kannst du nochmal nachfragen).
Hier zur aktuellen Situation im Forum: viewtopic.php?f=43&t=12938

liebe Grüsse,
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: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Sonntag, 30.04.17, 16:54

Danke padma,

ja ich probiere es noch mal am Dienstag im Headshop, ob ich gegen eine genauere Waage tauschen kann. Die wird mich ja schließlich etwas länger begleiten. Und sorry für meine Panik, dass meine Beiträge übersehen werden könnten. Ich kenne aus englischsprachigem Forum. Aber das hier wird ja offensichtlich sehr gut betreut. Habe auch schon gelesen, dass viel los ist, was ja an sich eine gute Sache ist. Ich werde schauen, wie ich mich auch besser einbringen kann, wenns etwas stabiler geht. Schönen Feiertag,

LG,
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Montag, 01.05.17, 9:30

Hallo,

ich hatte gehofft, dass es nach meinem letzten Beitrag jetzt einfach ruhiger wird und ich gar nicht jeden Tag schreibe. Aber die Symptome gestern waren wieder beängstigend. Ich hatte schon einmal während meines aktuellen Reduktionsversuchs ab 8. März den Gedanken: "Ich bin Gott". Ich fühlte den geradezu in der rechten Hirnhälfte, nicht so, wie ich Gedanken sonst kenne, konnte mich dem aber entgegenstellen. Und nun gestern abend bzw. nachts beim Aufwachen fühle ich diese Hirnstelle wieder aktiv. Konnte trotzdem noch weiterschlafen, schlafen ist ja wohl das wichtigste im Moment. Ich verwende schon Achtsamkeitstechniken, um mich nicht zu sehr in etwas hineinzusteigern. Aber Ihr könnt sicher verstehen, wie beängstigend das ist. Ich frage mich, ob vielleicht schon ein Umbau des Gehirns stattgefunden hat, den ich nicht mehr aufhalten kann durch meine zu große Reduktion und zu späte Wiedereindosierung. In dem Fall würde ja nur noch eine wesentlich höhere Dosierung "helfen" oder? Wenn sich jetzt über einen längeren Zeitraum mein Gehirn einfach umbaut, könnte ich dann irgendwann nichts mehr dagegen tun? Hätte ich bloß nicht so schnell reduziert...

LG,

inandout
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von Annanas » Montag, 01.05.17, 10:36

Hallo inandout :) ,
inandout hat geschrieben:Aber die Symptome gestern waren wieder beängstigend. Ich hatte schon einmal während meines aktuellen Reduktionsversuchs ab 8. März den Gedanken: "Ich bin Gott". Ich fühlte den geradezu in der rechten Hirnhälfte, nicht so, wie ich Gedanken sonst kenne, konnte mich dem aber entgegenstellen. Und nun gestern abend bzw. nachts beim Aufwachen fühle ich diese Hirnstelle wieder aktiv.
Ich denke, daß das Ausdruck eines gereizten ZNS durch das unterschiedliche Dosieren in den letzten 6 Wochen ist. Das ging
wirklich alles sehr schnell, deshalb wäre es auch in meinen Augen wichtig, daß du erstmal bei der jetzigen Dosis bleibst, bis
du wieder stabil bist.

Ich kenne solche komischen Gedankengänge nach den Reduktionen z.B. auch - die sind dann echt beängstigend, so daß ich dann
diese Nacht lieber wach bleibe. In der nächsten Nacht tauchen sie dann meist nicht mehr auf.
inandout hat geschrieben:Ich frage mich, ob vielleicht schon ein Umbau des Gehirns stattgefunden hat, den ich nicht mehr aufhalten kann durch meine zu große Reduktion und zu späte Wiedereindosierung. In dem Fall würde ja nur noch eine wesentlich höhere Dosierung "helfen" oder? Wenn sich jetzt über einen längeren Zeitraum mein Gehirn einfach umbaut, könnte ich dann irgendwann nichts mehr dagegen tun?
Das Gehirn baut sich um, das ist richtig, um mit dem Wirkstoff funktionieren zu können - es baut sich aber beim Reduzieren dann auch
quasi wieder zurück, um mit weniger u. dann irgendwann ohne den Wirkstoff wieder in sein Gleichgewicht zu kommen.

Also keine Angst, das Gehirn ist neuroplastisch und regeneriert sich normalerweise wieder. Nur leider passiert das nicht von Heute auf
Morgen - es braucht Zeit!! Deshalb ist es ganz wichtig, sehr achtsam abzusetzen, kleine Reduktionsschritte vorzunehmen u. eine
entsprechende Pause/Stabilisierungszeit einzuhalten, damit das Gehirn sich dem anpassen kann.

Damit ist es auch möglich, die Aufdosierungen zu vermeiden, denn das reizt das ZNS zusätzlich.

Bei dir herrscht jetzt mMn nach nur Chaos, weil das Gehirn durch das Runter-Hoch- und Wiederrunterdosieren nicht weiß, in welche
Richtung es sich jetzt umbauen muß.

Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, wenn du es schaffst u. sich die Symptome nicht gravierend verschlimmern, einige Wochen
auf dieser Dosis zu bleiben. Damit im Kopf wieder Ruhe einkehrt.
Dann langsam u. achtsam weiter absetzen.

Es ist nichts verloren, inandout - ich bin mir sicher, daß sich alles wieder beruhigt, wenn du jetzt nicht panisch weiter
an der Dosierung drehst.

Ein paar Symptome muß man manchmal einfach aushalten u. schauen, welche Maßnahmen ggf. die Beschwerden lindern können.
Schau auch einfach mal in unsere Threads:
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Liebe Grüße von Anna
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Montag, 01.05.17, 13:26

Danke Anna, das beruhigt mich schon wieder. Ich sehe allerdings auch manche Themen, die vielleicht wieder auftauchen, die nicht nur Entzugssymptome sind, sondern die auch zu mir gehören und bisher ungelöst blieben. Ich weiß, das lässt sich nicht sauber vom Entzug unterscheiden. Ich fand Jamies Gedanken zum Entzug einleuchtend, dass wir nach unseren Erfahrungen nicht zu einem alten Zustand zurückkehren können, sondern dass Heilung eher Besserung und Veränderung bedeutet. Für mich ist klar, dass es in Richtung neuer Zustand gehen muss, in dem auch alte Geschichten eine Art Lösung erfahren können. Natürlich kann ich das jetzt nicht alles anpacken, aber die Richtung ist mir schon klar. Also was ich meine ist, dass das Gehirn ja eigentlich einen neuen Zustand erreichen muss, insbesondere bei mir, denn seit meiner Jugend war ich depressiv, bis dann 2009 die psychotische Episode kam.
Würde mich interessieren, wenn Andere dazu auch Gedanken haben, Heilung als neuer Zustand.

Liebe Grüße,

inandout
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Annanas
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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von Annanas » Montag, 01.05.17, 15:01

Hallo inandout :) ,
ich denke, es sind zwei verschiedene Dinge, die du meinst - ich versuche es mal aufzudröseln - ist in Schriftform
nicht immer ganz einfach:

Also, erstens formt sich das Gehirn um, wenn man Psychopharmaka einnimmt - es ist ja naturgemäß nicht vorgesehen -
deshalb wird das Zentrale Nervensystem versuchen, mit dem Wirkstoff ein Gleichgewicht zu finden, um zu
funktionieren z.B. Rezeptoren hoch- und runterzuregeln, um verschiedene Körperkreisläufe (z.B. Hormonkreislauf) weiterhin
steuern zu können.

Beim Absetzen fällt der Wirkstoff dann langsam weg u. jetzt muß sich das Gehirn quasi zurückbauen, was auch
wieder viele Funktionen beeinflußt, um sich wieder seinem natürlichen Gleichgewicht zu nähern, was es dann irgendwann
ohne den Wirkstoff wieder erlangt.
Da das Schwerstarbeit ist - in beide Richtungen u. das Gehirn sowieso im Normalfall schon die meiste Energie von allen
Organen verbraucht - kann es eben durch diese Umbauleistungen beim Auf- und Abdosieren zu Symptomen kommen.

Das alles sind aber eher körperliche bzw organische Funktionen.
inandout hat geschrieben:Ich fand Jamies Gedanken zum Entzug einleuchtend, dass wir nach unseren Erfahrungen nicht zu einem alten Zustand zurückkehren können, sondern dass Heilung eher Besserung und Veränderung bedeutet. Für mich ist klar, dass es in Richtung neuer Zustand gehen muss, in dem auch alte Geschichten eine Art Lösung erfahren können. Natürlich kann ich das jetzt nicht alles anpacken, aber die Richtung ist mir schon klar. Also was ich meine ist, dass das Gehirn ja eigentlich einen neuen Zustand erreichen muss, insbesondere bei mir, denn seit meiner Jugend war ich depressiv,
Jetzt komme ich zu zweitens - auch wenn das Gehirn sich wie oben beschrieben umbaut, heißt das nicht, daß Heilung im Sinne
von Problemlösungen alter Geschichten automatisch damit einhergeht.

Du bekommst also kein neues Gehirn, sondern mußt aktiv den Ursachen für diese depressiven Stimmungen auf den Grund gehen.
Es gibt nur wenige körperliche, funktionelle Dinge, die eine Depression auslösen können (z.B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse).

Viel, viel häufiger liegen Depressionen in den Lebensläufen begründet - erfahrene Traumata, Überforderung, Leistungsdruck, fehlende
Geborgenheit/Liebe usw. Dagegen helfen eben keine Psychopharmaka, sie deckeln nur zeitweise die Symptome - die Gründe
dagegen müssen aufgedeckt werden, um sie ggf be- bzw verarbeiten zu können.

Dabei könnte dann eine Psychotherapie hilfreich sein. um alte Muster im Denken zu knacken u. neue, glücklichere anlegen zu können.
Diese Heilung geht nur über die Gedanken u. Gefühle, über das Erleben u. das Festigen neuer, für einen selber stimmiger, Erfahrungen.

Das ist auch ein Prozeß, der länger dauern wird - aber es ist auf jeden Fall möglich - nur mußt du den selber, evtl mit professioneller
Unterstützung (Pschychologen) herbeiführen - das passiert eben nicht allein durch das Weglassen von Psychopharmaka.

Aber ich finde es schon wichtig u. richtig , daß du über all das nachdenkst - damit ist schon ein erster Schritt auf dem
deinem Weg getan!

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Re: Gescheiterter Reduzierungsversuch (Amisulprid) - wie kriege ich mich wieder hin?

Beitrag von inandout » Montag, 01.05.17, 15:54

Hallo,
Annanas hat geschrieben:Hallo inandout :) ,

Also, erstens formt sich das Gehirn um, wenn man Psychopharmaka einnimmt - es ist ja naturgemäß nicht vorgesehen -
deshalb wird das Zentrale Nervensystem versuchen, mit dem Wirkstoff ein Gleichgewicht zu finden, um zu
funktionieren z.B. Rezeptoren hoch- und runterzuregeln, um verschiedene Körperkreisläufe (z.B. Hormonkreislauf) weiterhin
steuern zu können.
Okay, dann verstehst du/ Ihr hier im Forum unter "naturgemäß" oder auch "natürlichem Zustand" des Gehirns einfach den ohne Psychopharmaka oder?

Ich war nämlich schon beim Lesen vieler Beiträge über das "natürlich" gestolpert, weil das Gehirn und der menschliche Geist ja von klein auf sich in Auseinandersetzung mit anderen Menschen formen (in guten Verhältnissen eher in eine glückliche Richtung, in unguten wie bei mir und vielen hier eher in eine unglückliche Richtung), es also keinen natürlichen Urzustand gibt.

Ja, das it mir auch bewußt dass wir selbst aktiv werden müssen, um so etwas wie "Heilung" zu erreichen. Bei mir ist es leider so, dass ich schon eine lange Therapie-Geschichte habe und mindestens manche Therapien Teil meiner Probleme wurden. Andererseits weiß ich gerade auch nicht, wie es ohne gehen soll. Naja, ich habe hier auch noch die Möglichkeit, einen Sozialarbeiter zu bekommen. Vielleicht ist das lebenspraktischer.

Hierauf erwarte ich nicht den zündenden Tip, habe selbst schon viel darüber nachgedacht und kenne die Optionen gut, lese auch immer gern, was anderen geholfen hat wie hier im Forum, bin an Meditation und solchen Dingen dran.

Danke für die guten Antworten und wunderbar, dass es dieses Forum gibt.

LG,

inandout
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