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BobdB: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von Mohrmann » Dienstag, 22.08.17, 10:22

Hallo BobdB,

das sind doch auf jeden Fall schon mal gute Nachrichten, die auch mir Hoffnung machen! :D 10 Jahre Paroxetin sind eine lange Zeit und ein Blick auf das Diagramm mit der Rezeptorenbelegung zeigt ja, dass besonders die letzten 10 mg tückisch sind.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem erfolgreichen Absetzen. :party2:

Liebe Grüße, Mohrmann

P. S.: Deine Histaminprobleme z. Zt. sind natürlich nervig. Aber ich gehe davon aus, dass sie mit der Zeit nachlassen und dass du sie in den Griff bekommst.
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 22.08.17, 10:26

Hallo Bob :),

Glückwunsch zur Null :party2: und ich drücke die Daumen, dass nichts Gravierenderes nachkommt.

Es wäre nett, wenn du deine Signatur noch ergänzen / auf den neuesten Stand bringen könntest und noch cooler wäre es, wenn du dem Forum weiterhin erhalten bleiben würdest und gelegentlich ein Update geben würdest, wie es dir geht und was dein Befinden macht (?)

Wir sind brennend auch an den Verläufen "nach Null" interessiert und hoffen auf ein Happy End :hug:

Grüße
Jamie
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Dienstag, 22.08.17, 13:30

Hey,
vielen Dank für Eure Worte.
Was mir übrigens aufgefallen ist, z. Zt. hilft es mir massiv, ein paar Schlucken Alkohol (am besten Vodka pur, also reiner Alk ohne Fuselstoffe :D) zu trinken, wenn ich merke dass wieder so ein "Tief" beginnt. Vor ein paar Monaten habe ich Alkohol überhaupt nicht vertragen.
Soll absolut keine Aufforderung zu sowas sein, aber meine Erklärung ist, dass es den Körper "ablenkt" und er dann erstmal die nächste Zeit damit bzw. mit dem Abbau/der Entgiftung beschäftigt ist. Das hält dann auch die Tage danach an. Ich denke, wenn sowas nicht öfters als max. einmal in der Woche vorkommt ist es vertretbar.

Und ein Tipp für alle die, die Magnesium nicht (mehr) vertragen:
Ich habe glaub ich alle bekannten Verbindungen durch, nachdem ich das Citrat nicht mehr vertragen habe. Hatte bei allen die gleichen Probleme. Selbst beim so gelobten und angeblich verträglichen Magnesiumglycinat. Bin jetzt letztendlich bei Magnesiummalat gelandet. Und das klappt super! Ich nehm es seit Monaten und es hilft mir ernorm. Absolut keine negativen Aspekte davon.

LG
Bob
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von padma » Dienstag, 22.08.17, 13:54

hallo Bob, :)

danke dir für deinen Tipp bzgl. Magnesium, ich habe ihn in den Magnesiumthread kopiert.

Das mit dem Alkohol sehe ich allerdings sehr kritisch. Selbst wenn Alkohol Absetzsymptome deckelt, scheint mir das kein sinnvolles Mittel zu sein. Aber das muss natürlich jeder selbst wissen.

liebe Grüsse,
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Dienstag, 22.08.17, 19:52

Hey,
ich sehe das mit dem Alkohol auch als sehr gefährlich an, keine Sorge. Ich bin weissgott kein Freund davon. Wenn man aber wie wir andauernd mit irgendwelchen Befindlichkeiten zu kämpfen hat ist es - für mich - ein Segen wenigstens mal für kurze Zeit diesem ganzen Schlamassel zu entkommen. Mir ist bewusst, dass man großen Respekt davor haben sollte, und wie geschrieben maximal einmal in der Woche ist es für mich vertretbar. Zumal die IM MOMENT positive Wirkung für mich auch noch Tage danach anhält. Ich kanns mir halt wirklich nur damit erklären, dass der Körper mal mit was 'anderem' beschäftigt ist, als mit dem Chaos des Paroxetin Entzugs...

LG
Bob

Edit: Wer weiss, wie lange diese 'Phase' überhaupt anhält, denn die ganzen letzten Monate habe ich Alkohol ja eh überhaupt nicht vertragen. Konnte mich nach einem Schluck direkt schlafen legen. :D
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Mittwoch, 11.10.17, 20:49

Hallo ihr Lieben,

also wenn ich eins aus der Sache gelernt hab, dann dass wenn man glaubt, man hätte es geschafft, noch lange nicht alles überstanden ist.

Nachdem es mir schon zwei Monate lang wirklich gut ging, fing der Schlamassel auf einmal wieder an.
Auslöser war denk ich eine Erkältung und dass ich dazu auch noch Alkohol getrunken habe. Ich nehme also alles aus meinem letzten Post zurück, Alkohol ist keinesfalls eine Lösung.
Von jetzt auf gleich war ich 4 Tage lang massiv mies gelaunt, gereizt, genervt und in einem tiefen Loch.
Das hat sich zum Glück wieder größtenteils eingependelt, aber körperlich gehts mir teilweise wie am Anfang des Absetzens. Fast permanent Herzrasen oder ‚Herzflattern’, Übelkeit, Schweissausbrüche vor allem Nachts, auch wieder etwas Kieferverspannungen.
Es ist einfach als ob der Körper völlig übersensibel auf alle Reize von aussen reagiert.
OK es ist auszuhalten und war früher schon wirklich viel schlimmer, aber dennoch ist es da und beeinträchtigt mein Leben massiv. Es fühlt sich ein bisschen
so an, als wurde ich monatelang zurückgeworfen.

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass es niemals wieder so werden wird wie früher vor den Pillen. Ich glaube man muss den Tatsachen ins Auge sehen, dass zumindest eine langjährige Einnahme das Gehirn, den Hormon- und Neurotransmitterstoffwechsel whatever irreparabel schädigt. Da kann man noch so langsam absetzen, irgendwann ist man bei 0 und Wochen später gehts los.
Selbst wenn die guten Phasen vielleicht irgendwann immer länger werden, bestimmte Trigger werden einen wohl bis ans Lebensende aus der Bahn werfen...

LG
Bob
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 11.10.17, 21:34

Hallo Bob,

das hört sich alles sehr nach Entzugssymptomen an. Die kommen ja auch gerne zeitversetzt.

Ich hätte Dir das gerne erspart, daher vor geraumer Zeit mein wiederholtes Hinweisen darauf, Dein Ausschleichtempo vorsichtiger zu gestalten.

Du hattest im ersten Jahresdrittel einige Dosis-Auf-und-Abs, dann nach einer m. E. viel zu kurzen Stabilisierungsphase ein viel zu schnelles Ausschleichen, gerade für die Vorgeschichte. Denn 1-mg-Schritte sind im unteren Dosisbereich nicht wirklich langsam. Schau Dir mal die Dosis-Wirkungs-Kurven an (wurden, glaube ich, oben schon verlinkt), dann siehst Du, wie potent Paroxetin gerade im unteren Dosisbereich noch ist. Leider wollen viele das einfach nicht glauben.

Es ist nicht bekannt, dass die Beeinträchtigungen permanent sind bzw. die Schäden irreversibel. Sicher gibt es Fälle, wo sie sehr lange andauern (ich weiß, wovon ich spreche), es gibt aber auch viele Fälle, wo selbst bei extremen Symptomen über längere Zeiträume eine Genesung erfolgte. Was durchaus sein kann, ist, dass eine gewisse Sensitivität (bspw. bezüglich bestimmter Stoffe, Nahrungsmittel o. Ä.) länger anhält. Aber auch da hört/liest man immer wieder, dass das mit der Zeit nachlässt. Auch wenn man sich das in der akuten Krise häufig nicht vorstellen kann (geht mir dann auch schon mal so).
BobdB hat geschrieben:Alkohol ist keinesfalls eine Lösung.
Da könnte ich mir ehrlich gesagt ein Schmunzeln nicht verkneifen. :whistle: Nö, wohl so oder so nicht (also ob mit Entzug oder ohne, mit ist Alkohol zudem oft ein übler Trigger).

Der hat Dir dann entzugsmäßig wohl leider obendrein zugesetzt. :(

Es ist nicht der Endstand, aber zugebenermaßen eine unschöne Station auf einem potenziell etwas längeren Weg. Wird man sehen.

Liebe Grüße :group:
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Montag, 16.10.17, 21:01

Hallo,
so mir gehts irgendwie zusehends schlechter. Nachdem es mir wie gesagt über 2 Monate nach Null richtig gut ging fing es auf einmal mit richtig mieser Laune an.
Jetzt kommen auch noch körperliche Symptome wie übermäßiges Schwitzen, zittern, Übelkeit, völlige Appetitlosigkeit und so komisch veränderter Geruchs-/Geschmackssinn dazu.
Toll, jetzt bin ich wohl auch im protrahierten Entzug. Oder ist es vielleicht doch nur ein ‚Aufbäumen‘ oder letzte Phase? Wenn man das wüsste...
Immerhin sind viele Symptome, die ich schon hatte gerade nicht mehr da. z.B die Kiefer-/Nackenverspannungen, die Schlafprobleme oder die Allergie-Sache die mich in der Vergangenheit über lange Zeit sehr belastet haben.
Im moment ist die psychische Instabilität das größte Problem. Ich schaffe es in der Arbeit einigermaßen zu funktionieren aber sobald ich nach Hause komme gehts los. Ich bin nur noch genervt von meiner besseren Hälfte, reden kaum noch ein Wort. Ich ziehe mich auch total zurück weil ich einfach keine Kraft/keinen Bock mehr hab. Es ist eine tiefe innere Unglücklichkeit.
Ich denke die ganze Zeit darüber nach ein anderes AD zu in niedriger Dosierung zu versuchen, vielleicht Fluoxetin oder Opipramol. Etwas was weniger Abhängigkeitspotential als Paroxetin hat.
Falls die Phase nicht wieder vorbei geht, was ich aber im Moment einfach nicht weiß.
Wenn ich wieder Paroxetin nehme hab ich üble Nebenwirkungen, wache Nachts wieder permanent schweissgebadet auf, innere Unruhe und Kieferkrämpfe.
Das ist also irgendwie auch keine Option. Allerdings gings mir psychisch besser.
Ich warte jetzt einfach noch ein paar Tage ab. Lange oder auf Dauer kann ich den Zustand so nicht aushalten. Wahrscheinlich meine bessere Hälfte auch nicht.
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Dienstag, 17.10.17, 8:31

Ich kann nur sagen dass ich definitiv 1 1/2 Jahre lang ausgeschlichen hab. Langsamer als jeder Arzt es je gemacht hätte. Wenn auch nicht so extrem langsam wie hier beschrieben.
Und mit den erhältlichen und zur Verfügung stehenden niedrigst dosierten Darreichungsformen (die Tropfen mit 1mg/Tropfen). Es kann nicht sein, dass man Kügelchen zählen muss oder sich selber Dosierungen unter dem Milligramm Bereich basteln muss..
Und das ist nun das Ergebnis...

Eine Frage an die protrahiert Entzügigen:
Sind die Beschwerden anders als WÄHREND des Ausschleichens (schlimmer?) und dauern die dann permanent an oder sind das auch Phasen oder wie muss man sich das vorstellen?
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von carlotta » Dienstag, 17.10.17, 12:53

Hallo Bob,
Ich denke die ganze Zeit darüber nach ein anderes AD zu in niedriger Dosierung zu versuchen, vielleicht Fluoxetin oder Opipramol. Etwas was weniger Abhängigkeitspotential als Paroxetin hat.
Dazu kann man Dir nicht raten. Es gibt kein AD mit einem geringeren Abhängigkeitspotenzial. Betroffene tun sich mit den verschiedensten Substanzen beim Absetzen sehr schwer. I. d. R. werden spätere Entzüge schwerer, wenn schon welche vorausgegangen sind. Zudem werden im Entzug andere Stoffe häufig nicht vertragen, da mit Entzug oft eine gesteigerte Sensitivität gegenüber Medikamenten einhergeht.

Der einzig vernünftige Weg ist erfahrungsgemäß, die ursprüngliche Substanz (die den Entzug ausgelöst hat) ganz gering dosiert wieder anzusetzen, um eine Stabilisierung herbeizuführen. Gering dosiert deshalb, da es auch hier zu Unverträglichkeiten/paradoxen Reaktionen kommen kann.
Ich kann nur sagen dass ich definitiv 1 1/2 Jahre lang ausgeschlichen hab. Langsamer als jeder Arzt es je gemacht hätte. Wenn auch nicht so extrem langsam wie hier beschrieben.

Das kann eben auch zu schnell sein. Ärzte sind kein Maßstab, sie lernen übers Absetzen nichts in ihrer Ausbildung und erhalten ihre Infos meist von der Industrie. Die Empfehlungen hier basieren auf jahrelangem Erfahrungsschatz (auch international), verbunden mit dem, was die wenigen kritischen Behandler (bspw. Breggin) auf Basis ihrer eigenen jahrzehntelangen Erfahrungen mit Patienten empfehlen. Es hat also gute Gründe, Betroffenen ein solches Vorgehen anzuraten.
Es kann nicht sein, dass man Kügelchen zählen muss oder sich selber Dosierungen unter dem Milligramm Bereich basteln muss..
Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf?? Leider doch! :o

Du tust das ja nicht, um hier jemandem einen Gefallen zu tun. Es geht einzig und allein um Deine Gesundheit. Du musst entscheiden, ob sie Dir das wert ist, Kügelchen zu zählen oder die Wasserlösemethode anzuwenden.

Auch wenn Du es vielleicht nicht wahrhaben willst: Wir sind von der Industrie verar*t worden. (Sorry, musste mal so deutlich sein.) Die versuchen seit Jahrzehnten mit allen Mitteln, das Thema Abhängigkeit bei AD unter den Teppich zu kehren und sind recht erfolgreich damit. Die Ergebnisse kannst Du hier und in anderen Betroffenengruppen sehen.

Und ja, Du bist offensichtlich im protrahierten Entzug. Wie lange er andauert, weiß niemand. Von Wochen bis Jahren ist alles drin. Nur dass es oft - nach mehreren Wochen auf null - nicht mehr möglich ist wiedereinzudosieren, weil mit der Zeit das Risiko für eine Unverträglichkeit ansteigt.
Sind die Beschwerden anders als WÄHREND des Ausschleichens (schlimmer?) und dauern die dann permanent an oder sind das auch Phasen oder wie muss man sich das vorstellen?
Das kommt darauf an. Es gibt Menschen, die schon während des Ausschleichens arge Probleme haben und kaum auf null kommen. Ich hatte bei meinem völlig falsch angegangenen Duloxetin-Entzug aushaltbare Probleme und wähnte mich auf der sicheren Seite. Das dicke Ende kam einige Wochen nach null, mit ganz anderen Symptomen, die viel schlimmer waren. Dass die Symptome im Entzug grundsätzlich wechseln, ist "normal". Es gibt Betroffene, bei denen die Intensität über weite Strecken permanent ist und es gibt welche, bei denen das Wellen-und-Fenster-Muster (symptomärmere und schlimmere Phasen wechseln) ausgeprägter ist. Es gibt auch sog. "Leitsymptome", die einen mehr oder weniger ständig begleiten, mal stärker, mal schwächer, während andere stetig wechseln. Die Erfahrung ist häufig, dass man auch in Fenster-Zeiten nie ganz symptomfrei ist, aber es ist aushaltbarer. Zumindest eine erhöhte Sensitivität (bspw. gegenüber Stress, Substanzen etc.) ist meist durchgängig gegeben.

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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Dienstag, 17.10.17, 20:20

Carlotta Du bist echt ein Schatz, wollte ich einfach mal sagen... :-)
Danke für Deine Worte und die Zeit, die Du Dir dafür nimmst.
Also ich hab erstmal beschlossen nichts mehr zu nehmen. Ich teile Deine Einschätzung, dass der Entzug immer schlimmer wird je öfter man wieder damit anfängt.
Ich hoffe jetzt einfach, dass es besser wird. Und nicht allzulange dauert. Psychisch gehts mir auch langsam besser, meine bessere Hälfte nervt mich nicht mehr und wir reden wieder miteinander. :-)
Dafür hab ich jetzt wieder Juckreiz am ganzen Körper. Omg. Aber dagegen hilft mir Cetirizin. Und übelst trockene Haut. Und ich vertrage wieder keinen Kaffee mehr. Bin total empfindlich gegenüber Gerüchen. Und es nervt mich massiv wenn mich Leute auf der Straße anstarren, da würd ich am liebsten ausrasten. :D
Im Moment find ich es sogar richtig spannend, man weiß nie was der nächste Tag bringt. Wenns nicht so traurig wär...
Übrigens ist meine Tante, nachdem sie Venlafaxin abgesetzt hat, ohne Ausschleichen direkt auf Null, in der Psychiatrie gelandet. Sie meinte, die ersten Wochen waren die absolute Hölle. Danach gings ihr eigentlich ne zeitlang gut bevor es, wie bei vielen hier, Monate später richtig los ging. Ich hab versucht, ihr von dem Forum hier zu berichten und von meinem Wissen, was ich durch Euch erlangt hab. Ist irgendwie an ihr abgeprallt wie bei den meisten mit denen ich über meine eigenen Probleme geredet habe. Die können sich das alles einfach nicht vorstellen. Ende vom Lied ist, dass die Ärzte dort bei ihr ‚festgestellt‘ haben, dass sie manisch depressiv ist und sie jetzt mit weiteren Tabletten vollstopfen, zB Seroquel soweit ich mitbekommen hab... ich wette, es ist aber einfach alles auch „nur“ protrahierter Entzug vom Venlafaxin... soviel dazu.
LG
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von carlotta » Dienstag, 17.10.17, 21:35

Hallo Bob,

da bin ich ja ganz gerührt und werde ganz rot. :) :hug: Hab ich doch gerne gemacht.

Ich kann es ja einerseits verstehen, dass Du nicht mehr zurückwillst. Andererseits kenne ich so viele Verläufe, wo Menschen es irgendwann bitter bereut haben, keinen Wiedereinstieg gemacht zu haben (inklusive meinen eigenen :( ), dass ich um eine deutliche Warnung einfach nicht umhin kann.

Es kann ja auch gutgehen; ist eben ein unkalkulierbares Risiko.

Auf keinen Fall würde ich nur an Deiner Stelle mit anderen PP "herumdoktern". Kann echt böse nach hinten losgehen.

Was Du unterstützend versuchen kannst (sofern Du es verträgst), sind die "Klassiker" im AD-Entzug, nämlich Fischöl (Omega-3-Fettsäuren) und Magnesium. Beides bitte erst gering dosiert auf Verträglichkeit testen.

Das mit Deiner Tante ist schlimm. Solche Geschichten passieren leider allzu häufig, da hat Big Pharma zusammen mit vielen vielen inkompetenten Ärzten ganze Arbeit geleistet. Ich denke auch, dass die Diagnose "Bipolar" höchstwahrscheinlich dem Medikamentenschlamassel geschuldet ist. Wirklich furchtbar sowas. :(

Wissenschaftsjournalist Robert Whitaker hat in seinem äußerst empfehlenswerten Buch "Anatomy of an Epidemic" diese ganze PP-Krise unter die Lupe genommen und dabei unter anderem herausgefunden, dass die Diagnose "Bipolar" im Zuge der Markteinführung und massenhaften Verschreibung von SSRI und Co. explosionsartig zugenommen hat. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. :whistle: Übrigens auch andere psychische Störungen sowie besonders die Zahl der Langzeitkrankschreibungen und Berentungen aufgrund dieser Störungen. Wo sie doch ach so gut helfen sollen, die Pillen, und dann werden die Leute immer länger, öfter und schwerer krank? Hm, sehr merkwürdig... :wink:

Ja, man kann den meisten Menschen da leider nur schwer die Augen öffnen. Es gibt auch leider nach wie vor viel zu wenig kritische Infos zu PP in der Öffentlichkeit, v. a. auf Deutsch. Ich finde es immer ganz schlimm, Menschen im nahen Umfeld da förmlich vor die Hunde gehen zu sehen und man kann kaum was tun. Denn viele wollen kritische Infos auch einfach nicht hören und Ärzte/Behandler haben oft so eine Art halben Heiligenstatus. Da lässt sich schwerlich gegen ankommen. Und irgendwann kann man nur noch entsetzt zuschauen. :cry:

Ich wünsche Dir, dass Du glimpflich aus der Geschichte rauskommst. Nur - falls Du es Dir noch anders überlegst - nimm nach den vielen Wochen bitte nicht mehr als 1 mg ein, evtl. sogar weniger. Bzw. hol Dir im Fall der Fälle hier gerne Unterstützung.

Aber auch sonst freuen wir uns natürlich, weiterhin von Dir zu hören/lesen. :)

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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Mittwoch, 18.10.17, 21:13

Hi,
mal was anderes zwischendurch, wenn ich jemandem ne Nachricht scheibe warum bleibt die dann im Postausgang und geht nicht in gesendete? :-)
Lg
Bob
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 18.10.17, 21:43

Hallo Bob,

die Nachricht bleibt so lange im Postausgang, bis der Empfänger sie abgeholt hat. Dann geht sie in den Gesendet-Ordner.

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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Sonntag, 22.10.17, 19:48

Hallo,
ich melde mich auch mal wieder. Mir gehts wieder blendend. Naja. Ganz gut. :-)
Mir kommt es so vor, als ob ich eigentlich „nur“ noch Symptome hab, wenn diese durch bestimmte Trigger ausgelöst werden. Und damit ist alles eigentlich weitgehendst kontrollierbar. Ich deute das als klares Zeichen der Heilung. Früher war alles viel, viel willkürlicher, diffuser und es brauchte keine speziellen Auslöser.
Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass Hungerphasen (ich wollte 2-3 Kilo abnehmen :D ) den Rückfall ausgelöst haben. Seitdem ich wieder normal und regelmäßig esse ist alles wieder gut!
Ich bin so froh, nicht wieder eindosiert zu haben. Jeder einzelne Versuch wieder einzudosieren, oder mit der Dosis wieder raufzugehen macht den Entzug immer und immer schwieriger und schlimmer.
LG
Bob

P.s Seit 3 Tagen kann ich nach fast einem Jahr (!) endlich wieder die Nacht durch(!)schlafen ohne mindestens 1, 2 mal aufzuwachen. Ein wahnsinniges Gefühl.
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 22.10.17, 21:39

Hallo Bob, :)

Es freut mich sehr, zu lesen, dass es dir so gut geht.
Schön auch, dass du uns daran teilhaben lässt.
:hug:

Ich denke eine Gewichtsreduktion steht jetzt erstmal an zweiter Stelle, leider ist das bei mir im Moment auch so.

Ganz besonders freut mich, dass du wieder schlafen kannst. Ich finde mit ausreichen Schlaf ist alles leichter zu ertragen.

Ich wünsche dir, dass es dir weiter so gut geht.

LG Ute
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von carlotta » Sonntag, 22.10.17, 22:22

Hallo Bob,

das klingt ja richtig gut. :)

Wenn die Gewichtszunahme vom Paroxetin kam, sollte sich das mit der Zeit wieder von allein regulieren. Kann aber ein paar Monate dauern, bis der Stoffwechsel sich wieder umgestellt hat.

Dass Du die Trigger erkannt hast und damit meiden kannst bzw. das auch umsetzt, ist super. Man wird notgedrungen um einiges achtsamer mit sich im Entzug, aber das ist ja nicht nur von Nachteil.

Dass man schlechter mit Unterzuckerung zurechtkommt bzw. überhaupt schneller unterzuckert und das weitere Symptome nach sich zieht, kennen hier auch einige entzugsbedingt, ich auch. Regelmäßig zu essen ist da wirklich wichtig. Schließlich muss der Körper auch gerade viel arbeiten, damit er samt ZNS die Umstrukturierung auf die Kette bekommt.

Du hast Deinen Beitrag gekürzt, oder? Schade, denn die Passage zu den NEM fand ich interessant. Bei mir sind es auch Magnesium und Vitamin C (letzteres nur tagsüber), die gehen, anderes triggert in der Regel. Ach ja, Fischöl hab ich vergessen, das geht bei mir auch. Aber es gibt auch Betroffene, die selbst diese Stoffe nicht vertragen. Und das Magnesiummalat, das Du nimmst, bekommt gerade bei HIT (kommt ja im Entzug öfter vor) einigen besser.

Das mit dem Schlaf ist natürlich auch super. :bettzeit:
BobdB hat geschrieben:Jeder einzelne Versuch wieder einzudosieren, oder mit der Dosis wieder raufzugehen macht den Entzug immer und immer schwieriger und schlimmer.
Na ja, es ist schon so, dass erneute Entzüge i. d. R. schwieriger werden; allerdings ist es nicht für jeden empfehlenswert, das ohne Wiedereindosierung durchzuziehen. Es gibt Betroffene, die einen solch schlimmen Entzug über längere Zeiträume (sogar mehrere Jahre) erleben müssen, ihre Existenz, oft auch Familie, Freunde, überhaupt soziales Leben verlieren, teilweise über Jahre bettlägerig werden. Da hätte in dem einen oder anderen Fall eine gering dosierte Wiedereinnahme (bei Verträglichkeit wohlgemerkt) noch etwas retten können. Irgendwann hat man diese Möglichkeit meist nicht mehr, wenn das Zeitfenster geschlossen ist, kann man nur noch aussitzen. Und dann bereuen es viele dieser Schwer-/Langzeitbetroffenen sehr, es nicht wenigstens versucht zu haben. Denn eine andere Möglichkeit, einen AD-Entzug abzufangen, kennt man bis dato nicht.

Liebe Grüße, alles Gute weiterhin :group:
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Montag, 23.10.17, 16:44

Hi,
freut mich, dass ihr Euch für mich freut. :-)
Carlotta, Du hast natürlich Recht. Ich kann mir wohl kaum ein Urteil darüber anmaßen, wie es anderen Betroffenen geht. Was ich eigentlich eher damit sagen wollte ist, man sollte irgendwie nicht zu leichtfertig und vorschnell wieder eindosieren. Lieber sich sagen ich warte noch einen Tag, evtl noch einen und noch einen. Vielleicht wirds doch besser und man ist froh nicht wieder von vorn anzufangen.
Ja, ich hab meinen Text gekürzt weil ich das mit dem Magnesiummaleat glaub ich auch schon erwähnt hatte. Also bei mir wars so, dass es mir insgesamt besser ging als ich aufgehört hab mit irgendwelchen Mittelchen und NEMs herumzuprobieren. Das meiste hats nur schlimmer gemacht, vor allem der Vitamin B Complex. Ich nehme jetzt nur Vitamin C und Magnesium. Weniger ist wohl wirklich manchmal mehr. :-)
LG
Bob
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Dienstag, 24.10.17, 11:22

Hallo,
mir gehts weiterhin gut. Auch wenn ich denke, dass es noch nicht alles war und bestimmt noch die ein oder andere Welle kommen wird.
Ich gehe auch davon aus, dass evtl. ein paar kleinere Empfindlichkeiten für immer bleiben werden. Aber so wie es jetzt ist könnte ich damit leben.
Ich bin so froh, dass sich bei mir inzwischen alles in Grenzen hält. Auch wenn ich "nur" 10mg genommen hab und auch "nur" das Paroxetin, ihr könnt mir glauben dass auch ich zwischendurch über lange Phasen die Hölle durchgemacht hab.
Ich danke Euch alle, dass es Euch gibt, ihr habt mir sehr geholfen. Allein das Gefühl, nicht allein zu sein. Ich würde und werde jeden in meinem Bekannten-/Freundeskreis so weit wie möglich davon abraten, leichtfertig sich vom Doc Psychopharmka verschreiben zu lassen. Nach allem was ich jetzt weiß ist das Teufelszeug und kann ein ganzes Leben auf Dauer zerstören.
Mir geht es im Moment sogar besser, als die ganze (letzte) Zeit in der ich die Pillen genommen hab. Ich hatte mich schon so an diese innere Unruhe und Emotionslosigkeit gewöhnt, dass es für mich normal war. Jetzt erst merke ich, wie ich mehr und mehr wieder ich selbst werde.
LG
Bob
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Re: Paroxetin und seltsame Überempfindlichkeitsreaktionen

Beitrag von BobdB » Mittwoch, 25.10.17, 12:02

Hallo,
ich hab neuerdings rausgefunden, dass es mir noch besser geht, wenn ich Calcium zu mir nehme?
Calcium hat ja jetzt nicht sooo den bekannten Effekt, ausser Zähne/Knochen, aber ich glaube nicht dass ich mir das einbilde..
Dann bin ich auf dieses Posting von Henning gestoßen viewtopic.php?f=57&t=10883&start=20#p159169 da steht was von Elektrolyten, sowie auch Kalium, Calcium - sehr interessant!!!
LG
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