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vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

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vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma » Samstag, 20.01.18, 18:20

hallo zusammen, :)

da ein Ungleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus bei der Entzugssymptomatik eine wichtige Rolle zu spielen scheint, fange ich hierzu einen thread an und kopiere 2 Beiträge rei
Gelblack :) schrieb:

Um mit Unsicherheit und Verzweiflung besser umgehen zu können, hatte mir geholfen zu verstehen warum es mir schlecht ging. Welche Prozesse laufen in meinem Körper ab, was kam da ausser Takt.

Es ist das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) das massive Probleme hat. Wenn der Körper im Einklang ist, ist das dem vegetativen Nervensystem zu verdanken. Alle vegetativen Körperprozesse laufen dann im Hintergrund und dir geht es blendend. Im Entzug ist das vegetative Nervensystem aufgerieben. Sympathikusfunktionen sind so stark gestört, dass der Gegenspieler Parasympathikus keine Chance mehr hat entsprechend gegen zu regeln, damit der Körper frei von Symptomen läuft. Das sind dann die Entzugssymptome, die zum Großteil echt abstrus sind. Gerade das Gedankengut solltest du skeptisch betrachten. Ich bin kein Mediziner, aber so hatte ich das verstanden, als ich im Buch von Claire Weekes, Hope and Help for your Nerves, quergelesen hatte.

Wie sind deine Englischkenntnisse? ... Falls du gute Grundkenntnisse haben solltest, kann ich dir dieses Buch empfehlen. Ich habe es auf Kindle und kann somit das hinterlegte Englischwörterbuch nutzen, wenn ich mal ein Wort nicht verstehen sollte.

Die Umstände zu akzeptieren und den Glauben an eine Heilung nicht zu verlieren ist schwer, aber der einzige Weg der bleibt. Bei SA in der Rubrik Success Stories hat DizzyGirl den Kaltentzug von Paxil überstanden. Sie berichtet sehr anschaulich über die Zeit des Entzugs und wie sie sich immer wieder Ziele setzte um diese grausame Zeit zu überstehen. Sie hat es geschafft. Als Deutsche ist ihr Englisch einfach und gut verständlich. Auch die Reaktion von vielen Betroffenen in ihrem Thread finde ich sehr informativ.
viewtopic.php?p=227067#p227067
Monalinde :) schrieb

ich klinge mich jetzt einmal hier ein, weil ich einen Bezug herstellen möchte, zu dem was Gelblack über das vegetative Nervensystem im Entzug schreibt.
In einem Psychiatrie- und Psychologieforum, das von einem Experten betreut wird, habe ich viele meiner Symptome geschildert, z.B. dieses panikartige Aufwachen am frühen Morgen, Unruhezustände, die bis zu zwei Stunden und länger dauern können, Angstgedanken, Reizüberflutung durch Musik, wechselnde Emotionen, Besserung oftmals gegen Abend, manchmal auch das Gegenteil, wechselnden Tinnitus und vieles andere.
Ich habe dann die Frage gestellt, ob es evtl. doch eine Unregelmäßigkeit im vegetativen Nervensystem sein könnte, nachdem ich triftige psychische Gründe dafür nicht mehr hahaerkennen könne.

Viele Betroffene haben auf die Psyche verwiesen. Um so verwunderter war ich als der Experte, ein Psychiater mir folgendes dazu mitgeteilt hat.
"Ihre Beschreibung erinnert tatsächlich an eine sog. zirkardiane Rhythmusstörung, d.h die Umschaltung vom parasympathischen Nachttonus auf den sympathischen Tagtonus klappt nicht immer- wie auch umgekehrt."
Dann die Frage: Können Sie tageszeitliche Häufungen oder Abhängigkeiten im Tagesrhythmus feststellen. Wie effektiv ist Ihr Schlaf?

Ich kann genau das alles feststellen und noch vieles mehr, seit ich die Antidepressiva genommen, wie auch abgesetzt habe und bin mir sehr sicher, dass es nur der Entzug sein kann, leider auch noch nach so vielen Jahren. Denn bei einer früheren Depression, bei der ich keine Antidepressiva eingenommen hatte, war das alles ganz anders. Weder Schlafstörungen danach, noch diese vielen körperlichen Symptome, wie Albträume und dgl.

Ich glaube zwar nicht, dass mir der Psychiater meine Symptome als Absetzerscheinungen durchgehen lassen wird, aber immerhin wird das bestätigt, was Gelblack beschrieben hat und auch ich immer so gefühlt habe. Ich werde weiter berichten.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, auch wenn ich manchmal am Verzweifeln bin, so wie viele hier auch. Ich habe auch heute noch neue Symptome wie jetzt z.B. Muskelkrämpfe und kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, dass das alles auch einmal ein Ende haben kann.
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus)

Beitrag von Murmeline » Samstag, 20.01.18, 18:26

Ich ergänze ;)

Übersetzung eines Beitrages von http://www.beyoundmeds.com von Murmeline
Quelle: http://beyondmeds.com/2015/04/15/oliver-sacks/

Der Ehemann von Monica, Paul Woodward, schreibt Monica Cassini (Langzeitentzug nach jahrelanger Polymedikation)

Oliver Sacks schrieb über einer aktuellen Phase seiner Krebsbehandlung im Endstadium und was er schreibt gibt etwas Aufschluss über das, womit Du (Monica) jeden Tag zu kämpfen hast.

Sacks: "Das vegitative Nervensystem (VNS), welches ohne jemals zu schlafen jedes Organ und Gewebe im Körper überwacht, teilt einem mit, wer man ist."

Das VNS ist somit das körpereigene System der Selbstwahrnehmung. Als solches kann es als Sitz des Bewusstseins gesehen werden, weil die Erfahrung, wie es uns geht, ist eng mit Gefühl, wer wir sind, verbunden.

Sacks:
Kurioserweise hast das Gehirn selbst keine Sinnesorgane, deshalb kann man schlimme Störungen hier haben, und fühlt dennoch kein Unwohlsein. Daher würde Ralph Waldo Emerson, der in seinen Sechzigern Alzheimer bekommen hat, sagen: "Ich habe meine geistigen Fähigkeiten verloren, aber mir geht sehr gut."

Im frühen zwanzigsten Jahrhunderts wurden zwei allgemeine Bereiche des vegitativen Nervensystems erkannt: der "sympathischen" Teil, der durch die Erhöhung der Herzleistung, das Schärfen der Sinne und das Anspannen der Muskeln ein Tier auf Handlung vorbereitet (in Extremsituationen beispielsweise lebensrettender Kampf oder Flucht); und das entsprechenden Gegenstück, der "parasympathischen" Teil, der die Aktivität in den „hauswirtschaftlichen“ Teilen des Körpers (Darm, Nieren, Leber, etc.) erhöht, das Herz verlangsamt und Entspannung und Schlaf fördert. Diese beiden Teile der VNS arbeiten in der Regel in einer glücklichen Gegenseitigkeit; daher ist die angenehme Müdigkeit, die einer schweren Mahlzeit folgt, eben nicht die Zeit, um ein Rennen zu laufen oder sich in einen Kampf zu stürzen. Wenn die beiden Teile der VNS harmonisch zusammenarbeiten, dann man fühlt sich "gut" oder "normal".

Niemand hat darüber eloquenter geschrieben als Antonio Damasio in seinem Buch „The Feeling of what happens“ und in vielen nachfolgendem Büchern und Artikeln. Er spricht von einer "Kernbewusstsein", einem Grundgefühl, wie man ist, was schließlich zu einem vagen, impliziten Gefühl des Bewusstseins führt.

Vor allem dann, wenn die Dinge im Körper schief gehen, wenn eine Homöostase (Selbstregulierung eines Gleichgewichtszustandes) nicht eingehalten werden kann; wenn die autonomen Balance eine starke Schlagseite zu einer Seite oder der anderen hat, dann bekommt dieses Kernbewusstsein, das Gefühl, wie man ist, eine aufdringliche, unangenehme Qualität, und nun wird man sagen: "Ich fühle mich schlecht, etwas stimmt nicht." In solchen Zeiten sieht auch niemand mehr gut aus.

Da Wohlfühlen eine homöostatische Grundlinie ist, ist es natürlich eine Art unterschwelliges Bewusstsein - etwas, dass nur durch seine Abwesenheit auffällt. (mehr unter: http://www.nybooks.com/articles/archive ... -disorder/)
Unwohlsein, auf der anderen Seite, ist von Natur aufdringlich. Man könnte lernen, wie man damit umgeht, aber wir Menschen sind nicht dafür geschaffen, uns daran zu gewöhnen. Der Zweck der VNS ist es, der es unmöglich macht, Unwohlsein zu normalisieren (EDIT: ich verstehe das so: denn Ungleichgewicht ist Unwohnwohlsein und der Körper versucht immer und immer wieder, dieses auszugleichen und ins Gleichgewicht zu bringen).

Eine Verletzung der VNS ist einfach die schlimmste Art von Verletzungen, weil es die Fähigkeit betrifft, Verletzungen zu spüren. Man kann alle Arten von Verletzungen und Krankheiten haben, bei denen das Gefühl des Unwohlseins zeitweise auftritt, aber es definitiv sehr quälend wenn etwas die Fähigkeit, Wohlsein zu spüren, so stark betrifft.

Es scheint mir allerdings, was Dich rettet und auf dem Weg zu Deiner Heilung voranbringt, ist Deine Bereitschaft Dein Unwohlsein zu fühlen. Wie Du sagst, man kann nichts heilen, was man nicht fühlt. (As you say, you can’t heal what you don’t feel)

Ich denke, für "normale" Menschen ist es nicht nur schwierig, sich vorzustellen, sich ständig unwohl zu fühlen, es ist definitiv auch nicht etwas, was man sich vorzustellen wünscht.

Ich weiß, Du sagst oft, Du fühlst Dich gebrochen, aber paradoxerweise zeigt Dein Gefühl des Unwohlseins an, dass Dein VNS funktioniert, wie es sollte. Doch während andere Formen der Heilung im Hintergrund stattfinden können, ist die Heilung der VNS zwangsläufig ein Vordergrundprozess, der alle Deine Aufmerksamkeit fordert.
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus)

Beitrag von padma » Donnerstag, 08.03.18, 17:47

von Veilchenwien :) :


Hallo, ihr Lieben! Ich war heute bei einer Endokrinologin. Und das war super. Sie hat mir ganz viele hormonelle Zusammenhänge erklärt und drei Bereiche zur Reduktion meiner Unruhe herausgearbeitet. Ich kann es hier gar nicht mehr so genau erklären, sage euch aber die Überschriften.
1) Zu viel Sympathikus, zu viel Stress und zu wenig Parasympathikus. Also Stress abbauen und mit neuem Stress besser umgehen lernen und Sport und Selbstfürsorge vermehren -bin ich eh stark dran. Bin sehr Stressanfällig.
2) An den Gefühlen arbeiten, die sich auch wieder in körperlichen Symptomen und Adrenalinausschüttung und Cortisolanstieg äußern (können) (Bin ich auch dran, weil ich wieder regelmäßig Psychotherapie mache)
3) mehr essen. Stress macht oft, dass wir zu wenig essen. Ich hatte dieses Problem NIE. Konnte immer essen. Habe aber selbst schon bemerkt, dass ich in letzter Zeit wirklich wenig gegessen habe. Hunger, bzw zu wenig Nahrung und ein niederer Grundumsatz und dann aber Belastungen und Sport sind wieder Stress für den Körper und machen wieder Adrenalin und Cortisolausschüttung und setzen auch Orexin frei, das Hungerhormon. Sie hat es recht anschaulich erklärt: Wenn wir in der Steinzeit in der Höhle sitzen, draußen 4 Meter Schnee und unsere Vorräte sind weg, dann sorgt Orexin dafür, dass wir uns noch aufraffen können raus zu gehen und zu jagen. Nimmt auch das Hungergefühl und Schmerzen weg. Da ich ja nicht jagen muss, habe ich wieder zu viel Unruhe in mir.
Sie hat mir geraten, nach dem Abendessen noch einmal eine Kohlehydratmahlzeit einzuführen.ZB ein Butterbrot. Eine Banane ist zu wenig, hat sie gemeint. Das soll auch bei manchen Schlafstörungen helfen, weil ja der Hungerstress in der Nacht wieder zu viel Cortisol ausschütten lässt und wir aufwachen/ nicht schlafen können. Ich hab in der Nacht keinen Hunger, ich hab überhaupt nicht so oft Hunger, aber der Mechanismus ist dennoch so.
Ich hoffe, ich hab das halbwegs richtig weiter gegeben. Ist halt sehr laienhaft, hat mir aber sehr viel Sinn gemacht. Ich hoffe, es ist auch für euch nachvollziehbar.
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma » Donnerstag, 05.04.18, 17:57

von Jamie :) :
Ich litt und leide unter massiven Schlafstörungen.
Wenn ich früher irgendwann nach Stunden endlich eingedöst war, bin ich oft nach ein paar Minuten mit einem massiven Adrenalinschub wieder aufgewacht, innerhalb von Sekunden war dann die Panik da, das Herz raste, Verzweiflung usw.
Das ist meines Erachtens eine klassische absetzbedingte (oder AD-bedingte) Stressreaktion und deutet auf eine Störung im System Sympathikus-Parasympathikus hin, das aus dem Tritt kommt.
Normalerweise gleitet man im Schlaf ja zwischen verschiedenen Zuständen hin und her (Leichtschlaf, Träumen, Tiefschlaf etc.) - wenn man da so rausgerissen wird, dann ist der ganze Organismus durcheinander.

Hilfreich ist es da sich zu sagen, dass das alles sehr unschön ist, bedrohlich wirkt und dass man wirklich auch alles Recht hat sich zu fürchten, aber dass diese Entgleisungen nicht tödlich sind.
Ich leide Gott sei Dank nicht mehr so oft darunter und wenn es noch mal vorkommt, dann mache ich es wie du, stehe sofort auf, versuche mich abzulenken und die Gedanken von dieser bedrohlichen Situation wegzulenken, weil ich sonst nur meine eigene Angst füttere.
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von padma » Mittwoch, 18.04.18, 10:45

von Carlotta :)
Da im Entzug gerade das Zusammenspiel von Parasympathikus und Sympathikus nicht richtig funktioniert, steht der Körper viel stärker unter Strom als im Normalfall. Die sog. Fight-or-Flight-Reaktion, also die körperliche Reaktion auf drohende Gefahr mit Ausschüttung von Stresshormonen etc. ist völlig enthemmt. Das äußert sich leider gerne ganz besonders deutlich, wenn man zur Ruhe kommen will, z. B. nachts. Dann interpretiert der Körper das so: "Oh, hier lässt gerade die Aufmerksamkeit nach, das geht aber nicht, da könnte ja gleich der Säbelzahntiger kommen!" Und schwupps, beschleunigen sich Herzschlag und Puls, Blutdruck geht hoch, Körpertemperatur auch und tausend andere Prozesse kommen in Gang, die in Ruhephasen eigentlich so nicht ablaufen sollten. Das ist eine häufige Fehlinterpretation des ZNS, denn die Gefahr ist ja nicht real. Deshalb haben auch so viele im Entzug Schlafprobleme oder wachen mit Panik auf. Gerade wenn die Aufmerksamkeit zu stark nachlässt, schießt das ZNS verstärkt dagegen. In Wellen umso mehr.
viewtopic.php?p=242383#p242383


Dazu passt von Altostrata:
Sogar bei Menschen, die unter den schlimmsten Antidepressiva-Absetzsyndromen leiden, werden die Serotoninrezeptoren wahrscheinlich lange vor dem Abklingen der Symptome regeneriert. Während der Reparaturphase des Serotoninsystems gerät jedoch das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Das „Flucht oder Kampf“-Zentrum im Locus caeruleus wird enthemmt und das Glutamat-System wird aktiver als im Normalzustand. Dies nennt man Enthemmung des körpereigenen Alarmsystems und es ruft Symptome wie Panik, Angstzustände, Schlaflosigkeit und furchtbare Vorstellungen hervor.
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 18.04.18, 11:40

Hallo, vielen Dank!

einmal mehr die Erklärung weshalb ich durch nichts meine Körper Reaktion auf die sogenannte Uhrzeit umstellen kann:

pünktliches Herzrasen
Unruhe

es wäre schön dann eine Runde rennen zu können,
eine Option, einmal im Treppen Haus hoch und runter 100 Treppen Stufen um die Unruhe weg zu bekommen /Ideen vom Arzt.
Ich habe keine Kraft dafür
ich komme nicht vor die Türe, evtl spät und unsicher,
ich nehme kontinuierlich ab,

esse viel Kohlehydrate wenn noch mehr Stress von außen ansteht

sonst nimmt das Essen eher ab
der Hunger auch

Wie immer im Stress, Blutzucker atypisch niedrig
wenn ich dann extra viel Kohlehydrate esse um Unterzuckerung zu vermeiden.

Gefühle auf null,
abwarten.

Grüße,
Katharina
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Re: vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) /Stresshormone

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 18.04.18, 17:07

Hallo, guten Abend !

Kälte und Wärme Empfinden wird auch zu den Stressreaktionen des VNS gehören
Ausser Ruhe kann man selbst wohl wenig bewirken, ich überlege nur.

Früher gab es die Diagnose: Vegetative Dystonie.
Heute habe ich ungute Gefühle bei Diagnosen, wenn die in die Bereiche Psyche geraten,
und damit eventuell zu Medikamenten führen könnten,

was daran liegt, das ich sehr matt und deshalb zum diskutieren nicht bereit wäre.



Liebe Grüsse,

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