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Remeron / Mirtazapin ausschleichen

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von padma » Freitag, 05.01.18, 18:16

hallo Goodluck, :)
Euch allen alles Gute und weiterhin viel Kraft, Geduld, Vertrauen und Zuversicht!
danke dir für deine guten Wünsche :D . Ich wünsche dir auch diese inneren Qualitäten :hug: , sie sind im Entzug so wichtig.

Ich bin froh zu hören, dass du über Weihnachten ein Fenster hattest und die Tage im Kreise deiner Lieben geniessen konntest.
Dieses Fester zeigt auch, dass dein ZNS dabei ist zu heilen und dass du darauf vertrauen kannst, dass Besserung eintreten wird.

Es tut mir leid, dass es jetzt wieder schlecht geworden ist.
Vor ca. 10 Tagen bin ich leider ohne jeden ersichtlichen Grund und ohne eine Dosisänderung vorgenommen zu haben erneut mit extremen Symptomen aufgewacht.
Das war dann kurz nach Weihnachten. Möglicherweise haben die positiv verbrachten Tage eine neue Symptomwelle ausgelöst. Das "Gemeine" ist, dass auch freudige Ereignisse triggern können, der sogenannte Eustress. Vielleicht hat dein ZNS bildlich gesprochen auch sein ganze Kraft investiert, um dir diese Tage zu ermöglichen. Und signalisiert jetzt, dass es dringend Ruhe braucht.

Den Hinweis von Lina :) halte ich auch für sehr wichtig.
Ich bin dir oder anderen Forumsmitgliedern sehr dankbar, wenn ich bezüglich dieser Symptome positive Rückmeldungen von dir oder Betroffenen erhalten könnte, welche derartige Symptome mit einem guten Ende durchlebt und überstanden haben, ohne zu neuen oder höheren Dosen von Psychopharmaka gegriffen zu haben.
Schau mal in den "Erfolgreich abgesetzt" thread. Mittlerweile sind es doch einige, die unter teils heftigsten Absetzsymptomen litten und denen es nun nach dem Absetzen wieder gut geht. Und die es dankenswertenweise auch uns schreiben.

Ich würde die Dosis jetzt erstmal beibehalten und hoffen, dass diese Welle bald wieder abklingt.

liebe Grüsse,
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Dienstag, 09.01.18, 18:38

Liebe Padma

Ich habe Dir eben einen längeren Text geschrieben und mich für Deine Antwort herzlichst bedankt. Leider ist diese Antwort bei mir nirgendwo mehr auffindbar, obwohl ich sie zuerst unter der Vorschau aufgeführt und erst danach versandt habe?!

Ich melde mich dehalb vermutlich im Verlaufe des morgigen Tages noch einmal bei Dir und auch bei Lina.

Wünsche Dir einen erholsamen und symptomfreien Abend, wie auch während diesen kalten Wintertagen viel Wärme und Sonnenschein in Deinem Herzen!

Herzliche Grüsse

Goodluck
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von padma » Dienstag, 09.01.18, 19:56

lieber Goodluck, :)

das ist ärgerlich mit deinem Beitrag. Es kommt leider manchmal vor, dass Texte nach dem Senden verschwinden (vermutlich wenn ein anderer Beitrag paralell gesendet wird).
Bei langen Beiträgen empfiehlt es sich, sie vor dem Absenden zwischenzuspeichern.

Danke dir für deine Mühe und deine lieben Wünsche. :D
Dir auch einen symtomarmen, schönen Abend und guten erholsamen Schlaf.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Samstag, 17.02.18, 8:12

Liebe Forumsmitglieder

Aufgrund meiner schlechten Verfassung der letzten Wochen verfügte ich nicht über den nötigen Antrieb, mich schriftlich an euch zu richten.

Seit meiner letzten Reduktion von 3.4 auf 3.2 mg Remeron / Mirtazapin im November 2017 durchlebte ich äusserst schwierige Zeiten mit allen erdenklichen, massiven Entzugssymptomen, welche bis heute anhalten. Ich habe deshalb große Probleme mit der psychischen Verfassung, da sich nach beinahe vier Jahren Entzug immer mehr die Hoffnungslosigkeit breit macht. Ein körperlicher Gesundheits Check, welchen ich kürzlich aus Verzweiflung während einer Woche in eine Klinik in Deutschland durchführen ließ, fiel gut aus, so dass die Symptome psychosomatische Natur sind, mit größter Wahrscheinlichkeit verursacht durch den Entzug.

Mir bereitet zur Zeit das Erwachen am Morgen die größten Probleme, da ich gegen 5:00 Uhr morgens täglich durch extremen inneren Druck im Bauch und Brustbereich, verbunden mit Atemnot, welcher oft bis nachmittags anhält, geweckt werde. Diese massive Anspannung ist für mich nur schwierig auszuhalten und ich habe bis zum heutigen Tag kein geeignetes Mittel gefunden, um diese etwas abzuschwächen.

Da sich das ganze täglich wiederholt, d.h. nach jeweils circa 6 Stunden Schlaf, stellt sich bei mir die Frage, ob es sich dabei um Symptome handelt, welche sich aufgrund der geringen Menge von 3.2 mg Remeron einstellen.

- Ist es evtl. gar möglich, dass das Medikament selbst diese Symptome auslöst?!

Es scheint aufgrund der gemachten Erfahrungen zudem so, als ob die Schwelle von 3.2 mg Remeron von mir, respektive meinen Körper, nicht gegen unten durchbrochen werden kann, da die Entzugssymptome auf diesem Level immer massiver werden.

- was könnt ihr mir eventuell raten, um diese Schwelle endlich zu durchbrechen?

Da ich scheinbar so oder so unter massivsten Entzugserscheinungen leide, selbst bei kleinsten Dosisreduktionen im empfohlenen 4-5 Prozentbereich, kommt bei mir immer vermehrt und deutlicher der Gedanke auf, die Restmenge von 3.2 mg auf einmal abzusetzen, getreu dem Motto: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende...!

- Hat jemand gute Erfahrungen mit dem Absetzen einer derartigen Kleinstmenge gemacht?

Ich bin euch für jede Antwort und jeden hilfreichen Tipp von ganzem Herzen dankbar!

Herzliche Grüße und alles Gute an euch alle!

Goodluck
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 17.02.18, 12:09

Hallo Goodluck,

nach so langer Zeit des Kampfes kann ich verstehen, dass du einen anderen Weg versuchen möchtest.

Es ist natürlich möglich, dass ein schnelles Absetzen deine Situation drastisch verschlimmert.
Aber ich lasse dir mal den Link zum Thread von Muryell da. Sie hat die letzten 5 mg Paroxetin quasi kalt abgesetzt, weil die Nebenwirkungen nicht tolerierbar waren.

viewtopic.php?f=18&t=13223&p=230632&hil ... ll#p230471

LG Ute
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von gioia » Samstag, 17.02.18, 12:11

Lieber Goodluck

Es tut mir sehr sehr leid dass es dir inzwischen noch nicht besser geht!!


Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten, dass ich so dermaßen massive NW nach relativ kurzer Zeit entwickelt habe, dass ein korrektes absetzen nicht mehr möglich war.
Ich hatte am Schluss schon von einer minidosis von 12,5mg Pregabalin (Höchstdosis war bei mir 250mg, man kann aber bis zu 600!!!dosieren) so massive NW hatte dass ich innerhalb von drei Tagen absetzen musste. Hatte vorher aber mit MIrtazapin und Escitalopram dasselbe Problem.

Ich habe erst gestern rausgefunden, hier im Forum bekannt, aber ich wusste das noch nicht, dass es einen genetischen enzymdefekt gibt. Ungefähr 10% der Menschen haben so was.

Wenn man so was hat dann kann der Körper bestimmte Medikamente nicht abbauen und der Wirkstoff metabolisiert im Körper immer mehr, so dass es schließlich zu massiver Überdosierung, Überreizung kommt.
Ich habe in der pharmazeutischen Zeitung dazu einen Artikel gefunden.
Prof. Peter schönhöfer, ein Pharmakologe, ist ein Spezialist auf dem Gebiet. Einen Artikel von ihm im Tagesspiegel gibt es hier auch im Forum dazu.

Ich werde mich daraufhin testen lassen, auch wenn es nicht grad billig ist.

Im Artikel ist eine Tabelle, welches Enzym für welche Medikamente ,zuständig' ist, falls ich das so richtig interpretiere!!

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=40909

Vielleicht lieber Goodluck kann dir das ein wenig weiterhelfen??
Alles Gute für dich und auf dass wir es bald hinter uns haben!!!!
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2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
Im Herbst Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: Auswirkung bis heute, war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von LinLina » Samstag, 17.02.18, 13:05

Hallo Goodluck :-)

Es tut mir sehr leid, dass es dir weiterhin so schlecht geht :hug:

ich verstehe deine Überlegungen bzgl. eines schnelleren Absetzens und auch die Überlegungen und Hinweise meiner Vorschreiberinnen finde ich wichtig.

Allerdings habe ich noch nicht verstanden, woran du festmachst dass du das Mirtazapin nicht mehr verträgst. Soweit ich das verstanden habe, ging es dir bei jeder Reduktion massiv schlecht, und eine Aufdosierung hat zumindest zeitweise geholfen? Das spricht eigentlich gegen eine starke Unverträglichkeit.

Bitte schreibe doch nochmal genau, warum du denkst dass du das Medikament akut nicht mehr verträgst. Wird es etwa 2 Stunden nach der Einnahme schlimmer? Das würde z.b. dafür sprechen, da 2 Stunden nach der Einnahme der Spiegel am höchsten ist.

Wenn du schon bei kleinen Reduktionen massive Reaktionen zeigst, ist die Gefahr recht groß, dass sich dein Zustand bei schnellerem Absetzen zumindest für eine Zeit deutlich, womöglich auch stark verschlechtert, und man nicht weiß wie lange es dauert bis du dich dann einigermaßen stabilisierst. Das sollte dir klar sein denke ich bevor du das ggf. probierst.

Ich glaube, ich würde das eher nicht machen, wenn ich nicht mehr Hinweise darauf hätte, dass es eher die Nebenwirkungen als der Entzug sind.

Du schreibst du hast derzeit 6 Stunden Schlaf, das ist immerhin noch ganz ok für den Entzug, ich habe auch normalerweise nur maximal 5-6 Stunden und ab 5 oder 6 bin ich auch oft wach mit Unruhe. Beim kalt absetzen von Mirtazapin auch deiner kleinen Menge berichten viele von massiver Schlaflosigkeit über mindestens Wochen :-(

Mit der Atemnot habe ich auch zu tun, bei mir hilft meine Ernährung das zu verbessern, auch das meiden von Milchprodukten und Gluten aber das hat wohl bei mir auch mit meinen schon vorher bestehenden Haut- und Atemwegsproblemen zu tun.

Ich halte es immer noch für möglich, dass du eine massive Histaminintoleranz entwickelt hast, hast du dich damit jetzt mal beschäftigt?

Dann wäre es nicht verwunderlich, dass die Symptome so lange anhalten und so hartnäckig sind, falls du immer wieder in der Ernährung oder im Alltag Trigger abbekommst. Ich bin normalerweise nicht so dafür, sich zu sehr "verrückt zu machen" wegen aller möglichen Unverträglichkeiten, aber in deinem Fall halte ich es für viel sinnvoller, nochmal ganz genau deinen Alltag, dein Essen und deine Gewohnheiten anzuschauen und Veränderungen zu versuchen, bevor du über ein riskantes kalt absetzen nachdenkst.

Liebe Grüße
Lina
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Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Samstag, 17.02.18, 16:58

Liebe Lina
Liebe Gioia
Liebe Ute

Herzlichen Dank für eure schnell eingetroffenen Antworten und Tipps, über welche ich mich sehr gefreut habe!

Hier vorab die Antworten für Lina:

Nach Einnahme der 3.2 mg Remeron am späten Abend wird es ca. eine halbe Stunde später merklich besser, das heisst, die innere Unruhe legt sich und ich kann ca. 5-6 Stunden schlafen. Aber praktisch immer nach 5 -6 Stunden Schlaf werde ich durch die Anspannung mit Bauch- und Brustdruck wieder geweckt. Wache ich allerdings nach ca. 3 oder 4 Stunden auf, besteht die Anspannung und Unruhe in meinem Körper noch nicht. Deshalb meine Annahme, dass sich evtl. die Entzugssymptome praktisch durch die Einnahme der kleinen Dosis täglich immer neu bilden?!

Ich kann mir schlichtwegs nicht mehr vorstellen, über die nächsten 2-3 Jahre bei jeder Reduktion um auch nur 0,1 mg (32 Monate à 0,1 mg) immer wieder diese wochenlang anhaltenden, furchterregenden Symptome und Schmerzen aushalten zu müssen. Deshalb die (evtl. schlechte..) Idee der Radikallösung.

Die Abklärungen bezüglich einer Histaminintoleranz habe ich anlässlich der körperlichen Untersuchung ebenfalls machen lassen. Diese fiel negativ aus.

Ich werde jetzt ein Tagebuch bezüglich dem Essen / Trinken führen, wie von dir vorgeschlagen.

Hier die Antwort für Gioia:

Ich werde diesen genetischen Enzymtest von der Firma Roche, über welchen ich dank deinem Hinweis ausführlich gelesen habe, in den nächsten Tagen durchführen lassen.

Hier die Antwort für Ute:

Der Bericht von Muryell hört sich bisher doch sehr positiv an. Ich versuche vor dem Kaltentzug der 3,2 mg Remeron noch die beiden zuvor aufgeführten Ratschläge von Lina und Gioia zu verfolgen. Ich hoffe, dass sich daraus etwas ergibt, was die momentane Situation etwas erleichtert.

Ich finde es grossartig und bin euch von ganzem Herzen für eure wertvollen Ratschläge und aufmunternden Worte dankbar!!!

Alles Gute und liebe Grüsse aus der Schweiz.

Goodluck
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von padma » Dienstag, 20.02.18, 14:02

hallo Goodluck, :)
Nach Einnahme der 3.2 mg Remeron am späten Abend wird es ca. eine halbe Stunde später merklich besser, das heisst, die innere Unruhe legt sich und ich kann ca. 5-6 Stunden schlafen.
Das spricht sehr dafür, dass es Entzugssymptome sind und keine Unverträglichkeit.
Aber praktisch immer nach 5 -6 Stunden Schlaf werde ich durch die Anspannung mit Bauch- und Brustdruck wieder geweckt. Wache ich allerdings nach ca. 3 oder 4 Stunden auf, besteht die Anspannung und Unruhe in meinem Körper noch nicht.
Ich tippe da auf die Cortisolausschüttung, die diese Anspannung auslöst. Nach 5 - 6 Stunden Schlaf ist es vermutlich früher Morgen. So ca 4.00 Uhr, plus-minus? Das würde dazu passen.
Dass es sich gegen Nachmittag bessert, passt auch dazu, da dann der erhöhte Cortisolspiegel wieder deutlich abgebaut ist

Wenn du nach 3 oder 4 Stunden aufwachst, ist das dann zu entsprechender früherer Uhrzeit? Wenn dies vor der Cortisolausschüttung ist, würde das erklären, dass da die Anspannung noch nicht da ist und du wieder einschlafen kannst.
Deshalb meine Annahme, dass sich evtl. die Entzugssymptome praktisch durch die Einnahme der kleinen Dosis täglich immer neu bilden?!
5 - 6 Stunden nach Einnahme passt eigentlich nicht zu der HWZ von 20 - 40 Stunden. Der Spiegel ist da noch nicht soweit abgesunken, dass gerade zu diesem Zeitpunkt massive Entzugssymptome auftreten sollten.
Auch die Besserung am Nachmittag passt da nichts dazu. Direkte Entzugssymptome müssten weiter zunehmen und nicht besser werden.
Die Abklärungen bezüglich einer Histaminintoleranz habe ich anlässlich der körperlichen Untersuchung ebenfalls machen lassen. Diese fiel negativ aus.
Diese Abklärungen sind leider nicht aussagekräftigt. Feststellen lässt eine entzugsbedingte HIT sich nur über ein Ernährungstagebuch bzw. ein Auslassversuch.

liebe Grüsse,
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Donnerstag, 22.02.18, 10:11

Guten Tag Padma
Guten Tag an alle Forumsmitglieder

Herzlichen Dank für deine ausführlichen Infos bezüglich Cortisolausschüttung frühmorgens. Es könnte durchaus der Fall sein, dass diese meine morgendlichen Symptome jeweils um ca. 05.00 Uhr auslöst.

Allerdings kann ich zwischenzeitlich Good News und damit evtl. Hoffnung für alle, welche in ähnlicher Weise betroffen sind, verbreiten. Seit vier Tagen erlebe ich ein gesundheitliches Hoch, praktisch ohne jegliche Symptome. Die Angst, die innerliche Anspannung und der Brustdruck haben sich wie von "Gotteshand" praktisch in Luft aufgelöst. Es besteht momentan einzig noch die Unsicherheit und das mangelnde Vertrauen meinerseits, welches mich etwas unsicher macht. Ich fühle mich von Tag zu Tag besser und habe wieder damit begonnen, sanft auf dem Hometrainer zu radeln. Dankbarkeit ohne Ende!!!

Man hat bei mir vor ca. drei Monaten eine Schlafapnoe festgestellt und ich erhielt seitens meines Arztes damals eine Maske welche dafür sorgt, dass ich in der Nacht keine längeren Atemaussetzer mehr habe, die unbewusst ebenfalls Angstzustände auslösen können. Ich habe diese Maske beim Schlafen seit ca. einer Woche wieder übergezogen und schlafe seither ruhiger und länger. Vor drei Monaten hatte ich mit dem Tragen derselben noch Mühe und habe deshalb auf das Schlafen mit der Maske verzichtet. Evtl. trägt die Maske dazu bei, die Ängste frühmorgens zu unterbinden?!

Zudem nehme ich seit ca. drei Wochen regelmässig täglich diverse Nahrungsergänzungsmittel, HTP-5 und Vitamine ein und arbeite täglich aktiv daran, die Symptome und damit verbundenen Gefühle nicht mehr als tödliche Bedrohung wahrzunehmen sondern vielmehr all die wunderbaren Dinge zu beachten, welche an und in meinem Körper nach wie vor einwandfrei funktionieren. Dies gelingt mir allerdings besonders gut, wenn es mir gesamthaft etwas besser geht, so wie in den letzten Tagen, ansonsten ist positives Denken nach wie vor sehr schwierig aber dennoch nicht unmöglich.

Ich wünsche allen in diesem Forum, dass sie die schwierigen und teils hoffnungslosen Zeiten in irgend einer Form überbrücken können und das Vertrauen und die Zuversicht nie verlieren, dass der ganze Spuk einmal vorübergeht. Alleine schon die letzten vier Tage waren es wert, die Strapazen der letzten vier Jahre auszuhalten. Ich hoffe natürlich sehr fest, dass ich die tiefste Stelle des "Tals der Tränen" nun definitiv hinter mir habe und die guten Tage mehr und mehr werden.

Dir Padma, wie auch allen anderen Forumsmitgliedern, danke ich herzlichst für die Unterstützung, welche ich persönlich in den dunkelsten Momenten des Entzugs immer wieder von euch erhalten habe. Ich hoffe sehr, ich kann euch allen mit meiner persönlichen, positiven Entwicklung zumindest ein wenig Hoffnung übermitteln.

Liebe Grüsse und viel Sonne und gute Energie aus den Schweizer Bergen!!!

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 22.02.18, 11:09

Guten Morgen!

Das ist eine schöne Entwicklung und ich wünsche dir, sie hält an oder stellt sich baldmöglichst wieder ein, falls sie auch mal wieder untertauchen sollte.

Bitte gib in der Signatur die Mittel, die du noch nimmst, an. Scheint ja alles mögliche zu sein, aber offensichtlich verträgst du es aktuell.

Murmeline mit Grüssen
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 22.02.18, 19:05

hallo Goodluck, :)

das freut mich sehr zu hören, dass es dir aktuell gut geht. :D
Ich kann mir auch vorstellen, dass die Schlafmaske mit zu der Besserung beigetragen hat. Sauerstoffmangel ist für den Körper ja sehr bedrohlich, ein Alarmsignal. Vermutlich werden da auch Stresshormone ausgeschüttet.
arbeite täglich aktiv daran, die Symptome und damit verbundenen Gefühle nicht mehr als tödliche Bedrohung wahrzunehmen sondern vielmehr all die wunderbaren Dinge zu beachten, welche an und in meinem Körper nach wie vor einwandfrei funktionieren. Dies gelingt mir allerdings besonders gut, wenn es mir gesamthaft etwas besser geht, so wie in den letzten Tagen, ansonsten ist positives Denken nach wie vor sehr schwierig aber dennoch nicht unmöglich.
Klasse. :D Und wunderbar ausgedrückt. Ich schau mal, in welchen thread ich das zur Anregung kopiere.

Danke dir für dein Lob. Du trägst mit deinen Beiträge auch mit dazu bei, anderen Mut zu machen. Danke dir dafür. :hug:

liebe Grüsse,
padma

Edit: habe es hier reingesetzt viewtopic.php?p=232551#p232551
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Freitag, 02.03.18, 16:09

Liebe Padma
Liebe Murmeline
Liebe Forumsmitglieder

Herzlichen Dank für Eure Feedbacks. Die ca. 10 Tage ohne jegliche Symptome glichen einem neuen, wunderbaren Leben und haben mir sehr viel Freude bereitet!

Seit ca. 4 Tagen haben sich nun leider wider erwarten erneut starke Bauchschmerzen verbunden mit Brustdruck und Ängsten zurückgemeldet, obwohl ich aus irgendwelchen, unerklärlichen Gründen davon überzeugt war, dass dies nie mehr der Fall sein wird. Entsprechend stark war ich über das erneute Aufflammen der Symptome enttäuscht.

Merkwürdigerweise habe ich am Abend vor dem Auftauchen des Brustdrucks und der Aengste mit einer früheren Therapeutin längere Zeit am Telefon gesprochen und ihr mit grosser Ueberzeugung mitgeteilt, dass Brustdruck und Aengste nun bestimmt definitiv der Vergangenheit angehörten....! Dem war leider nicht so, denn am darauffolgenden Morgen waren die Symptome mit brutaler Stärke wieder vorhanden. Ich hoffe, die Krise hält sich bezüglich Dauer in Grenzen.

Ist es normal, dass man beim Wiederauftauchen der Symptome das Gefühl verspürt, diese seien jedes Mal noch intensiver (auch wenn dies vermutlich nicht den Tatsachen entspricht) und entsprechend wird die Angst von Mal zu Mal noch bedrohlicher ?! Einzig die Symptomdauer scheint sich mit der Zeit etwas zu verkürzen.

Kann es sein, dass alleine Gespräche über die gesundheitliche Situation diese Symptome triggern?

Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ich Euch schon bald wieder erfreulichere News zukommen lassen kann.

Herzliche Grüsse aus der verschneiten und nach wie vor kalten Schweiz!

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von padma » Freitag, 02.03.18, 18:08

lieber Goodluck, :)

ach je, das tut mir leid. :(
Ist es normal, dass man beim Wiederauftauchen der Symptome das Gefühl verspürt, diese seien jedes Mal noch intensiver (auch wenn dies vermutlich nicht den Tatsachen entspricht) und entsprechend wird die Angst von Mal zu Mal noch bedrohlicher ?!
Ich habe das bei mir noch nicht festgestellt, aber ich halte das für normal. Gerade, da du gedacht hattest, nun sei es überstanden, hat dich das Wiederauftreten der Symptome ja besonders hart getroffen. Dass du sie nach der guten Phase, als besonder schlimm empfindest, ist ja gut nachvollziehbar.
Kann es sein, dass alleine Gespräche über die gesundheitliche Situation diese Symptome triggern?
Tja, denkbar ist es. Es könnte eine Art positive Erwartungshaltung sein, nun die Sache überstanden zu haben. Und auch Positives kann ja triggern.
Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ich Euch schon bald wieder erfreulichere News zukommen lassen kann.
Das wünsche ich dir auch sehr.

liebe Grüsse in die Schweiz,
padma
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Donnerstag, 05.04.18, 9:13

Liebe Palma
Liebe Forumsmitglieder

Wieder einmal ein Lebenszeichen von mir. Bei mir haben sich die Wellen zwischenzeitlich verkürzt und die Tiefs und Hochs lösen sich glücklicherweise schneller ab. Nach einem Fenster mit herrlichen 7 - 10 Tagen bricht plötzlich wieder ein Entzugsschub über mich herein, welcher mich immer wieder von neuem beinahe zum Verzweiflung bringt.

Diese nach wie vor massiven Tiefs halten allerdings nur noch circa zehn Tage an, ganz im Gegensatz zu früher, als es sich dabei oft um Monate handelte.

Gesamthaft geht es mir besser und ich kann ab und zu wieder mein Büro besuchen und Dinge erledigen, welche ich schon lange vor mich hingeschoben habe. Die massiven Schübe lösen leider jeweils nach wie vor massive Ängste aus. Das bessere Umgehen mit dieser Situation und den begleitenden Ängsten wie auch das Akzeptieren derselben scheint eine äusserst schwierige Aufgabe für mich zu sein. Bin nach wie vor am Erlernen von Strategien, welche mir in diesen Zeiten helfen.

Obwohl ich aktuell wieder unter einem Schub leide, kann ich euch allen versichern, dass die Zeit die Heilung der verschiedenen Symptome unaufhaltsam vorantreibt. Selber ist man sich dessen nicht so klar bewusst, da die Heilung oft nur in sehr kleinen Schritten erfolgt und man diese kaum bemerkt. Es sind vielmehr die Menschen um uns herum, welche uns und unseren Zustand neutraler bewerten können und die Veränderungen an uns deutlicher wahrnehmen, welche langsam (aber sicher...!) über Monate entstanden sind.

Ich verzichte vorerst darauf, das Remeron weiter zu reduzieren und verbleibe noch einige Zeit auf der Dosierung von 3.05 mg. Ich möchte definitiv mehr Stabilität und Kraft erhalten, bevor ich weitere Reduzierungsschritte einleite. Ich habe zwischenzeitlich das Gefühl, bei den immer wieder aufflammenden Entzugsschüben handle es sich nach wie vor um protrahierte Entzugssymptome des Benzoentzgs vor vier Jahren, welche durch die jeweiligen Reduktionsschritte des Remerons stets wieder getriggert werden. Auch deshalb verzichte ich aktuell auf weitere Reduktionen, um diesbezüglich mehr Sicherheit und Klarheit zu erhalten.

Ich wünsche euch allen weiterhin viel Kraft, Ausdauer und Zuversicht. Es lohnt sich alleweil! Trotz meiner mehr als schwierigen Situation während den letzten vier Jahren, habe ich in diesem Lebensabschnitt menschlich mehr dazu gelernt, als in meinem ganzen Leben zuvor. Sollte ich zukünftig auch noch mit der durch die aktuellen Gesundheitsumstände oft vorhandenen Gereiztheit und Nervosität besser umgehen lernen, entwickle ich mich gar noch zu einem Mustermenschen.....!

Zumindest aus- und von meinem Herzen sende ich euch sonnige Grüsse aus der momentan regnerischen und kalten Schweiz.

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Donnerstag, 05.04.18, 9:15

Das hiess zuvor natürlich liebe Padma und nicht Palma. Lag wohl zu lange im Tessin unter den Palmen ...!
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 05.04.18, 13:47

lieber Goodluck, :)

danke dir für deinen Mut machenden Beitrag :D . Dass du einen solchen Beitrag während einer Welle schreiben kannst, zeigt für mich, dass du eine Form gefunden hast, gut damit umzugehen. Wellen lösen ja oft ein Gefühl von "es wird nie besser" aus.
Ich verzichte vorerst darauf, das Remeron weiter zu reduzieren und verbleibe noch einige Zeit auf der Dosierung von 3.05 mg. Ich möchte definitiv mehr Stabilität und Kraft erhalten, bevor ich weitere Reduzierungsschritte einleite.
Ja, das scheint mir sehr vernünftig.

Bei den Entzündungsschüben vermute ich, dass da die Reduktion von Mirtazapin mit eine grosse Rolle spielt. Das Problem sind ja die freiwerdenden Histaminrezeptoren und überschiessendes Histamin kann so wie ich es verstehe, zu Entzündungsprozessen führen.

Gerade der unterste Dosisbereich scheint diesbezüglich bei Mirtazapin sehr problematisch sein.

Lies mal bei LinaLina :) rein, auch wenn es sich bei ihr anders auswirkt.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Goodluck » Sonntag, 04.11.18, 13:20

Liebe Forumsmitglieder

Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich mich leider während der letzten Monate nicht mehr dazu überwinden, einen Gastbeitrag für das Forum zu erstellen und gönnte mir gezwungenermassen eine Ruhepause. Ich möchte dies nun nachholen und euch über meine aktuelle Situation und meine zwischenzeitlichen Erlebnisse informieren und wäre glücklich, die eine oder andere aufbauende Rückantwort zu erhalten.

Vor circa zweieinhalb Monaten habe ich meine Dosis Remeron / Mirtazapin um ca 7 % von 2.6 auf 2.4 mg reduziert. Ungefähr 5 Tage danach machten sich erneut massivste Beschwerden wie Brustdruck mit Atemnot, Angst, Trauer, Zorn und starke Bauchschmerzen bemerkbar, welche bis heute anhalten...! Dadurch erlebe ich einmal mehr eine depressive Phase, verbunden mit Hoffnungslosigkeit und der lähmenden Angst, diesen Entzug des Medikaments wie auch das Leben nicht mehr zu schaffen.

Was mich auch sehr traurig stimmt, ist die Tatsache, dass mein Inneres ich sich aus mir unerklärlichen Gründen praktisch weigert, von Therapeuten empfohlene Übungen (Körpertherapie, Atemübungen etc) in regelmässiger Form durchzuführen. Ich war und bin eigentlich ansonsten ein sehr pflichtbewusster Mensch, welcher anstrengende Aufgaben nicht scheut. Kennt jemand von euch diese Ablehnung, obwohl man weiss, dass die Übungen helfen könnten?!

Kann es sich bei diesen erneuten Symptomen tatsächlich um Entzugssymptome handeln, obwohl ich nur 7 % (0,2 mg) reduziert habe? Das Ganze bereitet mir unheimlich Sorgen betr. der weiteren Zukunft, was der Heilung bestimmt nicht wirklich förderlich ist.

Wäre super dankbar, wenn mir jemand aufgrund eigener Erfahrungen einige Tipps und aufbauende Worte zukommen lassen könnte!!!

Herzliche Grüsse und alles Gute an euch alle

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Re: Remeron / Mirtazapin ausschleichen

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 04.11.18, 20:18

Hallo Goodluck,

auch wenn man kleinschrittig absetzt kann es leider zu Absetzsymptomen kommen, wenn man entsprechend sensibel ist.
Leider geht das einigen hier so.
Manchmal ist aber auch nur ein bestimmter Schritt schwierig und danach läuft es wieder besser.

Du bist ja schon auf einer niedrigen Dosis, da wird es leider oft etwas schwieriger.

Hast du bei den Übungen denn das Gefühl, dass sie dir helfen, wenn du sie mal machst ?
Ich vertraue gerne auf Körperintelligenz und würde jetzt erstmal denken, dass sie dir zur Zeit womöglich einfach nicht gut tun, wenn du so eine Aversion dagegen hast.

Ich würde das mal beim Therapeuten ansprechen. Wenn du dich dazu zwingen musst, ist das ja aich nicht der Sinn der Sache.

Wenn im Moment bei dir alles tendenziell sehr schwierig ist, kann es sein, dass du vielleicht eine etwas längere Absetzpause brauchst.
Viele haben ja zum Beispiel auch Probleme mit der dunklen Jahreszeit.

LG Ute
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