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BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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BeeElKay
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BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Sonntag, 17.06.18, 16:46

Hallo liebe Forengemeinde,

zuerst zu mir: Ich bin 30 Jahre alt, männlich und habe im Oktober letzten Jahres Escitalopram verschrieben bekommen. Grund waren Depressionen und Angstgefühle, die Hauptsächlich mit meinem Selbstwertgefühl zu tun haben.

Nach nur wenigen Wochen der Einnahme von 5mg ging es mir signifikant besser. Ich hatte wieder Freude an allem, konnte Sachen anpacken, mochte mich selbst wieder und es war eigentlich fast wie früher. So seit ca. 8 Wochen merke ich, dass irgendwas nicht stimmt. Es ist irgendwie manchmal so, als würde ich das Medikament nicht mehr nehmen. Seit ca. 5 Wochen hab ich auch Probleme mit dem Schlafen. Ich möchte gerne länger schlafen - kann aber nicht. Bin dann oft den ganzen Tag müde - sowas wäre mir früher nicht passiert.

Ich bin ein Mensch der unheimlich gerne draußen ist in der Natur. Der die Sonne liebt. Seit ich Escitalopram nehme, beschleicht mich das Gefühl, packe ich die Sonne nicht mehr. Ich bekomme dann unspezifische Kreislaufprobleme - kann es sein, dass Escitalopram den Blutdruck senkt? Ich habe ohnehin das Glück bzw. das Pech einen eher niedrigeren Blutdruck zu haben. Nichtsdestotrotz lasse ich mir das tolle Gefühl draußen zu sein aber nicht nehmen auch wenn ich das meist am Abend büßen muss. Ich sehe blass und abgekämpft aus, hinzu kommt noch die Müdigkeit. Am nächsten Morgen ist dann meist alles wieder gut.

Also habe ich überlegt was ich tun kann. Da ich eh nur 5mg nehme, dachte ich mir vor 4 Tagen, dass ich die Dosis doch mal auf 10mg steigern kann. Gesagt getan und ich bilde mir ein es schadet mir zumindest nicht. Ich merke aber leider, dass ich insbesondere im Gesicht mehr Unreinheiten/Pickel bekomme weshalb ich im Moment eher wieder dazu neige, wieder auf 5mg zurück zu gehen. Da hatte ich soweit keine größeren Probleme. Ich habe zwar auch bei 5mg viele Pickel und rote Flecken an den Beinen bekommen, jedoch stört es mich da nicht so sehr - mit irgendeiner NW hab ich ja gerechnet. Aber im Gesicht....das geht gar nicht.

Jetzt lese ich heute zum ersten mal von diesem Poop out. Mir war das ehrlich gesagt vorher nicht bekannt, dass man so etwas wie eine Akzeptanz entwickeln kann. Wie oben geschrieben bin ich jetzt nach 4 Tagen dazu geneigt wieder auf 5mg runter zu gehen - wäre das jetzt sehr schlimm bzw. habe ich nach 4 Tagen Probleme zu befürchten oder wird mein Gehirn das relativ gut wegstecken?

Tja und Ziel sollte wohl dann sein es auszuschleichen was ich so gelesen habe? Wenn ja, wie lange jetzt auf 5mg bleiben? Ich sollte mir dann vielleicht eher die Tropfen verschreiben lassen wegen einer besseren Dosierung? (Nehme aktuell Tabletten)

Danke für eure Hilfe im voraus :)
Zuletzt geändert von Gwen am Sonntag, 01.07.18, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
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Katharina
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Katharina » Sonntag, 17.06.18, 17:20

Hallo BeeElkay !

Hast Du schon ein wenig quer gelesen was bei den anderen Betroffenen in den Schreibbereichen
Escitalopram/Cipralex/ Citalopram beschrieben steht ?

Es soll nicht erschrecken jedoch zeigt es auf wie viele Erfahrungen verlaufen sind, schau in Ruhe.

Mit den Tropfen ist das Reduzieren einfach und übersichtlich, das ist eine gute Idee ich würde es versuchen und vorallem: Geduld und Zeit.

Wechseln der Dosis-Menge bringt Durcheinander im ZNS.

Alles Gute, einen schönen Sonntag.
Katharina
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BeeElKay
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Sonntag, 17.06.18, 19:34

Danke Katharina :D

Ja, ein wenig habe ich mich schon eingelesen. Allerdings würde ich jetzt ganz gern erstmal so stabil bleiben - eine Zeit lang. Denke das ist nicht verkehrt oder?

Was das Wechseln der Dosis-Menge betrifft: Ist mir völlig klar, dass das nicht gut ist. Aber wenn es jetzt nicht anders geht, wäre es jetzt nach 4 Tagen schlimm wieder auf mein Normallevel 5mg runter zu gehen?
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Jamie
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Jamie » Sonntag, 17.06.18, 20:23

Hallo BeeElKay :)

Willkommen im Forum.

Ich würde sofort auf 5mg zurück gehen, ich denke das geht mit einem blauen Auge vonstatten.
Wenn das Escitalopram bei dir gewisse Nebenwirkungen oder Effekte auslöst, ist es eigentlich kontraproduktiv die Dosis zu erhöhen; es ist ja dann damit zu rechnen, dass die unerwünschten Effekte weiter zunehmen (und nicht abnehmen).

In einer Erstreaktion fühlen sich Dosiserhöhungen - oder Erniedrigungen für den Betroffenen oft erst mal positiv an, nach ein paar Tagen kommen dann aber oft Nebenwirkungen oder Absetzsymptome.

Psychopharmaka greifen in das ZNS ein, deswegen wird öfters auch Sonneneinstrahlung und Hitze nicht mehr so gut vertragen. Du solltest deinen Körper schonen bzw. ein wenig dein Verhalten anpassen.

Einen poop out vermute ich bei dir übrigens noch nicht, poop outs folgen meist auf jahrelangen Konsum an Psychopharmaka.
Es ist naiv gedacht zu sagen, viel hilft viel. Das ist bei AD eben oft nicht der Fall.
Deswegen ist noch kein Wirkverlust abzuleiten. Nur zur Info :).

Haben dir die Ärzte gesagt, dass man Depressionen und ein erniedrigtes Selbstwertgefühl nicht mit AD heilen kann? AD können nur deckeln, einlullen, aktivieren oder betäuben, aber nie ursächlich wirken - es wäre daher gut nach anderen Lösungen zu schauen um deine Probleme anzugehen - Therapie wäre wichtig.

Wenn du dich eh stabilisiert hast, wäre es vielleicht ja auch mal eine Überlegung wert, irgendwann das Medikament wieder auszuschleichen, wenn du dich dafür bereit fühlst (?)

Viele Grüße
Jamie
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Katharina » Sonntag, 17.06.18, 20:35

Liebe BeeElKay !

Ich kann keine Medikamenten Hinweise geben, da ich mich nicht auskenne.

Un diesem Forum berichte ich ausschließlich über meine Erfahrungen mit Antidepressiva oder Psychofarmka.

Das Antidepressiva Escitalopram habe ich erfolgreich ausgeschlichen
es hat mir schwere Symptome verursacht hat, sie sind jetzt verschwunden.

Es wurde verordnet in Kombination einer Lebertherapie.

Ich wünsche Dir einen guten Austausch
und einen schönen Sonntag Abend.

Liebe Grüße,
Katharina
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Sonntag, 17.06.18, 20:49

@Jamie

Alles klar, danke für die Ausführungen. Ich werde dann ab Morgen wieder zu meiner gewohnten 5mg Dosis zurückkehren.

Zum Thema ZNS und Hitze/Sonne: Sehr schade für mich. Ich brauche die Sonne. Aber merke halt wie es mich extrem schlaucht. Auch die schwülen Temperaturen in den letzten Wochen waren für mich teilweise unerträglich, der Blutdruck im Keller. Das wird hart mich anzupassen. Denn das heißt wenn raus dann nur kurz in die Sonne und sonst Schatten und/oder mal öfters drinnen aufhalten :( Aber naja, hilft ja nichts.

Zum Thema Wirkverlust: Okay, das klingt auch einleuchtend. War eben nur so ein Gedanke von mir, bin ja froh zu lesen, dass es eigentlich nicht sein kann.

Thema Selbstwertgefühl: Also so direkt hat mir das keiner gesagt. Weder meine Hausärztin, noch der Neurologe. Aber: Im Endeffekt waren es zum Schluss viele Baustellen und ich habe aufgrund dessen mein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommen. Meine Hausärztin wollte mir viel früher das Medikament verschreiben, ich habe mich aber immer dagegen gewehrt. Bis ich dann an einem Punkt kam an dem ich soweit war an dem mir alles egal war und quasi nicht mehr konnte. Hauptsache es hilft. Und das hat es ja. Es hat zwar nichts an meinem Grundproblem geändert aber es hat bei mir zumindest bewirkt, dass ich die Dinge als nicht mehr so schlimm empfinde, ich mich meist im Spiegel sehen kann und wieder offener auf Menschen zugehen kann und wieder ein relativ normales Leben führen kann. Also irgendwie hat es dann doch geholfen bzw. hilft es. Eine Therapie wäre natürlich sinnvoll, ich bin derzeit am überlegen das in Angriff zu nehmen.

Desweiteren habe ich mich entschieden endlich mit Sport anzufangen. Da hab ich mich auch immer konsequent geweigert weil es mir keinen Spaß macht (habe schon eine gescheiterte Fitnessstudio Mitgliedschaft hinter mir). Aber jeder sagt mir ich soll das unbedingt machen. Also tue ich ausnahmsweise mal was man mir sagt. Ich versuchs einfach, ich hab nichts zu verlieren. Erwarten tu ich nichts aber ich hoffe das beste. Vielleicht kann mich das weiter stabilisieren sodass ich mich in einigen Monaten ans Ausschleichen machen kann. Das wäre mal so mein Plan. Auf Dauer möchte ich es natürlich nicht einnehmen. Vielleicht machts ja jetzt mehr Spaß. Man wird ja auch älter und Dinge ändern sich.

Übrigens super Forum. Wie schnell einem hier geholfen wird find ich klasse :hug:
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Escitalopram absetzen - massive Schlafstörungen

Beitrag von BeeElKay » Mittwoch, 31.10.18, 11:52

Hallo ihr Lieben,

ich brauche bitte mal euren Rat.

Ich, männlich (30) nehme seit gut einem Jahr Escitalopram in einer relativ geringen Dosis (5mg). Ende Juli diesen Jahres begann ich mit dem langsamen Ausschleichen so wie es hier im Forum kommuniziert wird, also Wasserlösmethode und 10% Reduzierung alle 4-6 Wochen. Derzeit bin ich bei 60 Prozent der ursprünglichen Dosis, hab also schon 40% runter.

Seit 3 Wochen begleiten mich aber massive Schlafstörungen die von Tag zu Tag schlimmer werden und ich weiß aktuell nicht mehr weiter. Alles begann so, dass ich Probleme hatte durchzuschlafen. Ich stand dann irgendwann recht früh auf und hab was gegessen und konnte mich dann wieder hinlegen und weiterschlafen. Das war zwar nervig, aber noch einigermaßen okay. Mittlerweile kann ich nur noch sehr schlecht einschlafen, wache sehr oft auf und hab auch Nachts hin und wieder starke Kopfschmerzen. Dementsprechend fix und fertig bin ich dann am Tag. An der Müdigkeit scheitert es nicht, ich fühle mich müde aber ich kann trotzdem nicht schlafen. Gedanken kreisen ständig und ich bin sehr unruhig.

Was soll ich jetzt tun? Ich will ja eigentlich weg von dem Zeug da ich psychisch stabil bin und mich in der Lage sehe ohne Escitalopram zu Leben zumal ich auch ein paar Nebenwirkungen bei dem Medikament habe, die ich gerne los haben wollen würde.

Ich war heute beim Arzt und ich hab ihm die Situation geschildert und zum Glück ein paar Zopiclon Tabletten bekommen. Aber eine Dauerlösung ist das nicht und mein Arzt hat sie mir auch nur sehr sehr widerwillig verschrieben was ich ja auch verstehen kann und es ist natürlich auch nicht in meinem Interesse jetzt eine Zopiclon Abhängigkeit zu entwickeln bzw das Zeug jetzt Monate lang zu schlucken.

Nur was jetzt machen? Wieder höher gehen mit der Dosierung ist ja eigentlich auch Quatsch oder? Oder einfach so weiter machen wie bisher in der Hoffnung dass es sich von alleine wieder gibt? Oder radikal noch aggressiver herab dosieren damit ich schneller fertig bin? Ich weiß es echt nicht und ich bin ziemlich verzweifelt ehrlich gesagt. :?
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 31.10.18, 15:23

Hallo BeeElKay,
BeeElKay hat geschrieben:
Mittwoch, 31.10.18, 11:52
Ende Juli diesen Jahres begann ich mit dem langsamen Ausschleichen so wie es hier im Forum kommuniziert wird, also Wasserlösmethode und 10% Reduzierung alle 4-6 Wochen. Derzeit bin ich bei 60 Prozent der ursprünglichen Dosis, hab also schon 40% runter.
Wenn Du in so relativ kurzer Zeit bereits insgesamt 40 Prozent losgeworden bist, vermute ich, dass Du jeweils 10 Prozent von der Ursprungsdosis reduziert hast und nicht von der jeweils letzten Dosis. Liege ich richtig?

In diesem Zusammenhang eine Bitte: Legst Du bitte eine Signatur zu Deinem Absetzverlauf an für den besseren Überblick? Infos und weiterführender Link in den Basisinfos (da bitte auch einlesen):
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=12880

Früher wurde tatsächlich noch oft empfohlen (auch hier), sich bei den 10 Prozent auf die Ursprungsdosis zu beziehen. Mittlerweile hat man die Erfahrung gemacht, dass das für viele Betroffene zu schnell ist und man orientiert sich nun tendenziell an der jeweils letzten Dosis. Das verlängert zwar den Reduktionsprozess, beugt aber besser Entzugssymptomen vor. - Für manche Betroffene sind auch bei diesem Vorgehen 10 Prozent noch zu viel, vor allem im unteren Dosisbereich. Wenn das individuell so ist, muss man die Schritte entsprechend anpassen bzw. die Reduktionsmengen prozentual verkleinern.

Schlafstörungen sind ein sehr häufiges Entzugssymptom und betreffen wirklich viele, die absetzen (in der einen oder anderen Form). Das liegt einfach daran, dass das fragile Neurotransmitter-Gleichgewicht, das für den Schlaf vonnöten ist, allein durch die AD selbst und/oder durch das Reduzieren empfindlich gestört wird. Da kann man sich auspowern und noch so müde sein, wie man will, man schläft u. U. trotzdem nicht, evtl. auch über längere Zeiträume.

Z-Drugs (oder auch andere PP) sind da tatsächlich keine Lösung, vor allem keine Dauerlösung. Gerade Z-Drugs können schnell in die Toleranz führen, d. h., man braucht immer mehr davon, um die Wirkung aufrechtzuerhalten. Was ebenso bedeutet, dass sie abhängig machen können. Für ein paar Tage mag es Ok sein, aber bei Dir hält das Problem ja schon länger an.

Bevor Du Dich auf weitere problematische Mittel einlässt, wäre es vorzuziehen, das SSRI wieder leicht aufzudosieren. Der Sinn des langsamen Ausschleichens ist ja gerade, die Symptome im Zaum zu halten. Es lässt sich aktuell schwer vorhersehen, wie es sich entwickelt und wie lange es dauert, bis die Symptomatik nachlässt. Klar kann man es aussitzen, aber wenn ein Symptom schon länger und intensiver besteht und den Alltag deutlich einschränkt, wäre vorsichtiges Aufdosieren eine vernünftigte Option, um eine Stabilisierung herbeizuführen.

Um Genaueres zur Dosis zu sagen (falls Du aufdosieren möchtest), müsste man aber Deinen Reduktionsverlauf im Detail kennen (siehe Hinweis zur Signatur). - Man sollte auch beim Aufdosieren vorsichtig vorgehen, nicht nur beim Abdosieren. Denn größere Dosissprünge können das ZNS grundsätzlich erschüttern, egal ob nach unten oder oben.

Als Alternative zu synthetischen Schlafmitteln kannst Du unterstützend übrigens auch pflanzliche oder homöopathische/anthroposophische Mittel probieren (vorsichtig zu Beginn, da sie u. U. im Entzug nicht vertragen werden), bspw. Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume (nur bitte kein Johanniskraut, wirkt ähnlich einem synthetischen AD) oder Neurexan, Calmvalera u. ä.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Mittwoch, 31.10.18, 16:15

Hallo Carlotta,

Danke schonmal für deine sehr ausführliche Antwort :)

Bezüglich der Dosis: Ja richtig, ich habe die Ursprungsdosis als Maßstab genommen. Dachte bei meinen läppischen 5mg wird das schon gehen. Also ganz ehrlich: Hätte ich gewusst, dass das Absetzen so ein Zirkus wird, weiß ich nicht ob ich mich für die Einnahme entschieden hätte. Und es ist erschreckend, dass man so langsam dosieren soll und 95% der Ärzte da draußen stellen sich das so einfach vor so nach dem Motto ach in 6 Wochen mal so mal so dann ganz weglassen und fertig. Das macht mich schon irgendwie stutzig. Auch zu sehen wie viele Patienten falsch informiert werden und da die absurdesten Sachen vorgeschlagen werden wie jeden zweiten Tag eine Dosis weglassen usw.

Aber nun gut. Ich werde die Signatur ergänzen. Grob gesagt kann ich jetzt aber mal folgenden Überblick geben:

Ende Juli: 10% reduktion (jede Reduktion von der Ursprungsdosis)
Ende August: 20% reduktion
Ende September: 30%
Vor gut 1 Woche: 40% (Symptome mit dem Schlafen bestanden schon vorher, aber in sehr abgeschwächter Form)

Zugegeben hab ich bei der letzten Reduktion gar nicht daran gedacht, dass mein schlechtes Schlafen daran liegt. Ich habe es zwar in Betracht gezogen aber ich hab öfters mal Phasen da schlaf ich nicht so wie gewohnt, das legt sich dann aber meist nach einigen Tagen.

Das Problem ist auch wirklich dass ich seit ich das Medikament nehme ich in keine Hose mehr passe und in keinen Pullover. Sprich: Ich habe sehr viel zugenommen! Das ist mitunter auch ein Grund warum ich eigentlich so schnell wie möglich davon los kommen will.

Anhand der Daten oben was wäre also jetzt sinnvoll wenn ich das aufdosieren in Betracht ziehen sollte?
Ich habe mir eigentlich fest vorgenommen im Frühjahr 2019 von dem Zeug los gekommen zu sein :( Das kann ich jetzt wohl knicken. Da ich mit den Medikamenten keine Sonne und keine Hitze mehr vertrage war dieser Sommer einfach nur der pure Horror für mich. Dann das ständige Schwitzen usw. Wenn ich jetzt daran denke dass ich das nochmal in der Form mitmachen muss, dann wird mir ganz anders....
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Towanda1 » Mittwoch, 31.10.18, 16:42

Hallo BeeElkay,

eine Frage habe ich noch: Wie stellst Du die feinen Dosierungen her? Wie genau ist Deine Methode? Auch geringe Schwankungen können sich auswirken.

Hier gibt es Informationen, was man gegen Schlafstörungen machen kann: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=57&t=9278

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09.11.18 - 8,50 mg Mirtazapin
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Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Ciprofloxacin C30 5 Globuli
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Mittwoch, 31.10.18, 17:00

Hallo Towanda. Ich löse die 5mg zerkleinert in einem Glas mit exakt 100ml Wasser und ziehe dann mit einer ml-Spritze die Flüssigkeit heraus (nachdem ich kräftig umgerührt habe).

Grüße
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Towanda1 » Mittwoch, 31.10.18, 18:42

Hallo BeeElKay,

ok, dann kann es daran nicht liegen - war nur ein Gedanke.

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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 31.10.18, 21:02

Hallo BeeElKay,

schreibst Du statt Prozent-Angaben bitte noch die absoluten mg-Angaben dazu und setzt das Ganze in Deine Signatur? Dann hat man das im Blick und muss sich die Infos nicht zusammensuchen (und Missverständnisse werden vermieden).

Seit wann nimmst Du das AD insgesamt schon? War es Dein erstes PP oder hast Du früher schon mal welche genommen? Nimmst Du parallel noch weitere Medikamente? Das wären noch wichtige Informationen, auch für die Signatur.

Es ist so, dass Du tatsächlich sehr hurtig reduziert hast - zu hurtig für Dein gebeuteltes ZNS. Leider hat das Gros der Mediziner von der Entzugsproblematik bei AD nach wie vor so gut wie keine Ahnung - auch wenn das unvorstellbar erscheint. Die Informationen stammen meist von der Industrie und werden von Behandlern im Regelfall unkritisch übernommen. Und darin spielen Entzugsfolgen kaum bis gar keine Rolle.

Man kann sich nur, so gut es geht, selbst schlau machen, um der eigenen Gesundheit willen.

Enorme Gewichtszunahme und Thermoregulationsstörungen als NW - davon können viele Betroffene ein Lied singen (ich auch, zumindest bezüglich der Gewichtszunahme; die Thermoregulationsstörungen kenne ich in erster Linie als Entzugssymptom).

Eins verstehe ich nicht:
BeeElKay hat geschrieben:
Mittwoch, 31.10.18, 16:15
Vor gut 1 Woche: 40% (Symptome mit dem Schlafen bestanden schon vorher, aber in sehr abgeschwächter Form)
Oben schreibst Du, die stärkeren Schlafstörungen bestehen bereits seit drei Wochen?

D. h., aktuell bist Du auf 3 mg? Und seit einer Woche ist die Symptomatik ausgeprägt, also im Zusammenhang mit der letzten Reduktion? Dann würde ich diese rückgängig machen. Bei einer Woche könnte das noch Ok sein. Zudem bist Du, wie gesagt, (unwissend) eher großschrittig heruntergegangen und es können sich die Folgen vorhergehender Schritte kumuliert haben.

Wenn man länger auf einer neuen Dosis ist, sollte man nur eine Teilmenge aufdosieren, um das Nervensystem nicht zu überfordern. Es kann beim Wiederaufdosieren auch ein Weilchen dauern, ehe es greift (kann aber auch schnell gehen). Ich drücke Dir die Daumen.

Liebe Grüße
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Freitag, 23.11.18, 13:29

Hallo allerseits,

ich wollte mich nochmal zu Wort melden und meinen aktuellen Status mitteilen. Es hat sich viel verändert, einerseits zum Guten, andererseits zum weniger Guten. Ich habe nun eine Signatur mit meinem Verlauf angelegt (endlich :D ) bitte entschuldigt, falls das nicht zu 100%ig akkurat ist, ich habe es nämlich nicht mehr auf den Tag genau im Kopf aber so ungefähr scheint das hinzukommen.

Wie ihr erkennen könnt, habe ich jetzt (relativ zügig) komplett abgesetzt. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen, haben sich meine Schlafprobleme nicht gebessert und zum anderen wollte ich von diesem Gift endlich wegkommen und wieder ohne Nebenwirkungen leben. Ich habe mich in diesem Fall auf mein Bauchgefühl verlassen und gesagt, dass ich die letzten Schritte - entgegen dem verbreiteten Rat hier - relativ zügig vollziehen werde. Mir geht's soweit gut, ich bin nun quasi 5 Tage komplett ohne Escitalopram und der Super-Gau blieb bisher aus. Keine Brain-Zaps, keine großen Stimmungsschwankungen - alles relativ normal. Was aber nach wie vor besteht und eigentlich mein Hauptproblem ist, ist das Schlafen. Das hat sich nicht gebessert und das war auch meine Intention hinter dem zügigen Absetzen weil meine Theorie folgende war/ist: Wenn das quasi schon ende September/Anfang Oktober langsam los ging mit den Schlafproblemen (wo mein Absetzverlauf eigentlich noch relativ human war) dann habe ich keinen Sinn mehr darin gesehen noch so langsam weiter zu machen weil es anscheinend ohnehin nicht besser geworden wäre. Getreu dem Motto: Von mir aus gehe ich jetzt ein paar Wochen durch die Hölle und hab dann Ruhe statt jetzt noch weiter Monate lang auszuschleichen und dann trotzdem nicht schlafen zu können!

Meine Ärztin hat mir für den Notfall Zopiclon verschrieben, welche ich aber nur sehr sparsam verwende weil ich einen krassen Hangover hab am nächsten Tag und eigentlich noch mehr fertig bin als ohne Tabletten obwohl ich mit denen besser schlafe. Eigentlich total unlogisch aber deswegen liegen die mittlerweile auch nur noch in der Schublade und so gerne ich sie nehmen würde - aber ich lasse die Finger davon weil ich denke es ist kontraproduktiv. Gerade am Anfang haben sie mir jedoch für ein paar Nächte gut geholfen.

Die Entscheidung so schnell auszuschleichen fühlt sich für mich immer noch sehr richtig an und ich merke auch schon langsam wie ich wieder etwas klarer werde im Kopf. Emotionen fühlen sich echter an und haben mehr Dynamik und das ist irgendwie ein tolles Gefühl.

Da das mit dem Schlafen ja immer noch eine Katastrophe ist, wüsste ich gerne, basierend auf Erfahrungswerten von euch wie lange das noch geht? Sicher ist es bei jedem anders aber - ja ich gebs zu, manchmal braucht man einfach jemandem der einem sagt es wird alles wieder gut :hug: Jede Nacht ist mittlerweile eine Katastrophe und wenn ich denn mal eingeschlafen bin, wache ich ungefähr jede Stunde auf und bin quasi am nächsten Tag zu nichts zu gebrauchen. Dennoch behaupte ich, geht es mir gut. Wäre das mit dem Schlafen nicht.....
Ich kann mich daran erinnern, dass ich zum Start der Einnahme mit Einschlafstörungen zu kämpfen hatte und das einige Wochen. Die waren aber Kindergeburtstag im Vergleich zu denen beim Absetzen....


Danke und viele Grüße
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von padma » Freitag, 23.11.18, 17:51

hallo BeeElKay , :)

du bist wirklich sehr schnell auf 0 gegangen :shock: , ich drücke dir die Daumen, dass es gut geht.
Das hat sich nicht gebessert und das war auch meine Intention hinter dem zügigen Absetzen weil meine Theorie folgende war/ist: Wenn das quasi schon ende September/Anfang Oktober langsam los ging mit den Schlafproblemen (wo mein Absetzverlauf eigentlich noch relativ human war) dann habe ich keinen Sinn mehr darin gesehen noch so langsam weiter zu machen weil es anscheinend ohnehin nicht besser geworden wäre. Getreu dem Motto: Von mir aus gehe ich jetzt ein paar Wochen durch die Hölle und hab dann Ruhe statt jetzt noch weiter Monate lang auszuschleichen und dann trotzdem nicht schlafen zu können!
Dieser Theorie kann ich nicht zustimmen.
Es kann gut gehen und ich hoffe das sehr für dich.

Weshalb wir davon abraten ist, dass dieses Motto oft nicht aufgeht und es mit ein paar Wochen "Hölle" nicht erledigt ist. Ansonsten würden wir auch sagen, Augen zu und durch.

Die Idee hinter dem langsamen Ausschleichen ist, dem ZNS die Möglichkeit zu geben, sich schrittweise anzupassen. Jetzt muss diese Anpassungsarbeit nach 0 geleistet werden. Wie lange das dauern wird, kann man nicht sagen.

Es wird alles gut werden, nur wann, weiss man nicht.

Solltest du es dir nochmals anders überlegen und du eine Wiedereindosierung in Erwägung ziehen, dann melde dich.

Auch ansonsten wäre es hilfreich, wenn du uns weiter berichten würdest.

Erstmal alles Gute,
liebe Grüsse,
padma
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Donnerstag, 29.11.18, 22:48

Danke, liebe padma - und ja, ich werde euch öfters ein Update geben - so auch heute :)

Heute ist quasi Tag 11 ohne Escitalopram. Der große Super-Gau lässt zum Glück noch immer auf sich warten.

Das Thema schlafen nach wie vor schwierig, aber leichte Tendenz zur Besserung. Vorgestern hatte ich die beste Nacht seit Wochen und das ohne Schlafmittel oder sonstiges. Dafür war die vergangene Nacht wieder stark ausbaufähig.

Generell stimme ich überein, dass ich merke, dass bestimmte Dinge die ich tue oder bestimmte Tabletten die ich nehme, durchaus Symtome triggern können. Zopiclon geht mittlerweile gar nicht mehr, der Schuss geht nach hinten los. Ich schlafe dann zwar ganz passabel, habe aber den ganzen Tag einen dermaßenen Hangover, dass ich mich eigentlich kaum bewegen kann. Also doch lieber ohne.
Heute in der Sauna gewesen (ist jetzt nichts dramatisches, das tue ich eigentlich zweimal die Woche schon seit einem halben Jahr) und mir hat es nach dem zweiten Saunagang den Kreislauf zusammengehauen. Ich konnte die Ohnmacht gerade noch abwenden aber der mir bekannte verlauf hatte sich schon eingestellt: gedämpftes hören/sehen, plötzlich starke Übelkeit usw. Nach ein paar Minuten gings mir wieder gut. Ob und wie weit das jetzt mit dem Entzug zusammen hängt, kann ich nicht sagen. Da das aber nicht oft stattfindet dass es mir den Kreislauf zusammenhaut, wollte ich es dennoch erwähnen.

Keine Brainzaps (da bin ich immer noch heil froh) und auch meine Stimmung ist eigentlich ganz gut. Ich bin auch nicht übermäßig gereizt oder sonstiges, ganz im Gegenteil. Meine Laune ist eigentlich ganz gut. Ich merke lediglich eine Art leichtes Krankheitsgefühl. Schwer zu beschreiben aber fit fühle ich mich nicht so ganz, aber auch nicht wirklich krank. Das kann jetzt auch an dem schlechten Schlaf liegen weil als ich vorgestern meine Prima Nacht hatte, war ich tagsüber fit wie ein Turnschuh und das war mit den anderen Tagen vom Gefühl her nicht zu vergleichen.

Dennoch kommt ein Wiedereindosieren für mich nicht in Frage da sich das noch alles relativ gut aushalten lässt. Das Schlafen ist nach wie vor mein größtes Problem.

Ich sitze nicht die ganze Zeit da und bemitleide mich selbst sondern sehe das auch so, dass sich der Körper gerade heilt. Und das braucht Zeit. Diese Zeit gebe ich ihm. Und es ist okay, ich lasse es zu dass es mir auch schlecht geht und bin relativ gefasst.
Ich denke dann stattdessen an die vielen schönen Dinge die mir ohne AD hoffentlich wieder ermöglicht werden. Irgendwann wieder in meine alte Hosen reinpassen, im Sommer viel draußen sein und in die Sonne zu gehen ohne gleich dermaßen blass und fertig zu werden, nicht mehr so viel zu schwitzen und vor allem: Meine Gefühle wieder zurück bekommen. Ja, ich freue mich.


Das AD hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen. Ich wüsste nicht, wie mein Leben ohne AD verlaufen wäre, es war kurz vor 12 bei mir. Würde ich heute wieder vor der Entscheidung stehen, dann würde ich alles genau so machen. Es ist für mich eine Hilfe gewesen aber nun komme ich ohne klar und davon bin ich fest überzeugt.

Ich halte euch weiterhin auf dem laufenden :hug:
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Montag, 10.12.18, 23:29

Hallo ihr Lieben,

mal wieder ein Update von mir (liest das überhaupt noch wer? :lol: )

Ich freue mich euch mitteilen zu können, dass sich das Problem Ein-und Durchschlafstörungen so gut wie erledigt hat. Seit nun schon ungefähr 10 Tagen ist es deutlich besser. Ich würde sagen ich bin was das Thema Schlafen anbelangt zu 85% wieder der Alte. Ich wache kaum noch auf und selbst das Einschlafen hat sich gut gebessert wenn ich auch hier noch etwas Luft nach oben sehe, aber das ist kein Vergleich von vor paar Wochen, da liegen Welten dazwischen. Man könnte auch sagen jammern auf hohem Niveau.

Ansonsten geht's soweit ganz gut. Hin und wieder habe ich ein paar Momente da bilde ich mir ein ists mitm Kreislauf nicht so prickelnd und ich bin etwas schlapp. Ansonsten kann ich meinen Alltag recht gut bewältigen und bereue es absolut nicht damit aufgehört zu haben. Es hört sich komisch an aber ich fühle wieder, dass ich Lebe. Das wird einem erst wieder bewusst wenn dieses "in Watte gepackt sein" weg ist.

Mit dem Sport und Sauna bin ich noch etwas vorsichtig. Bei Überanstrengung folgen da derzeit Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Ich habe mittlerweile akzeptiert, dass es einfach noch ein bisschen dauert. Die Zeit möchte ich meinem Körper auch geben.

Ansonsten fällt dieses Update tatsächlich relativ kurz und knapp aus. Psychisch geht's mir hervorragend, wenns wo zwickt, dann wirklich körperlich.

Bis denn :hug:
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Jamie » Montag, 10.12.18, 23:37

Hallo Bee :)
(liest das überhaupt noch wer? :lol: )
Ja ich zum Beispiel ;)

Ich finde es hört sich viel versprechend an und ich freue mich über die Verbesserungen in deiner Lebensqualität.

Dass endlich die "Watteumhüllung" weg ist ist große klasse, weil man nun wieder mit dem Leben verbunden ist. Das beinhaltet natürlich nicht nur positive Gefühle, sondern auch Schmerzhaftes, aber genau das ist das Leben und nur so war es auch geplant.
Freud und Leid, Licht und Schatten, Ups und Downs...

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute :group:
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Re: BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von padma » Dienstag, 11.12.18, 11:39

hallo BeeElKay, :)

ich lese auch mit, manchmal mit ein paar Tagen Verspätung, da ich nicht nachkomme.

Es freut mich sehr, dass es sich bei dir so positiv entwickelt. :D
Vielen Dank, dass du uns weiter berichtest, diese Berichte nach 0 sind so wertvoll.

liebe Grüsse,
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