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BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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BeeElKay
Beiträge: 3
Registriert: Sonntag, 17.06.18, 16:22

BeeElKay: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Sonntag, 17.06.18, 16:46

Hallo liebe Forengemeinde,

zuerst zu mir: Ich bin 30 Jahre alt, männlich und habe im Oktober letzten Jahres Escitalopram verschrieben bekommen. Grund waren Depressionen und Angstgefühle, die Hauptsächlich mit meinem Selbstwertgefühl zu tun haben.

Nach nur wenigen Wochen der Einnahme von 5mg ging es mir signifikant besser. Ich hatte wieder Freude an allem, konnte Sachen anpacken, mochte mich selbst wieder und es war eigentlich fast wie früher. So seit ca. 8 Wochen merke ich, dass irgendwas nicht stimmt. Es ist irgendwie manchmal so, als würde ich das Medikament nicht mehr nehmen. Seit ca. 5 Wochen hab ich auch Probleme mit dem Schlafen. Ich möchte gerne länger schlafen - kann aber nicht. Bin dann oft den ganzen Tag müde - sowas wäre mir früher nicht passiert.

Ich bin ein Mensch der unheimlich gerne draußen ist in der Natur. Der die Sonne liebt. Seit ich Escitalopram nehme, beschleicht mich das Gefühl, packe ich die Sonne nicht mehr. Ich bekomme dann unspezifische Kreislaufprobleme - kann es sein, dass Escitalopram den Blutdruck senkt? Ich habe ohnehin das Glück bzw. das Pech einen eher niedrigeren Blutdruck zu haben. Nichtsdestotrotz lasse ich mir das tolle Gefühl draußen zu sein aber nicht nehmen auch wenn ich das meist am Abend büßen muss. Ich sehe blass und abgekämpft aus, hinzu kommt noch die Müdigkeit. Am nächsten Morgen ist dann meist alles wieder gut.

Also habe ich überlegt was ich tun kann. Da ich eh nur 5mg nehme, dachte ich mir vor 4 Tagen, dass ich die Dosis doch mal auf 10mg steigern kann. Gesagt getan und ich bilde mir ein es schadet mir zumindest nicht. Ich merke aber leider, dass ich insbesondere im Gesicht mehr Unreinheiten/Pickel bekomme weshalb ich im Moment eher wieder dazu neige, wieder auf 5mg zurück zu gehen. Da hatte ich soweit keine größeren Probleme. Ich habe zwar auch bei 5mg viele Pickel und rote Flecken an den Beinen bekommen, jedoch stört es mich da nicht so sehr - mit irgendeiner NW hab ich ja gerechnet. Aber im Gesicht....das geht gar nicht.

Jetzt lese ich heute zum ersten mal von diesem Poop out. Mir war das ehrlich gesagt vorher nicht bekannt, dass man so etwas wie eine Akzeptanz entwickeln kann. Wie oben geschrieben bin ich jetzt nach 4 Tagen dazu geneigt wieder auf 5mg runter zu gehen - wäre das jetzt sehr schlimm bzw. habe ich nach 4 Tagen Probleme zu befürchten oder wird mein Gehirn das relativ gut wegstecken?

Tja und Ziel sollte wohl dann sein es auszuschleichen was ich so gelesen habe? Wenn ja, wie lange jetzt auf 5mg bleiben? Ich sollte mir dann vielleicht eher die Tropfen verschreiben lassen wegen einer besseren Dosierung? (Nehme aktuell Tabletten)

Danke für eure Hilfe im voraus :)
Zuletzt geändert von Gwen am Sonntag, 01.07.18, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum

Katharina
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Katharina » Sonntag, 17.06.18, 17:20

Hallo BeeElkay !

Hast Du schon ein wenig quer gelesen was bei den anderen Betroffenen in den Schreibbereichen
Escitalopram/Cipralex/ Citalopram beschrieben steht ?

Es soll nicht erschrecken jedoch zeigt es auf wie viele Erfahrungen verlaufen sind, schau in Ruhe.

Mit den Tropfen ist das Reduzieren einfach und übersichtlich, das ist eine gute Idee ich würde es versuchen und vorallem: Geduld und Zeit.

Wechseln der Dosis-Menge bringt Durcheinander im ZNS.

Alles Gute, einen schönen Sonntag.
Katharina
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BeeElKay
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Registriert: Sonntag, 17.06.18, 16:22

Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Sonntag, 17.06.18, 19:34

Danke Katharina :D

Ja, ein wenig habe ich mich schon eingelesen. Allerdings würde ich jetzt ganz gern erstmal so stabil bleiben - eine Zeit lang. Denke das ist nicht verkehrt oder?

Was das Wechseln der Dosis-Menge betrifft: Ist mir völlig klar, dass das nicht gut ist. Aber wenn es jetzt nicht anders geht, wäre es jetzt nach 4 Tagen schlimm wieder auf mein Normallevel 5mg runter zu gehen?

Jamie
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Jamie » Sonntag, 17.06.18, 20:23

Hallo BeeElKay :)

Willkommen im Forum.

Ich würde sofort auf 5mg zurück gehen, ich denke das geht mit einem blauen Auge vonstatten.
Wenn das Escitalopram bei dir gewisse Nebenwirkungen oder Effekte auslöst, ist es eigentlich kontraproduktiv die Dosis zu erhöhen; es ist ja dann damit zu rechnen, dass die unerwünschten Effekte weiter zunehmen (und nicht abnehmen).

In einer Erstreaktion fühlen sich Dosiserhöhungen - oder Erniedrigungen für den Betroffenen oft erst mal positiv an, nach ein paar Tagen kommen dann aber oft Nebenwirkungen oder Absetzsymptome.

Psychopharmaka greifen in das ZNS ein, deswegen wird öfters auch Sonneneinstrahlung und Hitze nicht mehr so gut vertragen. Du solltest deinen Körper schonen bzw. ein wenig dein Verhalten anpassen.

Einen poop out vermute ich bei dir übrigens noch nicht, poop outs folgen meist auf jahrelangen Konsum an Psychopharmaka.
Es ist naiv gedacht zu sagen, viel hilft viel. Das ist bei AD eben oft nicht der Fall.
Deswegen ist noch kein Wirkverlust abzuleiten. Nur zur Info :).

Haben dir die Ärzte gesagt, dass man Depressionen und ein erniedrigtes Selbstwertgefühl nicht mit AD heilen kann? AD können nur deckeln, einlullen, aktivieren oder betäuben, aber nie ursächlich wirken - es wäre daher gut nach anderen Lösungen zu schauen um deine Probleme anzugehen - Therapie wäre wichtig.

Wenn du dich eh stabilisiert hast, wäre es vielleicht ja auch mal eine Überlegung wert, irgendwann das Medikament wieder auszuschleichen, wenn du dich dafür bereit fühlst (?)

Viele Grüße
Jamie
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von Katharina » Sonntag, 17.06.18, 20:35

Liebe BeeElKay !

Ich kann keine Medikamenten Hinweise geben, da ich mich nicht auskenne.

Un diesem Forum berichte ich ausschließlich über meine Erfahrungen mit Antidepressiva oder Psychofarmka.

Das Antidepressiva Escitalopram habe ich erfolgreich ausgeschlichen
es hat mir schwere Symptome verursacht hat, sie sind jetzt verschwunden.

Es wurde verordnet in Kombination einer Lebertherapie.

Ich wünsche Dir einen guten Austausch
und einen schönen Sonntag Abend.

Liebe Grüße,
Katharina
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Re: Escitalopram Poop Out nach 7 Monaten?

Beitrag von BeeElKay » Sonntag, 17.06.18, 20:49

@Jamie

Alles klar, danke für die Ausführungen. Ich werde dann ab Morgen wieder zu meiner gewohnten 5mg Dosis zurückkehren.

Zum Thema ZNS und Hitze/Sonne: Sehr schade für mich. Ich brauche die Sonne. Aber merke halt wie es mich extrem schlaucht. Auch die schwülen Temperaturen in den letzten Wochen waren für mich teilweise unerträglich, der Blutdruck im Keller. Das wird hart mich anzupassen. Denn das heißt wenn raus dann nur kurz in die Sonne und sonst Schatten und/oder mal öfters drinnen aufhalten :( Aber naja, hilft ja nichts.

Zum Thema Wirkverlust: Okay, das klingt auch einleuchtend. War eben nur so ein Gedanke von mir, bin ja froh zu lesen, dass es eigentlich nicht sein kann.

Thema Selbstwertgefühl: Also so direkt hat mir das keiner gesagt. Weder meine Hausärztin, noch der Neurologe. Aber: Im Endeffekt waren es zum Schluss viele Baustellen und ich habe aufgrund dessen mein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommen. Meine Hausärztin wollte mir viel früher das Medikament verschreiben, ich habe mich aber immer dagegen gewehrt. Bis ich dann an einem Punkt kam an dem ich soweit war an dem mir alles egal war und quasi nicht mehr konnte. Hauptsache es hilft. Und das hat es ja. Es hat zwar nichts an meinem Grundproblem geändert aber es hat bei mir zumindest bewirkt, dass ich die Dinge als nicht mehr so schlimm empfinde, ich mich meist im Spiegel sehen kann und wieder offener auf Menschen zugehen kann und wieder ein relativ normales Leben führen kann. Also irgendwie hat es dann doch geholfen bzw. hilft es. Eine Therapie wäre natürlich sinnvoll, ich bin derzeit am überlegen das in Angriff zu nehmen.

Desweiteren habe ich mich entschieden endlich mit Sport anzufangen. Da hab ich mich auch immer konsequent geweigert weil es mir keinen Spaß macht (habe schon eine gescheiterte Fitnessstudio Mitgliedschaft hinter mir). Aber jeder sagt mir ich soll das unbedingt machen. Also tue ich ausnahmsweise mal was man mir sagt. Ich versuchs einfach, ich hab nichts zu verlieren. Erwarten tu ich nichts aber ich hoffe das beste. Vielleicht kann mich das weiter stabilisieren sodass ich mich in einigen Monaten ans Ausschleichen machen kann. Das wäre mal so mein Plan. Auf Dauer möchte ich es natürlich nicht einnehmen. Vielleicht machts ja jetzt mehr Spaß. Man wird ja auch älter und Dinge ändern sich.

Übrigens super Forum. Wie schnell einem hier geholfen wird find ich klasse :hug:
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