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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: wir sind bisher noch nicht zu einer tragfähigen Lösung gekommen und müssen unseren Aufnahmestopp daher leider länger als geplant aufrecht erhalten.

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Anke13
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Anke13 » Sonntag, 15.07.18, 14:03

Liebe Gioia,

ich danke Dir für Deine liebe Nachricht an mich von heute Mittag und Dein Mitgefühl.

Ich hatte heute Nacht einen psychischen Zusammenbruch, schlimme Depressionen und weine immer noch (Trigger im privaten Umfeld). :cry:

Es ist alles sehr belastend und ich hoffe, ich kann die derzeitige Dosis wenigstens halten. Danke für Deine lieben Wünsche, daß ich es schaffen werde.
Es tut mir leid zu lesen, daß Du auch bettlägerig warst für so lange Zeit.

Ich bin wieder in Tränen ausgebrochen bei Deinen Worten: „Wir alle hier sind stärker, als wir je gedacht haben“. Es stimmt, wir kämpfen hier doch so hart, das kann sich kein normaler Mensch vorstellen. Ich kenne nicht viele Mitglieder im Forum mit denen ich in Kontakt bin aber zwei davon sind suizidgefährdet und ich bin es auch. Und ich möchte lieber nicht wissen, wie viele es noch betrifft bei den über 7.000 Mitgliedern.

Ich möchte mich herzlich bedanken bei Dir und bei allen anderen Foris, die mir so viel Trost und Unterstützung gegeben haben gestern. :group:
Alles Liebe und Gute
Anke
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Diagnosen 2014: Endstadium Burnout/Panikattacken /Angstzustände/diverse Traumata

1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
Fehler 1) Entzug zu sehr in die Länge gezogen
Fehler 2) Dosis ständig verändert von 3 Tabl./nächsten Tag 7 Tabl./nächsten Tag 4 Tabl., etc.

2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
04.Nov.2018 = 14 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Grunderkrankung (Angststörung) tritt wieder auf (Panikattacken)
massive Krankheitsängste /diverse Trigger verursachen Angst

03.12.2018 Aufdosierung 0,5 mg (hilft kaum, da in Toleranz) Schreibfehler !
Aufdosiert mit 5 mg Diaz./ Januar 2019 weiter aufdosiert mit 5 mg (also 10 mg insgesamt)
derzeitige Dosis = leider wieder 24 mg Diaz. :( (Ängste jetzt aushaltbar)


Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von gioia » Sonntag, 15.07.18, 15:24

Liebe Muryell :)
Muryell hat geschrieben:
Sonntag, 15.07.18, 13:53
Liebe Gioia, sorry, dass wir in Deinem Thread so sehr über andere Themen schreiben.
Liebe Muryell, alles alles was ihr da schreibt ist auch mein Thema! Sitz nur da und denk beim Lesen ständig: ja genau, ja genau und ja genau!

Liebe Anke :)
Anke13 hat geschrieben:
Sonntag, 15.07.18, 14:03
Ich hatte heute Nacht einen psychischen Zusammenbruch, schlimme Depressionen und weine immer noch (Trigger im privaten Umfeld).
Das tut mir sehr leid! Ja in unserer Situation ist so was echt echt schlimm. Ich verstehe dich sehr gut! Man hält mit einem kaputten Nervensystem keinerlei Zusatzbelastungen mehr aus! Das ist niemandem erklärbar der das nicht erlebt hat!
Selbst meiner Familie kann ich es bis heute nicht restlos klar machen, was das WIRKLICH bedeutet.

Schnell mal sagt jemand, das geht auf die Nerven oder ich habe halt schwache Nerven. Man sagt das so dahin. Aber niemand begreift den Unterschied zu dem, wenn das Nervensystem so massiv geschädigt ist, dass man nicht mehr lesen, fernsehen, Auto fahren, nicht mal mehr sprechen!! kann ohne zitteranfälle zu kriegen.

Liebe Anke halt durch, wir können nur aushalten! Wünsche dir dass sich das privat bei dir wieder beruhigt und du nicht noch zusätzlichen Stress kriegst.

Alles Gute und baldige Besserung! :hug:
Gioia
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Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von gioia » Sonntag, 15.07.18, 15:45

Hallo Lena :)
LenaLena hat geschrieben:
Sonntag, 15.07.18, 13:06
Und dann wird, wie Carlotta richtig sagt, überall suggeriert, dass man ohne diese Tablettchen nicht mehr aus der Krise rauskäme
Ja das ist es! Das ist ja iwie gängige Meinung. Ich selbst hab mir auch damals gedacht, aha na gut, wenn mir das hilft wieder schneller da rauszukommen, na gut, dann nehme ich das halt mal vorübergehend.
Dass es in einer einzigen Katastrophe enden würde, woher sollte man das bitte wissen?

AD werden heute so leicht verschrieben wie Aspirin. Sehe das jetzt auch im Umfeld! Erschreckend wie viele Menschen so was schlucken! :zombie:

Liebe Grüße
Gioia
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04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
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10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von LenaLena » Sonntag, 15.07.18, 23:22

Liebe Gioia,
gioia hat geschrieben:
Sonntag, 15.07.18, 15:24
Schnell mal sagt jemand, das geht auf die Nerven oder ich habe halt schwache Nerven. Man sagt das so dahin. Aber niemand begreift den Unterschied zu dem, wenn das Nervensystem so massiv geschädigt ist, dass man nicht mehr lesen, fernsehen, Auto fahren, nicht mal mehr sprechen!! kann ohne zitteranfälle zu kriegen.
Sehr gut ausgedrückt!
Ich bin immer total erleichtert, wenn ihr so etwas sagt bzw so passend formuliert, was ich genau so auch erlebt habe und wo ich keine Worte dafür finde ... Erleichtert deshalb, weil man sich weniger allein fühlt.
Ich konnte einige Monate kein einziges Telefonat führen, ohne nach 2 min so sehr zu zittern, dass man es an meiner Stimme gehört hat. Ich sah aus, als hätte ich Parkinson!!
(wenn ich das weitergetrieben habe, also das Telefonat nicht beendet habe, hat mein Körper so große Überforderungsgefühle gezeigt, bis ich eine Panikattacke hatte, die sich gewaschen hat...)
Dasselbe beim TV schauen oder wenn ich im Internet etwas las, was mich etwas aufgewühlt hat ... ich konnte oft nicht mal am Stück eine Nachricht hier ins Forum tippen, weil mich in der Mitte die Nerven im Stich gelassen haben, so dass ich speichern und pausieren musste :party:

Aber selbst für die, die das von außen sehen, ist es nicht begreiflich, was da genau los ist. Es ist ja kaum für uns begreiflich...

Euch allen viel Kraft!
LG Lena
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Jofab » Montag, 16.07.18, 10:32

Ihr Lieben :group:

kann mich euch nur anschliessen. Ich habe eben in meinem Thread so jammern wollen, mich aber geschämt, es
abzuschicken. Und jetzt lese ich zum Glück, was ihr geschrieben habt.
Jetzt brauche ich das nicht mehr.
Ich merke, wie ich etwas ruhiger werde.

Immer fange ich an zu jammern, wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht verstanden werde.
Dann versuche ich zu erklären, zu beschreiben...mich zu rechtfertigen...warum die gut gemeinten Vorschäge nicht
möglich sind. Mir nicht möglich sind.
Dann fühle ich mich undankbar, schuldig.

Selbst hier im Forum passen nicht alle Ratschläge für mich.
Was bei anderen möglich ist, geht bei mir vielleicht nicht. Aber das kann ich nur ausprobieren und muss
es dann selbst beurteilen.

Wenn ich mich nur richtig bemühen würde....dann ginge es mir auch besser.
Und das erlebe ich ständig.
Gestern wieder im Meeting. Einige dort haben ja Heroin entzogen.
Aber ich merke, dass sie Tablettenentzug nicht kennen und es mit ihrem eigenen Entzug vergleichen.

Was Neuroemotionen sind, wissen sie nicht.
Das der Entzug Jahre dauert - ist ihnen unvorstellbar.

Was uns hier unterscheidet, sind nur die Auswirkungen.
Lena, dir war es z.B.unmöglich zu telefonieren. Und ihr habt diese extreme Schäche.

Ich habe solch eine innere Unruhe, dass ich es auf der Couch nicht aushalte. Ich kann kaum stillsitzen.
Mich auf nichts konzentrieren - ich vibriere innerlich die ganze Zeit.

Und dadurch kann ich mich nicht ablenken - durch nichts !
Dazu kommen die Neuroemotinen.

Auch du, Muriel - hast neulich geschrieben, dass es dir vielleicht nicht möglich ist, Klaus Bernhardt zu lesen.

Wer soll das denn bitte ausser uns nachvollziehen können ???

Ich wünsche uns allen einen erträglichen Tag, den wir wieder irgendwie überstehen werden.
Danke, dass ihr da seid. Ohne euch wäre es unerträglich.

Liebe Grüsse
Ilse
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von LenaLena » Montag, 16.07.18, 10:45

Ach Ilse,

glaub mir, ich verstehe haargenau, was du meinst.
Ich frage mich manchmal, ob der Entzug uns deshalb noch schwerer vorkommt als ohnehin schon - weil wir etwas haben, das ärztlich und somit von der Gesellschaft nicht anerkannt und akzeptiert wird.

Ich finde es UNFASSBAR, dass wir im 21. Jh. leben und es geschafft wird, Millionen Menschen an legale Drogen zu bringen, sie dann im Entzug alleine dahinvegetieren zu lassen und das Ganze auch noch zu verheimlichen und uns unsere Erfahrungen abzusprechen mit zigtausend anderen Erklärungsversuchen.
Das könnte doch ohne weiteres eine Situation aus dem Mittelalter sein!!!

Du scheinst starke Akathisie zu haben - solche Beschreibungen, dass man nicht ruhig sitzen kann, habe ich häufig im amerikanischen Forum gelesen. Das kenne ich zB nur phasenweise und eher mild. Muss schrecklich sein... aber es geht vorbei, das habe ich immer wieder gelesen :)
Jofab hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 10:32
Wenn ich mich nur richtig bemühen würde....dann ginge es mir auch besser.
Solche Ratschläge sind überhaupt die besten :frust: :frust: :frust:
Egal bei was!!! Einer Freundin, sie hat eine Angststörung (nimmt keine PP), wurde das kürzlich auch gesagt, als sie jemandem erzählte, warum sie nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann...
Ich staune manchmal direkt über die komplette Empathielosigkeit der Menschen!
Ist es nicht drin, sich wenigstens ein KLEIN wenig in einen anderen reinzufühlen?? Auch wenn man seine Situation gerade nicht nachvollziehen kann?

Es ist schockierend, wo wir gelandet sind, wenn selbst Heroinabhängige uns nicht verstehen.

Leute, ich bin gerade dabei, medial etwas anzukurbeln, und könnte beizeiten eure Hilfe gebrauchen (und zwar, dass ihr eure Leidensgeschichten dann wohin mailt), wenn es klappt. Würde mich dann noch mal melden.
Wir müssen durch unsere große Anzahl einen Druck schaffen, dem irgendwann nicht mehr standzuhalten ist.

Liebe Grüße :)
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Anke13 » Montag, 16.07.18, 11:12

Hallo Lena,

möchte zu Deinem Beitrag von gestern Abend (Sonntag) noch was schreiben:

Das Thema telefonieren: ich habe ja immer noch meine Telefon-Phobie (alle Telefone/Handy ausgestellt) und Bekannte, Bruder, Freunde halten mich sozusagen für „plemplem“. So was gibt es einfach nicht, so eine Angst und basta.

Ich hatte ja am 10.1.18 den Thread eröffnet: „Warum ist Telefonieren nicht möglich“ und es waren doch recht viele Antworten gekommen und Du hattest auch was dazu geschrieben am 22.1.18.

Manchmal muß ich dann dennoch telefonieren für 2 Minuten und ein Folgerezept bei der Praxis bestellen. Eigentlich nicht Schlimmes….Aber schon vor dem Anruf dreht sich mir der Magen um, ich bekomme Panik und Schweißausbrüche. Schnell alles wieder ausstellen danach.

Ich habe vorher auch geglaubt, ich „ticke“ nicht ganz richtig, was hat das mit Entzug zu tun.

Wenn ich ein neues Problem oder Symptom habe was ich mir nicht erklären kann, lese ich nach auf dem Forum „Benzos Buddies“ und siehe da, es geht den Anderen dort auch so und ich bin dann erleichert, daß es doch mit dem Entzug zu tun hat.

Es ist einfach unglaublich, was dieses :censored: zeug mit uns anrichtet und das Schlimme ist daran, daß keiner uns versteht. :frust:

Kontakte habe ich alle abgebrochen zu Bruder, Freunde,etc. weil es mir nicht gut tut und ich mich schützen muß um den Entzug zu überstehen. Auch bei „Benzo Buddies“ geht es vielen genau so. Ich bin „normal“ !!! Der Körper und das ZNS brauchen jetzt alle Kraft um das Ganze wieder in den Griff zu bekommen, die Neurotransmitter wieder geordnet werden, etc.

Ich wünsche Euch allen ganz viel Kraft und hoffe, ich konnte was dazu beitragen, falls Jemand sich für „nicht normal“ hält.
Liebe Grüsse :group:
Anke
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Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
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2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von LenaLena » Montag, 16.07.18, 11:19

Hi Anke,

ja ich weiß noch, dass wir uns damals darüber ausgetauscht haben :) Ich kann tatsächlich mittlerweile wieder telefonieren, und wenn ich einen guten Tag habe, auch mal für länger. Kürzlich fast eine Stunde :party2: Danach allerdings bin ich so bedient, dass ich mich hinlegen und ruhen muss...

Du machst das gut! Ich hab mich auch lange abgeschottet, und es war genau das Richtige!!

Der Entzug von Psychopharmaka ruiniert einfach das Nervensystem. Nervenkostüm sagt man auch dazu. Kein Wunder, dass man Symptome hat wie ein psychisch Kranker. Der Entzug löst dadurch ja mehr oder weniger wirklich eine "Krankheit" aus, wenn auch auf völlig anderem Wege als es bei einer wirklichen Erkrankung der Fall ist.
Dementsprechend hab ich auch gar nicht soo wenig Unverständnis, dass Ärzte das oft verwechseln - aber irgendwann muss man doch bitte mal den Zusammenhang herstellen. Wenn alle den gleichen gemeinsamen Nenner haben - gerade Tabletten abgesetzt - dann muss man das doch irgendwann auch kapieren. Oder besser: Zugeben, auch wenn man dabei das Gesicht verliert.

Und wieder hoffe ich, dass es Karma gibt.

LG :)
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von gioia » Montag, 16.07.18, 12:52

Liebe Lena, liebe Anke :)


Ja das mit dem Telefonieren war bei mir ganz genau gleich. Es hat mich so angestrengt und alles hat gezittert. Das Zittern war bei sowieso monatelang ein gruseliges Thema. Hab auch ausgeschaut wie bei Parkinson, siehe meine Signatur :?

Innerlich und äußerlich, einfach grausam! Dann konnte ich z.B. beim Fernsehen kaum mehr was ertragen. Wenn Musik kam, die nur ansatzweise etwas düster war, musste ich sofort aus dem Zimmer gegen, weil meine Nerven komplett verrückt gespielt haben, so wie ihr schreibt ein totales Überforderungsgefühl, Schwäche, zittern, alles spielt verrückt. Wegen etwas Filmmusik! :shock:

Danke für die gute burnout Behandlung!

LenaLena hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 10:45
Leute, ich bin gerade dabei, medial etwas anzukurbeln, und könnte beizeiten eure Hilfe gebrauchen (und zwar, dass ihr eure Leidensgeschichten dann wohin mailt), wenn es klappt. Würde mich dann noch mal melden.
Wir müssen durch unsere große Anzahl einen Druck schaffen, dem irgendwann nicht mehr standzuhalten ist.
Liebe Lena, jederzeit gerne! :)
Jofab hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 10:32
Wer soll das denn bitte ausser uns nachvollziehen können ???

Liebe Ilse, ja das macht es schwierig für uns! Jeder hat eine ganz unterschiedliche Symptomatik und deshalb ist auch für Ärzte viel leichter alles auf die Psyche zu schieben......kein Beinbruch mit klarem eindeutigen Röntgenbeweis.... :?

LenaLena hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 11:19
Und wieder hoffe ich, dass es Karma gibt.

Jaaaa, DAS hoffe ich auch! :zombie:

Liebe Grüße
Gioia
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Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von gioia » Montag, 16.07.18, 13:08

Liebe Anke :)
Anke13 hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 11:12
Kontakte habe ich alle abgebrochen zu Bruder, Freunde,etc. weil es mir nicht gut tut und ich mich schützen muß um den Entzug zu überstehen.
Ja das ist genau das Richtige! Ich habe auch gemerkt, dass ich Menschen, die mich schon im gesunden Zustand ,genervt' haben, so wie das halt jeder kennt :wink: , in meinem Ausnahmezustand nicht mehr ertragen konnte. Und das mein ich wirklich körperlich!! nicht mehr ertragen konnte. Der reine Selbstschutz.
Ich glaube kaum, dass das jemand verstehen kann, der das nicht GESPÜRT hat. :?

Es gibt im englischsprachigen Raum viele Videos von Leuten, die Ähnliches erlebt haben oder gerade erleben :( , ich frage mich, ob hier bei uns einfach das Tabu zu groß ist für so was.

Aber auch dort wird ja das alles vehement von Ärzten weiter negiert und heruntergespielt.

Wir sind unsichtbar! :?

Liebe Grüße
Gioia
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Anke13 » Montag, 16.07.18, 16:07

Liebe Gioia, (liebe Burnout Leidensgenossin), :)

danke Dir herzlich, daß Du mich bestärkst, daß ich das Richtige tue indem ich die Kontakte abgebrochen habe. Ich habe es ja auch körperlich gemerkt, daß meine Darmkrämpfe dann schlimmer wurden und vor allem der Brechreiz (hätte Ko…können).

Bevor ich mich angemeldet hatte im Forum hatte ich viele Videos gesehen bei youtube und saß weinend am PC als ich dieses reale!! Leid gesehen habe. Deshalb hatte ich einen Fall, der mich besonders betroffen gemacht hatte ins Forum gestellt und Oliver hatte es so eingerichtet, daß man mit einem Klick gleich auf das Video kommt. Eine hübsche junge Frau, Fotomodell, 4 Fremdsprachen und dann kam der Schock (Gänsehaut), wie sie nach der Einnahme von Alprazolam (Xanax) aussah. Das hat mich so getroffen, so wollte ich nicht enden. :shock:

Vor allem in den USA zeigen Viele youtube Videos und es sehen alle Nachbarn, Verwandte, Freunde,etc. und keiner schämt sich vor der Kamera zu weinen und ihre Geschichte zu erzählen.

Hier ist es einfach ein TABU ! Ich habe viele Fotoshootings machen lassen (auch noch mit 50 Jahren) und klar gab es Visagistin, etc. ABER: diese strahlenden Augen die ich hatte und dieses glückliche Lächeln, das kam von innen heraus ! Jetzt sehe ich aus, wie die Frau in dem Video :(

Meine Ärztin überläßt mir den Entzug und hat zugegeben, daß sie wie die meisten Ärzte auch wenig Ahnung hat über Benzos und ADs und ob ich mir vorstellen könnte nach erfolgreichem Entzug Vorträge zu halten für Ärzte und auch Betroffene. Hat mich vom Hocker gehauen, selten daß ein Arzt sowas zugibt.

Ich denke auch, wir müssen mehr wachrütteln und aufmerksam machen auf die Gefährlichkeit dieser Medikamente. Und wenn wir es nur schaffen, wenigstens ein paar Leute zu retten ist es besser als nichts zu tun.

Liebe Grüsse und alles Gute
Anke
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Diagnosen 2014: Endstadium Burnout/Panikattacken /Angstzustände/diverse Traumata

1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
Fehler 1) Entzug zu sehr in die Länge gezogen
Fehler 2) Dosis ständig verändert von 3 Tabl./nächsten Tag 7 Tabl./nächsten Tag 4 Tabl., etc.

2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
04.Nov.2018 = 14 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Grunderkrankung (Angststörung) tritt wieder auf (Panikattacken)
massive Krankheitsängste /diverse Trigger verursachen Angst

03.12.2018 Aufdosierung 0,5 mg (hilft kaum, da in Toleranz) Schreibfehler !
Aufdosiert mit 5 mg Diaz./ Januar 2019 weiter aufdosiert mit 5 mg (also 10 mg insgesamt)
derzeitige Dosis = leider wieder 24 mg Diaz. :( (Ängste jetzt aushaltbar)


Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von gioia » Montag, 16.07.18, 17:55

Liebe Anke :)
Anke13 hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 16:07
Ich denke auch, wir müssen mehr wachrütteln und aufmerksam machen auf die Gefährlichkeit dieser Medikamente. Und wenn wir es nur schaffen, wenigstens ein paar Leute zu retten ist es besser als nichts zu tun.
Ja liebe Anke, das denke ich mir auch so oft, vor allem auch wenn ich solche Videos sehe auf YouTube. Das ist herzzerreißend und niederschmetternd was man da sieht! Es bricht einem das Herz so was zu sehen!

Wie und wo habt ihr denn das mit dem Video reingestellt?

Mich bewegt nämlich auch seit schon einigen Monaten ein Fall so sehr, es ist unfassbar, was diese arme Frau aushalten muss. Bei ihr geht es um einen Kaltentzug (vom Arzt) von Escitalopram und Xanax war dann später auch noch im Spiel. Man hat keine Worte für so viel Leid.
Habe auch schon bei meiner Krankenkasse auf den Fall aufmerksam gemacht und meine Betreuerin hat gesagt, sie schaut sich das an.

Ich hoffe du fühlst dich heute bisschen besser als gestern! :hug:

Liebe Grüße
Gioia
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04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Jofab » Montag, 16.07.18, 19:04

Liebe Gioia - Lena - Anke,
LenaLena hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 10:45
Ich frage mich manchmal, ob der Entzug uns deshalb noch schwerer vorkommt als ohnehin schon - weil wir etwas haben, das ärztlich und somit von der Gesellschaft nicht anerkannt und akzeptiert wird.
Mir geht es auf jeden Fall so. Nicht einmal die Ärzte kennen sich aus - ich fühle mich wie eine Geächtete !
LenaLena hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 10:45
Leute, ich bin gerade dabei, medial etwas anzukurbeln, und könnte beizeiten eure Hilfe gebrauchen
Liebe Lena - ich bin auf alle Fälle dabei !
LenaLena hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 10:45
Wir müssen durch unsere große Anzahl einen Druck schaffen, dem irgendwann nicht mehr standzuhalten ist.
Was wir können - ist schreiben ! Damit müsste doch etwas auszurichten sein.
Ich denke da z.B. an die Sendung "Visite" im NDR.

Nicht als Forum, sondern jeder für sich. Wenn sie sehr viele Zuschriften bekommen, können sie das Thema
doch nicht ignorieren. Wir müssen an die Öffentlichkeit.
Letztes Jahr im Mai haben sie schon einmal eine Sendung zu dem Thema gebracht.
War jetzt nur eine Idee.

Ja liebe Lena - das ist bei mir im weitesten Sinne Akathisie.
Fluox. ist ja ein antreibssteigerndes SSRI.
Zu Anfang des Entzuges war das schlimm. Ich bin aus dem Bett gesprungen und im Park herumgerannt.
Hier morgens zu sitzen und zu schreiben wäre unmöglich gewesen.

Es hat sich dann tatsächlich nach ein paar Monaten abgeschwächt. Das ich mich mit nichts beschäftigen
kann, ist geblieben.
gioia hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 12:52
Liebe Ilse, ja das macht es schwierig für uns! Jeder hat eine ganz unterschiedliche Symptomatik und deshalb ist auch für Ärzte viel leichter alles auf die Psyche zu schieben......kein Beinbruch mit klarem eindeutigen Röntgenbeweis.
Ja - das ist das Problem ! Und es ist ein Tabu - genau wie Anke sagt ! Trotzdem wird es auf Dauer plublik werden, davon bin ich überzeugt.

Ich wünsch uns allen einen Abend mit wenig Symptomen !

Liebe Grüsse :group:
Ilse
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Murmeline » Montag, 16.07.18, 19:20

Liebe Ilse,

Bei NDR Visite wurde das Thema ja schon mal etwas aufgegriffen. https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 47#p190547

Grüße, Murmeline
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von LenaLena » Dienstag, 17.07.18, 9:30

Hallo,

ja bitte, alles, was wir tun können, ist schreiben, also schreibt Briefe :)
Ich muss allerdings sagen, je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr sieht man, dass beinahe schon jeder renommierte Sender, jedes Magazin etc mal was darüber gebracht hat ... und trotzdem passiert nichts! Das gibts doch nicht!?
Aber wie Anke sagt, besser, wir retten damit ein paar Leute, die das hören, als keinen.
Anke13 hat geschrieben:
Montag, 16.07.18, 16:07
Meine Ärztin überläßt mir den Entzug und hat zugegeben, daß sie wie die meisten Ärzte auch wenig Ahnung hat über Benzos und ADs und ob ich mir vorstellen könnte nach erfolgreichem Entzug Vorträge zu halten für Ärzte und auch Betroffene. Hat mich vom Hocker gehauen, selten daß ein Arzt sowas zugibt.
Das ist ja toll! :)
Ich wurde auch schon von Betroffenen gebeten, doch bitte Vorträge für Fachärzte zu halten :D Aber schon traurig - ich befasse mich erst seit einem einzigen Jahr mit der Materie, genau gesagt ist es noch gar kein Jahr, und habe schon mehr Ahnung davon als 99% der Ärzte. Mir will (und möchte) es nicht in den Kopf, warum ein Facharzt das nicht auch so machen kann? Ärztliche Fortbildungen hin oder her, einfach mal Augen aufmachen, aufmerksam Patientenberichten lauschen oder Erfahrungen im Internet, wo heute ja wirklich jeder alles erzählt, zu lesen, um ein vollständiges Bild zu bekommen?
Meiner Meinung nach haben diese Mediziner gründlich ihren Beruf und ihre Verantworung verfehlt.
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Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme und gesunde Ernährung, Passionsblumentropfen
Mein Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=14041

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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Jofab » Dienstag, 17.07.18, 10:23

Hi - guten Morgen :)

Liebe Lena,
LenaLena hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 9:30
ls 99% der Ärzte. Mir will (und möchte) es nicht in den Kopf, warum ein Facharzt das nicht auch so machen kann? Ärztliche Fortbildungen hin oder her, einfach mal Augen aufmachen, aufmerksam
LenaLena hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 9:30
Patientenberichten lauschen oder Erfahrungen im Internet, wo heute ja wirklich jeder alles erzählt, zu lesen, um ein vollständiges Bild zu bekommen?
Genau so ist es ! Spätestens, als die ersten Berichte dieses Problems aufgetaucht sind, hätten doch bei den
Ärzten die Alarmglocken läuten müssen !
Ich frage mich immer, ob ich bei meinem Neurologen die Einzige bin mit dem Problem !

Er hat wahrscheinlich nicht bedacht, dass ich im Jahr davor schon einmal abgesetzt hatte !
Und hier aus dem Forum wissen wir, dass jeder Entzug schwieriger wird.

Und das weiss in Neurologe nicht ???

Grüss euch - bis später ..... :group:
Ilse
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 17.07.18, 10:46

Hallo, Leute.

Ich denke ja: Das interessiert die Psychiater/Neurologen gar nicht. Es steht in keiner Behandlungsleitlinie, wird in keiner Fortbildung gelehrt und: nicht honoriert.
Ärzte sind auch nur Menschen, die irgendwann mal von uns angenervt sind und Feierabend/Urlaub haben wollen, nachdem sie genug Geld dafür verdient haben :wink: .
Ich sehe das total nüchtern und mache deswegen schon lange mein Ding alleine.

VG von Clarissa.
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früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 4 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 17.07.18, 10:47

Hallo Leute!

Patientenberichten wird leider viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es gibt einige Artikel inzwischen, beispielsweise den hier:
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=10603

Oder auch hier
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=15197

Aber es gibt keien Fortbildungszirkel, in denen das besprochen wird :(

Grüße, Murmeline
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von gioia » Dienstag, 17.07.18, 11:45

Liebe Ilse :)
Jofab hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 10:23
Ich frage mich immer, ob ich bei meinem Neurologen die Einzige bin mit dem Problem !
Ja das frage ich mich auch oft, in welchem Verhältnis das alles ist. Weil hier im Forum sind ja eben nur die Leute die Probleme haben damit.
Aber weißt du, ich denke mir immer mehr dass die vielen Frühberentungen im psychischen Bereich auf die Medikamente zurückzuführen sind. Ich mein, schau uns doch alle an, wie viele von uns deswegen aus der Arbeitswelt geflogen sind.
Ich möchte gerne arbeiten, aber bin wie aus dem Leben geschossen wurden durch das Zeug.

Murmeline hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 10:47
Aber es gibt keien Fortbildungszirkel, in denen das besprochen wird

Ja ich denke, das Problem ist, dass solche Studien nie bei Ärzten landen. Ich meine, Ärzte haben, wie Clarissa schreibt auch nur gewisse zeitkapazitäten. Sie müssen Fortbildungen machen, die viel Geld kosten und werden deswegen oft von Pharmafirmen zu ,Fortbildungstagungen' eingeladen. ....und dort mit Pharmalobbyinfo zugeschüttet.

So dann sind sie wieder in Praxis oder Klinik zurück und der ,normale' Arbeitsalltag hat sie wieder. Das war's dann :?

LenaLena hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 9:30
Ärztliche Fortbildungen hin oder her, einfach mal Augen aufmachen, aufmerksam Patientenberichten lauschen oder Erfahrungen im Internet, wo heute ja wirklich jeder alles erzählt, zu lesen, um ein vollständiges Bild zu bekommen?

Ja genau, so würde man glauben! Aber ich denke dass da auch eine ganz große Verdrängung da sein muss. Vor allem bei Psychiatern, deren EINZIGES Instrumentarium diese Medikamente sind.
WELCHES Interesse hat ein Psychiater seine Patienten von PP loszukriegen? Er würde sich selbst wegrationalisieren.

Bei Neuroloen ist das bisschen was anderes, weil sie auch noch andere Gebiete abdecken, die eben das Gehirn an sich betreffen.

Gwen Olsen beschreibt das sehr gut in diesem Video, dass Psychiater eher kein Interesse haben, PP abzusetzen.

https://m.youtube.com/watch?v=5SNRxxyIwIg

Ich finde es auch sehr schade dass es keine Selbsthilfegruppen in diesem Bereich gibt. Hab mal geschaut bei uns. Für jeden Pipifax gibt es was, aber für so was nicht. :frust: man könnte sich sonst ja viel besser zusammenschließen!

Liebe Grüße
Gioia
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JofabMuryell
Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

LenaLena
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Re: gioia: Escitalopram,Mirtazapin, Pregabalin, Hölle pur

Beitrag von LenaLena » Dienstag, 17.07.18, 15:27

Hey,

naja, aber Ärzte, die sich nicht für Patientenberichte interessieren ... das ist per se schon sehr absurd, oder?? Das ist wie ein Koch, der nicht wissen möchte, wie es seinen Bekochten geschmeckt hat ... Das passt einfach nicht. Ist nicht logisch. Beruf und Feierabend hin oder her ...!

Aber natürlich, wie du, Gioia, richtig sagst, und auch Clarissa, will ein Psychiater das gar nicht (meine Psychiater waren übrigens allesamt AUCH Neurologen!). Ich habe auch irgendwann in meiner Behandlungszeit begriffen, dass deren einziges Instrumentarium und einzige Handlungsweise nun mal Psychopharmaka sind.
Sie würden sich nicht nur selbst überflüssig machen, es würde auch ihr gesamtes Weltbild zusammenkrachen, wenn sie hören würden, dass 100% dessen, was sie machen, großes Unheil bringen kann. Daher fast schon nachvollziehbar, dass es da so große Verdrängung und Negation gibt.
Und wir leiden drunter.

gioia hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 11:45
Ja das frage ich mich auch oft, in welchem Verhältnis das alles ist. Weil hier im Forum sind ja eben nur die Leute die Probleme haben damit.
Es wurde ja mal medikamentendifferenziert getestet (steht irgendwo hier im Forum), und 50-60 % der Menschen hatten (verschiedentlich schwere) Probleme beim Absetzen!
Selbst wenn nun nur 20 Prozent davon richtig schlimm betroffen sind, wäre das doch genug, um so ein Zeug nicht auf dem Markt zu lassen!?
Jemand hier im Forum hat es mal passenderweise so formuliert: Das ist, wie wenn ein Autohersteller Autos vom Band lässt, bei denen bei 20% die Bremsen nicht funktionieren, aber einfach alle auf Risiko ausliefert.

Aber, wie in jeder wirtschaftlichen Branche, ob Pharma, Lebensmittelindustrie oder Automobilhersteller - es zählt nur das Geld, die ständige Profitsteigerung. Alles andere wird beiseitegelassen.

gioia hat geschrieben:
Dienstag, 17.07.18, 11:45
Ich finde es auch sehr schade dass es keine Selbsthilfegruppen in diesem Bereich gibt. Hab mal geschaut bei uns. Für jeden Pipifax gibt es was, aber für so was nicht. :frust: man könnte sich sonst ja viel besser zusammenschließen!
Doch :) Die erste in Deutschland (Bergisch Gladbach) wurde gerade gegründet :) Von einer, die hier im Forum ist :) Eine echte, offizielle SHG :)

LG Lena
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JofabgioiaKaenguruMuryell
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Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

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