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Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

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Mariamey
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Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Mariamey » Freitag, 02.08.19, 22:57

Hallo,
ich bin auf euer Forum gestoßen aufgrund des Artikels des verstorbenen Brat Verett.
https://www.benzoinfo.com/2017/10/12/hi ... opulation/

Ich habe selber noch nie ein Psychopharmaka genommen und war bis Mitte 30 psychisch und neurologisch kerngesund. Mit der Einnahme eines Fluorchinolons (Ciprofloxacin) änderte sich das schlagartig. Folgende Zns Symptome traten auf:
- Panikattacken in den ersten Monaten nach der Einnahme
- visuelle Halluzinationen
- generalisierte Angststörung (extremes Angstgefühl ohne zu wissen vor was)
- Depersonalisation (habe mich in Spiegel nicht erkannt)
- Derealisation
- Brainfog
- wenn ich meine Augen schloss, schossen mir im Sekundentrakt grässliche Bilder durch den Kopf
- massive, stark impulisve Zwangsgedanken ( meinen Kindern etwas antun wollen)
- starke Vergesslichkeit und kognitive Probleme
- Wortfindungsstörung
- starke Licht- und Lärmepfindlichkeit (lichtempfindlich vorallem bei künstlichem Licht)
- massiver einseitiger Schwindel
- bei geschlossenen Augen kurz vor dem Schlaf: blinkende Lichter, Lichtkarusselle
- massive Insomnia

Körperlich kamen dazu:
- massive Muskelzuckungen
- Tachycardien von jetzt auf gleich
- massive Übelkeit mit starker Gewichtsabnahme
- plötzliche Hypoglykämien
- Gefühl des erstickens
- Globusgefühl
- Atemnot
- Gangstörung

Typisch auch folgende Symptome (eher Nicht für Benzo typisch):
- Achillessehnen- und Plantarfaszienentzündung sowie Entzündung weiterer Sehnen am Körper
- Glaskörperabhebung
- Neuropathien
- stark vermindertes AtP und stark erhöhte Peroxidwerte als Zeichen eines oxidativen Stresses

Die Symptomatik der Fluorchinolone ZNS Toxizität mit dem Benzo Absetzsyndrom sind fast 1:1 identisch. Daher bin ich auf der Suche nach weiteren Mechanismen dieser beiden iatrogenen Krankheitsbilder. Beim Benzo Entzug wird- nach meiner aktuellen Recherche- das Gaba A System herunterreguliert. Das ZNS benötigt Monate bis Jahre, bis es diese Rezeptoren wieder heraufreguliert. Vermutlich wird auch das NMDA System auch hochreguliert, sodass es zu dieser überschießenden Reaktion kommt.
Bei den Fluorchinolone werden die GABA A Rezeptoren antagonistisch von diesen medikamenten besetzt.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/9266796/
https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com ... .tb03744.x
https://link.springer.com/article/10.21 ... 1020-00005
Auch das NMDA System wird langfristig aktiviert. Daraus resultieren anscheinend die gleichen Symptome.

Wir aus der Flox Szene gehen auch davon aus, dass Flurochinolone nicht nur antagonistisch die GABA A Rezeptoren hemmen, sondern langfristig infolge von oxidativem Stress oder eines anderen Mechanismuses irreversibel zerstören.

https://floxiehope.com/2017/10/09/fluor ... al-beware/

Ich möchte persönlich in diesem Forum gerne mitlesen und - auch wenn ich persönlich keinen Entzug mitmache- von den Erfolgsgeschichte für mich und andere Floxies Hoffnung schöpfen. Wir haben zwar unterschiedliche Geschichten, aber unser Leidensweg ist recht ähnlich.
Ich bin nun im 3. Jahr postflox ( nach der letzten Tablette) und habe noch immer ein Aufflammen einiger Symptome. Ich bezeichne mich als 80% geheilt.

Ich wünsche euch allen alles Gute!
Zuletzt geändert von padma am Freitag, 02.08.19, 23:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Threadtitel um Benutzernamen ergänzt
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Towanda
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Towanda » Freitag, 02.08.19, 23:40

Hallo Mariamey,

willkommen hier!

Du bist über FCs sehr gut informiert, wahrscheinlich kennst Du auch das Fluorchinolone-Forum.

Du hast recht, die Symptome sind sehr ähnlich, aber die Behandlung ist sehr unterschiedlich. Ich bin selber gefloxt und mache seit einem Jahr eine Mitochondrientherapie mit einer Vielzahl an NEMs. Inzwischen bin ich einigermaßen beschwerdefrei.

Leider bin ich, da ich von FC anfangs nichts gewußt habe, in die PP-Falle getappt und reduziere nun sehr schonen ein Antidepressivum.

Gruß, Towanda
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26.09.19 - 1,95 mg Mirtazapin
24.10.19 - 1,65 mg Mirtazapin
20.11.19 - 1,40 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
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3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


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Mariamey
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Mariamey » Samstag, 03.08.19, 20:51

Hallo towanda,
ja das Forum kenne ich und lese da täglich mit. Das Team hat einen sehr hohen Erfahrungsschatz, bin denen sehr dankbar. Mit der Mito bezogenen Therapie habe ich die körperlichen Beschwerden eigentlich komplett in den Geiff bekommen.
Jedoch werden die Zns Symptome- die bei mir enorm waren- in dem Forum wenig besprochen. Hätte ich nur die körperlichen FQ Symptome gehabt, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass FQ so schädlich sind. Ich war sehr nahe an einer Psychose- von jetzt auf gleich- ohne jemals vorher irgendwelche neurologischen oder psychiscjen Probleme gehabt zu haben.

Wie haben sich deine Symptome entwickelt?
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Towanda » Samstag, 03.08.19, 21:57

Hallo Mariamey,

ich hatte zuerst nur psychische Symptome, Angstzustände, Hypochondrie, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit. Sehnen- und Muskelschmerzen kamen erst später dazu.
Die psychischen Symptome habe ich mit dem AD nach 6 Wochen gut in den Griff bekommen, die körperlichen Beschwerden sind schon viel weniger geworden, aber noch nicht ganz weg.

Gruß, Towanda
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Annanas » Freitag, 09.08.19, 20:49

 ! Nachricht von: Annanas
Hallo Kikolina, habe dir hier einen eigenen Thread erstellt: https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 58#p317858

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Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Mariamey » Dienstag, 19.11.19, 19:52

Hallo,

kennt jemand diese komischen Adrenalinschübe, die einen zu Schlafbeginn aus dem Schlaf reissen (Tachycardie, bunte Bilder sehen, eine Art Panikgefühl aber ohne Angst) und dann wellenförmig kommen? Der Spuk ist meist etwa nach 2 Stunden vorbei.

Kennt jemand dieses Symptom (alles abgeklärt organisch) und die Erklärung dahinter?

Danke
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von FineFinchen » Dienstag, 19.11.19, 19:55

Hallo Mariamey, :-)

bitte koppel Deine Signatur an Dein Post hier an. Sonst weiß ja niemand, mit wem er es zu tun hat und dann fällt das Antworten schwerer.

Grüße
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
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Mariamey
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Mariamey » Dienstag, 19.11.19, 20:00

Tut mir leid, wie geht das? Blicke hier noch nicht ganz durch

Danke!
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Mariamey
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Mariamey » Dienstag, 19.11.19, 20:01

Habe diesbezüglich nur diese Thread eröffnet

viewtopic.php?f=35&t=16715&p=316558#p316558
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Fluorchinolone sind Gaba A Antagonisten und können persistierende Schäden des ZNS verursachen.
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Ululu
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Ululu » Dienstag, 19.11.19, 20:04

Hallo Mariamey, :)

du bist neu hier, nicht wahr ?

Ich lasse dir mal allgemeine Informationen über unser Forum da.

Darin ist alles erklärt, was du wissen musst. :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße

Ute
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carlotta
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von carlotta » Dienstag, 19.11.19, 20:04

Hallo Maria,

Altostrata von survivingantidepressants.org erklärt die Entzugssymptomatik bei AD ja mit einer Dysautonomie, also einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems. Dabei ist das Nervensystem ständig im sog. Flucht-oder-Kampf-Modus, der Körper schüttet viel zu häufig zu hohe Mengen an Stresshormonen aus, der Parasympathikus, also der Gegenspieler des anregenden Teil des Nervensystems, ist quasi lahmgelegt.

Diese Fehlregulation kommt speziell in Situationen zum Tragen, wo man sich eigentlich beruhigen will und das Nervensystem herunterfahren soll, etwa beim Einschlafen. Der Körper registriert die mangelnde Aufmerksamkeit und beginnende Entspannung als Bedrohung, er ist ja auf einen Dauergefahrenzustand "programmiert". Also setzt er alles dran, wieder Aufmerksamkeit zu generieren, schüttet Stresshormone aus. Man schreckt hoch, hat merkwürdige Symptome.

Natürlich eine komplett irrationale Reaktion, aber eben durch die "Fehlschaltung" des Nervensystems zu erklären.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Ululu » Dienstag, 19.11.19, 20:09

Hallo nochmal,

jetzt zu deinem Problem.

Also ich kenne ein Hochschrecken beim Einschlafen.
Ich glaube, das passiert jedem Mal und ist harmlos.

Einen Zustand, der dann zwei Stunden anhält, mit bunten Bildern kenne ich allerdings nicht.
:o
Das klingt sehr beängstigend, wenn ich ehrlich bin.

Bist du dann wach oder wie muss ich mir das vorstellen ?

Vielleicht meldet sich noch jemand.

Hier ist auf jeden Fall mal unser Schlafthread.

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 278#p92830

LG Ute

überschnitten mit Carlotta :)
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Ululu » Dienstag, 19.11.19, 20:28

Hallo Mariamey,

bitte schreibe immer in deinem Thread weiter, damit deine Geschichte zusammen bleibt.

Ich habe deine Threads jetzt zusammengeführt.

LG Ute
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Mariamey » Dienstag, 19.11.19, 21:05

Herzlichen Dank euch allen.
Werde mich jetzt mal richtig einlesen!
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Fluorchinolone sind Gaba A Antagonisten und können persistierende Schäden des ZNS verursachen.
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Mariamey » Dienstag, 19.11.19, 21:13

Ululu hat geschrieben:
Dienstag, 19.11.19, 20:09
Hallo nochmal,

jetzt zu deinem Problem.

Also ich kenne ein Hochschrecken beim Einschlafen.
Ich glaube, das passiert jedem Mal und ist harmlos.

Einen Zustand, der dann zwei Stunden anhält, mit bunten Bildern kenne ich allerdings nicht.
:o
Das klingt sehr beängstigend, wenn ich ehrlich bin.

Bist du dann wach oder wie muss ich mir das vorstellen ?

Vielleicht meldet sich noch jemand.

Hier ist auf jeden Fall mal unser Schlafthread.

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 278#p92830

LG Ute

überschnitten mit Carlotta :)
Das Symptom habe ich hin und wieder bei starker Übermüdung. Man schreckt aus dem Schlaf heraus, weil man plötzlich seinen schnellen Herzschlag spürt. Danach fühlt man eine Art Adrenalinschübe, die durch den Körper jagen. Das gleiche Gefühl als würde man Achterbahn fahren. Anfangs bin ich in Panik geraten, nachdem ich nun organisch abgecheckt bin, bekomme ich keine Angst mehr, sondern bin dann nur verzweifelt wenn ich am nächsten Tag arbeiten muss und durch das Schlafdefizit enorm übermüdet bin. Wenn ich die Augen schließe sehe ich eine Art tanzenden Regenbogen, Feuerwerk, viele Lichtspiele.
Ich kann die Uhr danach stellen, es dauert meist 2 Stunden.
Beim Versuch der Vagoaktivierung wird das Symptom auch besser.

Ich nehme und nahm nie Antidepressiva. Ich habe eine Fluorchinolone Vergiftung, die ebenfalls das Gaba A System massiv blockiert (vermutlich irreversibel, das deuten auf jedenfall die langwierigen psychisch postflox aufgetreten Symptome hin)

Danke nochmals!
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Re: Adrenalinschübe während des Schlafs: was hat es damit auf sich?

Beitrag von Mariamey » Dienstag, 19.11.19, 21:16

carlotta hat geschrieben:
Dienstag, 19.11.19, 20:04
Hallo Maria,

Altostrata von survivingantidepressants.org erklärt die Entzugssymptomatik bei AD ja mit einer Dysautonomie, also einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems. Dabei ist das Nervensystem ständig im sog. Flucht-oder-Kampf-Modus, der Körper schüttet viel zu häufig zu hohe Mengen an Stresshormonen aus, der Parasympathikus, also der Gegenspieler des anregenden Teil des Nervensystems, ist quasi lahmgelegt.

Diese Fehlregulation kommt speziell in Situationen zum Tragen, wo man sich eigentlich beruhigen will und das Nervensystem herunterfahren soll, etwa beim Einschlafen. Der Körper registriert die mangelnde Aufmerksamkeit und beginnende Entspannung als Bedrohung, er ist ja auf einen Dauergefahrenzustand "programmiert". Also setzt er alles dran, wieder Aufmerksamkeit zu generieren, schüttet Stresshormone aus. Man schreckt hoch, hat merkwürdige Symptome.

Natürlich eine komplett irrationale Reaktion, aber eben durch die "Fehlschaltung" des Nervensystems zu erklären.

Liebe Grüße
Carlotta
Anfangs hatte ich fast täglich damit zu kämpfen. Es wird tatsächlich deutlich besser. Zumal ich auch keine Angst mehr davor habe. Auch wenn man das Gefühl hat, das Herz bleibt gleich stehen, dann is dat halt so...🤓
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von padma » Mittwoch, 20.11.19, 18:24

hallo Mariamey, :)

gut zu hören, dass es sich langsam bessert.
Ich hoffe, dass die Schäden nicht irreversibel sind, manches braucht sehr lange Zeit zum heilen.

Denkst du bei weiteren posts an unsere Netiquette? Also ein hallo am Anfang und einen Gruss am Schluss. Das liest sich viel freundlicher.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Mariamey » Mittwoch, 20.11.19, 19:10

padma hat geschrieben:
Mittwoch, 20.11.19, 18:24
hallo Mariamey, :)

gut zu hören, dass es sich langsam bessert.
Ich hoffe, dass die Schäden nicht irreversibel sind, manches braucht sehr lange Zeit zum heilen.

Denkst du bei weiteren posts an unsere Netiquette? Also ein hallo am Anfang und einen Gruss am Schluss. Das liest sich viel freundlicher.

liebe Grüsse,
padma
Hallo Padma,

Das habe ich doch!
Hallo,

kennt jemand diese komischen Adrenalinschübe, die einen zu Schlafbeginn aus dem Schlaf reissen (Tachycardie, bunte Bilder sehen, eine Art Panikgefühl aber ohne Angst) und dann wellenförmig kommen? Der Spuk ist meist etwa nach 2 Stunden vorbei.

Kennt jemand dieses Symptom (alles abgeklärt organisch) und die Erklärung dahinter?

Danke
Ich gehe davon aus, dass ich nur zu Beginn grüße und nicht bei jedem Thread, der wenige Minuten später folgt.
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Re: Mariamey: Fluorchinolone induzierte ZNS Symptome ähneln stark dem Benzo Entzugssyndrom

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 20.11.19, 19:15

Hallo Mariamey,

wir beginnen und beenden hier jeden Post mit einer Grußformel, weil sich das für uns sehr viel netter liest :)
Ululu :) hat dir das in ihrer Antwort geschrieben:
Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
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Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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