Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->



Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo liebes Forum,

auch ich lese seit ein paar Wochen mit und benötige eure Hilfe.

Ich habe seit jahren mit Übelkeit/Schwindel bei gemeinsamen Essen zutun. Anfangs nur ein episodisch, ab Ende 2019 dann sehr häufig und auch ausserhalb von Mahlzeiten. Dadurch habe ich an Gewicht verloren, was nicht unbedingt zu meiner körperlichen Fitness beiträgt (bin eh schon recht dünn).
War öfters beim Hausarzt, aber trotz Blut-/Urin-Untersuchung und EKG keine Ursache feststellbar. Ging soweit das es mich im Studium und bei der Arbeit stark eingeschränkt hat. Also Psychosomatisch bedingt....laut Arzt. Hatte mir bis dahin immer versucht mit Reisetabletten zu helfen, funktionierte aber irgendwann auch nicht mehr.

Bin dadurch in eine depressive Phase gerutscht, kam nicht so richtig voran, weder im Studium noch bei der Arbeit. Eine innere Unruhe stellte sich ein. War dann mit einer Freundin in der Psychiatrischen Institutsambulanz und habe dort vorgesprochen. Möglichkeit einer psychosomatischen Therapie (Tagesklinik) und Einnahme von Mirtazapin wurden empfohlen.

Sehr viel recherchiert über das Medikament und (wie so viele auch) auf dieses Forum hier gestoßen.
Hatte Angst vor der Einnahme, aber der Druck durch Gewichtsverlust und Stimmungslage waren recht stark, also habe ich es genommen. In den Ersten 4 Wochen leider immer mit etwas wechselnder Dosis...Mir ging es die ersten 2 Wochen noch nicht gut, Woche 3 und 4 waren schon besser (wahrscheinlich auch durch bessere Grundstimmung, die schlägt sich bei mir immer positiv auf das Essen aus).

Habe dann in Woche 3 und 4 das Medikament "langsam" *hust* wieder ausgeschlichen und wollte es eigentlich so versuchen. Am Ende war ich dann etwa 5 Tage auf 0mg. Dann kroch so langsam wieder eine depressive Stimmung hoch, diesmal aber sehr extrem mit Ängsten die ich sonst nie so stark kannte (bin mir jetzt ziemlich sicher das es das Medikament war, jedenfalls was die Ängste angeht).

Habe also wieder von 7,5mg auf 15mg aufdosiert in Woche 6 und 7. Die stetige Schwankung ist sicher keine gute Idee gewesen...Jetzt, etwa in der 8. Woche nehme ich etwa 10mg. Der Grund: Weiß nicht wo ich mich stabilisieren kann, wollte nicht zu abrupt runter auf 7,5. Aber bin mir sicher das ich davon wieder weg muss.
Mein momentaner Zustand ist nicht gut! Kreislaufschwierigkeiten, Übelkeit, Hoffnungslos (war ich vorher nicht), starke Ängste (vorher auch nicht), Schwindel, nahezu keinen Appetit seit 2 Wochen, keine Freude mehr an nichts. Schlaf geht...mal so mal so...

Vor der Einnahme war mir klar das ich auch an mir arbeiten muss. Da gabs es sicher ein paar Auf und Abs. Jetzt nach der Einnahme ist es katastrophal!

Habe Angst noch mehr an Gewicht zu verlieren, Kreislauf ist eh schon nicht gut...weiß im Moment nicht wie ich wieder auf die Beine komme...

Freundliche Grüße,

Niemandsland.
Zuletzt geändert von Annanas am 08.05.2020 06:44, insgesamt 1-mal geändert.
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Sonne27
Beiträge: 685
Registriert: 09.03.2019 15:56
Hat sich bedankt: 583 Mal
Danksagung erhalten: 238 Mal

Re: Mirtazapin - brauche HILFE!

Beitrag von Sonne27 »

Hallo Niemandsland,

Es tut mir leid, das es Dir so schlecht geht. Vorteilhaft, das du es noch nicht solange nimmst, allerdings ist es nicht zu empfehlen es einfach weg zu lassen bei einer Einnahmezeit von derzeit 8 Wochen, denn bereits nach etwa 4 Wochen ist es fest im Gehirnstoffwechsel "eingebaut".

Du schreibst du nimmst etwa 10mg Mirtazapin, wichtig ist eine gleichbleibende Dosis fürs ZNS ungleiche Dosen sind Stress fürs Zentralenervensystem.

Wieviel mg haben deine Tabletten, das du eine ungenaue Menge nimmst?

Viele hier im Forum, setzen hier mittels Wasserlösmethode ab, mit dieser kann man eine sehr genaue Menge herstellen und das Absetzen gestaltet sich mit der Wasserlösmethode leichter da man wirklich sehr sehr kleinschrittig vorgehen kann, was das Absetzen betrifft.

Für die Wasserlösmethode benötigst du einfache Spritzen in 20ml und 10ml aus der Apotheke. Bei Youtube hat Jamie hier aus dem ADFD Team eine genaue Erklärung zur Wasserlösmethode online gestellt, vielleicht magst du dort mal rein schauen.

Grüße 🌞
[spoil X]•Unregelmäßig je nach Bedarf Oxazepam zwischen 2016 -2018, manchmal Wochenlang Pause, dann wieder jedes Wochenende

•seit März 2018 Keppra ( Levitracetam) 500mg - Abgesetzt Juli - September 2018 in Klinik

•von Juli - September 2018 Klinik, Keppra entzogen ( Zeitraum unbekannt und LAMOTRIGIN über etwa 9 Wochen ganz langsam eindosiert, aufgrund der Einnahme von 2016. Wegen eines Anfalls zusätzlich für ca. 2-3 Wochen ( eventuell länger) 2,5mg Frisium => ich bin mir 100% sicher, das diese 2,5mg Schuld sind an meiner "Sucht", denn diese 2,5mg wurden mir von "Heute auf Morgen" entzogen.

•von Oktober 2018 bis 31.03.2020 regelmäßig Oxazepam / 2 mal in der Klinik jeweils 5mg entzogen, jedoch wieder erhöht.

•Januar 2018 => Angefangen Oxazepam ausgehend von 25mg zu Reduzieren (ca. 14 Monate) seit 01.04.2020 auf 0mg Oxazepam.

•Aktuelle Tägliche Medikation:
•LAMOTRIGIN 200mg Morgen - 200mg Abends
•Fosterspray ( 3 * täglich je 2 Hübe)
•bei Bedarf Sabutamol
•Cetritzin 5mg
•Magnesium 300mg
•Omega 3 - in Form von purem kaltgepressten Hochwertigem Leinöl

Bis jetzt Auftretende Symptome während der Reduzierung:

•teilweise Bettlägerig ( zum Glück 🍀 bis jetzt nur wenige Tage)
•Kopfschmerzen / Kopfdruck
•Stromschläge im Kopf / Kiefer
•Missempfindungen (Mischung zwischen LAMOTRIGIN und Oxazepam)
•Schmerzen in den Händen / Fingern
•Atemschwierigkeiten ( Asthma und Absetzsymtom)
vermutlich mittlerweile Atemdepression. 😭
•Augenschmerzen / Augendruck
•fehlendes Geschmacksempfinden, vieles zu Salzig
•Kälte/ Wärme Gefühl sehr Wechselhaft
•Teilweise gereizt
•Ohrenschmerzen
•Rückenschmerzen / Brustschmerzen
•extreme Müdigkeit, Bedürfnis nur zu Schlafen
•Stimmungsschwankungen / Depression

[spoil X]
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Mirtazapin - brauche HILFE!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Sonne!

Erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Ja, das mit den magischen 4 Wochen habe ich leider auch schon gelesen, es einfach nicht mehr nehmen käme mir nicht in den Sinn.
Habe die 15mg Filmtabletten. Ist nur so eine unrunde Zahl da ich eigentlich von den 15mg wieder runterwollte...aber nicht gleich wieder auf die
7,5mg. Habe mir auch die Wasserlösemethode und das Video angeschaut und mir grad mal eine Feinwaage bestellt (vielleicht wird die ja noch gebraucht..).

Ich muss mich im Moment glaub ich erstmal stabilisieren. Weiß nur nicht auf welcher Dosis.
Also empfehlt ihr generell nach 4 Wochen mit etwa 10% alle 4-6 Wochen abzudosieren?
Ist wahrscheinlich auch sinnvoller...allerdings würde dann das Ausschleichen die Einnahmezeit sicher um mehr als das doppelte übersteigen.

Weiß nicht mehr richtig weiter momentan. :(

Heute Abend ist der Schwindel und die Übelkeit leider ziemlich heftig.

Freundliche Grüße!
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Annanas
Moderatorenteam
Beiträge: 7258
Registriert: 25.01.2016 19:41
Hat sich bedankt: 2434 Mal
Danksagung erhalten: 2324 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche HILFE!

Beitrag von Annanas »

Hallo Niemandsland :) , herzlich willkommen im ADFD!
Niemandsland hat geschrieben: 08.05.2020 01:54 Ich muss mich im Moment glaub ich erstmal stabilisieren. Weiß nur nicht auf welcher Dosis.
Ich denke, das ist erstmal das Wichtigste - eine Stabilisierung auf einer gleichbleibenden Dosis, wie Sonne :) auch schon schrieb.

Durch die wechselnden Dosierungen ist es schwer zu erkennen, ob es sich bei der Symptomatik um NW oder Entzugssymptome handelt, wahrscheinlich ist es ein Mix aus beidem.

Ich würde versuchen zu schauen, ob eine Stabilisierung auf den 10 mg möglich ist - eine Voraussetzung ist dabei wirklich, eine genaue Dosis einzuhalten. Bei Mirtazapin hat sich bei den meisten Foris die Anwendung der Wasserlösemethode bewährt, weil man damit auch kleinste Absetzschritte vornehmen kann.
Niemandsland hat geschrieben: 08.05.2020 01:54 Also empfehlt ihr generell nach 4 Wochen mit etwa 10% alle 4-6 Wochen abzudosieren?
Nein, nicht generell, es ist immer eine Einzelfallentscheidung - du nimmst Mirtazapin auch schon über 8 Wochen, wenn ich jetzt richtig gelesen habe. Also es spielt da nicht nur die Dauer der Einnahme der letzten Dosis eine Rolle, sondern der Gesamtzeitraum der Einnahme eines Medikamentes.

Auch die Absetzempfehlung von 10% der letzten Dosis, alle 4 - 6 Wochen, ist nur ein Anhaltspunkt, ausschlaggebend für das weitere Vorgehen ist immer das eigene Befinden.

Da es jetzt bei dir so hakelig ist, würde ich wirklich die Stabilisierung auf einer Dosis für am Wichtigsten erachten - je nachdem, wie es läuft, kann man dann den nächsten Schritt planen.

Du hast, trotz der vorherigen relativ kurzen Einnahmezeit von 4 Wochen, schon sehr stark auf das zwischenzeitliche Absetzen reagiert, ich würde deshalb jetzt vorsichtiger an die Sache herangehen.
Es kann leider sein, daß die Absetzzeit länger anhält, als die Einnahmedauer.
Dadurch wird aber die Gefahr minimiert, daß man unerträgliche Symptome entwickelt.

Noch eine andere Frage: wurde dir denn auch eine Psychotherapie zur Behandlung des Ausgangsproblems angeboten?
Ich denke, es ist wichtig, daß man an die Hintergründe/Auslöser für das Auftreten der Übelkeit/des Schwindels beim gemeinsamen Essen herankommt u daran arbeiten kann.
Psychopharmaka deckeln ja im besten Fall nur eine Problematik - heilen aber nicht bzw beseitigen nicht das Grundproblem.

Tagesklinik ist zwar auch ein Ansatz, aber ich finde, der Zeitraum des Aufenthaltes ist oft zu kurz, um eben an diese Hintergründe zu gelangen bzw intensiv daran zu arbeiten.

Jetzt stelle ich dir noch unseren Begrüßungstext ein, weil der komprimiert viele Infos enthält bzw in den Verlinkungen darauf verweist:

Begrüßungstext:

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

[highlight=yellow][highlight=yellow][highlight=yellow]Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).[/highlight][/highlight][/highlight]

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.


Meine PN-Funktion ist vorübergehend deaktiviert!
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Annanas!

Danke für die Antwort und die Hilfe in der Not!

Heute ist der Tag schonmal ein klein wenig besser...

Also erstmal: Habe die MirtaLich Filmtabletten 15mg von Zentiva, scheinen sich in Wasser gut zu lösen...sind aber nicht in eurem Info-Artikel aufgelistet. Würde es schon gerne mit der Wasserlösemethode probieren. Habe etwas Angst vor dem schnelleren anfluten/Schwebstoffen usw..nicht das es dann Probleme gibt... :?
Habe mir nun auch 30ml Spritzen geholt.

Meine Rechnung wäre die folgende: 15 mg in 100ml Wasser lösen (oder lieber mehr?), dann sind 10mg 66,6 ml....also mit der Spritze 33,3 ml entfernen. Sollte man das alles am besten auf einer Waage nachprüfen und nicht nur über Messbecher etc. ?

An dem Problem mit der Übelkeit möchte ich aufjedenfall arbeiten (gerne auch mit Psychotherapie). Mein Problem ist momentan nur das die Absetzerscheinungen alles überdecken, weiß nicht wie ich so an dem eigentlichen Problem arbeiten soll. Würde gerne erst das absetzen überstehen und mich dann dem eigentlichen Problem widmen...ohje das kann noch ewig dauern.

Habe wirklich Angst mich gerade in einem Teufelskreis zu befinden und nicht mehr herauszufinden...vegetiere momentan eher vor mich hin. :(

Freundliche Grüße!
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Sonne27
Beiträge: 685
Registriert: 09.03.2019 15:56
Hat sich bedankt: 583 Mal
Danksagung erhalten: 238 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Sonne27 »

Hallo Niemandsland,

Ich selbst habe zwar ein Benzodiazepine abgesetzt allerdings zum Ausschleichen auch die Wasserlösmethode verwendet und ich habe diesbezüglich während des Anfluten usw. keine Schwierigkeiten gehabt.

Allerdings ist jeder Betroffene verschieden und man sollte während des gesamten Entzugs möglichst schonend mit sich sein und seinen Körper beobachten.

Mit der Wasserlösmethode kann man sehr genaue Dosis herstellen, sodass ich denke das Abwiegen macht wenig Sinn zumal du ja wenn du die Spritze zusätzlich wiegst auch nicht 100% weißt ob entsprechender Wirkstoff in der Menge drin ist.

Die Erfahrungen mit der Wasserlösmethode sind hier im Forum soweit ich weiß aber Positiv - mich inbegriffen. Wichtig ist halt das man mittels Spritze einen Strudel bildet und dann direkt aus dem Strudel mit der Spritze aufzieht.

Deine Rechnung müsste korrekt sein, 100ml reichen vollkommen aus. Aber wichtig ist wirklich genaues Arbeiten bezüglich der Wasserlösmethode.

Aber du brauchst keine Sorge haben, ich bin absolut Blond und Bläuäugig und alles was ich schaffe, schafft jeder.

Ich hatte Anfangs auch Angst was falsch zu machen und habe mir am 1 Tag Probeweise mal eine Tablette aufgelöst um ein Gefühl dafür zu bekommen wie es geht, das habe ich verworfen und am Abend dann mit der Wasserlösmethode angefangen und ich habe von Anfang an keine Probleme gehabt, bin wirklich genau nach der Erklärung in Jamie ihrem Video vorgegangen und bin jetzt bereits in der 6 Woche auf 0 nachdem ich über 1 Jahr mit der Wasserlösmethode ausgeschlichen habe.

Grüße 🌞
[spoil X]•Unregelmäßig je nach Bedarf Oxazepam zwischen 2016 -2018, manchmal Wochenlang Pause, dann wieder jedes Wochenende

•seit März 2018 Keppra ( Levitracetam) 500mg - Abgesetzt Juli - September 2018 in Klinik

•von Juli - September 2018 Klinik, Keppra entzogen ( Zeitraum unbekannt und LAMOTRIGIN über etwa 9 Wochen ganz langsam eindosiert, aufgrund der Einnahme von 2016. Wegen eines Anfalls zusätzlich für ca. 2-3 Wochen ( eventuell länger) 2,5mg Frisium => ich bin mir 100% sicher, das diese 2,5mg Schuld sind an meiner "Sucht", denn diese 2,5mg wurden mir von "Heute auf Morgen" entzogen.

•von Oktober 2018 bis 31.03.2020 regelmäßig Oxazepam / 2 mal in der Klinik jeweils 5mg entzogen, jedoch wieder erhöht.

•Januar 2018 => Angefangen Oxazepam ausgehend von 25mg zu Reduzieren (ca. 14 Monate) seit 01.04.2020 auf 0mg Oxazepam.

•Aktuelle Tägliche Medikation:
•LAMOTRIGIN 200mg Morgen - 200mg Abends
•Fosterspray ( 3 * täglich je 2 Hübe)
•bei Bedarf Sabutamol
•Cetritzin 5mg
•Magnesium 300mg
•Omega 3 - in Form von purem kaltgepressten Hochwertigem Leinöl

Bis jetzt Auftretende Symptome während der Reduzierung:

•teilweise Bettlägerig ( zum Glück 🍀 bis jetzt nur wenige Tage)
•Kopfschmerzen / Kopfdruck
•Stromschläge im Kopf / Kiefer
•Missempfindungen (Mischung zwischen LAMOTRIGIN und Oxazepam)
•Schmerzen in den Händen / Fingern
•Atemschwierigkeiten ( Asthma und Absetzsymtom)
vermutlich mittlerweile Atemdepression. 😭
•Augenschmerzen / Augendruck
•fehlendes Geschmacksempfinden, vieles zu Salzig
•Kälte/ Wärme Gefühl sehr Wechselhaft
•Teilweise gereizt
•Ohrenschmerzen
•Rückenschmerzen / Brustschmerzen
•extreme Müdigkeit, Bedürfnis nur zu Schlafen
•Stimmungsschwankungen / Depression

[spoil X]
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Sonne!

Glückwunsch zu der 0!! Ich denke da kannst du wirklich Stolz auf dich sein. :shock:
Das gibt mir selbst ein wenig Hoffnung.

Mein Problem ist noch die 100 ml wirklich genau abzumessen...hab im moment keine funktionierende Waage hier. Habe 50ml Messbecher...nur ob da die Skala so korrekt ist? hm...
Heute konnte ich wenigstens etwas besser essen. Man muss ja auch mal was positives sehen.

Noch zwei Überlegung sind mir gerade in den Sinn gekommen....

1. Habe ja eine Zeit lang immer Reisetabletten (Diphenhydramin + 8-Chlortheophyllin) genommen wegen der Übelkeit. Waren am Ende schon etwa 2 Monate täglich 1 bis 1/2 Stück. Eigentlich nicht viel, aber glaube im Zettel gelesen zu haben man soll die auch ausschleichen? Vielleicht hat das ja die ganze "Krise" teilweise erst ausgelöst. Weil ich die einfach nicht mehr genommen hab. Ist natürlich kein PP, aber glaube die sollte man eigentlich auch ausschleichen. Danach wurde es nämlich immer schlimmer.

2. Seit der Einnahme von Mirtazapin wurde noch kein Bluttest oder sonst irgendwas gemacht. Ist allerdings auch mein verschulden, habe ja keinen Psychiater/Therapeut oder ähnlichen der mir zur Seite steht. Alles sehr ungünstig. Vielleicht mal mit dem Hausarzt darüber reden. Von der Absetzproblematik hat der aber ziemlich sicher keinen Schimmer.

Tut mir leid das ich euch so mit Fragen/Gedanken löchere. :roll:

Freundliche Grüße!
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hey, ein später Einfall. ( :

3. Ist es besser/sinnvoller sich die Schmelztabletter verschrieben zu lassen um die Wassermethode anzuwenden? Oder geht das mit den anderen genauso gut.

Grüße!
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 19880
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7324 Mal
Danksagung erhalten: 9762 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Jamie »

Hallo Niemandsland, :)

Digitale Waagen, die auch in ml abmessen (nicht nur Gramm) - mit einer Stelle nach dem Komma, gibt es schon für 10-20€ bei dem zB großen Online Händler mit den gelben Buchstaben.
Diese hier zB, aber das ist keine Werbung:

Bei uns behelfen sich die Leute aber auch noch anders, zB indem sie im Drogeriemarkt ein Babyfläschchen mit Skalierung kaufen und dann damit arbeiten.
Was du tun kannst, bis du genau 100ml abwiegen kannst, ist, dass du deine Spritze nimmst und 10mal aufziehst (sofern die Spritze 10ml umfasst). Das ist sehr genau, aber etwas aufwändig.

Ich war mal in Not, als ich spontan ins Krankenhaus musste und habe das dann genau so gemacht (100ml 10mal mit einer 10ml Spritze aufgezogen, Achtung keine Blasen mit aufziehen) und habe mir das dann in einen Plastikbecher gefüllt und genau dort, wo der Wasserspiegel war (Füllhöhe), einen sehr genauen Strich mit einem Permanentmarker gezogen. Ab dann musste ich nur noch genau bis dahin auffüllen und hatte meine 100ml (oder was auch immer mal will).
3. Ist es besser/sinnvoller sich die Schmelztabletter verschrieben zu lassen um die Wassermethode anzuwenden? Oder geht das mit den anderen genauso gut.
Nein, Mirtazapin Schmelztabletten lösen sich nicht besser / schlechter. Vielleicht geringfügig besser, aber du solltest bei dem Präparat bleiben, das dein Körper kennt.
Wir führen keine Listen nach Herstellern, sondern nach Wirkstoffen, weil die Löslichkeit durch den Wirkstoff determiniert ist und normalerweise nicht nach Hilfsstoffen.
Soll heißen, wenn Mirtazapin sich löst (und das tut es), dann löst es sich, egal ob von Hexal, Zentiva oder betapharm.
Du brauchst nur etwas Geduld, Zeit, lauwarmes Wasser und spätestens nach 3 Tagen hast du den Dreh raus. :)

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Towanda
Teamunterstützung
Beiträge: 3664
Registriert: 16.01.2018 18:23
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 380 Mal
Danksagung erhalten: 1696 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Towanda »

Hallo Niemandsland,

ich messe mit einer 20 ml Spritze ab, das ist sehr genau und auch nicht sehr viel Aufwand.

Viele Grüße, Towanda
► Text zeigen

27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo liebes Forum,

nach längerer Zeit melde ich mich wieder bei euch (ich finde es ja immer bei anderen "spannend", wenn nach längerer Pause wieder etwas kommt).

Wie ihr in der Signatur sehen könnt war ich in der Psychosomatischen Klinik und habe davor wieder auf 15 mg erhöht. Wirklich geholfen hat die Klinik
nicht, aber ich konnte wenigstens durch die gleichbleibende Dosis Stabilität erreichen. Mit den 15 mg hab ich mich allerdings nicht gut gefühlt, mal nicht
geschlafen und der nächste Tag war schlimm. Auch hat seltsamerweise eine starke Schlaflosigkeit etwa eine Woche VOR dem Absetzstart begonnen.
Nach Anschaffung einer Feinwaage habe ich am 19.07. mit dem Absetzen begonnen. Das verlief bis 7 Tage nach der Reduktion auf 8 mg ziemlich problemlos (ziemlich genau 2 Monate nach Absetzbeginn, sonst nur 2-3 Tage nach Reduktion Müdigkeit und etwas Schwindel). Ich konnte besser schlafen, mehr fühlen, und der Hang-Over lies nach. Auf 10 mg hatte ich 2 fantastische Wochen, in denen ich eigentlich kaum Symptome gespürt habe.

Nun, 7 Tage nach der Reduktion auf 8 mg fing eine MASSIVE Unruhe an, mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schwindel. Ich habe deshalb wieder auf 10 mg aufdosiert und werde nun solange halten bis ich wieder stabil bin. Auch ist mir bewusst das die Absetzschritte mehr als 10% betrugen und etwa alle 2 -3 Wochen gemacht wurden....diesen Fehler werde ich sicher nicht 2x machen, selbst wenn es Jahre dauern sollte.... :cry:

Ich bin mir unsicher wieviel % ich beim nächsten Schritt angehen soll (der wird sicher noch etwas auf sich warten lassen!), es werden allerdings HÖCHSTENS 10% sein und ich werde MINDESTENS 4 Wochen halten. (Absetzexcel von survivingantidepressants hab ich.)

Hätte außerdem noch 2 Fragen:

Wie kann ich mich noch besser vorbereiten auf den Absetzprozeß, ich weiß ihr habt da viiiieeelleee Tipps und Tricks. Es geht mir speziell um Ernährung (HIT vermeiden?). Leider ist das, wie ich weiß, ja wieder ein sehr individuelles Thema...

Mir ist aufgefallen das im FAQ steht man solle das Durchschnittsgewicht der Tabletten nehmen bei der Feinwaagenmethode. Habe allerdings auch bei euch gelesen (weiß nicht mehr genau in welchem Thread) das es besser ist jede Tablette einzeln zu wiegen und daraus dann die gewünschte Dosis abzuleiten, da es wahrscheinlicher ist das die Wirkstoffmenge immer die gleiche ist und das Gewicht dennoch schwanken kann (Füllstoffe etc.). So habe ich das bisher auch gemacht.

Zum Schluß noch ein VIEL KRAFT an alle Mitleidenden und symptomfreie Tage.


Freundliche Grüße

Niemandsland
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
lollarossa
Beiträge: 661
Registriert: 01.08.2016 16:20
Hat sich bedankt: 79 Mal
Danksagung erhalten: 87 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von lollarossa »

Hallo Niemandsland :)

Du hast dich ja schon etwas weiter schlau gemacht.

Ich würde dir empfehlen deinen Absetzprozess hier mitzuteilen, auch dann, wenn es hakelig wird.

Du hast von 8 wieder auf 10 mg hochdosiert, wenn ich dich richtig verstanden habe. Manchmal reicht es auch schon aus nur z.B. eine kleinere Erhöhung vorzunehmen, bis wieder Stabilität eintritt.

Natürlich wird das vermutlich nicht ohne Symptome gehen und gerade Mirtazapin kann meines Wissens nach Dosis Reduktion erst nach Tagen oder Wochen zurück "schlagen".

Das Wiegen nehme ich auch für jede Tablette einzeln vor.
Man kann sich z.B. Tabletten für eine Woche oder einen Monat vorbereiten, so hat man nicht jeden Tag Arbeit.

Ernährungstechnisch musst du gut schauen. Grundsätzlich empfiehlt es sich darauf zu achten, was man verträgt. Koffein und Alkohol gelten als große Trigger. Viele reagieren im Entzug auf Histamin, aber das weißt du ja. ;)

Aber alles umzuwerfen ist auch nicht unbedingt die Lösung, weil das auch zusätzlichen Stress bereiten kann.

Im dem Sinne eine gute Nacht!

Liebe Grüße LOLLA
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Entzug: Escitalopram
► Text zeigen
Entzugversuch Amisulprid:
► Text zeigen

1.04.20: 199 mg Amisulprid (Waage)-> 4, 50 mg Tabletten
7.05.: 198 mg
4.06.: 198
23.06: 197,5
27.08: 197
04.09: 196,5
11.09: 196
18.09: 195,5
23.09: 195,25
26.09: 195
02.10: 194,5
07.10: 194
24.10: 193,75
29.10: 193,5
01.11:193,25
05.11: 193
Towanda
Teamunterstützung
Beiträge: 3664
Registriert: 16.01.2018 18:23
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 380 Mal
Danksagung erhalten: 1696 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Towanda »

Hallo Niemandsland,

wie Du ja schon weißt, war Dein absetzen viel zu schnell, sowohl von der Reduzierung als auch vom Tempo her.

Mirtazapin hat eine relativ lange Halbwertzeit, deshalb ist es besonders wichtig, mindestens 4 Wochen zwischen den einzelnen Schritten einzuhalten. Bei Mirtazapin zeigen sich die Absetzsymptome oft erst nach 2-4 Wochen, wenn man nun alle 1-2 Wochen reduziert, kann es sein, dass sich die Symptome im Hintergrund summieren und irgendwann mit voller Wucht zuschlagen. Man sollte sich stabilisiert haben, bevor man den nächsten Schritt wagt.

Du bist nun auf 10 mg und solltest auf alle Fälle so lange dabei bleiben, bis Du Dich stabilisiert hast, auch wenn es etwas dauert. Je nachdem, wie lange das dauert, würde ich 5 bis maximal 10 % davon reduzieren, also 0,5 bis 1 mg. Die Absetzschritte werden immer von der zuletzt genommenen Dosis berechnet.

Hast Du eine Feinwaage, die das Gramm auf drei Stellen hinter dem Komma wiegt? Das ist notwendig. Ich wiege grundsätzlich jede Tablette und berechne die Dosis. Jetzt im niedrigen Bereich teile ich die Tabletten mit der Feinwaage in vier gleiche Teile und wende dann mit jedem Teil die Wasserlösmethode an. In den höheren Bereichen habe ich immer gleich auf Vorrat mit der Feinwaage portioniert, die einzelnen Portionen zur Aufbewahrung in Leerkapseln gegeben und in ein gut verschlossenen Glas gegeben. So mußte ich nicht jeden Tag neu bröseln.

Es wäre gut, wenn Du Dich nochmal mit den im Begrüßungstext verlinkten Informationen beschäftigen würdest, da findest Du jede Menge Informationen, auch über den Umgang mit dem Entzug. Im Thread „Was finde ich wo im Forum“ kannst Du nach Alphabet nach Themen suchen.

Nicht jeder, der Mirtazapin absetzt, entwickelt eine HIT, ich habe z.B. bis heute keine Probleme damit.

Alles Gute und viele Grüße,

Towanda
► Text zeigen

27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Lolla und hallo Towanda,

ja ich habe mich belesen, teilweise auch zuviel, aus den englischen Facebook-Gruppen bin ich erstmal seit 1-2 Monaten rausgegangen da diese doch zu sehr triggern. Wisst ihr, und ich glaube das machen fast alle so, man hofft dort einfach ein paar Funken Hoffnung zu finden, zu vergleichen, andere Berichte zu lesen von Leuten die es einfacher hatten. Immer in der Hoffnung das es doch schneller geht..."Everyone is different" und "How did you taper?" waren wohl die häufigsten Sätze die ich dort gelesen habe.

Die letzten Tage konnte ich wenigstens etwas besser essen, ich reagiere immer zuerst mit dem Magen und dem nicht essen auf alles. Das Schlimmste ist momentan noch diese schreckliche Unruhe, die alle paar Stunden kommt und dann wieder nachlässt und so weiter. Ist wie als wenn nur noch Adrenalin durch den Körper gejagt wird...gleichzeitig ist mein Leben ja noch im Stillstand und ich bin sehr pessimistisch wie es in Zukunft weitergehen soll mit zusätzlich dem Entzug noch an der Backe (bin noch im Urlaubssemester). :cry:

Meine Waage ist die Gemini-20, die auch meistens in den englischen Gruppen empfohlen wird (misst auf 0,001g). Habe trotzdem oft Angst wenn es mal um 1-2mg Waagegewicht schwankt, arbeite aber eigentlich sehr genau und bereite immer gleich für mindestens 14 Tage vor. Eine Umstellung auf die Wasserlösemethode mag ich eigentlich schon machen, der Respekt davor ist momentan aber zu groß (und stabil sollte man dafür natürlich auch sein).

Kaffee trink ich sowieso nicht und Alkohol seit Tabletteneinnahme gar nicht mehr. Leider dampfe ich noch E-Zigarette mit Nikotin und gerade morgens verstärkt das sicher die Unruhe. Allerdings einen Nikotinentzug jetzt zu machen halte ich für seehrrr kontraproduktiv. :P

Ich finde es sehr beeindruckend wie du so konsequent absetzt Towanda, mein großer Respekt! Du hast mit der Wasserlösemethode auch erst im etwas niedrigeren Bereich angefangen richtig? Hast du dann davor die Tabletten immer in einer Leerkaspel eingenommen?


Freundliche Grüße

Niemandsland
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Towanda
Teamunterstützung
Beiträge: 3664
Registriert: 16.01.2018 18:23
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 380 Mal
Danksagung erhalten: 1696 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Towanda »

Hallo Niemandsland,

ich hatte das Glück, gleich zu Anfang des Absetzens dieses Forum gefunden zu haben. Auch ich habe Mirta nur 5 Monate genommen und musste mich erst damit anfreunden, dass ich nun seit gut 2 Jahren reduziere. Nach Woche 4 nach absetzen waren meist die Symptome so erträglich, dass ich weiter reduzieren konnte. Manchmal waren es auch 5 Wochen. Ich habe sehr gut auf meinen Körper gehört und im Lauf der Zeit gingen auch etwas grösßere Schritte.

Ich habe bei 3,75 mg mit der Wasserlösmethode angefangen, ab da erschien mir das zurechtbröseln einfach zu ungenau.
Ja, ich habe die Brösel immer in einer Kapsel eingenommen.

Alles Gute,

Towanda
► Text zeigen

27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Towanda,

war das bei dir denn ein richtiges bröseln?
Habe das Gefühl die Tabletten von Zentiva bröseln nur wenn ich die mit einer Messer/Tablettenteiler bearbeiten würde, mit der Pfeile geht das schon recht fein ohne bröseln.

Noch etwas zur Wasserlösemethode: Bei SA (survivingantidep.) und in einigen englischen Gruppen wird oft geraten lieber eine Suspension herzustellen. Die Amis nehmen da ja gerne dieses OraPlus, was es soweit ich weiß bei uns ja nicht gibt. Habe auch schon von Honig und Ahornsirup gehört um eine bessere Verteilung zu erreichen. Ist es konsens im ADFD-Forum das sowas nicht benötigt wird? Ich meine das es klappt zeigen ja hier viele Leute...aber vielleicht würde es die Sache ja vereinfachen?

P.S.: Konnte heute schon wieder Suppe essen und etwas den Abend genießen, klingt so banal, aber freut mich richtig. :)

Ach und Lolla (fals du das liest), wie hat sich denn deine Unverträglichkeit der Wasserlösemethode gezeigt? Laut Towandas Signatur ist das ja im höheren Bereich wohl auch mal aufgetreten und später schien es zu funktionieren.

Liebe Grüße!

Niemandsland
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Towanda
Teamunterstützung
Beiträge: 3664
Registriert: 16.01.2018 18:23
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 380 Mal
Danksagung erhalten: 1696 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Towanda »

Hallo Niemandsland,

erstmal möchte ich was richtig stellen: Ich hatte nie eine Unverträglichkeit auf die Wasserlösmethode. Ich bin bei 13,5 mg nur wieder auf feilen zurückgegangen, weil das mit der Feinwaage für mich praktischer war und in dem hohen Dosisbereich auch sehr gut ging.

In niedrigeren Bereichen habe ich die Tablette mit einem Skalpell geteilt und dann mit der Feile das „Feintuning“ :D gemacht. Ab da war es eine Bröselei.

Mit Suspension kenne ich mich nicht aus, hier gibt es aber einen Bericht darüber: https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... paediatrie

Mit Ahornsirup oder Honig stelle ich mir das schwierig vor, weil diese Stoffe ja dickflüssig sind und man deshalb nicht gut mit der Spritze dosieren kann. Ich bin bisher mit der Wasserlösmethode sehr gut gefahren, Mirta löst sich sehr gut in Wasser. Wenn man, wie im Video beschrieben, einen Strudel erzeugt und daraus die benötigte Dosis entnimmt, sehe ich kein Problem bezüglich der Verteilung. Hunderte Menschen hier praktizieren das so und kommen gut zurecht, warum also das Rad immer wieder neu erfinden?

Viele Grüße,

Towanda
► Text zeigen

27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
lollarossa
Beiträge: 661
Registriert: 01.08.2016 16:20
Hat sich bedankt: 79 Mal
Danksagung erhalten: 87 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von lollarossa »

Hallo Niemandsland :)

Ich habe die Wasserlösemethode 2 Mal probiert.
Beim ersten Mal ging es eine Woche gut mit der Einnahmen, habe auch nicht reduziert.
Dann kippte es. Ich bekam Schwindel, mir war durchgehend schlecht, ich hatte migräneartige Kopfschmerzen und wurde total weinerlich.

Ich konnte das nicht aushalten.

Habe es irgendwann nochmal gestestet und da kamen diese Symptome nicht erst nach einer Woche, sondern direkt am ersten Tag.

Ich wünsche dir viel Erfolg für dein Projekt und heute einen schönen Tag.

LOLLA
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Entzug: Escitalopram
► Text zeigen
Entzugversuch Amisulprid:
► Text zeigen

1.04.20: 199 mg Amisulprid (Waage)-> 4, 50 mg Tabletten
7.05.: 198 mg
4.06.: 198
23.06: 197,5
27.08: 197
04.09: 196,5
11.09: 196
18.09: 195,5
23.09: 195,25
26.09: 195
02.10: 194,5
07.10: 194
24.10: 193,75
29.10: 193,5
01.11:193,25
05.11: 193
Niemandsland
Beiträge: 18
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Towanda und Lolla,

ja bei Mirtazapin scheint es wohl nahezu keine andere Möglichkeit zu geben als irgendwann auf die Wasserlösemethode umzustiegen...gibt natürlich
auch Leute die es nur mit der Feinwaage ausgeschlichen haben. Kommt wohl drauf an wie genau man ist und wie empfindlich man reagiert.

Zur Suspension: Stimmt schon, das Rad neu erfinden muss man nicht. :P Allerdings könnte man ja durch das Verhältnis Wasser+Suspensionsmittel bestimmen wie flüssig das Ganze im Endeffekt sein soll. So das man noch gut mit arbeiten kann. Nur so als Idee. Und Danke für den Bericht, scheint ja doch viele Anwendungsfälle davor zu geben (und gerade die Verteilung zur Dosisabmischung ist wohl das erklärte Ziel).

Es tut mir leid. das du solche Schwierigkeiten hattest Lolla, ich hoffe momentan kommst du besser zurecht? :?

Ach man, was wenn ich das irgendwann auch nicht vertrage...gibt ja die blöden Remergil-Tropfen seit Jahren nicht mehr in Deutschland (an die Absetzgeplagten denk eh niemand...besonders nicht Pharma).

Habe im Informationsschriften Thread hier im Forum folgendes sehr neues Dokument (September 2020) von der Royal College of Psychiatrists gefunden:
https://www.rcpsych.ac.uk/docs/default- ... 2c9a63e0_2

Ich finde dieses Dokument seeehrrr gut und aufschlussreich, auch wenn eigene Absetzmethoden nicht empfohlen werden (Ja...wie denn dann?!).
Das ist doch wirklich mal etwas Offizielles das man seinen Ärzten vorlegen kann, wenn es um wirklich langsames ausschleichen geht! Die Organisation ist doch glaub ich sehr anerkannt! Bin beeindruckt!

Würde das ganz gerne übersetzen und hier zur Verfügung stellen...bin nicht gut mit dem bearbeiten des Mediums (Text in Bild) aber der Text an sich dürfte nicht alzu schwierig sein. Kann ich damit hier helfen oder soll ich mir die Arbeit sparen? Vielleicht kann ja noch jemand anderes später von profitieren... :)

Liebe Grüße!

Niemandsland
Zuletzt geändert von Niemandsland am 26.09.2020 16:36, insgesamt 3-mal geändert.
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 19880
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7324 Mal
Danksagung erhalten: 9762 Mal

Re: Niemandsland: Mirtazapin - brauche Hilfe!

Beitrag von Jamie »

Hallo Niemandsland :)
Allerdings könnte man ja durch das Verhältnis Wasser+Suspensionsmittel bestimmen wie flüssig das Ganze im Endeffekt sein soll.
Wir wollen hier keinen Sirup oder eine echte Schüttelsuspension oder sonstwas herstellen ;).
Idealerweise sind Stoffe so gut löslich, dass sie eine echte Lösung bilden; das geht aber nicht, wenn die Tablette in Wasser gelöst wird, dann entstehen sog "unechte" Lösungen, die man auch als Suspensionen, Emulsionen, Kolloide und Sole bezeichnet (je nachdem, was es ist).

Unserer langjährigen Erfahrung nach lassen sich viele Psychopharmaka recht gut in Wasser lösen (suspendieren), übrig bleiben aber öfters kleinere Partikel, zumeist der Schutzfilm, der die Tablette glatt, gut schluckbar und neutral schmeckend verpackt.
Dieser Film ist aber nicht wirkrelevant.

Die relevante Größe ist, in ausreichend Wasser zu lösen, wir empfehlen 100ml.
Je größer das Lösungsmedium mengenmäßig, desto feiner kann man Dosierungen herstellen.
Wie gesagt, wir wollen eine sehr wässrige Lösung (Suspension) und durch das Aufwirbeln und Spritze in Strudel positionieren und abziehen erzielt man ein gewisses statistisches (nicht perfektes) Mittel der relativ gleichen Wirkstoffverteilung.

Die Methode hat nicht den Anspruch perfekt zu sein, man kann bessere Ergebnisse erzielen, indem man die Tabletten vorab mörsert und in lauwarmen Wasser löst, das verbessert die Löslichkeit.

Patienten, die auf eine Magensonde angewiesen sind, bekommen übrigens über die selbe Methode ihre Tabletten verabreicht, wenn sie sie nicht schlucken können.
Voraussetzung ist, dass die Tablette nicht retardiert oder magensaft resistent überzogen ist oder eine sonstwie "Spezialumhüllung hat und das ist bei Mirtazapin nicht der Fall.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Antworten