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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Venlafaxin absetzen.

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Celestin
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Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Celestin » Dienstag, 27.04.10, 12:59

Huhu :)

Ich kopiere einfach mal den Text aus meiner Vorstellung und ergänze ihn etwas.

Ich leide seit vielen Jahren an Depressionen. Vor etlichen Jahren habe ich einmal Mirtazapin bekommen, aber die Nebenwirkungen waren so gräßlich, daß ich es direkt wieder abgesetzt habe und seitdem kein AD nehr angerührt habe. bis zum letzten Winter.
Erst habe ich vom Hausarzt Opipramol bekommen, mich aber nicht getrtaut es zu nehmen, weil im Beipackzettel etwas von möglicher Gewichtszunahme stand (seit Mirta habe ich panische Angst, vor allen Medikamenten, die dick machen könnten). Danach Citalopram das auch bei 60mg keinerlei positive Wirkung hatte. Mein Psychater hat mir nun Venlafaxin aufgeschrieben, was wir seit einigen Wochen auch stetig bis auf 225mg hochdosiert haben. Ca. eine Woche, nachdem die 225mg erreicht waren fing ich dann an sehr zappelig und unruhig zu werden. Ich hatte zwar Energie, jedoch war ichj absolut nicht in der Lage, diese in sinnvolle Bahnen zu lenken. Nach Absprache mit der Psychaterin habe ich die Dosis nun auf 200mg reduziert. Und siehe da... Ich habe Absetzerscheinungen (daß es welche sind weiß ich, weil es die gleichen Symptome (Kopfschmerzen, Übelkeit, Kraftlosigkeit, leichter schüttelfrost, Panikatacken, Depressionsschub) sind, dioe ich hatte, als ich die Tabletten einmal 3 Tage lang vergessen hatte).
Mit 200mg habe ich heftige Absetzerscheinungen und mit 225mg bin ich so zappelig und zittrig, daß ich auch zu nichts in der Lage bin. Dazu kommt, daß ich bei beiden Dosierungen unter starken Schlafstörungen leide, die ich nicht in den Griff Kriege und die langsam aber sicher auch sehr kräftezehrend sind.
Ich habe Kapseln mit 150mg, in denen jeweils 3 Kugeln mit je 50mg sind und Tabletten mit 75mg, die nicht teilbar sind. Somit sind 25mg Reduzierung die kleinsten Schritte die möglich sind. Hochdosiert wurde 37,5mg, 75mg, 150mg, 225mg.
Ich werde jetzt versuchen 1 Tag 225mg zu nehmen und am nächsten Tag 200mg. Um so hoffentlich die Zeit bis zum nächsten Termin beim Psychater(4.5.) irgendwie zu überstehen.

Zum Teil überlege ich, ob ich nicht einfach in den sauren Apfel beiße und das Teufelszeug direkt komplett absetze. Weiß jemand, wie lange diese Entzugserscheinungen anhalten können?
Bringt es etwas, auf ein anderes Preparat umzusteigen? Als nächstes soll Fluoxetin probiert werden, aber dafür soll, laut Psychaterin, das Venlafaxin erst abgesetzt sein.

Hoffe, ihr habt ein paar Tips für mich. Weiß grad echt nich, was ich machen soll.

Ulrich

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Ulrich » Dienstag, 27.04.10, 15:22

Hallo Celestin.!

Da das Trevilor ( Venlafaxin ) antriebsteigernd ist hast Du Probleme mit dem Schlafen. Natürlich spielt auch jetzt bei der Reduzierung ( Absetzsymptome ) die Schlaflosigkeit und Unruhe eine Rolle. Hier könnte man etwas Atosil 10-20mg ( niederpotentes Neuroleptika dazugeben, oder es mit 12,5-25mg schlafförderndes AD Trimipramin ( Stangyl ) versuchen.Ist eine ganz minimale Dosis!
Ich selbst nehme auch 75mg Trevilor und 12,5mg Trimipramin und komme ausgezeichnet damit zurecht. Ich weiß jeder reagiert anderst, darum nur ein Vorschlag von mir!
So wäre die Reduktion besser auszuhalten, wenn man mindestens in der Nacht schlafen kann!
Wenn die Absetzsymptome von 225mg auf 200 weg sind erst ein paar Tage abwarten bis zur nächsten Reduzierung auf 175mg!!
So wäre die Reduktion besser auszuhalten, wenn man mindestens in der Nacht schlafen kann!
Wenn die Absetzsymptome von 225mg auf 200 weg sind erst ein paar Tage abwarten bis zur nächsten Reduzierung auf 175mg!!

Lg Uli

Celestin
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Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Celestin » Dienstag, 27.04.10, 20:05

Naja... zum schlafen habe ich Zopclon 7,5mg. Davon reicht mir normalerweise eine Halbe und ich schlafe wunderbar. Seitdem ich das Venlafaxin auf 225mg nehme schlafe ich damit zwar gut ein, aber ich wache ca. jede Stunde schweißgebadet wieder auf. Hab gestern Abend wieder eine halbe genommen, als ich dann das erste mal nach 2 Stunden wach geworden bin und nicht mehr schlafen konnte habe ich noch 5mg Diazepam (war leider meine Letzte) und 25mg Trimipramin "nachgelegt". Bin dann ca. jede Stunde aufgewacht, aber konnte recht schnell wieder einschlafen. Aber erholsam war diese Nacht leider nicht.
Dia Absetzsymptome bei 200mg unterscheiden sich nicht von denen, die ich bei 75mg hatte, als ich die Tabletten komplett vergessen hatte. Im gegenteil, ich habe das Gefühl, daß das, was ich gestern erlebt habe noch weiß schlimmer war.
Bei geringerer Dosis vom Venlafaxin habe ich überhaupt keine Wirkung gespürt, einzig starken Appetitverlust.

antianti
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Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von antianti » Mittwoch, 28.04.10, 8:33

Hallo Celestin,

bis zu welcher Tageszeit nimmst Du das Mittel? Ich konnte mit 150mg Trevilor auch super schlecht schlafen, bin spätestens um 3 Uhr nachts aufgewacht (beim nächtlichen Trevilor-Toilettengang) und habe mich nur noch rumgewälzt mit extrem unruhigen Beinen... das hat sich gegeben, als ich die gesamte Dosis morgens genommen habe statt wie vorher auf morgens und mittags verteilt.

Sei bitte vorsichtig mit dem Zopiclon, das kann bei regelmäßiger Einnahme auch abhängig machen. Mir war das ja immer unheimlich, eine halbe Tablette hat mich ganz schön weggehauen.

Das Absetzen könnte schwierig werden, wenn Du bei dieser Reduktion schon solche Reaktionen zeigst. Wenn Du Dich dazu entschließt, musst Du damit rechnen, dass es nur in ganz kleinen Schritten vorwärts geht. Ich hatte mal einige Tage beim Ausschleichen Probleme, als ich auf Anraten des Psychiaters abwechselnd zwei unterschiedliche Mengen einnahm. Blöde Idee, ich hatte damit jeden zweiten Tag leichte Absetzerscheinungen. Es ging dann aber besser, als ich in kontinuierlichen Schritten langsam reduziert habe. Bei Dir müsste die Reduzierung möglicherweise noch langsamer verlaufen. Während des Ausschleichens ging es mir relativ gut, wobei ich die Reduzierung schon gemerkt habe. Trotz dieser Vorbereitung ging es mir dann aber nach dem Absetzen nochmal mies. Ich war drei Tage bettlägerig, etwa eine Woche recht kränklich, bis es dann langsam besser wurde. Nach drei Monaten war ich dann einigermaßen wiederhergestellt. Richtig gesund gefühlt habe ich mich in dieser Hinsicht erst so ein halbes Jahr danach. In diesem Zeitraum hatte ich z.B. immer noch vereinzelte Zaps, die bei mir beim Absetzen das Hauptproblem waren.

Ob Deine Probleme an einer falschen Dosis oder einem falschen Medikament liegen, kann Dir wohl keiner sagen. Es ist möglich, dass 225mg zu viel sind und 200mg zu wenig, es ist aber auch möglich, dass Dir Trevilor gar nicht gut tut, oder dass Dein Körper sich noch an die Dosis gewöhnen muss.

Ach so, zu den Reduktionsschritten: Wenn Du reduzieren möchtest, bitte doch Deine Ärztin darum, Dir wieder (normale) Kapseln zu verschreiben oder Tabletten, die man besser teilen kann. Bei den Kapseln könntest Du entweder Kügelchen entnehmen oder Dir vom Apotheker Deines Vertrauens helfen lassen: Der Inhalt der Kapseln kann anders abgewogen und wieder neu "verpackt" werden.

Alles Gute und viel Erfolg
antianti

Ulrich

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Ulrich » Mittwoch, 28.04.10, 9:01

Celestin hat geschrieben:Naja... zum schlafen habe ich Zopclon 7,5mg. Davon reicht mir normalerweise eine Halbe und ich schlafe wunderbar. Seitdem ich das Venlafaxin auf 225mg nehme schlafe ich damit zwar gut ein, aber ich wache ca. jede Stunde schweißgebadet wieder auf. Hab gestern Abend wieder eine halbe genommen, als ich dann das erste mal nach 2 Stunden wach geworden bin und nicht mehr schlafen konnte habe ich noch 5mg Diazepam (war leider meine Letzte) und 25mg Trimipramin "nachgelegt". Bin dann ca. jede Stunde aufgewacht, aber konnte recht schnell wieder einschlafen. Aber erholsam war diese Nacht leider nicht.
Dia Absetzsymptome bei 200mg unterscheiden sich nicht von denen, die ich bei 75mg hatte, als ich die Tabletten komplett vergessen hatte. Im gegenteil, ich habe das Gefühl, daß das, was ich gestern erlebt habe noch weiß schlimmer war.
Bei geringerer Dosis vom Venlafaxin habe ich überhaupt keine Wirkung gespürt, einzig starken Appetitverlust.
Hallo Celestin!
Das Problem hier im Forum, das wir immer wieder feststellen ist, daß Betroffene nicht alle Medikamente die sie nehmen angeben und das ist wichtig für uns. Du nimmst Zoplicon und Diazepam ( Valium ) zum schlafen.
Jetzt wichtige Frage: Wie lange nimmst Du schon Benzodiazepine? Auch Zoplicon macht abhängig, was vielen Betroffenen verschwiegen wird!
Es ist richtig, daß die höhe der Dosis von Trevilor beim Absetzten in der Regel nicht so entscheident ist, auch ich hatte von 100mg auf 75mg Stimmungsschwankungen.
Daher ist bei Dir die Frage wichtig- Wie lange nimmst Du Zoplicon und Diazepam schon, auch wenn das nicht regelmäßig ist.
Natürlich macht Trevilor bei Dir Absetzerscheinungen, doch wenn bei Dir die Dosis der Benzodiazepine nicht mehr ausreicht, bist Du auch da immer wieder im Entzug, und so zeigen sich Absetzsymptome und Entzug der Benzos gleichzeitig verstärkt!Ist wie ein Kreislauf!

Lg Uli

Celestin
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Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Celestin » Donnerstag, 29.04.10, 1:17

Also die Diazepam nehme ich eigentlich garnicht. Vor dieser habe ich das letzte mal im Sommer letzten Jahres eine Diazepam genommen und da insgesamt 3mal innerhalb von 2 Wochen. davor noch nie. Das Zopiclon nehme ich seit Nov. 09. Sehr sehr Unregelmäßig. Manchmal brauche ich 4 Wochen lang garnichts zum Einschlafen und manchmal 3x pro Woche, allerdings ist 3x pro Woche eher die Ausnahme. Ich hatte bisher eigentlich noch nie Wirkliche Schlafstörungen. Die Zopiclon waren für mich eher ne Hilfe, wenn ich eine akute Depriphase habe. Dann nehme ich ne halbe Zopi, leg mich sehr früh schlafen und am nächsten Tag sieht die Welt meist besser aus.
Die Venlafaxin nehme ich immer morgens. Der Gedanke, daß es so lange dauern könnte und ich nur in Minischritchen davon loskomme ist für mich irgendwie gräßlich. Damit kann ich mich garnicht so recht anfreunden.
Langsam bin ich soweit, daß ich am liebsten GARNICHTS mehr von den verfluchten Psychopillen probieren will. Nach meinem Gefühl ist dadurch alles noch schlimmer geworden als besser :(

Celestin
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Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Celestin » Freitag, 07.05.10, 8:25

So... Mal ein kleines update, wie es mir bisher ergangen ist, da ich mich doch zum radikalen Absetzen entschieden habe.

Am 30.4. 2010 habe ich das letzte mal Venlafaxin genommen (225mg)
Am 1.5.2010 ging es mir gut/normal.
Am 2.5.2010 fingen dann wieder die bereits bekannten Entzugserscheinungen an. "wattiges" Gefühl im Kopf, Übelkeit, "Grippegefühl", Schwäche, Alpträume (Bei den Alpträumen bin ich mir nicht sicher, ob sie noch zu "Nebenwirkungen" oder zu "Entzugserscheinungen" zählen.)
Am 3.5.2010 verschlimmern sich oben beschriebene Entzugserscheinungen . Dazu kommt nun noch das Gefühl von Unkoordiniertheit. Gegen Abend wird die Übelkeit immer schlimmer, bis hin zum mehrmaligen Erbrechen.
Am 4.5.2010 war am Morgen wieder alles gut. Ich dachte schon, das wäre es gewesen. Im laufedes Morgens wieder Beschwerden. Diesmal setzen Übelkeit und Erbrechen bereits am frühen Nachmittag ein.
Seit dem 5.5.2010 ist es mir gelungen Übelkeit/Erbrechen mittels Vomex in den Griff zu bekommen. Die restlichen beschwerden sind nach wie vor vorhanden und stark ausgeprägt.
Seit dem 6.5.2010 Ist es mir wieder möglich einen Orgasmus zu haben, was unter Venlafaxin bisher schlicht unmöglich war. Seit dem 6.5.2010 keine Alpträume mehr. Restliche Entzugserscheinungen sind unverändert.

So sieht es im Moment aus. Dank Vomex sind die Entzugserscheinungen erträglich. Zeitweise ging es mir sehr schlecht, da ich sehr unter den Alpträumen gelitten habe und danach regelrecht panisch und hysterisch im Bett gesessen habe, weil diese Träume auch nach dem wieder Einschlafen weitergingen oder mich teilweise so "festgehalten" haben, daß ich zwar wusste ich träume, aber nicht in der Lage war mich aus dem Traum zu lösen.
Die Übelkeit habe ich als Schlimmstes empfunden, sie jedoch mit Vomex gut in den Griff bekommen.

Am 4.5.2010 habe ich mit meiner Psychaterin gesprochen. Sie würde zwar niemandem raten, Venlafaxin so abrupt abzusetzen, aber sie hatte auch keine Bedenken, da ich es immerhin wohl schon lange genug durchgehalten habe um den"höhepunkt" der Entzugserscheinungen zu erreichen. Zitat: "Schlimmer wird es jetzt höchtswahrscheinlich nicht mehr werden. Aber ich muss sie trotzdem warnen, das kann sich noch 2 wochen oder sogar länger hinziehen..."

Soweit erstmal dazu. Wenn ich noch etwas vergessen habe werde ich es nachreichen.

Marsupilami

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Marsupilami » Freitag, 07.05.10, 12:32

Natürlich kann jeder für sich entscheiden, abrupt abzusetzen, aber dass ein Arzt einem da zurät, ohne über die Gefahren aufzuklären, darüber kann ich nur immer wieder den Kopf schütteln. Hier sollte jedenfalls nicht der Eindruck entstehen, dass das eine problemlose Vorgehensweise ist.
Dir noch weiter viel Erfolg!

Grüße,

Marsu

jensen
Beiträge: 6
Registriert: Freitag, 01.01.10, 19:26

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von jensen » Freitag, 25.06.10, 11:28

Venlafaxin (Trevilor/Effexor) hat bei mir auch erhebliche Absetzsymptome hervorgerufen, die leider nicht auf die Zeit des Absetzens beschränkt waren, sondern bis heute andauern. Dazu zählen ein nicht erfrischender, traumloser Schlaf - eingeschlafene Arme, Finger und Hände - sexuelle Dysfunktion (PSSD) - Emotionslosigkeit - Motivations-/Antriebslosigkeit - Agitiertheit - Ekzeme in Gesicht und Ohren - extremer Verlust des Kurzzeitgedächtnisses - Probleme Gedankengänge zu ordnen, nachzuvollziehen usw. usw.

Mein Leben nach Trevilor ist also kurz gesagt die Hölle.

Hier kannst du viele ähnliche Geschichten nachlesen, was die akuten Absetzsymptome betrifft.
http://www.petitiononline.com/mod_perl/ ... gi?effexor

Grüße - jensen

Ricarda41

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Ricarda41 » Freitag, 25.06.10, 11:46

http://www.depression-guide.com/lang/de ... ffexor.htm

EFFEXOR Stärkungsmittel kann dir helfen, zurück zu dem Glauben der Weise zu erhalten, die du zu-vor den Symptomen des Tiefstands begonnen, um dein Leben zu behinderen verwendetest.

Doktoren schreiben EFFEXOR vor, um zu helfen, Tiefstand, generalisierte Angststörung und Sozialangststörung zu behandeln.

Viele Patienten finden, daß, indem sie ihre Symptome von Tiefstand entlasten, sie eher wie selbst wieder glauben. Sie können Interesse an ihren Lieblingstätigkeiten wiedergewinnen und mit Familie und Freunden beteiligter wieder werden.

Wie arbeitet EFFEXOR STÄRKUNGSMITTEL?
EFFEXOR Arbeiten über Serotonin und Norepinephrin - zwei Chemikalien im Gehirn verbanden mit Tiefstand. Das Beheben der Ungleichheit dieser zwei Chemikalien kann helfen, Symptome von Tiefstand zu entlasten.



unter diesen Link wird effexor / venlafaxin als Stärkungsmittel bezeichnet :?:

Marsupilami

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Marsupilami » Freitag, 25.06.10, 12:18

Hallo Ricarda,

was bezweckst Du jetzt genau mit den Zitaten dieser seltsamen, von einer Maschine wahrscheinlich aus dem Englischen unfassbar übersetzten, komischen unseriösen Website?
Bzw. inwiefern soll das jetzt konkret hilfreich sein für das Thema Venlafaxin absetzen? Verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, inwieweit das irgendetwas Sinnvolles beitragen kann.

Fragende Grüße,

Marsu

Ricarda41

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Ricarda41 » Montag, 28.06.10, 14:37

Ich bezwecke wirklich nichts böses damit, ich weiß, dass es vielleicht auch nicht beim Absetzen hilft -
aber es ärgert mich immer maßlos, dass genau solche unseriösen Seiten dazu beitragen, dass das Verständnis für die Situation der Betroffenen, die Antidepressiva nehmen oder absetzen sehr gering ist.

Ich selber muss es leider im Umfeld immer wieder feststellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die behaupten, wenn die Medikamente nicht abhängig machen, dann kann das Absetzen doch gar nicht so schlimm sein.

Ich bin der Meinung, dass viel mehr Menschen davon erfahren müssten, wie es den Betroffenen z.b. hier im Forum ergeht - sowohl mit den Medikamenten und deren Nebenwirkungen, wie auch beim Absetzen und Ausschleichen dieser Medikamente.

Wie du in meiner Signatur lesen kannst, habe ich in der Beziehung schon einiges hinter mir und habe irgendwann auch das Absetzen von Venlaflaxin vor mir.

Ich weiß nicht, ob ich alles so geschafft hätte, wenn ich nicht immer wieder hier hätte nachlesen können, dass es tatsächlich auch anderen so geht. Viele "Absetzsymthome" hätten mich bei meiner Neigung zu Panikattaken wahrscheinlich wahnsinnig gemacht, wenn ich hier nicht hätte nachlesen können, dass es auch anderen so geht.

Ich "zitiere" diese Texte eigentlich nur, um mitzuteilen, wieviel Mist und Unsinn über dieses Thema verbreitet wird - weil es mich einfach wahnsinnig ärgert.

Also nichts für ungut.

Liebe Grüße
Birgit

Marsupilami

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Marsupilami » Montag, 28.06.10, 16:21

Hallo Birgit,

danke für Deine Erklärung. Vielleicht bin ich auch einfach blöd, weil mir krankheitsbedingt immer im Kopf so benebelt und bedröhnt ist, dass ich manchmal Sachen nicht kapiere, aber ich hatte wirklich gar nicht verstanden gehabt, was Du mit dem Beitrag meintest. Jetzt ist aber der Groschen gefallen, :D .
Ja, es ist wirklich übel, was Alles verbreitet wird und dass selbst Ärzte so korrumpiert sind von den Mythen der Pharmaindustrie. Leider wird von der Medizin oft nicht auf das individuelle Empfinden des einzelnen Patienten eingegangen, sondern es wird nach Standard behandelt, und ich glaube, dass es in der Psychiatrie noch viel stärker ist. Weil es so eine Wischiwaschi-Disziplin ist, in der man immer Alles so drehen kann, wies passt, weil ja nichts objektivierbar oder beweisbar ist, das Ganze aber trotzdem der Öffentlichkeit erfolgreich als Wissenschaft verkauft wird, steht man als Patient wirklich oft besch... da. Da fällt mir grade ein, dass der BPE doch irgendwo so eine Liste hat mit Ärzten, die vorsichtiger sind mit dem Verordnen von Pillen, muss ich mal suchen, das wäre vielleicht noch was für hier.

Also, aufgeklärte Grüße, :D

vom Marsu

Claire09
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Registriert: Sonntag, 08.08.10, 9:06

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Claire09 » Sonntag, 08.08.10, 9:26

Hallo Celestin,
Deine Frage ist ja schon länger her, trotzdem nutze ich meine Antwort, um ein wenig von meiner Erfahrung zu berichten. Ich habe nach einem neudeutsch "Burnout" von meinem Neurologen Venlafaxin verschrieben bekommen. Gleichzeitig habe ich versucht, meinen (wirklich vorhandenen) Stress etwas zu reduzieren und eine Therapie zu machen. Der Einstieg mit Venlafaxin war sehr gut - ein paar Tage ein wenig Übelkeit und Durchfall. Dann war es gut. Die Dosis erhöhte ich auf 150 mg (in Absprache natürlich)Nebenwirkungen wir Nachtschweiss, Gewichtszunahme und Bluthochdruck waren erträglich. . Der Arzt, der leider neute nicht mehr praktiziert, empfahl mir dann im april die Venlafaxin abzusetzen. Ich sollte mich allerdings ausschleichen. Ich habe jetzt die Zeit genutzt von Mai bis letzte Woche, mich auszuschleichen. Die Reduzierung erfolgte in Teilschritten über jeweils einige Wochen. Zuletzt nahm ich noch 1/4 Tablette von 75 mg, also ca 17-20 mg. Damit ging es mir noch gut. Seit Donnerstag letzter Woche nehme ich nun gar nichts mehr - und es geht mir physisch nicht gut. Die sog. Zaps sind immer noch vorhanden (ich finde auch keine Info, wie lange das dauert) und die "Schläge" erfolgen 2-3 mal in der Minute. Ich habe das Gefühl, wenn ich mich viel bewege, geht es mir sehr gut, wenn ich nur sitze und zum Beispiel hier schreibe, ist es sehr unangenehm. Psychisch geht es mir eigentlich gut, wobei mir diese Zaps und der damit einhergehende Schwindel bis eben sehr viel Angst gemacht haben. Weder im Beipackzettel noch ein Hinweis vom Arzt (Hausarzt, Internist, Neurologe, Psychologe) wies mich darauf hin, dass es solche Reaktionen des Körpers gibt

Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir einen Tipp geben, ob es ein "Gegenmittel" gibt, wie lange diese Absetzsymptomatik anhält etc.

LG Claire

Ulrich

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Ulrich » Sonntag, 08.08.10, 10:16

Hallo Claire!

Irgendwann kommen die ärztlichen Experten auch mal dahinter, nur hier im Forum wussten sie das schon lange vor 2009! Lese mal den Link!

http://www.aerztekammer-bw.de/25/10prax ... e/0912.pdf


Lg Uli

yas1
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Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von yas1 » Sonntag, 08.08.10, 11:41

Ulrich hat geschrieben:Hallo Claire!

Irgendwann kommen die ärztlichen Experten auch mal dahinter, nur hier im Forum wussten sie das schon lange vor 2009! Lese mal den Link!

http://www.aerztekammer-bw.de/25/10prax ... e/0912.pdf


Lg Uli
danke für den link

Marsupilami

@Uli

Beitrag von Marsupilami » Sonntag, 08.08.10, 12:26

Hallo Uli,

könnte bzw. dürfte man diesen Bericht für unsere Wissens-Sektion verwenden? Abgesehen von der Lobhudelei über die ach so tolle Erweiterung der Therapiemöglichkeiten durch SSRIs ist er ja nicht schlecht.

Gruß,

M.

Claire09
Beiträge: 6
Registriert: Sonntag, 08.08.10, 9:06

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Claire09 » Sonntag, 08.08.10, 13:37

Hallo Uli,
vielen Dank für den Link. Sehr interessant. Dass es zu Absetzerscheingungen kommt, halte ich ja auch für normal. Nur wäre es viel einfacher (zumindest für mich), wenn ich diese zu erwartenden Symptome schon vorher gewusst hätte und sich daraus das Bewusstsein entwickelt, "es ist fast normal und nichts schlimmes". Das Aushalten ist schlimm genug, bei mir kam aber noch die Angst hinzu. Was mir auffällt, solange ich mich "richtig" bewege (war gerade zwei Stunden Tennisspielen) geht es mir richtig gut - kein Schwindel, keine Stromschläge.

VG Claire

Marsupilami

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Marsupilami » Sonntag, 08.08.10, 14:10

Hallo Claire,

ich mische mich garde mal ein. Du hast völlig recht. Wenn man vorgewarnt wäre, dass da überhaupt und was auf einen zukommen kann und auch ein paar Tipps bekäme, wie man womit besser umgehen kann, dann wäre man sicher schon um Einiges ruhiger. Auch sollte es normal sein, dass man jederzeit beim Arzt anrufen kann, wenn was Besonderes ist, was bei Psychiatern meist auch nicht klappt.

Gruß vom M.

Ulrich

Re: Venlafaxin absetzen.

Beitrag von Ulrich » Sonntag, 08.08.10, 17:41

Hallo!

Ich habe hier im Forum schon einmal geschrieben, daß ich 2008/9 auf einem Kongress in Baden-Baden war, und Prof. Dr. Berger aus Freiburg wortwörtlich in einem Vortrag zu etwa 200 Psychiatern und Neurologen folgendes über die Absetzsymptome der SSRIs sagte:Zitat: Wir wurden betreffs der Absetzsymptome der SSRIs von den Pharmafirmen getäuscht, ja es gibt sogar elektrische Stromstöße usw.
Das ist doch genau der Punkt, daß Studien manipuliert werden, und gravierende Nebenwirkungen werden wegen der Zulassung unterschlagen!! Darum kennen die niedergelassenen Ärzte überhaupt
solche Symptome nicht oder wollen sie nicht kennen :wink:

Lg Uli

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