Hallo Susi,
ich weiss wie und was Du erleidest. Ich möchte Dir noch ein paar Sachen mir auf den Weg geben, die ich von führenden, meist amerikanischen Psychiatern bekommen habe,
teilweise auf Anfrage, deren Bücher oder Artikel.
Es ist nicht so, dass Ängste, Zwänge, Depressionen, Ausdruck einer Geisteskrankheit sind (oder einer Neurotransmitterstörung), sondern vielmehr falsche Schaltkreise, die sich sich irgendwann mal verfestigt haben und nun schwer zu lösen sind. Unser Gehirn hat die
grundsätzliche möglichkeit, ganz ohne Tabletten neue, ,,normalere" Schaltkreise und Gedankenketten neu wachsen zu lassen. Man muss nur ( und das ist eben die Schwierigkeit ) sein Verhalten und seine Gedankengänge ändern, ändert man sein Verhalten erstmal, dann ändert sich auch wieder die Gehirnchemie (Verbindungen).
Die Zwansstörung ist ein gutes Beispiel dazu: lies das jetzt aufmerksam durch:
Was bei der Störung falsch abläuft:
1.
Bei Zwangsgedanken, ist die Filterfunktion, die vernünftige Gedanken von doofen Gedanken filtert geschwächt; dies kann sein durch: Stress, Depression, Angst, Drogen, aber auch ADs. Nochmal: jeder Mensch hat solche doofen und aufdringlichen Gedanken, den meisten Menschen werden diese aber niemals bewusst, sie schaffen eben nicht die Hürde
von dem Unterbewussten in das Bewusste. Durch irgendeinen Auslöser, haben es nun einige ,,doofen" Gedanken bei Dir (uns) geschafft die Hürde zu nehmen und kommen nun ins Bewusstsein, was uns erst mal erschreckt: jetzt kommt die 2te Fehlprogrammierung:
2. Selbst bei den meisten ,,normalen Menschen" treffen manchmal diese doofen Gedanken aufs Bewusste. Der normale Mensch, erkennt den Gedanken aber sofort als unwichtig oder unsinnig und lässt ihn fallen. Pukt aus das wars für ihn. Der Zwangskranke oder Angstkranke, verhält sich fatal andersartig: irgendeine falsche Verschaltung im Gehirn bewirkt, dass wir denken (ja schlimmer noch: fühlen), dass dieser schlimme Gedanke das selbe sei wie die Durchführung des Gedanken! Wir messen dem Gedanken ungeheure Bedeutung zu! Er wird zur grätchenfrage !
3. Nun fühlen wir den Drang den Gedanken zu analysieren, schließlich haben wir ja ,,Verantwortung" für die schlimmen Gedanken, wir fühlen Unsicherheit: was soll das bedeuten, ziehe ich den Gedanken durch, bin ich geisteskrank, wie, weshalb, warum.
Exakt das macht die Krankheit aus: der schlimme Gedanke (den jeder mal hat) und vorallem die Lösungsversuche danach, die den Gedanken nur verstärken:
- Verdrängen des Gedanken: versuchen den Gedanken zu verdrängen macht ihn noch schlimmer. Fakt.
- Umgehen vermeiden: auch das macht ihn noch stärker. Fakt.
- Versuchen den Gedanken zu analysieren, eine Lösung zu finden: eine Lösung gibt es nicht, den Zwangsgedanken sind unechtes GAGGA, deshalb bedürfen sie keiner Lösung. Fakt.
Wie bekomme ich sie weg, fragst Du Dich. Gar nicht, denn jeder normale Mensch hat die Gedanken manchmal. Aber das Grübeln, die Angst davor, dass kann man ändern, und zwar durch Verhaltenstherapie und Psychotherapie! Genauso wie Angstkranke, Depressive, musst Du als Zwangsneurotiker lernen, neu, gesund, und anders zu denken, zu bewerten, sodass, sich die falschen Justierungen im Gehirn lösen und neue Nervenbahnen wachsen können, die wieder normaler sind. Das selbe Prinzip haben die ADs, sie unterdrücken Angst, Zwänge und Depressionen, Du gesundets nicht durch die Chemie, sie geben dir (vor ellem Deinem Gehirn) nur die Möglichkeit und die Auszeit, neue gesundere Nervenverbindungen zu knüpfen: der Haken bei ADs liegt aber auf der Hand:
- Nebenwirkungen
- Paradoxwirkungen sind möglich (verschlechterung deines Zustands)
- Unwirksamkeit
- Absetzphönomäne die äußerst unprickelnd sein können!
- Wiederauftaucen der Krankheit beim Ende der Medikation
Vertraue also nicht ,,nur" auf ADs, sondern nur Dir.
Wenn Du glaubst Du bist zu schwach momentan, dann nutze ein AD, doch es deckt das Problem nur zu! Arbeiten musst Du selbst an Dir, FAKT!
Du musst eine Therapie machen, zumindet als Selbsthilfe Bücher kaufen die dir Möglichkeiten aufzeigen.
Ich gebe Dir nun Ratschläge für einen Anfang mit der Krankheit umzugehen:
Akzeptiere die Gedanken, analysiere sie nicht mehr, antworte Ihnen nicht, lass Sie im Raum stehen, sag Dir dass Du nächsten Monat darüber nachdenkst, momentan nicht.
Akzeptiere dass Du eine Zwangsstörung hast, heiss die Gedanken willkommen, sage Dir immer wenn die Gedanken kommen, dass es eine Krankheit ist und Du keine Verantwortung hast.
Konfrontiere Dich mit Deinen Angstzwangsgedanken: geh zu einem Spielplatz, geh in den Kindergarten, lade deine beste Freundin ein, und schäle mit Ihr zusammen mit Messern Zwiebeln,
das wird hart aber glaube mir, je öfter Du das machst, umso schneller kommt Besserung, raube den Zwängen die Kraft. Vor allem und ganz wichtig: such professionelle Hilfe, z.B. über Zwaenge.de - Sie helfen Dir einen
Therapeuten zu suchen! Fang heute noch an, an Deinem Ziel, deiner Genesung, zu arbeiten! Hoffen und abwarten bringt null, Du musst aktiv werden! Hör auf soziale Kontakte und die Arbeit zu meiden,
geh raus, geh aus, triff Dich mit Leuten, geh wieder arbeiten oder studieren, nicht was wir fühlen und denken zählt, nur was wir tun zählt! Auch wenn der lange Text eher ins Zwängeforum gehört, womöglich ist er nützlich, denn SSRI oder das Absetzen, können durchaus Zwänge provozieren und oder verstärken!
Für mehr infos, gehe auf:
http://www.panikattacken.at/zwangsstoerung/zwang.htm
eine Seite, die die Zwangsstörung recht gut erklärt, Du wirst Dich wiedererkennen!
Wenn Du fragen hast frage mich!