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Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

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Matti0208
Beiträge: 3
Registriert: 26.04.2014 12:32

Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

Beitrag von Matti0208 »

Hallo :)

Ich nehme seit 3 Tagen Fluoxetin und es hilft mir komischerweise jetzt schon, obwohl es doch eigentlich einige Wochen dauern kann bis die Antidepressive Wirkung einsetzt.
Jedenfalls war ich gestern auf einer Grillparty und habe gemerkt dass die Wirkung des AD's um ca. 19:00 Uhr nachließ. Ich nehme 20 mg jede Früh (hab auch direkt mit 20mg angefangen) um ca. 8 Uhr. Ich bin von der Wirkung begeistert und habe eigentlich kaum bis keine Nebenwirkungen.

Nun würde ich heute gerne auf einen Geburtstag gehen und frage mich ob (wenn ich merke dass die Wirkung nachlässt) 10 mg einnehmen kann um den Geburtstag wenigstens genießen zu können. Denn wenn die Wirkung bei mir nachlässt verschwinden die Glücksgefühle die ich habe langsam und ich werde wieder depressiver.

Habt ihr auch solche Erfahrungen mit Fluoxetin gemacht und könnte ich weitere 10mg einnehmen?

Danke :)

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 19476
Registriert: 04.02.2013 22:37

Re: Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

Beitrag von Jamie »

Hallo Matti,

wir sind ein Absetzforum :) mit Psychopharmaka-kritischer Grundhaltung, dennoch will ich dir deine Frage beantworten:
Ja, es ist möglich einmalig etwas dazuzunehmen (10mg).

Jetzt kommt das Aber:
Dass jemand derart schnell und positiv auf AD reagiert, habe ich selten gelesen. So weit, so gut. Du scheinst aber bereits jetzt schon Zeichen einer psychischen Abhängigkeit zu entwickeln; das wiederum finde ich erschreckend.
AD können drogenartig wirken und du sprichst von "Glücksgefühlen", fühlst dich also high. Das finde ich echt kurios bis alarmierend, denn wenn du dich da nicht unter Kontrolle hast, dann wirst du vielleicht permanent die Dosis steigern wollen oder ständig was dazu nehmen; Situationen wird es immer geben...

Es kann natürlich auch sein, dass 20mg für dich zu wenig sind und alles eine Frage der Dosierung ist; vielleicht würde es auch Sinn machen Fluoxetin auf zwei Dosen aufzuteilen (morgens und spaätnachmittags zum Beispiel), aber wie gesagt: Pass auf dich auf und sorge dafür, dass du nochmal mit deinem Arzt die Dosierung besprichst.

Hier, dieses Forum ist AD-freundlich (das soll keine Ausladung aus dem adfd sein, nur eine Info, wo man dich auch beraten kann):
www.forum-depressionen.de


Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

Dia_HB
Beiträge: 1388
Registriert: 19.01.2014 22:42
Wohnort: Bremen

Re: Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

Beitrag von Dia_HB »

Hallo Matti,

ich sage genau wie Jamie nochmal ist das nicht in so kurzer Zeit wie es dir geht, denn am Anfang macht ein AD matt und müde, ich hatte auch ein AD was ich zum schlafen nehmen sollte nur ich wurde davon wach und mehr als wach , also Party go on.
wenn mein Mann mich nicht gebremst hätte ohje, er brachte mich zum Arzt und erzählte ihm was ich die 5 Tage so getrieben habe, mein Mann nannte es voll Happy und schon sagte mein Arzt absetzen und es kam ein anderes mittel, was ich leider nicht vertragen habe.
Jamie hat da wirklich recht passe auf das es nicht falsch wirkt , das kann auch gefährlich werden.

Liebe grüße Heike
Schmerzpatientin , behandelt mit Diazepam seit 1992 mit anfangs 60 mg Krankenhaus, über Jahre unbewusst bei 10 mg gelandet ,2013 Toleranz entwickelt, Juni 2013 über 10 Monate ausgeschichen mit Doxepin, Januar 2014 Krankenhaus schwere krämpfe Doxepin aprut abgesetzt 37,5mg, 21 Januar durch falsche Diagnose wieder Diazepam Einnahme 25mg Symptome keine Verbesserung, Mai Doxepin dazu 12,5mg und persönliche Veränderung, Euphorie, Vergesslichkeit selber nicht gemerkt.
19 Mai 2014 erneutes ausschleichen Diazepam, Dezember 2014 bei 10,5 mg Diazepam und doxepin 35 mg, Januar 2015 Erhöhung Doxepin 45 mg plus 9,5 mg Diazepam begleitet mit schmerzen Muskeln, Kopf zucken, Verwirrtheit, Koordination weg , Februar ging nichts mehr, zurück auf 37,5mg Doxepin und 7,5 mg Diazepam keine Besserung, versucht durchzuhalten mit 9 mg Diazepam, Arzt besucht Vermutung Krampfschwelle durch Doxepin runter gesetzt, Doxepin auf 0 mg Anweisung vom Arzt, nicht aushaltbar, eindosiert 12,5mg bis hoch auf 30 mg ,erste Krampfanfälle Kopf ,dann richige epileptische Anfälle.
Krankenhaus Diagnose Krampfschwelle unten durch Doxepin.
9 Mai, Doxepin runter, Diazepam hoch ,keine anfälle mehr. Dritter Anlauf des ausschleichens ohne zweites Medikament in kürze.
Nach 14 Monaten wieder stabil ,seit 7 Wochen Dia am ausschleichen. 16.03.2016

Matti0208
Beiträge: 3
Registriert: 26.04.2014 12:32

Re: Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

Beitrag von Matti0208 »

Vielen Dank :)

Ja ich bin auch müde und matt, nur nicht so sehr wie von Mirtazapin was ich damals genommen habe als ich Schlafprobleme hatte (Insomie). Es ist ein ziemlich berauschtes Gefühl was ich angenehm finde. Nach der Einnahme verläuft es bei mir so:

1. Stunde nach der Einnahme: Depression nimmt zu
2. Stunde nach der Einnahme: Depression nimmt ab langsam fühle ich mich besser
3. Stunde nach der Einnahme: Keine Zeichen von Depression, Keine Gefühle außer ein leichtes Glücksgefühl, Probleme sind verschwunden

Ich habe gehört das Fluoxetin nicht abhänging machen soll. Ich werde am Montag zum Arzt gehen und nochmal mit ihm darüber reden. Trotzdem Danke :)

Wie schaut es eigentlich mit 1/2 Bier am Abend aus? Sollte ich es eher lassen oder könnte ich es langsam angehen und ausprobieren wie es auf mich wirkt?

Danke :hug:

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21758
Registriert: 06.01.2013 17:04

Re: Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

Beitrag von padma »

Hallo Matti, :)

auch ich möchte dich warnen.
Es ist ein ziemlich berauschtes Gefühl was ich angenehm finde
Das halte ich für gefährlich. Eine mögliche Nebenwirkung von Fluoxetin ist eine Manie. :!:

Bei dir scheint das Fluoxetin eine sehr starke Wirkung zu haben. Fluoxetin hat eine sehr lange Halbwertzeit (ca. 10 - 14 Tage des wirksamen Metaboliten), d.h. der Spiegel steigt bei gleicher Dosismenge noch eine ganze Zeit weiter an.

Ich würde keinesfalls einmalig 10 mg mehr nehmen, bei Antidepressivas ist eine gleichbleibende Dosis das A und O. :!:

Und noch etwas: dieses Glücksgefühl entsteht durch eine Überflutung des Nervensystems mit Serotonin, ähnlich wie bei Drogen. Das hält aber i.d.R. nicht lange an.

Auch die antidepressive Wirkung lässt irgendwann nach, ADs haben keine heilende Wirkung. Letzendlich hilft nur an den Ursachen zu arbeiten, z.B. mit Psychotherapie.

ADs sind auch nicht so harmlos, wie oft angenommen wird. Sie greifen massiv in den Hirnstoffwechsel ein.
Ich habe gehört das Fluoxetin nicht abhänging machen soll.
Das ist eine gängige Aussage. Damit ist gemeint, dass normalerweise keine psychische Abhängigkeit ensteht. Es ensteht jedoch sehr wohl eine körperliche Abhängigkeit. Beim Weglassen von Fluoxetin und den anderen ADs kann es zu sehr starken Absetzsymptomen kommen, sie müssen daher unbedingt ausgeschlichen werden.
Wie schaut es eigentlich mit 1/2 Bier am Abend aus? Sollte ich es eher lassen oder könnte ich es langsam angehen und ausprobieren wie es auf mich wirkt?
Mal ist vielleicht okay, regelmässig würde ich das nicht riskieren. Wegen der bei dir berauschenden Wirkung des Fluoxetin wäre ich da allerdings grundsätzlich sehr vorsichtig.

Hier kritische Punkte zu Psychopharmakas übe die nachzudenken sich lohnt:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=8507

und eine ARD Dokumntation, in der es u.a. um Fluoxetin (Prozac) geht:
http://www.ardmediathek.de/das-erste/re ... d=13454184

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Matti0208
Beiträge: 3
Registriert: 26.04.2014 12:32

Re: Fluoxetin: Wirkung lässt nach?

Beitrag von Matti0208 »

Danke für deine Antwort Padma.

Ich bin mir im Umgang mit "berauschenden Substanzen" sicher. Ich hatte noch nie eine Abhängigkeit gegenüber chemischen oder pflanzlichen Mitteln (soll nicht heißen dass es bei mir nicht möglich ist).
Ich habe die Dokumentation bereits gesehen, allerdings hat mich diese nicht besonders abgeschreckt. Eigentlich bin ich ein Gegner der Pharmaindustrie und habe bis vor einigen Monaten gegen meine Depression gelegentlich Cannabis konsumiert. Allerdings gab es einen Vorfall mit der Polizei, weshalb ich dies hinter mir gelassen habe. Bin sehr gut ohne jegliche Mittel klargekommen (war trotzdem noch depressiv). Eine Abhängigkeit habe ich dabei zu 100% nicht entwickelt. Ebenfalls hatte ich keine Nebenwirkungen und hatte keinerlei Probleme. Nun bin ich leider mehr oder weniger gezwungen auf Antidepressiva zurückzugreifen, was mir meine Therapeutin empfohlen hat, da ich in letzter Zeit immer depressiver und antriebsloser wurde (aufgrund privater Probleme). Ebenfalls bin ich ein Gegner von Alkohol, möchte aber gerne auf Feiern nicht der einzige sein der vollkommen nüchtern bleibt.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Ich habe nicht das Gefühl Abhängig zu werden. Diese Absetzsymptome sind das einzige was mir Sorgen bereiten. Aber ich bin trotzdem glücklich das Antidepressivum ausprobiert zu haben, da ich schon am 3. Tag merke dass ich trotz Müdigkeit mit mehr Freude an alltägliche Aufgaben gehe. Ich finde es trotzdem fragwürdig dass so etwas legal ist, vermutlich wurde bei der Genehmigung solcher Arzneimittel nur an den Umsatz gedacht. Meine Einstellung bleibt weiterhin negativ zu diesem Mittel, weil es auf Dauer keine Lösung ist und es mir eher wie ein Rauschmittel vorkommt (was sich hoffentlich legen wird, da ich in der Schule noch klar denken muss). Ich bedanke mich bei allen die mir geholfen haben. Ich werde sehen ob die Wirkung von Fluoxetin in den nächsten zwei Stunden nachlässt und mich dann entscheiden, ob ich ein Bier trinke. Ich werde meine Dosis nicht erhöhen.

MFG :)

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