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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Citalopram absetzen: Wie soll es denn nun weitergehen?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Schneekönigin
Beiträge: 23
Registriert: 18.10.2004 21:14

Beitrag von Schneekönigin »

Hi Oliver,

genau, das hab ich mir dann nämlich auch gedacht ! :)
Ich hoff auch, daß ich einen guten Therapeuten finde.
Schnee


Hi Sven !

Genau das mit diesen dämpfenden Gefühlen beim Citalopram hat mir bei einer Dosis von 30 mg total Angst gemacht, ich hatte durch die Dissoziation sowieso schon immer den Eindruck ich fühle nichts mehr und durch diese höhere Dosis empfand ich das als noch schlimmer, jetzt mit 10 mg ist das viel besser.
Genau das, was Du beschreibst mit dem Zeitverlust und auch mit Gegenständen, die anders aussehen plötzlich oder wanken obwohl sie still stehen müßten, das habe ich in extremen Dissoziationsphasen, und genau dann habe ich gedacht, jetzt werde ich verrückt...einmal saß ich in der S-Bahn und sah wirklich, wie der Boden unter mir sich weitet, da hab ich dann auch wirklich gedacht, jetzt beginnt die Schizophrenie. Oder auch das Sehen der Farben hatte sich verändert, einmal hab ich mich richtig in einen Wahn reingesteigert...Hattest Du das auch ? Bin jetzt etwas beruhigter, wo Du das geschrieben hast, daß es dazu gehört zu den dissoziativen Symptomen. Es ist schon erstaunlich, wie die Seele manches verarbeitet...
Wie geht es Dir im Moment mit allem ?
Alles Liebe für Dich, :hug:
Schnee
Dezember 2003: 10 mg Cipralex (nach 1 Tag nie wieder genommen)
Januar 04-März04: Doxepin
Mai 04-Juni 04: 10 mg Citalopram, dann Steigerung auf 30 mg Citalopram, dann Reduzierung auf 15 mg, jetzt 10 mg Citalopram
Sven
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2004 08:01
Wohnort: Zürich

Beitrag von Sven »

Hallo Schnee,

nun wie geht es mir? Sagen wir mal so, die Depersonalisation ist zwar noch da aber so schwach, dass ich sie manchmal vergesse.
Leider habe ich noch immer Entzugserscheinungen die sich in Zwängen und Depressionen ausdrücken, langsam aber besser werden.
Also: DP schwächer, Absetzerscheinungen noch da.

Die DP behalte ich mein Leben lang, ich hatte es schon als Kind, nur da hats einem nix ausgemacht. Das lässt mich einigermaßen cool, denn
ich weiss dass es bei mir besser wird wenn es mir ,,gut" geht im Leben. Also wenn ich erstmal wieder keine Enzugsprobleme habe, dann bin ich mir sicher
verschwindet auch die DP wieder. Nun ja und wenn ich mal wieder Stress habe und ich mich zu sehr aufrege, dann verzieht sich mein Verstand eben wieder
in die hintere Dissoecke, bis reine Luft ist. So ists halt.

Eine Psychose äußert sich komplett anders:

- Du bekommst Deinen Tripp in den Wahn nicht mit, DU GLAUBST DASS DU IN EINEM TRAUM LEBST.
- Oftmals ist das denken und fühlen eingeschränkt, man kann sich kaum noch ausdrücken und redet spinnertes zeug, das keinen Sinn ergibt. Die Sprache ist verwaschen.
- Oftmals hört man Stimmen, die einen rufen und abstruse Befehle erteilen (aber Achtung: auch dass kann während einer schweren DP Phase vorkommen, aber ganz selten)
- Die Grenze zwischen DIR (Innenwelt) und der Aussenwelt verschmilzt.
- Gedankenklau: Man denkt, dass andere einem die Gedanken und Ideen klauen und lesen können.
- Man entwickelt abstruse Wahnideen wie: ich werde ständig verfolgt, man redet schlecht über mich und will mir was anhaben (Paranoia), man hat mich vergiftet, Außerirdische senden mir Botschaften
und wollen mich holen, oder : Jesus spricht zu mir ich soll die Welt retten!

Lauter Irres Zeugs halt...

Du hast eine DP, die nichts desto trotz therapiert werden muss, oder willst Du auch mal neben Deiem Partner aufwachen und Du weisst nicht mehr wer er ist ???
Naja so was hatte ich mal nach nem Hammerschoppen und irgendwie habe ich vergessen was ich für die Dame empfinden sollte, wow, das war krass, ich musste mich neu in sie verlieben...
Und meine Eltern sind mir zu dem Zeitpunkt auch fremd vorgekommen, ich wusste wer sie waren, nur wo waren meine Gefühle für sie ???

In dem Sinne, Du bist bei leibe nicht der einzigste DPler.

Meine Freundin wurde mal missbraucht und kann seit dem z.B. aus Ihrem Körper aussteigen, was für sie auch unangenehm ist, sie sieht sich dann von oben, meint sie schwebt an der Decke und sie ist komplett
getrennt von ALLEN IHREN EMPFINDUNGEN, Sie sagt dann sie sei nur ein Geist.
Du wiesst gar nicht was die Psycho alles erfinden kann um Dein Überleben zu sichern, da sind wir noch gut bedient...
NOCHMAL: DISSOZIATION= SCHUTZMECHANISMUS und keinesfalls PSYCHOSE.
WENN ÜBERHAUPT IST DIE DP DAS GEGENTEIL VON DURCHDREHEN; SIE WILL DAS VERHINDERN!!!
S
foxx
Beiträge: 8
Registriert: 02.12.2004 15:48

Beitrag von foxx »

Sven du schriebst in einigen Beiträgen zuvor, dass derzeit geforscht wird wie die DPs behandelt werden können. Kannst du dazu genaueres sagen.
Wo erfährst du das genau? Gibt es eine Seite die sich hauptsächlich mit DPs und DRs beschäftigt?
Danke im Vorraus
Sven
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2004 08:01
Wohnort: Zürich

Beitrag von Sven »

Morgen Fox,

es gibt im englischsprachigen Bereich einige Seiten, jedoch kaum deutsche. Geh mal auf www.dpselfhelp.com und dann auf der Seite auf die Linkliste. Dann musst Du Dich durchkämpfen. Es gibt aber auch ein Buch von Berit Lukas ,,Das Gefühl ein Nobody zu sein" dass wirklich sehr empfehlenswert ist und alles auf deutsch anschaulich erklärt.
Allerdings habe ich mich auch monatelang schlau gemacht, kann inzwischen perfekt englisch und bin nicht weiter.
OK check das mal... Jedanfalls merkst Du dann, dass 1000ende davon betroffen waren und sind.

Sven
S
foxx
Beiträge: 8
Registriert: 02.12.2004 15:48

Beitrag von foxx »

Hallo Alle !
Ich bin nun seit knapp 2 Wochen ohne Citalopram. Ich hatte auch einige typische Absetzsymptome. Besonders stark vertreten waren diese elektrischen Schädel, die man bei jeder Bewegung bekommt. Da ich aber direkt wusste, dass diese Schläge von dem Absetzen kommen habe ich mir keine Gedanken gemacht.
Viel schlimmer sind im Moment aber die Depressionen die ich hab. Die Stimmung schwankt von gut nach schlecht im minutentakt. Meistens herrscht aber die schlechte Stimmung vor, sodass ich echt nur heulen könnte.
Das schlimme daran ist, dass ich nich weiss ob das nun noch vom Absetzen kommt, denn seit ich auf 10mg runtergegangen bin hat dies ja angefangen oder ob ich nun wieder depressiv werde.
DPs habe ich auch noch. Das sind dann wohl wieder die alten Symptome die auftreten, nicht wahr?

Naja, ich hab von ein paar Freunden und auch hier im Forum gehört, dass Fischöl und Johanniskraut ganz gut gegen die Absetzerscheinungen und mittelschwere Depressionen helfen soll.
Bei pflanzlichen Mitteln mache ich mir eigentlich keine Gedanken und würde die auch ohne schlechtes Gewissen nehmen. Was meint ihr?
Könnte man Johanniskraut zusammen mit Fischöl nehmen? Wieviel Tabletten davon und welcher Hersteller?
Eins weiß ich: Ich muss von dieser Depritour runterkommen, sonst gehen mir echt einige meiner Freunde laufen, also ich hoffe Johanniskraut is dafür einigermaßen geeignet, sodass meine Grundstimmung mal ein bisschen positiver wird.

Wie geht es euch denn so? ( Sven und Schneekönigin )

Freue mich auf ANtworten!
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Foxx,

ich denke, du hast das Mittel sehr schnell abgesetzt. Vielleicht hättest
du weniger Schwirigkeiten bekommen, wenn du immer nur 2, 5 mg weniger genommen hättest und dann bis zur nächsten Reduzierung gewartet hättest, bis deine Stimmung sich einigermaßen stabilisiert hätte.

Jetzt, wo du keine SSRI nimmt, kannst du ja Johanniskraut ausprobieren.
Es gibt hochdosierte Johanniskraut-Tabletten in der Apotheke oder Tabletten mit weniger Wirkstoff, die bekommst du auch beim Aldi-Markt. Da kann man auch nur probieren, wie man sie verträgt. Manche kommen mit den hochdosierten Tabletten nicht gut zurecht (werden nervös) und andere haben keine Probleme.
Fischöl-Kapseln können u. U. Magen- und Darmbeschwerden auslösen (Durchfall), da musst du auch gucken, welche dir gut bekommen.
Vielleicht kannst du vorübergehend auch Passionblumenkraut-Tabletten nehmen (pflanziches Beruhigungsmittel z. B. "Sidroga Passiflor Dragees"), die sind gut verträglich.

Gute Besserung!

Viele Grüße
Sandra
Schneekönigin
Beiträge: 23
Registriert: 18.10.2004 21:14

Beitrag von Schneekönigin »

Hallo, Foxx !

Ich hatte ja auch versucht, das Citalopram abzusetzen, aber ich habe es nicht geschafft, ich nehme jetzt wieder 10 mg. Ich bekam einen ziemlichen Zusammenbruch mit Angstattacken, Depressionen und anderen Symptomen, so daß ich mir gesagt habe, ich versuche es später lieber noch einmal und nehme noch eine Weile 10 mg. Ich denke, ich habe doch zu schnell runterdosiert, ich gehe es beim nächsten Mal noch langsamer an. Diese elektrischen Schläge hatte ich auch, in den Beinen. Hattest Du sie auch in den Beinen ? Hast Du sie immer noch oder sind sie weg ? Als das anfing war ich gerade in der Stadt einkaufen, aber ich wußte ja vom Forum, daß es zu den Absetzsymptomen gehört, es war nur trotzdem ein ganz merkwürdiges Gefühl. Und sowas steht natürlich nicht in der Packungsbeilage....
Hast Du jetzt eigentlich Schlafstörungen oder kannst Du noch gut schlafen nach dem absetzen ?
Ansonsten schließe ich mich Sandra an, mit dem Johanniskraut.

Alles Liebe,
Schneekönigin
Dezember 2003: 10 mg Cipralex (nach 1 Tag nie wieder genommen)
Januar 04-März04: Doxepin
Mai 04-Juni 04: 10 mg Citalopram, dann Steigerung auf 30 mg Citalopram, dann Reduzierung auf 15 mg, jetzt 10 mg Citalopram
foxx
Beiträge: 8
Registriert: 02.12.2004 15:48

Beitrag von foxx »

Hallo Sandra, Hallo Schneekönigin

Ich werde das mit dem Johanniskraut und dem Passionsblumenkraut mal probieren. Danke dir Sandra

@Schneekönigin: Ich hätte die Tabletten auch lieber langsamer abgesetzt, aber ich wollte unbedingt von dem Zeug runter. Hatte und habe auch ziemliche Beschwerden. Die Depressionen kommen und gehen. Das ist eigentlich das schlimmste daran.
Ja, das zog sich bei mir auch manchmal bis in die Beine. Merkwürdiges Gefühl. Hatte es aber meistens im Kopfbereich.
Man man man, an einem Tag war ich in einer Techno Disco und da gehört es ja auch dazu, dass man sich ein wenig zu der Musik bewegt. ich sags dir bei jeder Kopfbewegung gabs nen Schlag im Kopf. War schon sehr nervig. Ich wusste garnicht worauf ich mich konzentrieren soll. Auf die Angst, die Musik oder die Zaps.
Mittlerweile sind die Zaps weitesgehend abgeklungen. Mittlerweile habe ich auch das Gefühl das die Depris ein wenig abflauen, aber ich freue mich besser nicht zu früh.
Zu den Schlafstörungen: Ich habe im Moment irgendwie ziemlich merkwürdige Träume, keine Albträume aber irgendwie kommt da immer Unsinn zusammen. Probleme einzuschlafen habe ich nicht. Ich wache nur etwas öfters auf als sonst, aber es ist nicht so, dass ich überhaupt keinen Schlaf finde. Ist das denn bei dir so?

Am nächsten Freitag werde ich wieder in die Disco fahren. Ich muss mich irgendwie zusammenreissen und den Weg dahin nochmal schaffen. Aber durch die Depressionen freue ich mich überhaupt nicht dorthin zu fahren. Normalerweise würde ich das tun. Mal schauen....

Ich wünsche dir Schneekönigin dass du es auch demnächst schaffst von den Tabletten runterzukommen. Mach es in ganz kleinen Schritten, wie ich es auch besser hätte machen sollen. Du hast ja alle Zeit der Welt.
Wenn du willst kannst du mir ja auch mal ne PN schreiben

Bis dann

Foxx
Jessi
Beiträge: 2
Registriert: 06.01.2005 15:06

Beitrag von Jessi »

Hallo Sven

Ich muss Dir sagen dass mich manche Deiner Sätze schon sehr beruhigt haben was die Dp/Dr anbelangt. Ich habe nun schon zum zweiten mal diese Entfremdungsgefühle und das immer nach Belastungssituationen. Ich muss dazu sagen, bei mir ist es anscheinend nicht so schlimm wie bei manch anderen, denn ich nehme weder Tabletten (ausser Johanniskraut) :-) noch mache ich eine Therapie. Ich bin Krankenschwester und arbeite zurzeit in der Psychiatrie, was mich sehr belastet. Ich werde mit allen möglichen psychischen Krankheiten konfrontiert und weiss nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ich habe neulich gelesen, dass Dp/Dr Frühsymptome einer Schizophrenie sein können. Das hat mich sehr beunruhigt und ich habe Angst, dass dies bei mir der Fall sein könnte, obwohl in meiner ganzer Familie niemand psychisch krank ist. Vielleicht bin ich auch nur ein Hypochonder, ich weiss es nicht. Es macht mir auf jeden Fall sehr grosse Angst.
Ich denke, wie Du auch geschrieben hast, dass meine Entfremdungsgefühle verschwinden würden, wenn ich mich nur nicht so oft damit beschäftigen würde. Ich habe einfach nur noch eine riesengrosse Angst den Verstand zu verlieren.

Liebe Grüsse
Schneekönigin
Beiträge: 23
Registriert: 18.10.2004 21:14

Beitrag von Schneekönigin »

Hi Foxx !

Es freut mich zu lesen, daß Deine Zaps am abklingen sind, sind sie denn inzwischen verschwunden oder traten sie doch nochmal auf ? Ging es Dir auch so, daß Du dachtest, daß Du hinfällst wenn das in den Beinen war ?

Ja, ich werde mir ganz viel Zeit lassen mit dem absetzen, Du hast recht, wenn Du schreibst, daß wir ja eigentlich alle Zeit der Welt haben dafür. Wir müssen uns nicht hetzen.

Schlafstörungen hab ich nur noch ab und zu, eigentlich nur, wenn ich mich abends in irgendwas gedanktlich reinsteigere und einfach nicht zur Ruhe komme innerlich. Eigentlch hilft mir das Citalopram auch sehr gut beim schlafen, vorher hatte ich massive Schlafstörungen.

Wie geht es Dir inzwischen stimmungsmäßig ? Sind die Depressionen noch mehr am abflauen ? Ich wünsche es Dir sehr ! Wenn Du magst, erzähl mal wie es heute in der Disco war, ich hoffe, daß Du trotzdem etwas Spaß haben kannst. Ich habe auch nie Lust wegzugehen, wenn ich depressiv bin, ich zwinge mich oft, dann trotzdem rauszugehen und oft geht es mir danach besser.

Wie geht es dir im Moment mit der Depersonalisation/Derealisation ?

Ich werde Dir demnächst mal eine PN schreiben, kannst Du auch immer machen wenn Dir danach ist !

Alles Liebe,
Schneekönigin


@Jessi:
Weißt Du noch, in welcher Situation Du zum ersten Mal diese Entfremdungsgefühle hattest ? Oder was zu dem Zeitpunkt gerade in Deinem Leben los war ?
Ich kann mir gut vorstellen, daß es im Moment für Dich sehr belastend ist in Deinem Job und daß das mit ein Grund für Deine Entfremdungsgefühle sein kann.
Ich hatte auch immer Angst, vollkommen den Verstand zu verlieren in extremen Phasen und diese Gedanken kommen auch immer noch manchmal durch, wenn diese Entfremdung und alles was noch dazugehört, extrem ist, aber das ist nicht so, es ist ein Schutz. Hast Du auch mit Erinnerungslücken zu tun ? Wenn Du magst, können wir uns ja auch ein bißchen austauschen !
Alles Liebe,
Schneeköniging
Dezember 2003: 10 mg Cipralex (nach 1 Tag nie wieder genommen)
Januar 04-März04: Doxepin
Mai 04-Juni 04: 10 mg Citalopram, dann Steigerung auf 30 mg Citalopram, dann Reduzierung auf 15 mg, jetzt 10 mg Citalopram
Jessi
Beiträge: 2
Registriert: 06.01.2005 15:06

Beitrag von Jessi »

Hi Schneekönigin,

Vielen Dank das Du mir geschrieben hast, es tut sehr gut zu wissen, dass man mit einem Problem nicht alleine auf der Welt ist.
Zum ersten mal fing es bei mir an, als ich ca. 17 Jahre alt war und mein damaliger Freud sich von mir trennte. Es war die Hölle für mich. Am Anfang wusste ich gar nicht was mit mir los ist, ich hatte einfach das Gefühl als würde ich mich nicht mehr fühlen und alles war mir fremd und dann waren da immer diese lähmenden Angstzustände. Nach ca. 3 Monaten war es dann aber wieder verschwunden und ich hatte die Hoffnung, es würde nie mehr auftreten. Und jetzt hat es wieder angefangen und ich habe Angst, dass es nicht mehr aufhört. Ich möchte keine Therapie machen, denn dann würde ich mich erst recht "krank" fühlen und mir noch mehr Gedanken machen. Und Tabletten helfen ja anscheinend bei Dp/Dr auch nicht.
Erinnerungslücken habe ich nur von der Vergangenheit, ich weiss praktisch nichts mehr von meiner Kindheit, aber ich fühle mich einfach ständig als hätte ich ein Brett vor dem Kopf, oder als wäre ich in irgend einem Film. Und wenn ich mich im Spiegel ansehen, dann kenne ich mich überhaupt nicht mehr und das macht mir auch Angst. Wie kann es nur zu so was kommen, ich verstehe es einfach nicht.
Wie ist es denn bei Dir, hast Du begleitend noch Depressionen, oder hast du die Depressionen wegen der Dp/Dr? Wie hat bei Dir alles angefangen? Ich bin so froh, dass mich endlich jemand versteht. Darf ich Dich fragen wie alt Du bist? Ich habe so viele Fragen und überall steht wieder etwas anderes in diesen schlauen Büchern. Ich wünschte mir wirklich, es wäre nur ein Zeichen einer Überbelastung, aber trotzdem habe ich Angst, dass es etwas schlimmeres ist.
Ich möchte es einfach alleine schaffen und will diesen Mist mit viel Stärke besiegen, aber es ist wirklich verdammt schwer!
Vielen Dank für Dein Interesse und liebe Grüsse Jessi
Schneekönigin
Beiträge: 23
Registriert: 18.10.2004 21:14

Beitrag von Schneekönigin »

Hi Jessi,

danke, daß Du mir zurückgeschrieben hast, hab mich sehr gefreut !
Mir geht es dann auch immer so, daß ich mich nicht mehr fühle, daß alles fremd ist und dann bekomme ich auch diese Angstzustände. Hast Du diese Angstzustände jetzt auch, oder waren die nur damals vorhanden, als Du 17 warst und Dich gerade getrennt hattest und zum ersten Mal diese Symptome hattest ? Jetzt abgesehen davon, daß Du Angst hast, daß es nie wieder weggeht (diese Angst hab ich übrigens auch...) oder daß es etwas anderes ankündigt.
Sich wie mit einem Brett vor dem Kopf fühlen, meinst Du damit, daß Du nicht mehr klar denken kannst, Dich nicht mehr konzentrieren kannst ? Genau so gehts mir auch dann. Wie bekommst Du Deine Arbeit auf die Reihe ? Mußtest Du Dich schonmal krankschreiben lassen deswegen ?
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir sagen kannst, daß Du es früher schonmal gehabt hast und daß es da auch wieder weggegangen istt ? Vielleicht mußt Du im Moment Deinen Job verarbeiten, so wie Du damals dann irgendwann die Trennung verarbeitet hast ? Und als das geschehen war, hat es ja wieder aufgehört, vielleicht kannst Du Dich so etwas beruhigen ?
Das mit dem Spiegel ist bei mir auch oft so, ich erkenn mich dann auch nicht...
Ja, ich habe auch Depressionen, und Du ? Ich weiß im Moment allerdings nicht mehr, ob die Depression erst da war oder diese Entfremdung, angefangen hat es vorletztes Jahr im Oktober, da habe ich etwas von meiner Familie mitgeteilt bekommen, was mich ziemlich umgehauen hat und da bin ich dann irgendwie abgestürzt, hatte auch das Gefühl, wie im Film zu sein, aber eben auch Depressionen dazu, die wurden dann auch schlimmer und seit einigen Monaten ist aber die Entfremdung ganz ausgeprägt, also stärker wie die Depression. Dann bekomme ich auch ziemliche Bilder von früher, die ich nicht mehr loswerde und dann verstärkt das noch die Dissoziation.
Ich bin 30, und Du ?
Welche Bücher hast Du denn gelesen zum Thema ?
Bis bald,
Schneekönigin
Dezember 2003: 10 mg Cipralex (nach 1 Tag nie wieder genommen)
Januar 04-März04: Doxepin
Mai 04-Juni 04: 10 mg Citalopram, dann Steigerung auf 30 mg Citalopram, dann Reduzierung auf 15 mg, jetzt 10 mg Citalopram
Victoria
Beiträge: 2
Registriert: 03.02.2005 13:30

4 Tage ohne Citalopram

Beitrag von Victoria »

Hallo !

Ich bin neu hier und wollte mir mal erkundigen wie es dir jetz geht mit Citalopram ?
Ich habe auch Citalopram genommen ca. 1,5 Jahre und nehme seit 4 Tagen
nichts mehr. Habe es aber schon ausschleichen lassen. So nun habe
ich evtl. Absetzsymptome den komischen Schwindel im Kopf. Ich weiß allerding nicht wie lange der anhält.

Würde mich über eine Nachricht von Dir freuen.
Victoria



foxx hat geschrieben:Ja, ich habe das Infopaket gelesen. Die Absetzsymptome die dort stehen, hatte ich bisher aber noch nicht.
Allerdings treten nun bei mir wieder die Depressionen und Unwirklichkeitsgefühle in abgeschwächter Form auf.

Ich habe seit Juni 2004 durch eine lange Stressphase ( Schluss mit Freundin, Hörsturz und anschliessender Tinnitus, Schulstress ) Unwiriklichkeitsgefühle und dadurch auftretende Depressionen. Es wechseln sich dabei Depersonalisation mit Derealisation ab.
Seit Ende Juli nehme ich nun Citalopram 20 mg, die mir auch recht gut geholfen haben. Es kamen zwar zwischendurch immer wieder so kleine Tiefs aber damit konnte man leben. Ich will halt nur nicht, dass alles so beginnt wie vorher. Ich fühl mich dann einfach nicht mehr ich selbst und bin völlig ohne Lebenslust.

Ja, die Symptome die ich jetzt habe, sind die die ich auch vor dem Einnehmen schon hatte, nur halt in abgeschwächter Form.

Achso, und was ich auch noch sagn wollte, ist dass ich 17 Jahre bin. Vielleicht tut das ja was zur sache ;)

Grüsse
Foxx
Symptome: Angst, Appetitlosigkeit, Unruhe, Übelkeit
Medikation: Citolpram Dosierung: 20 mg (Startdosierung)
Dauer: 1,5 Jahre

Abgesetzt: wegen Kinderwunsch
Gesperrt