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 ! Nachricht von: Oliver

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Psychotherapie wirksam bei Entzugssymptomen?

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Lana19
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Psychotherapie wirksam bei Entzugssymptomen?

Beitrag von Lana19 »

Da ich immer mehr glaube, dass mein momentaner Zustand einzig und allein dem Paroxetin zu verdanken ist .....frage ich mich, was Verhaltenstherapie da überhaupt bewirken kann.
Kurz zu mir: Es ging mir super gut mit runterdosieren, war auf 8 mg etwa und habe dann auf flüssiges Mittel umgestellt und dann ging die ganze Misere los. Zeitgleich völlige Überforderung im Job dazugekommen, Burnout. Mitlerweile auf 20mg hochgegangen (jetzt bei 17,5). Miserable Wochen hinter mir. Da ich erst dachte es liegt alles am Burnout, Therapie angefangen.

Mitlerweile denke ich, ja, die Arbeit war zuviel, aber mein zustand liegt großtelis an dem Tablettenwirrwar, was ich schon seit 10 Jahren mitmache!
Nun frage ich mich....diese unruhe, Angst, usw. die vom Entzug kommt, die kann man doch gar nicht therapieren???? Oder??? :?

Die Therapeutin versuchte letzte Woche rauszukriegen zu welcher Zeit als Kind ich schon mal diese Gefühle hatte. Aber ich kann mich da überhaupt an nichts erinnern, weil ich das vorher so nie kannte!
Irgendwie verwirrt mich das grade alles etwas....
[spoil]Depressionen und Angststörung Diagnose 9/05
11/05: Beginn Paroxetin
4/06-11/06 erste Absetzversuche gescheitert, Symptomverschlimmerung, wieder Beginn mit 20 mg
5/07 30 mg Paroxetin
von 2/08 bis 9/08 abgesetzt, zum Schluss mit Seroxat


12/08 Rückfall, Beginn mit 10 mg
Wechsel der Dosierungen zwischen 10 und 20 mg
5/10 0mg!

2/11 Rückfall Panik, Beginn 10 mg
Wechsel der Dosierungen zwischen 5 und 20 mg je nach Zustand
12/14 20mg

Jahr 2015
5.1.15 10mg
9.1.15 15 mg, Schmerzen in Rücken, Depri, heulen,....
1.2.15 12,5 mg
1.3.15 10mg erstaunlicherwesie ohne Probleme! freu
16.3.15 2 Krümelchen weniger, nach drei Tagen fängt der miese Schwindel an, aber ich halte durch. Ansonsten nur Übelkeit und blöde Träume
10.04.15 schätzungsweise bei 8mg angekommen.
25.04.15 Umstellung auf Seroxat 4 ml
27.04.15 wieder 8 mg Paroxetin, Seroxat war Hölle. Finde keinen Schlaf mehr, stattdessen nervöse Unruhe mit Übelkeit, Depri, völliger Kraftverlust
29.04.15 wieder 10mg Paroxat, muss raus aus diesem Loch, sonst geh ich kaputt!!!
24.4.15 Hoch auf 15 mg. Burn Out. Nichts geht mehr. Fühl mich total wie ein Versager
01.06.15 20mg auf anraten vom Doc.
habe nicht das Gefühl dass es überhaupt noch wirkt!
01.07.15 15 mg So, erneuter Versuch und diesesmal SCHAFFE ICH ES !!!!
18.07.15 wieder 17,5 mg, seit 12.07. jeden Tag mehr Angst, Unruhe, nervosität, Übelkeit
07.09.15 17 mg 28.09.15 15 mg , zwei Tage gut, dann massiv Ängste und Panik
01.10.15 16mg finde mit der Reduktion leider überhaupt keine Ruhe , darum:
30.10.15 16,5 mg = 0,200g auf der Feinwaage
[highlight=yellow]Ab jetzt Reduktion mit Mikrotapering[/highlight]
......wöchentliche Reduktion um 0,25mg......
19.12.15 [highlight=yellow]15,00mg[/highlight]
.......ab Mai alle 5 Tage Reduktion um 0,25 mg, der Versuch ging allerdings schief, lassen wir es bei alle 7 Tage!
02.12.2016[highlight=yellow]5,00mg[/highlight] :party2:
01.01.17 4,75mg
26.01.17 4,50 mg
06.02.17 4,25mg schlimmer Schub mit Depri, Nervosität, extreme Rückenschmerzen, könnt nur heulen, aber das bringt auch nix! Erstmal Absatzpause, so deprimierend es ist
01.03.17 aufdosiert 4,75mg nachdem es immer schlimmer wurde. Voll Depri, kein Schlaf mehr ab 3 Uhr morgens, nervöse Unruhe, mag nicht mehr.
Nach 3-4 Tagen :Schlaf wird besser, zum Glück, aber immer noch in einem Loch drinnen....
16.03.17 Schlaf wurde weiter immer schlimmer, nur noch 2-3 Stunden, dann wach, nervös, Übel, kann nicht mehr. Aufdosieren auf 5 mg

29.04.17stehe jetzt ca. bei 4mg

30.06.17 3mg

31.08.17 2mg

es geht voran, sogar ganz gut! Habe das Gefühl das Schlimmste ist vorüber mit der großen Welle vom Frühjahr

25.09.17 0!!!!




:schnecke: :schnecke:[/spoil]
Murmeline
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Murmeline »

Hallo Lana,

interessante Frage. Ich habe im Laufe meiner AD-Karriere irgendwann mit Ängsten zu tun gehabt, teilweise auch beim Abdosieren - oder zeitverzögert nach dem Absetzen (vermute ich heute, ich interpretiere das inzwischen teilweise als Neuroemotionen).

Ich hab auch Therapie gemacht.
Was ich immer wieder gesagt habe: Wenn die Angst da ist, dann kann ich garnichts dagegen machen, wenn sie nicht da ist, dann kann ich die auch nicht therapieren/bearbeiten, weil mir die Gefühle überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Schwer zu erklären.

Jedenfalls: Ich denke, Therapie kann schon sinnvoll sein, wenn man den Fokus auf bestimme Aspekte legt. Wie will ich zukünftig damit umgehen, wenn ich Stress habe und überfordert bin. Wie kann ich mein Leben einrichten, um Stabilität zu haben. Was gibt mir überhaupt Stabilität?

Das wäre jetzt meine erste Idee dazu.

Grüße Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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MorulaMyomatosus
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Hallo Lena,


Ich kann natürlich auschließlich für mich sprechen.
Kein einziges meines Symptome kann ich auf irgendeine therapiebedürftige Erkrankung zurückführen.
Das hat alles nichts mit meiner Grunderkrankung zu tun. Auch wenn ich das oft genug anzweifel. Ich weiß, dass mir keine Psychotherapie auf der Welt helfen würde. Ich habe so viele Therapien hinter mir, die nichts, aber auch gar nichts gebracht haben. Und ich weiß auch wieso: Ein kaputtes ZNS lässt sich nicht wieder gesund therapieren! Schön wärs allerdings.
Das einzige was mir wirklich helfen würde, wäre ein Therapeut, der mich in dem unterstützt was es ist: Nämlich im Entzug. Der weiß wovon ich spreche, der mich ernst nimmt, der mich dabei unterstützt durchzuhalten! Nicht mehr und nicht weniger.
Mein Gott.... Wieviel Zeit habe ich damit verschwendet, meine Entzugssymptome in Therapien zu ergründen. Alles was in meinem Leben passiert ist wurde dabei k.o.m.p.l.e.t.t. auf den Kopf gestellt... Und was hat es mir gebracht? Nichts. Einfach nichts.
In der Klinik letztes Jahr (eine Privatklinik) hatte ich einen wunderbaren Bezugstherapeuten, der mich, als die Erkenntnis über den Entzug endlich kam, wirklich ernst genommen hat. Er hat nicht auf Teufel komm raus seine Therapie durchgezogen. Wir haben viele Stunden gar nicht gesprochen, oder wir haben Musik zusammen gemacht. Er hat dann auf seiner Gitarre gespielt und mir vorgesungen, weil ich nicht therapiefähig war.
Erstaunlich war allerdings sein Statement nach der aller ersten Therapiestunde: "Frau Morula, ich weiß zwar nicht was Sie haben. Aber Sie sind definitiv nicht psychisch krank!". Als er das sagte bin ich in Tränen ausgebrochen, weil ich dachte er hat sie nicht mehr alle. Ich habe mich wie die psychische Erkrankung in Person gefühlt. Ich wusste zu dem Zeitpunkt allerdings noch nichts über die Entzugsproblematik. Im Nachhinein betrachtet war er der erste der erkannt hat, dass ich scheinbar ein anderes Problem habe. Wir wissen jetzt auch was, Entzug.

Das sind meine Gedanken dazu.

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!
Clarissa
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Lena,
in meine Augen hat Morula den Nagel auf den Kopf getroffen.
Auch ich habe nichts unversucht gelassen im Bereich Psychotherapie.
Geholfen haben mir einige wenige Gespräche mit einer (eigentlich Sucht-) Therapeutin in der Reha, die den Entzug anerkannt und nicht kleingeredet hat und deren Mitgefühl und Unterstützung ich dabei hatte. Die mir allerdings auch vor Augen geführt hat: nur ich allein kann es schaffen.
Ich laufe im Moment noch in Verhaltenstherapie bei einer anderen Therapeutin, mehr oder wenig erforderlich, um meine Therapiebemühungen zu dokumentieren. Dort wurde mir unter anderem gesagt, ich solle darüber nachdenken und anerkennen, daß meinem Leben ohne körperliche (m.E. entzugsbedingte!)Schmerzen doch eigentlich etwas fehlen würde und diese Schmerzen eine Konstante (die einzige?) in meinem Leben darstellten. Wie kaputt ist das denn! Davon habe ich mich entschieden distanziert und "gedroht", die Therapie abzubrechen, wenn weiter versucht wird, mich in irgendwelche Schubladen zu stecken oder Lehrmeinungen überzustülpen.
Ich kann natürlich ebenfalls ausschließlich für mich sprechen.
VG sendet sleepless.
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Kevin05

Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Kevin05 »

Das ist ein typischer Ansatz von sämtlichen PT scheinbar. Das hab ich auch oft gehört, so quasi, dass mir ja mein Lebensinhalt fehlen würde, wenn es mir gut geht, also ich sage es nach wirklich vielen, vielen verschieden Therapeuten, Jahren und Therapieformen unverblümt, hilfreich war es nicht, LG Kevin
MorulaMyomatosus
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Oh man.. Ich kann euch so gut verstehen! In der Klinik letztes Jahr hatte ich die ersten 4 von 12 Wochen eine andere Bezugstherapeutin! Wie gesagt: Zu dem Zeitpunkt war ich mir nicht im Klaren darüber, dass meine Problematik vom Entzug herrührt.. Wie verzweifelt war ich, als sie mich fragte, ob ich es nicht "brauchen" würde "krank" zu sein?! Dass das "zu enge" Verhältnis zu meiner Mutter mich "krank" machen würde (zur Erklärung: Als der Entzug ausbrach, war ich nicht mehr in der Lage alleine zu sein, aus Angst mir was anzutun... Mein Mann und ich sind dann vorübergehend zu meinen Eltern gezogen, damit ich eine 24 h Betreuung hatte).
Naja und natürlich die üblichen Verdächtigen: Traumata aus der Vergangenheit!
Ich war so unendlich fertig mit der Welt, dass ich aus lauter Verzweifelung drauf und dran war meine Mutter zu hassen und zu verstoßen..... Die Frau die in den schlimmsten Stunden meines Lebens an meiner Seite stand und mich nicht alleine gelassen hat. Während ich das schreibe wird mir schon wieder so schlecht...

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
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Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

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Murmeline
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Murmeline »

Morula :hug:
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Murmeline, danke für den :hug: <3
Irgendwann 2007
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Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Clarissa »

Ich möchte mal als P.S. hinzufügen, daß ich den Eindruck habe, viele Psychotherapeuten haben selbst nicht zu knapp Probleme oder genießen die Macht, die sie über ihre Klienten ausüben können. Z.B. Beziehungen versuchen zu zerstören, unfaßbar!

U.U. sind sie vielleicht ganz einfach nur hilflos und haben selbst keine Erleuchtung, wie sie helfen könnten.

In 15 Jahren "Psychotherapie-Karriere" ist mir eine einzige hilfreiche Therapeutin begegnet - nicht gerade eine hohe Trefferquote.

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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von padma »

hallo ihr Lieben, :)

meine Einschätzung ist, dass Psychotherapie bei psychischen Problemen sehr hilfreich sein kann.

Ist die Symptomatik aber nicht psychisch bedingt, sondern z.B. entzugsbedingt und wird dann krampfhaft versucht eine psychische Ursache zu finden, und mangelt es dem Therapeut zusätzlich noch an Empathie, kann das sehr übel werden. :evil:

Ich kenne Vergleichbares, da meine Schmerzerkrankung als psychisch bedingt bezeichnet wird, wird dann eben z.B. behauptet, ich würde es geniessen, nur im Bett herum zu liegen.

lg padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Oliver »

Moin,

ich glaube mittlerweile auch nicht mehr daran, dass die Suche nach den Ursachen so hilfreich ist, wie das wohl angenommen wird. Zumindest für mich nicht. Ich finde solche Ansätze ganz interessant: Lösungsorientierte Kurztherapie. Dieser Therapieansatz, der schon in die 1970er zurückreicht bekommt gerade in den letzten Jahren auch empirischen Rückenwind von der Hirnforschung:
Wikipedia hat geschrieben:Gestützt wird diese Therapieform durch aktuelle Forschungsergebnisse der Hirnforschung,[...] insbesondere dem Konzept der Neuroplastizität: Diese besagt, dass das Gehirn seine Struktur und seine damit zusammenhängende Funktion laufend verändert, der gemachten Erfahrung anpasst. So besteht Lernen in der Verstärkung synaptischer Verbindungen zwischen Neuronen.
Die Transaktionsanalyse ist mir im Moment auch eine Hilfe im Umgang mit meinen Beziehungen.

Ich wünschte ich hätte mehr Zeit, mich mit diesen Konzepten zu beschäftigen, aber das bisschen, was ich in den letzten Monaten darüber gelernt habe, hilft mir schon sehr viel weiter.

Für mich macht es keinen Sinn mehr, mich selbst als alleinige Quelle des Problems oder der Lösung zu sehen (was ich unbewusst lange so gemacht habe). Wichtig für mich ist, zu lernen, schädliche Beziehungsmuster erstmal zu erkennen und dann zu versuchen diese von meiner Seite her aufzulösen - also erstmal die Muster, aber wenn das nicht geht, dann halt gezwungenermaßen die Beziehung ... bzw. sich einen gesunden Abstand in der Beziehung zu verschaffen, wo die Schädigung nicht mehr auftritt oder der Schaden zumindest minimiert wird. Ich habe mich in meinem Leben oft freiwillig in Beziehungen begeben, die für mich schädlich waren und habe lange noch nicht einmal gemerkt, dass diese Beziehungen mir und meinem Selbstwertgefühl geschädigt haben. Hauptsächlich war das das Resultat meiner unbewußten Suche nach männlichen Vorbildern, weil ich ohne Vater aufgewachsen bin, aber dieses Wissen bringt mit gar nichts - ich muss trotzdem mühsam lernen, meine freundschaftlchen und professionellen Beziehungen zu anderen Männern anders zu leben und auch mein "Beuteschema" anzupasssen. Wahrscheinlich hätte mir das auch passieren können, wenn ich mit einem Vater aufgewachsen wäre - also die Erklärung der (vermeintlichen) Ursache bringt mir da grad gar nichts. Ich sehe es mittlerweile auch so, dass ich immer auch selber aktiv an einem schädigenden Beziehungsmuster beteiligt bin erstmal lernen, meinen eigenen Anteil daran zu erkennen und mein Verhalten in diesen Situationen zu ändern. Ich bin meist nicht nur Opfer oder nur Täter, sondern eine Mischung aus beidem, genau wie der/die andere.

Alles Gute
Oliver
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Lana19 »

Also meine Therapie vor 10 Jahren als ich Depressionen hatte hat sehr gut geholfen . Ich hatte viele Päckchen mit mir rumzuschleppen (Scheidung, Ex Mann, Wohnsituation....usw.)

Aber diesemal ist es komplett anders. Das einzige was mich in letzter Zeit wirklich belastet hat war die Abeit, und da habe ich mit der Kündigung einen Schlussstrich gezogen. Klar, ich muss lernen, mich für einen Job nicht wieder völlig aufzugeben.

Aber was die Entzugssymptome angeht......ich werde beim nächsten Mal darüber mit der Therapeutin reden. Ich weiß nicht inwiefern sie da "Erfahrung" hat.
[spoil]Depressionen und Angststörung Diagnose 9/05
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12/08 Rückfall, Beginn mit 10 mg
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2/11 Rückfall Panik, Beginn 10 mg
Wechsel der Dosierungen zwischen 5 und 20 mg je nach Zustand
12/14 20mg

Jahr 2015
5.1.15 10mg
9.1.15 15 mg, Schmerzen in Rücken, Depri, heulen,....
1.2.15 12,5 mg
1.3.15 10mg erstaunlicherwesie ohne Probleme! freu
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10.04.15 schätzungsweise bei 8mg angekommen.
25.04.15 Umstellung auf Seroxat 4 ml
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29.04.15 wieder 10mg Paroxat, muss raus aus diesem Loch, sonst geh ich kaputt!!!
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18.07.15 wieder 17,5 mg, seit 12.07. jeden Tag mehr Angst, Unruhe, nervosität, Übelkeit
07.09.15 17 mg 28.09.15 15 mg , zwei Tage gut, dann massiv Ängste und Panik
01.10.15 16mg finde mit der Reduktion leider überhaupt keine Ruhe , darum:
30.10.15 16,5 mg = 0,200g auf der Feinwaage
[highlight=yellow]Ab jetzt Reduktion mit Mikrotapering[/highlight]
......wöchentliche Reduktion um 0,25mg......
19.12.15 [highlight=yellow]15,00mg[/highlight]
.......ab Mai alle 5 Tage Reduktion um 0,25 mg, der Versuch ging allerdings schief, lassen wir es bei alle 7 Tage!
02.12.2016[highlight=yellow]5,00mg[/highlight] :party2:
01.01.17 4,75mg
26.01.17 4,50 mg
06.02.17 4,25mg schlimmer Schub mit Depri, Nervosität, extreme Rückenschmerzen, könnt nur heulen, aber das bringt auch nix! Erstmal Absatzpause, so deprimierend es ist
01.03.17 aufdosiert 4,75mg nachdem es immer schlimmer wurde. Voll Depri, kein Schlaf mehr ab 3 Uhr morgens, nervöse Unruhe, mag nicht mehr.
Nach 3-4 Tagen :Schlaf wird besser, zum Glück, aber immer noch in einem Loch drinnen....
16.03.17 Schlaf wurde weiter immer schlimmer, nur noch 2-3 Stunden, dann wach, nervös, Übel, kann nicht mehr. Aufdosieren auf 5 mg

29.04.17stehe jetzt ca. bei 4mg

30.06.17 3mg

31.08.17 2mg

es geht voran, sogar ganz gut! Habe das Gefühl das Schlimmste ist vorüber mit der großen Welle vom Frühjahr

25.09.17 0!!!!




:schnecke: :schnecke:[/spoil]
Kevin05

Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Kevin05 »

Hallo Lena,

verschwende deine Kraft nicht für Erklärungsversuche, es ist wie es ist und es gilt Lösungen zu finden, die Vergangenheit kannst du genauso wenig beeinflussen wie die Zukunft, nur im Jetzt kannst du sein.

Es ist aber ganz einfach, du hast viele Medikamente genommen, die deinen Körper und Geist vernebelt haben und wenn das mal raus ist wird es dir sicher wieder besser gehen. Deine Aufgabe ist so viel wie möglich dazu zu tun, dass das möglich wird, darüber nachdenken hilft meiner Ansicht nach wenig, besser gar nicht denken.

Was in deiner Kindheit war oder nicht ist ohne Bedeutung, das zählt nicht mehr, du musst heute das beste draus machen, viele Menschen haben ihre Geschichte und trotzdem schaffen sie ein gutes Leben, also bündle deine Energie für Dinge, die dir helfen und suche nicht nach Erklärungen, das bringt dich nicht weiter, nicht aus meiner Sicht, verwende die Zeit Dinge zu machen, die dir helfen, dir gut tun, das ist ein Weg. Aber die Medikamente müssen natürlich weg, das ist mal die Grundvoraussetzung und deine Ängste haben sich durch die Medikamente verstärkt und werden vielleicht noch stärker, aber Angst zu haben bringt wie gesagt wenig, es verändert nichts, ob du Angst hast oder nicht, welchen Unterschied macht das? Keinen, also hab deine Angst und sorg dich nicht, wenn du an dir arbeitest wird es wieder gut, du musst drauf vertrauen, alles Gute, Kevin
Luna
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Luna »

Was in deiner Kindheit war oder nicht ist ohne Bedeutung, das zählt nicht mehr
Sorry wenn ich dazu was schreiben muss aber ich habs gelesen. Man kann gewisse Dinge nicht einfach verdrängen oder sich denken...es hat keine Bedeutung. Klar man kann es probieren aber gewisse Dinge bleiben (je nach Geschichte). Gerade schlimme Dinge,die in der Kindheit passiert sind,sind offene Wunden für ewig.Verdrängen ist auf Dauer ne böse Sache.Ich habe selbst PTBS und bin in Foren unterwegs gewesen wo viele Menschen schlimmes in der Kindheit erlebt haben.Ich habe auch Freundinnen,die als Kind durch die Hölle gegangen sind.Glaub mal...diese Menschen würden so gerne ein normales Leben führen aber es geht nicht in den meisten Fällen. Man kann nur lernen damit umzugehen mit einer guten Therapie aber man kann es nie vergessen oder verdrängen und so tun als wäre nix gewesen.Innen schreit immer was wenn man es verdrängt oder wegsperrt.Die Wunden bleiben.Vielen hilft da eine Therapie um einigermaßen klar zu kommen im Alltag.
Klar es gibt Leute,die lernen hart zu sich zu sein und denken dann wie du,dass die Dinge aus der Kindkeit keine Bedeutung haben aber innerlich frisst es einen auf und dann fehlt auch jede Kraft.Allerdings...jeder Mensch ist verschieden und irgendwann ist man auch austherapiert und dann gibts auch nichts mehr zu sagen oder zu verarbeiten.Das ist dann aber ok,weil man dann vieles erreichen konnte für sich.
Es gibt auch gute Therapeuten.Ich kenne viele,die gute Therapeuten haben.Man muss sie halt nur suchen.Ich habe eine wunderbare Psychologin und sie hat mir schon sehr sehr sehrvviel geholfen.Im Entzug haben wir nu keine Therapie gemacht.Wir haben beschlossen,dass ich erstmal den Entzug durchstehe,weil das sehr viel Kraft nimmt.Später machen wir wieder Therapie wenn ich auch wieder dafür die Kraft habe.
Was Psychologen angeht...es gibt ein paar schwarze Schafe aber die gibts ja überall. Wie ich schon schrieb,kenne ich viele Leute,die zu Psychologen gehen und die sind zufrieden.Blöd waren meist nur die Wartezeiten bei vielen.
So jetzt zu dir @Lana
Die Therapeutin versuchte letzte Woche rauszukriegen zu welcher Zeit als Kind ich schon mal diese Gefühle hatte. Aber ich kann mich da überhaupt an nichts erinnern, weil ich das vorher so nie kannte!
Irgendwie verwirrt mich das grade alles etwas....
Versuche dich erstmal auf den Entzug zu konzentrieren. Klar deine Thera geht auf deine Angst ein und hat keine Verbindung zum Entzug,weil sie es nicht kennt. Deine Ängste könnten im mom vom Entzug kommen. Wenn da andere Ängste sind zb aus Kindheit etc dann könntet ihr besser dran arbeiten wenn du keinen Entzug mehr durchmachst. Da kann man nur hoffen,dass sie es versteht. Leider haben auch viele Psychologen keine ahnung von Entzug.Ich hab da mit meiner Thera wohl viel Glück.
Gesundheit gewinnt erst an Bedeutung, wenn man krank ist.
(© Franz Schmidberger (*1942)

Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.
(Hippokrates)

Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.
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Clarissa
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Luna,

ich räume ein: vielleicht ist es auch eine Frage des Lebensalters und der Lebenserfahrung.

Wenn man, wie ich, eine Therapie mit fast 50 Jahren beginnt, dann erscheint es mir nicht sehr sinnvoll, immer wieder die Erlebnisse der Kindheit aufzuarbeiten. Das Leben hält auch leider später in vielen Fällen noch so manche Katastrophe bereit. Für mich war immer die Frage: wie soll es weiter gehen, was kann ich aus dem "Rest" noch machen? Wenn mir dann vom Therapeuten "angeboten" wird, ich solle doch akzeptieren, daß ich mich über meinen Schmerz (gleich, ob seelisch oder körperlich) definiere und der mein neuer Lebensinhalt sei - nein, danke. Oder wenn meine Freundin (meines Alters) aus dem Mund ihrer Therapeutin hören muß, die Angst sei doch das einzig zuverlässige in ihrem Leben, sie sei wenigstens immer wieder da - hurra, wie schön! Da kann man doch nur zum Selbstschutz die Biege machen.

Ich habe so meine Bedenken, daß vor lauter Aufarbeitung zu wenig Ressourcen für neue Wege bleiben. Beziehungsweise ist die Aufarbeitung offensichtlich ein Thema, was den Psychologen mehr liegt, worüber sie besser Bescheid wissen?

VG sendet sleepless.
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Lana19
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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von Lana19 »

So. Heute der Therapeutin meine Empfindung zum absetzen versucht zu erklären :frust:

Ich solle es bloß nicht weiter alleine probieren, sondern mir einen Psychiater suchen..... Ich weiß nicht..... Das ist doch dann wieder nur noch jemand der mir einreden will ich bräuchte die Medis mein Leben lang. :evil:

Hab ihr versucht klar zu machen das von meiner ursprünglichen Problematik nichts mehr da ist, ich heute ein völlig anderer Mensch bin und meine damaligen Probleme damals in der Therapie gelöst habe. Aber irgendwie kam das in ihrem Hirn nicht so an :(

Nun gut, ich werde mal die Psychiater hier abtelefonieren und nachfragen inwiefern sie Erfahrung mit dieser absetzproblematik haben und dann schau ich weiter.
[spoil]Depressionen und Angststörung Diagnose 9/05
11/05: Beginn Paroxetin
4/06-11/06 erste Absetzversuche gescheitert, Symptomverschlimmerung, wieder Beginn mit 20 mg
5/07 30 mg Paroxetin
von 2/08 bis 9/08 abgesetzt, zum Schluss mit Seroxat


12/08 Rückfall, Beginn mit 10 mg
Wechsel der Dosierungen zwischen 10 und 20 mg
5/10 0mg!

2/11 Rückfall Panik, Beginn 10 mg
Wechsel der Dosierungen zwischen 5 und 20 mg je nach Zustand
12/14 20mg

Jahr 2015
5.1.15 10mg
9.1.15 15 mg, Schmerzen in Rücken, Depri, heulen,....
1.2.15 12,5 mg
1.3.15 10mg erstaunlicherwesie ohne Probleme! freu
16.3.15 2 Krümelchen weniger, nach drei Tagen fängt der miese Schwindel an, aber ich halte durch. Ansonsten nur Übelkeit und blöde Träume
10.04.15 schätzungsweise bei 8mg angekommen.
25.04.15 Umstellung auf Seroxat 4 ml
27.04.15 wieder 8 mg Paroxetin, Seroxat war Hölle. Finde keinen Schlaf mehr, stattdessen nervöse Unruhe mit Übelkeit, Depri, völliger Kraftverlust
29.04.15 wieder 10mg Paroxat, muss raus aus diesem Loch, sonst geh ich kaputt!!!
24.4.15 Hoch auf 15 mg. Burn Out. Nichts geht mehr. Fühl mich total wie ein Versager
01.06.15 20mg auf anraten vom Doc.
habe nicht das Gefühl dass es überhaupt noch wirkt!
01.07.15 15 mg So, erneuter Versuch und diesesmal SCHAFFE ICH ES !!!!
18.07.15 wieder 17,5 mg, seit 12.07. jeden Tag mehr Angst, Unruhe, nervosität, Übelkeit
07.09.15 17 mg 28.09.15 15 mg , zwei Tage gut, dann massiv Ängste und Panik
01.10.15 16mg finde mit der Reduktion leider überhaupt keine Ruhe , darum:
30.10.15 16,5 mg = 0,200g auf der Feinwaage
[highlight=yellow]Ab jetzt Reduktion mit Mikrotapering[/highlight]
......wöchentliche Reduktion um 0,25mg......
19.12.15 [highlight=yellow]15,00mg[/highlight]
.......ab Mai alle 5 Tage Reduktion um 0,25 mg, der Versuch ging allerdings schief, lassen wir es bei alle 7 Tage!
02.12.2016[highlight=yellow]5,00mg[/highlight] :party2:
01.01.17 4,75mg
26.01.17 4,50 mg
06.02.17 4,25mg schlimmer Schub mit Depri, Nervosität, extreme Rückenschmerzen, könnt nur heulen, aber das bringt auch nix! Erstmal Absatzpause, so deprimierend es ist
01.03.17 aufdosiert 4,75mg nachdem es immer schlimmer wurde. Voll Depri, kein Schlaf mehr ab 3 Uhr morgens, nervöse Unruhe, mag nicht mehr.
Nach 3-4 Tagen :Schlaf wird besser, zum Glück, aber immer noch in einem Loch drinnen....
16.03.17 Schlaf wurde weiter immer schlimmer, nur noch 2-3 Stunden, dann wach, nervös, Übel, kann nicht mehr. Aufdosieren auf 5 mg

29.04.17stehe jetzt ca. bei 4mg

30.06.17 3mg

31.08.17 2mg

es geht voran, sogar ganz gut! Habe das Gefühl das Schlimmste ist vorüber mit der großen Welle vom Frühjahr

25.09.17 0!!!!




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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von padma »

hallo Lana :)

Viel Erfolg. :hug:

Am wichtigsten ist, dass du die Tabletten weiter verschrieben bekommst.
Klar wäre es schön gewesen, wenn deine Therapeutin die Problematik verstanden hätte, aber du bist auf ihr Einverständnis nicht angewiesen.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt
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Was finde ich wo im Forum

Das neue Forum "PsyAb" (von Psychopharmaka absetzen) hat nun auch für neue Teilnehmer eröffnet: www.psyab.net
Hier findet ihr die wichtigen ersten Informationen für neue Teilnehmer



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Re: Entzugserscheinungen und Therapie

Beitrag von LinLina »

Hallo,
Meiner Meinung nach kann eine gute Therapie während des Entzugs in jedem Fall hilfreich sein. Vorraussetzung ist aber dass ich als ganzer Mensch gesehen werde, dass meine Grenzen und meine Wahrnehmung geachtet werden und es nicht zu einer zusätzlichen Belastung kommt. Der Entzug ist eine Phase wo man sehr geschwächt ist, vieles nicht mehr funktioniert, Grenzerfahrungen gemacht werden. Es ist aber eher nicht die richtige Zeit um sich intensiv mit schwierigen Erfahrungen auseinander zu setzen, außer die Themen sind gerade sehr nach vorne drängend.

Ich selbst bin sehr dankbar eine liebevoll-unterstützende Therapeutin zu haben. Für mich ist die Therapie auch ein Raum wo ich über meine Entzugserfahrungen sprechen kann. Ohne dass ich andere Menschen damit zu sehr belaste und verunsichere. Ich will auch nicht mit jedem privat darüber sprechen.

Wenn ich mich aber bei meiner Therapeutin nicht richtig wohl fühle oder mich sogar bedrängt sehe, gegen mein eigenes Gefühl zu handeln würde ich die Therapie abbrechen und sobald wie möglich eine andere Person suchen.
Anscheinend können viele Therapeuten sich nicht genug zurück nehmen und wollen ihre Sicht dem Patienten "aufzwingen"? Klar, wir sind alle mehr oder weniger verunsichert und wollen gern Antworten bekommen. Manchmal bin ich auch etwas unzufrieden weil ich eben oft keine klaren Antworten auf meine Fragen bekomme, sondern "nur" Denkanstöße und Unterstützung beim Suchen meines eigenen Weges. Es ist aber meist genau das was ich brauche. Auch wenn ich selbst die Verantwortung für meine Entscheidungen und Gefühle behalten muss.

Zuvor hatte ich auch schon andere Therapeuten "ausprobiert" aber entweder ich fand es furchtbar oder sinnlos mit diesen Menschen zu reden. Jetzt zahle ich die Stunden privat aber ich hab lieber weniger Geld und dafür gute Unterstützung! Es ist wahrscheinlich genauso schwierig wie eine gute Ärztin oder einen Arzt zu finden.

Liebe Grüße

LinLina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
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