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Umgang mit Angst und Panik

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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Mittwoch, 15.08.18, 14:02

hallo ,

hier ein Beitrag von Reiner Ott:


Du sprichst ein sehr wichtiges Thema an: "wie gehe ich um mit meiner Angst"

Denke mir, das ist eine Frage, die über alle Diagnosebereiche sich streckt. und viele Ursachen hat.
Ich selber habe Angst erst durch die Depression (Zukunftsängste) und im weiteren Verlauf durch die Medikamente erfahren und kennengelernt. Dabei spreche ich nicht von den gesunden und rationalen Ängsten wie z.B. "Wenn ich hier einfach über die Straße gehe, erwischt mich der Bus dahinten". Diese Ängste sind lebensnotwendig sonnst würde ich heute nicht mehr hier schreiben. Ich meine jetzt die Sorte von Ängsten, die uns lähmen und in die Handlungsunfähigkeit bringen.

Habe in deiner Vita gelesen, das Du Trevilor nimmst/genommen hast. Das ist z.B. bei mir ein Auslöser von den ungesunden, den nicht rationalen Ängsten gewesen. Nach Einnahme von Trevilor konnte ich noch nicht mal vor die Türe gehen. Dieses Medikament hat solche Ängste in mir ausgelöst, das gar nichts mehr in meinem Leben ging.

Meine nicht rationalen Ängste haben sich mit dem Abklingen der Depression und dem Absetzen der Medikation gelegt. Heute würde ich mich als Angstfrei bezeichnen.


Ich habe während der Zeiten mit der Angst mir mit folgendem Tricks über die Zeit geholfen. Und ich sage bewusst über die Zeit, den Angst ist eine Anspannung des gesamten Körper. Jede Körperzelle ist auf Hochtouren. Die Zeit wo man sich gelähmt fühlt und absolut nichts geht. Mehr wie 20-30 Minuten hält der menschliche Körper aus meiner Erfahrung nicht durch, dann sinkt in den meisten Fällen der Angstpegel vor Erschöpfung. Das habe ich mir immer wieder versucht selber einzureden und bewusst zu machen. Überall hatte ich mir auch kleine Zettel hingehängt, das es bei einem Angstzustand gleich ins Auge fällt, "Die Angst kommt, aber sie geht auch wieder" Hat eine extrem lange Zeit gebraucht, mit der Zeit wurde es immer besser und ich konnte diese Angstzustände wenn sie dann auftraten, gut aushalten. Denn ich hatte mich dahingehend konditioniert, die Angst kommt, sie geht aber wieder, spätestens wenn ich erschöpft und fertig bin.


Im Laufe der Zeit habe ich mir zusätzlich eine Atemtechnik zugelegt. Tief ein- und ausatmen und dabei ganz bewusst die Konzentration auf den Atem legen, brachte Angstattacken schneller zum abklingen. Da hat mir auch mein soziales Netzwerk um mich herum geholfen. Sie hatten klar die Anweisung von mir, wenn die Ängste mich heimsuchen und sie das mitbekommen, mich sanft zum richtigen Atmen anzuleiten.

Weiterhin bin ich selber ein Fan von Erfahrungsberichten von anderen Betroffen. Welchen Weg haben sie versucht, was hat ihnen geholfen und könnte diese Möglichkeit auch für mich etwas sein. Das können Selbsthilfegruppen sein, das können trialogische Veranstaltungen (weiß nicht ob in deiner Gegend Trialoge oder die sogenannten Psychoseseminare angeboten werden) oder auch Erfahrungs und Erlebnisberichte von anderen Betroffenen.

Ein in meinen Augen empfehlenswerte Buch ist dieses hier: https://www.thalia.de/shop/home/artikel ... D=11000522

Weiterhin bin ich ein absoluter Fan der "Sinnsuche". Was möchte mir meine seelische Einschränkung sagen ? Leider gibt es erst ein Buch, angeregt von Dorothea Buck: "Der Sinn meiner Psychose" 20 Menschen gehen auf die Sinnsuche ihrer seelischen Facette. Ein Buch zum Thema Depression soll meines Wissens in Arbeit sein.

http://www.paranus.de/index.php?seite=b ... ategorie=9


Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg auf deiner Suche und Du wirst deinen Weg finden, die Ängste als ein Teil von Dir anzunehmen und einen Umgang damit zu finden.

lg Reiner

Ach ja, Rat und Ratschläge wirst Du von mir nie bekommen, denn auch Ratschläge sind Schläge und tun sehr weh. Ich kann Dir meinen Umgang und Weg mit meinen sehr individuellen Facetten aufzeigen. Was Du davon für Dich mitnimmst oder sagst, das ist nichts für mich, ist ganz allein deine Sache und Entscheidung. Wir sind alles individuelle Wesen, die Ihren ureigenen Weg finden müssen und auch finden werden, wenn wir uns dem stellen. Ich kann Dir lediglich Anregungen mit auf deiner Wegsuche geben.

Bin heute auf dem Standpunkt, es lohnt sich auf die Suche nach seinem ureigenen Weg zu gehen, egal wie schwer der Weg einem erstmal erscheint. Manche Wege sind sehr lange und auch jeder "Rückschritt" bringt dich um eine Erfahrung weiter auf deinen Weg. "Wer es versucht, kann verlieren. Wer es nicht versucht, hat von vornerein verloren"
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 03#p264703
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Anerom » Sonntag, 19.08.18, 9:11

Guten Morgen zusammen

Seit geraumer Zeit habe ich am morgen beim wach werden einen hohen Puls und bin völlig nervös was dann zu einer langen Anspannung führt manchmal sogar Panikattacken. Habe festgestellt, dass wenn ich das stark habe ich am Tag oder Abend davor viel Schokolade, Kuchen oder einfach generell Süsses gegessen habe. Nun Frage ich mich, ob dies der Auslöser sein kann?

Wünsche allen einen schönen Sonntag
Anerom
2010 Cipralex täglich 10mg wegen starken Panikattacken
2013 kalter Entzug (wusste damals nicht dass man es einfach so absetzen kann)
war der Horror. Ging zum Hausarzt weil ich nicht wusste wieso es mir so schlecht geht. Sofortige Einnahme von 10mg

18.05.2016 - Beginn auszuschleichen mit 5mg (hatte das Gefühl wieder zu leben :party2: )
24.05.2016 - 4mg (fast täglich Müdigkeit)
05.06.2016 - 3mg (manchmal das Gefühl ich sei auf einem Schiff, etwas niedriger Blutdruck)
11.07.2016 - 2mg psychisch gut, physisch gelegentlich Übelkeit, sehr müde, vermutlich weil mein Blutdruck zu tief ist
25.07.2016 - 1mg und es geht mir zum Glück gut bis jetzt
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 19.08.18, 11:00

Hallo Anerom,

Ich antworte dir in deinem Thread.

LG Ute
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Re: Panikattacken und der Umgang damit.

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 19.09.18, 12:00

Hallo Claudia,
Claudi87 hat geschrieben:
Montag, 06.08.18, 18:57
meine Frage wäre, wie ihr eure Panikattacken erlebt und was ihr dann tut?
Bei mir fängt es mit schnellerem Puls an und dann wird mir am Haaransatz heiß, meine Oberarme sind dann ganz heiß und Hände und Füße eiskalt. Ich zittere extrem stark und die Atmung wird flacher. Ich habe das Gefühl mich übergeben zu müssen und in Ohnmacht zu fallen. Oft kommt dazu auch noch Durchfall.

Langsames und tiefes Atmen hilft ein wenig, um das Zittern unter Kontrolle zu bekommen.
Das schlimmste ist die Angst vor der Angst. Wenn mir schwindlig wird und übel, habe ich sofort Angst vor einer neuen Panikattacke.

So blöd das klingt, aber was bei mir am besten gegen diese Angst vor der Angst hilft ist, die nächste Panikattacke nicht mit Angst, sondern mit Neugier zu erwarten. Ich versuche die Panik in Aufregung umzuwandeln, als wäre ich im Vergnügungspark und würde Achterbahn fahren - ich habe Angst vor dem Absturz bin aber gleichzeitig auch aufgeregt.
Außerdem versuche ich die Panikattacken nicht zu vermeiden, denn dann kommen sie umso heftiger. Ich führe mir immer vor Augen: Ich bin bis jetzt nicht daran gestorben und werde es auch zukünftig nicht. Jede Attacke macht mich nicht schwächer, sondern stärker.
Und je mehr man eine Attacke haben WILL, umso weniger bekommt man sie :wink:

Ein echtes Rezept dagegen gibt es wohl nicht. Aber das oben geschriebene hilft mir einigermaßen mich nicht in ständiger Angst vor der nächsten Attacke zu verkriechen und gar nicht mehr aus dem Bett zu wollen.
Diese Panikattacken kommen in den unmöglichsten Situationen und wenn ich versuche alle zu vermeiden, kann ich gar nichts mehr tun.
Deswegen versuche ich "die Welle zu reiten", statt mich von ihr umreißen zu lassen.

Wünsche dir alles Gute weiterhin und lass dich von deiner Angst nicht klein kriegen :hug:

Alles Liebe,
Cat
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08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 19.09.18, 21:45

Hallo Cat,

Ich finde es echt bewundernswert wie du damit umgehst.

Ich kenne das von meiner Thera damals, ich solle die Angst willkommen heißen, sie begrüßen und sagen "Hallo Angst, da bist du ja wieder".

Ich hab das immer für dämliches Gerede gehalten und gedacht, das geht nicht. Das ist Blödsinn.
Also hab ich es nie ernsthaft versucht.

Aber wie es scheint, hatte meine Thera recht und es geht. Ich bin echt beeindruckt. Du bist sehr mutig!

Liebe Grüße
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 17.10.18, 9:44

Hallo Blumenwiese,

danke für deine lieben Worte!
Das mit dem Mut ist so eine Sache - manchmal habe ich mehr davon und manchmal weniger. Und an manchen Tagen will ich mich auch nur einrollen und dass alles von selbst weggeht. Aber ich versuche einfach langfristig nicht aufzugeben.

Ich glaube Ratschläge von Menschen, die selbst keine Panikattacken haben, auch wenn es gute Therapeuten sind, sind zwar immer nett, aber man nimmt sie nie so gut an, wie wenn sie von Menschen kommen, die das selbst erleben.
Aber ich kann dir bestätigen: Sich der Angst zu stellen ist wirklich der einzige Ausweg. Und das Atmen nicht vergessen ;-)

Ich drücke dir die Daumen, dass es bei dir auch besser wird!

Alles Liebe,
Cat
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 17.10.18, 10:19

Liebe Cat,

Das ist lieb :)

Bei mir ist es seit Jahren viel besser aber ich hab einen anderen Weg gefunden. Über Bewegung und Auspowern (zügiges Spazierengehen und Boxen). Wenn ich Wut und Anspannung abbbaue, kommen keine Panikattacken mehr.

Angstzustände zwar immernoch, aber da hilft mir "achtsames Beschreiben" und atmen.

Ganz liebe Grüße
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 17.10.18, 10:53

Hallo Blumenwiese,

ja Bewegung hilft mir auch sehr! Leider ist das zum Zeitpunkt einer Panikattacke nicht immer möglich. Ich hatte mal eine bei einem Flug (mit Fensterplatz) und die hielt von Start bis Landung an :-(
Aber als Vorbeugung hilft es mir auch bzw. auch akut, wenn ich die Möglichkeit habe, mich zu bewegen.

Alles Liebe,
Cat
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 17.10.18, 12:48

Hallo,

Mir hilft es auch nur als Vorbeugung. Also am besten, wenn Null Angst da ist.

Wenn die Angst da ist, hilft mir auch gut eine Fußmassage.

Liebe Grüße
Blumenwiese
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Flummi » Dienstag, 06.11.18, 11:02

Hallo,
mir hilft da am besten, gegen Absetzsymptome einach eine Absetzpause zu machen. Da werden die Ängste peu a peu weniger....

Viele Grüße,
Claudia
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Mimi79
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Mimi79 » Montag, 12.11.18, 17:39

Hallo,
die Ängste während / nach dem Entzug (Benzo) waren bei mir nicht zu vergleichen mit den Ängsten vor der Einnahme. Damals hatte ich auch Panikattacken und Agoraphobie, aber ich konnte mich eher "beruhigen".
Zur Zeit habe ich die Panikattacken einigermaßen im Griff, aber es gibt Tage, da fühle ich mich schon körperlich sehr schlecht und dann kommt die Angst durch. Teilweise ist es eine latente Dauerangst, die den ganzen Tag anhält, und - sobald ich draußen bin (einkaufen o.ä.) - in Panikattacken gipfelt.
Ich habe das Gefühl, dass nichts mehr wirklich hilft. Ich vermeide wenig, habe mehrere Therapieansätze versucht, aber irgendwie komme ich nicht mehr voran.
Die Angst geht mit einem dumpfen Gefühl im Kopf einher, was dann zur Folge hat, dass ich denke, die Kontrolle zu verlieren.
Macht es überhaupt Sinn, in diesem Zustand weiter an der Angst zu arbeiten ? Ich bin da unsicher, da es mich sehr schwächt. Andererseits weiß ich noch von den Therapien (vor der Benzoeinnahme), dass Vermeidung absolut kontraproduktiv ist.

VG Mimi
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aufgrund von Absencen, die mit Panik und DR einhergingen:
2004-2005 Escitalopram, problemlos abgesetzt

ab 2006 Clonazepam i.v. bekommen, Anschlussbehandlung mit Clonazepamtabletten 2 mg (im Laufe der Jahre bis zu 3 x 3 mg/d , überwiegend und zuletzt 2 x 3 mg)

2007 Topiramat (bis 09/17)

2014 Diagnose schwere Depression bekommen, diese war durch Clonazepam ausgelöst
zwei Klinikaufenthalte.
Ich sollte Topiramat erhöhen, was eine Verschlimmerung der Depression bewirkte.

2015 zuerst erneut Escitalopram (wirkungslos), dann Sertralin, Citalopram 30 mg
Citalopram wirkte einigermaßen, ich war jedoch dauermüde und kraftlos.

Januar 2017 bis heute: Duloxetin 60 mg

September 2017: Topiramat erfolgreich abgesetzt

ab Juli 2016 Clonazepam abdosiert.
viel zu schnell, das erste Mal 0 mg im Oktober 2017.
Notaufnahme, wieder 0,75 mg eindosiert.
November 2017: 0,5 mg
bis August 2017: herunterdosiert bis 0,375 mg
ab September 2017: Umstieg von Tabletten auf Tropfen
Oktober: 0,2 mg
18. - 20.11. 0 mg
21.11. 0,1 mg wieder eindosiert
seit 23.11.2017 0 mg

Während des Abdosierens: schnelle Verbesserung der Stimmung, weniger DR und DP.
Entzugssymptome: zuerst Haarausfall (evtl auch vom Topiramat), Panikattacken, Knochenschmerzen, Schwindel, Gangunsicherheit, Durchfall, Gewichtsabnahme bis ins Untergewicht, Sehstörungen (von - 2,5 Dioptrien auf nun - 4,75), Taube Gliedmaßen, Unwirklichkeitsgefühle, Zwangsgedanken (mir oder anderen etwas anzutun).
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im Mai 2017 das erste Mal Hautausschlag. Laut Hautarzt Urtikaria durch Pollen, mit Rupatidin und Prednisolon behandelt

Oktober 2017 erneut Hautausschlag, dieses Mal mit schwerem Juckreiz. Prednisolon bis 50 mg, immer wieder abgebrochen, weil heftige Angst und Reizbarkeit als NW.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

November 2017:
L- Thyroxin 100 mcg
Duloxetin 30 mg
Clonazepam 0,2 mg

Aktuell (Juni 2018):
L- Thyroxin 88 mcg
Venlafaxin 150 mg
Conazepam auf Null seit 03.06.2018

12.06. wieder 0,1 mg eindosiert

Symptome: ängstlich, Agoraphobie, Erschöpfung und Müdigkeit, Schweregefühl, Taubheitsgefühle, starke Kopf- und Gesichtsschmerzen

20.06.2018 0 mg Clonazepam

22.07.2018 0,2 mg Clonazepam eindosiert :wacko:

30.07.2018 0,1 mg Clonazepam (da es mir nach der Einnahme nun noch schlechter geht)

01.08.2018 wieder 0,25 mg eindosiert, in Form v. Tabletten

Ca. Mitte August auf Null.

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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Dienstag, 13.11.18, 18:19

hallo Mimi, :)
Macht es überhaupt Sinn, in diesem Zustand weiter an der Angst zu arbeiten ? Ich bin da unsicher, da es mich sehr schwächt. Andererseits weiß ich noch von den Therapien (vor der Benzoeinnahme), dass Vermeidung absolut kontraproduktiv ist.
Das muss man im Einzelfall schauen.
Wenn die Angst ein Ursprungsproblem ist, kann es sinnvoll sein, auch im Entzug, soweit möglich, behutsam damit zu bearbeiten. Konfrontative Ansätze sind zumeist sicher kontraproduktiv. Aber sanfte Verfahren kann man versuchen.

Ist die Angst rein entzugsbedingt, also eine Neuroemotion, greifen die Angstbewältigungsstrategien erfahrungsgemäss oft nicht.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2018: 0,15 mg :schnecke:



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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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