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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Gwen
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 03.05.18, 21:11

Hallo Bille,
gibt's bei Deinem Arbeitgeber einen Personalrat oder einen Schwerbehindertenvertreter? Ich weiß das so Wiedereingliederungen bei meinem Arbeitgeber immer in größerer Runde besprochen wurde und der Betroffene dann eben zB vom Schwerbehindertenvertreter und dem Personalrat unterstützt wurden, die sich da auch gut auskennen.

Wenn es die gibt, wäre es sinnvoll dort Mal anzurufen. Die können Dich dann beraten und wissen auch, wie solche Sachen dann konkret bei euch laufen.

Viele Grüße Gwen
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bille
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
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Anna10
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Anna10 » Freitag, 04.05.18, 16:52

Hallo Bille,
das BEM kenne ich auch, bedeutet m.E. "Betriebliches Eingliederungsmanagement"...gibt es bei uns in der Firma auch und ich hatte schon Gespräche dort. Zunächst auch mit großer Sorge wegen Langzeitkrankenstand. Ich habe die Angelegenheiten immer vorher mit dem Betriebsrat besprochen und diesen auch zu den Gesprächen mitgenommen. Der Betriebsrat sollte dabei gut beraten können. Dieses BEM wird (in größeren Firmen?) den Mitarbeitern angeboten, die im Jahr länger als 6 Wochen AU geschrieben waren. Meine Erfahrung war nicht negativ, gab auch keinen Druck bzgl. Entlassung etc., dafür aber u.a. Hilfsangebote zur Unterstützung. Ich bin zwar nach wie vor grundskeptisch, was die Fragen "Arbeitgeber-Krankheit" anbelangt aber in diesem Falle bin ich eher beruhigt worden.

Vielleicht hilft dir diese Info etwas weiter.
liebe Grüße Anna
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GwenUlulubille
Seit ca. 1995 rezidiv. depress. Episoden, Burn-out mit Panikstörung, neben Psychotherapie versch. AD´s im Einsatz (u.a. Fluoxetin, Citalopram, Valdoxan, jedesmal starke Empfindlichkeit b. Einschleichen,
... Absetzsymptome eher unbewußt
Ende 2010 wg Wochenbettdepression Einstellg. auf Sertralin, da bzgl. Stillen nach verschied. Abwägungen Mittel der Wahl...langer symptomstarker Einschleichprozeß, nach ca. 8 Wochen Besserung des Zustandes und anschl. 12-wöchige stationäre Therapie in Mutter-Kind-Einheit und Stabilisierung. Einnahme des Sertralin 50 mg m.E. ca. 1 Jahr; Begleitsymptome v.a. Muskel-und Gelenkschmerzen.

2/2013 Zahn-OP, danach psychischer Absturz mit div. Symptomen(Depression, Unruhe, Panik, verlorenes Selbstwertgefühl... nach längerem Abwegen wg. noch guter Erfolgserfahrungen wieder Sertralin 50 mg....extrem lange Einschleichphase über ca. 12 Wochen, dann gute Wirkung auf die Psyche...aber verstärkte körperliche Symptome, v.a. rez. Rücken-, Gelenk- und Muskelprobleme

Mitte/Ende 2016 allmähl.Reduktion auf 25 mg...Psyche gut, rückblickend verschied. Symptome, die ich nicht mit dem Medi in Verbindung gebracht habe...Schlafstörungen, Panikattacken, hypertensive Krisen, Muskel/Gelenkbeschwerden/Blockaden...ärztlicher Blick immer wieder auf Grunderkrankung...meine Wahrnehmung anders
8/17 wollte ich wg sehr guter Grundstimmung ausschleichen, über die Zeit viele Einnahmen vergessen...Psychiater wollte auf Paroxetin 25mg umstellen...Nach einer Woche Einnahme alle Medis weggelassen

Sept./17 Symptomverschlechterung, starke Rückenbeschwerde/Krankschreibung

Nov/17 Scharlachinfektion/Antibiotikaeinnahme...danach psychisch schwarzes Loch und über eigene Recherche im AdfD-Forum gelandet :party2: Danke! Jetzt hat das Kind endlich einen Namen und ich erfahre Verständnis

Weiteres Vorgehen: Versuch des Wiedereinschleichens mit 1mg über Wasserlösemethode...zunächst prompte Stabilisierung, nur leichte, moderate Symptome
Nach ca. 5 Wo Symptomverschlechterung, v.a. Muskel/Faszien/Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen....besonders Mitte/vor und während Menszyklus.
9.1.17 Erhöhung auf 1,5 mg Sertralin
10.1. beginnende Magen/Darm Problematik
11.1. nachts beginnende und den ganzen Tag anhaltende starke Übelkeit ohne Erbrechen
12.1. nachts Besserung aber weiterhin Schmerzen;
zurück auf 1 mg Sertralin
13.1. Verschlechterung der Symptome, Panikattacke, ganze Nacht Unruhe, stündliches Erwachen mit Herzrasen pp, starkes Gefühl von Wirbelblockaden, endzündl. Muskelschmerz
15.1. Hausarztbesuch; 1 Wo AU
16.1. Chiropraktiker...danach Beruhigung, verschied. kleine wechselnde Symptome, aushaltbar
17.1. weiterhin 1,0 mg Sertralin
20.1.Erhöhung der Dosis auf 1,2mg, Mönchspfeffer, Neurexan (Symptome Schwindel, Scharlachinfekt Nachtschweiß, Durchfälle, Kopfschmerzen, Alpträume
2/18 Stresstrigger....Krisengespräch bei der Arbeit...Symptomverschlechterung, Schlafstörung, Unruhe Konzentrationsstörungen; Panikattacken
Wellen-Fenster wechseln ab
06.03.18 1,3 mg Sertralin weiter wechselnde Symptome, zusätzlich Kurkuma, Omega 3, Mönchspfeffer
12.03.18 1,2mg Sertralin Wellen/Fenster
26.03.18 1,1mg Sertralin Symptomverstärkung, vermehrt Neuroemotionen, Schlafstörungen, Unruhe, Angst
Wellen und Fenster wechseln sich ab, weiterhin starke Neuroemotionen im Vordergrund, Schlaf und körperliche Sympmptome eher erträglich

6/18 Heilpraktiker aufgesucht, jetzt zusätzl. begleitend Mutaflor, psychoenergetische Tropfen

bille
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von bille » Dienstag, 08.05.18, 9:01

Hallo,
Danke für eure Nachrichten. Hat mir sehr weitergeholfen und mir auch etwas die Angst davor genommen. Mal sehen wie das bei uns so läuft. Hoffe positiv...
LG Bille
Symptome:Angstzustände, Depressionen, soziale Phobie
Medikation: Trevilor retard 75mg, 2005 ca. 12 Monate >> Trevilor 150mg retard 12 Monate, da Ängstzustände schlimmer>> Trevilor 75mg retard seit 7 Jahren
Zusätzlich:Opipramol 25mg oder Tavor (selten, nur bei Bedarf ), außerdem verschied. Schmerzmittel bei Bedarf(Diclofenac, Novalgin,Paracetamol) wg. Endometriose
2011 Total-OP seitdem Hormonpflaster Fem 7 conti wg. starker Wechseljahrbeschwerden(Migräne, Übelkeit, Hitzewallungen)
Bisherige Absetzversuche:
02/2010Venlafaxin 75mg retard Tbl., geviertelt alle 4 Wochen red.>> bei ca.19mg starkes Brennen und Stechen der Haut, Mißempfindungen, Kälteschauer>> 5/2010 Dosis innerhalb 2 Wochen auf 75mg erhöht, nach 10 Wochen allmähl. Besserung
2012 Venlafaxin 75mg retard in 5er Schritten alle 8 Wo.reduziert >> 2/2013 bei 9,5mg wieder starke Absetzerscheinung( Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Muskel-, Nervenschmerzen, Schüttelfrost, Ohrensausen) >>
37,5mg 2 Wochen>> 47mg 1 Wo.>> 75mg nach 10 Wo. deutl. Besserung der körperl. Beschwerden
11/2013 Dosis erhöht auf 112,5mg (nach Rücksprache mit Psychiater wg. chron.Schmerzen) 2 Wo.>>
150mg Venla 1 Tag, starke Übelkeit u. Schwindel >> 112.5mg 2 Wo.-Stechen, Brennen der Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Frieren,Schwindel, Ohrensausen >> 94mg Venla retard 1Wo.>>(umgestellt auf Kügelchen) 92mg 2 Wo.Stechen stärker >> 91mg , 3 Wo.>> 90mg Venlafaxin Retardkapsel seit 5Wo. >> z.zt.Brennen, Stechen der Haut, ab u. zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Frieren, Muskel- u. Nervenschmerzen,Ohrensausen
3/2014 Amitriptyllin langsam dazu bis 6 Tropfen(=12mg) abends, nach ca 3-4 Wo. wurden Nervenschmerzen u. and. Absetzsympt. besser.
2017 Red. in ein mg Schritten von 85mg auf 83mg., gleichzeitig Amitr. auf 8mg abends reduziert, leider zu schnell.
seit 13.01.2018 wieder alle Absetzsympt. da: Übelkeit, Kopf- und Magenschmerzen, Stechen u Brennen der Haut, Muskel-und Nervenschmerzen, Schlafstörungen.Dosis auf 84mg Venla erhöht u. 10 mg Amitr.
Nach 2 Wo. Besserung der Symptome, wieder arbeiten aber nach 1,5 Wo. wieder alle Absetzsymptome da u.a. starke Muskel- und Nervenschmerzen, heftiges Brennen und Stechen am ganzen Körper, Übelkeit...
Dosis immer noch 84mg Venlafaxin u. 10mg Amitriptyllin abends
05.03.2018 seit 7 Wo. Absetzsymptome bei gleicher Dosis 84mg Venlafaxin, 10mg Amitriptyllin; Hautstechen u. -brennen, Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Mattigkeit, Kraftlosigkeit, Nackenschmerzen, Konzentrationsprobleme
NEM ( Magnesium, Fischöl- und Schwarzkümmelkapsel) ausgetestet, aber leider nicht vertragen
07.04.18 weiterhin Absetzsymptome, vor allem Nervenschmerzen, Hautbrennen u -stechen

Psychopharmaka
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Stinksauer - Arbeitsunfähigkeit wg Nebenwirkungen

Beitrag von Psychopharmaka » Sonntag, 24.06.18, 5:15

Hallo,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Vor ein paar Wochen wurde ich in meinem Betrieb gekündigt, weil ich zwei Wochen krank war. Offiziell gab es einen anderen Kündigungsgrund dafür, aber es war offensichtlich, dass es wegen der Arbeitsunfähigkeit war, da ich direkt nach den Krankentagen gekündigt wurde. Ich habe nur relativ kurz in diesem Unternehmen gearbeitet, war also noch in der Probezeit. Der Grund für die Arbeitsunfähigkeit war, dass ich nachts nicht mehr richtig schlafen konnte (ständig aufgewacht, Wasser getrunken, dann aufs Klo, ca. 5-6 mal pro Nacht) und das schon eigentlich seit Monaten. Als es dann wirklich nicht mehr ging, habe ich mich für zwei Wochen krank schreiben lassen. So nun zum Problem: Ich nehme Amisulprid und das macht bei mir einen sehr unruhigen Schlaf, sodass ich nachts öfter aufwache und nie richtig ausgeschlafen bin, also wenn ich wie ein normaler Mensch 8 Stunden schlafe. Wenn ich zwischen 12 und 16 Stunden schlafe, dann bin ich erst ausgeruht, trotz unruhigem Schlafes.

Ich bin stinksauer auf Ärzte, die solch ein Drecksmittel verschreiben, wobei Amisulprid noch das harmloseste dieser Medikamentenklasse ist. Also zumindest bei mir was Nebenwirkungen angeht. Wie soll man mit Medikamenten dieser Art arbeiten gehen? Man ist durch die Einnahme dieser Medikamenten so stark benebelt und beeinträchtigt, sodass Arbeiten fast unmöglich ist.

So lange ich das Zeug nehme, möchte ich auch nicht mehr arbeiten gehen. Es ist für mich einfach zu anstrengend, jeden Tag todmüde und unkonzentriert zur Arbeit zu gehen und das Jahre lang - mit mir nicht! Das ist Folter!

Wie seht ihr das?
Zuletzt geändert von Gwen am Sonntag, 24.06.18, 9:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel aussagekräftiger gemacht
Grüße
Psychopharmaka

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Arianrhod
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Re: Stinksauer - Arbeitsunfähigkeit wg Nebenwirkungen

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 24.06.18, 12:31

Hallo Psychopharmaka ,
Psychopharmaka hat geschrieben:
Sonntag, 24.06.18, 5:15
Der Grund für die Arbeitsunfähigkeit war, dass ich nachts nicht mehr richtig schlafen konnte (ständig aufgewacht, Wasser getrunken, dann aufs Klo, ca. 5-6 mal pro Nacht) und das schon eigentlich seit Monaten.
Wurde bei dir schon Diabetes untersucht? Das mit dem vermehrten Durst lässt mich doch aufhorchen , und Neuroleptika sind dafür bekannt, dass sich ein Diabetes verschlechtern und auch neu entwickeln kann.

liebe Grüße Arian
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Psychopharmaka » Sonntag, 24.06.18, 13:09

Diabetes habe ich nicht, das wurde bereits untersucht.
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Grüße
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Jamie » Sonntag, 24.06.18, 20:13

Hallo Psychopharmaka, :)

hast du einen eigenen Thread, wo man dir antworten kann ?
Weil Sammelthreads (du schreibst gerade in einem) eignen sich nicht für eine individuelle Beratung.

Viele Grüße, schönen Abend
Jamie
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Psychopharmaka » Montag, 25.06.18, 23:32

Tja, ein Moderator hat meinen Thread hier rein verschoben.
Grüße
Psychopharmaka

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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 26.06.18, 6:09

Guten Morgen!

Der persönliche Thread ist hier
viewtopic.php?f=35&t=13086&p=188754#p188754

Wir können deinen Beitrag und die antworten auch dorthin schieben.

Was nicht geht, dass du zu deiner persönlichen sitution mehrere Threads eröffnest, deshalb wurde dein Beitrag (der die Frage stellt, wie das mit dem arbeiten gehen soll) in den Thread geschoben, wo es genau um diese Frage geht.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Stinksauer - Arbeitsunfähigkeit wg Nebenwirkungen

Beitrag von takan » Sonntag, 29.07.18, 9:11

Arianrhod hat geschrieben:
Sonntag, 24.06.18, 12:31
Hallo Psychopharmaka ,
Psychopharmaka hat geschrieben:
Sonntag, 24.06.18, 5:15
Der Grund für die Arbeitsunfähigkeit war, dass ich nachts nicht mehr richtig schlafen konnte (ständig aufgewacht, Wasser getrunken, dann aufs Klo, ca. 5-6 mal pro Nacht) und das schon eigentlich seit Monaten.
Wurde bei dir schon Diabetes untersucht? Das mit dem vermehrten Durst lässt mich doch aufhorchen , und Neuroleptika sind dafür bekannt, dass sich ein Diabetes verschlechtern und auch neu entwickeln kann.

liebe Grüße Arian
Ich tippe mal auf Wassereinlagerungen. Trockender Mund ist eine sehr häufige Nebenwirkung, die eigentlich bei allen NL auftritt... :frust: Ist wie Kiffen ohne High sein, da hat man auch eine Mundwüste. Und arbeiten, mit NL, sind nur Hilfsarbeiterjobs drinne, die machen, mich zumindest, sehr dumm und kraftlos.

Seit Anfang des Monats bin ich als Hilfsarbeiter in einer Schlosserei tätig. Für 3 Monate befristet. Länger wollte ich nicht, obwohl ich bis Ende des Jahres durcharbeiten könnte. 37H/Woche stehen im Arbeitsvertrag. Und ich hab jetzt nach 4 Wochen schon fast 15 Überstunden. 8-)
Hatte letztes Jahr schonmal ein Praktikum bei einer Tischlerei, wo ein Kumpel von mir arbeitet. Handwerk ist nichts für mich. Viel zu wenig Lohn für die anstrengende Arbeit. Und so ein hohes Verletzungsrisiko.

Ich muss mich mal aufraffen mir ein Praktikum/Ausbildung in einem Bürojob zu organisieren. Das liegt mir glaube eher.
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ArianrhodJamieMurmeline
Diagnose 2015
-Depression
-Psychotische Episode durch Cannabinoide
Differential Diagnose
akute polymoprohe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie.
Diagnose 2017
-Paranoide Schizophrenie
-kombinierte Persönlichkeitstörung
-Psychische Verhaltungstörung durch Cannabionoide: Abhängigkeitsyndrom
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Sprosse83
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Sprosse83 » Freitag, 04.01.19, 13:18

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, wie ihr das macht, wenn ihr euch krank melden müsst?

Bei mir auf der Arbeit ist es so, dass nachgefragt wird, was denn los ist.

Denkt ihr euch dann immer was aus oder sagt ihr die Wahrheit?

Ich musste mich gerade krank melden und das auch noch direkt nach meinem Urlaub, da ich mich zur Zeit nicht wirklich konzentrieren kann.

Habe gesagt, dass ich schon länger nicht richtig schlafen kann und mein Kreislauf daher irgendwie im Keller ist.

Habe an der Reaktion von meinem Chef gemerkt, dass er nicht wirklich begeistert ist (was ich ja auch irgendwie verstehen kann)
Ich weiß auch, dass ich nicht verpflichtet bin zu sagen, was los ist, nur sieht das bei uns immer sehr doof aus.

Ich bin jetzt noch 1 Woche krank geschrieben und habe Angst, dass ich mich nicht ausreichend stabilisiere. Mache mir schon Gedanken was ich erzählen soll.

Das belastet mich gerade zusätzlich doch sehr.

Kann mir jemand einen Rat geben?
Wie macht ihr das?

LG Sprosse83
Symptome: niedergeschlagen, keine Freude mehr empfunden, das Leben ist ein Kampf
Diagnose: nach Klinikaufenthalt 2013 schwere depressive Episoden seit der Jugend
Medikation: erstmals 2007 Citalopram ca 1 Jahr, dann lange Zeit stabil
Ca 2010 wieder depressiv, 75mg Venlafaxin bekommen
Irgendwann wieder stabil, Venlafaxin wieder abgesetzt, kann mich leider nicht mehr genau erinnern
April 2013 wieder depressiv, wieder 75mg Venlafaxin, dann Klinikaufenthalt, wo ich 150mg Venlafaxin empfohlen bekommen habe
Nach 6 Wochen wurde ich stabil entlassen, Dosis wieder auf 75mg Venlafaxin
2015 versucht auszuschleichen,ging in die Hose
Wieder 75mg
Mitte Ende 2016 reduziert auf 50mg
1 Tag 50mg
Nächsten Tag 75mg immer im Wechsel
Ca Mai/Juni bei 25mg angelangt und es ging mir gut
Ende September 2017 sehr gereizt, ziemlich genervt von der Arbeit
Mitte Oktober 2017 kleiner Zusammenbruch, Konzentration im Keller, keine Freude mehr empfunden
Auf 100mg erhöht, dann Tagesform abhängig mal 75mg,mal 100mg
Seit ca 23.10.17 jeden Tag 75mg
Am 30.10.17 Absturz, starke Kopfschmerzen, keine Konzentration, von der Arbeit nach Hause, Heulkrämpfe, nicht mehr aus dem Bett gekommen
1,5 Wochen arbeitsunfähig
31.10 es geht wieder etwas besser
Weiterhin 75mg und es geht bergauf
26.11.17 Reduzierung 7,5mg = 67,5mg Venlafaxin
28.12.17 Reduzierung 7.5mg = 60,0mg Venlafaxin
09.02.18 Reduzierung 7,5mg = 52,5mg Venlafaxin
25.03.18 Reduzierung 5,0mg = 47,5mg Venlafaxin
31.03.18 Mir geht es gut, bin stabil, hoffe es bleibt auch so
19.05.18 = 42,5mg
05.07.18 = 37,5mg
27.09.18 = 32,5mg
22.11.18 = 30mg
28.11.18 sehr gereizt, innerliche Unruhe, bin schnell gestresst, daher wieder 32,5mg :x
Symptome werden nicht besser, dazu noch depressiv, weinerlich, überfordert daher
27.12.18 = 34mg :schnecke:
Anfang 2019 für 1 Woche krank geschrieben
04.03.19 = 32mg
25.03.19 = 33mg
3 Wochen krank geschrieben
31.03.19 = 33.75mg
04.04.19 = 35mg
08.04.19 = 35,64mg

Melina 17
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Melina 17 » Dienstag, 08.01.19, 13:24

Hi Sprosse,

also ich würde auf keinen Fall die Wahrheit sagen, sondern irgendetwas körperliches vorschieben. Ich fürchte, unsere Gesellschaft ist noch nicht soweit, daß psychische Probleme wirklich toleriert (und schon gar nicht verstanden) werden, auch wenn es etwas besser geworden ist.

Aber du bist in großer Gerfahr, dann stigmatisiert zu werden, egal was ist, du bist dann der/die "Psycho". Bei einer meiner Schwestern war es nach zwei Selbstmordversuchen und Klinikaufenthalten noch jahrelang so, daß man sie "komisch" behandelte, von wegen sie ist ja so "sensibel", meine Schwester war tierisch genervt davon, weil sie sich schon längst wieder stabilisiert hatte.

Also ich wär da sehr vorsichtig.

liebe Grüße

Melina
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Sprosse83
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg
17.05. 5,7 mg (wegen Urlaub. erhoffte bessere Laune)
23.05. 6,0 mg (wegen Ängste im Urlaub)
29.05.5,7 mg (erhoffte positive Wirkung nicht stattgefunden, stattdessen eher weniger Genußfähigkeit)
zwischen 21.05 und 13.06 abends 6,25 bzw 12,5 mg Doxepin, einmal auch wegen starker Ängste 2 mg Tavor und ca 30 mg Doxepin
16.06. 5,3 mg
21.06. 5 mg

Sprosse83
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Sprosse83 » Dienstag, 08.01.19, 15:17

Hallo Melina,

lieben Dank für deine Antwort, hatte schon ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich es einem meiner Chefs erzählen soll. Da einer von denen doch sehr einfühlsam ist.
Aber ich lass es lieber...
Morgen ist der letzte Tag meiner Krankschreibung und gestern dachte ich auch, ich schaff das locker, heute ist wieder das Gegenteil der Fall.
Ich dreh bald echt durch!

Dabei möchte ich wirklich gerne wieder arbeiten, nur sagt das mal meinen Kopf :frust:

Hat hier noch jemand irgendeinen Tipp/Ratschlag für mich?

Wäre ich sehr dankbar für!

LG Sprosse83
Symptome: niedergeschlagen, keine Freude mehr empfunden, das Leben ist ein Kampf
Diagnose: nach Klinikaufenthalt 2013 schwere depressive Episoden seit der Jugend
Medikation: erstmals 2007 Citalopram ca 1 Jahr, dann lange Zeit stabil
Ca 2010 wieder depressiv, 75mg Venlafaxin bekommen
Irgendwann wieder stabil, Venlafaxin wieder abgesetzt, kann mich leider nicht mehr genau erinnern
April 2013 wieder depressiv, wieder 75mg Venlafaxin, dann Klinikaufenthalt, wo ich 150mg Venlafaxin empfohlen bekommen habe
Nach 6 Wochen wurde ich stabil entlassen, Dosis wieder auf 75mg Venlafaxin
2015 versucht auszuschleichen,ging in die Hose
Wieder 75mg
Mitte Ende 2016 reduziert auf 50mg
1 Tag 50mg
Nächsten Tag 75mg immer im Wechsel
Ca Mai/Juni bei 25mg angelangt und es ging mir gut
Ende September 2017 sehr gereizt, ziemlich genervt von der Arbeit
Mitte Oktober 2017 kleiner Zusammenbruch, Konzentration im Keller, keine Freude mehr empfunden
Auf 100mg erhöht, dann Tagesform abhängig mal 75mg,mal 100mg
Seit ca 23.10.17 jeden Tag 75mg
Am 30.10.17 Absturz, starke Kopfschmerzen, keine Konzentration, von der Arbeit nach Hause, Heulkrämpfe, nicht mehr aus dem Bett gekommen
1,5 Wochen arbeitsunfähig
31.10 es geht wieder etwas besser
Weiterhin 75mg und es geht bergauf
26.11.17 Reduzierung 7,5mg = 67,5mg Venlafaxin
28.12.17 Reduzierung 7.5mg = 60,0mg Venlafaxin
09.02.18 Reduzierung 7,5mg = 52,5mg Venlafaxin
25.03.18 Reduzierung 5,0mg = 47,5mg Venlafaxin
31.03.18 Mir geht es gut, bin stabil, hoffe es bleibt auch so
19.05.18 = 42,5mg
05.07.18 = 37,5mg
27.09.18 = 32,5mg
22.11.18 = 30mg
28.11.18 sehr gereizt, innerliche Unruhe, bin schnell gestresst, daher wieder 32,5mg :x
Symptome werden nicht besser, dazu noch depressiv, weinerlich, überfordert daher
27.12.18 = 34mg :schnecke:
Anfang 2019 für 1 Woche krank geschrieben
04.03.19 = 32mg
25.03.19 = 33mg
3 Wochen krank geschrieben
31.03.19 = 33.75mg
04.04.19 = 35mg
08.04.19 = 35,64mg

Ululu
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Ululu » Dienstag, 08.01.19, 18:40

Hallo Sprosse,

ich weiß nicht, wie sicher dein Arbeitsplatz ist.

Ich persönlich bin mit Offenheit gut gefahren.
Meine Chefs wissen nicht haarklein alles, sie kennen aber meine Grunderkrankung und wissen, dass ich absetzen.

Ich persönlich finde das auch gut so und habe damit durchweg gute Erfahrungen gemacht. Wenn man erstmal mit dem Thema rausrückt, kennt fast jeder jemanden, dem es ähnlich geht.
Ich werde auch nicht anders behandelt als vorher.

Das kann bei anderen aber natürlich auch ganz anders aussehen. Mir persönlich hat die Offenheit aber viel Druck genommen.

LG Ute
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Re: Wie macht ihr das mit der Arbeit? Geht ihr arbeiten?

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 21.01.19, 15:55

Hallo zusammen,
ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, wenn man mit offenen Karten spielt.
Ich bin seit 25 Jahren in meiner Firma und arbeite nach wie vor in Vollzeit.
In den letzten 8 Jahren war ich dreimal für jeweils ca. 10 Wochen aufgrund psychischer Probleme krank geschrieben.
Im Nachhinein betrachtet, war es immer zu dem Zeitpunkt, wo ich Citalopram eindosiert bzw. ausgeschlichen habe.
Nicht meine angebliche Depression war hierfür verantwortlich, nein, das AD selber, was mir immer wieder von ignoranten und unfähigen Ärzten verschrieben wurde.
Damals wusste ich es noch nicht besser, vertraute den Ärzten. Meine Arbeitgeber habe ich von Anfang an eingeweiht.
Sie haben mir stets den Rücken freigehalten. Damals ging es um meine angebliche Depression, in persönlichen Gesprächen mit der Geschäftsführung wurde alles getan um mir zu helfen. Ich durfte z.B. anschließend während der Arbeitszeit mehrmals für einige Stunden zur ambulanten Psychotherapie fahren oder früher nach Hause gehen, wenn es mir ganz schlecht ging.
Auch jetzt habe ich meine Chefin, die Vorgesetzten und auch die Kollegen wieder eingeweiht, sie wissen, dass ich AD absetze und dass es massive Absetzsymptome mit sich bringt. Wenn es sehr schlecht ist, kann ich jederzeit nach Hause fahren und ich kann während der Arbeitszeit wieder zur Psychotherapie gehen. Auch hat man mich erstmal aus den Samstagsdiensten rausgenommen, damit ich mich etwas länger erholen kann.
Für dieses Entgegenkommen bin ich sehr dankbar. Meine Vorgesetzten sehen meinen Willen es zu schaffen und ich versuche trotz aller Umstände arbeitsfähig zu bleiben.
Ich denke, dass es immer besser ist, in persönlichen Gesprächen bei der Wahrheit zu bleiben, weiß aber auch, dass ich mit meinen Arbeitgeber Glück habe und bestimmt nicht alle so sind. Ich denke auch, dass es den Druck stark mindert, wenn man niemanden was vormachen muss und die Geschäftsführung über die Wahrheit bescheid weiß.
Sicherlich bin ich zur Zeit nicht so leistungsfähig wie gewohnt, aber es gibt mir doch eine gewisse Bestätigung, dass ich trotz der ganzen Symptome und schrecklichen Absetzerfahrungen noch in der Lage bin, mir einigermaßen Normalität zu schaffen, anstatt zu Hause nur grübelnd auf dem Sofa zu sitzen.
In den drei längeren Krankschreibungen habe ich allerdings auch erfahren, wie es ist wenn gar nichts mehr geht und man wirklich nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, dass es nie wieder so schlimm werden wird, zumal ich dass Citalopram ja schon von 20 mg auf 7 mg reduziert habe.
Aber das sind nur meine persönlichen Erfahrungen, jeder Mensch ist anders gestrickt und jeder hat auch andere Arbeitgeber.
Von Herzen
Buetze
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Februar 2019 - heute Citalopram 7 mg
- erste längerfristige Besserungen treten ein
- Antriebslosigkeit, Schwindelgefühle und hypochondrische Ängste verschwinden, verringern sich stark.
- Zunahme der Leistungsfähigkeit und positiver Gedanken
- Parästhesien sind zwar noch da, jedoch abgeschwächter und nicht mehr so störend :) :) !
- Bleibe vorerst bei 7 mg, um mich vollständig zu erholen. Werde erst in einigen Monaten weiter reduzieren !

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