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Jamies "all in a tumble" Thread

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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Rosenrot » Montag, 11.06.18, 16:59

Liebe Jamie, :)

gerade finde ich deinen Bericht.

Was das Leben dir aber auch alles aufbürdet ... Und du meisterst es so bravourös!

Ich freue mich über deine Lichtblicke wie den neuen Heimplatz für deinen Vater. Oder deine Klimaanlage. Ich hatte auch schon Dachwohnungen und weiß, wie unerträglich es dort im Sommer sein kann.

Es tut mir so leid, was du bei der Zahnbehandlung durchmachen musst. :hug: Hoffentlich gibt es einen baldigen und gelungenen Abschluss dieser Prozedur.

Ich wünsche dir so sehr, dass bessere Zeiten auf dich warten und du Entlastung und Entspannung findest.

Kraft, Gleichmut und Zuversicht für dich und deine Familie! :group:

Ganz liebe Grüße
Rosenrot
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Sommersprosse » Dienstag, 12.06.18, 10:30

Dein letzter Beitrag hat mich sehr ergriffen, liebe Jamie

und wünsche dir die Kraft, die du gerade brauchst.
Pass bitte gut auf dich auf :hug:

Von Herzen alles Liebe wünscht dir Sommersprosse ( n) :schnecke:
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Muryell » Mittwoch, 13.06.18, 8:44

Liebe Jamie,

Dein Text hat mich sehr bestürzt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft, um diese schwere Zeit durchzustehen.

Pass gut auf Dich auf.

Liebe Grüße

Muryell
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Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 13.06.18, 19:27

Hallo am Mitte-der-Woche-Tag :),

wen es interessiert - ich schreibe einen Zustandsbericht über meinen Uniklinikbesuch.
Am Montag war es wieder soweit, Zahn Nummer 6 war dran.

Ich war vorbereitet, soweit man das sagen kann, wenn man sich als Traumatisierte triggernden Situationen aussetzen muss und keine Wahl hat.
Schmerzen, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein sind Seelenthemen in meinem Leben - da kann ich mich auf dem Zahnarztstuhl dann an mir selbst abarbeiten....

Es war wieder ziemlich schlimm für mich, wenngleich ich versprochen habe positiv zu bleiben - mir selbst und anderen, die mir wichtig sind, denn es ist auch mentales Training, sich von seinen Ängsten und Befürchtungen nicht in den Abgrund ziehen zu lassen.

Ich habe wieder eine ordentliche Menge Mepivacain gebraucht - es war dieses Mal leider äußerst kompliziert. Es ging um einen Backenzahn, der rundherum am Zahnfleischrand Karies hat, welcher sich wie ein Band um den Zahn zog. Sogenannter Zahnhalskaries.

Insgesamt hat der arme Student und sein Kollege 2 1/4 Stunden für diesen Zahn gebraucht. :o
Ich weiß nicht, wer mehr gelitten hat - ich habe ihm wirklich das Letzte abgerungen.
Der arme Kerl hat über mir gehangen und unentwegt geseufzt und geschnauft, bestimmt 40mal den Bohreraufsatz gewechselt, angesetzt, wieder aufgehört, irgendwas gemurmelt von "nee", nen neuen Aufsatz gesucht usw...
Bohren geht ja bei mir immer so - vorsichtig anbohren, checken ob Schmerz, weitermachen...
Das ist so verabredet mit mir.
Das heißt aber auch, dass sich das Ganze sehr zieht, was wiederum heißt, dass in der Zwischenzeit meine Leberenzyme schon fleißig Gelegenheit haben das Zeug wieder abzubauen, sodass potentiell häufiger das Lokalanästhetikum nachgespritzt werden muss.

Das war ein echter Höllentrip. Ich hatte mir vorsorglich schon ein Handtuch mitgenommen und untergelegt, weil ich das letzte Mal bereits klatschnass durchgeschwitzt war, bei einem weitaus weniger komplexen Zahn, und dieses Mal war es auch noch sehr warm und schwül.

Die Studenten haben wirklich alles gegeben, aber es war hart.
Zwischendrin gab es immer mal wieder Situationen, da spürte ich leichten Schmerz, aber zwei drei mal tat es richtig weh und da wurde dann pausiert und uns alle verließ der Mut.
Der arme Student hatte dann natürlich Angst, mir wieder wehzutun und ich hatte Angst, wehgetan zu bekommen....
Das war emotional richtig stressig für uns alle.

Dann dauerte das alles natürlich auch sehr lange, zum einen weil der Defekt groß und zTl tief war und zum anderen, weil wie gesagt der arme Kerl öfters nicht so den perfekten Aufsatz oder der perfekten Winkel zum Bohren fand und alle Schritte wurden dann auch mit dem anderen angehenden Zahnarzt-Studenten besprochen und kontrollweise vom zweiten Studenten begutachtet, der dann auch noch seine Einschätzung gab, wie und was noch getan werden muss und wie es klappen könnte...

Ich war am Ende richtig entnervt, aber nicht wegen den beiden, sondern weil es sich so zog und meine psychische Konstitution sich einfach von Minute zu Minute verschlechterte.
Jedes Mal dachte ich, jetzt greift er zum letzten Mal nach dem Bohrer...
Blut und Wasser schwitzen ist der richtige Ausdruck für meine Zahnarzterlebnisse in der Uniklinik.

Gott sei Dank hatte der kontrollierende Studentenzahnarzt, der alles überprüft, am "Werk" nichts auszusetzen und so konnte man irgendwann endlich zur Füllung schreiten.

Ich habe die ganze Prozedur mit Bewusstheit und Achtsamkeit begleitet, sofern möglich.
Ich habe mir positive Mantras aufgesagt, mir immer mal eine Minute Zeit für Atemübungen erbeten und innerlich gesagt: >Ich atme Liebe ein und Angst und Hilflosigkeit aus< - so in der Art.
Ich habe mich auch an einem Globuliröhrchen festgeklammert, welches energetisierte Globuli speziell auf meine Situation zugeschniten enthielt. Die Studenten wollten unbedingt wissen, was es ist, aber ich habe mich nicht getraut es zu sagen - ich habe ihnen gesagt, wenn ich Ihnen das erzähle, fallen Sie vom Glauben ab.
Aber keine Sorge, es ist nichts Chemisches - nur Zucker mit Energie
;)

Tja, so habe ich die Prozedur also irgendwie überstanden. Beim Verlassen der Klinik habe ich aber schon gemerkt, dass ich jetzt an einen langsam gefährlichen Punkt komme.
Ich hatte nichts im Magen (ich hätte mich sonst aus Angst vielleicht übergeben müssen), war dehydriert, mir war schwindelig und die Beine wie Pudding.
Im Parkhaus habe ich mich dann verlaufen und fand das Auto nicht mehr. Da irrte ich dann mit hochrotem Kopf umher... man man man.

Im Auto ging es dann besser, als ich wieder sitzen konnte und mir die kühle Klimaanlage ins Gesicht pusten lies. Aber als ich dann endlich daheim angekommen war und ausstieg, begann wieder die Schwäche und das Flaue un der Schwindel. Ich wäre beinahe auf der Straße umgekippt.
Ich habe mich mit letzter Kraft in die Wohnung gerettet, die Klimaanlage angemacht, mich aus den triefenden Klamotten geschält und für Stunden regungslos auf die Couch gelegt.

Im Laufe des Mittags kamen dann Sehstörungen dazu und ich hatte das komplette Programm an Nebenwirkungen und Intoxifikationserscheinungen: niedriger Blutdruck, Herzrasen, Schwäche, Ohrensausen, Schwindel, unscharfes Sehen.
Ich kenn das ja schon :(

Als dann die Betäubung abebbte, bekam ich rasende Nervenschmerzen und Zahnschmerzen. Alles pochte und ich hatte metallische Nervenschmerzen in beiden Kiefern. Ich bekam Kopfweh, der Schmerz zog auch in den Oberkiefer und Hals. Meine linke Gesichtshälfte war am Toben.
Ich habe mir sofort 2 Ibuprofen 400mg einverleibt - es war nicht auszuhalten.

Noch heute kann ich kaum essen. Es scheinen massivst die Nerven gereizt worden zu sein. Ich kann nur auf der rechten Seite kauen und selbst da löst die Kaubewegung starke Nervenschmerzen links aus, einfach nur weil ich beim Kauen natürlich beide Kieferseiten bewegen muss.

Wie immer hat sich pünktlich am nächsten Tag eine heftige, überwältigende Übelkeit eingestellt, unter der ich noch Tage leiden werde. :(
Ich behandele es mit Ondansetron, das ist das Einzige was hilft - und ein echter Hammer.
Wenn ich nichts esse, wird mir flau, wenn ich esse, tut es mir weh und danach kommt eine Übelkeitswelle. Ist momentan nicht gut auszuhalten.
Der Kreislauf ist auch noch sehr lädiert.
Ich schlafe schlecht, bin weinerlich und schwach.

Hinzu kommt, dass durch diese über 2 Stunden dauernde Prozedur meine Mundschleimhaut verletzt worden ist. Der assistierende Student hat über zwei Stunden lang die Backe mit einem Spiegel weggehalten und da hat sich nun ein Druckgeschwür gebildet :cry: .
Das tut höllisch weh, die ganze Mundschleimhaut ist an der Stelle offen und geschwollen.
Wenn da Nahrung dran kommt könnte ich nur jaulen :oops:
Herrje... Ich mach aber auch jeden Sche*ß mit.....

Mein Amitriptylin muss ich in dieser Zeit runtersetzen oder auslassen, je nachdem, wie viel Ondansetron ich nehme, da dies die QTc Zeit verlängert und ich zusammen mit dem Motilium, das auch die QTc Zeit verlängert, dann parallel drei QTc Zeit verlängernde Substanzen einnehme, was wirklich problematisch ist - da wird es selbst mir ein wenig Angst und Bange, denn es gibt dann ja einen Synergismus.
Das Weglassen des ADs ist natürlich nicht gut, selbst wenn es nur 2 Tropfen sind - ich kann dieses Vorgehen auch keinem empfehlen, ich weiß mir aber selbst nicht anders zu helfen, da ich auf das Ondansetron definitiv angewiesen bin und es brauche.

So, jetzt hab ich mir das alles mal von der Seele geschrieben.
Ich weiß, ich tue das immer sehr detailliert, aber es hilft mir dabei das Ganze besser verarbeiten und aufarbeiten zu können.

Ich wünsche mir, dass die Übelkeit rasch schneller wird und die wunde Backe abheilt und mein Magen nicht mehr so streikt. Und ich wünsche mir, dass ich an der ganzen Sache wachse und reife - die Studenten tun es sicherlich... :) :fly:

Viele liebe Grüße in die Runde :pillowtalk:
Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 13.06.18, 20:33

Hallo Jamie,

:hug: :hug: :hug: :hug:

Ich wünsche dir gute Besserung, immerhin ist jetzt eine große Baustelle abgearbeitet.

LG Ute
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 13.06.18, 21:15

Liebe Jamie -

welch eine Tortur du da überstanden hast !

Von Herzen gute Besserung :hug:

Liebe Grüsse
Ilse
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von padma » Mittwoch, 13.06.18, 22:22

liebe Jamie, :hug:

ich bewundere dich wirklich, wie du das durchstehst. Es hört sich grauenhaft an.


ganz liebe Grüsse und gute Besserung, :hug:
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 13.06.18, 23:45

Liebe Jamie !

Wie geht es Euch in diesen Tagen -

Gute Nacht, Katharina
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi » Donnerstag, 14.06.18, 10:41

Liebe Jamie, :hug:

was für eine starke Persönlichkeit du bist, ich frage mich nur, wo nimmst du nur die ganze Kraft und Stärke her?

Ich möchte dir von Herzen alles Gute wünschen und das alles bald wieder abheilen wird.

Liebe Grüße
Renate
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Kaenguru70 » Donnerstag, 14.06.18, 15:16

Liebe Jamie,

Unfassbar, was du erleiden und erdulden musst, aber auch mit welcher mentalen Stärke du die Situation meisterst.
Du bist mir da ein Vorbild.
Ich wünsche dir gute Besserung🍀 und auch für deinen Vater die bestmögliche Behandlung🍀.

Herzliche Grüße
Sarah
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Muryell » Samstag, 16.06.18, 17:46

Liebe Jamie,

ich wünsche Dir vom Herzen gute Besserung und viel Kraft.

Muryell
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inandout
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von inandout » Sonntag, 17.06.18, 11:25

Liebe Jamie,

auch von mir alles Gute in dieser schweren Zeit. Zahngeschichten sind mit das fieseste.

Herzlich, inandout
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Muryell » Montag, 18.06.18, 15:44

Liebe Jamie,

ich habe gerade Deinen Text bei Stubi gelesen. Es tut mir sehr leid, dass es Dich wieder erwischt hat, und ich wollte ein paar mitfühlende Worte dalassen.

Ich hoffe, Du wirst diese schwierige Zeit bald hinter Dir lassen.

Ich wünsche Dir gute Besserung und drücke Dich ganz liebevoll. :hug:

Muryell
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von gioia » Dienstag, 19.06.18, 17:08

Liebe Jamie

auch von mir liebe Grüße und Wünsche dass es dir ganz bald wieder besser geht!!!

:hug:
Gioia
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MuryellJamie
Burnout, Schlafstörung Sommer 2016

2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
Im Herbst Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Traurige » Donnerstag, 21.06.18, 13:59

Liebe Jamie,

ich wünsche Dir von Herzen eine gute Besserung und viel Kraft. Es ist der Hammer, was Du alles aushalten musst!

Liebe Grüße
von Maria
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MuryellJamieLinLina
1999 Burnout mit Diagnose paranoide Psychose (Medikament: Perazin, 60 mg; 2003 langsam ausgeschlichen ohne Probleme)
2011 schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Medikament: Duloxetin 60 mg)
2015 schwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Duloxetin (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)
2016 mittelschwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Risperidon (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)

18.02.2017
Täglich
60mg Duloxetin
2mg Risperidon
Außerdem noch Cortison wegen Asthma und Blutdrucksenker wegen zu hohem Blutdruck - Update: Cortison abgesetzt wegen depressionsfördernder Wirkung. Blutdrucksenker reduziert auf 12,5 mg Hygroton täglich.

Ab Ende März zusätzlich Eferox 25 Mikrogramm
ab 23.07.2018 Erhöhung auf 37,5 Mikrogramm Eferox und Einnahme von Eisentabletten
ab 30.07.2018 Erhöhung auf 50 Mikrogramm Eferox
ab 06.08.2018 Reduzierung auf 37,5 Mikrogramm Eferox

Ab 17.08.2018 Duphaston 10 mg morgens und abends für 14 Tage

18.05.2017 Reduzierung des Risperidon von 2 mg auf 1,5 mg
im August 2017 Absetzen des Cortisonpulvers, starke Verbesserung der Depression
21.09.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,5 mg auf 1,25 mg
25.10.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,25 mg auf 1,125 mg
05.11.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,125 mg auf 1,0 mg
05.03.2018 Reduzierung des Risperidon von 1,0 mg auf 0,875 mg
09.04.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,875 mg auf 0,75 mg
21.05.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,75 mg auf 0,625 mg
17.07.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,625 mg auf 0,5 mg
22.08.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,5 auf 0,375 mg

Nillo
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Nillo » Sonntag, 24.06.18, 21:13

Hallo Jamie.

Ich kann grad nicht so viel schreiben aber:
Hatte nach einer Zahnbehandlung auch wochenlang massivst Nervenschmerzen. Nichts half und niemand konnte mir helfen.
Die Lösung war bei mir Wobenzym in der Maximaldosis. Nach etwa 1 Woche besserte es sich deutlich.
Vielleicht hilft es dir auch.

Lg
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JamieMuryell
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18.07.2015: Abschluss, Ende, Aus, Vorbei! Geschafft!
10.01.2017: Einnahme von einer Tablette Levofloxacin, alles wieder von vorne!
21.03.2017: nach mehreren Zahnbehandlungen weitere Verschlechterung aller Symptome
31.05.2017: Zustand weiterhin sehr schlecht, Augenprobleme massiv, körperliche Leistungsfähigkeit fast bei 0
07.08.2017: zwischenzeitlich mal etwas besser in der Psychosom. Klinik, danach nach Sonnenbad so schlecht wie am Anfang...
22.08.2017: Augen wieder deutlich schlechter. Unruhe besser. Aber bei kleinster körperlicher Anstrengung massiv Druck in Brust
17.10.2017: leichte Besserung, körperlich etwas besser aber bei kleinster Anstrengung massiv Druck in Brust, Hochstimmung bei kleinster Anstrengung und Freude
14.11.2017: massive Verschlechterung, Depersonalisation, Derealisation so schlimm wie nie, körperlich zu nichts fähig.
08.01.2018: minimale Verbesserung, Depersonalisation und Derealisation besser. Körperlich etwas leistungsfähiger, massives Körpertemperaturproblem
13.01.2018: Derealisation und Depersonalisation wieder voll da.
02.02.2018: komplett bettlägrig, Körpertemperaturproblem, Herz bei kleinster Anstrengung, Kopf mal leer mal angespannt, grausam
29.04.2018: Depersonalisation löst sich langsam auf. Körperlich geht nix, bettlägrig. Kopf schwillt bei kleinster Anstrengung an, Augenproblem massiv und schwankend, kein Schlaf
15.06.2018: Körperlich leichte Besserung. Hülle über ganzem Körper und Augen. Keine Gefühle. Wahrnehmungsstörungen, komischer Kopf, kein Schlaf

sybsilon
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von sybsilon » Sonntag, 01.07.18, 9:51

Liebe Jamie,

oh mann, da hast du ja wieder was hinter Dir.
Wie du schon sagst, du lässt Nichts aus.

Auch von mir die Besten Wünsche zur Genesung.
Halt die Ohren steif.
Du bist so ein tapferen Mädchen.
Jeder Typ wäre schon lange in die Knie gegangen.

Ich denk an Dich.
LG sybsilon
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Jamie
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.
20.12.17 Übelkeit so gut wie weg.

Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Sonntag, 15.07.18, 11:27

Teil 1

Hallo,

seit meinem letzten Eintrag habe ich eine höllische Zeit erlebt.
Ungelogen eine echte Zeit des Grauens :(

Die Schmerzen nach der Zahnbehandlung wurden nicht besser, sondern immer schlimmer.
Ich habe mehrfach mit der Uniklinik telefoniert und geschildert, was los ist.
Vor knapp 3 Wochen hatte ich dann einen Termin und die Studenten standen ratlos neben mir.

Ich hatte grauenhafte Zahn- und Nervenschmerzen, konnte nichts essen, kaum trinken, nicht reden (nur noch hm), nicht mehr schlafen.

Die Studenten testeten, ob es eine Zahnnerv- und Mark-Entzündung sein könnte (Pulpitis), kamen aber zu keinem eindeutigen Ergebnis, da der Kältetest ansprach und das Klopfen auf dem Zahn auch nicht wirklich weh tat.
Dann kam man auf die Idee der Trigeminusnerv könnte etwas abbekommen haben und prüfte in diese Richtung.
Nicht ohne zu erwähnen, dass ich ja unterschrieben hätte, dass so etwas bei einer Leitungsanästhesie passieren könne.
Auf meine Bitten mal Röntgenbilder anzufertigen und mein Implantat zu überprüfen, ging man nicht ein.

Der diensthabende Doc kam für 1min vorbei, klopfte kurz auf den Zahn, murmelte "nee, das ist es wohl nicht, wir schicken Sie jetzt zur Schmerzprofessorin" und verschwand wieder.

Die Schmerzprofessorin, spezialisiert auf Zahn-, Nerven und Gesichtsschmerz wollte mich nicht empfangen und ließ mich seitenweise Fragebögen ausfüllen. Es wurde mir versichert man würde mich die nächsten Tage dann zurückrufen und einen Termin anbieten, aber darauf warte ich heute noch :frust: .

Ich wurde von Abteilung zu Abteilung geschoben und keiner hat sich richtig für mich verantwortlich gefühlt. Demoralisierend.

Ich war am Ende wirklich völlig frustriert und schon dabei das Krankenhaus als Nervenschmerzpatientin zu verlassen.
Ich bat den Arzt noch mir stärkere (verschreibungspflichtige) Schmerztabletten aufzuschreiben; keiner war auf mich zugekommen und hat mir das mal angeboten und das, obwohl ich wirklich vor Schmerzen kaum noch stehen konnte.
Ich war wirklich gefrustet, verzweifelt und fertig.

Als ich dann da saß und auf mein Rezept wartete, überlegte es sich der diensthabende Arzt doch noch und wollte noch mal nach mir schauen. Aber es passierte nicht das, was man meinen sollte, was in einer guten Zahnklinik passieren würde.

Denn statt sich noch mal selbst intensiv um mein Problem zu kümmern, sagte der Arzt zu mir, er wolle mich nun in der Psychiatrie vorbei schicken, ich hätte mich suizidal geäußert.
Ich hatte vorher den Fehler gemacht in meiner Verzweiflung zu stöhnen, ich hätte solche Schmerzen, ich hätte gut Lust mich aus dem Fenster zu werfen. :cry:

Ich saß vollkommen paralysiert auf dem Stuhl und habe den Arzt fassungslos angestarrt.
Die Studenten haben betreten auf den Boden geschaut.
Ich habe mir dann innerlich gesagt "Jamie, bleib ruhig, wenn du jetzt austickst, ist das für ihn nur der Beweis, dass du psycho bist".
So "sachlich" es in diesem Moment ging, habe ich gesagt, dass ich ganz sicher nicht in die Psychiatrie gehen werde, sondern rasende Zahnschmerzen habe und Abhilfe haben will.
Darauf ließ er sich nicht ein, wiederholte mantraartig, ich habe mich suizidal geäußert.
Irgendwann wurde er laut, da habe ich ihm gesagt, er müsse nicht laut werden, wir seien erwachsene Menschen und können sachlich reden. Da wurde er dann wieder normal vom Tonfall.
Ein Albtraum.

Da wir beide nicht von unserer Position abrückten sagte der Doc, er hole jetzt den Oberarzt.
Daraufhin habe ich gesagt, das geht OK für mich.
Der Oberarzt ließ sich dann in zwei Minuten noch mal eine Kurzversion meines Martyriums schildern und sagte dann "Frau X, Sie haben eine atypische Pulpitis, ich bin mir sicher. Das sind Höllenschmerzen. Ich betäube Sie jetzt, wir bohren den Zahn auf und ziehen den entzündeten Nerv!".

Da bin ich vollkommen in Panik ausgebrochen.
Ich war eben gerade noch vor einer Psychiatrieeinweisung, hatte zwei Tage nichts gegessen und kaum getrunken, war dehydriert, mein Kreislauf am Boden, es war schwülheiß, ich war alleine eine Stunde mit dem Auto zur Uniklinik gefahren, hatte keinen bei mir.
Und erst recht würde ich mir in dem Zustand nicht den Zahn aufbohren und den Nerv ziehen lassen von einem Arzt, der telepathisch Ferndiagnosen stellt und mir nicht eine Sekunde in den Mund guckt und mich untersucht, keine Röntgenbilder anfertigt und das in einer Zahnklinik, die mich wie ein lästiges Stück Mensch behandelt, von Abteilung zu Abteilung schiebt und nicht wirklich an mir interessiert oder bemüht ist.

Der Oberarzt ging und sagte, ich solle es mir überlegen. Das Thema Psychiatrie war damit auch vom Tisch.
Ich überlegte es mir 20min, sagte dem Studenten, der bei mir geblieben ist, weil er all das protokollieren musste, dass ich jetzt gehe und bin mit einer Mischung aus völliger Verzweiflung, Todesverachtung und kurz vorm Zusammenklappen da raus gewankt.

Ich weiß nicht genau, wie ich heim gekommen bin, außer dass es heil war und ich mich bei all meinen himmlischen Helfern aufs Innigste bedanken muss.

Ich vereinbarte einen Notfalltermin für den nächsten Tag bei meiner regulären Zahnärztin und ging einen Tag später dort hin.
Sie hörte sich die Geschichte an und war völlig schockiert über das Verhalten in der Uniklinik.
Sie sagte einen so komplexen Fall wie mich bei Komplikationen bei den Studenten zu belassen und nicht selbst Verantwortung zu übernehmen, das sei unmöglich.
Den Studenten könne man keine Vorwürfe machen, sie seien zu unerfahren.
Es hätten sich die erfahrenen und versierten Zahnärzte um sich kümmern müssen.

Ihre Untersuchung war weniger ´vorsichtig´ und siehe da, beim (festeren) Klopfen auf den Zahn fing an dieser weh zu tun, was ein eindeutiges Zeichen für eine Pulpitis ist.
Da hatte der telepathische Oberarzt sich also nicht getäuscht; trotzdem habe ich mich nach diesen Vorkommnissen dort nicht mehr behandeln lassen wollen.
Ich denke jeder kann es mir nachempfinden.

Röntgenbilder zeigten auch schwache Entzündungszeichen an der Zahnwurzel. Also klare Sache.
Ich bat meine Zahnärztin auch nach meiner Backe zu schauen, die Stelle, die mir schon nach der ersten Behandlung so weh getan hatte.
Dabei stellte sich heraus, dass die Uniklinik eine schwere ausgeprägte Ohrspeicheldrüsenentzündung mit übersehen hatte, die einen Teil der massiven Schmerzen mit verursachte. Das würde man mit AB behandeln müssen, soviel war klar.
Meine Zahnärztin wollte aber noch den nächsten Tag abwarten um dann zu entscheiden, welches AB es wird; auch beruhend auf dem Befund, was sich ihr zeigen würde, wenn sie den Zahn aufbohrt.

So weit kam es nicht, denn ich bekam noch am gleichen Nachmittag Fieber, wie immer mittwochs nachmittags, wenn so etwas passiert....
Ich habe eine gut sortierte Hausapotheke und hatte noch eine ziemlich volle Schachtel Amoxicillin von meiner letzten schweren Mitelohrentzündung, wo ich im Krankenhaus gelandet bin.
Ich begann sofort mit der Einnahme und habe meiner Ärztin aufs Notfallhandy gesprochen.
Sie rief dann abends noch zurück und sagte, es wäre genau richtig gewesen und wir würden morgen weiterschauen.

Am nächsten Tag ging ich also voller Bammel in die Praxis; wir wollten ja einen Versuch unternehmen den Zahn aufzubohren und Medikamente einzugeben, unter anderem ein Mitel, das den Nerv zum Absterben bringt.

Meine Zahnärztin versuchte es experimentell mit dem normalen Ultracain mit Adrenalinzusatz bei der Lokalanästhesie - und was passierte? Nach der ersten Ampulle wurde mir ein paar Sekunden später ganz komisch und ich merkte, dass ich gleich ohnmächtig werde.
Ich konnte mich noch mitteilen und man kümmerte sich sofort um mich (Beine hoch usw) - Gott sei Dank trat die Ohnmacht nicht ein.
Taub fühlte sich überhaupt nichts an.

Ich sagte meiner Zahnärztin sofort, dass es wohl das Adrenalin ist, das ich nicht vertrage.
Sie meinte, es wäre meine Angst vor Spritzen (hab ich nicht!, ich hab keine Angst vor Spritzen, ich hab Angst, dass das Lokalanästhetikum nicht wirkt!).
Wir warteten 15 min und dann wurde eine weitere Ampulle gespritzt. Und was passierte?
Genau das Gleiche. Mir wurde wieder seltsam / halb ohnmächtig und es stellte sich wieder Null Betäubung ein.
Es war, als hätte ich Null komma Null Lokalanästhetikum gespritzt bekommen :frust:

Wir mussten daraufhin den Versuch den Zahn zu behandeln abbrechen und meine Zahnärztin versprach das Mepivacain zu bestellen; sie hatte es nicht vorrätig, weil es so toxisch ist und sie es normalerweise nicht benutzt.

Teil 2 folgt
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Sonntag, 15.07.18, 11:46

Teil 2

Schmerzen.
Ich habe Erfahrung mit Schmerzen.
Ich habe mir von Kardiologen dicke Katheter in die Leisten bohren lassen müssen, ohne dass die Betäubung wirkte, weil ich damals schon Probleme mit diesen Medikamenten hatte, die bei mir nicht anschlagen. Ich habe das ganze Herzkatheterlabor zusammengebrüllt.

Ich habe eine OP am offenen Herzen hinter mir, bei der einem das Brustbein aufgesägt wird.
Ich dachte, es gibt kaum Schmerzen, die schlimmer sein können als postoperativ da zu liegen und einen explodierenden Brustkorb zu haben und das obwohl Opiate durch die Venen fließen.

Ich habe Schmerzerfahrungen auf höchster Skala.
Ich füge dieser Skala die Schmerzerfahrung meiner Mittelohrentzündung, wo das Trommelfell fast platzte, und die diesjährigen Zahn,- Nerven - und Gesichtsschmerzen zu.
Ich dachte mir fault bei lebendigem Leib der Kiefer ab.

Mehrfach war ich als Notfall bei meinem Hausarzt, der alles aufschrieb, was die Pharmazie her gibt.
Die Analgetika wirkten immer kürzer und immer schwächer.
Ich weiß ich hatte nicht mal mehr die Kraft zu weinen oder zu jammern.
Ich habe stumm vor Schmerz die Sprache verloren.

Ich bin komplett retraumatisiert und getriggert.

Es begann mit Ibuprofen 400, dann 600 und 800, Diclofenac 50, dann Diclofenac 100, Naproxen,
es kamen Tramadol und Tilidin hinzu und zum Schluss Morphium. Ja, Morphium.
Mir war alles egal, Hauptsache etwas Linderung.

Zeitweise war es so entzündet, dass sich ein feuerrotes Dreieck auf meiner Wange abbildete.
Die Schmerzen zogen in den Oberkiefer, die Schläfen, in das Ohr.
Ich hatte (habe immer noch) Ausfallerscheinungen an Zunge und Lippe, konnte die Zunge nicht mehr richtig bewegen. Meine Lippen links (alles ist links betroffen) fühlen sich kribbelig und taub an. Unter dem linken Auge brennt es zeitweise.

Ich musste am Ende Tabellen führen, wann ich welches Schmerzmittel nehme, um mich nicht überzudosieren und zu gefährden.
Ich aß in 5 Tagen eine halbe Milchschnitte und 2 Löffel Eiweißshake.
Ich vergaß bei brütender Hitze meinen Vögeln Wasser hinzustellen und sie waren Stunden ohne :cry:
An zwei Abenden musste ich meine Schwester bitten bei mir zu übernachten, weil ich solch schwere Panikanttacken und Retraumatisierungszustände hatte.

Jetzt beim Tippen muss ich weinen. Ich weiß überhaupt nicht wie ich die letzten vier Wochen überlebt habe außer, dass es Schaden auf vielen Ebenen bei mir hinterlässt.

Vom Amoxicillin bekam ich starken Durchfall. Nach 18 Tabletten (fast die ganze Schachtel) hatte sich die Ohrspeicheldrüsenentzündung und auch der entzündete Zahn immer noch kaum gebessert, sodass ich auf Clindamycin umsteigen musste, was den Durchfall nur noch verstärkte und am Ende zu so schweren Magen und Körper- Krämpfen führte, dass ich nach 15 Tabletten nicht mehr in der Lage war sie weiterzunehmen. Ich krümmte mich auf dem Boden; meine Mutter war schon davor den Notarzt zu rufen. Ich vertrug sie einfach nicht mehr.

Teil 3 folgt
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Sonntag, 15.07.18, 12:00

Teil 3

Ein neuer Versuch bei meiner Zahnärztin wurde anberaumt.
Sie wollte nach wie vor nicht das Mepivacain spritzen, weil es ihr zu toxisch ist.
Deswegen einigten wir uns darauf es noch mal mit Ultracain zu versuchen, aber ohne Adrenalinzusatz.

Was geschah?
Sie spritzte sehr nah an meinem Kieferknochen um zu verhindern, dass das Mittel schnell in eine Blutbahn gelangt und sofort abgebaut wird. Ich baue diese Mittel ja zu allem Überfluss noch vermehrt ab.
20min geschah nicht viel, eigentlich gar nichts.
Es war einer der schmerzhaftesten Spritzen meines Lebens und noch mal lasse ich das nicht mit mir machen. Ich habe gestöhnt vor Schmerzen.

Dann spritzte sie eine zweite Ampulle. Dieses Mal passierte was, aber nicht das, was sollte.
Statt dass das Medikament den Unterkiefer betäubte, zog es sich den Trigeminusnerv entlang.
Es betäubte Wange, Schläfe, Ohr, Teile des Oberkiefers und Bereiche unter dem Auge, aber nicht meinen Unterkiefer. Himmelherrschaftszeiten :frust: :frust: :frust: .

In dem Moment war mir schon klar, dass das wieder nichts wird.
Meine Zahnärztin wollte dann noch zusätzlich Mepivacain spritzen, aber da legte ich mein Veto ein.
Ich weiß aus den Fachinformationen, dass die Kombination verschiedener Lokalanästhethika deren Toxizität massiv erhöht und ich leide bereits unter schweren Nebenwirkungen durch das Mepivacain alleine; ich hatte wirklich Angst, dass mich diese Kombination ins Krankenhaus bringen würde.
Also zog ich erneut unverrichteter Dinge ab und machte einen neuen Termin aus, den ich aber absagte, genau so wie den Folgetermin.

Ich habe momentan so schwere Angstzustände, bin wie erwähnt komplett retraumtisiert und getriggert und mein ZNS läuft Amok - ich fühle mich weder seelisch noch körperlich in der Lage mich in diesem Zustand behandeln zu lassen.

Ich werde Beruhigungstabletten einnehmen beim nächsten Versuch, so viel ist klar.
Auch in der Hoffnung dass durch die Beruhigung die Lokananästhesie besser wirkt, denn je panischer ich bin, desto aktiver ist mein Organismus und der Stoffwechsel.

Die Frage ist, was noch hilft? Meine Schwester gab mir 1,0mg Tavor zum Test, das war wie Smarties - als ob ich nichts genommen habe. Null Wirkung.
Meine Toleranz aus meinem früheren Benzoentzug schlägt sich da durch.
Ich werde nach einem Mittel suchen müssen, das noch hilft.
Aktuell habe ich meinen Hausarzt gebeten mit Bromazanil aufzuschreiben. Für einen Versuch.
Ich bin nicht die Bohne rückfallgefährdet, da muss keiner Angst haben.

Ich kann momentan auch nicht zu meiner Zahnärztin zurück; das Vertrauen fehlt mir.
Ich bin ihr dankbar, dass sie mich nach dem Zahnklinikdebakel empfangen hat und in letzter Zeit nach mir schaute und mich nicht auch wie eine heiße Kartoffel weggeschoben hat, sondern es wenigstens versuchte, aber diese vielen unterschwelligen Dinge, mich einfach nicht so enrst zu nehmen, wie ich es fühle und diese Sätze, es könne ja eigentlich nicht sein, dass nichts taub wird etc . - das unterminiert aber die Realität, die ich erlebe.
Wenn es nicht taub wird bei mir, wird es eben nicht taub! Egal, was die Medizin sagt, ob es müsste.
Ich selbst bin doch am unglücklichsten darüber :(.

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