Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe ADFDler,

die Organisation des Forums durch das Team ist weiterhin eingeschränkt.

Danke an alle die sich im Rahmen der gegenseitige Selbshilfe einbringen. Bitte schaut weiter gut auf euch und unterstützt euch aktiv untereinander mit euren Erfahrungen oder Hinweisen auf lesenswerte Threads. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

LenaLena: Paroxetin, dann Escitalopram abgesetzt und Entzug

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

LenaLena: Paroxetin, dann Escitalopram abgesetzt und Entzug

Beitrag von LenaLena » Donnerstag, 30.11.17, 23:23

Liebes Forum,

ich, weiblich, 30 Jahre, wohnhaft in Österreich, habe fast 10 Jahre zuerst Paroxetin, dann Escitalopram genommen wegen einer Angst- und Panikstörung, und dachte, ich komme nie davon weg. Ich wusste aber auch nicht, wieso ich das nicht schaffe. Jeder von euch weiß, warum... weil man nicht aufgeklärt wird von Ärzten bzw. leider sogar falsch informiert, was den Entzug und die Abhängigkeit betrifft.

Nach einem Ausschleichen dieses Jahr hatte ich, wie immer nach Absetzversuchen, Entzugserscheinungen (mittlerweile kannte ich sie schon), aber die Länge/Dauer und teilweise auch die Heftigkeit verunsicherten mich sehr und brachten mich zur Verzweiflung. Nachdem mir die Ärztin in vollem Ernst erst nicht zugehört und dann sofort vor den Kopf geknallt hatte: Sie sind einfach nicht gesund, nehmen Sie ab sofort wieder Escitalopram, vermutlich für immer.. konnte ich es nicht glauben. In mir war schon viel Misstrauen gegen Ärzte gewachsen (das hatte natürlich Gründe), und so fing ich an, im Internet zu recherchieren. Vorher hatte ich das vermieden, weil mich Krankheiten und -symptome triggern.
Ich fand dieses Forum. Und plötzlich machte das alles einen Sinn...
Plötzlich fand ich lauter ähnliche Geschichten wie meine. Plötzlich verstand ich, dass mein Gehirn nach so langer Zeit noch heilen muss.

Zu der Zeit hatte ich schon über 3 Monate abgesetzt (nach über 6 Monaten ausschleichen, leider aus Unwissen zu schnell) und beschloss deshalb, nicht wieder einzudosieren, weil das hier ja auch so empfohlen wird. Seitdem bin ich also im Entzug und "gespannt", wie lange es dauert. Ich kann es kaum erwarten, wenn es mir das erste Mal seit langer Zeit wieder wirklich gut geht.

An schlechten Tagen bin ich immer (bisher ohne Anmeldung) hier im Forum und lese ein, zwei Erfahrungsberichte. Dann hören auch die Zweifel auf, die mir immer noch flüstern, ich sei krank oder es würde nie besser werden.

Durch die vielen Erfahrungsberichte hier, auch die übersetzten aus anderen Teilen der Erde, bin ich mehr und mehr schockiert und auch wütend, was hier passiert. Ich kann es nicht glauben. Es kommt ja einer Verschwörung gleich. Ich bin einfach fassungslos, und nicht selten weine ich, wenn ich eure Erfahrungsberichte lese - weil ich so mitfühlen kann, weil ich es ja kenne, und weil ich um die Menschen und ihre verlorene Zeit genauso weine wie um meine verlorene Zeit.
Deshalb ist in mir der Wunsch gewachsen, auch meine Stimme beizusteuern zu den vielen Erfahrungsberichten, die es zum Glück schon gibt. Darum habe ich mich jetzt angemeldet.
Ich möchte auch einen Brief an meine Psychiaterin schreiben, wenn der Entzug vorbei ist.
Mit meiner Therapeutin, die ich in den letzten drei Jahren manchmal aufgesucht habe, habe ich schon geredet - sie hat mir als Erste erzählt, dass man sehr langsam ausschleichen muss und auch Entzugssypmptome über Monate haben kann (sie weiß das von Patienten, ist aber selber leider auch nicht voll informiert).

Frage: Wo darf ich meine Geschichte etwas ausführlicher einstellen bzw. auch eine fortgesetzten Thread bis hoffentlich zur Gesundung aufmachen? Ich dachte an die Rubrik "Antidepressiva absetzen", ist das okay?

Ich freue mich sehr über dieses hilfreiche Forum. Auch über euren sehr wertschätzenden Umgang.

Lena
Zuletzt geändert von Gwen am Freitag, 22.06.18, 15:19, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 19):
GuglhupfmückeSeventhWaveMurmelineJamiepadmaBittchenRosenrotcarlottaJofabLaralustubimajaa und 6 weitere Benutzer
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

Gwen
Team
Beiträge: 1833
Registriert: Donnerstag, 12.01.17, 12:31
Hat sich bedankt: 1874 Mal
Danksagung erhalten: 3468 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 30.11.17, 23:50

Hallo Lena,
herzlich Willkommen hier Im Forum!
Schön, dass Du hierher gefunden hast.

Du kannst ab sofort einfach hier in diesem Thread weiter schreiben. Die Moderatoren verschieben das dann nach einiger Zeit in die jeweils passende Rubrik.

Schön, dass Du auch schon direkt schon eine Signatur erstellt hast :)

Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier :pillowtalk:
Viele Grüße Gwen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Gwen für den Beitrag (Insgesamt 5):
MurmelineLenaLenaJamieUlulu 69carlotta
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: aktuell 2,0mg (12.03.2018)
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Guglhupf
Beiträge: 379
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26
Hat sich bedankt: 361 Mal
Danksagung erhalten: 929 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 01.12.17, 2:40

Hallo Lena - von Ösi zu Ösi ;-)

du bist schon sehr gut informiert, das ist schön zu lesen.

Ich habe mich in deinen wütenden Zeilen über die 'verlorene' Zeit voll wiedererkannt. Die Zeit ist für mich dabei noch das geringste Übel, vielmehr macht mir da schon die Tatsache zu schaffen, dass ich de facto medikamentenabhängig bin. Ich, die mit 32 keine einzige Zigarette geraucht hat, kaum Alkohol trinkt und für die Drogen sowieso nie nur annähernd ein Thema waren, werde durch das Unwissen meines Arztes und mein leider blindes Vertrauen zum Suchtopfer. Das macht mich wirklich traurig.

Du scheinst sehr stark und positiv eingestellt zu sein - das ist die halbe Miete. Mir ging es wie dir, hatte mich auch schon fast damit abgefunden, dass ich eben ein Leben lang auf SSRI angewiesen bin, denn lt Arzt bin ich ja 'krank'. Angefangen hat es bei mir mit Panikattacken - eine kurze Erklärung was dahinter steckt (körperliche Prozesse), Entspannungs- und Atemübungen und die Sache wäre erledigt gewesen, aber stattdessen griff er zum Allheilmittel der Gegenwart :evil: mit dem Ergebnis, dass ich zig Symptome mehr habe als ich je hatte. :frust:

Bin auch dabei Escitalopram (meine heißen Cipralex) abzusetzen. Da hilft uns jetzt nur noch Geduld :vomit:

Wünsche dir weiterhin gutes Durchhalten :hug:

Glg Anna :group:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Guglhupf für den Beitrag (Insgesamt 10):
mückeMurmelineLenaLenaLinLinaJamieUlulu 69carlottaBittchenJoshAmanda
Meine Signatur
► Text zeigen
- Ergänzend seit 2016: 1/2 Pkg Magnosolv pro Tag, spürbare Entspannung bei Herz und allgemeiner Muskulatur
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

SeventhWave
Beiträge: 135
Registriert: Mittwoch, 05.07.17, 13:30
Wohnort: Nürnberg
Hat sich bedankt: 719 Mal
Danksagung erhalten: 362 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von SeventhWave » Freitag, 01.12.17, 7:50

Hi Lena!

Du kriegst hiermit 11 von 10 Punkten. Hast dein Hausaufgaben ja perfekt gemacht, bildliche Vorstellung, realistischer Situationseinschätzung sowie mit Signatur und adäquater Absatzgestaltung!!! :party2:

Ich glaube wirklich, dass es mit den SSRI mal einen ähnlichen Knall wie beim Contergan gibt. Die Auswirkung sind zwar nicht so eklatant sichtbar, aber die Statistiken sprechen für sich.

Nach einem halben Jahr Gesprächstherapie konnte ich meinen Therapeuten endlich von der wahren Natur des ADs überzeugen. Bei meiner letzten Sitzung durfte ich meine wie-fühle-ich-mich-Zettelwirtschaft im Ordner lassen. "Ich gebe zu dass das so nicht in mein Bewusstsein vorgedrungen war" hat er gesagt. Und dann wurde aus der Therapiestunde ein Gespräch von Experte zu Experte.

Ich bin auf deine Geschichte gespannt. Oftmals ähneln sie sich - und es ist wie du sagtest - wenn es einem schlecht geht, liest man 1-2 Erfahrungsberichte. Dann ist man nicht so alleine mit diesem Monster.

Viele Grüße

7th
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor SeventhWave für den Beitrag (Insgesamt 12):
MurmelineGuglhupfEvaLenaLenaLinLinaJamiepadmaUlulu 69RosenrotcarlottacinquelyAmanda
Vorgeschichte:
► Text zeigen

Mein Thread

Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)

Eva
Beiträge: 2047
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 1871 Mal
Danksagung erhalten: 3048 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von Eva » Freitag, 01.12.17, 9:06

Hallo,
Off Topic
Ich glaube wirklich, dass es mit den SSRI mal einen ähnlichen Knall wie beim Contergan gibt. Die Auswirkung sind zwar nicht so eklatant sichtbar, aber die Statistiken sprechen für sich.
Im Unterschied zu Contergan scheinen sie aber manchen zu helfen. Die Frage ist, wie zu beweisen wäre, ob diese Wirkung echt ist oder auf dem Placebo-Effekt beruhen könnte. Ich fürchte eher, diese Mittel werden nicht vom Markt genommen, solange Ärzte für sich reklamieren, damit Patienten entscheidend geholfen zu haben. :cry:
Gruß, Eva
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag (Insgesamt 2):
LenaLenaSeventhWave
► Text zeigen

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Freitag, 01.12.17, 11:21

Dankeschön für die nette Aufnahme!
Jaa, meine Vorstellung und Signatur sind deshalb so "beispielhaft", weil ich ja schon einen Monat mitlese bei euch, ich hab also gesehen, wie es sein soll :D

@Gwen: Ach, so funktioniert das, danke! Dann werde ich hier mal ausführlicher werden. Darf ich dir sagen, dass dein Thread einer derjenigen war, den ich besonders verfolgt und der mir extrem geholfen hat? Ich habe ihn sogar von Anfang bis Ende gelesen. Ich bin auch hochsensibel, das weiß ich zum Glück schon länger, und wollte dir bei einigen Zeilen zuschreien: Guck dir mal das Konzept Hochsensibilität an ;) Zum Glück haben andere das dann geschrieben.
Ich weiß schon länger, dass ich hs bin, ich kenne auch andere HSM (=Hochsensible Menschen), bin auch in einer Austauschgruppe, und aufgrund dieser Erfahrungen muss ich ehrlich sagen, dass ich die Vermutung habe, diese Menschen (ohne Reizfilter) erkranken a) wesentlich häufiger an der Psyche (das hat auch mit dem heutigen, schnellen und stressigen Zeitgeist zu tun) und b) dürften sie wohl die Gruppe sein, die quasi immer Absetzprobleme bekommt.

@Guglhupf: Es dürften ja einige Österreicher auch hier sein, super! Ich möchte dran arbeiten, dass dieses Thema auch in Österreich bekannter wird. Ich weiß noch nicht wie und hab momentan die Kraft zu nix, aber da wird was kommen.
Ich versteh dich vollkommen. Ich hab mal gesagt (und das ist schon viele Jahre her, glaube nach dem 2. Absetzversuch unter Paroxetin): "Ich finde das so unfair, ich durchleide einen Drogenentzug ohne je Drogen genommen zu haben!" Dabei wusste ich damals noch nicht ein Achtel von dem, was ich heute weiß... Die Ärzte verhelfen einem (oft unwissend und naiv) zum Einstieg, für den Ausstieg fühlt sich keiner mehr verantwortlich, nein, die Abhängigkeit wird sogar geleugnet, und man steht komplett alleine da.
Wobei mir die verlorene Zeit von fast 10 Jahren schon sehr zu schaffen macht. Auch wenn ich in dieser Zeit ein Studium gemacht und beendet habe, was ich heute kaum fassen kann.
Genau wie du denke ich, mit Therapie und Entspannungsübungen hätte man meine Panikattacken in den Griff kriegen können. Ich kenne einige Menschen, die nach 2 Jahren ohne Medis wieder komplett gesund wurden und es noch sind!
Stark... meine Psychotherapeutin und auch meine einzige Freundin, die davon weiß, sagen das auch immer, ich sei so stark. Ich fühle mich komplett schwach. Dennoch ist es mein Ziel, positiv zu sein und auch stark.
Ich wünsche dir, dass du das Absetzen mit viel Geduld super hinbekommst!! Runter von diesem "ach soo sanften" Escitalopram...

@7th: Yeah, ich hab Fleißpunkte bekommen :-D Ja, wie gesagt, ich lese schon eine Weile bei euch mit :)
Ich hoffe es SO SEHR, dass es mal einen Knall gibt bei den SSRI. Auch wenn, wie Eva schreibt, sie oft "helfen" - im Grunde ist doch die Frage, wie man das Helfen und den Entzug gegeneinander abwägt. Ich habe bei euch im Forum gelesen, dass der Entzug oft die Symptome der Grunderkrankung (oder auch andere) sehr viel stärker hervorbringt, als es bei der Grunderkrankung der Fall war (da gings wohl um schnelles Absetzen, wie es die Ärzte empfehlen). Bei mir war das definitiv der Fall. Und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, unfassbar!
Ich hätte lieber mit meinen läppischen Panikattacken und Angstzuständen von früher weitergelebt!
Das mit deinem Gesprächstherapeuten klingt toll. Und so wird unsere Geschichte hoffentlich noch viele überzeugen!

@Eva: Das "Never give up" in deiner Signatur habe ich mir vor 2 Jahren auf den Arm tätowieren lassen, aus naheliegenden Gründen :)

Ich werde meine Geschichte etwas ausführlicher aufschreiben und dann hier reinstellen.
Ich freue mich sehr auf Austausch und bin extrem froh über dieses Forum und über euch. Wir allen teilen einen Leidensweg, und wir alle werden heilen!!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 10):
AnnanasLinLinaMurmelinepadmaSeventhWaveUlulu 69GuglhupfcarlottaGwenAmanda
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

Eva
Beiträge: 2047
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 1871 Mal
Danksagung erhalten: 3048 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von Eva » Freitag, 01.12.17, 15:29

Hallo Lena,

schön, dass Du hier bist. :)

Ich bin auch in einer - zumindest latenten - Schilddrüsenunterfunktion und nehme keine Hormone dagegen. Du?

Jeah, never give up, das habe ich von unserer lieben "weg" übernommen, weil - es spricht mir aus der Seele. Dir also auch. Dann :sports: wir uns weiter durch.

Du bist schon auf Null, alle Achtung! 8-) Und alles Gute.

Liebe Grüße,
Eva
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag:
LinLina
► Text zeigen

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Freitag, 01.12.17, 19:22

Hallo Eva,

bei mir hat die Schilddrüsenunterfunktion einige Symptome erklärt (deshalb hab ichs auch testen lassen), und ich nehm deshalb das erste Mal im Leben Hormone dafür. Nicht, dass ich Sachen der Psyche zurechne, die an der Schilddrüse liegen. Ich nehm die Hormone erst seit 2 Wochen und merke noch nichts, es hat aber auch meine Entzugssymptome nicht in irgendeiner Weise verändert.

Genau, wir sind Kämpfer und schaffen das! Never give up!

LG Lena
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Freitag, 01.12.17, 19:28

Wie angekündigt folgt nun meine etwas ausführlichere Geschichte:

Meine Geschichte mit Paroxetin und Escitalopram (SSRI)

Da ich zum Glück über die Jahre einiges im Kalender mitprotokolliert habe, kann ich meine Geschichte von fast 10 Jahren Dauer bis dato recht detailliert wiedergeben.

Als ich 2008 mit Anfang zwanzig plötzlich Panikattacken bekam (und nachdem ich identifizieren konnte, was das war), ging ich Hilfe suchend zum Hausarzt. Er verschrieb mir Paroxetin 10mg. Er legte mir auch eine Gesprächstherapie nahe. Hier in Österreich kommt es fast nie dazu, dass man diese in irgendeiner Form bezahlt bekommt (fast nur, wenn man sich einweisen lässt). Ich hatte damals und in Folge wegen der Krankheit sehr wenig Geld und konnte mir nur wenige der teuren Therapiestunden leisten. Wäre das nicht der Fall gewesen, glaube ich mit der Erfahrung, die ich heute habe, ich hätte erstmal ohne Tabletten einige Monate eine gute Therapie machen sollen und wäre meine Probleme los gewesen. Leider kam es anders.

Erster Absetzversuch Paroxetin
2011 hatte ich das Gefühl, dass es mir wieder gut genug geht, dass ich auch ohne Tabletten leben kann. Ich hatte sehr stark mit den Nebenwirkungen zu kämpfen. Deshalb redete ich mit dem Hausarzt. Er sagte mir immerhin nicht, ich solle sie einfach weglassen, aber in 5mg-Schritten ausschleichen über 2-3 Wochen. Natürlich war das viel zu schnell. Sowohl beim Reduzierprozess als auch direkt danach ging es mir übel. Ich verpasste ein halbes Jahr lang die Uni. Ich bekam das erste Mal diese „brain zaps“ (ich selbst nannte sie „Blitze im Kopf“), bei denen ich mir auch als einziges Symptom sicher war, dass sie vom Absetzen kamen. Ich dachte aber, das gebe sich nach 1-2 Wochen wieder, hielt also tapfer durch. Doch es wurde immer schlimmer. Neben all den körperlichen Symptomen, wegen denen ich ständig dachte, ich sei krank und wegen denen ich unfassbare Schmerzen aushalten musste, traten starke Angstzustände auf. Mir war wochenlang so stark schwindlig, dass ich nur liegen konnte, ich schaffte es nur auf allen vieren auf die Toilette! Wie lebenswert ist das denn bitte??
Eines Nachts war es so extrem, dass ich schrie, man solle die Rettung rufen, ich hatte starken Schüttelfrost, weil die Angstzustände so stark waren und übergab mich schließlich in den Papierkorb neben dem Bett. Schließlich trank ich eine halbe Medikamentenflasche pflanzliches Beruhigungsmittel aus. Heute, wenn ich eure Geschichten lese, bin ich froh, dass mein Mann nicht die Rettung gerufen hat, dann wäre mein Weg in die Psychiatrie wohl geebnet gewesen.
Nach diesem Erlebnis, ohne jegliches Wissen von länger andauerndem Entzug (ich hatte ca. 3 Monate paroxetinfrei gelebt) und wegen der starken Angst war ich sicher, dass ich einfach noch nicht gesund sei, im Gegenteil sogar schlimmer psychisch krank als je zuvor. Ich begann also wieder, Paroxetin einzunehmen. Das Interessante aus heutiger Sicht ist, dass meine Symptome fast alle nach dem 2. Einnahmetag verschwanden! Was meinen Eindruck, „krank“ zu sein und das Medikament zu brauchen, bestätigte. Heute weiß ich, dass so eine schnelle Besserung nur der Abhängigkeit und dem Entzug zuzuordnen ist.

Zweiter Absetzversuch Paroxetin
In der Zwischenzeit hatte ich eine andere, für mich bessere Gesprächstherapeutin gefunden und vieles aufgearbeitet. 2013 fühlte ich mich also stark genug, um den zweiten Absetzversuch zu starten, da ich nach wie vor unter den Nebenwirkungen litt. Diesmal versuchte ich allen möglichen Ärzten und der Therapeutin die Info zu entlocken, wie man das am besten macht. Keiner konnte es mir sagen. Ich setzte also in 5mg-Schritten ab. Es stellten sich sofort, schon beim Absetzen, dieselben Symptome ein wie damals. Es war nicht auszuhalten, mein komplettes Leben kam wieder zum Erliegen. Diesmal wartete ich keine 3 Monate ab, sondern akzeptierte das Übel, dass ich wohl einfach zu krank sei, und nahm Paroxetin wieder ein. Mit den 10 mg war es diesmal aber nicht mehr getan, erst auf 20 mg endeten die Symptome diesmal. Was natürlich die Nebenwirkungen umso stärker machte, besonders die Tagesmüdigkeit.

Dritter Reduzierungsversuch Paroxetin
Wegen den Nebenwirkungen versuchte ich im April 2014 noch einmal, von den Tabletten wegzukommen, und reduzierte auf 10 mg, um eine Weile darauf zu bleiben. Sofort kam die Quittung: starke Magen/Darmprobleme (bis hin zu einer vermuteten Gallenkolik und Ultraschalluntersuchung, Magenröntgen), starke Angst, Panikattacken, labile Psyche, starke körperliche Symptome. Bis auf die Magenschmerzen „kannte“ ich die Symptome ja schon und wusste nun, dass das an den Tabletten lag. Aber ich konnte die ja nicht ewig schlucken!
Ich blieb also bei den 10 mg. Keiner, bei dem ich Hilfe und Info suchte, fühlte sich zuständig, mich über die Einnahme und v.a. die Reduzierung von SSRI überhaupt aufzuklären. Man wird in den „Pillenflug“ eingecheckt, aber nicht mehr ausgecheckt. Man wird einfach allein gelassen.
Ende 2014 reduzierte ich dann auf 5 mg. Warum, das weiß ich nicht mehr genau. Anscheinend hatten die Symptome sich etwas gebessert, aber ich hatte einfach auch den so großen Wunsch, von den Tabletten wegzukommen. Das hing im Übrigen auch mit einem zukünftigen Kinderwunsch zusammen.
Wieder bekam ich Symptome, die mein Leben zum Erliegen brachten (ohne meinen Mann wäre ich wirtschaftlich schon längst ruiniert gewesen und auf der Straße gelandet, da bin ich mir sicher). Der Schwindel war so stark, dass ich nicht gehen oder stehen konnte und mich auch nicht mehr orientieren konnte, ich war benommen ohne Ende und fühlte mich wie in einem Film (Derealisation würde man das wohl nennen), hatte ständig mit starken Angstgefühlen und Herzrasen zu kämpfen, konnte kein Licht mehr aushalten, nicht mal einen Handybildschirm oder eine einzelne Lampe, war (vermutlich auch einfach wegen diesem Zustand) depressiv (was ich vorher NIE war!) und lag nur noch am Sofa. Wobei mit der Zeit auch einige „Fenster“ kamen, in denen es mir einen Tag besser ging. Doch als sich mit den Monaten nicht viel änderte, und ohne Hilfe, Verständnis oder Info von irgendeiner Seite, gab ich auf. Ich hatte keinen Grund zur Hoffnung. Ich war überzeugt, dass ich ein schwerer Fall bin, dass ich sehr krank bin, aber außer Tabletten keine Hilfe bekomme – also nahm ich wieder Tabletten. Paroxetin 10 mg wirkte diesmal gar nicht. Ich dosierte also bis auf 20 mg auf. Doch auch das wirkte kaum, und mit dem Aufdosieren wurden die Symptome immer erstmal schlimmer. Ich schleppte mich mit letzter Kraft zum Hausarzt. Ich wollte tatsächlich nur noch sterben, mir war alles egal.

Mein erstes Mal beim Psychiater
Zu der Zeit hatte ich einen neuen Hausarzt gefunden, der mir zuhörte und nicht sofort mit Tablettenschachteln nach mir warf. Er fragte mich, ob ich jemals beim Facharzt vorstellig gewesen sei, also beim Psychiater/Neurologen. Ich verneinte. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass der für diese Medikamente zuständig war (solange man nicht in der Psychiatrie war). Der Hausarzt überwies mich sofort.
Es war nicht leicht, einen Termin zu bekommen. Die meisten Psychiater nahmen tatsächlich keine Patienten auf, auch nicht, wenn man wie ich schilderte, dass es ein absoluter Notfall war. Das prallte an den Telefonfräuleins ab. Ich war zu diesem Zeitpunkt so fertig mit der Welt, dass ich mir vorstellte, dass ich mich umbringen und einen Abschiedsbrief hinterlassen würde, in dem ich genau schilderte, wie man einem schwer psychisch kranken Menschen in unserem System nicht willig ist zu helfen. Das war wirklich eine Erfahrung und Erkenntnis, die mich bis heute tief zerstört hat. Die sich aber leider nochmal wiederholt hat.
Irgendwann bekam ich dann einen Termin in 3 Monaten (was sind schon 3 Monate, wenn man täglich denkt, man stirbt…). Die Psychiaterin hörte mir zu, und der Fall schien klar zu sein: Tabletten, aber andere. Dann sei alles gut. Paroxetin schien wegen der Länge der Einnahme bei mir nicht mehr zu greifen, meinte sie.
Ich muss ihr zugutehalten, dass sie wohl schon von den Problemen mit Paroxetin gehört hatte, denn sie meinte, ich bräuchte unbedingt ein sanfteres Medikament, bei dem es auch nicht so viele Nebenwirkungen gibt, und verschrieb mir Escitalopram.
Auf meine Frage, wie ich wechseln sollte, sagte sie, ich solle direkt wechseln, also von 20 mg Paroxetin am einen Tag auf 5 mg Escitalopram am nächsten Tag. Und dann auf 10 mg steigern, wenn ich merken sollte, dass es nicht reicht.

Fliegender, ärztlich initiierter Wechsel von Paroxetin zu Escitalopram
Praktisch dritter Absetzversuch von Paroxetin

Dezember 2015: Es kam, wie es kommen musste und wie ich es auch schon vorausgesehen hatte: Ich bekam meine schon bekannten starken Entzugserscheinungen. Ich wusste, ich musste das durchhalten. Inzwischen hatte ich mich von allen Freunden und Bekannten wegen der ganzen Geschichte dermaßen isoliert, dass außer meinem Mann keiner wusste, dass ich nur mehr flachlag und tausend Tode starb. Dennoch schaffte ich es, von Paroxetin wegzukommen. Heute weiß ich, wie schwer das ist und dass es viele nicht oder nur sehr schwer und mit großem Leiden schaffen.
Mit den Wochen wurde es ein wenig besser, ich nahm inzwischen Escitalopram ein. Doch gut ging es mir nicht. Ich behielt einige Symptome und eine hohe innere Anspannung zurück. Deshalb wurde das Escitalopram im März 2016 von der Psychiaterin hochdosiert auf 15 mg und, wenn das nicht reiche, auf 20 mg. Ich habe das irgendwie nicht geschnallt und bin gleich auf 20 mg gegangen … ich war einfach nur mehr verwirrt im Kopf. Ich bekam (was glaube ich nicht sehr verbreitet ist?) auch Symptome vom Hochdosieren. Nachdem diese verschwunden waren, ging es mir das erste Mal wieder gut, ich war nicht mehr angespannt und konnte wieder vieles machen. Doch andererseits merkte ich, dass ich von meinen Gefühlen abgekoppelt war, dass alles gedämpft war. Ich war in Situationen, wo mein Verstand mir sagte: „So ein schöner Augenblick, genieße ihn, freue dich!“ Und ich konnte das nicht empfinden. Gerade Freude und Zufriedenheit konnte ich einfach nicht mehr fühlen, bei aller Anstrengung. Das machte das Leben auch nicht gerade lebenswert! Es war wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera.
Zudem war da wieder mein starker Wunsch, nicht ewig unter Tabletten zu stehen. Auch wieder wegen des Kinderwunsches… die Psychiaterin versicherte mir zwar mehrmals, das ginge auch auf einer geringen Dosis Escitalopram, aber nach meinen Erfahrungen mit Entzug und da ich selbst beim Hochdosieren von Escitalopram die Auswirkungen so krass gemerkt hatte, war ich mir sicher, dass ich das keinem unschuldigen Baby antun kann!

Inzwischen hatte ich eine Hypnosetherapeutin gefunden, zu der ich manchmal ging, die auch Forschungen betrieb. Sie hatte schon Erfahrungen mit Patienten gemacht, die abgesetzt haben und erzählte, dass man sehr viel langsamer absetzen muss, als man denkt, und dass man am Ende bis zu homöopathischen Dosierungen, also wirklich Krümelchen, gehen muss.
Da die Psychiaterin mir erstens nicht mehr als alle 6 Monate einmal einen Termin geben wollte (finde ich ziemlich fahrlässig, selbst die Nachfrage nach einem Nottermin wurde abgeschmettert) und auch sonst nicht erreichbar sein wollte, nahm ich die Sache selbst in die Hand (was mein Glück war).
Leider recherchierte ich nicht zum Absetzen im Internet – das hatte den Grund, dass meine Angststörung sehr stark mit Hypochondrie zusammenhängt und mich das Internet da immer sehr triggert – und machte das Krümelexperiment eher Pi mal Daumen. Gerade gegen Ende war das wohl nicht so gut.

Vierter Absetzversuch: Escitalopram
Ich setzte Escitalopram von 20-0 mg von März bis August 2017 in Eigenregie ab. Ich nahm mir für jeden Absetzschritt (die leider nach heutigem Wissen immer noch zu groß waren) mind. 4 Wochen Zeit. Doch ich merkte schon, wie ich immer labiler wurde. Dass gegen Ende die Mengen des Medikaments bei meiner Bröselmethode sehr variiert haben, wird im Nachhinein besonders klar. Denn gerade dort gab es bei mir ständige Aufs und Abs. Insgesamt ging es mir eigentlich nur mehr bescheiden. Aber ich wollte das durchziehen. Ich versuchte meinen Körper durch Entgiften und Vitamine zu unterstützen, was auch sicher ein wenig geholfen hat.

9. August 2017: Auf Null
Einen Tag feierte ich in dem Wissen: Es ist vorbei, ich bin die Tabletten los.
Doch am nächsten Tag merkte ich sofort die Auswirkungen. Trotz Ausschleichen kamen die „brain zaps“ in aller Härte, dazu Albträume, Schwindel, Lichtempfindlichkeit bzw. „überscharfes Sehen“, ich war beim geringsten Anlass in Tränen aufgelöst, mehrmals pro Tag, mir war ständig übel, ich war deprimiert, hatte Muskelschwächen vor allem in den Beinen… Was komplett neu war, war ein Gefühl in Speiseröhre oder Magen, als würde mich eine Hand am Hals würgen. Das Gefühl blieb fast 2 Monate.
Nach zwei Wochen wurde es etwas besser, und ich hatte ja auch damit gerechnet, dass ich einige Wochen etwas merken würde und mich sehr zurückgezogen. Aber nach ein paar guten Tagen ging es wieder los. Im September und Oktober kamen viele schlechte und wenige bessere Phasen und einige sehr starke Einbrüche, besonders bei Belastungen (Angstzustände über 3-6 Stunden durchgehend). Diese Belastungen konnten noch so gering sein, ein einfacher Termin bei der Arbeit oder mit einer Freundin. Ich konnte nicht mehr planen, nichts mehr zusagen, kaum mehr arbeiten, kaum die Wohnung verlassen. Einige Male war ich bei meiner Hypnosetherapeutin, die mir sagte, diese Symptome könnten laut ihrer Erfahrung schon ein paar Wochen bis Monate andauern. Aber es waren doch schon Monate bei mir!

Kompletter Zusammenbruch
Am 1. November kam der größte Zusammenbruch. Ich wurde gehetzt und gejagt von Angst, körperlichen Symptomen und einer abgrundtiefen Verzweiflung. Da ich nicht wusste und auch nicht glaubte, dass der Entzug so lange andauern kann, war ich hoffnungslos und überzeugt, krank ohne Aussicht auf Heilung zu sein. Da ich meinen Körper nicht beruhigen konnte, wurde ich panisch. Ich suchte im Internet nach Hilfe (es war Feiertag), fand nur die psychosoziale Krisenhotline, die aber auch erst am nächsten Tag offen hatte.
Am nächsten Tag rief ich dort an, schilderte meinen Zustand, mit dem supertollen Ergebnis, dass sie mir die Telefonnummer des nächsten Facharztes für Psychiatrie gaben… was bringt denn dann eine Krisenhotline? Ich rief also auch noch bei meiner Psychiaterin an und erklärte der Telefondame meinen Zustand. Ich sagte, dass ich bitte einen schnellen, kurzen Nottermin bräuchte, da ich die Medikation ja schlecht selber wieder bestimmen könne und die Ärztin das gerne beurteilen lassen würde. Wie immer bekam ich keinen Termin, mir wurde aber ein Rückruf der Ärztin versprochen. Kurz und gut, sie rief nicht im vereinbarten Zeitraum zurück, sondern ich am Ende des Tages nochmal an, und sie zeigte mir deutlich, dass sie keine Zeit für mich hatte, und fiel mir ins Wort. Sie sagte, was jeder AD-Patient zu hören bekommt: Ich hätte einen Rückfall, denn Entzug gäbe es nicht, ich solle bitte sofort wieder Escitalopram nehmen. Nachdem ich meinte, dass das so ja nie ein Ende hätte und ob ich das lebenslang nehmen müsste, sagte sie: „Wahrscheinlich. Es gibt einfach Menschen, denen geht es ganz ohne nicht gut.“

Das Finden der Wahrheit und der protrahierte Entzug
Ich war komplett fertig. Starrte die Tablettenschachtel an und wollte es nicht glauben. Ich schrieb dann mit einer Freundin, die von dem Entzug weiß und mich unterstützt, und fühlte mich danach wieder etwas stärker. Also recherchierte ich im Internet nach dem Medikament und meinen Symptomen beim Absetzen… und fand das ADFD-Forum. Ich las nur wenige Berichte, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Ich war die ganze Zeit verarscht worden. Und ich war die ganze Zeit hochgradig medikamentenabhängig gewesen. Es gab tausende solcher Fälle.
Meine Wut war unvorstellbar. Fast 10 Jahre meines Lebens waren verloren durch diesen Unsinn. Und wer weiß, wie viele Monate und Jahre mehr.

Doch ich hatte auch endlich wieder Hoffnung, fühlte mich nicht mehr als kranker Spezialfall und begriff, dass diese Symptome Zeichen dafür waren, dass mein schwer geschädigtes Gehirn heilt.
In den folgenden Tagen las ich viel im Forum. Ich wünschte, ich hätte es früher gefunden und richtig abgesetzt. Da ich schon über 12 Wochen auf null war, machte es laut Forum keinen Sinn mehr, eine geringe Menge einzudosieren, also akzeptierte ich es, wohl im protrahierten Entzug zu sein, samt all seiner körperlichen und psychischen Symptome, seiner Wellen und Fenster.
Ich hoffe, dass ich es irgendwann geschafft habe und wieder leben kann.
Momentan versuche ich, es anzunehmen und durchzustehen, positiv zu denken und mich zu schonen.
An schlechten Tagen lese ich ein, zwei Erfolgsberichte im Forum, dann geht es mir meistens besser. Leider ist das Monster des Entzugs, wie es hier viele nennen, ganz schön stark. Ich beginne immer wieder zu zweifeln. Doch kaum bin ich etwas klarer im Kopf, weiß ich wieder, was die Wahrheit ist.

Allerdings ist mein Unverständnis und meine Wut, dass wir das erleben müssen, dass diese Medikamente so schnell verschrieben werden, dass Entzugssymptome nicht anerkannt werden, so unfassbar groß. Ich weiß, dass ich mithelfen will, diese Ignoranz (der Pharma, der Ärzte) zu ändern, wenn ich kann. Daher habe ich mich hier angemeldet und steuere meinen Erfahrungsbericht – und meinen weiteren Verlauf – bei.
Und hoffe so sehr, wieder gesund zu werden.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 16):
RosenrotJamieMurmelineGuglhupfSeventhWavecarlottaDrehrumbummBittchenlollarossaFibie77JofabpartenopeoCharlotte044 und 3 weitere Benutzer
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Freitag, 01.12.17, 23:59

Ich möchte hier noch eine Aufstellung der Symptome hinzufügen, die ich persönlich bei Reduzierung und Absetzen von Paroxetin bzw. Escitalopram hatte, teilweise sogar beim Aufdosieren.
Sie speist sich aus meinen persönlichen Aufzeichnungen, die aber nicht ganz vollständig sind. Manche Symptome habe ich nicht aufgeschrieben und danach wohl verdrängt. Daher erhebt die Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber auf jeden Fall meine häufigsten und quälendsten Symptome.
Ich darf noch hinzufügen, dass ich in dieser Hinsicht kaum Unterschiede zwischen Paroxetin und Escitalopram bemerkt habe.

Brain zaps (Blitze im Kopf), Schwindel (teilweise bis zur Unfähigkeit zu stehen oder gehen und bis zur Orientierungslosigkeit), Panikattacken mit nachfolgenden stundenlang anhaltenden Angstzuständen, Herzrasen über Stunden ohne körperliche Betätigung, starke innere Getriebenheit, Unruhe, starke Lichtempfindlichkeit (v.a. bei künstlichem Licht => Sonnenbrille in der Wohnung…), Benommenheit, Müdigkeit (in Etappen so stark, dass mir die Augen zufallen), Erschöpfung, körperliches Schwächegefühl, kleine Ereignisse erschüttern mich komplett unangemessen (und führen wieder zu Symptomen), Nervenschmerzen/Brennen, Überempfindlichkeit der Haut, Muskelschmerzen und -krämpfe, Gefühl, ferngesteuert zu werden, Kälte-/Wärmeempfindungen am Körper ohne Grund, Magen-Darm-Probleme (Gastritissymptome!), Sodbrennen, Übelkeit mehrmals am Tag (besonders morgens), Wahrnehmungsstörungen, Derealisationsgefühl, Weinanfälle bzw. stark weinerlich, Depressionsgefühle (ohne je Depressionen gehabt zu haben), Kreislaufprobleme, Gesicht wird plötzlich heiß, zittrige Beine, Angstgefühle, brennende Augen, ständige Nervosität, Unkonzentriertheit (bzw. komplette Unfähigkeit, sich auf einfachste Dinge zu konzentrieren), starker Schweißgeruch, Wortfindungsstörungen, Gefühl, dass das Gehirn ausgesaugt wird, Temperaturregelung des Körpers spinnt (oft frieren und schwitzen kurz hintereinander).
Auch eine Art Suchtdruck merkte ich ganz ohne Tabletten, als würde mich etwas zu der Tablettenschachtel hinziehen!

Speziell bei abgesetztem Escitalopram: Die ersten 4-6 Wochen nach dem Absetzen ein komisches Gefühl im Hals/Magen, als würde mich jemand würgen, als würde ich die Hand an meinem Hals spüren, die leicht zudrückt.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 6):
MurmelineGuglhupfcarlottaDrehrumbummBittchenpartenopeo
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

Murmeline
Team
Beiträge: 13215
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14750 Mal
Danksagung erhalten: 13387 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von Murmeline » Samstag, 02.12.17, 2:32

Liebe Lena,

willkommen im Forum und Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Du beschreibst sehr anschaulich, wie man zum „Langzeitkonsumenten“ wird, weil Wissen über Absetzsymptomatiken und risikoverminderndes Ausschleichen fehlt :(

Ich fände es passend, wenn du deine letzen zwei Einträge ebenfalls in den Bereich Erfahrungsberichte viewforum.php?f=51 einstellen würdest, was meinst du?

Ich wünsche dir hier einen guten Austausch und stetige Verbesserung und Heilung deines Zustandes.

Grüße von Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 3):
padmacarlottaBittchen
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Samstag, 02.12.17, 11:12

Liebe Murmeline,
vielen Dank :)

Ja, ich stelle die beiden Einträge sehr gerne zu den Erfahrungsberichten!
Das ist ja mein Ziel, dass meine Geschichte wie die vielen anderen bekannt wird und der Druck dadurch vergrößert wird.

LG Lena
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 2):
Murmelinecarlotta
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

SeventhWave
Beiträge: 135
Registriert: Mittwoch, 05.07.17, 13:30
Wohnort: Nürnberg
Hat sich bedankt: 719 Mal
Danksagung erhalten: 362 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von SeventhWave » Samstag, 02.12.17, 11:31

Morgen Lena.

Ich hab den Bericht jetzt 2x gelesen, einmal allein - und dann laut vor meiner Frau. Danke für die Ausführlichkeit; es deckten sich viele Erlebnisse mit Situation, die so in unserem Haushalt stattfanden.

Meine Frau war heute sehr aufgelöst und niedergeschlagen, weil sie das Gefühl hat, ich nehme sie nicht mehr war. Wir waren gestern zusammen essen. Für mich war es wundervoll, ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie in mich vordringenden konnte. Ich fühlte was durch den Schleier. Sie konnte mir das nicht ansehen.

Hier gibt es viele, wirklich schlimmer Fälle, bei denen warum auch immer sogar der Partner diesen Irrsinn mit durchsteht. Richte deinem Mann meinen aufrichtigen Respekt aus.

Und danke für das teilen deiner Geschichte. Das muss ich erstmal verdauen.

Viele Grüße

7th
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor SeventhWave für den Beitrag (Insgesamt 5):
MurmelinecarlottaLenaLenaLinLinaGwen
Vorgeschichte:
► Text zeigen

Mein Thread

Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)

carlotta
Beiträge: 2977
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10
Hat sich bedankt: 6754 Mal
Danksagung erhalten: 6689 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von carlotta » Samstag, 02.12.17, 14:34

Liebe Lena,

ich wollte Dir aufrichtig Danke sagen für das Teilen Deiner Geschichte. Du hast sie so ausführlich und dabei anschaulich und kohärent geschildert, dass sie ein ganz wichtiger Beitrag zur Information für Mitlesende in diesem Forum ist und mit Sicherheit vielen dabei hilft, Zusammenhänge besser zu verstehen und einordnen zu können. :) :hug:

Es ist ganz furchtbar, was Dir passiert (ist) und dabei handelt es sich schon quasi um einen "Klassiker" im alltäglichen Medizin-/Psychiatriebetrieb (eigentlich der pure Zynismus, wenn man bedenkt, dass solche Verläufe wohl eher der Standard als die Ausnahme sind). :cry: :zombie:

Ich finde es auch super, wie Du schließlich die Sache selbst in die Hand genommen hast, um da rauszukommen. Mir ging es leider ähnlich, bin an die relevanten (unabhängigen) Infos auch viel zu spät gelangt und hatte allzu lange noch zu viel Vertrauen ins medizinische System. :(

Ich wollte noch zu zwei Stellen etwas ergänzen, zum einen dazu, dass Du über stärkere Symptome beim Aufdosieren schreibst: Das ist nicht so selten, dass Betroffene damit auch enorme Probleme haben. Speziell wenn zuvor das ZNS schon durch größere Dosisveränderungen und/oder Präparatewechsel geschädigt wurde, reagiert das Nervensystem oft sehr auf größere Dosissprünge, eigentlich egal ob nach unten oder oben. Es ist mit beiden Richtungen meist völlig überfordert.

Zu Wiedereindosierung (an die ich mich nach ca. 6 Monaten nach null auch nicht mehr gewagt hatte) wollte ich noch sagen, dass es zwar den Erfahrungen entspricht, dass nach plus minus 6 Wochen Abstinenz eine Wiedereinnahme äußerst schwierig werden kann, da mit zunehmender Zeit die Wahrscheinlichkeit für eine komplette Unverträglichkeit steigt. Allerdings dosieren immer mal wieder Betroffene auch nach dieser Grenze ein (mit extrem vorsichtigen Dosierungen möglichst unter 1 mg); bei manchen klappt es (kann aber Wochen und Monate dauern, bis man sich halbwegs stabilisiert; häufig reichen auch schon sehr geringe Dosen dazu), bei anderen nicht. Letztere können das Mittel dann i. d. R. zügig loswerden aufgrund der geringen Einnahmemenge; außerdem halten sich auch deswegen die Symptome meist in Grenzen. Es bleibt natürlich ein Restrisiko, es ist Abwägungssache. Zudem werden spätere Entzüge nach vorangegangenen meist schwerer und können sich auch trotz kleiner Einnahmemengen langwierig gestalten. Keine einfache Sache insgesamt, aber für viele Verzweifelte dann doch einen Versuch wert, um akute Zustände u. U. etwas abzufangen.

Aber Du weißt ja sicher, dass das ZNS sich dank Neuroplastizität wieder regenerieren kann - so oder so. Ist "nur" eine Frage der Zeit. :schnecke:

Ich bin auch ganz bei Dir, wenn es darum geht, unser hart erworbenes Wissen unbedingt weiterzugeben. :sports: Das ist für mich ein gewichtiger Grund, mich hier einzubringen; aber sobald ich gesundheitlich dazu in der Lage bin, würde ich irgendwann auch gern noch breiter in dieser Richtung aktiv werden. :) Finde das ganz klasse, dass Du da dranbleiben willst. :hug: Und ich denke auch, es ist andererseits auch nicht ganz unwichtig, um die ganze (traumatisierende) Geschichte mal verarbeiten zu können.

Ich freue mich jedenfalls, dass Du zu uns gefunden hast und wünsche Dir, dass es schnurstracks bergauf geht. :fly:

Liebe Grüße und herzlich willkommen :group:
Carlotta
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor carlotta für den Beitrag (Insgesamt 7):
SeventhWavepadmaLenaLenaJamieLinLinaMurmelineAmanda
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Montag, 04.12.17, 11:58

Lieber 7th, vielen Dank für deine Zeilen, das hat mich sehr berührt. Mir selbst geht es auch besser, seit ich erfahren habe, dass es so vielen von euch ähnlich geht und ich kein komplett kranker Exot bin.
Ich denke wie du, dass die Partner schon richtig toll sind, die das mit durchstehen. Das kann nicht leicht sein.
Ich habe es meinem Mann übrigens gestern ausgerichtet, er hat ziemlich gegrinst :) Er schlägt sich wirklich gut.
Dir alles, alles Gute!! :hug:

Liebe Carlotta,
auch dir vielen Dank, ich habe mich sehr über deinen Eintrag gefreut. Ja, es ist ja mein Ziel, dass mein Beitrag anderen Mitlesenden hilft, und ich freue mich, dass ich das anscheinend hinbekommen habe :)
Leider, leider ist so eine Geschichte ein Klassiker, das habe ich mittlerweile auch gemerkt... und es gibt so viele schlimmere Geschichten. Ich kann ja aufrichtig froh sein, dass ich zumindest nicht mit so vielen Medikamenten gleichzeitig vollgestopft wurde.

Danke für deine Ergänzungen. Dass viele auch beim Aufdosieren Symptome bemerken, wusste ich tatsächlich noch nicht. Aber es ergibt total Sinn, wie du es beschreibst, v.a., da ich selbst auch erst mit der Zeit beim Aufdosieren was gemerkt habe, am Anfang noch nicht.

Deine Ausführungen zum Thema später Wiedereindosieren finde ich auch höchst interessant. Es hängt halt, wie ich hier im Forum schon gelernt habe, alles stark vom einzelnen Menschen und seinem Körper und Stoffwechsel ab. Auch wenn die Ärzte uns alle als einen Haufen sehen wollen, sind wir in erster Linie totale Individuen.
Ich selbst würde mich jetzt nicht mehr trauen, einzudosieren. Zudem ist der Entzug zwar an manchen Tagen echt schwierig, aber ich hab nun schon so viel geschafft und schaffe auch den Rest, da bin ich mir sicher. Zum Glück habe ich ja nicht kalt und auch nicht extrem schnell oder in großen Schritten abgesetzt (auch wenn es aus Unwissen nun mal nicht optimal war). Vielleicht ist das mein Weg, um positiv denken zu lernen, was ich noch nie gut konnte und nun MUSS, wer weiß :wink:

Ich habe auch wie du diesen Wunsch in mir, bei Gelegenheit und wenn ich wieder gesund bin, breiter aktiv zu werden. Du hast recht, einerseits ist das sicher ein wenig Traumabewältigung. Und andererseits wissen wir eben ganz genau, wie sehr man unverschuldet leiden kann und wollen daher natürlich andere davor bewahren... Und vielleicht hilft das auch gegen diese Wut und Hilflosigkeit, die man Medizin und Pharma gegenüber verspürt.

Danke nochmal für dein Willkommen und auch dir alles Gute auf deinem Weg :fly:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 5):
LinLinacarlottaMurmelineSeventhWavepadma
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

neuling
Beiträge: 288
Registriert: Freitag, 12.08.16, 14:35

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von neuling » Montag, 04.12.17, 12:25

Hallo Lena,

Darf ich dich fragen wie dein Alltag derzeit aussieht?

Bin auch total in die PP falle gegangen. Leider wurde ich in der Psychatrie zugedröhnt.

Bin auf 0. Stecke in zig Kaltentzügen.
Habe kaum Hoffnung weil mein Leben komplett zum erliegen gekommen ist und mir keiner glaubt.

Kannst du " normal " Leben. Welche Symptome hast du im Moment?

Danke für deinen Beitrag.

LG Mary
Diagnose: keine- längere Krankheit, hab 10 Kilo ungewollt abgenommen, hab mich in eine Panik gesteigert, konnte nicht mehr schlafen, es stand Ms und borreliose im Raum. Bis heute nicht endgültig geklärt.
Stattdessen Beruhigungstabletten Opipramol bekommen. Zum ausprobieren!


Opipramol 25 mg - 50 mg täglich für ca. 5 Wochen (Ende März 16 bis ca.Ende April 2016) kalt abgesetzt wie Neurologin gesagt hat
Hatte keine Ahnung das so ein Horror folgt
Konnte nicht mehr schlafen, etc. Hab nicht verstanden das es vom absetzen kommen kann.

zunächst Mai 16 Oxacepam 10 mg 2 x, Zopiram 1 x, Tavor 1 mg 1 x, dann nochmal Ende Mai 5 x Oxacepam, Diazepam 1x, Umstellung auf Bromazepam 2mg für ca. 17 Tage mit Mirtazapin zunächst 7,5mg, dann 15 mg

Hatte auch noch eine Vollnarkose in dem Zeitraum.

dann Umstellung auf Mirtazapin 15 mg , Dominal 80 mg (3Tage), Olanzapin 2,5mg (4Tage), Dominal und Olanzapin wieder abgesetzt w/ Unverträglichkeit, stattdessen Mirta und Dipiperon 40mg (für 7 Tage).

Jetzt nur noch Mirtazapin 15 mg alles nur um zu schlafen
17.08.16 Mirta 7,5mg sonst nix schlimme Symptome seit langer Zeit, werde nochmal auf 15 mg gehen

Habe dann wieder auf 7,5mg reduziert
10.9.16 bin auf 0 Mirta gegangen lt.Arzt

Hatte die ganze Zeit auch mit Mirta schlimmste Zustände vermute hab ich nie vertragen

28.9. 16 Psychatrieeinlieferung
haben mir gar nicht zugehört mit den Tabletten in der Vorgeschichte --- Risperdal angesetzt wegen Psychose (kann nicht von den Tabletten sein! )
hab ich nicht genommen
Haldol unter Androhung Gerichtsbeschluss
Habe mich ergeben.
Haldol 2mg früh 4mg abends
Diazepam 10 mg
Dominal zum schlafen 40mg
Ca.4 Wochen lang an 1x Tavor erinnere ich mich
24.10.16 Umstellung auf Risperdal von Haldol
Akineton, Diazepam innerhalb 4Tage
Ab 3.11.Risperdal u.Akineton
Ab 10.11.16 alles abgesetzt und
Oxacepam u.Zolpidem
Dann irgendwann Mirtazapin bis 30mg aufdosiert
Und abilify 5 dann 10 dann 5 dann 3 mg
So bin ich dann entlassen worden.
Ohne Diagnose! !!
Absoluter Wahnsinn was die mit mir gemacht haben .
Aussage : Wir sind ein Fachkrankenhaus vertrauen Sie uns! !
Jetzt heißt es das auf Station wohl nicht SO GUT GELAUFEN IST.
5.1.17 Mirtazapin nach Entlassung auf 15 mg reduziert
Keine Veränderung der Symptome
Abilify alle paar Tage um 0,5 mg reduziert
Ging schief.
Ende Jan 17 Abilify auf 0
Mirta auf 15 mg
22.2.17 Abilify wieder genommen 1mg
Dann 2mg
24.2.17 Abilify 3 mg
16.3.Mirtazapin 7,5 mg
23.3.Mirtazapin lt Arzt auf 0
Seitdem kein Mirta mehr
Abilify reduziert ab 01.04.17 immer um 0,5mg
Von 3 mg auf 0
23.05.17 Abilify 0
Keine Medikamente mehr seitdem.
Aber mir geht es schrecklich.
Nach absetzen Mirta ging es besser und während Reduzierung Abilify auch.
Auf 0 dann wieder Horror vom feinsten.

2.6.17 Abilify 0,5mg lt.Arzt
Ging nicht.
Wieder ohne.
27.6.17 Abilify 0,2mg versuch lt. Forum nach 7 Tage
4.7.17 Abilify auf 0,4mg bis 23.7. durchgezogen keine Besserung.
18.7. Psychosomatische Klinik o Wunder die haben mir geglaubt das das meiste Medikamenten bedingt ist und sie mit mir absetzen.
24.7.Reduzierung auf 0,3mg Abilify
6.8. Reduziert auf 0,2 mg
13.8.reduziert auf 0,1 mg
21.8. Auf 0
Keine Änderung der Symptome während Reduzierung.

Allerdings geht's mir immer noch ganz schrecklich. Hölle auf Erden. Bin zuhause.

Habe ALLE Symptome vor allem Kopf , Akathisie, Sehstörungen, Gefühl umzufallen, Gefühl das mein Hirn "ausschaltet". Es ist die pure Hölle! !!!

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Dienstag, 05.12.17, 12:14

Hallo Mary,
das tut mir leid für dich! Normal leben, was ist normal.. Ich habe schon viele Einschränkungen.

Ich konnte, auch während der Reduzierung und den Höhen und Tiefen der Medikation davor, schon länger keinen normalen Job mehr ausüben (ohne meinen Mann wäre ich auf der Straße gelandet oder in der Psychiatrie, wer weiß das schon...), weil es mir einfach mal gut, mal schlecht geht, ich kann es nie vorhersehen. Ich hatte aber das Glück, in einem befristeten Projekt, für das ich ausbildungsmäßig qualifiziert bin, angestellt zu werden, und das ist fast 100% Home Office. So arbeite ich viel, wenn es mir gut genug geht, zur Not auch vom Sofa aus, und wenn nichts geht, muss ich eben den Tag auf dem Sofa verbringen. Ich versuche nicht mehr, ständig was machen zu wollen, obwohl es mir nicht gut geht, weil ich weiß, dass es dem Entzug zugute kommt, wenn man sich schont (auch wenn ich mich nicht gut und recht unnütz dabei fühle). Manchmal gehe ich kurz spazieren (lange triggert leider), oder ich sitze in der Sonne. Ich versuche komplett runterzufahren und daran zu denken, dass das nicht immer so bleiben wird. Dass ich wieder Energie und die Fähigkeit zu leben haben werde.
Ich kann schlecht einkaufen gehen, die vielen Reize, Lichter (ich bin den ganzen Entzug lang schon komplett lichtempfindlich, selbst 1 Glühbirne ist zuviel, der Computerbildschirm ist auf ganz dunkel gestellt und mit einem Blaulichtfilter verstehen), Menschen sind meist zuviel.
Ich versuche, viel zu lesen oder Filme, Online-Videos anzusehen, das tut mir gut und ich suche mir ermutigende, schöne Dinge aus. Eine Nebenwirkung ist dabei, dass ich bei fast allem das Gefühl habe, ich muss gleich losheulen...

Fast an jedem Tag, meist sogar in den Fenstern, ist mir leicht bis stark schwindlig. Allein das disqualifiziert einen, am Leben teilzunehmen. Ich habe oft Magen-Darm-Schmerzen, viel zu oft als dass es nicht vom Entzug kommen könnte, oft auch wieder ratzfatz nach einem Tag komplett weg. Ich bin fast immer müde, brauche viel Schlaf... habe häufig Ohrensausen oder kurzzeitig Tinnitus (ist aber immer nach spätestens ein paar Stunden wieder weg), trotz Magnesiumeinnahme (hochdosiert) sehr viele Krämpfe überall am Körper, Schüttelfrost mind 1x am Tag und in jeder "Belastungssituation" (das kann ein komplett unaufregendes Telefonat sein), oft ist mir übel, meine Augen brennen ständig, ich spüre ein innerliches Zittern, habe manchmal Herzrasen (ist allerdings schon sehr viel weniger häufig aufgetreten, genau wie die Panikattacken!). Die körperlichen Symptome triggern dann wieder die Psyche, die eh schon sehr zart ist momentan...
Ich muss dazusagen, dass wir familiär gerade in einer sehr schwierigen, krisenhaften Phase stecken, die auch noch andauern wird, was definitiv den Entzug verlängern wird. Ohne diese starke Belastung würde es mir sicherlich schon früher besser gehen. Aber das ist leider nicht zu ändern.

Aber: Ich zwinge mich daran zu denken, dass ich dabei heile und irgendwann gesund bin!
Und das ist bei dir genauso. Dass man im Entzug hoffnungslos ist und immer sehr real den Eindruck hat, das würde nie vergehen, geht - wie ich hier oft gelesen habe - allen so. Da musst du dir immer wieder sagen, auch wenn es grad so scheint, es IST nicht so.
Deine Symptome in der Signatur kenne ich alle. Das ist tatsächlich "normal". Aber diese Symptome zeigen dir, dass du aktuell heilst!

Hast du irgendwas, wobei du halbwegs entspannen oder runterfahren kannst, verglichen mit deinem sonstigen Zustand? Yoga, Muskelentspannung nach Jacobsen, Traumreisen, Meditation, Autogenes Training,...? Wenn nicht, probier ein paar Sachen aus, und wenn dir etwas gut tun, dann bau es jeden Tag in den Alltag ein.
Und das belastende Problem, dass wir die Hölle durchmachen, uns aber keiner glaubt, das teilen wir alle :group: Du bist nicht allein damit. Deinem engsten, vertrauten Umfeld kannst du eventuell und wenn du das möchtest ein paar der Erfahrungsberichte hier im Forum zeigen. Dann wird die Akzeptanz deines Zustandes vielleicht größer. Wir führen ja leider (noch!) ein Schattendasein.

Alles, alles Gute!!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 6):
SeventhWaveLinLinaSiggipadmaJamieBittchen
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

tigger123
Beiträge: 113
Registriert: Freitag, 06.01.17, 11:00
Hat sich bedankt: 72 Mal
Danksagung erhalten: 131 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von tigger123 » Freitag, 08.12.17, 8:26

Hallo Lena,

Viele Deiner Symptome habe ich auch. Auch ich habe Mitte 2015 Paroxetin von 20mg auf 10mg herunter gesetzt. 2-3 Monate später fing der Dauerschwindel an, der bis heute anhält. Mal mehr mal weniger. aber auch in den Fenstern ist meist ein leichter Schwindel zu spüren.
Auch bei mir werden es bald 2 Jahre nach Null mit Paroxetin. Seit einem Jahr leide ich unter schweren Herz- Kreislaufproblemen, massiven Brustschmerzen, Dauerschwindel, Kraftlosigkeit, Panikataken, unkontrollierbare Angst, habe 20kg abgenommen usw.

Gestern z. B. war der Schwindel so heftig, dass ich die Arbeit abrechen mußte. Ich lasse mich heute für einen Tag Krank schreiben, um mal durchschnaufen zu können.

Die Parallelen der Symptomen bei dir und mir nach dem Paroxetin Klatentzug sind schon eindeutig. Auch ich hoffe, dass die Fenster größer werden und irgenwann Dauerzustand werden. Es kostet unmenschlich viel Kraft in dieser Zeit auch noch zu Arbeiten und die Familie ernähren zu können. Aber ich werde nicht aufhören zu kämpfen, solange bis ich den Kampf gewonnen habe. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir heilen können und werden.

Viele Grüsse
Tigger
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor tigger123 für den Beitrag (Insgesamt 5):
AnnanasSeventhWaveJamieUlulu 69Fibie77
► Text zeigen
?
I
10.06.18 7,5mg - 7,5mg Opipramol

09.07.18 8,125mg - 7,5mg wegen sehr starken Symptomen :cry:

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Freitag, 08.12.17, 15:18

Hallo Tigger,

stimmt, ich sehe die Parallelen auch. Ich sehe in deiner Signatur "Beine wie Pudding", das kenne ich auch, fast ohne Ausnahme. Auch dass der Kreislauf nicht ganz so mitmacht, der Schwindel ständig...
Wirklich ein Teufelszeug, und das ist noch immer legal auf dem Markt!!
Wobei es mich ja erschreckt, dass mir danach Escitalopram als "so viel sanfteres Mittel" verkauft wurde und ich kaum Unterschiede zum Paroxetin bemerkt habe in Nebenwirkungen und Entzug... :frust:

Dass du arbeiten und die Familie ernähren kannst in dem Zustand ist höchst lobenswert! In dem Ausmaß könnte ich noch immer nicht arbeiten. Wird aber wieder kommen, da bin ich genau wie du davon überzeugt. Unser Körper kann schon wirklich viel, auch wenn wohlmeinende Ärzte ihn kaputt machen.

Alles Gute :)
LG Lena

P.S.: Zu deiner Geschichte: Mich wundert es nicht, dass du einen Zusammenbruch damals hattest während dem Hausbau. Ich kann das grad voll nachfühlen. Wir befinden uns mittendrin, und das ist unmenschliche Belastung. Ich wünschte, wir hätten das nicht gemacht. Grad in meinem Zustand... ich bin mir leider sicher, dass diese ständigen Eskalationen meinen Entzug verlängern werden. Sind ja doch auch Existenzängste dabei bei so einem Thema. Ich glaube nicht, dass das etwas mit "psychisch krank" zu tun hat (und sofort Medikamente rechtfertigt), sondern einfach mit kompletter Überlastung auf allen Ebenen. Aber so ist das im Gesundheitssystem heute nun mal...
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag:
Bittchen
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

LenaLena
Beiträge: 623
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07
Hat sich bedankt: 806 Mal
Danksagung erhalten: 1865 Mal

Re: Vorstellung / Paroxetin, Escitalopram abgesetzt

Beitrag von LenaLena » Freitag, 08.12.17, 16:20

"Neun von zehn Personen nehmen Antidepressiva jahrelang ein – die meisten von ihnen, weil das Absetzen der Medikamente nicht funktioniert hat.“
Quelle: http://my-free-mind.at/ssri-absetzsymptome/

Das ist so verrückt.
Nach längerem Nachdenken muss ich persönlich deutlich meine Meinung äußern, dass diese Medikamente kein Erfolg der Medizin sind und dass es besser wäre, es gäbe sie nicht, als es gibt sie und sie helfen ein paar wenigen Leuten, schädigen aber viele andere.
Meine "Grunderkrankung" war nicht so schlimm, als dass sie auch anders hätte behandelt werden können. Das Schlimme waren erst die Medikamente bzw. die Abhängigkeit, die weitaus schlimmere und länger andauernde Symptome aufgebracht hat als die Krankheit/Krise selber. Ich hing jahrelang an den Medikamenten und habe damit vielleicht meinen Körper geschädigt, auf jeden Fall mein Gefühlsleben und meine Erinnerung stark gedämpft und getrübt, und das nicht, weil ich es gebraucht hätte, sondern weil ich nicht mehr davon losgekommen bin.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LenaLena für den Beitrag (Insgesamt 6):
Ululu 69padmaSeventhWaveFibie77StefanKremer377Josh
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

Antworten