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Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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Guglhupf
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Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 25.05.18, 18:52

Hallo ihr Lieben :)

ein Bekannter von mir ist seit einigen Wochen mit einem Burnout im Krankenstand. Er hatte die Tage einen Termin beim Psychologen und natürlich zückte der schnell den Rezeptblock. So hat er nun Escitalopram und Trittico retard 150mg verschrieben bekommen und mich gefragt was ich davon halte. Die Kombi schon wieder traumhaft - das eine belebend, das andere dämpfend :frust:

Was soll ich davon halten - mit dem Entzug von Escitalopram hab ich selbst zu kämpfen, mit Trittico hab ich keine Erfahrungen. Ich bin unsicher ob ich ihm davon abraten soll, ich möchte später nicht vorgeworfen bekommen, dass ich daran schuld bin dass sich der Zustand nicht verbessert hat. Ich habe ihm erstmal zu Gesprächs- und kognitiven Verhaltenstherapien geraten. Das ist ja das Grundproblem - PP aufgeschrieben hat man in 4 Sekunden, mit Therapien muss man sich doch länger "rumkämpfen".

Ich verstehe noch immer nicht, warum so schnell zu Tabletten geraten wird. :evil:

Wir würdet ihr handeln?

Viele Grüße
Anna
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Re: Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von Eva » Freitag, 25.05.18, 19:32

Hallo Anna,

mich beschäftigt ein ähnliches Problem: Eine Bekannte bekam wegen Depressionen und Schlafstörungen 2 PP aufgeschrieben und leidet jetzt erst recht, vermutlich nun unter den Nebenwirkungen.

Mehr als einen vorsichtigen Hinweis darauf habe ich mir aber nicht erlaubt; ich bin der Meinung, dass man niemandem seine eigenen Erfahrungen oder auch die anderer überstülpen kann und auch nicht sollte. Am Ende könnte einem die Sache sogar um die Ohren fliegen, wenn ein gegebener Rat schief ging. Deshalb wäre ich auch in Deinem Fall vorsichtig.

Etwas anderes ist es, falls man direkt gefragt wird; dann könnte man schon etwas mehr sagen; aber auch nicht zuviel, denn wir wissen im Grunde ja auch nicht, was für den anderen gut und richtig ist. Ich maße mir das jedenfalls nicht an.

LG von Eva

Ululu 69
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Re: Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 26.05.18, 10:06

Hallo Anna,

ich persönlich spreche auf Nachfrage schon über meine Bedenken hinsichtlich Psychopharmaka.
Was wäre das für eine Logik, wenn ich hier täglich die Probleme sehe, die diese Medikamente machen können und versuche die Betroffenen zu unterstütze und auf der anderen Seite Menschen sehenden Auges in diese Medikamentenspirale rennen lasse.

Ich rate niemandem davon ab, die vom Arzt verschriebenen Medikamente zu nehmen aber ich versuche die Informationen zu teilen, die von den Ärzten eben oft nicht vermittelt werden.
Das heißt, ich sage schon, dass die Medikamente nur decken und nicht heilen und gebe auf jeden Fall weiter, dass so sehr langsam abgesetzt werden müssen.

Du hast ja selbst Erfahrungen gemacht, diese als das zu teilen, was sie sind, nämlich deine persönlichen Erfahrungen, die nicht allgemeingültig sind, finde ich legitim.
Viele Betroffene schreiben hier, dass sie sich gewünscht hätten, einige der Informationen vorher gehabt zu haben.

Ich gehöre ja zu denen, die Psychopharmaka nicht grundsätzlich ablehnen. Aber ich finde, dass besser über die Risiken aufgeklärt werden muss, vor Allem, was das Absetzen oder Dosis- und Präparatewechsel angeht.
Und wenn mich jemand fragt, dann sage ich das auch.

Meine Freundin hat vor einiger Zeit Opipramol als Phasenprophylaxe für ihre schwere Migräne verordnet bekommen. Sie weiß, dass ich im Forum aktiv bin und hat mich gefragt, was ich davon halte. Ich habe ihr ehrlich geantwortet, dass ich es nicht für diesen Zweck nehmen würde. So versucht es trotzdem, was ich respektiere und auch verstehe.
Sie weiß aber, dass sie es langsam absetzen muss, wenn es so weit ist.

Das ist meine Sicht darauf.

LG Ute
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Re: Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von gioia » Sonntag, 23.09.18, 22:20

Liebe Anna

Ich hatte im Laufe der vergangenen Monate auch per Email Kontakt zu einem Pharmakologen, der mir geschrieben hat, dass es so üblich ist, ein burnout als ErschöpfungsDEPRESSION zu bezeichnen, nur damit man AD verschreiben kann.

Es mag sein dass manche Menschen mit burnout auch wirklich eine Depression haben, aber viele nicht. Sie sind einfach nur völlig ausgelaugt, haben Schlafstörungen und können nicht mehr abschalten.
Hätte ich geahnt was mir mit diesen Tabletten bevorstehen sollte, hätte ich mir wohl einfach eine längere Auszeit gegönnt und besser auch noch Job gewechselt, statt ruck zuck mit Pillen wieder funktionieren zu wollen.

Liebe Grüße
Gioia
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Burnout, Schlafstörung Sommer 2016

2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
Im Herbst Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: Auswirkung bis heute, war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, totale Erschöpfung

dragon4277
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Re: Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von dragon4277 » Dienstag, 22.01.19, 3:20

Hallo ihr lieben,

es ist immer eine schwierige Situation. HMM ich geb mal ein beispiel.

Ich komme aus einer schwierigen familie mit schwieriger kindheit. Hab einen bruder und eine schwester. Beide haben hautnahe miterlebt wie ich unter den Medikamenten gelitten habe. Beide haben dann nach mir einen burnout erlebt.

Mein Bruder ist auf mein anraten eingegangen und hat den weg ohne medikamente gewählt. Heute geht es ihm sehr gut, weil er auch die Umstände die ihn in das burn out getrieben haben geändert hat.

Meine Schwester hingegen hat die Medikamente vorgezogen leidet immer noch an Burn-out und mitlerweile an anderen problemen auch. Meine Schwester wollte allerdings nichts an ihrem lebenstil ändern, weshalb sie den weg der Medikamente nahm.

Nun ich bin ARzt und habe mehr gehör wenn ich ein Machtwort spreche (ist übertrieben aber als relation ist es glaub ich schon angebracht)
Die Person die sich für einen weg mit oder ohne Medikamente entscheidet, erhofft sich natürlich einen vorteil. Und obwohl meine Schwester und mein Bruder aus erster Hand alles mitverfolgt haben was mit mir passiert ist und die genesung miterlebt haben. Hat sich meine Schwester für pp entschieden. Also hat das persönliche beispiel und mein Machtwort als ARzt mit den ganzen beweislagen auch nichts gebracht.

Wenn ihr in so eine SItuation kommt. Ist wohl sanfte aufklärung das beste und im endeffekt muss sich diese Person dann doch selbst entscheiden welchen weg er geht, weil diese Person seine vor und nachteile dann doch besser abwägen kann. Und natürlich auch die konsequenzen dann selber tragen muss. Wichtig ist dabei nur das ihr dieser person alternativen anbietet.
2003 Diagnose reine Paranoia
- Zyprexa 5-10mg
J01/2005 Zyprexa abgesetzt auf anraten des Docs ohne auschleichen rückfall+ verschlimmerung ->
03/2005 Diagnose Schizophrenie
-Zyprexa 5mg
2009 Zyprexa 5mg abgesetzt neu Risperdal 2mg ->(schwere Depressionen)
03/2011 Risperdal abgesetzt 15mg abilify -> Entzug
04/2011 wieder Risperdal 2mg
03/2012 Risperdal 2mg Seroquel Prolong 600mg (noch schwerere Depression gewichtzunahme)
09/2012 kalter Entzug von Risperdal und Seroquel Prolong (hat 3 Monate gedauert) mit unterstützung von Amisulprid 200mg
10/2013 Amisulprid 300mg
10/2014 amisulprid 200mg
11/2015 amisulprid 150mg
06/2016 Pantoprazol von 40mg auf 20mg
04/2017 Pantoprazol 0mg
04/2017 amisulprid 200mg um Absetztpsychose bei Pantoprazol absetzung zu verhindern bald wieder auf 150mg
04/2018 nach langem hin und her und mehrfachen entzugserscheinungen
Pantoprazol 40mg und Amisulprid 150mg (muss mich sehr lange von dieser odyssee erholen)
10/2018 100mg Amisulprid
01/2019 150 mg Amisulprid (Wegen heftiger Erkältung)
03/2019 137 mg AMisulprid (wasserlösemethode)

lakeSonne1
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Re: Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von lakeSonne1 » Dienstag, 22.01.19, 10:04

hallo,

- auf mögliche Probleme hinweisen
- Informationsquellen anbieten (z.B aktuellen NewYork Times Artikel)
- Alternativen aufzeigen

Das wars auch schon.
Nicht falsch verstehen: Das ist nicht wenig und bedeutend mehr als die meisten Ärzte tun.
Letztlich liegt es in der Eigenverantwortung der betroffenen Person, für was sie sich entscheidet.
Wichtig ist, die "Datengrundlage" auf der die Person ihre Entscheidung trifft zu vergrößern.


.... auf keinen Fall sollte man:

- Ärzte verunglimpfen
- tun, als wüßte man "die Wahrheit"
- sich in den Entscheidungsprozess reinziehen lassen

Gruß,
lake
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Guglhupf
Diagnose:Angst,PA Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: ab 20.3.16: 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE auf 15mg: 3.9.2016 - 2.3.2017
2017: 15mg auf 10,3mg
2018: 10,0mg auf 7,7mg
► Text zeigen
11.1.19: 7,5mg: massives Herzstolpern, Angst, Schlafstörungen, Brustraumbeschwerden
29.1.19: Herzstolpern weg. immer noch Brustraumbeschwerden, Atemnot, Kurzatmig, hohe Grundanspannung (8/10), Panikattacken. Neu: Schultern/Arme Nervenschmerzen beidseitig , Bodyzaps Körpermitte,
31.1.19: fast alle Symtome weg, niedrige Grundanspannung (3/10)
3.2.-20.2 : Übelkeit, Panik, Brustraumbeschwerden, Atemnot, Hypersensibilität(Haut, Geruchssinn, Schmerzempfinden), Schulterverspannungen, Zaps, Nervenschmerzen, Magen/Darm, Migräne, Schlapp
18.2.-19.2.: Zusätzlich teilweise Depri.
21.2. -: Es wird insgesamt besser; PAs und Nervenschmerzen noch da, Depri weg.
22.2-25.2: PAs mit Atemnot, Brustschmerzen
25.2. - heute : es stabilisiert sich langsam: körperliche Symtome gehen zurück, dafür vermehrt PAs
- längere Absetzpause: ein paar Monate -

Murmeline
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Re: Bekannter mit Burnout - Escitalopram und Trittico

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 22.01.19, 13:15

Auch auf diese Broschüre kann man hinweisen
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=15689
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GuglhupfUlulu 69
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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