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Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen?!

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Jamie
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Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen?!

Beitrag von Jamie » Freitag, 07.09.18, 18:59

Liebe Interessierte,
liebe Towanda (im Speziellen),
liebe unbekannte ADFD´lerin, auf die ich dort getroffen bin und small talk gehalten habe
und lieber unbekannter ADFD´ler, der mich ebenfalls ansprach :)

Am 06.09.18 fand in Herford in der VHS ein Tagesseminar statt zum Thema "Wege aus der Depression. Antidepressiva absetzen?" statt.
Vom ADFD war ich zuvor im Frühling von Dr. Wolf Müller angeschrieben worden (der Initiator dieser Veranstaltung), ob ich Lust hätte ein Referat zu halten und ich habe damals sofort zugesagt.

Nun ist die Veranstaltung vorbei, ich wieder daheim und es folgen eine kleine Nachlese und Eindrücke.

Vorab: Natürlich hatten wir auch die Überlegung, das hier öffentlich zu machen und darauf hinzuweisen, dass dieses Seminar stattfindet unter Mitwirkung von einer Referentin aus dem ADFD.
Towanda hatte die Tagung ebenfalls entdeckt.
Ich weiß nicht, ob sie das Tagungsprogramm nicht kannte und wusste, dass jemand vom Forum dabei ist (?)

Wir haben uns in einer gemeinsamen Absprache aber dafür entschieden (Team und ich), dies nicht öffentlich zu machen.
Es war aber letztlich meine Entscheidung und wenn das Team es anders empfunden hätte, hätte das letzte Wort immer noch ich gehabt, denn ich stelle mich zur Verfügung und ich muss einschätzen, inwieweit ich es publik haben will.
Das gilt auch für die künftigen Referenten aus dem Team, die es jeder für sich entscheiden sollen.
Hier waren meine Eindrücke und die des Teams aber deckungsgleich.

Aus einem diffusen Gefühl heraus nicht zu wollen, dass Menschen womöglich ausschließlich wegen mir kommen und auch leider dem Gefühl zu ahnen, dass womöglich Einzelne keine Grenzwahrung kennen würden und in den Pausen auf mich zustürmen würden in der Hoffnung, dass ich mich um ihre Nöte kümmere (allein der Gedanke macht mich fertig :cry: ) haben wir dann entschieden, es zu lassen.
So gerne ich helfe, so sehr spüre ich doch, an meinem Limit zu sein.
Ich könnte niemals nein sagen, wenn jemand persönlich vor mir steht und um Hilfe bittet - und wüsste doch gleichzeitig, wie sehr mich das fertig machen würde.

Ich hoffe Towanda versteht, dass das nicht böse gemeint oder gegen sie gerichtet war, denn wir hätten ja in der Tat vorher preisgeben können, dass wir mit von der Partie sind ;)

Ich möchte gerne noch mal den Seminarplan veröffentlichen:

https://vhsimkreisherford.de/kurse/gesu ... ls/kat/76/
"Die Möglichkeit an einer Depression zu erkranken ist Teil unseres Menschseins und seit Jahrtausenden bekannt. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Depression meist ausschließlich mit Medikamenten behandelt.
Die Veranstalter*innen möchten mit dieser Fachtagung Mut machen, Wege aus der Depression zu finden, mit Ansätzen, die ein ganzheitliches Verständnis des Menschen im Blick haben.

Auf der Herforder Tagung vom 21. September 2017 war das Hauptthema die Kritik und Problematik der Diagnostik und der Behandlung durch Antidepressiva, speziell der SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer).

In dieser Tagung wird der in der Abschlussrunde 2017 geäußerte Wunsch aufgenommen, erprobte alternative Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen vorzustellen und aufzuzeigen, wie Antidepressiva reduziert und abgesetzt werden können. Auch stationäre Therapien ohne Einsatz von Antidepressiva werden vorgestellt.

Statt weiter auf die Vorstellung des Serotoninmangels im Gehirn als Auslöser der Depression zu fokussieren, soll auf der Tagung die durchaus vorhandene Sinnhaftigkeit, die nicht immer sofort erkennbar ist, herausgearbeitet werden.
Depressionen sind episodenhaft und klingen in der Regel immer auch wieder von allein ab. Eine Grundvoraussetzung diese durchzustehen, ist die empathische Begleitung der Leidenden. Expert*innen mit eigener Erfahrung werden die Tagung mit ihren Berichten bereichern.

Im Rahmen dieser eintägigen Veranstaltung können aufgrund des zeitlichen Rahmens, nur einige ausgewählte Therapieansätze vorgestellt werden.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat diese Tagung im Rahmen der Zertifizierung der ärztlichen Fortbildung der ÄKWL mit 9 Fortbildungspunkten bewertet (Kategorie A).


Geplanter Tagungsverlauf:

08:00 Uhr Einlass

09:00Uhr Einführung in die Tagung: Dr. Wolf Müller

09:15 Uhr 1. Vortrag: Sabine Haller, Jill Ebert, Reiner Ott:
Psychiatrie-Erfahrene berichten: Erfahrungen mit Antidepressiva und ihrem Entzug, mit der Tätigkeit als Genesungsbegleiter, mit dem Perspektiv- und Rollenwechsel in multiprofessionellenTeams

10:30 Uhr Kurze Pause

11:00 Uhr 2. Vortrag: Prof. Uwe Gonther:
Die Botschaft des Bremer Psychiatriemusikanten: Antidepressiva reduzieren und absetzen, stationäre Behandlung ohne Antidepressiva

11:45 Uhr Diskussion

12:00 Uhr 3. Vortrag: Maranius J. Stienen:
Ein integrativer Therapieansatz zur Lösung von Depressionen: Verstehenszugänge und Synergie von Systemischer Traumatherapie, Schulmedizin und Naturheilkunde

12:45 Uhr Diskussion

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr 4. Vortrag: Dr. Rainer Stange
Naturheilkundliche Behandlung der Depression

14:45 Uhr 5. Vortrag: Ronald Vogelsang und N.N.
Mit Achtsamkeit aus dem schwarzen Loch: "MBSR" und "MBCT" für Menschen mit Depressionen

15:30 Uhr Kurze Pause

16:00 Uhr 6. Vortrag: Dipl. Psych. Sandra Münstermann
"Beziehung - Verstehen - persönliche Entwicklung - Was hilfreich wirkt in der ambulanten Psychotherapie bei Menschen mit Depressionen"

16:45 Uhr 7. Vortrag: Sabine Noelle
Recovery und Psychiatrische Pflege depressiver Menschen - Worauf kommt es an?

17:30 Uhr 8. Vortrag: Psychiatrie-Erfahrene und Genesungsbegleiter*innen
Beobachtungen zur Tagung von Psychiatrie-Erfahrenen, Diskussion mit Plenum

18:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Moderation: Maria Canovasi, Hildegard Weigand

Referent*innen / Moderator*innen

Canovai, Maria
Dipl. Psych., Vorstand der Westfälischen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e. V.

Ebert, Jill
Moderatorin, ADFD Selbsthilfeforum

Gonther, Uwe
Prof. Dr. med., Ärztlicher direktor, AMEOS Klinikum Dr. Heines Bremen

Haller, Sabine
Betroffene, Bezugsbetreuerin, Psychopharmakatrialog Berlin

Müller, Wolf
Dr. med., Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Chefarzt a. D.

Münstermann, Sandra
Dipl. Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Supervision (DGVT), Institutsleitung Ausbildungszentrum für Psychologische Psychotherapie Bielefeld - Ostwestfalen - Lippe

Noelle, Sabine
Krankenschwester B. A. Psychische Gesundheit/Psychiatrische Pflege, Primary Nurse

Ott, Reiner
Betroffener, Genesungsbegleiter in der ambulanten Eingliederungshilfe (Rauhe Haus Hamburg)
Vorstand Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e. V.

Stange, Rainer
Dr. med., Leitender Arzt Abteilung für Naturheilkunde Charité - Universitätsmedizin Berlin und Immanuel Krankenhaus Berlin-Wannsee

Weigand, Hildegard
Dipl. Pädagogin, Supervisorin (DGSv) mit langjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Psychiatrischen Institutionen

Stienen, Maranius J.
Kinder-/Jugendlichen-Psychotherapeut, Heilpraktiker (Psychotherapie), Geschäftsführer "Integratives Gesundheitszentrum Aachen" und Joko-Institut

Vogelsang, Ronald
MBSR- und MBCT-Lehrer, Physiotherapeut, sektoraler Heilpraktiker, Feldenkraislehrer

Eine Tagung der Klinke e. V. Herford in Kooperation mit der
VHS im Kreis Herford, dem Landesverband Westfälische Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (WGSP e. V.), dem Fachausschuss Psychopharmaka der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie e. V. (DGSP) "

Mein Vortrag war gleich im ersten Block mit den anderen Betroffenen / Psychiatrie-Erfahrenen, jeder von uns hatte 20min Zeit für´s Referieren.

Leider verlief der Tag und all das Drumherum absolut nicht so, wie ich es mir erwünschte.
Das Einzige, was klappte, und Gott sei Dank auch das Wichtigste, war das Referat.
Ich glaube ich habe einen guten, übersichtlichen, profunden und einprägsamen Vortrag gehalten und habe im Anschluss viel Lob und Zuspruch bekommen sowohl für das Referat als auch die Arbeit, die das ADFD leistet - und damit seid auch ihr alle gemeint :group: .
Auch Reiner Ott und Sabine Haller haben genau so viel Lob und Dank und Anerkennung bekommen; wir durften uns als "Betroffene" ausnahmsweise mal richtig wertgeschätzt und wichtig fühlen.

Besonders gefreut hat mich wie wohl gesonnten Prof. Gonther, der nach uns sprach, dem ADFD ist und dass er immer wieder erwähnt hat, wie wichtig und inspirierend er unsere Arbeit findet und dass er dank Murmeline :), die ihn besser kennt, oft viel schneller an für ihn sehr relevante Infos bekommt.

Dr. Müller, der Initiator, hat Sabine und mich (Reiner auch?? ) danach umarmt und geknuddelt und noch einmal ausdrücklich gesagt, dass ohne uns all das nichts wert sei - denn was ist das für eine Medizin, bei der sogenannte Profis immer nur über die Leute sprechen, statt mit ihnen?

Ich jedenfalls war wirklich sehr gerührt und es wäre mir eine Freude, falls Dr. Müller noch mal jemanden aus dem ADFD braucht, ihm zu Diensten zu stehen. Das weiß er aber auch :).

Zurück zu dem Drumherum, das nicht so lief wie es sollte.
Ich reiste mittwochs morgens an, fühlte mich aber dienstags schon unerwartet und mir nicht ganz begreiflich sehr schlapp, zittrig und schwitzig. Der Hals tat auch etwas weh. Ich schob den schlechten Tag auf das schwüle Wetter.

Mittwochs morgens wusste ich dann, dass der Vortag das Intro zu einer bösen Sache war, denn ich hatte infernalische Halsschmerzen und fühlte mich elend.
Packte daraufhin noch eine umfassende Hausapotheke ein und setzte mich dann ans Steuer Richtung Herford.
Auf der Fahrt dorthin rann mir der Schweiß in Strömen herunter und ich schwitzte wie blöd und fühlte mich fiebrig.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin mit einem heftigen grippalen Infekt nach Herford angereist, von Herford sah ich als erstes das Krankenhaus und den Bereitschaftsdienst, dann die Apotheken und dann das Hotelbett.
Und nicht mehr viel mehr.
Ich musste die ganze Tagung absagen bis auf mein eigenes Referat und das Folgereferat von Prof. Gonther und habe nichts von der Veranstaltung mitbekommen und von Herford auch nicht.
Außer abends noch mal ein paar Straßen.

Obwohl mich das alles so interessiert hätte, konnte ich nur mit Fieber im Bett liegen.
Es kamen später dann noch Schnupfen und bestialischer Reizhusten dazu; ich kam keine Treppe mehr hoch und musste dann ein weiteres Mal zum Arzt, der mich dann auf AB setze und mir Gott sei Dank (Erlösung) Codeintropfen aufschrieb.

Tja, insofern kann ich leider keine Tagungsnachlese liefern :(.
Ich hätte es mir soooo gerne angehört, aber es war unmöglich.
Ich lag elend, verlassen und deprimiert im Bett.
Sh*t happens, gell?

Aber ich habe mir von Reiner und Sabine sagen lassen, dass wir alle drei immer wieder lobend erwähnt wurden.
Meine mitgebrachten ADFD Visitenkarten sind fast alle mitgenommen worden und das Ende war dann doch versöhnlich, denn ich habe mich abends mit rausgeschleppt (wir Referenten waren zum Essen eingeladen) und habe einen fantastischen, glücklich machenden Reibekuchen mit Kräuterquark bekommen in einem Lokal, das auf Kartoffelgerichte spezialisiert ist und passenderweise "Die Knolle" heißt. Das war so lecker :roll: . Danke für die Einladung.

Liebe Grüße in die Runde und vielleicht lese ich ja was von den beiden ADFD´lern, die ich dort traf und gerne auch von Reiner und allen anderen hier :pillowtalk:

Jamie
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Jamie » Freitag, 07.09.18, 19:20

Und hier mein Vortrag in Schriftform.
(Dauer 18,5 min)

Vortrag Herford

.. vielen Dank Reiner...

Liebes Publikum, auch von mir ein Hallo in die Runde.
Ich freue mich sehr von Dr. Müller und den Verantwortlichen eingeladen worden zu sein hier heute zu referieren und vor allem, dass Sie so zahlreich erschienen sind.

Ich darf mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Jill Ebert und ich bin Moderatorin im Internetforum www.adfd.org
adfd... das klingt zugegebenermaßen etwas sperrig... das ist ein Akronym und bedeutet ausgeschrieben Antidepressivaform Deutschland.

Anders als vielleicht der Eindruck entsteht, behandelt das ADFD aber nicht nur Antidepressiva, sondern Psychopharmaka im Allgemeinen. Dazu gehören also auch Benzodiazepine und Neuroleptika bzw. Antipsychotika.

Ja, was ist das ADFD genau?
Das adfd wurde im Jahr 2003 gegründet und feiert dieses Jahr sein 15 jähriges Bestehen.
Wir sind also für Internetverhältnisse ein echter Dinosaurier und erfreuen uns *leider muss man sagen* großen Zulaufs, der auch immer stärker wird.

Das adfd ist kritisch, frei und unabhängig.
Wir beziehen keinerlei Werbegelder oder sonstiges und finanzieren uns komplett selbst.

Unser Schwerpunkt ist das Absetzen von Psychopharmaka sowie die Bereitstellung von Informationen zum Thema Psychopharmaka Einnahme, Absetzen, Nebenwirkungen und Risiken und dessen kritischer Würdigung.
Wir verstehen uns als Informationsplattform, aber auch als Selbsthilfeforum.

Seit 2013 bin ich Moderatorin dort und damit eine der am längsten Aktiven.
Ich verbringe jeden Tag ca. 1-2 Stunden ehrenamtlich mit der Betreuung von Betroffenen und der Bereitstellung wichtiger Informationen.
Im Frühling diesen Jahres habe ich mir allerdings eine Auszeit von meinem Moderatorenstatus genommen, weil mein Vater zu einem Schwerstpflegefall wurde und ich diesbezüglich erst einmal andere Dinge zu regeln hatte.

Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie groß unser Forum ist:
Wir haben fast 8000 Mitglieder (von denen wir schätzen, dass ca. 400 aktiv sind) im Form von Betroffenen und Angehörigen und ziemlich genau 11000 Einzelthemen, von dem in etwa die Hälfte individuelle Psychopharmakasituationen sind.
Damit ist das adfd das größte deutschsprachige und frei zugängliche Forum an Fallbeispielen für Absetzprobleme und andere Psychopharmaka-assoziierte Probleme.
Schauen Sie gerne mal vorbei, wenn es Sie interessiert.

Wenn man wie ich so lange mit von der Partie ist und Tag für Tag mitbekommt, mit welchen Problemen die Betroffenen zu kämpfen haben, die ihre Medikamente absetzen wollen bzw. alternative Methoden der Depressionsbehandlung suchen, dann bekommt man natürlich eine Idee davon, woran es in unserer Gesellschaft, - aber auch im Gesundheitswesen krankt und darum möchte ich die Restzeit nutzen unser „Kerngeschäft“ vorzustellen und noch einmal aus unserer Sicht darzustellen, wie korrektes Ausschleichen und Absetzen von Psychopharmaka geht und auf was zu achten ist.
Ja, wie sieht er aus, der klassische Teilnehmer oder neue Teilnehmer, der ins ADFD findet?

In der Regel finden Menschen zu uns, die bereits begonnen haben ihr Antidepressivum abzusetzen und die mitten oder am Ende ihres Absetzprozesses plötzlich so heftige Beschwerden bekommen, dass sie stutzig werden.
Sie fangen dann an nach ihren Symptomen zu googlen und landen dann oft bei uns, da wir aufgrund unserer Spezialisierung auf Absetzsymptome bei google immer sehr weit oben gelistet sind.

Absetzsymptome, und vielleicht sind heute auch Personen anwesend, die es selbst schon am eigenen Leib erfahren haben, können absolut horrorhafte Ausprägungen annehmen.
Ich selber habe erlebt, was es bedeutet, ein Antidepressivum abzusetzen (falsch, viel zu schnell in meinem Fall) und dann erst mal 2 Jahre krank geschrieben zu sein, weil man ausgeknockt wird.

Menschen mit Absetzsymptomen glauben nicht selten, totkrank zu sein.
Vom Schweregrad ihrer Symptomatik her sind sie das gefühlt auch, wenngleich wir glücklicherweise sagen können, dass ein Antidepressivaentzug normalerweise weder lebensbedrohlich ist noch irreversible Schäden hinterlässt.

Was schildern uns Menschen, die es so erwischt hat?
Sie berichten von dem Gefühl von Stromstößen im Gehirn und fließendem Strom im Körper, von Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Zittern, Frieren, grippeartigen Symptomen, Unruhe, Nervosität, Ängstlichkeit, Panikattacken, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Kribbeln, taube Stellen am Körper, Restless Legs, sexuelle Störungen, komplette Reizüberempfindlichkeit, vermehrte Depressivität und vieles mehr.

Viele sagen, sie waren beim Arzt und der hat den Verdacht geäußert, es könne Multiple Sklerose sein oder gar ein Gehirntumor und dass sie nun auf einen MRT Termin warten – so schwer ist die Symptomatik und so gering ist gleichzeitig das Wissen der Ärzte, diese Symptomatik in den Kontext des Absetzens einordnen zu können.

Viele Ärzte sagen dann, dass all die Symptome doch der beste Beweis seien, dass man krank sei und lebenslang diese Medikamente benötigt und dass eben die Grunderkrankung zurück sei, jetzt, wo man die Medikamente reduziert oder weglässt.
Damit missinterpretieren sie nicht nur die Situation, weil viele von ihnen anscheinend noch nie etwas über Absetzsymptome und deren Schwere gehört haben, sondern sie vermitteln den Patienten auch das Gefühl nicht ernst genommen zu werden, denn diese spüren sehr oft, dass ihr schlechtes Befinden doch eindeutig mit dem Absetzen zu tun hat und nicht unbedingt mit der Ursprungserkrankung.

Gleichzeitig lesen wir immer im Forum wieder den Satz von unseren Teilnehmern, dass die Grunderkrankung, weswegen man die Psychopharmaka einnahm, im Vergleich zu den Absetzsymptomen ein Witz gewesen sei und dass sie nie diese Medikamente genommen hätten, wenn man ihnen vorher gesagt hätte, wie schwer diese abzusetzen sind.

Warum sind denn Antidepressiva und andere Psychopharmaka oft so schwer abzusetzen? Prof. Gonther, der später referieren wird, wird darauf vielleicht noch einmal genauer eingehen, aber aus unserer Sicht sind zwei Dinge relevant.


Es ist heiß umstritten in der Wissenschaft, aber für uns ist doch relativ klar ersichtlich, dass Antidepressiva abhängig machen.
Dies geschieht subtil und äußert sich nicht wie echte Suchterkrankungen zB in dem Drang die Dosis zu steigern oder die Einnahme nicht mehr kontrollieren zu können.
Deswegen muss man unbedingt zwischen körperlicher Abhängigkeit und Sucht unterscheiden.

Aber es ist so, dass sich unter der Antidepressivaeinnahme eben das Gehirn umfassend umbaut, man kann dies Neuroadaption nennen, und wenn man ihm den Wirkstoff entzieht, mit dem er jahrelang operiert hat, kommt die diffizile Balance durcheinander und Menschen reagieren mit Absetzsymptomen.

Der zweite wesentliche Punkt ist, dass es beim Psychopharmaka-Absetzen keine Frage ist, wann der Wirkstoff aus dem Blut ist.
Der Wirkstoff ist meist relativ schnell aus dem Blut, wenn man auf 0mg geht, also absetzt, - meistens je nach Halbwertszeit nach einigen Tagen, bei Präparaten mit langer Wirkdauer nach ein paar Wochen, aber dies ist nicht der relevante Punkt.
Der Wirkstoff mag aus dem Körper eliminiert worden sein, aber diese Zeit deckt sich nicht mit der Zeit, die das Gehirn und das Zentrale Nervensystem brauchen, um sich umzubauen.

Dieser Denkfehler herrscht bei vielen Betroffenen vor, teilweise aber auch unter Ärzten.
Weswegen diese dann auch sagen, dass es nicht sein kann, dass man noch Monate später unter Absetzsymptomen leidet und etwas Anderes die Ursache der Beschwerden sein muss.

Fakt ist, dass ein jahrelang medikamentiertes Gehirn oft auch Jahre braucht, seinen Ursprungszustand wieder herzustellen. Es muss sich rück-umbauen, seine Rezeptoren neu regulieren, die geänderten Signalwege neu anpassen, seine Homöostase neu ausbalancieren etc. All das dauert in der Regel nicht wenige Wochen, sondern einige Monate bis Jahre.
Und das Beste, wie man da das Gehirn unterstützen kann, ist, dass man das Antidepressivum wirklich langsam und schonend über einen sehr langen Zeitraum ausschleicht.
Denn so kann das Gehirn mitbekommen, dass graduell der Wirkstoff abflacht und kann in Ruhe Umbaumaßnahmen einleiten.

Jemand, der bspweise 3 Jahre lang 225mg Venlafaxin eingenommen hat, kann nicht erwarten, dies in vier Wochen abzusetzen und dann ist alles gut.
Dafür gehen realistischerweise viele Monate bis Jahre ins Land.
Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass es auch Menschen gibt, die relativ zügig und gut ihr Medikament absetzen können, unserer Erfahrung nach haben viele Betroffene aber teilweise heftige Symptome und brauchen Unterstützung, Zuwendung und Aufklärung.

Leider finden viele Betroffene erst zu uns, wenn der Körper bereits so aus der Bahn geworfen wurde, dass wir nur noch Schadensbegrenzung betreiben können.

Wir können dann anleiten, evtl. wieder etwas in der Dosis raufzugehen oder noch mal zu überlegen, ob man noch mal eine sehr kleine Menge, zB 1mg, des weggelassenen Medikaments eindosiert, damit die Absetzsymptome abgefangen werden können und man später noch mal in Ruhe und viel langsamer ausschleicht.
Am frohsten sind wir über diejenigen, die vor ihren ersten Versuchen das Mittel auszuschleichen zu uns finden, denn da können wir beraten und auf die wichtigsten Dinge hinweisen, sodass man einen Entzug geplant und gut informiert angehen kann und nicht gleich am Anfang schwere Fehler macht, die das ZNS nachhaltig destabilisieren.

Falls Sie sich fragen, was denn das von uns empfohlene Absetztempo ist, so lautet dies:
10% weniger alle 4-6 Wochen.
Empfindliche Menschen bitte nur 5% weniger alle 4-6 Wochen.

Dieser Wert ist in Übereinstimmung mit den Erfahrungen amerikanischer Vorreiterforen und Medizinern aus den USA und Großbritannien, wo das Thema Antidepressiva absetzen schon länger bekannt ist.

Die lange Stabilisierungszeit von 4-6 Wochen ist den von mir bereits erklärten Effekten geschuldet, dass das ZNS sich erst nachgelagert auf Dosisveränderungen remodelliert und dafür ausreichend Zeit braucht.

Den Menschen ganzheitlich zu sehen mit all seinen Bedürfnissen und darzustellen, wie verwoben alle Körperprozesse aber auch die seelischen Themen sind und dass jede Beeinflussung Auswirkungen haben kann, gute wie schlechte, ist eines der Anliegen des ADFD.
Wir versuchen auch alternative Konzepte der Depressionsbehandlung vorzustellen, da uns Antidepressiva mit ihrem fragwürdigen Nutzen-Risiko-Profil als inadäquat erscheinen und unseres Erachtens nur in absoluten Ausnahmefällen und vor allem zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollten.

Die Stärkung individueller Ressourcen und dass jeder Mensch sich selbst auf die Suche machen muss nach Dingen, die ihm gut tun, entspannen und Zufriedenheit verschaffen, ist ein Kernaspekt unserer unterstützenden Arbeit, nicht zuletzt unter kritischer Würdigung der Gesellschaft, in der wir leben, die nur allzu sehr auf Leistung getrimmt ist und in der Menschen mit psychischen Erkrankungen oft unterzugehen drohen.

Ich möchte schließen mit den an häufigsten genannten Wünschen unserer Teilnehmer an Gesellschaft, Ärzte und Fachpersonal:

1) Antidepressiva sollten nur nach eingehender Beratung verordnet werden, unter ehrlicher Aufklärung der Nebenwirkungen und Risiken und den möglichen Schwierigkeiten beim Absetzen. Dass sie bei leichten bis mittelschweren Depressionen nicht besser als ein Placebo wirken, wird von vielen Ärzten erst gar nicht erwähnt.

2) Es sollte nicht zuerst der Rezeptblock gezückt werden, sondern die Patienten sollten auch über nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten von zB Depressionen oder Angsterkrankungen aufgeklärt werden. Nicht selten gibt es Betroffene, denen Ärzte nicht einmal in all den Jahren ihrer Psychopharmakaeinnahme geraten haben, sich mal eine Psychotherapie zu suchen.

3) Der inflationäre Umgang mit diesen Medikamenten, die teilweise verschrieben werden wie Smarties, gehört dringend zur Disposition gestellt.
Auch gesellschaftlich.

4) Absetzsymptome müssen unbedingt bekannter gemacht werden und sollten von Ärzten nicht sofort als neue Erkrankung oder Rückfall in die Grunderkrankung interpretiert werden; geschweige denn dass es immer noch Ärzte gibt, die behaupten, es gäbe gar keine Absetzsymptome
Ferner muss Fachpersonal besser geschult werden, wie man Psychopharmaka risikominimierend ausschleichen kann.

5) Antidepressiva ausschleichen bedeutet, teilweise sehr feine Dosierungen zu benötigen. Die Pharmaindustrie stellt diese niedrigen Stärken nicht bereit. Es werden dringend feinere Stärken gebraucht und sollte mehr Präparate in Tropfenform geben

6) Und zuguter letzt. Eine seelische Erkrankung zu haben oder ein Psychopharmakon auszuschleichen ist Schwerstarbeit für die Betroffenen, aber auch für Angehörige, Freunde und Umfeld.
Es wäre schön viel mehr Unterstützung in Form von Sozialarbeitern, Weglaufhäusern, alternativen Konzepten wie die Soteria, mehr niedrigschwelligen Angeboten zB bei Krankenkassen, mehr Selbsthilfegruppen, mehr krisenorientiert als medikamentenorientiert arbeitenden Psychiatrien und Ex-In- Fachleuten und Genesungsbegleitern zu haben als momentan vorhanden. Der Bedarf ist riesig.


Und hiermit wäre auch die Überleitung zu Sabine Haller gegeben, die uns im Folgenden nun über ihre Tätigkeit als Genesungsbegleiterin informiert.

Ich danke herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, es waren ein paar interessante Infos für Sie dabei.
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Eva » Freitag, 07.09.18, 19:33

Toller Beitrag, Jamie (Jill ist aber ein sehr attraktiver Vorname :) ).

Grüße, Eva
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Im Januar 2018 waren Zolpidem und Bromazepam abgesetzt.

Anfang Juli 2018 wegen wieder eingetretener, schwerer Insomnie und nach kurzem Benzo-Rückfall 100 mg Trimipramin,
es folgen Nebenwirkungen des TZA, die mich zum 1. Absetzversuch veranlassen.
23.08.18: 75 mg, weiter ca. alle 5 Tage 1/2 Tablette = 12,5 mg weniger
06.09.18: 50 mg Trimi. erreicht - gehe nun langsamer vor.
Stattdessen kurz darauf verzweifelte Aufdosierung und tatsächlich zuerst gut geschlafen. Das war aber nur eine seltsame Art gnädiger Pause. Wirkt schon nicht mehr.
25.09.18: von 75 mg aus das 2. Mal absetzen

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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Offene Reise » Freitag, 07.09.18, 20:34

Hey ihr lieben Referent*innen,

das ist ja der Hammer, wie gut ihr das macht. Auch, wenn ich euch nicht persönlich kenne, muss ich sagen, ich bin echt stolz auf euch und eure Arbeit. :)

:group:

LG

Lukas
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Wie wirksam sind Psychotherapien? (Dlf Kultur) Ergänzung zur Sendung im SWR2

Erfolgreiche Absetzung
Seit Anfang 2015 ganz frei von Medikamenten (einige Jahre Erfahrung mit Olanzapin, dann lange mit Abilify, für kurze Phasen zusätzlich auch mit ADs und Lithium)

Ich bitte euch um Verständnis, dass meine PN-Funktion ausgeschaltet ist. Euch allen viel Kraft und Ausdauer!

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VHS Tagung in Herford

Beitrag von Taimberlane » Samstag, 08.09.18, 0:22

Hallo zusammen,

ich habe mich jetzt im Forum registriert um Jamie meinen Dank für Ihren Einsatz bei der VHS Tagung in Herford am gestrigen Donnerstag auszusprechen. Ich bin wahrscheinlich der in Ihrem Beitrag angesprochene unbekannte ADFD'ler :wink: .

Bislang habe ich das Forum nur passiv zur Informationsbeschaffung genutzt. Ich finde (als Betroffener, aber auch als Mitarbeiter von psychosomatischen Rehakliniken) Eure Arbeit so unfassbar wichtig, auch wenn man sich angesichts der Übermacht des Gesundheitssystems und der Pharmaindustrie oft vorkommt wie im Kampf David gegen Goliath, müsst Ihr weiter machen. Solche Veranstaltungen, wie jetzt in Herford sind unfassbar wichtig um das ganze Thema immer und immer wieder in die Öffentlichkeit zu bekommen (steter Tropfen höhlt den Stein) das habe ich Herrn Dr. Wolf Müller, dem Initiator der Tagung gestern auch im persönlichen Gespräch gesagt. Er hofft immer noch auf einen Schneeballeffekt der Informations- und Aufklärungsarbeit und will aufjedenfall so weiter machen.

Das Fachkräfte wie er und Herr Prof. Gonther dem ganzen so aufgeschlossen gegenüber stehen macht Hoffnung. Lange Rede kurzer Sinn, ich möchte mich ganz herzlich bei Jamie (für das kurze aber sehr intensive Gespräch im Foyer in der Pause bedanken und das sie sich die Zeit genommen hat, obwohl ich wirklich sehen konnte wie schlecht es Ihr gesundheitlich ging) und den anderen Referenten bedanken für diese wichtige Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit. Danke!

Herzliche Grüße an alle Betroffenen, Taimberlane
Zuletzt geändert von Murmeline am Samstag, 08.09.18, 7:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von yberion45 » Samstag, 08.09.18, 1:18

Hey Leute,

Sehr tolle Arbeit vor allem Jill. Sehr gute Rede und hat es auf den Punkt gebracht. Vor allem sehr schöner Vor name

LG Kürsat
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Ululu 69Jamie
Februar 2017:Diagnose : zwangsgedanken (post thc und amphetamine Syndrom)

01.05.2017 20mg Fluoxetin Libido Verlust
05.07.2017 Fluoxetin 20 mg und Tolvon 10 mg kalt abgesetzt
20 mg Citalopram libido wieder da, dafür Kopfschmerzen Wahrnehmung beeinträchtigt, je mehr ich mich bewege um so schlimmer NW
20.12.2017 - 5mg:15 mg Citalopram Nw besser, zwei Tage müde
02.02.2018 -5mg: 10 mg keine Symptome kaum Nebenwirkungen keine Gedanken
06.02.2018 mir geht es Super keine Symptome fast keine NW Wohlfühldosis
07.02.2018 Nebenwirkungen wieder da aber abgeschwächt als bei 15 mg sonst ganz gut keine Gedanken

09.02.2018 Mir geht es super, keine Symptome und die Nebenwirkung sind noch da, aber sehr erträglich
17.02.2018 keine Absetz Symptome, Nebenwirkungen sehr schwach
20.02.2018 immer noch keine absetz Symptome, Nebenwirkungen da
01.03.2018 keine Absetz Symptome bekommen seid 3 Tagen sind die Nebenwirkungen gesunken. Ich vermute es liegt daran, dass ich jetzt jeden Tag jogge
05.03.2018 immer noch keine Probleme, aber Nebenwirkungen wieder etwas stärker. Keine Gedanken. Kann kaum abwarten bis zur nächsten Reduktion
23.03.2018 - 5mg: 5 mg mal sehen wie es wird bis jetzt ist nichts, aber auch zu früh
04.04.2018 Noch keine Symptome, mir geht es Super und die Nebenwirkung sind sehr gering. Von meiner Grunderkrankung keine Spur
10.04.2018 Noch keine Symptome. Mir geht es immer noch sehr gut und vom Zwang auch keine Spur. Bin leicht müde, liegt aber vom Wochenende noch, da ich wegen einem Paris Trip kaum geschlafen habe.
05.04.2018 seid heute 0 mg
28.04.2018 folgende Absetz Symptome sind verschwunden:
Übelkeit und Schwindel
Folgende Absetz Symptome habe ich noch:
Augen brennen, komische Wahrnehmung von mir selber und manchmal Kopfschmerzen und Matschig. Jedoch Wellen artig mal besser und mal schlechter.
26.06.2018 immer noch Absetz Symptome, die stündlich ihre Starke ändern aber Alltag tauglich bleibt. Wahrnehmung immer noch gestört. Seid 3 Tagen CBD seid 8 Tagen Mariendistelsamen und L-Tryptophan
31.08.2018: Symptome sehr zurück gegangen, normale Gedanken kommen wieder, Gehirn nur noch leicht betäubt, schwankt etwas

Towanda1
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Towanda1 » Samstag, 08.09.18, 9:04

Jamie hat geschrieben:
Freitag, 07.09.18, 18:59

Vorab: Natürlich hatten wir auch die Überlegung, das hier öffentlich zu machen und darauf hinzuweisen, dass dieses Seminar stattfindet unter Mitwirkung von einer Referentin aus dem ADFD.
Towanda hatte die Tagung ebenfalls entdeckt.
Ich weiß nicht, ob sie das Tagungsprogramm nicht kannte und wusste, dass jemand vom Forum dabei ist (?)

Wir haben uns in einer gemeinsamen Absprache aber dafür entschieden (Team und ich), dies nicht öffentlich zu machen.
Es war aber letztlich meine Entscheidung und wenn das Team es anders empfunden hätte, hätte das letzte Wort immer noch ich gehabt, denn ich stelle mich zur Verfügung und ich muss einschätzen, inwieweit ich es publik haben will.
Das gilt auch für die künftigen Referenten aus dem Team, die es jeder für sich entscheiden sollen.
Hier waren meine Eindrücke und die des Teams aber deckungsgleich.

Aus einem diffusen Gefühl heraus nicht zu wollen, dass Menschen womöglich ausschließlich wegen mir kommen und auch leider dem Gefühl zu ahnen, dass womöglich Einzelne keine Grenzwahrung kennen würden und in den Pausen auf mich zustürmen würden in der Hoffnung, dass ich mich um ihre Nöte kümmere (allein der Gedanke macht mich fertig :cry: ) haben wir dann entschieden, es zu lassen.
So gerne ich helfe, so sehr spüre ich doch, an meinem Limit zu sein.
Ich könnte niemals nein sagen, wenn jemand persönlich vor mir steht und um Hilfe bittet - und wüsste doch gleichzeitig, wie sehr mich das fertig machen würde.

Ich hoffe Towanda versteht, dass das nicht böse gemeint oder gegen sie gerichtet war, denn wir hätten ja in der Tat vorher preisgeben können, dass wir mit von der Partie sind ;)
Liebe Jamie,

vielen Dank für Deine Erklärung! Nein, ich bin nicht böse, da meine Intention für die Threaderöffnung eine ganz andere war :hug:

Ja, ich habe mir das Programm vorher angeschaut, und nein, ich wußte nicht, daß jemand vom ADFD dabei ist, aber ich habe auch gar nicht darüber nachgedacht.

Meine Frage, ob da jemand hinfährt, hat sich darauf bezogen, ob jemand als Zuhörer hinfährt, man evtl. gemeinsam fahren könnte, oder jemand schon mal dort war und schildern kann, ob sich die lange Anfahrt lohnt.

Letztlich habe ich mich dagegen entschieden, da ich gestern einen sehr langen Arbeitstag hatte und deshalb noch am Nachmittag nach Hause hätte fahren müssen. Das war mir doch zu viel. Deshalb vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, so kann ich doch einen Einblick bekommen.

LG Towanda
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11.02.18 - 22,50 mg Mirtazapin - Zustand stabilisiert sich, NW: leichte Muskel- und Gelenkschmerzen,
aber gut auszuhalten, hin und wieder Kribbelbeine
19.02.18 - Psychiatertermin - bei 22,5 mg bleiben
29.03.18 - 18,75 Mirtazapin
07.04.18 - wegen Gewichtszunahme Intervallfasten begonnen
14.05.18 - Psychiatertermin - Kribbelbeine sind schlimmer geworden, Empfehlung: Mirtazapin auf 15 mg reduzieren
22.05.18 - 15,00 mg Mirtazapin - 3 Tage später leichte Stimmungsschwankungen, 1 x Drehschwindel,
insgesamt nicht so stabil, Tagesschwankungen, aber auszuhalten
26.06.18 - 5 Glob. Ciprofloxacin C30 einmal wöchentlich
30.06.18 - 13,50 mg Mirtazapin - Wasserlösmethode
01.07.18 - 13,50 mg Mirtazapin - Umstieg auf Feinwaage und Nagelfeile :D
03.08.18 - 12,00 mg Mirtazapin
09.09.18 - 10,80 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Ciprofloxacin C30 5 Globuli
1 x tgl. Thyreoidea comp. 5 Globuli


Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen

Siggi
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Siggi » Samstag, 08.09.18, 9:40

Guten Morgen liebe Jamie <3

ein riesengroßes Dankeschön für dein fabelhaftes Referat :D

Ich habe es soeben gelesen und bin regelrecht " Hin und Weg..."

Dein Vortrag war voller Prägnanz, Kompetenz,wahrhaftiger und eindringlicher Reflexion,
klarer und kurzer Erläuterung und Darstellung langer schwerer Leidenswege Betroffenener ,
aber auch geprägt mit dringender Mithilfe der Ärzteschaft, dem Konsument im Vorfeld bessere Ausklärungsarbeit
zu bieten .

Liebe, gute Frontfrau, ich bin so stolz und dankbar, dass du trotz deiner massiven gesundheitlichen
Beeinträchtigungen so tapfer und unbeirrt dein Referat gehalten, und so tapfer durchgezogen hast.
Ein voller Erfolg fürwahr, der auch die positive Resonanz einiger Anwesender zeigte.
(alleine schon die Fahrt dorthin war eine enorme Leistung)

Durch die zahlreiche Anwesenheit der Ärzteschaft, die Hoffnung auf verantwortungsvolleren Umgang
mit PP vermittelt, lässt hoffen, dass Interesse vonseiten der Behandler besteht :D

Mit deinem Spitze -Referat hast du einen großen Meilenstein für uns alle gelegt.
So können wir nun wünschen und hoffen, dass so mancher Arzt beim vorschnellen Verschreiben dieser
" Smarties " bewusster und aufklärender, gegenüber dem Konsument vorgeht.

Auch hast du klare Worte über die ,leider häufig vorkommende Unwissenheit der Ärzte, und den fatalen Folgen
des verkehrten Absetzens von PP gefunden..... einfach super!!


Nochmals, ein dickes, großes
DANKESCHÖN liebe "Jill" <3 <3
Ganz herzlich :hug: :hug:
Siggi
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 08.09.18, 11:52

Hallo Jamie,

ich bewundere dich sehr, dass du unter all dem Stress und Kummer der letzten Monate noch in der Lage bist, einen Vortrag vorzubereiten. Und vor Fachpublikum.

Und dann warst du auch noch krank am Vortragstag, und hast es dennoch gemacht.

Wie cool ist das denn. 8-)



Danke fürs Reinstellen.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 08.09.18, 14:16

Liebe, tapfere Jamie,

vielen Dank, dass du das unter diesen Umständen so durchgezogen hast.

LG Ute
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Rosenrot
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Rosenrot » Samstag, 08.09.18, 22:03

Liebe Jamie,

ein großartiger Vortrag! :party2:

Ich denke, mehr kann man aus 20 Minuten kaum herausholen, um auf die Dringlichkeit unseres Anliegens hinzuweisen.

Herzlichen Dank, dass du den Umständen zum Trotz all diese Mühen auf dich genommen hast.

Ich wünsche dir, dass du dich jetzt in Ruhe auskurieren kannst. :hug:

Liebe Grüße
Rosenrot
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Giraffe » Sonntag, 09.09.18, 21:28

Liebe Jamie

Echt toller Vortag einfach super vielen Dank🤗

LG Claudia
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Reiner Ott » Sonntag, 09.09.18, 21:55

Hallo liebe Jamie, Hallo liebes ADFD-Forum,

mein Dank zuerst an Jamie, hat viel Spaß gemacht, mit Dir und Sabine den ersten Block auf dieser Tagung vorzubereiten und durchzuführen. Leider machte uns deine Erkältung einen Strich durch die Rechnung, das wir uns intensiver austauschen konnten.

Bevor ich meine Tagungseindrücke hier noch einmal einkopiere, verweise ich lieber auf die Webseite vom Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e.V. wo der gesamte Tagungsbericht von mir herunterladbar ist.

http://www.genesungsbegleiter.hamburg/i ... ember-2018

Viel Spaß beim lesen,
euer Reiner
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Marko92 » Montag, 10.09.18, 14:24

Liebe Jamie :)

ein dickes DANKE :party2:

LG Markus
seit Anfang 2011 20 mg Paroxetin wegen Angststörung
Mitte April 2014 auf 4mg, alle 3 Wochen 2 mg reduziert mit leichtem Schwindel, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen für einige Tage, seit 20. Juni 2014 NULL - leichte Symptome wie bei den anderen Schritten

Jamie
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Jamie » Montag, 10.09.18, 15:32

Hallo,

ich bin immer noch bettlägerig. Mich hat es richtig erwischt. :(

Ich lese die Tage hier in Ruhe rein.


Grüße
Jamie (schwitzend, frierend, schlotternd, hustend, schnupfend, langsam genervt und leicht jammernd)
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von weg » Montag, 10.09.18, 21:08

:hug:
oje liebe jamie,

ich wünsche dir gute besserung

mögen schwitzend, frierend, schlotternd, hustend, schnupfend, langsam genervt sich bald wieder aus dem staub machen.

jammern darfst du doch - es tut auch gut.

meine mutter jammerte und jammerte immer wieder und ich war immer wieder sehr bemüht ihr zu helfen. ihr das leben zu erleichtern. aber sie jammerte immer weiter.

irgendwann habe ich sie gefragt: warum jammerst du denn immer?

sie schaute mich an und sagte: jammern tut doch so gut!!!!

seither ging ich bei meinen besuchen oft mit ihr spazieren und dann schlug ich ihr vor: so nun jammern wir mal die ganze strecke von hier bis dort.

meine mutter strahlte und genoss es.


ich sende dir mal ein paar :fly: :fly: :fly: :fly: die wirken!!!

herzlich
weg
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Jamie » Montag, 10.09.18, 22:58

hallo weg :)

Das kann ich nur unterstützen.
Jammern - alleine das Wort ist für viele schon negativ konnotiert.
Aber eigentlich ist Jammern ein effektiver Weg der Psychohygiene und entlastet ungemein.

Mir ist in diesem Zusammenhang noch das Seufzen aufgefallen, insbesondere bei mir.
Manchmal seufze ich und das Seufzen kommt wirklich von 'tief drinnen', sodass zb meine Mutter, wenn sie in der Nähe ist, sofort nachfragt was los ist (es klingt wohl wirklich alarmierend). :roll:

Beim Seufzen merke ich dann oft, ich verbinde das mit langem Ausatmen, dass der Atem stockt.
Ich vermute das Seufzen dient bei mir der Abgabe negativer Energie und Regulation der Atmung und meist fühle ich mich unmittelbar besser danach.

Ich halte es für einen teilweise unbewusst ablaufenden Mechanismus der Gefühlsreinigung bei mir sowie dem Hinweis meine Atmung mehr wahrzunehmen, denn unter Stress und Anspannung wird mein Atem immer kurz und flach.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 11.09.18, 7:19

Reiner Ott hat geschrieben:
Sonntag, 09.09.18, 21:55
Hallo liebe Jamie, Hallo liebes ADFD-Forum,

mein Dank zuerst an Jamie, hat viel Spaß gemacht, mit Dir und Sabine den ersten Block auf dieser Tagung vorzubereiten und durchzuführen. Leider machte uns deine Erkältung einen Strich durch die Rechnung, das wir uns intensiver austauschen konnten.

Bevor ich meine Tagungseindrücke hier noch einmal einkopiere, verweise ich lieber auf die Webseite vom Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e.V. wo der gesamte Tagungsbericht von mir herunterladbar ist.

http://www.genesungsbegleiter.hamburg/i ... ember-2018

Viel Spaß beim lesen,
euer Reiner
Danke für den Einblick!
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Reiner OttUlulu 69Arianrhod
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

SeventhWave
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von SeventhWave » Mittwoch, 12.09.18, 9:28

Liebe Jamie,

ich hatte beim Lesen echt Pipi in den Augen. Bombe!

7th
Vorgeschichte:
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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)

rupilas
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Re: Das ADFD in Herford: Eine Nachlese / Tagungsbericht Herford 6.9.18 Wege aus der Depression: Antidepressiva absetzen

Beitrag von rupilas » Mittwoch, 12.09.18, 10:33

Liebe Jamie,

vielen Dank für das bereitstellen Deines tollen Vortrages. Es ist wirklich anerkennenswert was Du da präsentiert hast.
Ich hoffe auch, dass es Dir etwas besser geht.

LG

Martin
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Ululu 69
Diagnose generalisierte Angststörung seit 2001

Medikament:Mirtrazapin
seit Herbst 2016 7,5 mg M bei Bedarf (ca aller 14 Tage)
2 Versuche 12/ 2017 ohne nach 14 Tagen wieder eine Tablette
2.Versuch endete Januar 2018 mit Infekt und Angstphase
Der Psychater empfahl Erhöhung auf 30 mg (Einnahme ab 22.1. für 18 Tage)
Danach 3 Tage auf 15mg wegen Schwindel Dann nächster Termin beim Psychater mit Empfehlung wieder auf gelegentlich 7,5mg zu reduzieren
Angstattacken am Morgen, Lethargie bis ca.10 Uhr,Ich will nicht mehr Gedanken
14+15.2.2018 7,5mg
16+17.2.2018 3,75 mg
18.2. 2,5 mg
19.2. 0,0
ab 20.2. 7,5mg
ab 17.3. 3,75 mg( am 31.3 + 2.4. doppelte Dosis) :frust:
ab 3.4. 3,75mg
ab 8.4. 0
ab 10.4. 7,5mg
ab 14.5. 6,7 mg (ab hier Wasserlösmethode)
ab 25.5. 5,0 mg
ab 26.5. 3,75 mg (2 Wochen heftige Absetzerscheinungen)
ab 17.6. 2,25 mg (nach 5 Tagen depressive Verstimmung, Angst, kürzerer Schlaf
ab 6.7. 1,95 mg ( nach einer Woche morgens depressive Verstimmung ca 3 Tage)
ab 23.7. 1,65 mg ( nach einer Woche morgens depressive Verstimmung)
ab 6.8. 1,35 mg
ab 18.8. 1,05mg
ab 1.9. 0,75mg (nach zwei Tagen heftige Depri nach Anruf KK 2.Woche schlaflose Nacht Grunderkrankung? )
ab 22.9. 0,6 mg (4ml) 22.9.+23.9. ok
Plan: ab 12.10. 0,45 mg (3ml)
ab 2.11. 0,3 mg (2ml)
ab 23.11. 0,15 mg (1ml)
ab 21.12. 0,075mg (0,5ml)

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