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Dyskinesien oder Ticstörung?

Das Absetzen von Psychopharmaka bedeutet oft eine Herausforderung für Körper und Seele. Bestimmte Beschwerden können verstärkt werden oder auch erstmals auftreten. Hier finden sich Infos und Diskussionen zu entzugsbedingten Gesundheitsthemen.
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Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Blumenwiese » Donnerstag, 11.10.18, 20:47

Hallo,

Ich hab so schlimme Tics, die von Jahr zu Jahr schlimmer werden. Ich hatte bestimmte Tics (Schniefen, Hüsteln, Augenzwinkern) zwar auch schon als Kind und im frühen Erwachsenenalter, aber seitdem ich Medikamente nehme, scheint es immer schlimmer zu werden.

Besonders belastend ist dabei, dass diese Bewegungen, die ich mache, zu starken Verspannungen und Schmerzen führen... und unangenehm ist es mir auch in der Öffentlichkeit.

Besonders das Grimassieren und die Verrenkungen mit der Hand und dem Fuß sind schlimm. Seltsamerweise ist nur die rechte Körperhälfte betroffen.

Von einem Psychiater hab ich deswegen die Diagnose Ticstörung bekommen. Aber ich weiß nicht, ob er damit wirklich Recht hat.

Hat jemand Erfahrung damit?

Liebe Grüße
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Re: Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 13.10.18, 19:34

Hallo Blumenwiese,

ich habe keine Erfahrung damit , aber ich habe beides schon gesehen , und ich finde es sieht unterschiedlich aus.
Wenn ich dir beschreibe, was genau, hoffe ich, dass ich dich nicht triggere
Wenn ja, lösche ich den Beitrag.
( ich selbst hatte immer furchtbare Angst vor Spätdyskinesien, ich konnte das gar nicht ertragen).
Blumenwiese hat geschrieben:
Donnerstag, 11.10.18, 20:47
Schniefen, Hüsteln, Augenzwinkern
das sind wirklich Tics, und Tics können auch Verspannungen machen , ich kenne einen Jungen mit Tourette, der eigentlich immer Muskelschmerzen hat, weil er den Kopf hin- und herwirft.

Bei Spätdyskinesien gibt es hauptsächlich zweierlei: Eine Art Mundbewegung, sieht aus wie permanentes Kaugummikauen. So ein Verdrehen der Arme, sieht aus, als wolle der Betroffene Brotteig kneten.
Eine Bekannte von mir, die leider lange hat NL nehmen müssen, hat das.

Eigentlich kann man das, ohne die Person zu sehen, gar nicht beantworten , der Unterschied ist wohl sehr subtil. Ich glaube auch gar nicht, dass jeder Arzt das kann.


liebe Grüße Arian
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Re: Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Blumenwiese » Samstag, 13.10.18, 19:45

Hallo,

Vielen Dank für Deine Antwort. Du triggerst mich gar nicht. Aber ich finde es total lieb, dass du dir Gedanken um mich machst.

Ich hatte vor ein paar Jahren mal ein Youtube Video von einer gesehen mit diesen Dyskinisien und das mit dem Kiefer sah genauso aus wie bei mir. Aber es ist kein Kauen, sondern ein Verziehen des Unterkiefers nach Außen mit gleichzeitigem Öffnen des Munds.
Die Hand und den Fuß muss ich verdrehn und überstrecken...

Ich hatte eine bessere Phase, wo ich nur das Quetiapin Retard genommen hatte, ohne das Promethazin. Beim Reduzieren vom Qietiapin wird es aber schlimmer.... es scheint auch mit Stress zusammen zu hängen...

Dyskinesien werden, vermute ich, nicht durch Stress beeinflusst?

Vielleicht verstärken bestimmte Psychopharmaka ja auch Ticstörungen. Die Tics, die nur auf eine Körperhälfte beschränkt sind, hab ich erst seitdem ich 2005 Promethazin angefangen hab zu nehmen.

Liebe Grüße
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Re: Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Blumenwiese » Sonntag, 14.10.18, 0:44

Hallo,

Ich fand die Beschreibung der Frühdyskinesien auf dieser Seite sehr interessant:

http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... nesien.htm

In diesen Punkten erkenne ich mich wieder:

-mimische Muskulatur: unwillkürliche Bewegungen der Stirn, der Augenbrauen, der Region um die Augen sowie der Wangen; Beispiele: Stirnrunzeln, Blinzeln, Grimmassieren. Ggf. Lidkrampf, d. h. unwillkürliches Zukneifen der Augen.

-Unterkiefer: Ziehen/Spannen der Kaumuskulatur. Ständiges Kauen und Mundöffnen sowie Beißbewegungen (vor allem Querbewegungen des Unterkiefers mit Knirschen).

-Arme/Hände/Finger: Bewegungen, die entweder unregelmäßig schnell-spontan oder unregelmäßig langsam-schneckenförmig ablaufen. Steifigkeit der Arm-Muskulatur.

-Beine/Füße/Zehen: Außenrollen, Innenrollen, Fersenklopfen, Fußtippen, Fußwinden u. a. Erhöhte Spannung in den Beinmuskeln.

-Halsmuskulatur: Drehung von Kopf/Hals nach der Seite bzw. nach hinten (Schiefhals).

-Schultergürtel/Hüfte: Verziehen der Schultermuskulatur. Hüftendrehen, bisweilen einseitig betont.

-Rumpf/Rücken: Schaukeln, Wiegen, Wippen, Verdrehen oder Verrenken des Rumpfes.

Vielleicht gehen diese Symptome ja wieder weg, wenn ich die Tabletten los bin. Es dauert nicht mehr lange, dann bin ich wieder ohne Promethazin und nehm nur noch das Quetiapin Retard. Mal sehen, ob das schon eine Veränderung bringt.

Liebe Grüße
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Re: Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 14.10.18, 14:31

Hallo liebe Blumenwiese,

Frühdyskinesien ist recht einfach zu testen, weil sie auf Akineton ansprechen. Da reicht eine Dosis - geht das Symptom weg , ist es sicher eine Frühdyskinesie.
Normalerweise treten sie auch nur in der Anfangsphase eines neuen PP auf, also Tage bis wochen.
Wie lange nimmst du Promethazin schon ?


Spätdsykinesien lassen sich durch MEHR NL unterdrücken "maskieren", sie sind dann weg , aber EIGENTLICH schreitet die Schädigung noch schneller voran, bis es so ist, dass sie sich nicht mehr unterdrücken lassen - ich finde den Test brutal und würde das niemandem antun wollen. . :cry:

liebe Grüße Arian
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Re: Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Blumenwiese » Sonntag, 14.10.18, 16:34

Hallo,

Ich nehme das Promethazin seit 2005 und diese Tics werden eher immer schlimmer. Waren aber kurzzeitig besser als ich das Quetiapin Retard mit 300 mg genommen hab.

Vielleicht ist das ja auch ein Absetzsymptom, wenn ich das Promethazin immer wieder hoch und runter dosiert hab... oder jetzt auch vom Quetiapin die Absetzsymptome.

Ich werd wohl mehr wissen, wenn ich alle Medikamte ausgeschlichen hab...

Ich hoffe, dass es wieder besser wird, weil es echt belastend ist.

Liebe Grüße
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Re: Dyskinesien oder Ticstörung?

Beitrag von Blumenwiese » Sonntag, 14.10.18, 20:07

Hallo,

Ich fand das hier sehr aufbauend:

Zitat:
"Spätdyskinesien aufgrund einer Neuroleptika-Therapie gelten üblicherweise als irreversibel, wenn die Symptome sechs Monate nach Absetzen des Neuroleptikums persistieren. Nach einer jahrelangen Neuroleptika-Therapie könne man jedoch nicht erwarten, daß die Symptome so schnell verschwinden, hat Professor Matthias Dose vom Bezirkskrankenhaus Taufkirchen berichtet. Nach seiner Erfahrung mit Patienten, die über 30 bis 40 Jahre Neuroleptika bekommen haben, besserten sich Dyskinesien auch Jahre nach dem Absetzen der antipsychotischen Medikation noch."


Auch interessant:

Zitat:
"Beim Medikamentenwechsel bestehe außer der Gefahr des Rezidivs auch die Gefahr von Absetzdyskinesien: Die Patienten sind dann noch unruhiger als unter der ursprünglichen Behandlung."

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... ellen.html

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