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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Kurz vorm Durchdrehen nach Absetzen von Mirtazapin v. 3 Mon.

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Wicki
Beiträge: 9
Registriert: 27.05.2005 16:04

Kurz vorm Durchdrehen nach Absetzen von Mirtazapin v. 3 Mon.

Beitrag von Wicki »

hallo zusammen,

bin total froh, dieses forum gefunden zu haben und hoffe, ihr könnt mir helfen. ich bin etwas unsicher, ob ich hier schon etwas zu meinen problemen schreiben soll oder nicht, oder ob ich lieber in den entsprechenden bereich gehen soll :roll:
weiß auch nicht, ob ich das mit der signatur richtig gemacht habe - falls nicht, sagt bitte gleich bescheid, ok?
ich bin 40 jahre alt und weiblich...

hm, fürs erste mal liebe grüße
wicki
Diagnose: (Mitralklappenprolaps(-syndrom), Depression, Angststörung seit 22 Jahren)
Aktuelle Medikation: (Doxepin ca. 47 mg)
Bisherige Absetzversuche: von anfänglichen 150 mg Doxepin Ende 2005 eigenständig bis auf 50 mg (2010) reduziert. Jeder Versuch, weiter auf 37,5 mg zu reduzieren, scheitert seit ca. 1 Jahr, weil die Absetzsymptome nach ca. 6 Wochen unerträglich werden. Jetzt langsam weiter mit ca. 47 mg.


Symptome seit Dosisreduktion: extreme Muskelbeschwerden, Schweißausbrüche, Angst, Blutdruckschwankungen, Herzrasen, Grippesymptome - Niesanfälle, ständig laufende Nase, tränende Augen, unerträglicher Juckreiz am ganzen Körper, Akkomodationsstörungen (nah und fern) etc.
Positiv seit Dosisreduktion: 7 Kilo Gewichtsabnahme (klappte erst ab 37,5 mg), Brustgröße wieder normal, kein Wasser mehr in den Beinen, Heißhunger auf Süßigkeiten lässt nach.
Hannes Wien
Gründer
Beiträge: 903
Registriert: 27.10.2003 14:16
Wohnort: Wien
Danksagung erhalten: 6 Mal

Beitrag von Hannes Wien »

Hallo Wicki,

willkommen im Forum!

Sorry ich habe deinen Beitrag einfach übersehen!

Ich kenne die von Dir beschriebenen Symptome leider auch alle.

Also mit den Muselkrämpfen ist das bei mir schon viel besser, zittrig bin ich am Morgen nach 6 Monaten !! noch immer recht heftig.

Die Schweißausbrüche hatte ich immer aus "heiterm Himmel" sogar jetzt nach 6 Monaten allerdings nur mehr ganz selten.

Wie äussert sich denn die Angst bei dir?
Kann das sein, dass die Ängste bei dir durch Benommenheit ausgelöst werden?

Du könntest jetzt versuchen mit einer kleinen Dosis Mirtazapine wieder stabil zu werden.
Allerdings kann man gerade bei Mirtazapine NICHT sicher sagen ob das funktioniert.

Es gibt einige hier im Forum die nach Einnahme der vollen Dosis nicht wieder stabil geworden sind.

Liebe Grüße

Hannes
Wicki
Beiträge: 9
Registriert: 27.05.2005 16:04

Beitrag von Wicki »

Hallo Hannes,

vielen Dank für Deine Antwort, hab mich echt gefreut darüber !

Die Muskelkrämpfe haben auch bei mir mittlerweile etwas nachgelassen, obwohl ich immer noch das Gefühl habe, dass meine Beine von innen "leben". Schweißausbrüche haben sich auch wieder etwas gelegt zum Glück.
Ich war vor kurzem im Krankenhaus, weil ich Anfang Mai einfach zusammengeklappt bin und dachte, ich hätte die Gewalt über meine Beine jetzt komplett verloren. Zu der Zeit fingen auch die Panikattacken wieder an, die ich bis dahin eigentlich wieder ganz gut im Griff hatte.
Nach 10 Tagen auf der Neurologie und etlichen Untersuchungen wurde erst auf Parkinson getippt, was aber durch einen "DatScan" dann zum Glück entkräftet wurde, und ich wurde ohne Diagnose entlassen.

Erst durch einen Beitrag hier in Eurem Forum habe ich angefangen, meine Beschwerden mit dem Absetzen des Mirtazapins in Verbindung zu bringen und hatte daraufhin die glorreiche Idee, mal in die Packungsbeilage zu schauen :shock:
Was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass ich diese Muskelbeschwerden fast während der gesamten Einnahme hatte, also über mehr als 2,5 Jahre........... und dass die sich nach Absetzen drastisch verschlimmert haben.

Bis gestern war ich 4 Monate ohne Mirtazapin, hab letzte Nacht mit 15 mg wieder angefangen, weil ich fürchterliche Angst habe, wieder in eine Depression zu fallen......... die ersten Anzeichen merke ich bereits, aber aufgrund der zur Zeit verstärkt auftretenden Ängste fühle ich mich kaum in der Lage, allein dagegen anzukämpfen.
Meine Ärztin ist mir momentan keine Hilfe, da sie immer schnell mit dem Verschreiben von Neuroleptika ist, was ich aber zum jetztigen Zeitpunkt ablehne, weil ich diesen Zustand von Zugedröhntsein so hasse.

Meine Angstsymptome sind klassisch, würde ich sagen........... beim Einkaufen in der Warteschlange, vorm Bankautomaten etc., sehr heftig unter Menschen, aber auch immer öfter zuhause ohne jeden erkennbaren Anlass. Zudem eine plötzlich auftretende Schwäche in den Beinen, was dazu geführt hat, dass ich mich kaum noch aus dem Haus wage aus Angst irgendwo zusammenzubrechen. Das ist natürlich kein Zustand, deshalb hatte ich mir gestern überlegt, dass ich mit einer kleinen Dosis wieder anfange.
Hätte gerne weniger genommen, aber ich hab nur teilbare 30 mg da......


Wie ist das denn bei Dir? Du hast ja wirklich lange durchgehalten, Hut ab ! Wird die Hölle gewesen sein, nachdem, was ich hier schon gelesen habe. Hast Du keine Angst, wieder depressiv zu werden?
Was würdest Du nehmen wollen, wenn Du einen Rückfall bekämst?
Ich hab mich hier schon etwas durch die Infoseiten geklickt, bin aber ziemlich verwirrt über das, was ich gelesen habe. Liegt evtl. an meinem Zustand, keine Ahnung............... am liebsten würd ich alles an Medis in den Müll schmeißen, aber davor hab ich auch Angst.


Liebe Grüße an Dich
Wicki
Diagnose: (Mitralklappenprolaps(-syndrom), Depression, Angststörung seit 22 Jahren)
Aktuelle Medikation: (Doxepin ca. 47 mg)
Bisherige Absetzversuche: von anfänglichen 150 mg Doxepin Ende 2005 eigenständig bis auf 50 mg (2010) reduziert. Jeder Versuch, weiter auf 37,5 mg zu reduzieren, scheitert seit ca. 1 Jahr, weil die Absetzsymptome nach ca. 6 Wochen unerträglich werden. Jetzt langsam weiter mit ca. 47 mg.


Symptome seit Dosisreduktion: extreme Muskelbeschwerden, Schweißausbrüche, Angst, Blutdruckschwankungen, Herzrasen, Grippesymptome - Niesanfälle, ständig laufende Nase, tränende Augen, unerträglicher Juckreiz am ganzen Körper, Akkomodationsstörungen (nah und fern) etc.
Positiv seit Dosisreduktion: 7 Kilo Gewichtsabnahme (klappte erst ab 37,5 mg), Brustgröße wieder normal, kein Wasser mehr in den Beinen, Heißhunger auf Süßigkeiten lässt nach.
Hannes Wien
Gründer
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Registriert: 27.10.2003 14:16
Wohnort: Wien
Danksagung erhalten: 6 Mal

Beitrag von Hannes Wien »

Hallo Wicki!
Ich war vor kurzem im Krankenhaus, weil ich Anfang Mai einfach zusammengeklappt bin und dachte, ich hätte die Gewalt über meine Beine jetzt komplett verloren. Zu der Zeit fingen auch die Panikattacken wieder an, die ich bis dahin eigentlich wieder ganz gut im Griff hatte.
Panikattacken sind zwar selten beim Mirtazapine Entzug (das war fast das einzige was ich nicht hatte/habe) sind aber durchaus mögich!
Nach 10 Tagen auf der Neurologie und etlichen Untersuchungen wurde erst auf Parkinson getippt, was aber durch einen "DatScan" dann zum Glück entkräftet wurde, und ich wurde ohne Diagnose entlassen.
Die Ärzte haben sind nicht mal auf die Idee gekommen, dass die Zustände von Absetzen gekommen sind. :shock:
Meine Angstsymptome sind klassisch, würde ich sagen........... beim Einkaufen in der Warteschlange, vorm Bankautomaten etc., sehr heftig unter Menschen, aber auch immer öfter zuhause ohne jeden erkennbaren Anlass. Zudem eine plötzlich auftretende Schwäche in den Beinen, was dazu geführt hat, dass ich mich kaum noch aus dem Haus wage aus Angst irgendwo zusammenzubrechen. Das ist natürlich kein Zustand, deshalb hatte ich mir gestern überlegt, dass ich mit einer kleinen Dosis wieder anfange.
Wicki das ist kein Rückfall den du da hast sonderen Entzug!


David Healy hat geschrieben:
LEIDE ICH AN ABSETZERSCHEINUNGEN?


Es gibt drei Indikatoren, um zwischen Absetzerscheinungen und dem Wiederauf-tauchen der ursprünglichen Symptomatik zu unterscheiden:

1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen.
2. Wenn die Symptome (siehe Absetzsymptome) nach erneuter Einnahme oder Erhöhung der Dosis wieder verschwinden, deutet dies ebenfalls auf ein Absetzsymptom hin und nicht auf ein Wiederauftauchen der ursprünglichen Symptomatik. Wenn es echte Krankheitssymptome wären, würde es länger dauern, bis Sie wieder auf die Behandlung ansprechen. Die kurzfristige Reaktion der Symptomatik auf die Behandlung weist auf ein Absetzproblem hin.
3. Es ist durchaus möglich, dass sich ihre Absetzsymptome mit den Symptomen ihrer eigentlichen Krankheit überlappen. Beides enthält Elemente von Unruhe, Angst und Depressionen. Ebenso oft treten beim Absetzen aber auch völlig neue Symptome auf wie: kribbelnde Gefühle, elektrische Schocks, Schmerzen und ein grippeähnliches Gefühl.

Vor dem Absetzen eines SSRI sollte man sich vergegenwärtigen, dass viele Menschen keine Probleme haben werden. Einige werden minimale Probleme haben, die möglicherweise nach ein paar Tagen ihren Höhepunkt erreichen, um dann wieder nachzulassen. Die Symptome können allerdings auch einige Wochen oder sogar Monate andauern. Manche Menschen werden größere Probleme haben, denen mit den nachfolgenden Absetzplänen geholfen werden kann.
Schließlich wird es aber eine Gruppe von Menschen geben, die das SSRI schlicht und einfach nicht absetzen können. Es ist wichtig, diese letzte Möglichkeit anzuerkennen, damit Sie sich in diesem Falle nicht unnötig quälen. Ärztliche Hilfe mag für manche Angehörigen dieser Gruppe hilfreich sein, um den Nebenwirkungen der SSRI zum Beispiel dem Verlust der Libido, medikamentös

Lese mal das link:infopaket das gilt leider auch für Mirtazapine!
Hätte gerne weniger genommen, aber ich hab nur teilbare 30 mg da......
Remergil gibt es flüssig oder mit einen Tabettenschneider!
Wie ist das denn bei Dir? Du hast ja wirklich lange durchgehalten, Hut ab ! Wird die Hölle gewesen sein, nachdem, was ich hier schon gelesen habe. Hast Du keine Angst, wieder depressiv zu werden?
Ich war nie Depressiv ich hatte nur Schlafstörungen von einem Benzoentzug ---- Es ist die Hölle heute gehts mir wieder mal so schlecht, dass ich nicht Autofahren kann.
Was würdest Du nehmen wollen, wenn Du einen Rückfall bekämst?
Ich werde nie wieder irgend welche Psychopharmaka nehmem!

Liebe Grüsse

Hannes
Wicki
Beiträge: 9
Registriert: 27.05.2005 16:04

Beitrag von Wicki »

Hallo Hannes,

ich denke, es ist genauso wie Du sagst.......... kein Rückfall, sondern Entzug. Ich hab vorgestern mit 15 mg wieder angefangen und gestern abend dann einfach 7,5 mg genommen - hab mit Hilfe einer Rasierklinge die Tablettenhälfte nochmal halbiert, ging ganz gut. Ich werde mir aber vorsichtshalber doch lieber einen Tablettenschneider zulegen.
Jedenfalls ist der Unterschied schon jetzt echt krass zu spüren, ich hatte keinerlei Unruhe heute und konnte sogar im nahegelegenen Lädchen ein paar Sachen einkaufen. In der letzten Nacht bin ich das erste Mal seit Monaten ohne krampfende Beine eingeschlafen - ich konnts kaum fassen.
Heute mittag hatte ich für einige Minuten merkwürdige "Denkstörungen", die ich gar nicht so recht beschreiben kann. Wurde aber relativ schnell besser als ich versucht hab mich abzulenken.

Könntest Du mir evtl. einen Rat geben, wie ich jetzt weitermachen könnte? Das flüssige Remergil zu besorgen wird irgendwann ein Problem für mich werden, denn meine Ärztin war mit dem Absetzen (noch) nicht einverstanden. Mal sehen, was sie meint.........
Wie lange denkst Du, soll ich jetzt bei 7,5 mg bleiben?
Hm, ich könnt natürlich auch selbst mal schauen, steht ja hier sicher irgendwo :whistle:

Ich kanns noch nicht so recht fassen, dass es mir jetzt nach so vielen Wochen Quälerei so deutlich besser geht :?


Liebe Grüße
Wicki


P.S. Ging es Dir heute etwas besser als gestern? Ich wünsch es Dir sehr !!!
Diagnose: (Mitralklappenprolaps(-syndrom), Depression, Angststörung seit 22 Jahren)
Aktuelle Medikation: (Doxepin ca. 47 mg)
Bisherige Absetzversuche: von anfänglichen 150 mg Doxepin Ende 2005 eigenständig bis auf 50 mg (2010) reduziert. Jeder Versuch, weiter auf 37,5 mg zu reduzieren, scheitert seit ca. 1 Jahr, weil die Absetzsymptome nach ca. 6 Wochen unerträglich werden. Jetzt langsam weiter mit ca. 47 mg.


Symptome seit Dosisreduktion: extreme Muskelbeschwerden, Schweißausbrüche, Angst, Blutdruckschwankungen, Herzrasen, Grippesymptome - Niesanfälle, ständig laufende Nase, tränende Augen, unerträglicher Juckreiz am ganzen Körper, Akkomodationsstörungen (nah und fern) etc.
Positiv seit Dosisreduktion: 7 Kilo Gewichtsabnahme (klappte erst ab 37,5 mg), Brustgröße wieder normal, kein Wasser mehr in den Beinen, Heißhunger auf Süßigkeiten lässt nach.
Gesperrt