Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Antworten
Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 14998
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 04.12.19, 20:42

Liebe ADFDler,

Ich freue mich, euch auf diesen Radiobeitrag hinweisen zu können.

Antidepressiva richtig absetzen
WDR 5 Quarks - Hintergrund 27.11.2019 09:41 Min. Verfügbar bis 26.11.2024 WDR 5 Von Jochen Paulus

Bei schwereren Depressionen kommen oft Antidepressiva zum Einsatz. Viele Menschen möchten aber nicht auf Dauer Psychopharmaka nehmen und setzen sie eines Tages ab. Doch damit sollte man sehr vorsichtig umgehen, erklärt Jochen Paulus.

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... n-100.html

Im Beitrag komme ich zu Wort und auch der DGPPN Präsident Andreas Heinz. Unsere virtuelle Selbsthilfegruppe hier findet ebenfalls Erwähnung!

Das Interview fand im Rahmen des DGPPN Kongress 2018 statt, siehe https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=16131, das ist fast ein Jahr her.

Gut Ding will Weile haben 😊

Grüße von mir!

Clarissa
Beiträge: 3161
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 05.12.19, 7:09

Hallo und Danke für's Einstellen.

"JEDES Medikament induziert Gegenregulationen im Körper" - Zitat Andreas Heinz...

Grüße von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Bittchen
Beiträge: 672
Registriert: Freitag, 24.11.17, 9:35

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von Bittchen » Donnerstag, 05.12.19, 9:59

Liebe Murmeline,

ich hatte schon einen Text formuliert,wer weiß ob der bei dir ankommt.
Denn ich bin in einer privaten Nachricht darauf hingewiesen worden.
Fit am PC bin ich leider immer noch nicht.,aber ich gebe mein Bestes.
Darum nochmals vielen Dank,sehr gerne habe ich mir den Radiobeitrag angehört und bin so froh,dass endlich immer mehr Bewegung in diese leidige Sache kommt.
Liebe Grüße, auch an dich liebe Clarissa
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

FineFinchen
Teamunterstützung
Beiträge: 2293
Registriert: Mittwoch, 08.04.15, 17:34

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von FineFinchen » Donnerstag, 05.12.19, 10:29

Liebe Murmeline, :-)

danke für Deinen Einsatz!

Das ist ein wirklich informativer und sachlicher Beitrag geworden, den ich mir gerne angehört habe.

Herzliche Grüße
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
► Text zeigen

Quietscheentchen
Beiträge: 1092
Registriert: Montag, 01.10.18, 3:43

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von Quietscheentchen » Donnerstag, 05.12.19, 14:57

Danke, Murmeline!

Ist wieder ein guter Schritt auf dem Weg. Diesen Beitrag kann man dann den Ärzten um die Ohren hauen, die nach wie vor PP-Entzug leugnen.

Liebe Grüße
Bild
Mein Thread
► Text zeigen

carlotta
Beiträge: 3803
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 05.12.19, 20:35

Von mir auch ein Danke, Murmeline! :)

Es ist sehr wichtig, dass das Thema auch in den etablierten Medien mehr Gehör findet und sehr gut ist auch, dass nicht nur die sog. Fachleute, sondern auch Erfahrene zu Wort kommen.

Was mich nur echt geärgert hat, ist, wie Heinz auf dem Sucht-Begriff herumreitet. Das ist so dermaßen irreführend! Es geht um körperliche Abhängigkeit, nicht um Sucht (also psychische Abhängigkeit). Sucht steht bei AD überhaupt nicht zur Debatte. Man könnte meinen, die wollen die Unterscheidung (die die WHO übrigens sehr wohl trifft) einfach ignorieren, damit ihnen bei dem AD-Thema nicht alle Felle davonschwimmen. Naja.

Somit hat der Beitrag auch einen heiklen Punkt hervorgehoben.

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

LenaLena
Beiträge: 848
Registriert: Donnerstag, 30.11.17, 17:07

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von LenaLena » Donnerstag, 05.12.19, 23:23

Liebes Team, liebe Murmeline,

Ihr seid toll 🙏

Ich danke euch vielmals für dieses Engagement.
Das ist ein wichtiger Schritt.

Als nächstes wäre ich froh, wenn mal öffentlich gemacht wird, wie es einem geht und v.a. wie lange, wenn man eben nicht langsam entzogen hat.... diese Schäden sind so unglaublich. Man wird für Jahre aus dem Leben gerissen und das wird einfach vertuscht.
Oder dass die Leute sogar beim langsamen Ausschleichen genug Symptome haben :(

LG Lena

P.S. Ich fands ja sehr interessant, wie offen der Arzt sagt, dass die Pharmahersteller nur langsam und auf Druck der Patienten Stück für Stück die echten Zahlen von Betroffenen rausrücken ... erst wurde behauptet, nur wenige Prozent seien betroffen, dann wurde von 5% gesprochen, dann 10% zugegeben usw.
Das zeigt mal wieder, dass denen aus internen Studien die Zahlen ganz genau vorliegen und sie haargenau Bescheid wissen - aber unsere Gesundheit wird knallhart ihrem Profit geopfert 😠
► Text zeigen

Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme und gesunde Ernährung, Passionsblumentropfen
Mein Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=14041

carlotta
Beiträge: 3803
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10

Re: Radiobeitrag WDR 5 Antidepressiva absetzen

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 05.12.19, 23:50

Hallo Lena,

Du hast ja sowas von recht!

Und wenn man dann noch weiß, dass Ärzte sich hauptsächlich über pharmagesponserte Informationen zu Medikamenten "fortbilden" - sei es direkt über Vertreter samt Infomaterialien, Kongresse (auch meist industriefinanziert) oder auch Fachzeitschriften (auch dort wird die Artikelauswahl zumeist im Sinne der zahlenden Anzeigenkunden getroffen, das ist bekannt; Ausnahmen sind Blätter, die sich rein über Abonnenten finanzieren - gibt es aber nur wenige und die sind nicht so beliebt, weil nicht so schön bunt im Hochglanzstil) - wenn man also all das zudem weiß, überrascht es kaum, dass zahlreiche Behandler extrem unbeleckt sind zu den Risiken von AD und Co. Und man sollte daraus schließen, dass sie gar nicht so viel Fundiertes dazu wissen (wie sie glauben zu wissen).

Liebe Grüße
Carlotta

Ergänzung: Die DGPPN hat sich in der Vergangenheit allerdings auch nicht dadurch hervorgetan, valide, industrieunabhängige Informationen zu eruieren und ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit bereitzustellen. Interessanterweise fallen jetzt zumindest zum Teil einzige kritischere Äußerungen, nachdem andere diese Vorarbeit geleistet haben.
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

Antworten