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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Ich brauche Hilfe

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Venustus
Beiträge: 17
Registriert: 09.12.2003 14:33
Wohnort: München

Ich brauche Hilfe

Beitrag von Venustus »

Liebe Anne, liebe Linda, lieber CloneX, liebe Mitglieder,

ich habe seit einigen Monaten keinen Beitrag mehr plaziert, da es mir mehr als als schlecht geht. Nach meinen komplizierten und qualvollem Absetzen von Paroxetin und Fluoxetin bin ich nun seit Nov. 2003, bis vor einer Woche ohne jegliche chemische AD'S.

Da es mir jedoch immer schlechter geht - extreme Herzproblematik (Extrasystolen und sekundenlange Aussetzer) einhergehend mit Dauerpanikattacken, Übelkeit, Atemnot, extreme Schwäche etc. etc. etc.,
und permanenten extremen Angstzuständen (angeblich resultierend aus einer schweren Depression)

Mittlerweile kann ich das Haus kaum noch verlassen (wobei es auch zu Hause kaum noch zu ertragen ist) und erlebe Dauerhöllenqualen.

Meine Neurologin empfiehlt mir zur Stabilisierung dringend die vorübergehende Einnahme eines AD's.
Insidon, welches ich seit einer Woche einnehme (100 mg) narkotisiert mich in extremster Weise (bin so müde wie unmittelbar nach einer Vollnarkose) was meine Angst- und Panik und somit meine Herzanfälle bis in's unermeßliche steigert. Mit Benzodiazepinen bin ich mehr als sparsam, zudem diese nur eine stundenweise Erleichterung mit sich bringen und sehr schnell abhängig machen.

Zur weiteren Auswahl stehen Cipralex (welches mir vollkommen unbekannt ist) oder ein Betablocker.

Ich weiß nun wirklich nicht, was ich bevorzugen soll, da ich ein extrem
'gebranntes Kind' bin bzgl. der Nebenwirkungen und der Absetzproblematik.
Nur, ohne geht es momentan nicht mehr.
Johanniskraut und Zincum Valerianicum schaffen keine Abhilfe.

Wer kann mir weiterhelfen was o.g. AD's betrifft oder hat 'eingermaßen gute', mit anderen gemacht (was ich kurzfristig(!) einnehmen kann, ohne mit einer Abhängigkeit a la Paroxetin rechnen zu müssen)
Bin mittlerweile so weit, daß ich fast alles nehme, um diese Todesfolter zu beenden.

Alles Liebe und ganz herzlichen Dank!


Andrea
karin
Beiträge: 98
Registriert: 12.02.2004 14:38

Beitrag von karin »

hallo,

meine schwester macht sehr gute erfahrungen mit cipralex. sie hat keine nebenwirkungen. und ihr gehts damit so gut wie nie zuvor.

lg,
karin
mitte 05/2003 10mg zoldem->anfang 06-09/2003 0,75mg xanor, 150mg trittico->10/03 30mg remeron->anfang 12/2003 bis mitte 01/2004 50mg gladem->mitte 01/2004 50mg gladem, 75mg trittico->ende 02/2004 50mg gladem->mitte 03/2004 25mg gladem-> ausgeschlichen
Candy
Beiträge: 91
Registriert: 21.03.2004 19:19

Beitrag von Candy »

Liebe Andrea,

da du mit dem Absetzen von Paroxetin und Fluoxetin so qualvolle Erfahrungen gemacht hast, würde ich dir nicht unbedingt zu Cipralex raten, weil das ja auch wieder ein SSRI ist.
Lt. Hersteller unterscheidet es sich von anderen SSRIs, da es weniger Nebenwirkungen haben solll und die Wirkung schneller eintreten soll (dank des Wirkstoffs Escitalopram).
Ich habe da mal kurz in einem Forum nachgeschaut und kann sagen, dass die Patienten, die Cipralex nehmen jedoch auch die Nebenwirkungen schildern, die ich von Paroxetin kenne: Schlaflosigkeit, innere Unruhe, etc.
Ich kann nicht beurteilen, WIE groß dein Leidensdruck ist, aber ob Cipralex für dich das Richtige ist???????????
Ich hoffe, Anne kann dir da mit ihrem Fachwissen noch mehr zu sagen.
Ich drück dir ganz doll die Daumen, dass du schnell das Richtige für dich findest!!!!

Liebe Grüsse, Candy
Symptome: Depressionen, Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträume, dissoziative Zustände in allen Ausprägungen, SVV, Essstörungen; Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung; atypische Anorexie; soziale Phobie; Borderline Persönlichkeitsstörung; rezidivierende, mittelschwere Depression
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".
Waltraut
Beiträge: 7
Registriert: 23.03.2004 23:42

Wie wäre es mit Doxepin?

Beitrag von Waltraut »

Hallo,

seit mehreren Jahren quäle ich mich nun mit Angszuständen herum, die mit Panikattacken anfingen und sich jetzt im Laufe der Zeit zu einer ordentlichen Angstneurose ausgewachen haben. Ich habe in einer Phase als es mir sehr schlecht ging und ich Dauerangstzustände hatte von meinem Psychiater das Doxepin (ein trizyklisches Antidepressivum) und Olanzapin/Zyprexa (ein atypisches Antipsychotikum) verschrieben bekommen. Ich war zwar komplett "zugedrogt" (vom Doxepin nahm ich 300 mg pro Tag und vom Zyprexa morgens und abends je 5 mg), aber es hat mir geholfen und ich konnte sogar trotz der hohen Dosis arbeiten gehen, kein Mensch hat mir was angemerkt. Normalerweise sagt man ja, dass man als Angstpatient keine Antipsychotika benötigt, da ich aber im Dauererregungszustand war und mein Nervenkostüm völlig überstrapaziert war, hat sich mein Psychiater dazu entschlossen mir diese dennoch zu verabreichen, damit das Ganze einfach noch mehr unterdrückt wird. Und wie gesagt, damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich hatte zwar auch mit Nebenwirkungen zu kämpfen (Gewichtszunahme, trockener Mund, trockene Nasenschleimhaut, Verstopfung), aber ich war diese Höllenqualen los.
Vielleicht sprichst du mal deine Ärztin darauf an, ob es bei dir auch in Frage käme. Was die Absetzsymptomatik angeht, ich hatte nach Doxepinausschleichen ca. 2 Wochen Durchschlafschwierigkeiten, aber das hatte sich dann auch komplett gelegt. SSRI's habe ich überhaupt nicht vertragen, bei mir hätte es beinahe mit Selbstmord geendet, daher kann ich mir annähernd vorstellen wie es dir momentan zu Mute ist.
Sei weiterhin tapfer,

Waltraut
Venustus
Beiträge: 17
Registriert: 09.12.2003 14:33
Wohnort: München

Dankeschön!

Beitrag von Venustus »

Liebe Karin, liebe Candy, liebe Waltraut,

ich danke Euch von ganzem Herzen für die tolle Unterstützung!

Nach einem Telefonat mit meinem Internisten, der strikt
gegen Anitidepressiva ist, habe ich mich nun für einen Versuch mit
dem Beta-Blocker Concor Cor 2,5 mg entschieden.
Bzgl. Wirkung, Nebenwirkungen, Absetzsymptome etc. muß ich eben ein
Risiko eingehen.
Mal sehen...

Nochmals tausend Dank
und auch für Euch alles erdenklich Gute!

Liebe Grüße
Andrea
Gesperrt