ich nehme seit ca 2 Jahren Paroxat. In der Anfangsdosierung lag ich bei 20 mg, bin aber in meinem ersten stationären Aufenthalt auf 40 mg hochgesetzt worden. Ich bin seit gut drei Jahren in therapeutischer Behandlung, im Feb. 2007 hatte ich einen Suizidversuch, war 2 Wochen auf der geschlossenen und blieb dann für weitere 10 Wochen auf der offenen. Ich dachte, dass ich recht gut zurande kam, bis ein Umzug wegen Trennung ins Haus stand und ich dann 6 Monate später mich freiwillig in eine Kriseninterventionsstation einweisen liess, da ich kurz vor meinem zweiten Versuch gegens Leben stand. Der stationäre Aufenthalt hat mir dort sehr geholfen, weil ich dort wohl meine "richtige" Diagnose einer Borderlinestörung mit begleitender passender Behandlung bekam(vorher wurde ich als schwerst depressiv eingestuft). Ich hatte im Anfang auch andere Medis noch dazu, die ich aber alle nicht gut vertrug, bis aufs Paroxat. Nebenher hatte ich als Bedarfsmedikation Atosil(grausam, da ich davon immer üble Nervenzuckungen bekam), und noch ein ähnliches(welcher Name mir grade entfallen ist), wobei die Nebenwirkungen die gleichen wie beim Atosil waren. Mittlerweile habe ich im Notfallkoffer noch Diazepam, welches ich aber nur im äussersen Notfall nehmen würde, und der ist einfach nicht gegeben. (Als ich Nov 2006 in eine arge Krise schlitterte, bin ich zu einem Neurologen gegangen, und der verschrieb mir tgl.20mg Paroxat und 5mg Diazepam. Den entzug vom Diazepam hab ich dann in der Klinik gemacht, daher bin ich übervorsichtig, was die Einnahme desselben betrifft)
Ich bin mit dem Leben gekoppelt an Paroxat einfach nicht glücklich, habe das Gefühl, dass meine sexuelle Lust/Erregung brach liegt; hinzu kommt, dass ich innerhalb kürzester Zeit(nach Beginn der Einnahme)ganze 20kg zunahm, was nicht an übermässigem Essen lag, sondern bedingt durchs Medikament kam; ich bekomme das Gefühl nicht los, dass mein Körper wie blockiert ist, als ob Fremdkörper in mir sind. Mein Körper scheint empfindungsarm zu sein, mein Geist hingegen nicht. Mental nämlich geht es mir gut wie lange nicht, ich lebe in einer glücklichen Beziehung, die mich ausfüllt. Auch beruflich geht es langsam voran. Durch meine Therapien habe ich Einblicke und Erkenntnisse gewonnen, die mich stabil und auch gegen dunkle Tage gewappnet haben. Ich weiss, dass ich immer mal wieder solche Momente der Dunkelheit erleben werde, habe sie aber als einen Teil von mir akzeptiert und fahre damit sehr gut. Dies führe ich aber nicht auf das Paroxat zurück, sondern auf meinen persönlichen Erkenntnisgewinn. Auch scheine ich seit der Einnahme ein eingeschränkteres Gedächtnis zu haben, das nur nebenbei... Da ich auch einen Kinderwunsch(in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft kann Paroxat dem Kind erheblichen Schaden zufügen) hege, und einfach ein Leben ohne Medikamente geniessen möchte, werde ich Paroxat absetzen...
Allerdings bereiten mir die vielen negativen Berichte über das Absetzen und die Nebenwirkungen (auch in Bezug auf den allgemeinen Gebrauch) grosse Sorgen. Jeder Arzt hat mir zugesichert, dass dieses Medikament keinerlei Abhängigkeit hervorruft - was im Hinblick auf die sich häufenden Berichte ein Hohn zu sein scheint.
Gibt es Menschen, die beim Absetzen keine Schwierigkeiten hatten? was passiert, wenn ich es einfach sofort aus meinem Leben und Körper verbanne, dies aber mit einem gesunden Lebensstil, Sport und Meditation zu kompensieren versuche? Mein Partner wird mir bei dem Entzug zur Seite stehen, und ich möchte ihn gerne vorbereiten, auf das was kommen könnte...
Kurz noch die Eckdaten, ich bin weiblich, Ende 28 und lebe in Berlin.
Ich hoffe dass ich hier Hilfestellungen und Rat finde und bin gespannt, ein wenig ängstlich aber voller Zuversicht, auf das was kommt. Auch möchte ich dazu sagen, dass ich hier keinen ausführlichen Bericht meiner Krankheits/Therapie/Stationsaufenthalte geben kann, da das einfach zu ausufernd wäre...aber ich denke, dass kann jeder nachvollziehen
Ein schönes WE und lieben Gruss,
utili_1980