Hallo,
erst mal herzlichen Dank für dieses Forum! Es war wohl eines der wichtigsten Suchergebnisse meines Lebens. Ich hoffe, ich kann selbst gute Beiträge dazuleisten.
Zu mir: Bin 30, hab Abitur, leide mein halbes Leben an chronischen Depressionen mit Unkonzentriertheit und verlangsamtem Denken, nahm in den vergangenen 10 Jahren sämtliche Antidepressiva ein, zuletzt Jatrosom. Gegen meine Konzentrationsstörung und Verlangsamung half leider nie ein Medikament.
Ich hab unter „Antidepressiva absetzen“ meine Erfahrungen zu Jatrosom-Nebenwirkungen und meine leider seit 5 Monaten anhaltende schwere Absetzsymptomatik geschrieben.
Was ich euch gern – unabhängig von meiner Absetzsymptomatik - fragen würde: Hat jemand ne Erklärung für folgendes Phänomen:
Bis vor wenigen Jahren war abends immer meine beste Tageszeit, leistungs- wie stimmungsmäßig, was ja auch typisch bei Depressionen ist. Mit den Jahren fühlte ich mich zunehmend erschöpfter und bekam aber gleichzeitig auch immer mehr ADs – irgendwann in Kombinationen und es wurde nach 6 Wochen oft gewechselt - und es ist nun seit ein paar Jahren so, dass ich ab dem Nachmittag geistig total erschöpft bin … für den Rest des Tages. Ein Schläfchen abends oder Sport hat kaum Erholungseffekt. [Sogar meine Absetzerscheinungen folgen diesem Rhythmus: mein verschwommenes Denken wird mit zunehmendem Tagesverlauf noch verschwommener.] Kann das an während des Tages abfallenden Hormonen oder Neurotransmittern liegen? Welche könnten das sein? Im Blutbild sind meine Hormone ok, Blutabnahme war wie üblich morgens.
Vielen Dank schon mal für etwaige Anregungen und viele Grüße
grueffelo
Neu, abends matt und nun auch noch Jatrosom-Abhängigkeit
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mücke
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Re: Neu, abends matt und nun auch noch Jatrosom-Abhängigkeit
Hallo grueffelo
Herzlich Willkommen bei uns.
Ich wünsche dir einen angenehmen, regen Austausch.
Zu deiner Müdigkeit kann ich leider nichts sagen.
Da fällt mir nur eine Frage zu ein.
Wie sind denn deine Leberwerte?
Eine Erhöhung kann sich in Müdigkeit ausdrücken.
Bist du ansonsten körperlich gesund, auch die SD?
Gruss Mücke
Herzlich Willkommen bei uns.
Ich wünsche dir einen angenehmen, regen Austausch.
Zu deiner Müdigkeit kann ich leider nichts sagen.
Da fällt mir nur eine Frage zu ein.
Wie sind denn deine Leberwerte?
Eine Erhöhung kann sich in Müdigkeit ausdrücken.
Bist du ansonsten körperlich gesund, auch die SD?
Gruss Mücke
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Das-kleine-Runde
Re: Neu, abends matt und nun auch noch Jatrosom-Abhängigkeit
Hallo Greuffelo
,
danke für Deine begeisterten Worte.
zu Deiner Frage kann ich leider nichts Konkretes sagen.
Du schreibst, Du hast 10 Jahren lang verschiedene AD genommen, - hast Du denn nie andere Formen der Behandlung versucht, z.B. Psychotherapie, evtl. eine psychosomatische Klinik, Veränderungen der Lebenssituation, Sport, alternative Heilverfahren?
Wege, chemiefrei zu leben?
Liebe Grüße
danke für Deine begeisterten Worte.
zu Deiner Frage kann ich leider nichts Konkretes sagen.
Du schreibst, Du hast 10 Jahren lang verschiedene AD genommen, - hast Du denn nie andere Formen der Behandlung versucht, z.B. Psychotherapie, evtl. eine psychosomatische Klinik, Veränderungen der Lebenssituation, Sport, alternative Heilverfahren?
Wege, chemiefrei zu leben?
Liebe Grüße
Re: Neu, abends matt und nun auch noch Jatrosom-Abhängigkeit
Greuffelo ist gutHallo Greuffelo
Meine momentane Vermutung ist, dass die chronische Konzentrationsschwäche von einem Neurotransmitter-Mangel bedingt ist und sich dieser Mangel im Tagesverlauf immer stärker auswirkt, weil die Konzentation des - natürlich noch zu identifizierenden - Neurotransmitters während des Tages sinkt. Dies ist aber reine Hypothese. Werde wohl nen privaten Laborarzt aufsuchen, und mal meine Neurotransmitter in Blut, Speichel oder Urin messen lassen. Auch wenn die Aussagekraft solcher Ergebnisse fraglich ist... (werde berichten)
Schulmedizinisch ist sehr vieles abgeklärt bei mir, Psychotherapien ambulant wie stationär habe ich auch viele gemacht. Einzig mit Ernährung und gesunde Lebensführung konnte ich meine Tagesmüdigkeit, d.h. Schläfrigwerden, nicht aber Konzentrationsschwäche und geistige Erschöpfung, stark reduzieren:
- Durch kohlenhydratarme Ernährung werde ich nach dem Essen nicht mehr _müde_, d.h. schläfrig. Es liegt daran, dass sich in meinem Körper bei Kohlenhydratverzehr Fuselalkohole bilden.
- Zuckerfrei ... hab ne Fructoseintoleranz; Traubenzucker ist aber ok
- An einer Koffeinabstinenz arbeite ich gerade, Koffein stupst mich zwar immer ein bisschen an, lässt mich aber umso schneller matt werden
- Bewegung und erfüllende Freizeitaktivitäten lassen meine Batterie nach Phasen der Belastung - wie bei jedem anderen Menschen auch - auftanken
Meine Konzentration hat mir das alles aber in keinster Weise wiedergegeben. Das o.g. half mir lediglich, nicht unnötig Kraft zu verschenken.
Veränderung der Lebenssituation steht jetzt leider automatisch an: beruflich wie sozial. Gut dass wenigstens die Stimmung durch die Medikamente so stabil wurde ...
Viele Grüße, Grueffelo
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Marsupilami
Re: Neu, abends matt und nun auch noch Jatrosom-Abhängigkeit
Hallo Grueffelo,
die von Dir geschilderten Probleme kenne ich auch sehr gut. Bei mir ist der körperliche Zustand so schwerwiegend, dass ich für die bezahlten Therapien gar nicht mehr imstande bin und praktisch nur noch zu Hause dahindämmere und froh bin, wenn ich noch einkaufen kann und mein Haushalt nicht komplett verlottert.
Bei mir hat sich die körperliche Symptomatik auch im Laufe der Jahre immer mehr verschlimmert, sie ist fast grausamer als die emotionalen Aspekte, weil ich nur noch daliege und das Gefühl hab, mein Leben geht rum und ich kann nicht mehr dran teilnehmen.
Es ist aber wohl relativ normal, dass man, wenn man emotional sehr in Mitleidenschaft gezogen ist, auch körperlich runterkommt und im Kopf ziemlich runtergeschaltet wird. Eher traumatherapeutisch-orientierte Methoden sehen das jedenfalls so und gehen davon aus, dass die emotionalen Aspekte einem enorm Energie abziehen und dass sich das erst bessert, wenn man hier seine Konflikte lösen kann.
Eine Lösung kann ich leider nicht bieten, ich such jetzt mehr als 15 Jahre...
Gruß,
M.
die von Dir geschilderten Probleme kenne ich auch sehr gut. Bei mir ist der körperliche Zustand so schwerwiegend, dass ich für die bezahlten Therapien gar nicht mehr imstande bin und praktisch nur noch zu Hause dahindämmere und froh bin, wenn ich noch einkaufen kann und mein Haushalt nicht komplett verlottert.
Bei mir hat sich die körperliche Symptomatik auch im Laufe der Jahre immer mehr verschlimmert, sie ist fast grausamer als die emotionalen Aspekte, weil ich nur noch daliege und das Gefühl hab, mein Leben geht rum und ich kann nicht mehr dran teilnehmen.
Es ist aber wohl relativ normal, dass man, wenn man emotional sehr in Mitleidenschaft gezogen ist, auch körperlich runterkommt und im Kopf ziemlich runtergeschaltet wird. Eher traumatherapeutisch-orientierte Methoden sehen das jedenfalls so und gehen davon aus, dass die emotionalen Aspekte einem enorm Energie abziehen und dass sich das erst bessert, wenn man hier seine Konflikte lösen kann.
Eine Lösung kann ich leider nicht bieten, ich such jetzt mehr als 15 Jahre...
Gruß,
M.