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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Keine Ahnung was ich tun soll

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
stu
Beiträge: 3
Registriert: 15.02.2012 12:36

Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von stu »

Hallo!

Ich bin hier durch Suchen auf dieses Forum gestoßen und dachte ich meld mich mal an. Ich hab schon bissl was hier gelesen über SSRI was mich besorgt.
Meine Situation ist so, dass ich depressiv bin wegen verschiedener Probleme und zugleich weiß ich nicht welches Mittel was bringen könnte. Einerseits
machen mir die ganzen Nebenwirkungen von SSRI Angst die teilweise ja schon krass sind und andererseits zweifel ich auch, ob SSRI überhaupt was bringen.
Man liest ja auch, dass SSRI die Leute sogar noch depressiver machen können. Das ist schon ein wenig absurd. :roll:
Aber jetzt überhaupt nichts machen will ich auch nicht. Ich bräuchte schon was was wirkt. Es bringt mir wenig wenn ich im Netz hunderte von Warnungen lese vor Antidepressiva aber sonst keine Alternativen angeboten werden. :(
Johanniskraut hab ich schon mal genommen aber ohne Verbesserung. Angenommen jemand ist depressiv und zwar nicht ohne Grund sondern hat dafür reale Gründe wie realistisch ist es denn überhaupt, dass man ne Pille einwirft und sich dadurch groß was ändert? Soll einem dann alles wurst sein oder wie stellen die sich das vor? Angenommen all meine Probleme wären weg dann wäre ich auch happy aber die gehen nunmal nicht weg.
Das-kleine-Runde

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von Das-kleine-Runde »

Hallo Stu :) ,

herzlich Willkommen. :)

Prinzipiell ist Psychotherapie eine Alternative zur medikamentösen Behandlung, die ich Dir wärmstens empfehlen kann, bevor Du Versuche mit AD machst.
Meine Situation ist so, dass ich depressiv bin wegen verschiedener Probleme
Wenn Du bereits eine Ursache kennst, wäre das ein Ausgangspunkt um in einer Therapie zu arbeiten.
Einerseits machen mir die ganzen Nebenwirkungen von SSRI Angst die teilweise ja schon krass sind und andererseits zweifel ich auch, ob SSRI überhaupt was bringen.
Deine Bedenken sind berechtigt, denn auch wenn es nicht die Regel ist, gibt es Menschen, die von wenigen Tabletten längerfristig beeinträchtigt sind, andererseits haben AD gegenüber Placebos nur einen Vorsprung von 20%, was man auch in psychiatrischen Lehrbüchern nachlesen kann.
Man liest ja auch, dass SSRI die Leute sogar noch depressiver machen können. Das ist schon ein wenig absurd.
Das mag absurd klingen, ist aber leider die Erfahrung vieler Betroffener.
Angenommen jemand ist depressiv und zwar nicht ohne Grund sondern hat dafür reale Gründe wie realistisch ist es denn überhaupt, dass man ne Pille einwirft und sich dadurch groß was ändert? Soll einem dann alles wurst sein oder wie stellen die sich das vor?
Probleme sollte man besser versuchen zu lösen...
Die Pille würde bestenfalls die schechten Gefühle betäuben, was einen aber nicht weiter bringt, sondern dazu führt, daß man sich zudröhnt, anstatt wichtige Dinge zu erledigen. Meist bewirken AD aber nicht einmal so vollständieges Wohlbefinden.

In meiner Signatur habe ich einen Info-Link zur AD-Problematik, wenn Du noch vor der Entscheidung stehst, ob Du ein AD einnimmst, nimm die Infos ernst, hier im Forum wünschen sich einige ihre ursprünglichen Pronblem zurück... (Es muß natürlich nicht so schlimm kommen :) )

Mit Therapie, Selbsthilfe und dem Mut, den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu leben, müßtest Du einiges für Dich verbessern können.

Wenn Du Fragen hast, nur zu. :)

Liebe Grüße
Rundi :hug:
stu
Beiträge: 3
Registriert: 15.02.2012 12:36

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von stu »

Hallo Therapie habe ich versucht das ist vollkommen nutzlos. Die teilweise absurden Tips die ich da so bekommen habe haben mich nur wütend gemacht.
Meine Situation ist so, dass ich da nichts dran ändern kann irgendwelche positiv denken Tips helfen da überhaupt nichts. Wenn dann bräuchte ich einfach
was was das Leben erträglicher macht. Aber ich weiß nicht was. Ich weiß nicht ob Antidepressiva mein Freund sind oder nicht. Es ist echt zum Kotzen.
Ich hab lange Zeit versucht ohne was auszukommen aber da es immer schlimmer wird muss ich was machen aber zugleich habe ich Angst wenn ich jetzt
in die Arme der Ärzte renne es noch schlimmer zu machen. :(
Das-kleine-Runde

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von Das-kleine-Runde »

Hallo Stu :) ,

vielleicht warst Du beim falschen Therapeuten...
Natürlich muß man sich auch auf Therpie einlassen und dem Ganzen eine Chance geben.

Neben berechtigter Wut kann Wut auch einfach ein Schutz der Seele vor Verletzungen sein, den man abzulegen lernen kann , um Hilfe anzunehmen.

Hier ist ein Überblick zum Thema: http://de.wikipedia.org/wiki/Psychotherapie
und hier ein Erfahrungs-Thread http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... =6756#wrap.

Welche Probleme belasten Dich denn und wieso kannst Du nichst ändern?
Wenn dann bräuchte ich einfach was was das Leben erträglicher macht.
Ich bezweifle, ob das ein Medikament bewirken kann.

Liebe Grüße
Rundi :hug:
stu
Beiträge: 3
Registriert: 15.02.2012 12:36

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von stu »

Es geht mir gesundheitlich sehr schlecht und da gibt es auch keine Hoffnung auf Besserung und zugleich muss ich funktionieren und leistungsfähig
bleiben und das klappt eben nicht mehr. Da kann mir kein Therapeut mit helfen. Weißt du was der geniale Rat meines Therapeuten war als ich ihm
all meine Gebrechen erzählt habe? Er meinte ich soll akzeptieren was ich nicht ändern kann. Genialer Tip! Und für so einen Dreck studiert jemand jahrlang?
Ich bin seit Jahren depressiv wegen meiner Gesundheit und dann so ein lächerlicher Tip.
julybluemchen
Beiträge: 155
Registriert: 11.08.2011 12:35
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von julybluemchen »

Hallo stu ,

Ich habe deine beiträge gelesen , mir wirft da eine frage auf , sind deine gebrechen so schlimm , das du daran sterben wirst ? Ich verstehe es nicht ganz was du sagen willst. Vieleicht solltest du ein wenig erzählen :D so kann dir keiner ein tip oder rat geben.

Lg blümchen
]habe vom 7.6.2011 bis 22.7.2011 cipralex genommen , wegenangeblichr akuten depression
seit dem ohne ad
entzugserscheinungen : schwindel in allen variationen , matchkopf ,übelkeit mit erbrechen , nervenschmerzen , heulkrämpfe mit tiefer traurigkeit , angst , schlaflosigkeit , appetitlosigkeit , schulter u. halsverspannungen, aggresivität , blitze im kopf und vor den augen , starke körperliche schwäche ,
symptome:16.9 2011--leichten schwindel bei kopfbewegungen , leichte nacken und halsverspannungen , leichtes matschgefühl im kopf
Seit oktober 2011 - insidon gegen panikattacken
Dosis: 10 tropfen morgens und 10 tropfen abends
Jetzige dosis 1 tropfen morgen und 3 abends
Derzeitige beschwerden : ab und zu stromschläge im kopf und gereiztheit nach überanstrengunen körperliche oder seelische selten schüttelfrost , migräne ,Sonst befinden gut
Ab 1.3.2012 -4 tropfen insidon abends ( morgens 0)
ab 7.3.2012 - 3 tropfen insidon abends -- die ersten 2 tage vermehrt schwindel mit ängstlichkeit dann wieder ok
Ab 10.3.2012 - 2 tropfen insidon --geht mir gut
Ab 1.4.2012 - bisoprolol ersetzt durch provas
Ab 17.6.2012- 1 tropfen insidon
Ab 17.6.2012 provas ersetzt durch homviotensin
ab 10.7.2012 homvio . ersetzt durch candesartan (bei bedarf)
ab 24.7.2012 ohne ad----- übelkeit und gereiztheit insgesammt dünnhäutiger
seit oktober: absetzsymptome: diffuse nervenschmerzen- nicht immer
angstzustände bis panik - nicht immer
blitze im kopf und vor den augen - nicht immer
sehschwierigkeiten- nur bei überantrengung
tiefe traurigkeit - nicht immer
medi,s seit januar 2013: lasea ( lavendelölkapseln) bei bedarf, gegen angst und unruhe
bisoprolol - bluthochdruck bei bedarf
naproxen- bei schmerzen
psychotherapie
Das-kleine-Runde

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von Das-kleine-Runde »

Hallo Stu :) ,

ich schließe mich Blümchen :hug: an, bitte schreib konktret, um welche Erkrankung es geht.

Wenn Du chronisch krank bist, dann hast Du die Möglichkeit, Berufs- bzw. Erwerbunsunfähigkeitsrente zu beantragen, damit wärst Du entlastet.
Wenn Dich Dein Alltag überfordert, dann ist ein Veränderung nötig.
Er meinte ich soll akzeptieren was ich nicht ändern kann. Genialer Tip! Und für so einen Dreck studiert jemand jahrlang?
Das mag banal klingen, aber hast Du ein bessere Idee?

Anstatt Dich über unliebsame Wahrheiten zu ärgern, laß Dir lieber helfen, es umzusetzen.
Ich kann Deinen Zorn zwar nachvollziehen, aber der Therapeut kann nichts für Dein Befinden, auch nicht dafür, daß es kein Patentrezept gibt.

Wenn Du AD nehmen willst, dann nimm lieber trizyklische AD anstatt SSRI/SNRI, sie haben ein geringes Potential, schwierige Absetzverläufe auszulösen.

http://www.adfd.org/wissen/Trizyklika_s ... gen_werden

Liebe Grüße
Rundi :)
shanna
Beiträge: 146
Registriert: 25.01.2012 13:32
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Keine Ahnung was ich tun soll

Beitrag von shanna »

Hallo stu,

ich kann deine Verzweiflung und Wut verstehen. Mir ging es jahrelang ähnlich, ich kam nicht von der Stelle und alles was (im nachinein Richtiges!!!) an mich heran getragen wurde, konnte ich nicht für mich annehmen und leben. Es war ein ganz langer, mühsamer und schmerzhafter Prozess, mich solchen Aussagen wie "ich soll akzeptieren was ich nicht ändern kann" zu öffnen und mir den Sinn zu erschließen.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, es war das Beste was ich machen konnte. Nicht aufgeben und in meinen eigenen Denk- und Fühlmustern verharren, sondern immer wieder mich damit zu konfrontieren, was solche Aussagen bedeuten könnten. Und heute kann ich sagen, zu akzeptieren, was ich im Moment nicht ändern kann und nicht in ständiger sinnloser Kraftvergeudung dagegen anrennen, war bei mir ein ganz wichtiger Schritt hin zu Veränderung und Verbesserung meiner gesundheitlichen Situation. Ich bin erst am Anfang auf diesem Weg, aber ich mcöhte nicht mehr zurück und ich erahne was ich mit all der frei gewordenen Energie durch das Aufgben des Kampfes alles anstellen kann. Dieser Schritt hat meinem Leben ungeahnte neue Perspektiven und ganz viel Hoffnung gegeben.

Aber es war wirklich verdammt harte Arbeit, die ich nur mit therapeutischer Hilfe geschafft habe.

Habe Mut, verschließe dich solch einem Ansatz nicht, sag demjenigen, dass du es (noch) nicht verstehst, lass dir helfen und such dir vielelicht entsprechende Literatur. Es ist ein bekannter und guter Ansatz, das kam vom Therapeuten nicht aus dem Off und war bestimmt nicht leichtfertig dahin gesagt.

Hast du mit chronischen Schmerzen zu tun?
LG
shanna
08/2009-11/2009: Citalopram, einschleichend auf 20 mg (viele NM, nur kurzfristig Verbesserung der Stimmung, danach wieder starke NW; innerhalb von 10 Tagen ausgeschlichen = Fehler, da viel zu schnell; danach 7 Wochen lang so gut wie kein Schlaf, Erschöpfung pur, dann schlagartig besser; kurz darauf Einsetzen von Hitzewallungen für ca. 3 Monate)
08/2010-10/2010: Amitriptyllin, ca. 15 Tr., keine schlafanstossende Wirkung, dafür starkes Schwitzen und immer häufiger Brennschmerzen; abrupt abgesetzt, danach wochenlang DR u. DP, Hitzegefühle, Brennen, Schwitzen
29.11.2010-23.01.2011: Cymbalta, ganz langsam auf 30 mg eingeschlichen und innerhalb von 14 Tagen wieder ausgeschlichen, da ziemlich viele NW vorallem kein Schlaf: Fehler, da zu schnell, danach monatelang kaum schlaf, totale Erschöpfung, große Hitze im Körper
24.01.2011-25.03.2011: Agomelatonin 25 mg: keinerlei Wirkung, daher wieder abrupt abgesetzt; starke neurologische Absetzsymptome, schlimme Nächte mit Wachzuständen, Juckreiz und Hitzegefühle im ganzen Körper, starke Erschöpfung
Ab 17.06.13: Wiedereinnahme von Sulpirid gegen meine Depressionen durch das Absetzen von Zolpidem/Diazepam, ob richtig oder falsch wird sich noch zeigen.
Dauermedikationen:
04/2001-01.01.2012: Zolpidem 5 mg, am Schluß 10 mg; lange Jahre nur 1x/Woche, seit ca. 2007 max. 2-3/Woche, 11-12/2011 ca. 3x/Woche; abgesetzt ab 02.01.2012
11/12-12/12 3 Wochen lang tgl. wieder 5mg Zolpidem, wegen starken Schlafstörungen. Ab 17.12.12 durch 2 mg Diazepam ersetzt und 7 Wochen lang schrittweise verringert. Es ging mir immer schlechter, musste Diazepam dann wegen Unverträglichkeit absetzen, war auf 0,5 mg. Diazepam ist bei Histaminintoleranz kontraindiziert! Ich habe eine HIT und wusste das, dachte aber, ein Versuch ist es wert. Seitdem ist mein Leben eine einzige Hölle.
ca. 1997-02.01.2012: Alprazolam 5mg; lange Zeit nur bei Bedarf, ab ca. 2008 max. 2-3/Woche in unregelmäßigen Abständen; abgesetzt ab 03.01.2012
Gesperrt