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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
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Neuro-Emotionen beim Absetzen

Elisabethanna
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Elisabethanna » Montag, 13.05.19, 10:09

Hallo ihr Lieben,
es geht mir auch so jetzt beim Lesen: Wie gut, zu durchschauen, was es eigentlich ist... Ich habe diese Neuro-Emotionen ebenfalls sehr stark erlebt beim Entzug von Mirtazapin. Für mich ist das jedoch so belastend gewesen, dass ich, auch aufgrund heftiger körperlicher Symptome, nur noch in sehr, sehr kleinen Schritten reduzieren kann! Ich habe gemerkt, dass die Emotionen nicht "echt" gewesen sind, kam aber nicht dagegen an: Grundlose Verzweiflung, weinen ohne Ende. Besonders krass auch diese Gereiztheit, die jederzeit in Agression umschlagen könnte. Schon leisere Geräusche, kleinere Bewegungen haben mich auf die Palme gebracht... Da ich einen verantwortungsvollen Beruf mit Kindern habe, geht das gar nicht! Ich mache es jetzt so, dass ich zwar merke, ich bin dünnhäutiger, aber keine solchen heftigen Emotionen. Es wird Jahre dauern, bis mein Entzug beendet ist... Manchmal macht mich das wirklich traurig. Das kennt ihr bestimmt auch.
Liebe Grüße
Elisabethanna
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Ausgangssymptome:
1999: PTSD. Ohne jegliche Medikamente durchgehalten
2009: Massive Schlafstörungen (Aufwachstörung)
Diagnose in schlafmedizinscher Praxis nach einem Gespräch:: Körperlich nicht näher begründbare Schlafstörung

Medikation:
Mirtazapin, Täglich 3,75 -7,5 mg vorm Schlafen gehen seit ca. 2009 oder 2010
Wirkung: Besseres Durchschlafen. Nebenwirkung: Müde und antriebslos am Vormittag, "matschig", niedriger Blutdruck. negative Auswirkung auf die Bildung der Schilddrüsenhormone

Zolpidem; nur für den Notfall gedacht, 5 mg (nehme ich nur in Ausnahmefällen zusätzlich) bei zu frühem Aufwachen oder Einschlafstörung auf Reisen, Nebenwirkungen: Macht mich reizbar und depressiv

Frühere Absetzversuche: Ca. zwei mal im Jahr, gescheitert wegen falscher Strategie (3,75 mg einfach weglassen)
Letzter Absetzversuch Ende Februar 2019 mit halbieren der 3,75 mg, nach einer Woche gescheitert wegen heftigster Absetz-Beschwerden: Übelkeit, Durchfall, Blasenentzündung, krampfartige Schmerzen in Wellen durch den ganzen Körper, rasende Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, nächtliches Schwitzen, zittern, Angstzustände, von Tag zu Tag überreizteres Nervensystem, stark depressives Gefühl.

Weitere Erkrankungen/Beschwerden/Medikamente:
Schilddrüsenunterfunktion, morgens Euthyrox 25, an den Wochenende zwei davon (50 mg)
Hormonersatztherapie wegen massiven Wechseljahrsbeschwerden: Östogengel und Progesteron Weichkapseln
Migräne, nach Bedarf MCP und Paracetamol oder Ibuprofen, zum Glück nicht so oft nötig

10.03.2019
Erfolgreiches Wiedereindosieren von Mirtazapin nach missglückten Absetzversuch gelingt erst mal nicht. Schlafe zwar ein, aber nicht mehr durch und habe Alpträume.
Dosierung abends vorm einschlafen 3,75-6 mg, einmal 7,5 mg, nach nächtlichem Aufwachen nochmals eine zweite Dosis, um wieder einzuschlafen, von 3,75 mg

Seit 11.03.2019:
7,5 mg Mirtazapin vorm abends vorm schlafen, nach viel zu frühem Aufwachen nochmals 3,75 mg (Wasserlösemethode).

12.03.2019:
7,5 mg Mirtazapin sowie Opti3 und hochdosiert Passionsblumen-Extrakt
Schlafe wieder gut und habe mich stabilisiert. :party2:
30.03.2019: 6 mg Mirtazapin
25.04.2019: 5,4 mg: Und ab dem dritten Tag WIEDER heftige Absetzsymptome, zu frühes Aufwachen, unerträgliche Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, nachts ständiges Wasserlassen, gereizt, grundlos am weinen... :frust:
28.03.2019: Wieder hochdosiert auf 5,7 mg
01.05.2019 Noch mal probiert, auf 5,4 runterzugehen, aber Schlafmangel und Nervenbündel sowie wieder weinen, muss wieder aufdosieren auf 5,7 ab heute... :sad-angel:

Maria__
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Maria__ » Donnerstag, 16.05.19, 15:15

Hallo Ihr Lieben,

ich bin wie so viele andere hier unheimlich froh, endlich Begriffe und Erklärungen für meine unsäglichen Empfindungen gefunden zu haben.
Ich finde die Neuro-Emotionen und auch -Gedanken für mich am schlimmsten. Es ist z.B. so, dass ich an schlechten Tagen die ganze Zeit so eine Art Grundangst verspüre, so als wäre alles in Gefahr, alles im Argen, kein Wohlbefinden möglich, besser kann ich es nicht beschreiben. Alles woran ich denke fühlt sich dann komisch an, die Gedanken an sich erscheinen mir seltsam, auch wenn es ganz banale Dinge sind. Neben der Grundangst die alles unheimlich macht gibt es auch immer mal wieder andere, sich seltsam und übersteigert anfühlende Emotionen - z.B. plötzliche Bedrängnis, Ekel, sehr starkes Genervtsein und Wut - alles ohne wirklichen Grund. Es fühlt sich dann auch nicht wie ein "normales" Gefühl an sondern irritiert mich... und die Neurogedanken, das ist dann so dass mir irgendetwas in den Kopf kommt und sich seltsam anfühlt, zum Beispiel denke ich: "Meine Freundin meldet sich nicht, die könnte sauer auf mich sein"... dann fühlt sich das so bedrohlich und übersteigert in mir an, so als wäre es eine ganz große Sache...etwas später ist das Gefühl bzw. der Gedanke für die Situation dann wieder normal. Am Wochenende hatte ich zwei Tage an denen ich mich gänzlich normal gefühlt habe - und jetzt ist es seit zwei Tagen wieder so schräg, wie auf nem Drogentrip. Das kann man im Grunde keinem Arzt erzählen, der würde einen dann sicherlich sofort als psychotisch oder zumindest psychosenah deklarieren - ehrlich gesagt existiert in mir auch stets eine Restangst, dass es sich nicht um den Entzug handelt sondern doch um eine schwere psychische Störung. Ich hoffe sehr, dass es sich wieder "beruhigt"...jedes Mal wenn erneut Symptome kommen habe ich sehr große Angst, wieder komplett abzugleiten...und es ist einfach nur sehr sehr ungenau zu beschreiben.

es ist schwer, das alles immer wieder und wieder auszuhalten...

Lieben Gruß
Maria
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05/2004 - Beginn Fluxetin 40mg wegen Angststörung & Bulemie;
2009-2015 - drei Absetzversuche, jedes Mal nach einigen Monaten wieder eindosieren müssen, da zahlreiche Symptome (Ängste,Grübelgedanken, Anspannung, Unwohlsein, Desinteresse, Verzweiflung, Heulattacken, massive Verstopfung etc.)
Dann hab ich erstmalig versucht, das Ganze etwas langsamer anzugehen:
12/2015-10/2016 auf 30mg-> hat funktioniert.
10/2016-08/2017 auf 20mg-> Grippegefühl, Hormonelle Störungen (starke Akne, Haarstruktur verändert sich), depressive Einbrüche, aber insgesamt noch aushaltbar.
08/2017-04/2018 auf 10mg -> das war zu schnell, Deper- und Derealisationserleben, Ängste, Unwohlsein, Grübeln...
04/2017-10/2018 auf 5mg -> immer labiler, zunehmende Angstattacken, Anspannung, allgemeines Unwohlsein, soziale Unsicherheit, Phasen extremer Gereiztheit bis Aggressivität (sehr untypisch für mich!!), nichts macht mehr Spaß -> dachte ich halte es aus und dann wirds schon irgendwann vorbei sein mit dem Entzug...
10/2018 auf 5mg -> plötzlich extreme Angst, nicht mehr aufhören können zu weinen, Zittern, völlige Appetitlosigkeit (-8kg), Gedankenrasen,Grübelzwang, DR/DP, extreme Anspannung & "verrückte" Gedanken & Gefühle wie: Nähe nicht ertragen können,ich drehe durch etc.,Schuldgefühle, Verzweiflung + Suizidgedanken, Ohrwürmer, komisches Zeitgefühl...Horror!
10/2018 schnelles Wiedereindosieren Fluoxetin auf 10mg, dann nach drei Wochen auf 20mg - "Wackel-Gefühl" im Kopf, Unwohlsein, kein EInfluss auf Angstsymptomatik, also zuzügl. Opipramol 150mg vom Arzt bekommen - hat die körperlichen Angstsymptome zunächst gedämpft, nach zwei Wochen jedoch Rückkehr der Symptome...völlig unverständlich für mich - Entsetzen!
12/2018 auf 30mg Fluoxetin, Opipramol innerhalb von 2 Wochen in Klinik ausgeschlichen und zeitgleich Quetiapin eindosiert. Rückkehr starke Anspannung, frühes Aufwachen mit Angst im Bauch, Unruhe, Unwohlsein, Verzweiflung..habe erst gedacht, dass liegt am Absetzen des Opipramols...wurde jedoch nicht besser....
01/2019 unaufhörlich starke innere Anspannung, v.a. morgens beim Aufwachen mit gestörtem Schlaf, Unruhe, ganzer Körper dauerangespannt, schwer depressiv, nur geweint, nicht-essen-können, Dauerangst, Endlosgrübeln...
Anfang 02/2019 leichte Besserung der Symptome - Hoffnung! Nach 1 Woche jedoch wieder abrupte Zunahme der Spannung...nur bei Spaziergängen etwas besser.
26.02.2019 Fluox. 25mg;Quetiapin 150 ret+ 50 unretard - wellenartig heftige Neuroemotionen, Neurogedanken, Angst, Gefühl von Instabilität, rasche Schwankungen
27.03.19 Fluox.20mg;Quetiapin 150 ret+ 50 unretard - wie bei 25mg nur ab und an klare Fenster
16.05.19 Fluox. 18mg; Quetiapin 150 ret+ 50 unretard - wie bei 20mg nur ab und an klare Fenster

Ansonsten:
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von svenja2014 » Donnerstag, 16.05.19, 17:26

Liebe Maria!

Das sind wahrscheinlich Absetzsymptome.....ich kenne das auch, mein Denken ist dann soooo komisch und ich hab das Gefühl, dass mein Gehirn völlig unberechenbar ist.....also mein Gehirn macht, was es will und ich steh daneben und wundere mich....

Genau, man kann es sehr schwer beschreiben, wie das genau ist....man fühlt sich einfach beschädigt und so, als ob das Gehirn nicht mehr richtig funktioniert....aber ich glaube daran, das dies der Umbauprozess ist, der stattfindet....man muss sich vorstellen, dass da einfach Nerven des Gehirns still gelegt wurden über Jahre...

Alles Liebe
Svenja
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Seit ca2005 Antidepressiva, zuerst Sertralin, dann Venlafaxin150 mg + Trittico 150 mg wegen Panikattacken und Depression
Trittico reduziert auf 50 mg wegen völlig blockiertem Gehirn am Vormittag
2011 Scheidung Psychische Rehabilitation 6 Wochen , entlassen Venlafaxin150 mg, Trittico 100 mg, Seroquel 25 mg
ca.2014 Seroquel abgesetzt, ohne Ausschleichen, Panikattacken Angstzustände VerzweiflungWeinen
Trittico aufdosiert auf 100 mg, daraufhin verschwinden Absetzerscheinungen in kurzer Zeit
2015 -2017 Trittico ausgeschlichen ( langsam, genau weiß ich es nicht mehr), nehme Same und Gaba als NEM, das hilft mir
seit 2018 NUR noch Venlafaxin 150 mg, fühle mich meistens antriebslos, depressiv, habe Angst in der Arbeit nicht mehr zu funktionieren, gefühlsarm, fühle mich wie von mir abgeschnitten,
Ab 2018 langsame Reduzierung in ca. 10 Prozent Schritten, bis Herbst 75mg +27;5mg seit Herbst Reduktionspause
Seit 5.3.2019 Versuch weiter zu reduzieren momentan also 75mg plus ca.20 mg
Schwitzen, Kopfweh, Blutdruckprobleme( zu hoch),mulmiges Gefühl( Kloß im Hals) innere Anspannung,Herzklopfen, Depression,bin zuviel alleine
Bin seit2005 in Gesprächstherapie 1 mal im Monat
seit 15.4. -4 mg= 91,5 mg
totale Reizbarkeit, frühes Aufwachen Schwindel, Übelkeit, Durcheinander im Gehirn....kann keinen klaren Gedanken fassen, Zwangsgedanken nach 1 bis 2 Wochen besser...

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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Maria__ » Donnerstag, 16.05.19, 20:45

Liebe Svenja,

auch wenn es mir sehr leid tut, dass Du ebenfalls so etwas erlebst, ist es ebenso erleichternd, dass man nicht alleine damit ist. Ich denke auch, sowas seltsames, das können nur Absetzsymptome sein und die gehen irgendwann vorüber, irgendwann läuft das Gehirn wieder „normal“, daran müssen wir uns festhalten und nur in dem ich mir das immer wieder sage, kann ich das seltsame Erleben einigermaßen aushalten und abwarten.

Lieben Gruß
Maria
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Mimi79 » Mittwoch, 12.06.19, 15:15

Hallo,
Ich wäre sehr froh, wenn sich damit meine "Zustände", die ich nicht richtig beschreiben kann, erklären ließen.
Bei mir geht das oft mit Kopfdruck bzw Depersonalisation einher, ich dachte immer, es wäre Angst, aber teilweise geht es mit einem furchtbaren Vernichtungsgefühl einher.
Ich muss mich im Extremfall dann hinlegen und möchte mich am liebsten in Luft auflösen.
Oftmals tritt auch starke Müdigkeit und Benommenheit auf. Mit Verstand dagegen "andenken" funktioniert dann nicht mehr.
Überwiegend ist es Angst vor Kontrollverlust, Bedrohungsgefühl, regelrechter Hass (oft Selbsthass) und manchmal eine tiefe Traurigkeit mit dem Drang zum Weinen. Wenn mich das alles erwischt, kommt es meist mehrfach an einem Tag mit einer Art Dauerwolke, dann wieder mal ist zwei Tage nichts in dieser Richtung.
Ist das typisch ?
Ich bin oft der inneren Überzeugung, an einer psychiatrischen schweren Krankheit zu leiden (Schizophrenie, drohender Identitätsverlust oder Amokläufer to be) und kann kaum glauben, dass so schlimmen Zustände vom Entzug kommen können.
Diese Zustände kommen auch ohne Außen Reize, ängstigen mich aber sehr.
LG Mimi
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Benzoentzug nach 10 Jahren Einnahme im (therapeutischen) Hochdosisbereich
von 2016 bis 2018 ausgeschlichen (Rivotril - Clonazepam)
****************************************************************************************************************************************

aufgrund von Absencen, die mit Panik und DR einhergingen:
2004-2005 Escitalopram, problemlos abgesetzt

ab 2006 Clonazepam i.v. bekommen, Anschlussbehandlung mit Clonazepamtabletten 2 mg (im Laufe der Jahre bis zu 3 x 3 mg/d , überwiegend und zuletzt 2 x 3 mg)

2007 Topiramat (bis 09/17)

2014 Diagnose schwere Depression bekommen, diese war durch Clonazepam ausgelöst
zwei Klinikaufenthalte.
Ich sollte Topiramat erhöhen, was eine Verschlimmerung der Depression bewirkte.

2015 zuerst erneut Escitalopram (wirkungslos), dann Sertralin, Citalopram 30 mg
Citalopram wirkte einigermaßen, ich war jedoch dauermüde und kraftlos.

Januar 2017 Duloxetin 60 mg

September 2017: Topiramat erfolgreich abgesetzt

ab Juli 2016 Clonazepam abdosiert.
viel zu schnell, das erste Mal 0 mg im Oktober 2016.
Notaufnahme, wieder 0,75 mg eindosiert.
Danach mit 0,5 mg weiter gemacht, reduziert.
bis August 2017: herunterdosiert bis 0,375 mg
ab September 2017: Umstieg von Tabletten auf Tropfen
Oktober: 0,2 mg
18. - 20.11. 0 mg
21.11. 0,1 mg wieder eindosiert
seit 23.11.2017 0 mg

Während des Abdosierens: schnelle Verbesserung der Stimmung, weniger DR und DP.
Entzugssymptome: zuerst Haarausfall (evtl auch vom Topiramat), Panikattacken, Knochenschmerzen, Schwindel, Gangunsicherheit, Durchfall, Gewichtsabnahme bis ins Untergewicht, Sehstörungen (von - 2,5 Dioptrien auf nun - 4,75), Taube Gliedmaßen, Unwirklichkeitsgefühle, Zwangsgedanken (mir oder anderen etwas anzutun).
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im Mai 2017 das erste Mal Hautausschlag. Laut Hautarzt Urtikaria durch Pollen, mit Rupatidin und Prednisolon behandelt

Oktober 2017 erneut Hautausschlag, dieses Mal mit schwerem Juckreiz. Prednisolon bis 50 mg, immer wieder abgebrochen, weil heftige Angst und Reizbarkeit als NW.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

November 2017:
L- Thyroxin 100 mcg
Duloxetin 30 mg
Clonazepam 0,2 mg

Juni 2018:
L- Thyroxin 88 mcg
Venlafaxin 150 mg
Clonazepam auf Null seit 03.06.2018

12.06. wieder 0,1 mg eindosiert

Symptome: ängstlich, Agoraphobie, Erschöpfung und Müdigkeit, Schweregefühl, Taubheitsgefühle, starke Kopf- und Gesichtsschmerzen

20.06.2018 0 mg Clonazepam

22.07.2018 0,2 mg Clonazepam eindosiert :wacko:

30.07.2018 0,1 mg Clonazepam (da es mir nach der Einnahme nun noch schlechter geht)

01.08.2018 wieder 0,25 mg eindosiert, in Form v. Tabletten

Ca. Mitte August auf Null.

Danach noch zweimal 0,5 mg Lorazepam und Clonazepam 0,375 mg genommen. Starke aber sehr zeitverzögerte Wirkung.

Venlafaxin von 150 mg auf 50 mg abdosiert. Wechsel auf Duloxetin
02.03.19 Duloxetin 60 mg
seit 18.3.19 wegen Bluthochdruck SNRI weg, Citalopram 20 mg.

1.4.2019
L Thyroxin 88 mcg
Citalopram 20 mg

30.5.2019
Wieder eindosiert:
Clonazepam 0,5 mg


11.06. 0,4 mg Clonazepam (Tropfenform)
29.06. 0,5 mg (wieder Umstieg auf Tabletten)
04.07. 0,375 mg
10.07. 0,285 mg
12.07. 0,25 mg

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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von svenja2014 » Donnerstag, 13.06.19, 8:35

Liebe Mimi,

ich glaube wirklich, dass das alles Entzugssymptome sind....
Was mich so sicher macht ist dieser ständige Wechsel, ohne äußeren Anlass....

Hast Du denn die Venlafaxin sehr schnell reduziert von 150 auf 50 mg...es steht keine Zeitangabe dabei....

Ich kann leider nur extrem langsam reduzieren und muss immer wieder Absetzpausen einlegen, um arbeitsfähig zu bleiben...

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass diese ganze Pharma und die Ärzte wirklich nicht wissen, wie dieses Zeugs wirkt im Gehirn....es verändert einfach etwas und bei manchen Menschen werden dadurch Stimmungen und Gedanken verändert, aber wieso und was genau passiert weiß kein Mensch😳😡

Deswegen halten die auch so daran fest, dass es keine Absetzerscheinungen gibt.....sie müssen ihr eigenes Lügengebäude verteidigen....sie können sich nicht eingestehen, was sie uns da angedreht haben.....es ist doch viel einfacher zu sagen, dass die Krankheit zurück sei, als sich einzugestehen, dass man Menschen auf Drogen gesetzt hat....

Alles Liebe,
Svenja
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seit 2018 NUR noch Venlafaxin 150 mg, fühle mich meistens antriebslos, depressiv, habe Angst in der Arbeit nicht mehr zu funktionieren, gefühlsarm, fühle mich wie von mir abgeschnitten,
Ab 2018 langsame Reduzierung in ca. 10 Prozent Schritten, bis Herbst 75mg +27;5mg seit Herbst Reduktionspause
Seit 5.3.2019 Versuch weiter zu reduzieren momentan also 75mg plus ca.20 mg
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Mimi79 » Donnerstag, 13.06.19, 16:13

Liebe Svenja,

vielen Dankf für deine Zeilen, das "beruhigt" mich etwas. Ich hab nämlich auch schon gedacht, dass dieser ständige Wechsel eigentlich keine "Geisteskrankheit" sein, zumindest hoffe ich das.

Ja, das Venlafaxin wurde sehr schnell reduziert und mit Citalopram "ersetzt", der Arzt behauptet immer noch, das sei natürlich problemlos möglich, da ich ja mit 150 mg Venlafaxin noch keum noradrenerge Wirkung hätte und deshalb jedes beliebige SSRI das Venlafaxin ersetzen könnte. Ich diskutiere mitllerweile nicht mehr mit ihm.

Wahrscheinlich kommt ziemlich zusammen bei mir, die ewige Benzoeinnahme höherer Dosis, dann das ganze AD- Hin und Her...

Heute gehts mir besser - da kann ich halbwegs klar denken und habe wieder etwas Hoffnung, aber sobald mich wieder diese Monster- Emotionen erwischen, ist mein Kopf nur noch weitab von klarem Denkem.

LG Mimi
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ab 2006 Clonazepam i.v. bekommen, Anschlussbehandlung mit Clonazepamtabletten 2 mg (im Laufe der Jahre bis zu 3 x 3 mg/d , überwiegend und zuletzt 2 x 3 mg)

2007 Topiramat (bis 09/17)

2014 Diagnose schwere Depression bekommen, diese war durch Clonazepam ausgelöst
zwei Klinikaufenthalte.
Ich sollte Topiramat erhöhen, was eine Verschlimmerung der Depression bewirkte.

2015 zuerst erneut Escitalopram (wirkungslos), dann Sertralin, Citalopram 30 mg
Citalopram wirkte einigermaßen, ich war jedoch dauermüde und kraftlos.

Januar 2017 Duloxetin 60 mg

September 2017: Topiramat erfolgreich abgesetzt

ab Juli 2016 Clonazepam abdosiert.
viel zu schnell, das erste Mal 0 mg im Oktober 2016.
Notaufnahme, wieder 0,75 mg eindosiert.
Danach mit 0,5 mg weiter gemacht, reduziert.
bis August 2017: herunterdosiert bis 0,375 mg
ab September 2017: Umstieg von Tabletten auf Tropfen
Oktober: 0,2 mg
18. - 20.11. 0 mg
21.11. 0,1 mg wieder eindosiert
seit 23.11.2017 0 mg

Während des Abdosierens: schnelle Verbesserung der Stimmung, weniger DR und DP.
Entzugssymptome: zuerst Haarausfall (evtl auch vom Topiramat), Panikattacken, Knochenschmerzen, Schwindel, Gangunsicherheit, Durchfall, Gewichtsabnahme bis ins Untergewicht, Sehstörungen (von - 2,5 Dioptrien auf nun - 4,75), Taube Gliedmaßen, Unwirklichkeitsgefühle, Zwangsgedanken (mir oder anderen etwas anzutun).
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im Mai 2017 das erste Mal Hautausschlag. Laut Hautarzt Urtikaria durch Pollen, mit Rupatidin und Prednisolon behandelt

Oktober 2017 erneut Hautausschlag, dieses Mal mit schwerem Juckreiz. Prednisolon bis 50 mg, immer wieder abgebrochen, weil heftige Angst und Reizbarkeit als NW.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

November 2017:
L- Thyroxin 100 mcg
Duloxetin 30 mg
Clonazepam 0,2 mg

Juni 2018:
L- Thyroxin 88 mcg
Venlafaxin 150 mg
Clonazepam auf Null seit 03.06.2018

12.06. wieder 0,1 mg eindosiert

Symptome: ängstlich, Agoraphobie, Erschöpfung und Müdigkeit, Schweregefühl, Taubheitsgefühle, starke Kopf- und Gesichtsschmerzen

20.06.2018 0 mg Clonazepam

22.07.2018 0,2 mg Clonazepam eindosiert :wacko:

30.07.2018 0,1 mg Clonazepam (da es mir nach der Einnahme nun noch schlechter geht)

01.08.2018 wieder 0,25 mg eindosiert, in Form v. Tabletten

Ca. Mitte August auf Null.

Danach noch zweimal 0,5 mg Lorazepam und Clonazepam 0,375 mg genommen. Starke aber sehr zeitverzögerte Wirkung.

Venlafaxin von 150 mg auf 50 mg abdosiert. Wechsel auf Duloxetin
02.03.19 Duloxetin 60 mg
seit 18.3.19 wegen Bluthochdruck SNRI weg, Citalopram 20 mg.

1.4.2019
L Thyroxin 88 mcg
Citalopram 20 mg

30.5.2019
Wieder eindosiert:
Clonazepam 0,5 mg


11.06. 0,4 mg Clonazepam (Tropfenform)
29.06. 0,5 mg (wieder Umstieg auf Tabletten)
04.07. 0,375 mg
10.07. 0,285 mg
12.07. 0,25 mg

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Re: Übersicht Zeitspenden: Mitarbeit Willkommen!

Beitrag von Help123 » Freitag, 19.07.19, 7:04

gelblack hat geschrieben:
Dienstag, 07.06.16, 19:45
Phases of SSRI Withdrawal
Phasen des SSRI Entzugs
March 14, 2012 — npanth 
Not all people experience withdrawal symptoms when trying to stop taking a Selective Serotonin Reuptake Inhibitor. In clinical trials, the percentage is placed between 2 and 10 percent of patients. These studies are sponsored by pharmaceutical companies. In independent research that looked at several different company studies, the percentage of patients who experienced withdrawal symptoms from SSRI was placed between 40 and 60 percent. It’s difficult to ascertain which number is right, most studies are held privately by the drug manufacturers and not available for public scrutiny. The term used by the pharmaceutical companies for withdrawal is “Discontinuation Syndrome”. SSRI work by blocking receptors that absorb Serotonin between neurons, thereby increasing the available Serotonin in the brain. The theory is that depression, obsessive behavior, anxiety, and psychotic behavior are caused by a lack of sufficient Serotonin in the brain. This theory was first developed in the 1950’s when it was noticed that patients’ mood improved when their levels of Serotonin was increased. It is currently impossible to measure the levels of Serotonin in a living brain. 90% of the body’s Serotonin exists in the gut, so researchers measure that amount, and extrapolate a concurrent increase in levels in the brain. Ironically, studies have also proven that reducing Serotonin in the brain can lead to improved mood. These results have brought the chemical imbalance theory under question in recent years. It is beginning to appear that artificially adjusting Serotonin levels in the brain does not have the intended effect, and may be the cause of some of the symptoms that SSRI were originally developed to treat.

Nicht alle Leute erfahren Entzugssymptome wenn sie versuchen damit aufzuhören Selective Serotonin Reuptake Inhibitor SSRI einzunehmen. In Klinikversuchen liegt der Prozentsatz der Patienten zwischen 2% und 10%. Diese Studien werden gesponsert durch die Pharmaindustrie. In unabhängigen Untersuchungen, die mehrere unterschiedliche Firmenstudien betrachteten, liegt der Prozentsatz der Patienten, die Entzugssymptome von SSRI erfuhren zwischen 40% und 60%. Es ist schwierig sicherzustellen, welche Zahlen richtig sind, da die meisten Studien unter Verschluss der Medikamentenhersteller gehalten werden und nicht verfügbare sind für eine genaue Untersuchung durch die Öffentlichkeit. Der Wortlaut, der von den Pharmazeutischen Firmen für Entzug verwendet wird, ist "Abbruch Syndrom". SSRI arbeitet, indem es die Rezeptoren blockiert, die Serotonin zwischen den Nervenzellen absorbieren und dadurch die verfügbare Serotoninmenge im Gehirn erhöhen. Die Theorie ist, dass Depressionen, Zwangsverhalten, Ängste und psychotisches Verhalten durch einen Mangel von ausreichend Serotonin im Gehirn verursacht wird. Diese Theorie wurde erstmals 1950 entwickelt, als erkannt wurde, dass die Stimmung von Patienten besser wurde, wenn deren Serotonin-Level zunahm. Es ist derzeit unmöglich den Serotonin-Level im lebenden Gehirn zu messen. 90% des Serotonin im Körper befindet sind im Verdauungstrakt und somit messen Forscher diese Menge und extrapolieren übereinstimmende zusätzliche Mengen als Levels im Gehirn. Ironischerweise haben Studien auch nachgewiesen, dass das Reduzieren von Serotonin im Gehirn die Stimmung verbessern kann. Diese Ergebnisse haben die Theorie vom chemischen Ungleichgewicht in den letzten Jahren in Frage gestellt. Es wird offensichtlich, dass das künstliche Justieren des Serotonin Levels im Gehirn nicht den beabsichtigten Effekt hat, und einige Symptome verursachen mag, die ursprünglich durch SSRI behandelt werden sollten.


The method that SSRI use to increase Serotonin levels in the brain is at the heart of the withdrawal problem. By blocking Serotonin receptors on neurons, the brain becomes dependent on the drug to maintain consistent levels of Serotonin. As the brain becomes accustomed to the drug, it no longer has to produce or regulate Serotonin as it did before. When the drug is removed, the receptors that stimulate Serotonin production are still blocked, and levels of this neurotransmitter begin to fluctuate. Since Serotonin is closely involved in mood and the ability to cope with emotions, this fluctuation causes wide mood swings and uncontrollable emotions. It seems that the level of Serotonin in the brain is not as important as consistent levels. As the brain adjusts to the need to self regulate levels of Serotonin, many patients experience a cascade of extreme emotional and physical symptoms. Analogous to the stages of grief or joy, these symptoms don’t always come all at once. In most cases, withdrawal symptoms come and go as the user lowers their dose of the drug. Some common emotion symptoms include depression, anxiety, anger, confusion, insomnia, and memory loss. For most people, these are symptoms that they experience in every day life. Usually, they are manageable and temporary. The difference for the withdrawal sufferer is that these emotions become unmanageable and intense. The regular mechanism that we use to control our emotions no longer works during withdrawal. It’s hard to imagine the loss of control that accompanies withdrawal symptoms. When a normal person succumbs to anger, it is still a conscious decision. In withdrawal, there is no spiral that precipitates the uncontrollable rage, it springs fully formed in the mind and propels itself without any input from the person experiencing it. The other emotional symptoms of withdrawal act in a similar way. Even when the patient exercises mindfulness and self awareness, anxiety, depression, and the other symptoms come on with little warning. They have a realness and power that most people are not used to. Since the brain’s balance has been disrupted, reality itself has been changed for the patient. Instead of an emotional wave that must be conquered or endured, these emotions become reality, with no alternative.

Die Methode, mit dem Gebrauch von SSRI die Serotonin Levels im Gehirn zu erhöhen, ist im Grunde genommen das Entzugsproblem. Durch das Blockieren von Serotonin Rezeptoren der Nervenzellen, wird das Gehirn wegen dem Aufrechterhalten eines gleichbleibenden Serotonin Levels vom Medikament abhängig. Sowie sich das Gehirn an das Medikament gewöhnt hat, muss es nicht mehr Serotonin produzieren oder regulieren wie davor. Wird das Medikament weggelassen, sind die Rezeptoren, die die Serotoninproduktion anregen noch immer blockiert und der Neurotransmitter Pegel beginnt zu schwanken. Da Serotonin stark die Stimmung beeinflußt und die Fähigkeit hat Emotionen zu bewältigen, verursachen diese Schwankungen ausgedehnte Stimmungsschwankungen und nicht kontrollierbare Gefühle. Es scheint, dass der Serotonin Level im Gehirn weniger wichtig ist, als ein konstanter Level. Da sich das Gehirn an den (normalerweise) selbstregulierenden, erforderlichen Serotonin Level anpasst, erfahren viele Patienten eine Kaskade von extrem emotionalen und körperlichen Symptomen. Analog zu den Zuständen von Kummer und Freude, kommen solche Symptome nicht immer auf einmal. In den meisten Fällen kommen und gehen Entzugssymptome sobald der Einnehmer des Medikaments die Dosis reduziert. Einige übliche Gefühlssymptome beinhalten Depression, Ängste, Wut, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit und Gedächtnisverlust. Die meisten Leute erfahren solche Gefühle in ihrem täglichen Leben. Gewöhnlich sind sie leicht zu handhaben und zeitlich begrenzt. Der Unterschied für die Leidenden im Entzug ist, dass diese Gefühle nicht mehr kontrollierbar sind und intensiv werden. Die regulären Mechanismen, die wir verwenden unsere Gefühle zu kontrollieren funktioniert nicht mehr länger im Entzug. Es ist schwer sich den Kontrollverlust vorzustellen, der die Entzugs Symptome begleitet. Wenn eine normale Person Ärger unterliegt, ist dies immer noch eine bewußte Entscheidung. Im Entzug gibt es keine Spirale, die der unkontrollierbaren Wut vorausgeht. Die Wut entspringt im vollen Umfang dem Verstand und treibt sich eigenständig voran ohne dem Zutun der Person, die diese Wut erfährt. Die anderen Gefühlssymptome des Entzugs agieren in ähnlicher Weise. Selbst wenn der Patient Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung übt, Ängste, Depression und die anderen Symptome tauchen unvermittelt auf. Sie haben eine Gegenwärtigkeit und Kraft, die die meisten Leute nicht kennen. Da das Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten ist, hat sich die Wirklichkeit für den Patienten geändert. Anstatt einer Gefühlswelle, die unterdrückt oder ausgehalten werden muss, werden solche Gefühle eine alternativlose Realität.

As time goes by, the patient will eventually be able to self regulate each emotion at a level similar to before they began taking an SSRI. One of the frustrating things about weaning off an SSRI is that the patient is only aware of progress after a phase has passed. They may feel extreme anxiety, but realize that the rage they experienced a few months before no longer bothers them. While they are experiencing a phase, there is no context to compare their emotions to. Since the emotions are so powerful and uncontrollable, emotional self awareness is short circuited, leading to mental relativism. The patient doesn’t realize the whole range of emotions, just the small extreme range that they are experiencing at the moment. The alternative to blind rage isn’t calmness, as it would be in a normal person. Instead, irrational anger is the lower end of the emotional range.

Im Laufe der Zeit wird der Patient schließlich fähig sein jedes Gefühl auf einen ähnlichen Level selbst zu regulieren, so wie zuvor, als er kein SSRI einnahm. Eines der frustrierenden Dinge bezüglichen dem Absetzen von SSRI ist, dass der Patient den Fortschritt erst wahrnimmt, wenn eine Phase vorbei ist. Sie mögen extreme Ängste erfahren, aber realisieren nicht, dass die Wut, die sie ein paar Monate zuvor hatten sie nicht mehr länger plagt. Während einer Phase gibt es keinen Zusammenhang Gefühle zu vergleichen. Da die Gefühle so kraftvoll und unkontrollierbar sind, unterliegt die emotionale Selbstwahrnehmung einem Kurzschluss und führt zur geistigen Gleichgültigkeit. Der Patient nimmt die gesamte Bandbreite der Gefühle nicht wahr, nur das kleine extreme Band, das er gerade in diesem Moment erlebt. Die Alternative zu blinder Wut ist nicht Gelassenheit, wie es bei einer normalen Person der Fall wäre. Anstatt dessen ist irrationale Wut nur das unter Ende (der Anfang) der emotionalen Wut.

During withdrawal, these realities change and evolve as some emotions become dominant. Patients may experience uncontrollable rage for a few weeks, then enter a stage where depression dominates. These emotional tides are outward signs of the brain readjusting to the need to self regulate neurotransmitter levels. It is almost as if the mind is going through the entire inventory of emotion trying to catalog what’s necessary to regulate each one. Some people will experience several uncontrollable emotions at the same time, but the uncontrollable aspect of them will fade away one at a time. The variety and severity of symptoms often lead doctors to prescribe other drugs to mitigate the effects. This strategy compounds the problems of withdrawal by adding a second effect to an existing condition. The patient now has to deal with withdrawal as well as the effects of a new drug and perhaps a new set of withdrawal symptoms. The best strategy for dealing with SSRI withdrawal symptoms is time and slow weaning. A prolonged weaning schedule will reduce the severity and number of withdrawal symptoms. The brain requires a certain amount of time to adjust back to a natural balance of neurotransmitters which can’t be rushed. By slowly weaning off an SSRI, the brain does not have to deal with a sudden change to Serotonin levels, and can adjust at a natural rate. It takes a great deal of time for receptors in the brain to regenerate. A schedule that reduces the drug by 10% each month is usually sufficient. Schedules can vary depending on the patient. Some will be able to reduce their dose more quickly, others may have to go more slowly.

Während des Entzugs ändern/entwickeln sich die gegenwärtigen Gegebenheiten/Umstände, da einige Gefühle anfangen zu dominieren. Patienten können unkontrollierte Wut für ein paar Wochen empfinden und kommen dann in einen Zustand dominierender Depression. Diese Gefühlswellen sind äußere Anzeichen einer Anpassung des Gehirns bezüglich einer erforderlichen Selbstregulierung des Neutransmitterlevels. Es ist beinahe so, als wenn der Verstand durch das komplette Gefühlsinventar geht und versucht zu katalogisieren was zur Regulierung notwendig ist. Einige Leute werden verschiedene unkontrollierbare Gefühle zur gleichen Zeit erfahren, wobei der unkontrollierbare Aspekt der Gefühle sich über die Zeit abschwächt. Die Vielzahl und der Schweregrad der Symptome veranlasst Ärzte des öfteren andere Medikamente zu verschreiben, um diese Effekte zu lindern. Diese Vorgehensweise verschlimmert nur die Probleme des Entzugs durch das Hinzufügen eines weiteren Effekts zu den bereits bestehenden. Der Patient hat nun sowohl den Entzug, als auch die Auswirkungen des neuen Medikaments und vielleicht eine neues Paket von Entzugssymptomen zu ertragen. Die beste Strategie mit den SSRI Entzugssymptomen fertig zu werden, ist Zeit und ein langsames Ausschleichen. Ein verlängerter Zeitplan des Ausschleichens reduziert den Schweregrad und die Anzahl der Entzugsprobleme. Das Gehirn benötigt ein gewisse Zeit der Wiederanpassung an ein natürliches Gleichgewicht der Neurotransmitter, was nicht beschleunigt werden kann. Durch das langsame Ausschleichen von SSRI, hat das Gehirn nicht mit einer plötzlichen Änderung des Serotonin Levels zu kämpfen und kann sich in einem natürlichen Tempo anpassen. Rezeptoren des Gehirns brauchen eine lange Zeit zur Regenerierung. Ein Zeitplan, der das Medikament 10% pro Monat reduziert ist normalerweise ausreichend. Zeitpläne können je nach Patient variieren. Eine werden ihre Dosis schneller reduzieren können, andere mögen wesentlich langsamer unterwegs sein.
Hallo.
Wow, da habe ich mich gerade voll wieder gefunden! 😢
Beängstigend, dass sowas möglich ist!!! 😵
Ich bin sprachlos.....

Liebe Grüße
Help

Ps: Vielen Dank für deine Mühe fürs Übersetzen 💓 !
Diagnose: Angststörung / depressive Episoden
+Hashimoto Thyreoditis (derzeit L-Tyroxin 100/112)

AD Erfahrung/Medikation:
-ca. 2005 = Citalopram 40mg ca. 3 Jahre (ohne Probleme ausgeschlichen)

-ca. 2009 = Fluoxetin 1Jahr
-Umstieg auf Citalopram 30mg

-2014 = Citalopram 20mg mit Amitriptilyn (ohne Probleme ausgeschlichen)

-Feb. 2016 = Sertralin 75mg
-Jan. 2018 = Umstieg auf Citalopram 20mg, dann 40mg
(ohne Besserung, deswegen Umstieg)

-März 2018 = Umstieg auf Duloxetin (Cymbalta)90mg
Nebenwirkungen: Schwindel, Kopfweh, Druck im Hals, Angst, Nervosität, Appetittverlust, Abgestumpftheit, Aggression, Suizidgedanken, Gefühl verrückt zu werden, Panikzustände....u.a.

Deswegen Absetz-Entscheidung!

23.09.18 von 90mg auf 60mg runter
(keine gravierenden Probleme)

14.10.18 von 60mg auf 45mg
22.10.18 von 45mg auf 30mg
25.10'18 von 30mg auf 15mg
(Absetzsymptome: starker Schwindel, Angstzustände, Benommenheit, Kopfweh)

1.11.18 von 15mg auf 10mg

Am 4.11.18/11:30h, Massive Entzugserscheinungen:
starker Schwindel, Benommenheit, Zittern, Gefühl “Verrückt zu werden“, Übelkeit, Angst, Selbstmordgedanken...
Um 14:30h 25mg Duloxetin nachgenommen!
Nach 1-2Std. Linderung der Symptome.

Seit 5.11.18 im Entzug, 30mg Duloxetin
(Immerwieder Kopfweh, Schwindel, Angst)

6.03.19 im Entzug, 27mg => 30mg -10% mit der „Kügelchenmethode“
(leichter Schwindel)

Seit 7.05.19 Umstellung von Duloxetin auf Citalopram, da unter Duloxetin zu viele Nebenwirkungen (starke körperliche Abhänghkeit, Restless, Nervös, Gefühlskälte....)
Umstellung brachte Kopfweh, Schwindel, Übelkeit und Traurigkeit.
Nach ca. 4 Wochen ging es wieder...
Umstellung vollzogen.

Aktuell 20mg Citalopram

18.07.19: starke Kopfschmerzen, leichter Schwindel, Nervosität, Angstgefühle, Hitzewallungen, depressive Verstimmung, Schlafstörungen

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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Help123 » Freitag, 19.07.19, 7:14

Mimi79 hat geschrieben:
Donnerstag, 13.06.19, 16:13
Liebe Svenja,

vielen Dankf für deine Zeilen, das "beruhigt" mich etwas. Ich hab nämlich auch schon gedacht, dass dieser ständige Wechsel eigentlich keine "Geisteskrankheit" sein, zumindest hoffe ich das.

Ja, das Venlafaxin wurde sehr schnell reduziert und mit Citalopram "ersetzt", der Arzt behauptet immer noch, das sei natürlich problemlos möglich, da ich ja mit 150 mg Venlafaxin noch keum noradrenerge Wirkung hätte und deshalb jedes beliebige SSRI das Venlafaxin ersetzen könnte. Ich diskutiere mitllerweile nicht mehr mit ihm.

Wahrscheinlich kommt ziemlich zusammen bei mir, die ewige Benzoeinnahme höherer Dosis, dann das ganze AD- Hin und Her...

Heute gehts mir besser - da kann ich halbwegs klar denken und habe wieder etwas Hoffnung, aber sobald mich wieder diese Monster- Emotionen erwischen, ist mein Kopf nur noch weitab von klarem Denkem.

LG Mimi
Hallo.

Das spricht mir aus der Seele! Ich dachte auch schon, jetzt ist es endgültig vorbei mit meiner Seelischen Gesundheit, weil ich nach dem Duloxetin echt heftige Gefühlseinbrüche habe (kenne ich so auch aus keiner Phase meiner Grunderkrankung....😢)

Dieses Hin und Her, Auf und Ab, ganz plötzlich, in jeglicher Situation....das kann einen schon echt fertig machen. Deshalb bin ich so dankbar für dieses Forum, den Austausch hier und die absolut tollen, stützenden Infos.

Ich hatte leider auch den Irrglauben das AD (Duloxetin) “ersetzen“ zu können, vorallem weil mein Arzt es oft und sehr nachdrücklich gesagt hat. Aus Verzweiflung habe ich Umgestellt, doch das ich trotz dem neuen Medikament (Citalopram) jetzt solche Absetzsymptome und Neuro-Emotionen habe, dass beschäftigt mich doch sehr....! 😕😥😱😢

Nach und Nach begreife ich erst das ganze Ausmaß von AD's....
Vor etlichen Jahren haben sie mir das Leben gerettet und ich hatte keine Probleme mit dem Absetzen...., doch jetzt....jede Kleinigkeit spüre ich, jede Veränderung....
Schon sehr Traurig!

Ich wünsche euch Allen viel Kraft auf eurem Weg und bin froh, dass wir ihn gemeinsam gehen können, hier!

Danke.

Viele liebe Grüße
Help
Diagnose: Angststörung / depressive Episoden
+Hashimoto Thyreoditis (derzeit L-Tyroxin 100/112)

AD Erfahrung/Medikation:
-ca. 2005 = Citalopram 40mg ca. 3 Jahre (ohne Probleme ausgeschlichen)

-ca. 2009 = Fluoxetin 1Jahr
-Umstieg auf Citalopram 30mg

-2014 = Citalopram 20mg mit Amitriptilyn (ohne Probleme ausgeschlichen)

-Feb. 2016 = Sertralin 75mg
-Jan. 2018 = Umstieg auf Citalopram 20mg, dann 40mg
(ohne Besserung, deswegen Umstieg)

-März 2018 = Umstieg auf Duloxetin (Cymbalta)90mg
Nebenwirkungen: Schwindel, Kopfweh, Druck im Hals, Angst, Nervosität, Appetittverlust, Abgestumpftheit, Aggression, Suizidgedanken, Gefühl verrückt zu werden, Panikzustände....u.a.

Deswegen Absetz-Entscheidung!

23.09.18 von 90mg auf 60mg runter
(keine gravierenden Probleme)

14.10.18 von 60mg auf 45mg
22.10.18 von 45mg auf 30mg
25.10'18 von 30mg auf 15mg
(Absetzsymptome: starker Schwindel, Angstzustände, Benommenheit, Kopfweh)

1.11.18 von 15mg auf 10mg

Am 4.11.18/11:30h, Massive Entzugserscheinungen:
starker Schwindel, Benommenheit, Zittern, Gefühl “Verrückt zu werden“, Übelkeit, Angst, Selbstmordgedanken...
Um 14:30h 25mg Duloxetin nachgenommen!
Nach 1-2Std. Linderung der Symptome.

Seit 5.11.18 im Entzug, 30mg Duloxetin
(Immerwieder Kopfweh, Schwindel, Angst)

6.03.19 im Entzug, 27mg => 30mg -10% mit der „Kügelchenmethode“
(leichter Schwindel)

Seit 7.05.19 Umstellung von Duloxetin auf Citalopram, da unter Duloxetin zu viele Nebenwirkungen (starke körperliche Abhänghkeit, Restless, Nervös, Gefühlskälte....)
Umstellung brachte Kopfweh, Schwindel, Übelkeit und Traurigkeit.
Nach ca. 4 Wochen ging es wieder...
Umstellung vollzogen.

Aktuell 20mg Citalopram

18.07.19: starke Kopfschmerzen, leichter Schwindel, Nervosität, Angstgefühle, Hitzewallungen, depressive Verstimmung, Schlafstörungen

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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Help123 » Freitag, 19.07.19, 7:22

Mimi79 hat geschrieben:
Mittwoch, 12.06.19, 15:15
Hallo,
Ich wäre sehr froh, wenn sich damit meine "Zustände", die ich nicht richtig beschreiben kann, erklären ließen.
Bei mir geht das oft mit Kopfdruck bzw Depersonalisation einher, ich dachte immer, es wäre Angst, aber teilweise geht es mit einem furchtbaren Vernichtungsgefühl einher.
Ich muss mich im Extremfall dann hinlegen und möchte mich am liebsten in Luft auflösen.
Oftmals tritt auch starke Müdigkeit und Benommenheit auf. Mit Verstand dagegen "andenken" funktioniert dann nicht mehr.
Überwiegend ist es Angst vor Kontrollverlust, Bedrohungsgefühl, regelrechter Hass (oft Selbsthass) und manchmal eine tiefe Traurigkeit mit dem Drang zum Weinen. Wenn mich das alles erwischt, kommt es meist mehrfach an einem Tag mit einer Art Dauerwolke, dann wieder mal ist zwei Tage nichts in dieser Richtung.
Ist das typisch ?
Ich bin oft der inneren Überzeugung, an einer psychiatrischen schweren Krankheit zu leiden (Schizophrenie, drohender Identitätsverlust oder Amokläufer to be) und kann kaum glauben, dass so schlimmen Zustände vom Entzug kommen können.
Diese Zustände kommen auch ohne Außen Reize, ängstigen mich aber sehr.
LG Mimi

Hallo,

ich schreibe gerade hier sehr viel....doch genauso geht es mir gerade, du hast es so treffend beschrieben!
Kopfschmerz/-druck habe ich seit ca. 1 1/2 Wochen, dazu dieses niederschmetternde Gefühl nichts Wert zu sein, meine Vorhaben nicht realisieren zu können, eon Nichts-zu-sein....furchtbar!

Ich habe auch gedacht, jetzt bin ich an einer Schizophrenie erkrankt. Weil es eben urplötzlich, aus dem Nichts kommt, eine geballte Ladung von Gefühlen....
Unkontrollierbar, vernichtend....so fühlt es sich an.

Danke fürs Teilen und viel Kraft!

Viele Grüße
Help
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AD Erfahrung/Medikation:
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-ca. 2009 = Fluoxetin 1Jahr
-Umstieg auf Citalopram 30mg

-2014 = Citalopram 20mg mit Amitriptilyn (ohne Probleme ausgeschlichen)

-Feb. 2016 = Sertralin 75mg
-Jan. 2018 = Umstieg auf Citalopram 20mg, dann 40mg
(ohne Besserung, deswegen Umstieg)

-März 2018 = Umstieg auf Duloxetin (Cymbalta)90mg
Nebenwirkungen: Schwindel, Kopfweh, Druck im Hals, Angst, Nervosität, Appetittverlust, Abgestumpftheit, Aggression, Suizidgedanken, Gefühl verrückt zu werden, Panikzustände....u.a.

Deswegen Absetz-Entscheidung!

23.09.18 von 90mg auf 60mg runter
(keine gravierenden Probleme)

14.10.18 von 60mg auf 45mg
22.10.18 von 45mg auf 30mg
25.10'18 von 30mg auf 15mg
(Absetzsymptome: starker Schwindel, Angstzustände, Benommenheit, Kopfweh)

1.11.18 von 15mg auf 10mg

Am 4.11.18/11:30h, Massive Entzugserscheinungen:
starker Schwindel, Benommenheit, Zittern, Gefühl “Verrückt zu werden“, Übelkeit, Angst, Selbstmordgedanken...
Um 14:30h 25mg Duloxetin nachgenommen!
Nach 1-2Std. Linderung der Symptome.

Seit 5.11.18 im Entzug, 30mg Duloxetin
(Immerwieder Kopfweh, Schwindel, Angst)

6.03.19 im Entzug, 27mg => 30mg -10% mit der „Kügelchenmethode“
(leichter Schwindel)

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Nach ca. 4 Wochen ging es wieder...
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