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Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Oliver
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Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Oliver » Montag, 15.06.15, 23:14

Liebe ADFDler,

man kann sich heute vor Zwangsbehandlung und Betreuung (der moderne Euphemismus für Entmündigung) schützen, indem man rechtzeitig eine Patientenverfügung einrichtet.
Es kann je­den tref­fen

Viele wis­sen es nicht: auch wenn Sie ge­gen kein Ge­setz ver­sto­ßen ha­ben, kann Ih­nen die Frei­heit und das Recht auf ein selbst­be­stimm­tes Le­ben ent­zo­gen wer­den.

Eine psych­ia­tri­sche Dia­gnose und die Be­haup­tung ei­ner „Selbst- oder Fremd­ge­fähr­dung“ sind da­für aus­rei­chend.

Psych­ia­ter klas­si­fi­zie­ren da­bei Ihr Ver­hal­ten als Sym­ptome ei­ner schwe­ren psy­chi­schen Er­kran­kung, nicht als Aus­druck Ih­res Wil­lens und Ih­rer Ent­schei­dun­gen.

Be­strei­ten Sie die Dia­gnose und leh­nen Sie eine Be­hand­lung ab, gilt dies be­reits als Be­weis Ih­rer Krank­heit.

Mög­li­che Fol­gen: Ein­sper­rung in der ge­schlos­se­nen Ab­tei­lung ei­ner psych­ia­tri­schen Kli­nik, zwangs­weise Ver­ab­rei­chung von Psy­cho­phar­maka oder Fest­schnal­len am Bett.
Quelle: Patverfü.de

Auf jeden Fall lesen:
http://www.patverfue.de/handbuch/konsequenzen-bedenken
http://www.patverfue.de/handbuch/risike ... richtungen

http://patverfue.de/
http://patientenverfuegung.de/

Alles Gute
Oliver

Nospie

Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Nospie » Dienstag, 16.06.15, 11:37

Hallo,
ich habe Ende 2012,als mein Entzug anfing,eine Patientenverfügung gemacht,reines Bauchgefühl.
Gute Bekannte von mir haben eine von mir unterschriebene Kopie,außerdem habe ich eine Kopie
bei mir,wenn ich das Haus verlasse.
Gibt mir ein besseres Gefühl,ich komme mir nicht so ausgeliefert vor,man weiß ja nie.......
Ich finde das sehr wichtig!
Paßt auf euch auf :) .
Nospie

Oliver
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Oliver » Dienstag, 16.06.15, 12:07

Hallo Nospie,

das bessere Gefühl ist viel wert :) - ich denke auch, dass es heute in dieser Gesellschaft ein wichtiger Baustein für ein selbstbestimmtes Leben ist.

Man sollte die Patientenverfügung übrigens auch noch im zentralen http://www.vorsorgeregister.de/ registrieren. Das muss von denen, die es beachten müssen (z.B. die Aufnahme in einer geschlossenen Psychiatrie bei versuchter Zwangseinweisung) abgefragt werden.

Alles Gute
Oliver

Markus 77
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Markus 77 » Dienstag, 16.06.15, 12:26

Werde ich auch machen ...!
Seit 1.2 mirtazapin 15mg ca. 14tage ausgeschlichen. Psychische Krise: 25.2 .14 15mg mirtazapin ca. 15Tage u. 15 Tage 7,5 mg u.ausgeschlichen. ( schlief 15 Std. Damit)Seit.25.2 citalopram 10mg ( 65 Tage)umstieg am 5.4 30mg Duloxetin 14 Tage .. Dann Null( Grund:heftige kopfschmerzen,Augendruck , blutdruckkrise) seit. 15.5 Probleme mit starker Ermüdung/ tagesschläfrigkeit / war vorher nie/starker Erschöpfung/ am 1.6 2tage escitalopram 5mg ( starke Kopfschmerzen)26.6.14 in psychiatrischer Klinik mirtazapin 15mg u. 75mg bupropion . 2 Tage mit 150mg ... 75 mg zurückdosiert ( bekam bei 150mg blutdruckkrise zittrige Hände, übelkeit , Schwindel) ....Derzeitige Medikamente seit ca.seit ca.18.7:6,5m mirtazapin 7.8 ca 5mg Mitra. 2-3 mg Mirta seit 20.8..Seit 30.8 ..Seit 20.10 ca.6,5 mirtazapin seit 3. 11 15mg mirtazapin seit. 7.11 ca.12mg mirta weil 15 mg nicht benötigt!! 11mg Mirtazapin seit 21.11.13 13mg 2.12 .13 seit 18.1 Temsta 4,5mg reduziert auf null seit 22.2. 15 .! seit 20.2 15mg Mirtazapin seit 10.3.15 20mg stabil 18mg seit 15.4 .2015 seit 20.5 auf 16,5 mg schlaf 8 Std. Past 22.6 15,5 mg Versuch
....seit 14.7 . 14,5 mg mirtazapin seit 8.7.15 abilify 5mg abilify seit 18.7 2,5 mg mirta zapin seit 18.7 14mg , 13 mg mirta seit 11.8 12,5 mirtazapin seit 22.8 seit 3.9 12mg , seit 20.9 11mg ,seit 8.10.
...10 mg mirtazapin rezed. Depressionen .seit 1.10.15 9 mg 1.12.15 8 mg mirtazapin und seit 15.11 5 mg abilify schlaf ca.7-8 std . absetzerscheinung :erschöpfung (körperlich ,nervliche) erbrechen , übelkeit ...... ...7mg mirtazapin seit 25.12. 30.1......6,5mg mirtazpin 6 mg seit 29.2.16 .....19.3 5,5 mg
abilify 4,75mg ...!! abilify 5 mg 19.3 3.4.16 Umstieg wasserlösmethode 35ml ergibt 5,25
mg Mirtazapin 33ml ( 5 mg Mirtazapin ) 8.4. 16......30 ml ,( 4,5 mg ) 17.4 .16... 4mg ( 27ml ) 9.5 .16 .....31.5.16 ...3,5 mg ( 35 ml ) 24.6.16 3 mg ( 30ml ) 16.7
(26 ml ) 2,6 mg 18. 7 . 2,7 mg ( 27 ml ) 14 .8 ( 24 ml .. 2,4 mg 11.9.16 21 ml 2,1 mg ... 2 mg seit 25.9. 1,8 ml ( 1,8 mg ) seit 10.10 1,5 mg seit 5.11.16 ...1,2mg seit 30.11. (12ml ) .. 1mg ( 10ml ) 28.12.16....22.1 .17 ...0,8 mg .0,7 mg seit ...8.2.. 0,6 mg seit 18.2 ...0,5 mg 24.2 ..0,4mg ...3.3.17 0,3 mg 17.3 seit . 25.3 abgesetzt .....wieder eindosiert mit 0,2 mg ...ab 1.4.17....abgesetzt 27.4 .17 mit 0,15 mg Mirtazapin abgesetzt ...!!schlaf past 6-9 std.....seit 6.6.17 .........4 mg abilify 3,5 mg Abilify ....seit 29.6....21.7.. ..3mg. 2,6 mg ...seit 21.8 .....21.9.. 2,1 mg ...21.10...1,8 mg 21.11 1,4 mg .....21.12. .....1,00 mg .... 22.1 0,7 mg ....22.2 ... 0,4 mg abgesetzt

Lisamarie
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 16.06.15, 20:48

Hallo, für mich ist das ganz wichtig und ich hab es jetzt auch im zentralen Vorsorgeregister , der Link von Oliver angemeldet, kostet einmal 2.50 Euro und zum Registieren nochmals 13 Euro. Aber das ist dort gut angelegt.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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fruehling
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von fruehling » Dienstag, 16.06.15, 21:19

Soweit ich weiß, muss es aber nicht notariell beglaubigt sein oder?
Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

Lisamarie
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 16.06.15, 21:58

Also da wird nur festgehalten , das eine Patientenverfügung existiert , nicht der Inhalt der Patientenverfügung . Mir soll schriftlich was zugeschickt werden , werd dann weiter berichten.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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padma
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von padma » Dienstag, 16.06.15, 22:06

Frühlingschrieb:
Soweit ich weiß, muss es aber nicht notariell beglaubigt sein oder?
Nein, ist nicht notwendig

lg padma

Lisamarie
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 21.06.15, 21:41

Hab gestern ne Brief bekommen das das jetzt im zentralen Vorsorgeregister hinterlegt ist. Fühle mich jetzt sicherer.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Lea Gie
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Patientenverfügung/Psychiatrietestament

Beitrag von Lea Gie » Montag, 08.10.18, 0:32

Hallo zusammen,

ich habe schon ein bisschen gesucht und den ein oder anderen Thread zum Thema Patientenverfügung gefunden. Aber ich wollte trotzdem nochmal ein paar Fragen zum Thema Patientenverfügung stellen.

1. Hat jemand von euch vielleicht eine mit einem Anwalt aufgesetzt und kann einem Tipps für eine rechtlich verbindliche Form geben?
2. Ist es sinnvoll die Verfügung von einem Zeugen für die aktuelle Zurechnungsfähigkeit unterschreiben zu lassen, zum Beispiel dem eigenen Hausarzt?
3. Habt ihr eine Kopie eurer Verfügung dann auch an die Psychiatrie in eurer Heimatnähe geschickt? Oder wie gewährleistet man, dass sie dann auch da landet wo sie hinsoll? :schnecke: :schnecke:


Sorry falls das alles schon ausführlich in einem anderen Thread war. Dann wäre ich für einen Hinweis auf den entsprechenden Thread sehr dankbar <3

Jamie
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Re: Patientenverfügung/Psychiatrietestament

Beitrag von Jamie » Montag, 08.10.18, 9:23

Hallo lea :)

ich kann nur sagen, wie ich es gemacht habe. Das gilt auch für meine ganz normale Patientenverfügung, nicht nur die psychiatrische (beides möchte ich aber demnächst noch mal angehen / überprüfen, ob es nicht neuere / bessere gibt, denn meine sind uralt).

Zu 1) nein, wäre wohl aber sicherer.

zu 2) Ja, und ich wiederhole das jedes Jahr und unterschreibe selbst erneut in Anwesenheit eines Zeugen sowie dass der Zeuge selbst unterschreibt.

zu 3) Die Verfügung ist bei meinem Hausarzt sowie den engsten Familienmitgliedern und Freunden hinterlegt, sodass ich im Notfall schnell rankomme. Nach dem Prinzip: viel verteilt, einer wird schnell reagieren können.

Grüße
Jamie

----

PS evtl. kann man den Faden an unseren Patientenverfügungsthread hängen?
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Patientenverfügung/Psychiatrietestament

Beitrag von gioia » Montag, 08.10.18, 10:03

Hallo ihr Lieben :)

Habe gelesen dass man das nach (5?) Jahren immer wieder erneuern lassen muss, damit es wirklich,verbindlich ' bleibt. Meine Hausärztin hat mir auch empfohlen das unbedingt notariell beglaubigen zu lassen, auch damit es ,verbindlich ' ist. Das werde ich sicher machen, sobald ich die Kraft dazu habe!
Liebe Grüße
Gioia
Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

Ululu
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Ululu » Mittwoch, 10.10.18, 8:05

Hallo,

Ich habe das Thema angefügt.

LG Ute
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Hinweis:
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Arianrhod
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 10.10.18, 19:56

Hallo,

ich war auf dem Seminar von Peter Lehmann,
http://www.antipsychiatrieverlag.de/inf ... ychpav.pdf
da wurde gesagt, dass bei einer Patientenverfügung eigentlich kein Notar mitwirken muss. Der Gesetzgeber hat lediglich die schriftliche Form für die Patientenverfügung festgelegt, damit jeder Bürger ganz einfach und rechtswirksam seine Selbstbestimmungsrecht ausüben kann. Jeder kann daher eine Patientenverfügung wirksam schriftlich erstellen, ganz gleich ob dies per Hand oder am Computer ausgedruckt . Zwingend ist die eigenhändige Unterschrift, deswegen geht eine e-mail nicht.
Es besteht keine gesetzliche Vorschrift, die Patientenverfügung regelmäßig zu erneuern Man kann sie von Zeit zu Zeit aktualisieren und anpassen - und neu unterschreiben.
Und dennoch kann es sein , dass sich Psychiater über Gesetze hinwegsetzen und behaupten , dass derjenige schon beim Unterzeichnen nicht geschäftsfähig war.
Und nur deshalb ist es ratsam, einen Mit- Unterzeichner zu haben. Außer einem Notar kann es auch ein Anwalt oder ein (guter) Psychiater sein.

Hier nochmal alle Vorausverfügungen im Vergleich:
http://www.antipsychiatrieverlag.de/info/voraus.htm

liebe Grüße Arian
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inandout
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von inandout » Freitag, 12.10.18, 11:06

Hallo,

zum Thema, dass Psychiater die Geschäftsfähigkeit bezweifeln könnten, habe ich den Rat erhalten, dass man den Hausarzt bittet, die Geschäftsfähigkeit zu attestieren. Und dann datiert man die Patientenverfügung möglichst auf das gleiche Datum und tackert das zusammen. So habe ich das auch gemacht.

Liebe Grüße inandout
Wer hier nicht verrückt wird, der kann nicht normal sein. (Hildegard Knef)
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Flummi

Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Flummi » Samstag, 08.12.18, 15:28

Hallo,

das wichtigste war bei mir, dass ein Angehöriger interveniert, wenn die Ärzte ihr Ding durchziehen wollen. Ohne meinen Mann wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen. Ich war zwangsweise dort in der Psyschiatrie.

Daneben, dass wenn man nicht freiwillig in einer Klinik ist, sondern per Beschluss, dass man keine Unterschriften für die Klinik leistet, vor allem nicht den Behandlungsvertrag (für die Abrechnung mit der Krankenkasse). Man will die Behandlung erstens sowieso nicht, zweitens wurde die Willensfreiheit aufgehoben, und man kann nicht unterschreiben (!), drittens, wenn man zwangsweise wo ist, braucht man keinen Vertrag darüber machen (Vergleich wäre: Gefängnis möchte, das man einen Vertrag über die Nutzung der Gefängniszelle machen soll, wenn man Haft absitzt oder ähnlich absurdes).
Unterschreibt nichts, macht nichts mit (kein Blutdruckmessen, keine Blutabnahme, keine Einwilligung in die Datenschutzbestimmungen).

Macht die Ärzte darauf aufmerksam, wenn Ihr keinen Arzt habt, der Euch behandelt, sondern diese neumodischen Teams (Visite), dass dort die Schweigepflicht nicht gewährleistet ist und Ihr deswegen kein Gespräch im Bereich des möglichen seht. Das waqr bei mir so und es war Horror diese Visiten. ich habe diese irgendwann auch verweigert.

Viele Grüße,
Claudia

Nietzsche-Ente
Beiträge: 66
Registriert: Freitag, 10.06.16, 16:32

Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Nietzsche-Ente » Donnerstag, 13.12.18, 10:31

Hallo,

Neben der PatVerfü gibt es noch die PsychPav (Psychosoziale Patientenverfügung) und die BoWill (Bochumer Willenserklärung). Im Gegensatz zur PatVerfü sind diese beiden ausführlicher und man kann dort festlegen, wie man im Krisenfall behandelt werden möchte. Mit einer PatVerfü verbietet man ja quasi alles...
Wegen der möglichen Risiken, die damit einhergehen, hat sich der BPE Vorstand aktuell entschlossen, die PatVerfü nicht mehr zu unterstützen.

Den Download gibt es hier: http://www.antipsychiatrieverlag.de/inf ... ychpav.htm
http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de ... aerung.pdf

Ich glaube, wenn man das "Wie" festlegt ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die Ärzte darüber hinweggehen. Die Formulierung bei der PatVerfü könnte so ein Psychiater ja auch als Beleidigung auffassen...
Rechtsgültig sind aber alle drei.

Liebe Grüße,
Nietzsche-Ente
eigentliches Ziel der Medikation: Stimmungsstabilisierung und -aufhellung

Vager Überblick des zeitlichen Verlaufs:
Citalopram: 2008 nach wenigen Tagen wieder eigenständig abgesetzt wegen Nebenwirkungen
Quetiapin: 2008 – 2010, seitdem eingeschränkte Darmfunktion und Leukopenie
umgestellt auf Citalopram, wenige Wochen später umgestellt auf
Duloxetin: Januar 2011, zwischenzeitlich Versuch mit Lamotrigin → abgesetzt wegen heftiger Hautreaktion; Duloxetin Januar 2014 abgesetzt wegen drohendem Leberversagen, drei Monate später Beginn heftiger Absetzsymptome ohne zu wissen, dass es welche sind.
Lorazepam: März 2015 verordnet bekommen bis zur Abhängigkeit, deshalb Ausschleichen bis März 2016
Sertralin: März 2015, abgesetzt nach 2 Monaten wegen Wirkungslosigkeit
Duloxetin: nur wenige Tage, da rasanter Anstieg meiner Leberwerte
Venlafaxin: Ende Juni 2015 Eindosierung auf 150mg, Beginn des Absetzprozesses im Dezember 2015

>bunter Symptomcocktail<

Erkenntnis der Zusammenhänge erst März 2016


ab 05.08.2017: Null
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


Psychiatrieerfahren?

Arianrhod
Teamunterstützung
Beiträge: 1897
Registriert: Sonntag, 15.11.15, 15:16

Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 18.12.18, 14:00

Flummi hat geschrieben:
Samstag, 08.12.18, 15:28
Unterschreibt nichts, macht nichts mit (kein Blutdruckmessen, keine Blutabnahme, keine Einwilligung in die Datenschutzbestimmungen).

Macht die Ärzte darauf aufmerksam, wenn Ihr keinen Arzt habt, der Euch behandelt, sondern diese neumodischen Teams (Visite), dass dort die Schweigepflicht nicht gewährleistet ist und Ihr deswegen kein Gespräch im Bereich des möglichen seht. Das waqr bei mir so und es war Horror diese Visiten. ich habe diese irgendwann auch verweigert.
Hallo Flummi,
ich sehe den Beitrag jetzt erst, und wollte dich fragen: Wie verhinderst du, wenn du völlig unkooperativ bist, eine Zwangsbehandlung?
Auf den offenen Stationen werfen sie Patienten raus, aber bei einer Zwangseinweisung ist das doch eine reale Gefahr, oder?
(Ich rate immer eher dazu, zu kooperieren und dafür zu sorgen, so schnell wie mögluch entlassen zu werden , eben wegen dieser Gefahr)

liebe Grüße Arian
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Flummi

Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 27.12.18, 13:58

Hallo Arian,

es ging meiner Meinung deshalb, weil mein Mann meine Meinung gegenüber den Ärzten vertreten hat, dass ich keine Medikamente nehmen werde. Sie haben auf der einen Seite eine Zwangseinweisung, aber gegen den Willen der Familie machen sie eher nichts, so meine Erfahrung. Sie vereinzeln einen ja in der Psychiatrie, aber es ist natürlich völliger Quatsch, wenn die Familie etc. sagt, nicht für die Ärzte, sondern für sein eigenes Leben soll derjenige doch wieder "fit" werden und zwar ohne Medikamente.

Es hat in meinem Fall jedenfalls doch geklappt. Bin sehr dankbar darüber.
Claudia

Arianrhod
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Re: Schutz vor psychiatrischer Willkür: Patientenverfügung

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 27.12.18, 20:43

Flummi hat geschrieben:
Donnerstag, 27.12.18, 13:58
Es hat in meinem Fall jedenfalls doch geklappt. Bin sehr dankbar darüber.
Oh ja, das freut mich auch. :)
Flummi hat geschrieben:
Donnerstag, 27.12.18, 13:58
es ging meiner Meinung deshalb, weil mein Mann meine Meinung gegenüber den Ärzten vertreten hat, dass ich keine Medikamente nehmen werde.
Hatte dein Mann /du eine Patientenverfügung?
Ich hatte keine - und die Psychiater haben schlicht den Kontakt zu meinem Mann unterbunden bzw keine Auskunft gegegeben.

Gruß Arian
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