Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe ADFDler,

die Organisation des Forums durch das Team ist weiterhin eingeschränkt.

Danke an alle die sich im Rahmen der gegenseitige Selbshilfe einbringen. Bitte schaut weiter gut auf euch und unterstützt euch aktiv untereinander mit euren Erfahrungen oder Hinweisen auf lesenswerte Threads. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Antworten
Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14902 Mal
Danksagung erhalten: 13682 Mal

Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 17.01.16, 12:28

Übernommen von Monika von Freigeist/ http://www.my-free-mind.at - danke Moni fürs übersetzen!

Im Herbst 2014 beschloss die Autorin Diana Spechler ihre psychiatrischen Medikamente, die sie gegen Ängste, Depressionen und Schlaflosigkeit eingenommen hatte, abzusetzen. Sie begann schrittweise auszuschleichen und verfasste die Serie Going Off, welche in der New York Times erschienen ist: viewtopic.php?f=51&t=9919

Darin beschreibt sie all die Ängste und Schwierigkeiten, die mit den Medikamenten und dem Absetzen dieser verbunden waren.

Der folgende Artikel ist ihr Resümee.

Eins
Warne deine Freunde und deine Familie vor, dass du deine Medikamente ausschleichen wirst (Anmerkung von Freigeist: Ausschleichen bedeutet langsames, schrittweises Reduzieren der Dosis).

Bitte sie darum, dich darauf anzusprechen, wenn du niedergeschlagen wirkst; du wirst nicht böse auf sie sein.
Früher wärst du das gewesen.

Du hast immer gedacht, depressiv zu sein würde bedeuten, schwach zu sein; besorgte Anmerkungen hast du als Beschuldigung für deine eigene Schwäche interpretiert. Doch nun ist es an der Zeit, das zu ändern.

Lass deine Haut nicht dicker, sondern durchlässiger werden, damit Liebe durchsickern kann.

Lass zu, dass deine Freunde dich unangekündigt und spontan besuchen, um sicher zu gehen, dass du nicht die letzten drei Tage in deinem blauen Bademantel verbracht hast.


Zwei
Du musst deine Medikamente eventuell langsamer ausschleichen, als dein Arzt es dir empfohlen hat.

Setze immer nur ein Medikament nach dem anderen ab, alle paar Wochen nur eine kleine Dosis davon. Sei behutsam.

Wenn du dir zum Beispiel vorgenommen hast, die Dosis deines Benzodiazepins (Beruhigungsmittels) am Freitagabend zu verringern, du aber merkst, dass du immer noch Absetzsymptome von dem vorherigen Reduktionsschritt hast, dann bleib bei deiner ursprünglichen Dosis und warte noch ein bisschen ab.

Du hast am Montag immer noch die Möglichkeit, weiter zu reduzieren. Oder nächsten Montag. Oder auch übernächsten.

Bei dir wird es ganze sieben Monate dauern, um alle drei Medikamente abzusetzen (Anmerkung von Freigeist: Diana beschreibt hier ihren persönlichen Verlauf, das Tempo ist bei jedem Menschen individuell) und das ist okay.

Wenn es dir während dem Ausschleichen schlecht geht, kannst du immer wieder einen Schritt zurück gehen und ein wenig aufdosieren.

Tu das, wenn es dir dabei hilft, den Tag zu überstehen ohne dich im Badezimmer verstecken zu müssen.

Dein Ziel sollte sein, dass es dir gut geht und nicht, dass du schnell beweisen kannst, ohne Medikamente auszukommen.


Drei
Nach jedem Reduktionsschritt wirst du zwei oder drei Tage lang schreckliche Symptome erleiden: Schwindel, Übelkeit, Panikattacken, Kopfschmerzen, Weinanfälle und andere seltsame Beschwerden wie Zahnschmerzen.

Manche Personen leiden auch monatelang unter diesen extremen Zuständen. Einige halten die Absetzsymptome nicht aus und müssen bei ihrem Medikament bleiben. Du gehörst nicht dazu: Deine Zahnschmerzen werden verschwinden. Deine Panik wird weichen. Du wirst nicht einmal ohnmächtig werden oder dich übergeben müssen.


Vier
Kümmere dich um deine Ernährung.

Alkohol unterdrückt den REM-Schlaf (englisch für Rapid Eye Movement: Durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichneter Schlaf; Tiefschlaf-Phasen werden mit körperlicher Regeneration in Verbindung gebracht, REM-Schlaf hingegen mit psychischer Erholung).

Es ist wichtig, das zu erwähnen.

Transfette und Zucker sorgen für Stimmungsschwankungen – erinnerst du dich, wie du in der U-Bahn geweint hast, weil jemand unabsichtlich seinen Rucksack in dein Gesicht geschmettert hat?

Doch wenn du es einfach nicht schaffst, deine Ernährung umzustellen, kauf dir hin und wieder eine große Packung Fast Food, setz dich vor den Fernseher und genieße.

Verzeih dir deinen Hedonismus. Verzeih dir einfach alles.


Fünf
Finde eine Person, die du mitten in der Nacht anrufen kannst.

Du wirst einen Vorteil darin erkennen, dass deine beste Freundin in Kalifornien wohnt: Wenn es bei dir Nacht ist, ist es bei ihr erst Abend. Ihre Stimme zu hören wird sich für dich anfühlen, wie der erste tiefe Atemzug, den du seit Stunden machen konntest.


Sechs
Wenn du nachts niemanden anrufen kannst (oder willst), lade dir Hypnose- und Meditationseinheiten zum Entspannen herunter.

Wenn das nicht funktioniert, mach etwas anderes. Lies das Buch, das du seit acht Monaten lesen wolltest. Borge dir von jemandem ein HBO-Passwort aus (hier geht es um einen Anbieter wie Netflix zum Serien schauen).

Lerne mit Hilfe deines Handys Spanisch. Experten sagen, dass man bei Schlaflosigkeit elektronische Geräte vermeiden sollte. Vergiss das.

Was man vermeiden sollte ist, dass Panik aufkommt.

Was du dir selbst beibringen solltest: Ich verdiene etwas Besseres, als alleine in einem dunklen Raum wach zu liegen und mir schreckliche Dinge vorzustellen.


Sieben
Kümmere dich gut um die Einteilung deiner Freizeit.

Verschwende deine kostbare Zeit nicht mit Menschen, die du nur alle drei Monate auf einen Kaffee triffst und die dir keine einzige Frage stellen – solche, die über nichts anderes als ihre eigenen Themen sprechen. Sag einer solchen Person, dass du eine Koffeinunverträglichkeit entwickelt hast.

Du brauchst Zeit zum Heilen.


Acht
Dies ist kein guter Zeitpunkt für eine Trennung.

Falls du dich in dieser Zeit doch von deinem Partner trennst, vergiss nicht, dass du das überstehen wirst.

Hör auf, Listen in deinem Kopf durch zu gehen, was du hättest besser machen können. Nein, du hättest nicht deine ganze Persönlichkeit ändern können. Nein, du bist nicht zu anspruchsvoll. Und selbst wenn du anspruchsvoll und schwierig bist, was solls? Sei schwierig. Du bist ein Mensch und keine Zusammenstellung perfekter Qualitäten.

Wenn du merkst, dass du dir nur Vorwürfe machst, schreib sie nieder. Das ist die einzige Möglichkeit, sie aus deinem Kopf zu bekommen – der leere Zettel hält das aus.

Wenn du in den frühen Morgenstunden so dasitzen und schreiben wirst, wird alles in Ordnung sein – dein Kaffee wird fertig und deine Wirbelsäule aufgerichtet sein.

Du wirst zu dir selbst zurückkehren.
Dein Partner war nicht dein Antidepressivum. Verachte ihn nicht. Er ist auch nur ein Mensch und hat dir gegeben, was er konnte.


Neun

Jeder hat eine Meinung zum Thema Depression. Jeder hat eine Meinung über Psychopharmaka.

Wenn du jemandem sagst, dass du solche Medikamente einnimmst (oder absetzen willst), werden dir einige ihre Meinung aufdrängen wollen. Diese Reaktionen haben wenig mit dir persönlich zu tun.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der psychische Gesundheit ein angespanntes und belastendes Thema ist. Einer Gesellschaft, in der wir kaum frei darüber sprechen können, ohne uns Sorgen machen zu müssen, was andere über uns denken werden. Lass die anderen reden. Sie müssen reden.
Hab keine Angst davor.

Du hast ein Recht darauf, deine persönlichen Erfahrungen zu erzählen. Vielleicht ist es nicht nur dein Recht, sondern deine Pflicht das zu tun – um diese kollektive Scham mit deinen klaren und ehrlichen Worten zu bekämpfen.


Zehn
Die Zeit wird kommen, wo du nicht mehr benommen und voller Furcht aufwachen wirst, sondern begeistert, weil die Sonne scheint. Es wird Sommer sein, deine liebste Jahreszeit.

Du wirst medikamentenfrei sein, dich vollwertig ernähren, in die Welt zurückkehren und dabei eine Yogamatte um deine Schulter hängen haben. Kannst du das glauben? Du wirst diese Person mit der Yogamatte um die Schulter sein!

Du wirst dich selbst wiederfinden. Du wirst die Person wiederfinden, die du unter all den Bandagen fast vergessen hättest. Bevor du die Bandagen abnimmst, wirst du unsicher sein, ob die Haut darunter schon verheilt ist.

Aber du wirst Glück haben: Du bist geheilt. Du bist zurück.

Du wirst wieder die Person sein, die barfuß geht. Die Person, die Konzerte genauso wenig aushält, wie den Saint Mark’s Place.
Die Person, die sich wünscht, sie hätte keine Augenringe und die sich gerne weniger Gedanken um ihre Augenringe machen würde.
Die Person, die vor Aufregung sichtbar zittert, wenn sie einer spannenden Persönlichkeit begegnet und die nicht aufhören kann, U-Bahn Tänzer anzulächeln, obwohl man als waschechter New Yorker U-Bahn Tänzer hassen sollte.

Begrüße diese Person. Sie hat lange gefehlt.

Sie war depressiv und hat sich anschließend von der Depression erholen müssen. Sie klebte an ihren Möbeln fest, zählte Kalorien und war schockiert, als ihr die Haare ausfielen. Sie zog ihre Vorhänge zu.

Lass deine Gefühle der Dankbarkeit raus: Dankbarkeit für alles und jeden, für die Tatsache, dass Menschen andere Menschen brauchen, für die Art, wie manche Menschen Blickkontakt meiden und andere ihre Arme für eine Umarmung öffnen.

Geh nach draußen. Spür die Unterseite deiner Füße.

Und ehe du dich versiehst, wird noch mehr Zeit vergangen sein, in der du keine Medikamente mehr einnimmst. Vielleicht wird es Winter sein, vielleicht wirst du den Yogaunterricht eine Woche lang ausfallen lassen, zwei Stunden lang weinen oder zu viel Bier trinken – und doch wirst du okay sein.

So ist das Leben. Du lässt los.

http://my-free-mind.at/absetzen-psychopharmaka-10dinge/

Original: http://mobile.nytimes.com/blogs/opinion ... 0&referer=
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 27):
LinLinaArianrhodschneefloeckchenmona1960Hoffnungsschimmerpadmachicolineschlaflos123LisamarieLucyOliverSiggiAmazone und 14 weitere Benutzer
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Arianrhod
Beiträge: 1574
Registriert: Sonntag, 15.11.15, 15:16
Hat sich bedankt: 3595 Mal
Danksagung erhalten: 4025 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 17.01.16, 12:58

gut dass ist USA, wo das Gesundheitssystem eh mau ist, aber auch hier: Wo sind die Ärzte, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, die einen beim Absertzen dieser Medikamente unterstützen und helfen? WArum gibt es nicht die Möglichkeit, auch mal 2- 3 Tage stationär zu gehen, wenn man es vor Angst und Schmerzen nicht mehr aushält - ohne dass einem wieder was aufs Auge gedrückt wird?
Heilpraktiker und Yogalehrer und überhaupt Therapeuten aus eher esoterischen Bereichen oder Körpertherapeuten wären vermutlich bereit, einen zu unterstützen, doch das kostet Geld, viel Geld.
Viele psychiatrische Patienten haben während ihrer Behandlung alles verloren, besonders ihren Job. Ich kenne eigentlich nur wenige Menschen, denen man irgendwann eine Psychose -Diagnose und entsprechende Medikation gegeben hat, die NICHT auf Grundsicherungsniveau leben. Viele haben nicht genug gearbeitet für eine auskömmliche Rente.
Das heißt aber auch, diese Leute sind auf Leistungen der gesetzlichen KK angewiesen - und da kommt nix.
Das ist für mich ein wichtiger Grund, wenn das Ausschleichen nicht klappt.

liebe Grüße Arianrhod
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Arianrhod für den Beitrag (Insgesamt 14):
schneefloeckchenAmazoneKatze74IsaKatharinaSuSuMaja-MajaPinueMurmelineKaulquappe 411live-slowJamieLinLina und ein weiterer Benutzer
► Text zeigen

lunetta
Beiträge: 1833
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09
Hat sich bedankt: 672 Mal
Danksagung erhalten: 4179 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von lunetta » Sonntag, 17.01.16, 13:32

Hallo!

Danke für diesen Beitrag!!!!
Einfach wunderbar das zu lesen!

LG
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor lunetta für den Beitrag (Insgesamt 3):
schneefloeckchenMonalindeKatharina
► Text zeigen
.

Yasmina
Beiträge: 10
Registriert: Dienstag, 12.01.16, 12:57

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Yasmina » Freitag, 22.01.16, 11:45

Toller Beitrag. Hoffentlich werde ich auch irgendwann ohne Medikamente sein. Und dabei ohne diese Krankheit...

Amazone
Beiträge: 161
Registriert: Sonntag, 22.11.15, 8:33
Hat sich bedankt: 69 Mal
Danksagung erhalten: 58 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Amazone » Samstag, 23.01.16, 18:46

Genau das wünsche ich mir auch......
Mit nackten Füssen durch die lauwarmen Pfützen des Sommerregens springen und das mit einer leichtigkeit die so leicht ist das man mich festhalten muss um nicht die Atmosphaere zu verlassen :)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Amazone für den Beitrag (Insgesamt 2):
padmaSunnyrose
Diagnose:
schwere Depression,Angststörung,Dissoziation
August 2013 in der Klinik das erstemal Psychopharmaka eingenommen.
2013 Februar 2 Tabletten Venlaflaxin genommen und die Hölle auf Erde erlebt mit anschließender Notaufnahme! Danach kam ich nicht mehr klar!
2013/08 Seroquel und Valdoxan jeweils mit 25 angefangen erhöht auf 50 valdoxan und 100 Seroquel.
Weitere erhöhung meinerseits abgelehnt!
2014 valdoxan raus ....nichts bemerkt da noch Seroquel
2014 Seroquel runter auf 75 und 50 ohne grössere probleme
Anfang 2015 Seroquel reduziert viiiiiiiiel zu schnell somit auch dementsprechend probleme also Trimipramien eingeschlichen 40Tropfen.
Diese bis heute genommen und in all dieser Zeit Psychotherapie 2x die Woche.
19.09.15 15 Tropfen Trimipramin
01.11.15 10 Tropfen
10.12.15 erhöht auf 11Tropfen massive Schmerzen
12.12.15 erhöht auf 12 Tropfen Schlafstörungen Übelkeit Schweres atmen
24.12.15 Erhöhung auf 14 Tropfen da weiterhin Schlafstörung unruhe Angst
27.01.2016 Immer noch bei 14Tropfen staendig wechselne Syptome von benommen dissoziation kopfschmerzen druck im kopf konzentrationstörung kraftlosigkeit teilweise aengstliche Gedanken.Hoffnunglosigkeit unglücklich!
30.01.16 Valdoxan 25mg wegen Schlafstörungen
15.02.16 Trimipramin auf 13 runter
30.02.16 Trimipramin auf 12 runter
15.03.16 Trimi runter 11
30.04.16 Trimi runter 10...seit dem Entzugsymptome
Kopfschmerzen, Nackenverspannung,Muskel_
Schmerzen und Schwaeche,Magen-Darm Sch_
Schmerzen Durchfall Verstopfung abwechs.
Benommenheit,Sehstörung,dissoziation,Hör_
Störung mal laut dann leise,desorientierung,
Appetietlosigkeit,Herzstolpern,Nesselsucht,
Augenbrennen,kein schmecken möglich,
Grippeartige Symptome....das alles jeden Tag
Mal mehr mal weniger abwechselnd stark und
Variierent.Und immer wieder mal gute Stunden
Dazwischen nur leider nicht genug!
10.09.16 Trimipramin auf 9 Tropfen runter.....

06.11.16 kämpfe immer noch mit Symptome wie Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, bleiernde Müdigkeit, Benommenheit, null Konzentration, Steifigkeit, Frieren, Übelkeit, Fressattacken, aengstliche Handlungen, depressiv,......

15.11.16...... 8,5 Trimipramin
30.12.16.......8.0 Trimipramin
20.01.17.......7.0 Trimipramin das war zu viel :(

Ringelblume
Beiträge: 27
Registriert: Sonntag, 22.05.16, 14:51
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 55 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Ringelblume » Sonntag, 22.05.16, 19:30

Arianrhod hat geschrieben: Viele psychiatrische Patienten haben während ihrer Behandlung alles verloren, besonders ihren Job. Ich kenne eigentlich nur wenige Menschen, denen man irgendwann eine Psychose -Diagnose und entsprechende Medikation gegeben hat, die NICHT auf Grundsicherungsniveau leben. Viele haben nicht genug gearbeitet für eine auskömmliche Rente.
Das heißt aber auch, diese Leute sind auf Leistungen der gesetzlichen KK angewiesen - und da kommt nix.
Das ist für mich ein wichtiger Grund, wenn das Ausschleichen nicht klappt.

liebe Grüße Arianrhod
Kann nur zustimmen. Und leider müssen die Patienten dann auch noch um Rente und Co kämpfen, erst recht wenn sie noch jung sind. Überall beweisen dass man krank ist - und Hilfe gibt es nicht. Alle Hilfe die ich hatte, musste ich selbst bezahlen. Es ist schon hart - ich wüsst4 sehr viel, dass mich vieeeel rascher genesen liesse - kann mir das aber nicht leisten. Aber ein Rezept für Lorazepam das wäre ja immer drin, meinte mal ein Arzt. Nein. Danke. Nicht. :sports:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Ringelblume für den Beitrag (Insgesamt 6):
ArianrhodSuSuMurmelineOmnioKaulquappe 411Jamie

Arianrhod
Beiträge: 1574
Registriert: Sonntag, 15.11.15, 15:16
Hat sich bedankt: 3595 Mal
Danksagung erhalten: 4025 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 12.06.16, 18:22

Ringelblume hat geschrieben:
Arianrhod hat geschrieben: . Überall beweisen dass man krank ist - und Hilfe gibt es nicht. Alle Hilfe die ich hatte, musste ich selbst bezahlen. Es ist schon hart - ich wüsst4 sehr viel, dass mich vieeeel rascher genesen liesse - kann mir das aber nicht leisten. Aber ein Rezept für Lorazepam das wäre ja immer drin, meinte mal ein Arzt. Nein. Danke. Nicht. :sports:
ich bekomme im Moment sehr viel Hilfe, gerade was alternative Therapien angeht. Ich habe auch endlich KG an Geräten aufgeschrieben bekommen.
Der Arzt meinte wortwörtlich: "Da Sie keine Medikamente mehr nehmen, habe ich mehr Geld für Sie im Budget...."
Ist das so? Man bekommt Zeug , das einen krank macht und keine Hilfe, weil die Medikamente ja so sehr teuer sind. Erst wenn man auf eigene Faust und mit Hilfe von euch allen - ihr seid super! - ABGESETZT hat, bekommt man plötzlich Hilfe, NICHT wenn man sie braucht.

Mit der gleichen Logik könnten Ärzte nur noch gesunde Personen behandeln, kranke sind eh zu teuer und außerdem krank.... :roll: .

(ich schiebe die Schuld gar nicht auf den Doc, der war nur offen und ehrlich, aber was für ein System ist das????)

liebe Grüße Arianrhod
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Arianrhod für den Beitrag (Insgesamt 6):
padmaAnnanasMurmelineKaulquappe 411KatharinaJamie
► Text zeigen

kugayama
Beiträge: 62
Registriert: Montag, 25.04.16, 11:20
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 12 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von kugayama » Sonntag, 19.06.16, 14:04

Arianrhod hat geschrieben: ich bekomme im Moment sehr viel Hilfe, gerade was alternative Therapien angeht. Ich habe auch endlich KG an Geräten aufgeschrieben bekommen.
Der Arzt meinte wortwörtlich: "Da Sie keine Medikamente mehr nehmen, habe ich mehr Geld für Sie im Budget...."
Ist das so? Man bekommt Zeug , das einen krank macht und keine Hilfe, weil die Medikamente ja so sehr teuer sind. Erst wenn man auf eigene Faust und mit Hilfe von euch allen - ihr seid super! - ABGESETZT hat, bekommt man plötzlich Hilfe, NICHT wenn man sie braucht.

Mit der gleichen Logik könnten Ärzte nur noch gesunde Personen behandeln, kranke sind eh zu teuer und außerdem krank.... :roll: .

(ich schiebe die Schuld gar nicht auf den Doc, der war nur offen und ehrlich, aber was für ein System ist das????)
ich glaube das dem Doc ohne weiteres.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor kugayama für den Beitrag:
Arianrhod

Pinue
Beiträge: 11
Registriert: Montag, 28.11.16, 17:51

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Pinue » Dienstag, 29.11.16, 18:56

Super Beitrag :)
Diagnose: Rezidievierende Depression, Posttraumatische Belastungstörung (chronisch)
seit 2008 in Behandlung

Viele Medikamente probiert, abgesetzt, neu genommen habe den Überblick verloren :vomit:

Seit 2008 Seroquel gegen Unruhe, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen
Seit August 2016 Cipralex

Medikation seit ca. 2014 Seroquel 650mg, Lamotrigin, 650mg, Fluoxetin 20mg, Trittico 150 mg

2015 Fluoxetin in 10 mg Schritten 2 Wöchentlich abgesetzt- Stimmungsschwankungen wurden besser.

Seroquel reduziert auf 300 mg

Seit Anfang 2016 Lamotrigin in 50 mg Schritten abgesetzt mit Stimmungsschwankungen die sich wieder einpendelten
dann Trittich in 50 mg Schritten abgesetzt ohne Probleme fühle mich wacher und aktiver :o
dann Seroquel erst in 50mg Schritten dann in 25 er abgesetzt
Seit 23.10.16 auf 0 mit starker Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Juckreiz in Augen und auf der Ganzen Haut, seit 3 Tagen nur noch Juckreiz und Übelkeit.

Nach ca. einem Monat geht es mir gut ohne Seroquel. Auch habe ich keine Einschlafstörungen mehr.

Seit Anfang Jahr reduziere ich Cipralex.
Von 20 mg auf 15 mg in einem Monat. Mitte Februar auf 10 mg.
Absolut Problemlos.
Nun auf 5 mg. mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Herzrasen

wichtelanna
Beiträge: 18
Registriert: Mittwoch, 25.01.17, 18:37
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von wichtelanna » Samstag, 28.01.17, 13:18

Das ist ja wunderschön!! Macht Hoffnung und vorallem Mut, zu kämpfen und dran zu bleiben.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor wichtelanna für den Beitrag:
LinLina
Angefangen hat es mit Depressionen in der Jugend und Anfang 20 hatte ich dann eine Schwangerschaftspsychose(2006). Ich bekam Seroquel und Timonil (ich weiß nicht mehr wie hoch die Dosis war)
Danach hatte ich noch vier weitere Psychosen, die sind leider immer nach dem Reduzieren der Medikamente aufgetreten. Irgendwann wurde ich in der Klinik auf Abilify umgestellt -- fühlte mich nicht mehr geerdet, sondern ständig abgehoben. Ichnahm nur noch Abilify. Hatte mich an den Zustand gewöhnt. Irgendwann kam Zyprexa dazu -- Gweichtszunahme (sowiso aber jetzt noch mehr)
Diagnostiziert wurde bei mir so einiges: Mittelschwere Depressionen, instabile Persöhnlichkeitsstöhrung, Borderline, Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. Ich würde noch ergänzen: Angst-und Panikattacken.
Momentane Medikation: 15 mg Abilify, 7,5 mg Zyprexa
Reduziert am 04.01.2017 von 10 mg Zyprexa auf 7,5 mg -- ging gut. Was mir geholfen hat: Symptome aufzuschreiben. Anfangs Schlafprobleme, Atriebsschwäche und Depressionen, jedoch keine Angstzustände! Fühle mich ein wenig 'wacher'
Momentane alternative Medikation: Johanniskrauttropfen, 3 x 15 Tr. tgl. plus Omega 3 Fettsäuren (Fischöl, San Omega) 1Eßl tgl
Als körperliche Erkrankung habe ich das Lipödem.
29.07.2017: 25 mg Sertralin, einen Monat später 50 mg Sertralin
24.10.2017: 7,5 mg Zyprexa, 5 mg Zyprexa

Monalinde
Beiträge: 534
Registriert: Freitag, 21.01.11, 16:10
Hat sich bedankt: 762 Mal
Danksagung erhalten: 1112 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Monalinde » Samstag, 28.01.17, 17:03

Was in unserer heutigen Zeit fehlt, ist Zuwendung und Zuspruch.
Das gab es früher schon mal von einem Hausarzt, von einem Lehrer, oder gar von einer fremden Person. Man durfte auch Gefühle zeigen, ohne als Schwächling hingestellt zu werden. Man durfte Fehler machen, sie wurden oft von anderen wieder ausgebügelt, einfach so. Ohne großes Aufheben. Man war nicht sofort in seiner Existenz bedroht, wenn man längere Zeit krank war. Man wurde wieder aufgefangen.

Es gab auch noch Mitgefühl und Verständnis für schwierige Situationen. Man wurde nicht ins eiskalte Wasser geschmissen, wenn man eine Stelle antrat und nicht allein zurecht kam. Richtiges Mobbing war äußerst selten. Kollegen nicht ausschließlich Konkurrenten. Ach, so vieles war nicht perfekt und es lief doch. Heute sind so viele andere Dinge wie das Äußere, die Darstellungskraft, die Härte wichtig. Bwerbungsgespräche werden trainiert, alles ist irgendwie uniforum. Der Mensch zählt eigentlich nicht mehr viel.

Wen wundert es, dass die psychischen Erkrankungen am Zunehmen sind? Zählen nur noch die harten Hunde? Vielleicht bin ich ein wenig zu pessimistisch und altmodisch. Dann verzeiht mir.

Die heutige Zeit ist eine andere, als die, in der ich jung war und erfordert meiner Meinung nach auch andere Strategien. Ein bisschen mehr MItmenschlichkeit scheint mir aber dennoch zu fehlen. Da ist irgendwie ein Fehler im System.Money, money, money!

Mona
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Monalinde für den Beitrag (Insgesamt 11):
AnnanasArianrhodSiggiSunnyroseMockingjaypadmaMurmelineKaulquappe 411KatharinaJamieBritsch
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

Kaulquappe 411
Beiträge: 910
Registriert: Sonntag, 21.12.14, 22:12
Wohnort: Rheinland-Pfalz
Hat sich bedankt: 1993 Mal
Danksagung erhalten: 1579 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Kaulquappe 411 » Freitag, 24.02.17, 20:17

Hallo und guten Abend,

vielen Dank für diesen Beitrag, den ich jetzt erst gefunden habe.

Und Monalinde:
ich halte dich nicht für pessimistisch oder altmodisch, nein, du siehts die Dinge schon richtig. Geld, Geld, Geld, Prestige und Macht, Schneller, Weiter, Höher .... so sieht es doch mittlerweile aus. Sicherlich gab es das auch schon zu unserer Zeit, bin 70er Jahrgang, doch da war meiner Meinung nach noch viel Mehr der Kontakt zu Mensch und Natur gegeben, was gute Energien und Ausgleich bildete.

Die Leistungsgesellschaft ist heute noch arger als sie eh schon war, nur der oder das beste zählt. Und die Geschwindigkeit wird immer schneller. Wie in der Werbung: mein Haus, mein Auto, mein boot ..... Nur noch Selbstverwirklichung, Egoismus etc., copmputer und Technik tun das übrige. Sieh dir doch die Jugend heute an, kriegen ihren Kopf kaum noch vom Smartphone weg, alles was um sie rum geschieht, dazu gibt es kaum noch Zugang. Echt arm.

Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit, das ist doch leider Seltenheit.

:vomit: :vomit: :vomit:

Ich denke, alle, die hier im forum schreiben, sind Opfer dieser "modernen" Lebensweise geworden. Und da schnelle Heilung gewünscht ist, um mithalten zu können, wird dann eben zu den hochgelobten Pillen gegriffen, mit horrenden Ergebnisse, wie alle hier leidvoll erfahren mussten.

Ich weiß noch, als ich meiner ehemaligen Chefin sagte, ich würde mich homöopatisch behandeln lassen, meinte sie, ich soll mich doch endlich mal richtig behandeln lassen, damit ich wieder einsatzfähig sei. :evil: :haha: :vomit:
Tja, und irgendwann war dann der Druck so hoch, dass ich zu den Pillen gegriffen habe. Der Anfang vom Ende.

Tja, auch ich gehöre zu denen, die dank der PIllen u.a. meinen Beruf verloren habe und von Mindestrente leben muss. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Anspruch auf soziale Hilfe habe ich dadruch nicht. Ein Teufelskreislauf.

Der obige Beitrag lässt hoffen und beschriebene Situationen kommen durchaus schon bei mir vor: barfuß durch Pfützen laufen, Yogamatte in der Ecke ( auf den Schultern kommt noch), Schnee essen wie früher ....

Nun denn, alles in allem, wir gehen alle unseren Weg, jeder auf seine Weise, und auch wenn wir seltens bis gar nicht Anerkennung für das, was wir mit dem Absetzen geleistet haben, erfahren werden, sind wir wichtige Botschafter und GEgenpol für die Tendenz der heutigen Zeit des Perfektionismus.

Von daher ist unser momentanes Leiden nicht umsonst.

Euch eine Gute Nacht!

Kauquappe :schnecke: :group:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kaulquappe 411 für den Beitrag (Insgesamt 6):
LinLinapadmaKatharinaArianrhodJamieMurmeline
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Anke13
Beiträge: 264
Registriert: Dienstag, 05.09.17, 15:30
Hat sich bedankt: 597 Mal
Danksagung erhalten: 457 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Anke13 » Mittwoch, 13.09.17, 15:04

Hallo Kaulquappe,
ich bin eben zufällig auf Deinen Bericht gestossen und Du sprichst mir aus dem Herzen mit unserer Welt und der Leitsungsgesellschaft. Ich habe halbtags gearbeitet aufgrund meiner Schwerbehinderung (Panikstörung,Rücken kaputt) und ich bekam Arbeit auf den Tisch für einen 8-Stunden Job. Mit diversen Pillen ging es dann auch, habe mich zur Arbeit geschleppt mit schwerer Bronchtitis, Fieber, egal was. War befreundet mit meinen Kolleginnen im Team aber eines Tages ging nichts mehr und bin weinend am Schreibtisch zusammengebrochen. Eine Kollegin empfahl mir noch eine Ärztin und so ging ich dort hin und es hieß: es ist fünf nach zwölf, sie sind zu spät gekommen, sie sind am Ende der Burnout Spirale angelangt. Hat mir dann Alprazolam verschrieben und Diazepam gegen meine Panikattacken und schon begann mein Leid (bis heute abhängig von Diazepam). Entzug von 7 Alprazolam täglich alleine geschafft Mai 2017 !!! Weg durch die Hölle. Nun habe ich noch Hochdosisbereich Diazepam welches ich reduziere und es ist kein Leben und kein Sterben.

Konnte nicht mehr arbeiten (laut Gutachterin Rentenversicherung nie mehr arbeitsfähig) und bekomme nun eine Mini Erwerbsminderungsrente. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, früher ganztags und teilweise noch am Wochenende und nun reicht es kaum zum leben. Und was war mit meinen Freundinnen im Büro ? Nichts mehr, für die war ich sozusagen gestorben. Das hat mir sehr weh getan und ich verstehe die Menschen nicht. Ich sage immer: wehe, wenn du krank wirst in Deutschland. Krankenkasse hat mich schikaniert mit Drohungen (fast bis zum Suizid), meine Psychologin hat dann dort angerufen und richtig Dampf gemacht, ob die Kasse gerne in die Bildzeitung möchte, mußte trotz meiner Krankheit kämpfen zusammen mit Gewerkschaftsanwalt, Kampf mit Rentenanstalt. Das erst hat mich dann richtig krank gemacht.

So ändere ich mal die Überschrift und schreibe: "Dinge, die ich im Nachhinein bereue"

Ein interessanter Artikel von der Schriftstellerin Erna Bombeck in der Saturday Evening Post zu dem Thema: "Wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte":
Ich hätte weniger beim Fernsehen geweint und gelacht und mehr im wirklichen Leben. Ich hätte mich ins Bett gelegt, wenn ich krank war, anstatt mir vorzumachen, die Erde würde aufhören sich zu drehen, wenn ich mal einen Tag ausfalle. Ich hätte öfter gesagt: "Ich liebe Dich" und "es tut mir leid". Ich hätte besser zugehört, aber wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, würde ich vor allem jede Minute meines Lebens schätzen, sie betrachten, ausprobieren und ausschöpfen und sie niemals zurückgeben, solange noch irgend etwas von ihr übrig ist......

So kämpfe ich jetzt mit dem Entzug und werde nicht aufgeben trotz der negativen Aussagen von einigen Psychologen und Suchtmediziner.

"Es ist unmöglich", sagte der Stolz. "Es ist riskant", sagte die Erfahrung. "Es ist sinnlos", sagte die Vernunft. "Probiere es aus", flüsterte das Herz.

Ich wünsche Dir alles Gute und liebe Grüsse, Anke
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Anke13 für den Beitrag (Insgesamt 5):
padmaJamieArianrhodMurmelineKaulquappe 411
Diagnosen 2014: Endstadium Burnout/Panikattacken /Angstzustände/diverse Traumata

1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
Fehler 1) Entzug zu sehr in die Länge gezogen
Fehler 2) Dosis ständig verändert von 3 Tabl./nächsten Tag 7 Tabl./nächsten Tag 4 Tabl., etc.

2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
04.Nov.2018 = 14 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

Hoffnungsvoll1811
Beiträge: 12
Registriert: Sonntag, 22.10.17, 17:32
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Absetzen: 10 Dinge, die ich mir im Nachhinein raten würde

Beitrag von Hoffnungsvoll1811 » Sonntag, 22.10.17, 20:15

Ein toller Beitrag! Wirklich.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Hoffnungsvoll1811 für den Beitrag (Insgesamt 4):
JamieAnke13MurmelineKaulquappe 411
-vor 7 Jahren Diagnose "Burnout" Citalopram verschrieben bekommen 40 mg (davor aber schon seit jüngster Kindheit wahrscheinlich Panikattacken und Angsterkrankung "unentdeckt")
-einschleichen innerhalb von 2 Wochen mit Zusatz von Lorazepam (sofort wieder abgesetzt danach)
-nach einem Jahr versucht Citalopram abzusetzen (nach Therapie und gefühlter Genesung) (erfolglos)
-nach 2 Jahren auf Empfehlung vom Neurologen (wegen Gewichtszunahme) auf Prozac gewechselt
-nach 2 Wochen dann Gürtelrose und enorme körperliche Probleme und fremdgesteuertem Gefühl
-zurück auf Citalopram 20mg
-wieder nach einem Jahr versucht abzusetzen (erfolglos_enorme körperliche Probleme)
-seit nun 3 Jahren 20mg ohne Versuch abzusetzen
-mittlerweile 25 Kilo zugenommen und neuer Versuch am 16.10.17
-nach Info vom Arzt (in Dosierung abwechselnd 20mg/15mg/20mg)
-nach 2 Tagen Kopfschmerzen/Schwindel/BrainZaps
-nach weiteren 3 Tagen + Angstzustände, Weinkrämpfe, Schwäche, innere Unruhe
-nach weiteren Tagen Verschlimmerung der Symptome
-am 22.10 ADFD gefunden ;-)
-wieder auf 20mg hoch (Normaldosis)
-24.10 schlimmste Symptome sind weg (nur noch etwas Übelkeit, aber guten Befinden)
...nun etwas stabilisieren und langsamer ausschleichen. Es muss endlich klappen. Habe nur das Gefühl, dass Neurologe/Arzt will, dass ich es für immer nehme. Obwohl therapiert und gutes Befinden. Aber ausschleichen ist die Hölle seit mehreren Versuchen in 6 Jahren, 25kg mehr auf den Hüften und vielen Enttäuschungen. Habe viele Fragen und bin froh hier zu sein.

November 2017: 1 mg Tabletten in der Apotheke anfertigen lassen
Dezember 2017: 19mg
Januar 2018: 18mg + Diagnose Hashimoto :shock:
Februar 1018: 17 mg
Bisher klappt es soweit. Allerdings immer wieder das selbe Schema: erste 3 Tage keine Beschwerden. Dann Übelkeit ein paar Tage, dann Schwindel, dann Kopfschmerzen, zwischendurch mal einen Tag weinerlich, dann gern eine Woche beschwerdefrei. Dann wieder extrem Watte im Kopf. Irgendwann legen sich Symptome.
Februar bis Juni 2018: Pause wegen neuem Job
Juni 2018: 16mg (schlimme körperliche Symptome)
Jun-August 2018 immer mal wieder körperliche Symptome
September 2018: enormer Rückschlag. Verspätete Absetzsymptome. Kopfweh, Übelkeit,PA, weiche Beine

Antworten